Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Kreuzfahrten - Ausbeutung  (Gelesen 2080 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Kuddel


Beiträge: 10723


« am: 09. März 2017, 21:24:00 »

Tourismus
Pensionierter Kapitän prangert Missstände bei Kreuzfahrten an


Zusammen mit seiner Frau unternahm der Diplom-Nautiker früher viele Kreuzfahrten, bevor ihm die vielen Missstände auffielen: überfüllte Schiffe, Stundenlöhne von knapp über einem Euro, horrende Umweltschäden, fehlende Rettungsboote und geschickte Steuervermeidung der großen Konzerne. "Mehr als 30 Milliarden Euro Umsatz wurden im vergangenen Jahr mit Kreuzfahrten gemacht, der Markt wächst wie kaum ein anderer Tourismuszweig", sagte Gregor.

Trotz dieser horrenden Summen würden die Unternehmen aber kaum Steuern zahlen, sagt er. "Und während die Konzerne immense Gewinne verbuchen, kann die vornehmlich asiatische Besatzung auf dem Schiff kaum von ihrem Gehalt leben, da stimmt etwas nicht", sagte Gregor. Er sprach mit Besatzungsmitgliedern, Tourismusvertretern, Experten für maritime Sicherheit und führte eine Umfrage mit 250 Passagieren durch. Schließlich entschloss er sich, ein Enthüllungsbuch zu veröffentlichen: "Der Kreuzfahrtkomplex".

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/autor-etwas-ist-faul-auf-den-weltmeeren-1.3411317
Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 986


« Antworten #1 am: 09. März 2017, 23:29:52 »

Anstatt am Chiemsee auf die Pissalpen zu blicken hätte der Fan der authentischen Seefahrt und aufmerksame Kritiker der Kreuzfahrtindustrie auch schon vor 20 Jahren mal morgens um 5 an den Kreuzfahrtanlegern vorbeiradeln können. Da kann man dann nämlich sehen, wie asiatische Menschentrauben mit Discountertüten still und heimlich die Kreuzfahrtschiffe verlassen und betreten, auf dass sie von den späteren Passagieren auf keinen Fall wahrgenommen werden können.

Ansonsten ist der anstehende Beginn der Kreuzfahrtsaison mal wieder Grund zur Freude in jeder Stadt am Meer: dämliches Touristenpack, Ausbeutung in der Gastronomie, Lokalpolitiker, die erzählen, wie wichtig das für uns alle ist und die letzten Scheißbaugenehmigungen für korruptes und verfilztes Gesindel genehmigen, maritim gekleidete Vollhonks und Segelfuzzis, Jobs, Jobs, Jobs, Lokalzeitungen, die tatsächlich An- und Abfahrt dieser stinkenden Touristenpestschaluppen ankündigen und und und. Ich würde mich nicht wundern, wenn Beschäftigte auf Schiffen, die sich auf hoher See wehren, einfach über Bord geworfen werden.
Gespeichert
BGS
Polarlicht


Beiträge: 2818



« Antworten #2 am: 09. März 2017, 23:56:38 »

Vollkommen richtig, das Elend des Personal auf den "Kreuzfahrtschiffen" ist schon immer für jeden mit offenen Augen in Orten wie Kiel unübersehbar und ein Kapitän weiss natürlich von Berufs wegen, welche Schurkereien da schon immer abgehen.

Doch man will es gar nicht wissen. Mir persönlich ist ein Käptn aus HH bekannt, welcher schon immer gern mit der Holden auf "Kreuzfahrt" geht und ging und dies zu geniessen scheint. Mir absolut unverständlich, wenn man weiss, dass man auf Kosten moderner Sklaven es sich "dutgehen" lässt. Wie kann es einem da gut gehen?

MfG

BGS
Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Fritz Linow


Beiträge: 986


« Antworten #3 am: 26. August 2017, 20:05:04 »

Zitat
25.8.17
Flusskreuzfahrten laufen aus dem Ruder

Kreuzfahrten stehen bei Touristen hoch im Kurs. Doch ein Blick hinter die Kulissen der Branche offenbart die Schattenseiten des Erfolgs: zweifelhafte Arbeitsbedingungen, Rechtsverstöße und Steuerflucht.
(...)
Schiffsführer, die anonym bleiben wollen, berichten dem Bayerischen Rundfunk unabhängig voneinander über Missstände in der Branche. Ruhezeiten würden aufgrund von Personalmangel häufig nicht eingehalten. Bordbücher passe man an. Auch seien mitunter nur zwei, statt der oft vorgeschriebenen drei Schiffsführer an Bord. Fährt ein Schiff unter solchen Bedingungen 24 Stunden, steht jeder von ihnen geschätzte zwölf Stunden am Ruder. Unterbemannung nennt man das im Fachjargon. (...) Branchenkenner verweisen vor diesem Hintergrund darauf, dass die Reedereien versuchen, mit Methoden aus der Hochseeschifffahrt Gewinn zu machen. Demnach sei es kein Zufall, dass viele Schiffe unter Schweizer Flagge fahren: Basel und Baar gelten aufgrund niedriger Steuern und vergleichbar laxem Kündigungsrecht als beliebte Standorte bei großen Reedereien. Auch die Europa-Zentrale des amerikanischen Unternehmens Viking Cruises befindet sich in Basel. Konkurrent Scylla mit Schiffen wie der MS Swiss Pearl sitz seit kurzem in Baar.(...)

http://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/kreuzfahrten-bayern-fluesse-missstaende-arbeitsbedingungen-100.html
Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 986


« Antworten #4 am: 04. April 2018, 01:10:46 »

Zitat
2.4.
Das Geschäftsmodell der Billigkreuzfahrten
(...)
Am Pool bieten die Kellner den Passagieren farbenfrohe Cocktails direkt an den Sonnenliegen an. Ihr Gehalt hängt schließlich oft vom Umsatz und damit von der Konsumfreudigkeit der Passagiere ab. Vor allem auf amerikanischen Schiffen spielt das Trinkgeld außerdem eine erhebliche Rolle. Denn die Grundgehälter des Servicepersonals auf den Schiffen sind mickrig.
(...)
„Einen Tag frei gibt es nicht, wir haben sieben Tage die Woche gearbeitet. Auf Dauer ist das wirklich anstrengend.“
(...)
Die meisten Mitarbeiter im Service und unter Deck stammen aus Südostasien, ihre Löhne liegen weit unter europäischem Niveau. Bei Tui kommen sie laut Unternehmensangaben auf etwa 900 Dollar im Monat. Laut internationalem Seearbeitsrecht dürfen die Mitarbeiter 300 Stunden im Monat arbeiten, die auch pauschal abgegolten werden. Macht einen Stundenlohn von drei Dollar.
(...)
https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/steuern-sparen-mitarbeiter-ausnutzen-das-geschaeftsmodell-der-billigkreuzfahrten/21133360-all.html

Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
Drucken
Gehe zu: