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Autor Thema: Berlin - Streik des Bodenpersonals Tegel - Streikbrecher im Einsatz!  (Gelesen 899 mal)
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Rappelkistenrebell


Beiträge: 2536



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« am: 15. März 2017, 09:04:12 »

Streikbrecher im Einsatz! Angry

Mittwoch starten Flugzeuge wieder planmäßig - Verdi kündigt Streikpause bis nächsten Montag an

14.03.17 | 14:19 Uhr

Das Bodenpersonal streikt - an den Flughäfen Tegel und Schönefeld hebt seit Montagfrüh kaum ein Flugzeug ab. Zunächst standen die Zeichen auf weitere Eskalation. Doch nun will die Gewerkschaft vorerst auf weitere Arbeitskämpfe verzichten.

Im Tarifkonflikt des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen verzichtet die Gewerkschaft Verdi auf weitere Streiks bis einschließlich des Wochenendes. Der laufende Ausstand werde wie geplant Mittwochfrüh gegen 5 Uhr beendet, kündigte Verdi-Streikleiter Enrico Rümker an. Am Dienstag wurden laut Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf in Schönefeld 125 Flüge gestrichen, in Berlin-Tegel 453. Damit sind rund 90 Prozent der Flüge aus gefallen.

Am Mittwoch werde sich der Betrieb auf den beiden Flughäfen schrittweise wieder normalisieren. "Wir haben uns zu dieser Streikpause entschlossen, um den Arbeitgebern eine weitere Nachdenkpause zu gewähren", hieß es von der Gewerkschaft. Nur mit einem verbesserten Angebot durch die Arbeitgeber könne der verschärfe Konflikt beigelegt werden. Zuvor hatten die Arbeitgeber eine Schlichtung vorgeschlagen. "Wir sehen die Schlichtung als einzige Lösung, für beide Seiten eine vertretbare Lösung zu finden", sagte Tim Alexandrin von Forum der Bodenverkehrsdienstleister rbb|24.

Verdi-Sprecher Andreas Splanemann sagt dazu, dass bislang noch kein Schlichtungsangebot eingegangen sei. "Falls so ein Angebot kommen wird, müssten wir erst eine Schlichtungsvereinbarung verhandeln. Ich glaube nicht, dass unsere Tarifkommission dem zustimmt", sagte Splanemann. Nötig sei in erster Linie ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber. Die Gewerkschaft fordert einen Euro mehr Stundenlohn, die Arbeitgeber hätten bislang 27 Cent mehr geboten.

Ryanair hat eigenes Personal eingeflogen

In Schönefeld hat Ryanair laut Verdi eigenes Personal aus dem Ausland eingeflogen, das zwölf Flüge der irischen Billigfluglinie abfertigen soll. Auch Easyjet will sechs Flüge abfertigen und dafür offenbar eingeflogenes Personal einsetzen. Verdi betrachtet dies als Verschärfung des Konflikts. "Wenn Streikbrecher eingesetzt werden, ist es uns nicht mehr möglich, weitere Streiks vor Beginn anzukündigen", warnte Verdi-Streikleiter Enrico Rümker.

Verdi wirft Ryanair und dem Flughafen zudem vor, dass die Streikbrecher von Ryanair ohne Sicherheitsüberprüfung auf dem Vorfeld im Einsatz seien. Diese Überprüfung sei aber nötig, um auf dem Vorfeld arbeiten zu dürfen. Ryanair-Sprecher Kenny Jacobs erklärte auf Anfrage von rbb|24, dass man eigene "voll ausgebildete und befugte" Mitarbeiter des Bodenpersonals einsetze, um in Schönefeld Flugzeuge planmäßig abzufertigen. Die Behauptung Verdis, die Mitarbeiter hätten keine Sicherheitsüberprüfung, sei falsch.

Die Flughafengesellschaft bestätigte auf Anfrage, dass sie acht Mitarbeitern von Ryanair eine Zutrittsgenehmigung zum Luftsicherheitsbereich des Flughafens Schönefeld ausgestellt habe. "Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Ryanair sind diese einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen", so Pressesprecher Daniel Tolksdorf. Verdi entgegnete, nötig sei eine Sicherheitsüberprüfung nach deutschem Recht. Ob diese vorlag, muss nun das Luftfahrbundesamt klären. Bei dieser Aufsichtsbehörde hat Verdi nach eigener Aussage Anzeige erstattet. Die Behörde war auf Anfrage von rbb|24 zunächst nicht zu erreichen.

Geschäftsführer müssen offenbar selber Koffer fahren

Verdi behauptet zudem, dass die eingeflogenen Ryanair-Arbeiter keine Genehmigung für die Bedienung der Maschinen hätten. Daher müssten sie die Koffer von Hand entladen. Die "Koffermuli"-Fahrzeuge und die Schlepper-Fahrzeuge würden von den Geschäftsführern der Bodenverkehrs-Dienstleister selbst gefahren. Ryanair-Mitarbeiter seien zudem teilweise in Turnschuhen und Jeans gekleidet und würden keine vorgeschriebene Schutzkleidung tragen.

Die Gewerkschaft hat nach eigener Aussage auch diese angeblichen Verstöße dokumentiert und dem Luftfahrtbundesamt zugeleitet.


Ryanair reagierte gereizt auf den Gegenwind der Gewerkschaft. "Es ist eine Schande, dass die Reisepläne von Berliner Passagieren und Berlin-Besuchern von einer geringen Anzahl des Bodenpersonals beeinträchtigt werden, die Deutschlands Hauptstadt als Geisel halten", polterte Ryanair-Sprecher Jacobs.

Flughafenverband beklagt massive Auswirkungen

Bereits am Montag hatten die Airlines von den insgesamt rund 670 geplanten Flügen rund 650 gestrichen. Da Verdi den Streik vorher angekündigt hatte, hatten sich allerdings die meisten Fluggäste darauf eingestellt. Dennoch hat der Streik des Bodenpersonals bereits jetzt weitreichendere Folgen als frühere Streiks der Piloten und der Fluglotsen. Damals waren weit weniger Flüge ausgefallen.

"Durch die Streiks von Verdi wird die Hauptstadt Berlin für mehrere Tage vom Luftverkehr völlig abgeschnitten", stellte Ralph Beisel vom Flughafenverband ADV fest. Zudem klagen die Airlines darüber, dass ihre Flugzeuge nicht wie geplant eingesetzt werden können, weil diese in Berlin gestrandet seien und nun im Netz fehlten.

Schäden in Millionenhöhe für die Branche

Einer der Haupt-Leidtragenden des Streiks ist AirBerlin - die kriselnde Fluglinie ist größter Anbieter in Tegel und annullierte allein 215 Flüge. Der Arbeitskampf verursache Tag für Tag Schäden in Millionenhöhe für die Branche, klagte Air Berlin. Schließlich sind die Airlines verpflichtet, kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen anzubieten.

Auch die Lufthansa sagte konzernweit etwa 180 Flüge ab, am Dienstag dürfte die Zahl ähnlich hoch liegen. Der britische Billigflieger Easyjet strich zu Wochenanfang 80 Flüge und erwartete zudem Verspätungen bei anderen Verbindungen. Bei Ryanair entfielen am Montag 76 Flüge.
Verdi fordert einen Euro mehr pro Stunde

Verdi fordert innerhalb eines Jahres einen Euro mehr pro Stunde. Das Bodenpersonal bekommt derzeit etwa elf Euro pro Stunde. Zudem arbeiten viele Beschäftigte nur in Teilzeit und seien auf Zweitjobs angewiesen, um sich über Wasser zu halten, so Verdi.

Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne um acht Prozent in drei Jahren an - also 2,66 Prozent pro Jahr. Das Angebot setze bereits sehr hoch oben an. Die Gewerkschaften wiederum verweisen darauf, dass die Airlines die fünf Bodenverkehrsdienstleister gegeneinander ausspielen. Sie seien gefordert, den Unternehmen höhere Preise zu zahlen, dann wäre auch mehr Luft für Gehaltssteigerungen des Bodenpersonals.

Quelle

http://www.rbb-online.de/wirtschaft/beitrag/2017/03/Dienstag-streik-bodenpersonal-flughaefen-berlin-tegel-schoenefeld.html
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Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
THEJL


Beiträge: 2


« Antworten #1 am: 28. März 2017, 10:53:20 »

Hallo in die Runde,
ich bin Joachim und neu hier im Forum. Ich freue mich auf den Austausch mit anderen Mitgliedern. Meine Frau war leider auch von dem Streik betroffen und es war das pure Chaos. Natürlich ist es wichtig, dass wir in Deuschland als Arbeitnehmer das Recht haben zu streiken, aber ich bin froh, wenn die Einigung endlich da ist.
LG Joachim
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shitux


Beiträge: 482


« Antworten #2 am: 19. April 2017, 09:28:20 »

Hier mal eine Analyse was es bedeutet wenn die AN von verdi vertreten werden:
http://www.wsws.org/de/articles/2017/04/18/verd-a18.html
Zitat
Von Verena Nees
18. April 2017
Die Opposition gegen Verdi wird stärker. Viele Mitglieder sind empört, dass die Dienstleistungsgewerkschaft einen Tarifabschluss für die Bodenverkehrsdienste der Berliner Flughäfen durchsetzt, obwohl die Mehrheit der Mitglieder in einer Urabstimmung dagegen gestimmt hat.
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Am dritten Tag stimmte Verdi geheimen „Sondierungsgesprächen“ mit einem „Vermittler“ zu. Dazu erkor sie ausgerechnet den Innensenator der ehemaligen rot-roten Koalition, Ehrhart Körting (SPD), unter dessen Regie die Berliner Bodenverkehrsdienste privatisiert worden waren. Dann stimmte die Verhandlungskommission einer dreijährigen Laufzeit zu, und als die Mehrheit der Mitglieder den Ausverkauf ablehnte, setzte Verdi das Ergebnis gegen die Mitglieder durch.


Es mag ja im Einzelnen zu Chaos kommen. Doch wenn Streik´s überhaupt keine Auswirkungen hätten: Welch Schwach- und Unsinn hätten dann Arbeitskämpfe?

« Letzte Änderung: 19. April 2017, 09:40:20 von shitux » Gespeichert

Kadavergehorsam begünstigt Verbrechen u. Verbrecher
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