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Autor Thema: Kind im Brunnen - Wie Staat und Städte bei der Jugendhilfe in NRW versagen  (Gelesen 750 mal)
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dagobert


Beiträge: 3947


« am: 07. April 2017, 13:11:42 »

Zitat
Kind im Brunnen
Wie Staat und Städte bei der Jugendhilfe in NRW versagen

„Kein Kind zurücklassen!“ ist das Prestigeobjekt von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Co. Doch wie läuft es für Kinder in NRW, die vom Jugendamt betreut werden? Ist es in fünf Jahren rot-grüner Regierung besser geworden? Zusammen mit einem erfahrenen Sozialarbeiter haben wir seit Monaten recherchiert. Die Ergebnisse haben den Umfang eines Buches angenommen. „Kind im Brunnen“ – die exklusive Serie zum Buch. Heute: Der Auftakt (I)


[...]
Ein erfolgreicher Slogan

Seit 2012 gibt es in Nordrhein-Westfalen das Projekt „Kein Kind zurücklassen. Kommunen in NRW beugen vor“. Es ist das wichtigste Projekt, das so genannte Leitprojekt von Landesregierung und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Daran will sie sich messen lassen, das ist ihr Anspruch.

Der Slogan jedenfalls ist ein Erfolg. Er ist in aller Munde, auf der Homepage der Ministerpräsidentin, auf SPD-Wahlkampfseiten. Er wird zitiert vom Kanzlerkandidaten Martin Schulz: „Kein Kind zurücklassen“ verkörpere das Lebensgefühl in Nordrhein-Westfalens. Schon Ernest Hemingway habe geschrieben, wie es ist, jemanden zurückzulassen: „Es ist, als ob ein Stück Küste abbreche.“

Das Problem: „Kein Kind zurücklassen!“ ist nicht nur ein guter Wahlkampfspruch. Es ist ein Programm mit anfangs 18 Modellkommunen, in einer zweiten Phase sind es jetzt 40 Gemeinden und Kreise im Bundesland. Und es ist ein nobles Versprechen, keine Kinder zurückzulassen. Etwas zu verbessern. Allen Kindern eine Chance zu geben. Aber stimmt das? Werden wirklich weniger Kinder zurückgelassen? Hat sich etwas geändert, für die Kinder aus armen Familien, mit geringer Bildung, kaum Deutschkenntnissen? Werner Fiedler sagt: Nein, der lobenswerte Ansatz der Landesregierung wurde zum „Schaulaufen“.

Es fehlt politischer Wille

Werner Fiedler gab den Impuls zu dieser Recherche, es ist auch seine Geschichte. Gerade ist er Rentner geworden. Nach vierzig Jahren Sozialarbeit. Er zieht ein bitteres Fazit – trotz „kein Kind zurücklassen“. Viele Jugendämter seien überfordert und desorganisiert, die Ergebnisse der Arbeit mit abgehängten, schwierigen Kids desaströs.

Ich habe es nicht glauben können: Mehr als 40 Prozent aller Hilfsmaßnahmen werden ergebnislos abgebrochen. Bei Heimunterbringung und bei Pflegefamilien scheitern sogar mehr als 50 Prozent.

Fiedler sagt: Es fehlt nicht an Geld, nicht an Personal, aber es fehlt an politischem Willen in vielen Rathäusern. Und der Landesregierung in Düsseldorf fehle es an politischer Kraft in die Kommunen wirksam hinein zu regieren, in den Jugendämtern etwas zu verändern. Also würden die oft hochengagierten Fachkräfte ausgebremst, statt um die Interessen der Kinder gehe es um die von Bürgermeistern, Ortsvereinsfürsten oder Dezernenten.
https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2017/04/06/kind-im-brunnen-auftakt/
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 6403



« Antworten #1 am: 07. April 2017, 13:50:05 »

Zitat
Es fehlt politischer Wille

Das dürfte wohl bei 99,999% aller ersaufenden Kinder zutreffen, es ist ein vorsätzliches Versagen in allen sozialen Bereichen.
Gespeichert

Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
dagobert


Beiträge: 3947


« Antworten #2 am: 19. April 2017, 20:15:33 »

Zitat
Kind im Brunnen: Politik mit dem Rechenschieber
https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2017/04/10/politik-mit-dem-rechenschieber-kind-im-brunnen-nrw/
Zitat
Kind im Brunnen: Kommunikationsdesaster mit falschen Zahlen
https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2017/04/13/kind-im-brunnen-kommunikationsdesaster-mit-falschen-zahlen/
Zitat
Kind im Brunnen: Aufstieg und Fall der Sozialarbeit
https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2017/04/18/kind-im-brunnen-aufstieg-und-fall-der-sozialarbeit/
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