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Autor Thema: G20 in Hamburg  (Gelesen 22911 mal)
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Kuddel


Beiträge: 9866


« Antworten #150 am: 27. Juli 2017, 21:13:52 »

Sorry, wenn ich jetzt nochmal olle Kamellen ausgrabe...

Zitat
Diese Aussage halte ich für hoch bedenklich.
Jede Meinung die nicht der Deinen entspricht ist also hoch bedenklich? Das halte ich für hoch bedenklich! Angry

Ich war gleich faszieniert davon, daß dejavu nicht in den Chor Verurteiler der außer Rand und Band gelaufenen Aktionen eingestimmt, und stattdessen einen Vergleich mit den Riots in London empfohlen hat.  https://www.wildcat-www.de/aktuell/a090_GB_london.html

Diese Vielschichtigkeit an Interessen, die sich hier Ausdruck verschafft haben, war für mich ein Aufruf, die Eruption "sinnloser" Gewalt mit anderen Augen zu sehen. Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß man weder mit der marxistisch-leninistischen Brille, noch mit der libertären nur annähernd diese komplexe Situation erfassen kann.

Ich sehe ein ganz großes Schwierigkeit darin, daß die Linke ein Problem mit dem Pöbel hat.
Der Pöbel verhält sich nicht so, wie man möchte. Er hört nicht zu, er kämpft nicht so, wie ein Linker es sich wünscht.
Die Herrschende Klasse ist geschockt. Der Pöbel sieht die Bullen als Feind geht mehrheitlich gegen sie vor. Der Pöbel bedient sich einfach so an den Dingen, für die er sonst arbeiten muß.

Die Linken distanzieren sich von dem Pöbel. Die Linken verurteilen oder ignorieren ihn.
Nein, ich fand vieles, was da von Partyvolk, Gaffern und irgendwelchen sonst sich ins Getümmel werfenden Leuten kam, sicherlich nicht automatisch toll. Einiges war voll daneben.

Wir sollten uns aber klar darüber werden, daß wir als "Linke" immer eine Minderheit sind. Aufstände und Revolutionen werden von der Masse einfacher Leute gemacht, die sich nicht als links definieren wollen. Wenn es aber abgeht, sollten wir nicht fassungslos danebenstehen und alles nur doof finden und uns vor der (blinden?) Wut der einfachen Leute distanzieren. Wir sollten zumindest verstehen, was die Leute antreibt.

Es haben sich in die Riots auch Rechte gemischt. Das macht es noch lange nicht zu rechten Riots. Es haben wahrscheinlich auch Provokateure von staalticher Seite versucht, eine Rolle zu spielen. Und ganz sicher gab es polizeiliche Versuche zu schüren, zu provozieren, zu leiten und den Trouble auf bestimmte Gegenden zu beschränken. Aber trotz eines gewaltigen Personals und einer Hochrüstung müssen diese Strategien ja nicht aufgehen. Staatliche Einmischungen sind keineswegs das Ergebnis von Allmacht und Allwissen. Es geht da oft nach hinten los.

Wir sollten auch nicht zu hochmütig denen gegenüber sein, die ihren geplünderten Sekt an brennenden Barrikaden schlürfen und die Flaschen den Bullen entgegenwerfen. Sie mögen von linken Ideen bisher noch nicht viel gehört haben. Das ist vielleicht aber weniger deren schuld, sondern unsere, denn wir haben uns nie bemüht mit ihnen zu reden. Der Schlüssel zur politischen Entwicklung der Zukunft liegt in den Händen einfacher Leute, die sich anders kleiden als wir, die anders quatschen, aber auch mit dem Rücken zur Wand stehen. Mit unserer Arroganz dem Pöbel gegenüber, treiben wir viele in die Arme der Faschos, die sich gern volksnah geben und deren Aggro entspricht auch dem unterdrückten eigenen Lebensgefühl vieler einfacher Leute.

Ich hatte im Vorfeld so wenig über für die G20 Proteste. Daß ausgerechnet diese Proteste, die ich für eine typisch bekloppte linke Aktion gehalten hatte, nun tatsächlich die Verhältnisse zu Beben gebracht und Risse im Gefüge der Macht hinterlassen haben, hätte ich nie erwartet. Ich hatte mich schwer getäuscht.

"Laut Brossat wird die plebs zum Akteur einer Umstrukturierung des politischen Verständnisses. Sie katapultiert sich von einem Moment auf den anderen in den Mittelpunkt. Hinterher verschwindet sie wieder, wird ebenso »unsichtbar« wie zuvor. Die Akteure solcher spontaner Erhebungen sind diejenigen, die für gewöhnlich ausgeschlossen sind, der namenlose, politisch nicht repräsentierte Teil der Bevölkerung, der sich plötzlich ins Zentrum der Aufmerksamkeit schiebt. »Die Ungezählten«, wie der Philosoph Jacques Ranciere sie nennt." -Neues Deutschland-
"Augenzeugen des Riots in der Schanze berichten von einer berauschten Stimmung, als sei für wenige Stunden eine Commune ausgerufen worden." -Freitag-
"Die in ihr liegenden Potenziale der Veränderung und Zivilisierung gehören mit auf den Tisch. Und die Debatte muss neu zeigen, wie über sie hinausgegangen werden könnte. Die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft ist kein neutraler Ordnungsentwurf." -Neues Deutschland-
"Diese Projekte haben sich in den vergangenen Jahren immer stärker verknüpft.
In dieser Entwicklung deutet sich eine Entwicklung an, die an die Proteste von Seattle und Genua anknüpft, aber über sie hinausweist. Die Protest-bewegung, so diffus und heterogen sie auch sein mag, steht für eine Globalisierung von unten.
Die beiden Formen des Widerstands sind indes nicht scharf getrennt.Die Politik wird nun den Sicherheitsdiskurs verschärfen, damit sich solche Bilder nicht wiederholen. Doch Hamburg hat auch gezeigt: Selbst teuerste Wasserwerfer und Robocop-Hundertschaften können gegen eine fließend operierende Multitude nicht viel ausrichten." -Freitag-

Es muß ja nicht alles aus den obigen Zitaten zutreffend sein.
Aber vieles von dem, hätte kaum jemand vor den G20 Riots zu denken gewagt.
Da haben ein paar Steine, Feuer und Flaschen eine Menge ausgelöst...

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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #151 am: 27. Juli 2017, 23:18:22 »

Zitat
Wir sollten uns aber klar darüber werden, daß wir als "Linke" immer eine Minderheit sind.
Insbesondere dann, wenn wir den Leuten, die wir eigentlich erreichen wollen, die Autos und Häuser anstecken!

Ich bleibe dabei: Die Riots in der Schanze waren absolut dumm und unsinnig!
Das ganze mit London zu vergleichen halte ich für unrealistisch. Was das Ausmaß angeht, würde ich eher die Chaostage Hannover 1995 als Vergleich heranziehen wollen. Ebenso was die Zusammensetzung der Teilnehmer angeht,  soweit ich das einschätzen kann.
Hier handelte es sich keineswegs um den "Pöbel", wenn wir mit "Pöbel" mal Menschen bezeichnen wollen, die zu den Ausgegrenzten und Abgehängten gehören, keine oder kaum Schulbildung und keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben.
Hier handelte es sich eher (also zum größten Teil) um Menschen aus der Mittelschicht mit Berufsabschluss und einigermaßen gutem Einkommen, bzw. um die Kinder solcher Leute.
Die Menschen, die ganz weit unten auf der sozialen Leiter stehen, können sich in der Regel auch keine teuren Markenklamotten leisten. Und da kein Modeladen geplündert wurde, kann man davon ausgehen, das sich niemand neu eingekleidet hat. Wenn ich mir auf den Videos anschaue, wieviele Leute da aber mit scheißeteuren Markenklamotten unterwegs sind...
Aber das nur am Rande, weil es uns vom eigentlichen und viel wichtigeren Thema wegführt:

Zitat
Die zweite Form des Widerstands ist subtiler gewesen, fast schon bescheiden. In vielen Städten haben sich Aktivisten darangemacht, noch mal „ganz unten“ anzufangen. Anstatt den globalen Finanzkapitalismus als Monster anzuprangern, begannen sie neue Projekte. Sie entwarfen das Konzept einer solidarischen Stadt, wie etwa in Toronto und anderen nordamerikanischen Städten, die auch die Schwächsten einbezieht: die Papier- und die Wohnungslosen. Sie verräumlichen in europäischen Städten Konflikte – um eine Formulierung des Hamburger Künstlers und Aktivisten Christoph Schäfer heranzuziehen –, indem sie mit den Nachbarschaften um konkrete Orte kämpften. Dabei machen sie die Verwerfungen des globalen Kapitalismus überhaupt erst begreifbar und auf den eigenen Alltag beziehbar. Sie nahmen sich, vor allem in den europäischen Mittelmeerländern, die Plätze, um öffentliche und freie Asambleas abzuhalten. Die Botschaft: Ihr repräsentiert uns nicht, und wir können uns selbst organisieren. In südamerikanischen Städten wiederum ist der Anspruch auf Territorien der Solidarität und der Selbstbestimmung erhoben worden, in denen der korrupte Staat nichts zu suchen hat.

Genau das war (und ist) auch der Hamburger Ansatz!
Und in jener Freitag Nacht sind eben nicht nur ein paar Autos und Mülltonnen in Rauch aufgegangen, sondern beinahe auch dieses Projekt ein neues, anderes Hamburg von Unten aufzubauen!
Da wurde in einer einzigen Nacht viel Vertrauen zerstört und muss nun mühsam wieder aufgebaut werden. (Fraglich bleibt hierbei allerdings, ob das nicht eher an der medialen Inszenierung liegt und erst zweitrangig an den Riots).


Zitat
Der Pöbel verhält sich nicht so, wie man möchte. Er hört nicht zu, er kämpft nicht so, wie ein Linker es sich wünscht.
Ich weiß ja nicht was  "ein Linker" sich so wünscht. Kann mir vorstellen, das da die Meinungen ziemlich weit auseinander gehen. Abgesehen davon, das ich die Aussage "ein Linker" für eine unzulässige Verallgemeinerung halte.
Ich für meinen Teil wünsche mir als Linker nicht, das Häuser angezündet werden, in denen Menschen wohnen oder Feuer direkt an Gebäuden gelegt werden.

Zitat
Wir sollten auch nicht zu hochmütig denen gegenüber sein, die ihren geplünderten Sekt an brennenden Barrikaden schlürfen und die Flaschen den Bullen entgegenwerfen. Sie mögen von linken Ideen bisher noch nicht viel gehört haben. Das ist vielleicht aber weniger deren schuld, sondern unsere, denn wir haben uns nie bemüht mit ihnen zu reden.

Das sind genau die Leute, die hier im Forum nach zwei Postings hochkant rausfliegen würden! Grin




« Letzte Änderung: 27. Juli 2017, 23:20:11 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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« Antworten #152 am: 28. Juli 2017, 10:19:10 »



Zitat
Hier handelte es sich keineswegs um den "Pöbel", wenn wir mit "Pöbel" mal Menschen bezeichnen wollen, die zu den Ausgegrenzten und Abgehängten gehören, keine oder kaum Schulbildung und keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben.
Hier handelte es sich eher (also zum größten Teil) um Menschen aus der Mittelschicht mit Berufsabschluss und einigermaßen gutem Einkommen, bzw. um die Kinder solcher Leute.
Nur ganz kurz, weil ich grad wenig Zeit habe: Die Menschen aus der Mittelschicht sind die Abgehängten von morgen und ich denke sie spüren das auch, insbesondere die jüngeren. Das trifft vor allem auf die untere Mittelschicht zu, die teilweise schon heute als abgehängt bezeichnet werden kann und die sich  anderen Lebens und Arbeitsbedingungen ausgesetzt sieht als noch vor 15-20 Jahren.
London, Hamburg klar, da gibt es viele Unterschiede. Die Zusammensetzung der Rioter in England war übrigens nicht soo homogen. Überschneidungen in der Zusammensetzung gibt es sicher.
Zitat
In Bezug auf die sozialstrukturelle Zusammensetzung der Rioter legt die Studie nahe, „that
all kinds of people were involved: mixed age groups, all ethnicities, people in work, train
ing, education and the unemployed” (ebd.). Zwar ist es richtig, dass keine repräsentativen
quantitativen Daten darüber existieren, doch zeigen andere Untersuchungen (vgl. hierzu
vor allem Kapitel 3.1.4, 3.2.7 und 4.2) zumindest einen deutlichen Zusammenhang von
(multipler) Deprivation und Riotbeteiligung auf.
Ich arbeite aber noch daran.
Hannover 1995 Grin Grin:? An der Plünderung des Pennymarktes sollen damals vor allem Anwohner mitgewirkt haben, so steht es zu lesen...
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Kuddel


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« Antworten #153 am: 28. Juli 2017, 10:52:11 »

Mir sind diverse Widersprüche klar und ich hatte auch schon gesagt, daß ich vieles, was in den Riots passierte, nicht toll fand. Natürlich war einiges kontraproduktiv. Es sind aber auch in der Französischen Revolution oder der Spanischen Republik in anarchistischer Verwaltung viel Scheiße gelaufen. Ich finde es sinnvoll, das auch zu diskutieren, ohne gleich alles runterzumachen oder alles zu glorifizieren.

Die Beobachtungen des Chilenischen Gewerbetreibenden in der Schanze und dessen Überlegungen dazu, waren sehr differenziert und ich fand sie beeindruckend. Du hattest das Interview ja selbst verlinkt: http://daserste.ndr.de/panorama/Es-war-kein-vorbereiteter-Hinterhalt,panorama7904.html

Ich mache mir viel Gedanken dazu und denke ernsthaft, daß vielleicht unser größtes Problem ist, daß wir (als Linke) entweder die Klassenfrage ignorieren oder meinen, da sei alles klar. Da ist aber überhauptnichts klar. Da gibt es die oldschool Kommunisten, die sehen noch immer die Bergarbeiter und Stahlkocher als Herz des Proletariats. Im Gegensatz dazu meinte MizoNoOto am Beispiel Brasiliens, die im Callcenter malochenden Weißen und die erwerbslosen Akademiker seien alle "Mittelklasse", nur die Schwarzen seien "Unterschicht". Der Britische Autor Owen Jones hat sich in seinem Buch "Prolls" dieser Frage gewidmet und beobachtet, daß die Definition mehr und mehr eine gefühlte ist. Für das "Proletariat" und "Unterschicht" hält man immer die anderen, die, die dick und häßlich sind und sich nicht richtig artikulieren können. Egal wie prekär man selbst arbeiten und leben mag, man definiert sich lieber als als Mittelschicht, weil man ja mehr Wissen und mehr Stil besitzt, als dieser Unterschichtenabschaum. Und auch die Prekären selbst, sie haben ihre Abgrenzungen, für die sind diejenigen mit Festvertrag in einem Großbetrieb bereits "Mittelklasse" und Fluglotsen, Piloten und Ärzte schon längst "die da oben" und auf der Gegenseite.

Klar, ich hab den Begriff "Pöbel" benutzt. Aber warum sollten der Pöbel nicht auch Goldkettchen und Markenklamotten tragen? Gehört man nur zu Unterschichten, wenn man kaum zu Fressen hat und in Lumpen gehüllt rumläuft? Es erinnert mich an die Öffentliche Diskussion, daß es ja keine "echten" Flüchtlinge sind, die da zu uns kommen. Die haben ja alle Smartphones und tragen Markenklamotten. Denen geht es ja besser als uns.

Ja, es gibt unendlich viele Spaltungslinien zwischen "uns". Für die einen kann man nicht arm genug sein, für die anderen muß man einen Blaumann tragen und in einem produzierenden Großbetrieb arbeiten und in einer Gewerkschaft sein, für den nächsten muß man das richtige Bewußtsein zur Schau tragen, für die anderen das richtige Outfit.

Ich fand den Versuch von Occupy Wallstreet mit der Parole "wir sind 99%" sehr sympathisch, weil es der Versuch war, Leute wieder zusammenzubringen und diese Spaltungen zu überwinden. Daß es schon arg vereinfachend ist, ist schon klar.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, daß bei Riots und Aufständen die bewußt Linken in der der Minderheit sind. Wir können auch froh sein, daß die hirnlosen Aktionen einfach nur dumm und manchmal kontraproduktiv waren, sich aber nicht in eine gefährliche Richtung Bahn gebrochen haben (wie ein Anzünden migrantischer Läden oder Verpügeln von Ausländern), sondern daß man sich einig war, die Bullen als Feind zu sehen.

Ich muß an die Forconi ("Mistgabel") Proteste in Italien denken. Sie wurden gestartet auf Sizilien von Truckern und Erwerbslosen, unterstützt von Fischern und Weizenbauern. Das ganze entwickelte sich zu einem Flächenbrand, breitete sich über das ganze Land aus. Es entstand eine spontane Massenbewegung mit Arbeitsniederlegungen, Straßenprotesten, Bahnhofs- und Gleisbesetzungen und Autobahnblockaden. Selbst die Fiatwerke in Mailand konnten nicht weiterprodzieren. Das ganze hatte sich spontan und ohne großartiges Zutun von Gewerkschaften und linken Organisationen entwickelt. Gewerkschaften und Linke waren beleidigt, daß man sie auf ihrem ureigenen Terrain übergangen hat. Da in einzelnen Fällen sich auch die Mafia und Faschisten versuchten in die Proteste einzumischen, war man schnell darin, sich von den Protesten zu distanzieren. Das erkannte man danach als Riesenfehler. Ein Jahr später rollte eine weitere Welle der "Forconi" Proteste über das Land. Da schlossen sich die Linken auch an und verzichteten auf Distanzierungen. Die Proteste hatten da aber bereits eine unangenehme Färbung gekriegt. Massenhaft wurde die Nationalfahne geschwenkt. Faschisten traten sehr offen darin auf. Einheiten der Bullen verweigerten den Dienst und schlossen sich den Protesten an, weil sie wohl den Eindruck hatten, es sei eine faschistische Erhebung und da wollten sie mit bei sein. (Es gab natürlich auch tolle Momente in dieser Bewegung, aber es war sehr chaotisch und einiges war viel schlimmer, als das, was wir in HH erleben mußten.)

Wir müssen uns klarmachen, daß solche Bewegungen auch nach hinten losgehen können. Deshalb finde ich die Diskussion hier so sinnvoll, denn wir sollten uns fragen, wie wir den uns manchmal fremden Mob oder Pöbel erreichen können und wie wir einen gewissen Einfluß nehmen können darauf, wohin sich die Wur entlädt. Ich meine, man muß sich mit diesen Leuten und Szenen irgendwie auseinandersetzen. Man muß versuchen zu verstehen, was sie treibt und man muß versuchen mit ihnen zu reden, nicht erst dann, wenn es kracht.
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Kuddel


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« Antworten #154 am: 28. Juli 2017, 11:15:03 »

Hannover 1995 Grin Grin:? An der Plünderung des Pennymarktes sollen damals vor allem Anwohner mitgewirkt haben, so steht es zu lesen...

Haha. Da fällt mir auch eine entsprechende Geschichte ein. Noch etwas älter, aus den 80ern im Szeneviertel in Bremen.
Dort kam es stets zu Silverster zu Scharmützeln mit der Polizei. Auf die dafür traditionell genutzte Kreuzung wurden dann meist 1-2 Wasserwerfer aufgebaut. Die linksradikale Szene versuchte Jahr für Jahr dies ritualilisierte Volksfest mit Straßendusche zu politisieren und in eine Richtung zu bringen. Es klappte nie. Das einfache Volk war zu blöd dazu. Da sind die Autonomen dann geschlossen nach Dänemark gefahren, um in gemieteten Strandhäuschen den Jahrenswechel zu feiern. Und sie haben das Spektakel in Bremen verpaßt. Dort hat das einfache Volk den Supermarkt geplündert. Da waren auch die Muttis und Omis mit bei, denn so günstig lassen sich selten Kühlschrank und Speisekammer wieder auffüllen...
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Rudolf Rocker
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« Antworten #155 am: 28. Juli 2017, 18:26:33 »

Zitat
Wir müssen uns klarmachen, daß solche Bewegungen auch nach hinten losgehen können. Deshalb finde ich die Diskussion hier so sinnvoll, denn wir sollten uns fragen, wie wir den uns manchmal fremden Mob oder Pöbel erreichen können und wie wir einen gewissen Einfluß nehmen können darauf, wohin sich die Wur entlädt. Ich meine, man muß sich mit diesen Leuten und Szenen irgendwie auseinandersetzen. Man muß versuchen zu verstehen, was sie treibt und man muß versuchen mit ihnen zu reden, nicht erst dann, wenn es kracht.
Genau diesen Punkt der Debatte finde ich deutlich wichtiger als die Frage wieviele Leute welcher Sozialisation welchen Schaden angerichtet haben. Was passiert eigentlich wenn die "herrschende Ordnung" zusammenbricht?
Wenn ich mir die "Failed States" dieser Welt so ansehe, sehe ich da wenig Anlass zur Freude. In Libyen, Syrien, Afghanistan und  Irak herrschen Warlords und radikale Islamisten (einzige erfreuliche Ausnahme Rojava) in Kolumbien und Mexiko Drogenkartelle und organisierte Krminelle (einzige erfreuliche Ausnahme einige Regionen in Chiapas).
Die Frage die sich stellt ist: Warum ist das so? Was muss passieren damit das nicht so ist?
« Letzte Änderung: 28. Juli 2017, 18:28:54 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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Kuddel


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« Antworten #156 am: 29. Juli 2017, 13:33:36 »

... die Frage wieviele Leute welcher Sozialisation welchen Schaden angerichtet haben.

Ich denke, diese Frage hat hier niemand gestellt.
Aber vieles entwickelt sich anders als wir vermuten und auch anders, als wir es uns wünschen mögen.
Ich halte es für wichtig, sich damit zu beschäftigen und zu versuchen, es zu begreifen.

Mir geht es ähnlich wie dir. Auch mir sind durchdachte Zukunftsperpektiven und Stragien lieber, als spontane Expolosionen der Wut, die wenig Zielrichtung zu zeigen scheinen.

Aber solche Dinge
Zitat
In vielen Städten haben sich Aktivisten darangemacht, noch mal „ganz unten“ anzufangen. Anstatt den globalen Finanzkapitalismus als Monster anzuprangern, begannen sie neue Projekte. Sie entwarfen das Konzept einer solidarischen Stadt, wie etwa in Toronto und anderen nordamerikanischen Städten, die auch die Schwächsten einbezieht: die Papier- und die Wohnungslosen.
hätten kaum Gewicht und würden so gut wie keine Beachtung finden, hätte es nicht die Riots gegeben.

Noch etwas ist neu. Es ist die Welle der Distanzierungen ausgeblieben.
Beim G8 Gipfel 2007 in Heiligendamm war es noch anders: Demoanmelder Monty Schädel distanzierte sich sofort:
Zitat
Monty Schädel setzt im ZDF-Interview die gestrigen Krawalle mit dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen 1992 gleich!
Hier der Wortlaut der ensprechenden Passage des Schädel-Interviews:

"Daß wir jetzt diese Bilder, die wir gerade auch als Rostocker Bündnis vermeiden wollten, die Wiederholung von solchen Bildern die wir 1992 schon in Rostock bei dem Überfall auf das Asylbewerberheim hatten wieder hier aus Rostock haben, das ist ein großer Mißerfolg, das ist das was wir nicht wollten, was von uns nicht vorbereitet worden ist, was wir auf keinen Fall gutheißen."
https://de.indymedia.org/2007/06/180494.shtml

Wir haben es mit einer neuen Situation zu tun. Die ZEIT zeigte sich auch fassungslos: "Die Jugend"(?) sei eigentlich gegen Gewalt. Ein überaschend großer Teil zeigte aber Verständnis für die Ausschreitungen in Hamburg.

Immerhin sehe ich hier Entwicklungen voller Chancen und Möglichkeiten. Die vorangegangenen Beobachtungen waren eher deprimierend. Pegida und Co. konnten in das politische Vakuum unter den Unzufriedenen vorstoßen und sich zu ihrer Stimme aufspielen.

Die Mehrheit der Bevölkerung wird irgendwann an einem Punkt stehen mit dem Gefühl, daß es so nicht weitergeht. Dann ist es die Frage, ob sie nach links oder rechts schwenkt. Wir müssen uns mit diesen Leuten auseinandersetzen. Wir müssen uns unter Leute mischen, die nicht zu unserem normalen Umgang gehören. Wir müssen ihnen zuhören und uns mit ihnen streiten. Und wir müssen ihnen Angebote machen für die Probleme, die sie direkt betreffen. Sie werden entscheiden, ob die Problemlösungen von links oder von rechts ihnen attraktiver erscheinen.
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shitux


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« Antworten #157 am: 29. Juli 2017, 16:13:25 »

Kurzzeitig gab es nach dem Gipfel ja so einige Vermutungen dass es viele Leute aus den wohlhabenderen Stadtvierteln beim mitmischen gab.

http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/G20-Krawallen-Verdaechtige-nicht-nur-Autonome-,gipfeltreffen616.html
Zitat
Auch Menschen mit bürgerlichem Hintergrund
Laut Steffen gibt es auch eine dritte Gruppe: Menschen mit hohem Bildungsniveau, bürgerlichem Hintergrund und festen Arbeitsverhältnissen. Es handele sich um Menschen im Alter von Anfang bis Mitte 20, die keine klare Grenze zwischen Demonstration und Gewalttätigkeiten zögen, so Steffen.


Klare Forderung: Nienstedten und Blankenese räumen und dichtmachen!
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« Antworten #158 am: 31. Juli 2017, 10:29:37 »

Zitat
Ideologie der »Namenlosen«
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1058972.ideologie-der-namenlosen.html
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dejavu


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« Antworten #159 am: 31. Juli 2017, 12:03:46 »

Aus einem der Kommentare:

Zitat
Klopft dem noch ein Regierungsrat
 auf die Schulter: »Na, mein Lieber … «,
 dann vergißt er das ganze Proletariat –
 das ist das schlimmste Kaliber.
 Kein Gutsbesitzer ist so gemein
 wie der aus den eignen Reihn.
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Kuddel


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« Antworten #160 am: 31. Juli 2017, 13:24:10 »

Ich denke, dieses Thema wird nicht so schnell durch sein.
Es geht kaum anders, als die Ereignisse in ihrer Widersrprüchlickeit auch kontrovers zu diskutieren.

Mir gefiel in obigen ND Artikel folgender Abschnitt:
Zitat
Es ist falsch, wenn die Linke in Deutschland die Aktionen der militanten Linksautonomen zu entpolitisieren sucht und aus dem Orbit der Linken exkommunizieren will, sie vor allem als Kriminelle und Raufbolde darstellt. Dies ist weder glaubwürdig noch angemessen. Man muss diese Aktivistinnen und Aktivisten ernst nehmen - politisch wie ideologisch, strategisch wie taktisch.

Ich denke, es muß noch mehr Zeit ins Land gehen, bis man weiteres diskutieren kann.
Ich habe mich jedenfalls über einen Teil der Mobilsierung im Vorfeld geärgert und bin der Meinung, daß es noch ein gewaltiges politisches Vakuum gibt, denn die alleinige Störung einer Politikershow und die Vorbereitung auf auf militante Auseinandersetzungen, sind noch keine Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen System.

Aber um das zu diskutieren, hat sich der Rauch über Hamburg noch nicht lang genug verzogen.
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Kuddel


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« Antworten #161 am: 31. Juli 2017, 14:24:50 »

Ich halte Rückblicke für hilfreich zum Einordnen aktueller Ereignisse.

Der Blick auf die Riots in Groß Britannien ist lesenswert:
https://www.wildcat-www.de/dossiers/ukriots/Zehn-Tage-die-England-veraenderten_1986.pdf

Ist unterhaltsam geschrieben und so lesen sich die 177 Seiten schnell weg.
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dejavu


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« Antworten #162 am: 31. Juli 2017, 14:47:02 »

Zitat
Mir gefiel in obigen ND Artikel folgender Abschnitt:
Mir gefiel der Ganze Artikel nicht. Hier kocht ein FDS-Mitglied sein politisches Süppchen, das riecht man.
In Kürze, im Bento-Stil, sagt der Artikel doch folgendes:

Schritt 1: Ok, der Krawall war politisch
Schritt 2: Der Krawall wurde organisiert und ausgeführt von bösen, abstrus denkenden Krawall-Linken.
Schritt 3: Diese bösen, abstrus denkenden Krawall-Linken gehören irgendwie zu uns.
Schritt 4: Wir Gutlinken müssen uns jetzt ganz doll schämen und einen Weg finden mit den bösen, abstrus denkenden Krawall-Linken umzugehen.

Die Sache krankt eben bloß an zwei Punkten.
Zum einen findet in Schritt  2. eine Entdifferenzierung statt, die meiner Meinung nach nicht statthaft ist, zum Anderen sind FDS-Mitglieder so weit rechts im linken Spektrum verortet, das sie im Grunde genommen auch in die SPD passen könnten, einige vielleicht gar in die CDU.

« Letzte Änderung: 31. Juli 2017, 14:58:12 von dejavu » Gespeichert

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« Antworten #163 am: 31. Juli 2017, 15:03:17 »

Naja, Philosoph und IM der Stasi! Was willste da erwarten  Roll Eyes
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« Antworten #164 am: 31. Juli 2017, 18:33:30 »

Nur um ihn noch besser einzuordnen:
Zitat
Im vergangenen Herbst hat sich unser Parteizirkel „Rote Runde“ in Eisenhüttenstadt mit der Transformationstheorie auseinandergesetzt. Dazu gab eine Genossin den Hauptinhalt des Buches „Das Morgen tanzt im Heute“ von Prof. Dr. Dieter Klein wieder. Ich hatte den Auftrag, einen Gegenstandpunkt darzulegen.

Prof. Kleins Transformationstheorie halte ich für einen gefährlichen Irrweg. Sie hat schon in den zurückliegenden Jahren erheblichen Schaden angerichtet. Die Politik der Regierungsbeteiligungen, die vor allem auf den von ihm und den Brüdern André und Michael Brie entworfenen theoretischen Auffassungen beruht, hat die Parteien all jener Länder, in denen sie praktiziert wurde, zurückgeworfen und errungene Positionen zunichte gemacht.Im folgenden konzentriere ich mich auf Prof. Kleins Thesen zur Konzeption der doppelten Transformation und zur Rolle des Staates, der angeblich kein Machtinstrument der herrschenden Klasse mehr sein soll.

Kein vernünftiger Genosse der Partei Die Linke wird in Abrede stellen, daß man sich für Reformen im Interesse der Bürger einsetzen muß. Dennoch dichtet man den Marxisten innerhalb der Partei seitens des Forums demokratischer Sozialismus (FdS) Reformfeindlichkeit an. Partiell hat die Partei mit ihren Reforminitiativen ja auch Fortschritte erreicht. Doch in den wirklich bedeutenden gesellschaftlichen Fragen konnte kein Durchbruch erzielt werden.

Das ist von hier
Ob man die Brüder Brie als Grundlagentheoretiker des FDS bezeichnen kann, weiß ich nicht so genau.
« Letzte Änderung: 31. Juli 2017, 18:45:58 von dejavu » Gespeichert

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« Antworten #165 am: 31. Juli 2017, 19:12:20 »

Das FDS gehört zum reformistischen Flügel der Linkspartei, oder? (Also sowas wie der "Seeheimer Kreis" bei der SPD)
Das Anhänger autoritärer Staatsformen (hat als IM bestimmt ein gutes Auskommen in der DDR gehabt) ein Problem mit autonomen Strukturen haben ist ja nichts neues!

Im übrigen waren bei den Riots gar keine Linken dabei! Sagt jedefalls die MOPO! Grin Grin
Zitat
G20-Krawalle Bürgerliche Randalierer
http://www.mopo.de/hamburg/g20/g20-krawalle-buergerliche-randalierer-28084632?dmcid=sm_fb
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« Antworten #166 am: 31. Juli 2017, 21:09:56 »

Zitat
Das FDS gehört zum reformistischen Flügel der Linkspartei, oder? (Also sowas wie der "Seeheimer Kreis" bei der SPD)
Genau, so ist es.
Zitat
Das Anhänger autoritärer Staatsformen (hat als IM bestimmt ein gutes Auskommen in der DDR gehabt) ein Problem mit autonomen Strukturen haben ist ja nichts neues!
Ja, dafür gibt es eben auch in der Linken Beispiele.

Kleine Ergänzung: FDS und Seeheimer sind halt die jeweils rechten Flügel. Ob man die Seheimer noch als reformistisch bezeichnen kann? Fakt ist: sowohl FDS als  auch Seeheimer bezeichnen sich gerne als "pragmatisch", was, wie ich ja schon irgendwo schreib, für: "ich mache jeden Scheiß mit" steht.
« Letzte Änderung: 31. Juli 2017, 21:36:15 von dejavu » Gespeichert

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« Antworten #167 am: 01. August 2017, 17:25:47 »

Zitat
Zehn-Tage-die-England-veraenderten
Interessantes Buch! Liest sich gut. An einigen Stellen hab ich echt gelacht... An einigen Stellen les' ich mich denken. evil evil evil
Bin aber noch nicht ganz durch.
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« Antworten #168 am: 02. August 2017, 19:35:26 »

Zitat
Rechtswidriger Einsatz
Nach dem G-20-Gipfel werden immer neue Details zum Vorgehen der Polizei bekannt
https://www.jungewelt.de/artikel/315488.rechtswidriger-einsatz.html
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« Antworten #169 am: 12. August 2017, 22:24:13 »

99 Posse zu G20: "Jeder definiert Gewalt anders"
Video finde ich ganz gelungen.  evil
« Letzte Änderung: 12. August 2017, 22:27:00 von dejavu » Gespeichert

Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #170 am: 16. August 2017, 12:18:01 »

Interview mit Thomas Wüppesahl zum Polizeieinsatz bei G20
http://ficko-magazin.de/interview-mit-thomas-wueppesahl-zum-polizeieinsatz-bei-g20/
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Onkel Tom


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« Antworten #171 am: 22. August 2017, 18:03:05 »

Interesannt, wie Wüppesahl sich zu dem G20 äußert..

Zu ähnlichen Inhalten sind die Nachbearbeitungssitzungen auch gekommen.

Zu dumm gelaufen, das die Hamburger Bürgerschaft mit ihern "Sonderausschuss"
dem verlangen nach einem Untersuchungsausschuss wohlmöglich zuvor gekommen
ist und nun der Glaube des Außenstehenden "Es gab keine Polizeigewalt" infiltriert wurde.

Ich glaube nicht mehr daran, das durch ein Untersuchungsausschuss die Sachlage
geklärt wird, zumal es dem Wahlk(r)ampf deutlich im Wege stehen würde..

Was nicht seien kann, was nicht seien darf..  kotz *würgh* AAAAAh

Wenigstens einer, der auch im Bereich Polizeiarbeit kompetent ist, rückt Wahrheiten
raus, die viele Demonstrannten zum G20 erleben mussten und den Tatsachen
entsprechen.

 Wink
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Lass Dich nicht verhartzen !
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #172 am: 23. August 2017, 09:03:33 »

Huch, was ist denn mit dem NDR los? Da bin ich ja mal positiv überrascht!

Zitat
G20: Macht man die Falschen zum Sündenbock?
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/G20-Macht-man-die-Falschen-zum-Suendenbock,gzwanzig280.html

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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Sunlight


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« Antworten #173 am: 23. August 2017, 11:34:25 »

Da habe ich gestern auch gestaunt, hatte mir die Sendung angesehen.
Die Mutter des 18-jährigen Italiener Fabio V. kämpft um die Freilassung
ihres Sohnes. Video auf Youtube weiter verfügbar:

https://www.youtube.com/watch?v=V6tu2y79lns

Seit 2 Wochen darf die Mutter ihren Sohn nicht mehr besuchen, weil sie wohl
dafür bestraft werden soll, dass sie an die Öffentlichkeit gegangen ist.
Leben wir noch in einem Rechtsstaat, oder ist der abhanden gekommen?  kotz *würgh* AAAAAh
Das Video der Polizei rechtfertigt tatsächlich eine weitere Inhaftierung nicht.



« Letzte Änderung: 23. August 2017, 11:59:11 von Sunlight » Gespeichert

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Schluepferstuermer


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« Antworten #174 am: 26. August 2017, 16:16:15 »

Was keiner bei dem Ganzen im Blick hat, ist der Umstand, dass bei den Reichen und Mächtigen von der Polzei in Massen geschützt wurden.
Die "normalen" Bürger sind 2.rangig.

Der Klassenunterschied:

1. Reiche und Mächtige
2. "Deutsche" Bürger (Arbeiter, Rentner)
3. Migranten und Alos

5. Flüchtlinge

Das will aber die selbsternannte Elite-klasse nicht sagen.
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lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
----

Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!
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