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Autor Thema: Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht  (Gelesen 12867 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11365


« Antworten #25 am: 20. Januar 2018, 11:54:15 »

Ich verstehe dieses Gejaule nicht.
Es läuft eine vervorragende Kampagne von LabourNet und Däubler.
Viele andere Kampagnen sind notwendig. Die müssen angegangen werden.

Was soll das, zu argumentieren, es haben sich nur ein paarhundert Leiharbeiter bei Däubler gemeldet und eine Million Leihsklaven hat es nicht?

Es ist einfach eine Tatsache, daß an allen Fronten die Mehrheit stumpf duldend und passiv ist.
In der Wirtschaft sind es nur kleine Zirkel, die etwas diskutieren und entscheiden, in der Politik ist es nicht anders und in den Gewerkschaften ebensowenig. Bei denen kommen noch diejenigen hinzu, die für ihren Job in Politik und Wirtschaft bezahlt werden und dort eine Karriere anstreben. Alles eine hochgezüchtete Blase, bejubelt von den Medien.

So etwas haben wir nicht anzubieten.

Wir können im Moment nicht viel mehr, als laut und klar die Wahrheit aussprechen, klarstellen, wer hier wen verarscht und daß es so nicht sein muß.
Wir können zur Zeit nur eine kleine Minderheit mit Rückrat mobilisieren und wir können mit einer Politik der Nadelstiche vorgehen. Ich sehe uns da auf einem guten Weg.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #26 am: 20. Januar 2018, 12:09:08 »

Zitat
Was soll das, zu argumentieren, es haben sich nur ein paarhundert Leiharbeiter bei Däubler gemeldet und eine Million Leihsklaven hat es nicht?
Hast Du den Link von Fritz überhaupt gelesen? Von den "paarhundert" waren grade mal ein Dutzend bereit, überhaupt zu Klagen.

Wofgang Däubler schreibt selbst:
Zitat
Eine kleine persönliche Zwischenbemerkung sei erlaubt. Wenn ich an den Informatiker und
die Anwältin denke, kann ich
 mir nicht erklären, weshalb wir eigentlich keinen Kaiser mehr
haben. War es denn nicht in höchstem Maße riskant, als
 Philipp Scheidemann vom Balkon
des Reichstags aus die Republik ausrief? Das war
 doch glatter Hochverrat, für den sogar noch
die Todesstrafe verhängt werden konnte. Und bestand denn nicht auch die
Gefahr, dass ein
Kaisertreuer mit dem Ausruf: „Für Gott und Vaterland“ von seiner Schusswaffe Gebrauch
machen würde? Nicht ein Prozent solcher Risiken würden die fraglichen Personen eingehen –
so ist die „Arbeiterbewegung“ (der sich zumindest die Anwältin verbunden fühlt)  auf den
Hund gekommen.

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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Onkel Tom


Beiträge: 3610



« Antworten #27 am: 20. Januar 2018, 12:42:11 »

...
Von den "paarhundert" waren grade mal ein Dutzend bereit, überhaupt zu Klagen.
...

Danke Rudolf, genau darüber bin ich entsetzt. Von den rund 2 Dutzend Leiharbeitern, denen
Unterstützung zugesichert wurde, bleiben gerade mal 2 über, die klagen wollen, wo jedoch
einer Rechtsbeistand von der Gewerkschaft bekommt und ich genau so wie Däubler befürchte,
die Durchsetzung von Equal Pay nicht unterstützt oder fördert.
Ich vermute, das Däublers mühevolle Arbeit nun von einer klagenden Person abhängig ist.

Das bei Erwerbslosen anhand von Sanktionsgefahren die Muffe auf und zu geht, muss ich
leider teilweise aktzeptieren und berücksichtigen. Das jedoch Leihkräfte sich schon um die
Ecke herum den gleichen Stiefel anziehen und deswegen um ihr zu Recht erarbeiteter
Nachzahlungen lieber verzichten, statt drum zu kämpfen, verstehe ich nicht !

Bin darüber entsetzt und hoffe, das Däubler das Boot doch noch in sicheres und erfolgreiches
Gewässer bekommt..

 Roll Eyes
« Letzte Änderung: 20. Januar 2018, 12:44:28 von Onkel Tom » Gespeichert

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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #28 am: 20. Januar 2018, 12:48:37 »

Und genau darum geht es mir ja und nicht darum die Kampagne von LabourNet und Däubler zu diskreditieren!
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Onkel Tom


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« Antworten #29 am: 20. Januar 2018, 13:30:00 »

Geht mir genau so.. Projekte und Aktionen gegen Leiarbeit finde ich auch gut und
angebracht. Gleicher Einstellung habe ich auch gegen das H4-System..

Doch was musste ich als aktiver für Erfahrungen sammeln ? Anfänglich war es nicht
schwer, mit Mitstreiter_innen gegen "seltsame Blüten" der Erwerbslosenindustrie
zu akkern.. Kaum hatte sich die damalige "ARGE" ins H4-System eingearbeitet,
wurde es nach und nach immer schwieriger, Mitstreiter zu gewinnen und
Mobillisierungen wie z.B. gegen ZAF-Jobmessen wurden zu einer Herausforderung..

Um meinen Bestrebungen nicht komplett als "allein gelassener Looser" zu erliegen,
musste ich darüber viel nachdenken, wohlmöglich als Einzelkämpfer meinen
Vorstellungen näher zu kommen.

Mit dem Gefühl von "Leidensgenossen" verlassen zu sein, gabs noch die Option,
mich in die Erwerbslosenindustrie zu begeben und "konspirativ" Dinge zu sammeln,
mit der man den Erwerbslosenindustriellen an die Wäsche gehen könnte.

Ein Wallraff halte ich nicht für notwendig, aber glaube, das jemand erforderlich
ist, der genau so in die Leiharbeit geht, sammelt, recherchiert und dokumentiert.
Ein "Live-Einsatz", dann schauen, was geht und zur Krönung auf den stabillisierten
Weg im Kampf um Equal Pay zu gehen.

Bei meinem 1. Ein Euro Job musste ich ein ganzes Jahr "schnüffeln". Beim 2.
nur noch 3 Monate und beim 3. wurde geschleust..
Es ist mühevoll und mit Vorsicht zu wuppen. Erst nach ca. 2 Jahren kam der
Lohn, in dem 2 Träger hops gegangen sind und der 3. sich aus diesem Sektor
zurückziehen musste.

Meine Befürchtung ist halt, das es um Leiharbeit genau so ausarten könnte.

Also liebe Leiharbeiter_innen.. Bitte nicht nur passiv mekkern, sondern auch
Projekte unterstützen, die dein wirtschaftliches Leid lindern oder besser noch
vom Pelz schaffen, sprich Equal Pay durchsetzen.

 Wink
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Kuddel


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« Antworten #30 am: 20. Januar 2018, 13:47:38 »

@ Rudi: Das weiß ich.

Für mich ist die Initiative von LabourNet/Däubler nicht wirklich entscheidend.
Und so lange einer klagt, ist sie nicht gescheitert. Daß Gerichte so oder so entscheiden können, sollte auch klar und kein Grund zum Flennen sein, wenn die Richter sich für die Interessen der Wirtschaft entscheiden.

Wenn Leiharbeiter mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung als Kampfform nichts anfangen können, sollten wir das zur Kenntnis nehmen, nicht aber so interpretieren, als seien sie unfähig zu kämpfen.

Ich habe Interesse daran herauszufinden, wo denn Konfliktlinien liegen, an denen sich Kämpfe entzünden können.
Wir sollten nicht erwarten, daß man uns dafür einen roten Teppeich auslegt. Wir können so etwas auch nicht einfach ausdiskutieren, solche Ideen müssen als Versuche in der Praxis ausprobiert werden. Und so maches wird nicht so funktionieren, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir sollten auf Niederlagen und Rückschläge vorbereitet sein, wenn wir weiterkommen wollen.

Ich habe kein Interesse daran, hier zu diskutieren, warum alles sinnlos ist. Um dafür Bestätigung zu finden, bräuchte ich mir nur eine Bildzeitung oder den Spiegel zu kaufen. Ich bin in diesem Forum unterwegs, weil ich nach Möglichkeiten und Ansätzen suche, trotz der zugebenerweise widrigen Umstände.

@ Onkle Tom: Ich bin gegen Equal Pay! Der ganze Sektor prekärer Arbeit mit Leiharbeit, Werkvertägen, Subunternehmen und Co. muß angegriffen werden. Equal Pay schafft zwar etwas bessere Bedingungen, zementiert aber die Spaltungen der Belegschaft. 

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Fritz Linow


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« Antworten #31 am: 20. Januar 2018, 14:09:52 »

(...)
 Equal Pay schafft zwar etwas bessere Bedingungen, zementiert aber die Spaltungen der Belegschaft. 

Nö, Equal Pay würde vor allem ein wichtiger Baustein dafür sein, dass Leiharbeit an Attraktivität verliert und dadurch die Spaltung der Belegschaft verringert wird. Es ist ja nicht so, dass bei Equal Pay auf einmal alles gut wäre, sondern dass der Widerstand (hoffentlich) nicht mehr ganz so schwierig ist.
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Onkel Tom


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« Antworten #32 am: 20. Januar 2018, 14:18:01 »

Yupp, Leiharbeit sollte für Leihbutzen und Entleiher so unattraktiv werden, das sich
das nicht mehr lohnt.. Anbei sitzt noch der Dorn Werksverträge im Auge..

Stück für Stück, ran zum Glück.  Wink
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Kuddel


Beiträge: 11365


« Antworten #33 am: 20. Januar 2018, 14:19:11 »

Sicherherlich würden die Sklavenbuden aufheulen und einige würden auch über die Klinge springen...
Das wären in meinen Augen weiterhin viel zu kleine Brötchen.

Denn in Frankreich kriegen Leiharbeiter nicht Equal Pay, sondern 10% mehr.
Also bitteschön, warum so bescheiden!?!
Und trotz Equal Pay ist die Leihsklaverei für die französiche Wirtschaft attraktiv, denn sie sorgt weiterhin für die so lukrative Flexibilität und Spaltung der Belegschaften.

Trotz 110% Lohn für Leiharbeiter werden bei Großdemos in Frankreich den Sklavenhändlern noch immer die Scheiben eingeworfen.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #34 am: 20. Januar 2018, 15:37:45 »

Es ist ja nicht nur die Bezahlung, sondern auch der Umstand das man bei Leihklitschen von vorne bis hinten beschissen wird!
Die Versprechen einem das blaue von Himmel in Punkto Verdienst und Arbeitsbedingungen. Sobald der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde, wollen die davon aber nichts mehr wissen.
Sie bescheissen dich mit den Zeitkonten und Aufgrund des unsicheren Arbeitsverhältnisses kann man nichts planen, was über einen Zeitrahmen von drei Monaten hinaus geht.
Darüber hinaus zwingen sie Menschen, in Betrieben zu arbeiten, in denen kein normaler Arbeitgeber mehr arbeiten möchte.
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Fritz Linow


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« Antworten #35 am: 20. Januar 2018, 15:57:10 »

Zitat
Das wären in meinen Augen weiterhin viel zu kleine Brötchen.

Es geht hier ja erstmal nur um einen vorgeschlagenen Klageweg, damit die Tarifverträge ungültig werden und dann Equal Pay gelten würde. Dafür, was man sich sonst so wünscht oder machen kann, gibt es hier ja genug Beispiele.

In Frankreich gibt es wohl fast genauso viele Leihsklaven wie hier, zwar mit den +10% (wie lange noch?), und Leiharbeit wird ebenso als Puffer benutzt. Und wenn sich Entleiher diese +10% "gönnen", dann kalkulieren sie mit einem Arbeitsheer, das weniger aufmuckt. Das ist es ihnen wert. Also eigentlich genauso wie hier, bloß mit dem Unterschied, dass hier die Entleiher nicht einen Pfennig dazu zahlen müssen und sogar noch neben der Spaltung direkte Kosten einsparen. Gleiche Bezahlung wäre eine Minimalforderung und es ist ein Unding, dass das mit Hilfe der Gewerkschaften verhindert wird. Das sind natürlich alles kleine Brötchen, die man da so backt, aber das dicke, fette und steinharte Baguette gibt es hier halt noch nicht. Und selbst diese kleinen Brötchen sollte man nicht wegwerfen.

Unabhängig von den Erfolgsaussichten für eine Klage auf Equal Pay sehe ich eher ein Problem darin, dass man sich generell viel zu sehr auf diese Rechtsschiene verlässt.
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Kuddel


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« Antworten #36 am: 20. Januar 2018, 16:16:36 »

Ich will und kann meinen Vorrednern nicht widersprechen.
Es gibt noch viel mehr Gründe, als die oben genannten, warum Leiharbeit scheiße ist.
Das sich Verlassen auf die Rechtsschiene halte ich auch für ein Problem.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #37 am: 20. Januar 2018, 16:43:22 »

Zitat
Das sich Verlassen auf die Rechtsschiene halte ich auch für ein Problem.
Das Ding ist ja: Da klagt sich dann jemand jahrelang durch die Instanzen und bekommt am Ende vielleicht sogar recht und dann ändern sie einfach mal das Gesetz ein bißchen und schon ist alles wieder hinfällig!
Siehe SGB II!
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dagobert


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« Antworten #38 am: 21. Januar 2018, 01:44:20 »

Das jedoch Leihkräfte sich schon um die
Ecke herum den gleichen Stiefel anziehen und deswegen um ihr zu Recht erarbeiteter
Nachzahlungen lieber verzichten, statt drum zu kämpfen, verstehe ich nicht !
Dann geb ich dir mal einen kleinen Denkanstoss:
Was wäre wenn der klagende LAN zum Zeitpunkt der Nachzahlung gerade Jobcenter-Kunde ist? Stichwort Zuflussprinzip.

Rein finanziell wird sich eine solche Klage nur für die wenigsten lohnen, und um der Sache an sich nehmen nur die allerwenigsten diese Mühe und in den höheren Instanzen auch das Kostenrisiko auf sich.
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Onkel Tom


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« Antworten #39 am: 23. Januar 2018, 13:50:20 »

Jo, bei erfolgreicher Klage und Nachzahlung würde das JC anhand des
Zuflussprinzip anrechnen. Der Kläger müsste also eher darauf motiviert
sein, aus Gewissensgründen zu klagen..

Anbei enstehen ja auch Kosten, die vom JC berücksichtigt werden müssten,
aber das steht ja auf einem anderen Blatt.

Das LAN aus Gründen von möglicher Repressionen "still und ruhig bleibt",
finde ich als unnötig. Im Streitfall darf das JC weder Einfluss nehmen, noch
z.B. sanktionieren, weil ZAF den LAN entlassen hat.

Anders wäre es dann "Rechtsbeugung".  Wink
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Kuddel


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« Antworten #40 am: 23. Januar 2018, 18:56:59 »

Ein erster Klagetermin auf Equal Pay am 24. Januar 2018 in Gießen gegen Randstad

Die Klage auf Gleichbehandlung mit Stammarbeitskräften (Equal Pay) gegen den großen Verleiher Randstad wird am Mittwoch, den 24.1. ab 9:00 Uhr vor dem Arbeitsgericht Gießen (35392 Gießen, Aulweg 45) verhandelt. Kollege S. freut sich auf Unterstützung
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rebelflori


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« Antworten #41 am: 23. Januar 2018, 20:28:38 »

Rein finanziell wird sich eine solche Klage nur für die wenigsten lohnen, und um der Sache an sich nehmen nur die allerwenigsten diese Mühe und in den höheren Instanzen auch das Kostenrisiko auf sich.
Das würde ich nicht sagen, ab einer gewiissen Instanz sind auch außergerichtliche Schlichtungen interessant. Beispiel mache setzten sich schon für 100000 Euro in ein Haus. Roll Eyes Und ich glaube die wären bestimmt bereit etwas mehr Geld auf denn Tisch zulegen, damit Equal Pay nicht  sofort kommt.
Und was willst du schon einen nackten Mann wegnehmen?
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Onkel Tom


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« Antworten #42 am: 24. Januar 2018, 11:42:55 »

Außergerichtliche Einigungen über Dinge, die fast 1 Million Arbeitnehmer betreffen,
finde ich Schei.., da sowas nur einer Person nutzt. Es werden richtungsweisende
Urteile gebraucht, die Equal Pay durchsetzt.

 Roll Eyes

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rebelflori


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« Antworten #43 am: 24. Januar 2018, 22:48:45 »

Außergerichtliche Einigungen über Dinge, die fast 1 Million Arbeitnehmer betreffen,
finde ich Schei.., da sowas nur einer Person nutzt. Es werden richtungsweisende
Urteile gebraucht, die Equal Pay durchsetzt.
Wie gesagt so lange man selbst die mindestens 20000 € selbst zahlt, finde ich das durch aus ok.
Oder glaubst du ernst haft daran. Das sie die Klage am 14 ten, direkt zum Eugh schicken??
Wie gesgt ging es mir hier bei nur darum wo überhaupt bei der Klage Geld liegen kann und das ist nun mal nicht im Gerichtsaal.
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Hafenkasper


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« Antworten #44 am: 25. Januar 2018, 08:20:24 »

Ein erster Klagetermin auf Equal Pay am 24. Januar 2018 in Gießen gegen Randstad

Die Klage auf Gleichbehandlung mit Stammarbeitskräften (Equal Pay) gegen den großen Verleiher Randstad wird am Mittwoch, den 24.1. ab 9:00 Uhr vor dem Arbeitsgericht Gießen (35392 Gießen, Aulweg 45) verhandelt. Kollege S. freut sich auf Unterstützung

Ich denke das dieser Termin erst mal lediglich nur der erste " Gütetermin " ist , also noch nicht wirklich Aussagekräftig.
Weiter kann man dann nur hoffen das für die Klage entsprechend zum einen Equal Pay ansprüche richtig bzw. dem Grunde nach zu erst bei der Zeitarbeitsfirma geltend gemacht wurden und gleichzeitig dabei nach §13 AÜG sich der Leiharbeiter bei den Entleihern bei denen er in diesem Zeitraum eingesetzt war Schriftlich hat Auskunft geben lassen. Andernfalls wird ihm die Arbeitsvertragliche Ausschlussfrist zum verhängnis wo mit er dann diese Klage verlieren wird . Im übriegen würde hier nur eine sogenante Stufen Klage Sinn machen.
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Kuddel


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« Antworten #45 am: 25. Januar 2018, 23:30:16 »

Seit Mitte Mai, seit der Sendung über Leiharbeit in „Die Anstalt“ habe ich über 500 Mails bekommen. In den ersten Tagen waren es besonders viele, doch Anfragen gibt es auch heute noch. Die meisten Zusendungen waren in einem anderen Stil geschrieben als ich ihn von Betriebsräten und Arbeitnehmern gewohnt bin. In jeder zweiten Mail war von „Ausbeutung“ und „Sklavenhaltersystem“ die Rede. Man sei von allen verraten und verkauft worden, die Gewerkschaften eingeschlossen. Auch bei anderen war die Wut mit Händen zu greifen...

http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/01/leihklage_zwischenbericht1.pdf
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tleary


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« Antworten #46 am: 28. Januar 2018, 06:06:29 »

Du arbeitest in einer Scheiß Leihbutze, die Dich von Morgens bis Abends nur verarscht und verdienst einen absoluten Hungerlohn!
Was hat man denn da noch zu verlieren?
Antwort:
a) Diesen Scheiß-Job, der einen scheinbar doch immer noch das Gefühl gibt, irgendwie "gebraucht" und dazuzugehören (zu was auch immer),

sowie als Alternative

b) die Aussicht, für immer in der Hartz-IV-Tretmühle zu landen.

Tja, der Terror-Kapitalismus funktioniert wirklich verdammt gut. "Pest oder Cholera".

Sie bescheissen dich mit den Zeitkonten und Aufgrund des unsicheren Arbeitsverhältnisses kann man nichts planen, was über einen Zeitrahmen von drei Monaten hinaus geht.
Darüber hinaus zwingen sie Menschen, in Betrieben zu arbeiten, in denen kein normaler Arbeitgeber mehr arbeiten möchte.
Ein Arbeitgeber hat ja auch noch alle Tassen im Schrank, und würde wohl nie in seinem eigenen Betrieb als Leiharbeiter malochen. Cheesy

Aber zurück zum Thema: War am letzten Mittwoch (24.) vielleicht jemand in Gießen bzw. gab's nicht vielleicht irgendeinen Gerichtsreporter, der darüber im Lokalblatt berichtete? Vielleicht war's aber auch schon nach 5 Minuten wieder vorbei, wegen "Gütetermin".
« Letzte Änderung: 28. Januar 2018, 06:26:43 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
dagobert


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« Antworten #47 am: 29. Januar 2018, 17:25:00 »

Zitat
Der Verkündungstermin der Klage auf Equal Pay gegen Randstad in Gießen ist vom Arbeitsgericht Gießen für Mittwoch, den 14. Februar ab 9.00 (erneut öffentlich) angesetzt worden. Es wird spannend, denn Randstad hat überraschend auf ein Vergleichsangebot verzichtet, da das Unternehmen den gesetzlichen Rahmen befolgt habe… Das Gericht befasst sich offensichtlich intensiv mit dem Fall, denn in der Arbeitsgerichtsbarkeit werden die Urteile in der Regel am Ende des Sitzungstags verkündet.

http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/arbed_leiharbeit/die-anstalt-prof-wolfgang-daeubler-und-labournet-germany-gesucht-leiharbeiterinnen-fuer-eine-klage-vor-dem-eugh-fuer-gleichen-lohn-und-gleiche-bedingungen-auch-in-deutschland/
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Onkel Tom


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« Antworten #48 am: 29. Januar 2018, 21:08:46 »

Also kein Vergleich.. am 14.02. geht es weiter.
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Fritz Linow


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« Antworten #49 am: 30. Januar 2018, 01:04:36 »

Bis zur Urteilsverkündung Mitte Februar einfach mal in alten Zeiten schwelgen:

Zitat
27.11.2002
Leiharbeiter-Entlohung: Schröder plädiert für Abschläge

Die Löhne für Leiharbeiter werden nach Darstellung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) durch die Regelung per Tarifvertrag unter den jeweils branchenüblichen Einkommen liegen.

Schröder sagte der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview, die Tarifabschlüsse für Leiharbeiter müssten niedriger sein als in den normalen branchenüblichen Tarifverträgen. Einen konkreten Prozentsatz nannte er nicht. Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte zuvor einen Abschlag von mindestens 20 % ins Gespräch gebracht. Die Tarifverträge, die Teil der von der Hartz-Kommmission vorgeschlagenen Arbeitsmarkt-Reform sind, sollen ab 2004 gelten. Arbeitslose sollen über neue Personal- Service-Agenturen als Zeitarbeiter an Unternehmen verliehen werden und so wieder Anschluss an den Arbeitsmarkt finden. Wirtschaft und Union hatten gewarnt, eine gleiche Entlohnung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaft verhindere Leiharbeit.

Zu der Kritik des Leiters der Reformkommission, Volkswagen-Personalvorstand Peter Hartz, an der Umsetzung der Kommissionsvorschläge sagte Schröder: "Jemand, der aus einem Unternehmen kommt und gewohnt ist, dass das, was ein Vorstand anordnet, exekutiert wird, hat das eine oder andere Problem mit den sehr viel schwierigeren und auch langwierigeren politischen Prozessen." Der Bundeskanzler könne die Umsetzung eines Konzeptes nicht anordnen. Hartz hatte kritisiert, auf Druck der Gewerkschaften seien die Kommissions-Vorschläge verwässert worden. Mit den geänderten Plänen könne sein Ziel der Schaffung von zwei Mill. neuen Jobs nicht erreicht werden.

http://www.handelsblatt.com/archiv/keine-konkreten-zahlen-genannt-leiharbeiter-entlohung-schroeder-plaediert-fuer-abschlaege/2211822.html
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