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Autor Thema: Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht  (Gelesen 12891 mal)
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dagobert


Beiträge: 4618


« Antworten #50 am: 15. Februar 2018, 17:25:04 »

Zitat
Leiharbeitnehmer scheitert mit Klage auf Equal Pay

[...]
Durch die Tarifverträge der Leiharbeitsbranche, abgeschlossen zwischen dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) und der DGB-Tarifgemeinschaft, i.V.m. dem Branchenzuschlagstarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie wird in zulässiger Weise vom Grundsatz des Equal Pay abgewichen.

Die Richtlinie 2008/104/EG (Leiharbeitsrichtlinie) ermöglicht es dem nationalen Gesetzgeber, die Abweichung vom Grundsatz der gleichen Vergütung bei Leiharbeit durch Tarifvertrag zuzulassen. § 8 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes in seiner aktuellen Fassung berücksichtigt den von der Richtlinie geforderten Gesamtschutz der Leiharbeitnehmer in ausreichendem Maße, indem das Gesetz die Tarifvertragsparteien auf die Einhaltung jedenfalls der Lohnuntergrenze in der Leiharbeit verpflichtet und ihnen gleichzeitig eine zeitliche Grenze zur Abweichung vom Equal Pay Grundsatz sowie einen Anreiz zur zeitnahen Heranführung der Löhne an diejenigen der Stammarbeitnehmer setzt. Unter Berücksichtigung der auch den Tarifverträgen in der Leiharbeitsbranche zukommenden Richtigkeitsvermutung sind nähere Vorgaben hinsichtlich der Entgelthöhe nicht geboten.

Arbeitsgericht Gießen, Urteil vom 14.02.2018, Az. 7 Ca 246/17

https://arbeitsgerichtsbarkeit.hessen.de/pressemitteilungen/leiharbeitnehmer-scheitert-mit-klage-auf-equal-pay

Auch bei labournet:
http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/arbed_leiharbeit/die-anstalt-prof-wolfgang-daeubler-und-labournet-germany-gesucht-leiharbeiterinnen-fuer-eine-klage-vor-dem-eugh-fuer-gleichen-lohn-und-gleiche-bedingungen-auch-in-deutschland/
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Onkel Tom


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« Antworten #51 am: 15. Februar 2018, 22:14:10 »

Grumpf.. Das Gricht hat sich also nach "die 9 Monate möglicher Abweichung vom
Grundsatz" gerichtet.. ( Nahles hochglänzend polierter Alptraum an Leihkräften )
 Sad
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Rappelkistenrebell


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« Antworten #52 am: 15. Februar 2018, 22:24:02 »

Wieder ein Beispiel von Klassenjustiz! Die brd ist kein Rechtsstaat! Nieder mit der Wirtschaftsdiktatur!
Klagen alleine reicht nicht-man muß sich politisch Organisieren und täglich Kämpfen! Angry
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Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Onkel Tom


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« Antworten #53 am: 16. Februar 2018, 00:09:29 »

Etwa so ? (Satiere)  Grin

https://picload.org/view/darowdrr/streik.jpg.html

Edit: Mist, das Bild sollte eigendlich direkt sichtbar sein..
« Letzte Änderung: 16. Februar 2018, 00:20:24 von Onkel Tom » Gespeichert

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tleary


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« Antworten #54 am: 16. Februar 2018, 03:32:47 »

Also kein Vergleich.. am 14.02. geht es weiter.
Ist jetzt auch schon wieder vorbei. - Any news?
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"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
Onkel Tom


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« Antworten #55 am: 16. Februar 2018, 08:18:13 »

Habe leider keine Glaskugel, könnte jedoch noch eine Berufung erfolgen..
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #56 am: 16. Februar 2018, 10:33:45 »

Von einer Berufung ist leider noch nichts zu lesen.
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
dagobert


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« Antworten #57 am: 17. Februar 2018, 02:07:30 »

Aus dem labournet-Link oben:
Zitat
Ausführliche Bewertung und evtl. eine Berufungsentscheidung werden folgen
Der Anwalt scheint also erstmal auf den Volltext des Urteils mit der ausführlichen Begründung warten zu wollen, um keinen Schnellschuss zu landen.
Was meiner Ansicht nach auch Sinn macht.
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dagobert


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« Antworten #58 am: 27. Februar 2018, 00:51:42 »

Zitat
Kurzkommentar von Prof. Wolfgang Däubler vom 14.2.2018
 “Ich finde die Entscheidung nicht gut, weil von einer Sicherung des “Gesamtschutzes” nicht die Rede sein kann. Auch die heutigen Tarifverträge für Leiharbeiter weichen nur zu Lasten des Leiharbeitnehmers vom gesetzlichen Niveau ab. Das ist kein “Gesamtschutz”. Die Neun-Monats-Frist für Equal Pay nach dem neuen Gesetz bringt praktisch nichts. Die meisten Leiharbeitnehmer scheiden sowieso schon vorher wieder aus (ungefähr zwei Drittel). Bei anderen gibt es Fälle, in denen zum Ablauf des 9. Monats gekündigt wurde. In zwei Fällen wurde vom Arbeitgeber angeboten, die fragliche Person ab April weiterzubeschäftigen. Da fängt das Zählen der neun Monate wieder von vorne an… Es ist natürlich schwierig, sich gegen den Mainstream zu stellen, aber man sollte trotzdem in Berufung gehen.”

http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/arbed_leiharbeit/die-anstalt-prof-wolfgang-daeubler-und-labournet-germany-gesucht-leiharbeiterinnen-fuer-eine-klage-vor-dem-eugh-fuer-gleichen-lohn-und-gleiche-bedingungen-auch-in-deutschland/
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Kuddel


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« Antworten #59 am: 09. März 2018, 16:57:32 »

Zitat
Lieber Kündigung als gleiche Bezahlung. Mogelpackung Gleichbehandlungsgrundsatz? Gekündigte erheben Vorwürfe gegen “real”



“Seit Anfang des Jahres haben Leiharbeiter nach neun Monaten Anspruch auf den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft [gilt ab dem 1.4.2017!]. Das funktioniert nicht immer. SWR-Recherchen ergaben, dass zwei Kassiererinnen gekündigt wurde, statt ihren Lohn anzupassen. Jahrelang arbeiteten die Leiharbeiterinnen Carmen H. aus Reutlingen und Birgit J. aus Tübingen bei der Supermarktkette “real” an der Kasse. Seit dem 1. Januar hätten die beiden eigentlich Anspruch auf den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft – so steht es im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Doch statt gleicher Bezahlung wurde den beiden von ihrer Zeitarbeitsfirma zu Beginn des Jahres gekündigt. (…) “real” behauptet, man könne es sich nicht leisten, den Kassiererinnen “Equal Pay”, also den gleichen Lohn wie der Stammbelegschaft, zu zahlen – das geht aus den Gerichtsunterlagen hervor, die dem SWR vorliegen (…) Nach Recherchen des SWR hat die Methode offenbar System: Auch in Nordrhein-Westfalen geht die Supermarktkette auf diese Weise gegen Leiharbeiter vor…” Text und Video der Sendung “zur Sache Baden-Württemberg!” vom 8.3.2018 beim SWR Fernsehen BW externer Link samt einer Stellungnahme von Arbeitsrechtler Wolfgang Däubler.
https://www.swr.de/swraktuell/bw/equal-pay-funktioniert-haeufig-nicht/-/id=1622/did=21298678/nid=1622/8304pd/index.html
« Letzte Änderung: 09. März 2018, 16:59:25 von Kuddel » Gespeichert
tleary


Beiträge: 655


« Antworten #60 am: 10. März 2018, 15:56:16 »

Ob dieser "equal-pay"-Grundsatz jemals über ein hiesiges Arbeitsgericht durchsetzbar ist, wage ich zu bezweifeln. Im "Ernstfall" - falls doch ein Urteil zugunsten der Leiharbeiter gefällt werden sollte - spielt die Leiharbeitsmafia einfach mit ihren Muskeln, und setzt ihren Lobbyapparat in Berlin in Gang. Dort wird dann ein neuer Gesetzesentwurf natürlich unter tatkräftiger Mitwirkung der Leiharbeitslobby geschrieben - und alles ist wieder gut. Aber okay, versuchen kann man's ja, obwohl der politische Kampf dagegen wichtiger (und auch aussichtsreicher) wäre. Aber die SPD, die ja diese Diskriminierung von Teilen der Arbeiterschaft hauptsächlich durchgesetzt hat, zögert ja selbst heute noch keinen Moment die Richtigkeit ihrer Entscheidungen zu Hartz-IV und der "Liberalisierung" des Arbeitsmarktes zu betonen. Die Quittung bekommt sie schon seit einiger Zeit in Form niederschmetternder Wahlergebnisse, aber das scheint die Parteiführung (und auch 2/3 der Basis) nicht mehr wirklich zu jucken. Dran glauben in Form eines Mandatsverlustes müssen im Bundestag sowieso nur die "Hinterbänkler", und nicht die Führung.
« Letzte Änderung: 02. Mai 2018, 23:56:01 von tleary » Gespeichert

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dagobert


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« Antworten #61 am: 21. März 2018, 14:57:14 »

Zitat
Leiharbeitnehmer scheitert mit Klage auf Equal Pay
[...]
Arbeitsgericht Gießen, Urteil vom 14.02.2018, Az. 7 Ca 246/17

Berufung ist eingelegt.
http://www.labournet.de/newsletter-montag-19-maerz-2018/#Die_Berufung_im_Gieener_Fall_ist_eingelegt
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6390


« Antworten #62 am: 11. April 2018, 12:00:53 »

Zitat
Supermarkt-Kassiererin kämpft für gleichen Lohn

Leiharbeiterinnen müssen spätestens nach neun Monaten den gleichen Lohn bekommen wie ihre angestellten Kolleginnen. Doch statt gleicher Bezahlung bekam eine Supermarkt-Kassiererin die Kündigung. Das Arbeitsgericht Mönchengladbach erklärte diese für rechtswidrig.


Die 51-jährige Heike Orzol begann im Oktober 2013 in Grevenbroich als Kassiererin für die Supermarktkette "Real" zu arbeiten. Und zwar als Leiharbeiterin, ihr eigentlicher Arbeitgeber war die Zeitarbeitsfirma Mumme.

Heike Orzol erzählt, dass sie mit zuletzt knapp zehn Euro pro Stunde rund ein Drittel weniger Geld bekam als die festangestellten Beschäftigten. Mit der Arbeit war sie zufrieden, die Supermarktkette Real wohl ebenso – bis zum 31. Dezember 2017 arbeitete die Kassiererin dort. Dann erfolgte die Kündigung über die Zeitarbeitsfirma.

"Das versteh ich gar nicht, wenn ich heute noch in den Laden reingehe, ist das Erste, was sie sagen: Na, mein Schatz, was machst du denn? Da frag ich mich jetzt mal, warum will man mich da nicht?"

Die Leiharbeitsfirma kündigte vor Beginn der Equal-Pay-Frist, plante für die Kassiererin eine dreimonatige Pause - und wollte sie dann wieder zum niedrigeren Lohn einstellen. Heike Orzol erzählt, dass andere Beschäftigte in ihrer Zeitarbeitsfirma auch gekündigt worden seien. Den Mitbetroffenen habe sie erzählt, dass sie gegen die Kündigung klagen wolle:

"Ich hab auch viele andere Leute gefragt, die auch bei der Zeitarbeitsfirma waren, hab gesagt, Leute, wollt ihr nicht mitgehen? Der eine, dem war das dann zu viel Geld. Der andere, ich hab eh keine Lust mehr gehabt. Und wo ich dann gesagt hab: Mein Gott Leute, ihr könnt euch doch das alles so nicht gefallen lassen. Kein Mensch hatte den Mumm, von 15 Mitarbeitern bin ich die Einzige gewesen, die den Mumm hatte."

Gericht erklärt Kündigung für rechtswidrig


Die Kassiererin gewann ihren Prozess. Die Erste Kammer des Arbeitsgerichts Mönchengladbach erklärte jetzt die Kündigung für rechtswidrig: Die Kündigung einer Leiharbeitnehmerin sei nicht schon dann gerechtfertigt, wenn der dauerhafte Einsatz beim Kunden auf dessen Wunsch für drei Monate und einen Tag unterbrochen wird, obwohl ein Beschäftigungsbedarf durchgehend bestehe.

Zudem missbilligte das Gericht, dass die Lohngleichstellung durch die Kündigung ausgehebelt wird. Der Anwalt von Heike Orzol, Daniel Labrow, sieht in dem Urteil einen Präzedenzfall:

"Diese Sache ist grundsätzlich legal, weil der Gesetzgeber diese Regelung ja etabliert hat. Wenn ein Leiharbeitnehmer oder eine Leiharbeitnehmerin länger als drei Monate in einem anderen Betrieb eingesetzt worden ist, ja, dann kann diese Person wieder bei dem bisherigen Betrieb eingesetzt werden zu dem bisherigen Gehalt, dadurch würde man halt Equal Pay vermeiden. Und das ist letztendlich gewissermaßen eine Fehlgeburt der Großen Koalition. Man hat diese Regelung sicherlich als Kompromiss etabliert. Besser wäre es natürlich gewesen Equal Pay ab dem ersten Tag einzuführen."

Nutzen Unternehmen nun verstärkt die Umgehung des Equal Pay durch Kündigung? Der Arbeitsrechtsexperte Professor Wolfgang Däubler kennt konkret vier Fälle. Alle betreffen die Supermarktkette Real. Däubler glaubt aber, es gäbe viel mehr. Auf Nachfrage von Deutschlandfunk Kultur schreibt er:

"Da Leiharbeiter nur selten Klage erheben und sich vor Gericht wehren, gehe ich davon aus, dass das nur die Spitze des Eisberges ist. Bei einfachen Tätigkeiten ohne viel Aufwand fürs Anlernen neuer Arbeitskräfte ist es für den Arbeitgeber verführerisch, nach neun Monaten die Personen auszutauschen, um so Lohnkosten zu sparen."

Der Südwest-Rundfunk berichtete über Kündigungen für langjährig Beschäftigte bei Real in Tübingen. Vor Gericht argumentiert die Zeitarbeitsfirma:

"Für den Entleiher fallen bei der Gleichstellung für die Überlassung von Arbeitnehmern deutlich höhere Kosten an. Diese Kosten sind für Real aufgrund der Wettbewerbssituation und der niedrigen Margen in der Lebensmittelbranche nicht tragbar."

Prekär Beschäftigte nicht gut organisiert


Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat zwölf Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes noch keine Kenntnis von massenhaften Kündigungen, um Equal Pay zu umgehen. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nicht. Aber möglich seien solche Entlassungen, sagt Professor Jens Schubert, Leiter der Abteilung Recht und Rechtspolitik bei Verdi:

"Das Problem ist, dass wir in diesem Felde Kolleginnen und Kollegen haben, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die prekär beschäftigt sind. Und deshalb regelmäßig nicht organisiert sind. Wir versuchen da sehr viel, um an die Kolleginnen und Kollegen heranzutreten, aber dadurch, dass wenige organisiert sind, sind es auch wenige Fälle, die bei uns im Rahmen des Rechtschutzes ankommen."

Laut Bundesagentur für Arbeit enden knapp die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse vor der Neun-Monatsfrist – aus den unterschiedlichsten Gründen. Dazu kommt die spezielle Situation, dass der Gesetzgeber eigentlich die gleiche Bezahlung vom ersten Tag an will, aber gleichzeitig eine Umgehung dieser Regelung durch Tarifverträge erlaubt.

"Das Equal-Pay-Thema wird mit den Verleihern geregelt, und da gibt es mit den Arbeitgeberverbänden im Bereich der Leiharbeit/Zeitarbeit Vereinbarungen, die mit den DGB-Gewerkschaften abgeschlossen werden. Also, Verdi ist da nicht Alleingänger."

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert gleiche Bezahlung vom ersten Tag an. Diese Position teilen aber nicht alle Gewerkschaften. Und der DGB hat als Tarifgemeinschaft für seine Einzelgewerkschaften mit dem Bundesarbeitsverband der Personaldienstleister Tarifverträge abgeschlossen. Die ermöglichen, dass Leiharbeiterinnen die ersten neun Monate kein gleiches Gehalt bekommen.

Dazu kommt, dass der Gesetzgeber mit der Option einer dreimonatigen Pause am Leiharbeitsplatz die gleiche Bezahlung ebenfalls verhindert – wie bei Heike Orzol. So kann gleicher Lohn dauerhaft vermieden werden. Der Arbeitsrechtsexperte Wolfgang Däubler spricht von "hinterhältigen Tricks" und sagt: Der Fehler liege im Gesetz.

Im Fall von Heike Orzol hat das Gericht diese Tricks nicht gelten lassen. Jetzt hofft die Kassiererin, bald wieder arbeiten zu können.

"Ich würde gerne wieder bei Real arbeiten gehen, wenn’s sein muss auch über eine Zeitarbeitsfirma. Das ist mir auch egal. Wie hab ich das gesagt immer? Das ist für mich wie eine Familie gewesen, das war so ein Ausgleich, ne."
http://www.deutschlandfunkkultur.de/leiharbeit-supermarkt-kassiererin-kaempft-fuer-gleichen-lohn.976.de.html?dram:article_id=415164
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
dagobert


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« Antworten #63 am: 11. April 2018, 15:09:05 »

Zitat
Leiharbeitnehmer scheitert mit Klage auf Equal Pay

[...]
Arbeitsgericht Gießen, Urteil vom 14.02.2018, Az. 7 Ca 246/17

Jetzt auch im Volltext:
http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_lareda.html#docid:8035619
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Onkel Tom


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« Antworten #64 am: 11. April 2018, 22:39:12 »

Hätte doch besser jemand geklagt, der mindestens 9 Monate
betriebsangehörig ist.. Tongue

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tleary


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« Antworten #65 am: 02. Mai 2018, 10:55:42 »

Und kann der Kläger jetzt vor den EU-Gerichtshof ziehen, und auf "Equal pay" dort klagen? - Oder geht das nicht, weil die Revision vorm deutschen Gericht für nicht zulässig erklärt wurde.
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Onkel Tom


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« Antworten #66 am: 02. Mai 2018, 12:30:14 »

Der EU-Gerichtshof braucht locker 10 Jahe bis zum Entscheid und
bei diesem Kläger ist das Risiko einfach zu hoch..
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tleary


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« Antworten #67 am: 02. Mai 2018, 23:47:30 »

Jaja, dutzende Leiharbeiter meldeten sich nach der Sendung empört als Freiwillige. Dann ließen sie etwas Dampf via eMails über ihre beschissene Existenz ab. Danach war dann für viele schon wieder alles gut. Und dann ging's weiter, wie die Geschichte von den "10 kleinen Negerlein".... am Schluß blieben dann nur noch 2 oder 3 übrig, die entschlossen waren zu klagen. Und schließlich blieb nur noch 1  übrig, bei dem sich im nachhinein rausstellte, daß seine Beschäftigungsdauer nicht ausreichend war.
Naja, vielleicht wird nächstes Jahr diese Ausgabe der "Anstalt" noch einmal bei ZDF-Neo wiederholt, und alles kann von vorne beginnen mit der Klage. *Ironie* - Insgesamt ein deprimierendes Ergebnis, zumal die Zahl der Leiharbeiter schon längst die Millionengrenze überschritten hat.
« Letzte Änderung: 02. Mai 2018, 23:50:12 von tleary » Gespeichert

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Fritz Linow


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« Antworten #68 am: 03. Mai 2018, 00:10:31 »

@treary:
Zitat
Jaja, dutzende Leiharbeiter meldeten sich nach der Sendung empört als Freiwillige. Dann ließen sie etwas Dampf via eMails über ihre beschissene Existenz ab. Danach war dann für viele schon wieder alles gut. Und dann ging's weiter, wie die Geschichte von den "10 kleinen Negerlein".... am Schluß blieben dann nur noch 2 oder 3 übrig, die entschlossen waren zu klagen. Und schließlich blieb nur noch 1  übrig, bei dem sich im nachhinein rausstellte, daß seine Beschäftigungsdauer nicht ausreichend war.

Die Klage in Gießen läuft weiter und nächste Woche gibt es eine neue in Augsburg oder so. Dass sich so wenige gegen Leiharbeit wehren, ist das gewollte Produkt der Leiharbeit selber. Wenn sich so wenige bereit erklären ernsthaft zu klagen, ist es das Ergebnis einer erfolgreichen Agenda 2010. Den Betroffenen sollte man da keinen Vorwurf machen. Eigentlich besteht für jeden und für jede die prima Gelegenheit, ein Leiharbeitsverhältnis einzugehen und dann entsprechend zu klagen und das auch konsequent durchzuziehen. Es wird ein Klageweg und auch Unterstützung angeboten. Warauf also warten? Nur auf das Urteil?
« Letzte Änderung: 03. Mai 2018, 00:18:28 von Fritz Linow » Gespeichert
dagobert


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« Antworten #69 am: 03. Mai 2018, 05:17:52 »

Hätte doch besser jemand geklagt, der mindestens 9 Monate betriebsangehörig ist.. Tongue
Warum?
Die Klage hat nichts mit den AÜG-Neuregelungen zu tun, sondern richtet sich gegen die miesen ZAF-Tarifverträge allgemein.
Ich wünsche dem Kläger
1. die Nerven das durchzuziehen.
2. dass er damit letztendlich auch Erfolg hat.
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tleary


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« Antworten #70 am: 03. Mai 2018, 16:35:51 »

Ein zweiter Punkt wo man ansetzen könnte, wäre ja den DGB davon zu "überzeugen", daß er die ZAF-Rahmentarifverträge nicht verlängert. Dann müssten die Leihklitschen erst wieder eine Gewerkschaft finden, die "tariffähig" ist.
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« Antworten #71 am: 03. Mai 2018, 18:19:14 »

Versuch es.
Ich wünsch dir viel Glück dabei.
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« Antworten #72 am: 03. Mai 2018, 21:04:45 »

Ah ok.. Ich habe die betreffene Gerichtsentscheidung so verstanden, das
der Erfolg anhand von "nur 9 Monate" Betriebszugehörigkeit scheitert..

Han ich da was im falschen Hals bekommen ?  Wink
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« Antworten #73 am: 04. Mai 2018, 01:54:36 »

Ein zweiter Punkt wo man ansetzen könnte, wäre ja den DGB davon zu "überzeugen", daß er die ZAF-Rahmentarifverträge nicht verlängert. Dann müssten die Leihklitschen erst wieder eine Gewerkschaft finden, die "tariffähig" ist.
Versuch es.
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So viel Glück kann ein Mensch gar nicht haben, wie es dafür bräuchte. Smiley
Edit:
Da fällt mir gerade ein, daß ich das bereits gemacht habe. Und zwar vor 3 Jahren, als ich nach fast 30 Jahren meine Mitgliedschaft bei ver.di kündigte. Im Kündigungsbrief schrieb ich als Begründung, daß sich der DGB bei der Aushebelung des "equal pay"-Grundsatzes besonders schändlich hervorgetan hat und die Arbeitnehmer verriet. Die Antwort darauf war sinngemäß: "Wir bestätigen die Kündigung Ihrer Mitgliedschaft. Wir weisen sie jedoch darauf hin, daß die Kündigungsfrist 3 Monate beträgt. Die Beitragszahlung endet also erst zum xx.xx.20xx."
Scheißverein! - Ich wollte dann damals die Lastschriften zurückgehen lassen, hab's aber trotzdem nicht getan. Waren eh nur 6 €uro Monatsbeitrag.

Die Klage in Gießen läuft weiter und nächste Woche gibt es eine neue in Augsburg oder so.
Ich habe das Urteil so gelesen, daß keine Revision zugelassen ist. - Bin allerdings beim Gesetzestext interpretieren nicht gerade der Beste.

Wenn sich so wenige bereit erklären ernsthaft zu klagen, ist es das Ergebnis einer erfolgreichen Agenda 2010. Den Betroffenen sollte man da keinen Vorwurf machen. Eigentlich besteht für jeden und für jede die prima Gelegenheit, ein Leiharbeitsverhältnis einzugehen und dann entsprechend zu klagen und das auch konsequent durchzuziehen.
Ob jemand so masochistisch veranlagt ist, und bei einer Leiharbeitsfirma freiwillig anheuert, nur um denen dann über ein langwieriges und im Ausgang ungewisses Gerichtsverfahren eins auszuwischen? - Das Problem ist ja auch, daß man aus der Leiharbeit (weil man so "billig" und profitabel für die LAF ist) auch nur schwer wieder rauskommt. Die Arbeitsagentur winkt ja immer gerne mit Sperren/Sanktionen, wenn man von sich aus kündigt.
« Letzte Änderung: 07. Mai 2018, 01:08:30 von tleary » Gespeichert

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« Antworten #74 am: 07. Mai 2018, 04:20:03 »

Die Klage in Gießen läuft weiter und nächste Woche gibt es eine neue in Augsburg oder so.

Jetzt stellt sich mir aber doch die Frage, ob eine Berufung überhaupt möglich ist. Denn laut dem Auszug unten aus dem Urteil ist es doch nicht möglich, oder?

Zitat
Die Berufung ist nicht gesondert zuzulassen, weil die Sache keine grundsätzliche Bedeutung hat und auch sonstige Zulassungsgründe im Sinne von § 64 Abs. 3 ArbGG nicht gegeben sind.
« Letzte Änderung: 07. Mai 2018, 04:22:05 von tleary » Gespeichert

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