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Autor Thema: Bernie Sanders  (Gelesen 1062 mal)
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Kuddel


Beiträge: 10147


« am: 01. Juni 2017, 14:02:58 »

Sanders hat sein neues Buch "Unsere Revolution" in Berlin vorgestellt.
Ich habe einen Radiobericht gehört. Und mir ist das große Kotzen gekommen.
Nicht daß ich Sanders unsympathisch fand und vielleicht würde mir auch sein Buch gefallen.

Unerträglich war allein das Publikum. Der tosende Applaus, das hysterische Gekreische.
Was für erbärmliche arme Würste. Brauchen einen Führer. Eine Heldenfigur. Einen Retter.

Lernt man denn nie? Schon vergessen, wie das war mit Joschka Fischer, Obama, Wagenknecht oder Tsipras?

Eine Revolution wird nicht von Ché Guevaras gemacht, sondern von den Massen, die aufhören zu arbeiten, auf die Straße gehen, Barrikaden bauen, die Führungsetagen der Unternehmen stürmen, die Villenbesitzer zum Teufel jagen...

Bernie wird euch das nicht abnehmen können.
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dejavu


Beiträge: 879



« Antworten #1 am: 01. Juni 2017, 20:24:22 »

Ich zitiere mich jetzte mal selber:
Zitat
Der größte Teil der Menschen in diesem Land rührt mich übrigens überhaupt nicht, er ist feige, autoritätshörig, hinterhältig...
Du erinnerst dich sicher...
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Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!
dejavu


Beiträge: 879



« Antworten #2 am: 02. Juni 2017, 14:01:11 »

Ach und noch was:
Zitat
Eine Revolution wird nicht von Ché Guevaras gemacht, sondern von den Massen, die aufhören zu arbeiten, auf die Straße gehen, Barrikaden bauen, die Führungsetagen der Unternehmen stürmen, die Villenbesitzer zum Teufel jagen...
...Und wissen was dann eigentlich kommen soll. Ich sehe da irgendwie schwarz. Wie war das noch mit der "Arabellion"? Was wurde gemacht, was wurde über das Danach gewusst?
Kannst du das noch mal schnell für Nichtrevulutionäre zusammenfassen? Das wäre vielleicht hilfreich.
Danke.
Du erinnerst dich sicher daran, das wir das Thema bei einem der Treffen schon mal kurz angerissen hatten.
« Letzte Änderung: 02. Juni 2017, 14:05:24 von dejavu » Gespeichert

Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!
Kuddel


Beiträge: 10147


« Antworten #3 am: 03. Juni 2017, 19:01:16 »

Ich zitiere mich jetzte mal selber:
Zitat
Der größte Teil der Menschen in diesem Land rührt mich übrigens überhaupt nicht, er ist feige, autoritätshörig, hinterhältig...
Du erinnerst dich sicher...

Logo.
Und ich unterschreibe deine wenig positive Einschätzung der schweigenden Mehrheit...

...Und wissen was dann eigentlich kommen soll. Ich sehe da irgendwie schwarz. Wie war das noch mit der "Arabellion"? Was wurde gemacht, was wurde über das Danach gewusst?
Kannst du das noch mal schnell für Nichtrevulutionäre zusammenfassen? Das wäre vielleicht hilfreich.

Natürlich sind das spannende Fragen, die ich nicht abschließend beantworten kann. Ich werde hier mal ein paar Gedanken formulieren, aber das könnte noch ein paar Tage dauern.
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Kuddel


Beiträge: 10147


« Antworten #4 am: 24. Juli 2017, 10:41:10 »

Ach und noch was:
Zitat
Eine Revolution wird nicht von Ché Guevaras gemacht, sondern von den Massen, die aufhören zu arbeiten, auf die Straße gehen, Barrikaden bauen, die Führungsetagen der Unternehmen stürmen, die Villenbesitzer zum Teufel jagen...
...Und wissen was dann eigentlich kommen soll. Ich sehe da irgendwie schwarz. Wie war das noch mit der "Arabellion"? Was wurde gemacht, was wurde über das Danach gewusst?
Kannst du das noch mal schnell für Nichtrevulutionäre zusammenfassen? Das wäre vielleicht hilfreich.

Hier nur ein paar kurz angerissene Gedanken von mir:

Unser Leben wird immer beschissener.
Sowohl die soziale Situation, alsauch unsere Freiheiten gehen immer weiter den Bach runter.

Mich nervt es total, daß noch nicht einmal der erste Schritt getan wird und zwar die Notwehr gegen Verarmung und Entrechtung.
Mir geht diese ganze Weinerlichkeit tierisch auf den Sack, dieses ganze "dürfen wir das?" und "geht das überhaupt?".
Wer es nicht versucht, wird es nie erfahren.

Ich habe auch hier im Forum schon oft beklagt, wie unpolitisch die Diskussion doch ist und halte es durchaus für wichtig, sich Gedanken zu machen über Theorien und Grundlagen und man sollte sich auch eine bessere Gesellschaft ausmalen. Ich halte es aber für Schwachsinn zu hoffen/zu glauben, daß man die perfekte Gesellschaft am Reißbrett entwerfen kann. Eine bessere Gesellschaft entsteht in Kämpfen und im Lernen aus Fehlern und Niederlagen.

Ich komme da gern auf Gevattern Marx zurück, der feststellte:
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern. "

Ich verdränge dabei nicht, daß es in der linken Szene Dummköpfe, Idioten und Gestörte gibt und ich sehe auch die Widersprüche in linken Theorien und in den Zukunftsentwürfen.

Aber ich weiß nicht, warum uns das davon abhalten soll, uns zu wehren und uns an besseren Zukunftsentwürfen zu versuchen. Mir reicht zu einer groben Orientierung erst einamal das, was bereits bei der Pariser Commune gefordert worden ist: Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!
Mich kotzt die Weinerlichkeit die Feigheit und die selbstauferlegte Beschränktheit deutscher Linker einfach nur an.
Ich erwarte jedenfalls keinen IQ Test oder ein linkes Glaubensbekenntnis von Mitstreitern, wenn es darum geht sich zu wehren.

Die herrschende Klasse ist voller Widersprüche, voller Idioten, sie kocht auch nur mit Wasser, ihre Theorien funktionieren nur sehr begrenzt. Sie hat aber den unbedingten Willen zum Machterhalt.

Unser Problem sehe ich nicht darin, daß unsere Theorien und Gedankengebäude zu schlecht sind, sondern daß wir es nicht wagen, die Herrschaftsstrukturen in Frage zu stellen und anzugreifen. Unsere Schwäche ist unsere Feigheit.
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Kuddel


Beiträge: 10147


« Antworten #5 am: 24. Juli 2017, 10:48:33 »

P.S.: Aktive Kämpfe eröffnen Räume für lebendige Diskussionen und neue Vorstellungen.
Die vorschnell als "sinnlose Gewalt" abgetanen G20 Riots, haben politische Diskussionen entfacht von einer Qualität, wie wir sie seit Jahren nicht hatten.
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Kuddel


Beiträge: 10147


« Antworten #6 am: 06. August 2017, 20:42:32 »

Hier das Ganze nochmal von der anderen Seite:

Trump hat bei seinem protektionistischem politischen Programm kaum etwas umsetzen können.
Er hat aber einen Teil der Bevölkerung mobilisieren können. Unter seinen rassistischen, sexistischen und autoritären Parolen, kommt das faschistoide Pack aus den Löchern und wird aktiv:
Zitat
Die US-Bürgerrechtsbewegung NAACP hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Reisewarnung herausgegeben und zwar für den Bundesstaat Missouri.

Die Organisation warnt Farbige ausdrücklich vor rassistischen Attacken und Diskriminierung in dem Staat. Ein Sprecher vom NAACP sagte dem "Kansas City Star", Menschen berichteten in nie dagewesener Zahl von Zwischenfällen, bei denen sie wegen ihrer Hautfarbe geschlagen, von der Polizei gestoppt oder gedemütigt worden seien.

Die National Association for the Advancement of Coloured People wurde 1909 gegründet und ist eine der ältesten und wichtigsten Bürgerrechtsbewegungen in den USA.
http://www.deutschlandfunk.de/usa-buergerrechtler-geben-reisewarnung-fuer-missouri-heraus.1939.de.html?drn:news_id=775788

Jetzt ist die Frage doch die, ob unter Trump oder unter Bernie Sanders andere Teile der Bevölkerung mobilisiert werden können. Ein Sanders allein kann gegen die herrschenden Machtverhältnisse kaum etwas ausrichten.

Die Migrantenstreiks wirkten wie ein gutes Zeichen. Aber waren sie nur ein spontanes Aufbäumen oder entstehen alternative politische Strukturen? Sind weitere Streiks oder andere Proteste geplant oder denkbar? Es nützt wenig, wenn man nur auf Trump oder Sanders starrt.
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 6668



« Antworten #7 am: 03. November 2017, 10:41:50 »

Zitat
Donna Brazile
Demokratische Vorwahlen waren laut Ex-Parteichefin zugunsten Clintons manipuliert

Wurde Hillary Clinton im Vorwahlkampf der Demokraten gegenüber Bernie Sanders bevorteilt? Ex-Parteichefin Brazile sagt: ja. Sie spricht in einem Buch von "interner Korruption" - und erhält Unterstützung.
....

Quelle: spon


"Hillary, Hillary, Hillary!"

Es ist soweit, nachdem die Demokraten mit Hillary Clinton keinen Blumentopf mehr gewinnen können darf ihre Machtgeilheit thematisiert werden.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
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