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Autor Thema: Stellenangebot vom Jobcenter  (Gelesen 889 mal)
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Kelte


Beiträge: 1


« am: 17. Juni 2017, 00:05:41 »

Ich habe ein Stellenangebot vom Jobcenter (mit RFB) für eine berüchtigte ZAF erhalten.
ZAF hat Tarifvertrag IGZ. Angebotener Stundenlohn 9,50 Euro. Beschäftigung als Handwerker.
Arbeitszeit soll 40 Stunden die Woche sein.
Jetzt meine Frage : Arbeitszeit ist laut Tarifvertrag 35 Stunden die Woche. Bei dieser ZAF wird verlangt, das auf den Baustellen gearbeitet wird, bis die Arbeit erledigt ist (Baunebengewerbe). Dabei kommt man auf bis zu 60 Stunden die Woche bei 6 Arbeitstagen die Woche.
Bezahlt werden aber nur die 35 Stunden aus dem Tarifvertrag, die restlichen Stunden kommen auf das Zeitkonto.
Laut  Arbeitszeitgesetz sind doch eigentlich nur 2 Überstunden pro Tag zulässig. Also dürfte ich doch eigentlich nur 35 Stunden die Woche  plus 2 x 5 Über-
stunden, also insgesamt 45 Stunden die  Woche arbeiten. Darf ich darüber hinausgehende Überstunden gefahrlos ablehnen ?
Wann müssen zu leistende Überstunden überhaupt vom Arbeitgeber angekündigt werden ?
Des weiteren ist es üblich bei dieser ZAF, die Überstunden aus dem Zeitkonto auf Anordnung des Arbeitgebers schon am folgenden Tag abfeiern zu müssen, wenn keine Arbeit vorhanden ist. Ich glaube mich zu erinnern, gelesen zu haben, das der Arbeitgeber den Freizeitausgleich vier Tage im voraus ankündigen muss. Gibt es dazu irgendwelche Urteile, auf die ich mich beziehen kann ?
Ich hoffe auf Antwort.
Vielen Dank im Voraus.
Kelte
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dagobert


Beiträge: 4172


« Antworten #1 am: 18. Juni 2017, 00:42:24 »

Laut  Arbeitszeitgesetz sind doch eigentlich nur 2 Überstunden pro Tag zulässig. Also dürfte ich doch eigentlich nur 35 Stunden die Woche  plus 2 x 5 Über-
stunden, also insgesamt 45 Stunden die  Woche arbeiten.

Das steht so nicht im ArbZG drin, da solltest du nochmal genau lesen.

Des weiteren ist es üblich bei dieser ZAF, die Überstunden aus dem Zeitkonto auf Anordnung des Arbeitgebers schon am folgenden Tag abfeiern zu müssen, wenn keine Arbeit vorhanden ist.

Das ist so überhaupt nicht zulässig.
Dazu ist im Leiharbeitsbereich hier im Forum einiges zu finden, hier eine kleine Auswahl:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27450.msg295701#msg295701
Der Thread ist auch sonst ganz interessant, z.B. hier:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27450.msg301172#msg301172

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=29206.0
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=28819.0
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328351.msg323763#msg323763


Ich glaube mich zu erinnern, gelesen zu haben, das der Arbeitgeber den Freizeitausgleich vier Tage im voraus ankündigen muss. Gibt es dazu irgendwelche Urteile, auf die ich mich beziehen kann ?

Diese 4-Tage-Frist findest du im § 12 TzBfG (Arbeit auf Abruf).
Hatten wir auch schon mal ein BAG-Urteil zu, weiß bloß grad nicht wo.
« Letzte Änderung: 18. Juni 2017, 00:46:41 von dagobert » Gespeichert
dagmar


Beiträge: 287


« Antworten #2 am: 18. Juni 2017, 06:50:47 »

Genau dieses Zeitarbeitskonto war ein Thema, welches ich mit den ZAFEN (wenn ich angtanzen musste) bis zur Vergasung diskutiert habe. Und dadurch natürlich meine Chancen auf eine Einstellung merklich verschlechtert. Die wissen ganz genau, dass vieles, was sie treiben, nicht legitim ist - das letzte aber was sie wollen sind Mitarbeiter, die auch nur den HAUCH eines DUNSTES über dieses Hantieren haben.

Die wollen Mitarbeiter die alles schlucken und dankbar sind unter Mindestlohn eingestellt zu werden.

Deine Chance mit Wissen und Argumentation - und Arbeitswilligkeit - Dich aus dem Heer derer die in Frage kommen heraus zu katapultieren.

Gruß von Dagmar
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