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Autor Thema: Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf  (Gelesen 5189 mal)
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counselor


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« Antworten #25 am: 01. März 2018, 18:59:27 »

Es ist falsch, Bedürftige nach Pass zu selektieren. Wenn es Probleme mit einzelnen Bedürftigen gibt, dann muss man eben diese sanktionieren.
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« Antworten #26 am: 01. März 2018, 20:06:04 »

Die Tafel in Marl (NRW) vergibt keine Berechtigung mehr für alleinstehende Ausländer. Quelle WDR Text
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Rappelkistenrebell


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« Antworten #27 am: 02. März 2018, 09:12:59 »

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« Antworten #28 am: 02. März 2018, 11:14:45 »

Zitat
Die Debatte um die Essener Tafeln ist ein weiterer Aspekt der allgegenwärtigen Elitenverwahrlosung

ucht es, um als SPD-Politiker durch die Blume den Menschen Rassismus vorzuwerfen, die durch ihr zivilgesellschaftliches Engagement die Folgen der Armut lindern, die von eben jenen Politikern selbst massiv verursacht wurde? Die Eliten schließen die Augen vor den Folgen ihrer Politik und prügeln nun ausgerechnet auf diejenigen ein, die den letzten Kitt unserer Gesellschaft zusammenhalten. Der von Gabor Steingart jüngst geprägte Begriff „Elitenverwahrlosung“ trifft es wohl ganz gut. Wir sollten nicht sinnfrei die Rassismus-Keule schwingen, sondern uns lieber die Eliten vornehmen, deren Verwahrlosung immer offensichtlicher wird. Von Jens Berger.
...

http://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/180228_Die_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3

Quelle: NDS


Ich glaube wir müssen aufpassen nicht zum hilfreichen Instrument unserer asozialen Politiker gemacht zu werden. Der erste Impuls ist nicht immer der Richtige, die Essener Tafel hat das sehr schlecht nach außen getragen oder es wurde von unseren Qualitätsmedien entsprechend interpretiert, ja, Rassismus wäre leider auch möglich. Der allgemein deutsche Wachstumsmarkt Rassismus tut sein übriges, wobei überall angeblich nur unschuldige Lämmer hocken, da ist keiner Rassist, nirgends gibt es Rassisten, für die Spaltung und aufhetzen der Gesellschaft kann keiner etwas, an Verelendung, Armut und Hunger ist außer den Betroffenen keiner Schuld, eine privat ehrenamtliche Essensausgabe muss da halt als Prügelknabe herhalten.
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« Antworten #29 am: 03. März 2018, 09:34:14 »

Shitstorm nach Kritik an Tafel
Debatte um Essener Verein wegen Aufnahmestopp für Migranten
Von Markus Bernhardt



Foto: Roland Weihrauch/dpa

Nachdem die Essener Tafel Ende vergangener Woche einen Aufnahmestopp für Menschen ohne deutschen Pass bekanntgegeben hat, reißt die öffentliche Debatte um den Verein, der Lebensmittel an Bedürftige verteilt, nicht ab. Obwohl sich vor wenigen Tagen selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingemischt und dessen Vorgehen am Montag in einem RTL-Interview kritisiert hatte, gibt es aktuell noch kein Umdenken bei den Verantwortlichen. »Wir lassen uns nicht von der Kanzlerin rügen, denn die aktuelle Entwicklung ist eine Konsequenz ihrer Politik«, sagte der Bundesverbandsvorsitzende der Tafeln, Jochen Brühl, der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstagausgabe).

Mit unterschiedlichen Angaben zum Umgang mit nichtdeutschen Hilfebedürftigen machte am Donnerstag auch die Tafel im nordrhein-westfälischen Marl von sich reden. Nachdem es geheißen hatte, dass alleinstehende Migranten keinen Berechtigungsausweis mehr erhielten, erklärte die Marler Tafel am Donnerstag, dass sie derzeit generell keine alleinstehenden Männer aufnehme.

»Was in den Tafeln passiert, ist ein großes Alarmsignal und ein Handlungsauftrag an die Politik«, betonte Katja Kipping, Kovorsitzende der Linkspartei und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, bereits zu Beginn der Woche. Sie sprach sich für einen »Sozialpakt« aus, der garantiere, dass alle vor Armut geschützt seien, und der die Mittelschichten besserstelle. »Während die Konzerngewinne steigen und die Kassen im Finanzministerium klingeln, sind immer mehr Menschen in Deutschland von Armut bedroht«, kritisierte sie.

Deutliche Worte der Kritik hatte als eine der ersten Organisationen auch das Düsseldorfer Straßenmagazin Fiftyfifty gefunden und die Essener Tafel und deren Vorsitzenden Jörg Sartor scharf attackiert. Sartor verstoße mit seiner Ankündigung »gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz«. Sein Handeln sei »somit nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch rechtswidrig«. Zudem sei es »Wasser auf die Mühlen der Rassisten von AfD, Pegida und Co.« Es unterscheide sich in keiner Weise von der »Deutschen Winterhilfe« der extrem rechten Partei »Der III. Weg«, monierte das Straßenmagazin in einer Stellungnahme.

Dass Sartor am Mittwoch von Spiegel online mit den Worten »Wir sind doch keine Unmenschen, keine Kanakenjäger« zitiert wurde, lässt vermuten, dass die Kritik von Fiftyfifty nicht aus der Luft gegriffen ist. Tatsächlich betätigen sich offen neofaschistische Parteien mancherorts in der Hilfe für Wohnungslose, so etwa aktuell Gliederungen der Partei »Die Rechte« in Dortmund.

Den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Straßenmagazins brachte die Kritik an den Tafel-Verantwortlichen aus Essen einen sogenannten Shitstorm ein. In mehreren E-Mails, die jW vorliegen, wurden sie entweder rassistisch beschimpft oder ihnen sexualisierte Gewalttaten angedroht. »Insbesondere Mitbürger, die selbst schon nur geringste Wertschöpfung für das Deutsche Gemeinwesen erbringen oder gar für unproduktive Tätigkeiten durch die Allgemeinheit finanziert werden, sollten ihre volksschädigenden Aktivitäten mal reflektieren. Es ist dem Deutschen Arbeitnehmer nicht zuzumuten, Teile seines erwirtschafteten Geldes für die hier abgeladenen Bevölkerungsüberschüsse der Restwelt zu verschwenden«, heißt es darin beispielsweise.

Beeindrucken lassen will sich das Fiftyfifty-Team davon jedoch nicht: »Wir bleiben bei unserer Position«, betonte Sozialarbeiterin Julia von Lindern am Freitag im Gespräch mit jW.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328282.shitstorm-nach-kritik-an-tafel.html
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Almenschorsch


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« Antworten #30 am: 03. März 2018, 17:30:41 »

Mich persönlich ärgert und beunruhigt in höchsten Maße eher dies, das in diesem Land, wo es den Leuten angeblich sooo gut geht und jeder 3000 Durchschnittsnetto hat, überhaupt solche Riesenschlangen an den Tafeln sind, um Lebensmittel zu bekommen, die die großen Konzerne nicht mehr verkaufen können und sich so als Wohltäter aufspielen können.
Ist ja auch im JC so (ich habe dort ja zwangsweise von September-Dezember 2016 dort arbeiten sollen), das man "Kunden", die um einen Vorschuß bitten, weil sie sonst nichts zu essen haben, darauf hinzuweisen hat, man soll dann halt einfach zur Tafel gehen. Das wird totgeschwiegen.
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counselor


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« Antworten #31 am: 03. März 2018, 18:26:57 »

Mich persönlich ärgert und beunruhigt in höchsten Maße eher dies, das in diesem Land, wo es den Leuten angeblich sooo gut geht und jeder 3000 Durchschnittsnetto hat, überhaupt solche Riesenschlangen an den Tafeln sind, um Lebensmittel zu bekommen, die die großen Konzerne nicht mehr verkaufen können und sich so als Wohltäter aufspielen können.
20% der Bevölkerung sind arm. Das sind etwa 16 Millionen.
https://www.n-tv.de/panorama/Jeder-Fuenfte-ist-von-Armut-bedroht-article20121566.html
Ist ja auch im JC so (ich habe dort ja zwangsweise von September-Dezember 2016 dort arbeiten sollen), das man "Kunden", die um einen Vorschuß bitten, weil sie sonst nichts zu essen haben, darauf hinzuweisen hat, man soll dann halt einfach zur Tafel gehen. Das wird totgeschwiegen.
Das zeigt wieder mal die Menschenverachtung in den JCs.
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counselor


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« Antworten #32 am: 06. März 2018, 18:45:18 »

Zitat
Armutsfolgen - Diskussion um Entscheidung der Essener Tafel entfaltet sich

Rote Fahne News berichtete am 26. Februar über die breite Kritik an der Entscheidung der Essener Tafel, zukünftig keine ausländischen Menschen mehr aufzunehmen. Dazu kamen eine Reihe Leserzuschriften und auch die öffentliche Debatte geht weiter.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw10/diskussion-um-essener-tafel-vertieft-sich
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Schluepferstuermer


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« Antworten #33 am: 06. März 2018, 23:28:29 »

Man könnte jedem Rentner, Arbeitslosen usw. 500€ mehr geben. Aber will die selbsternannte Elite dies? Nein
Dann hat man doch keinen,  auf dem man runterschauen kann.


Eine andere Möglichkeit wäre, Lebensmittel in Geschäften billiger zu machen, anstatt diese Tonnenweise wegzuschmeissen. Schon bei Bauern wird wegen Gewinnmargen der Lebensmittelindustrie weggeschmissen.
Aber dann sind ja die Gewinne der Lebensmittelindustrie um Milliarden geschmälert.
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lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
----

Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!
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« Antworten #34 am: 07. März 2018, 09:23:35 »

Aus: Ausgabe vom 07.03.2018, Seite 1   / Titel

Verteilen und herrschen
Entscheidung einer Essener Tafel hat sozialpolitische Debatte ausgelöst. Doch es ist der Staat, der durch seine Einsparungen die Armut verschärft
Von Johannes Supe




Weil die öffentlichen Leistungen nicht für eine gute Ernährung reichen, werden die Schlangen vor den Tafeln immer länger (Ausgabestelle in Augsburg)
Foto: picture alliance/Sueddeutsche Zeitung Photo

Über Soziales wird in der BRD selten gesprochen. Kommt doch einmal eine Debatte auf, entzündet sie sich in der Regel an Abseitigem, etwa der Entlassung einer Kassiererin, weil sie Pfandbons im Wert von nicht einmal zwei Euro unterschlug, oder der Ernennung eines SPD-Vizekanzleranwärters. Nun wird wieder über Armut in Deutschland diskutiert – weil eine Essener Tafel dem Andrang von Bedürftigen nicht mehr Herr wird und nur noch deutsche Neukunden annehmen will. Ulrich Schneider hätte sich wohl einen anderen Anlass für die Debatte gewünscht. Aber immerhin: Sie ist nun da. Und der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands findet in ihr deutliche Worte: »Der Staat versucht den Menschen möglichst wenig zukommen zu lassen, unabhängig davon, was sie wirklich brauchen.«

Ein Bündnis aus mehr als 30 Initiativen, Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften hat am Dienstag in Berlin das Versagen des hiesigen Sozialstaats kritisiert. Die BRD komme ihrer Verpflichtung, den Menschen ein Existenzminimum zu garantieren, immer weniger nach – und mache damit Hunderttausende von ehrenamtlichen Initiativen abhängig. Mit einer erneuten Regierung aus Union und SPD drohe die Fortführung dieser Politik.

»Sozialpolitische Reformen der vergangenen Jahre hatten immer das Ziel, Mittel einzusparen«, erklärte Barbara Eschen, Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz. Reichen seien Steuergeschenke gemacht worden, gleichzeitig habe man die Leistungen für Bedürftige zusammengekürzt. In der Folge sei die Konkurrenz der Menschen um die Mittel verschärft worden. »Und heute beklagt die Politik, die den Sozialabbau herbeigeführt hat, die Entsolidarisierung der Gesellschaft.« Für Eschen ist das schlicht eine »verkehrte Welt«.

Zu der gehört etwa das Hartz-IV-System. Trickreich würden die Regelsätze kleingerechnet, führte Ulrich Schneider aus. Erwachsenen würden gerade einmal 4,77 Euro am Tag für Essen zugestanden, bei Schulkindern liege der Betrag nochmals deutlich niedriger: 2,77 Euro. Eine ordentliche Ernährung sei mit solchen Leistungen nicht möglich. Um über die Runden zu kommen, seien viele auf die Tafeln angewiesen.

Und so geht es in der BRD schon seit Jahren zu. Die Tafeln selbst weisen aus, dass ihre Zahl seit 2003 sprunghaft anstieg – also seit der Einführung der »Agenda«-Gesetze unter Gerhardt Schröder (SPD). Gab es damals bundesweit 330 Einrichtungen, so sind es mittlerweile über 900. Sie betreuen etwa anderthalb Millionen Bedürftige.

Nicht nur die Hartz-IV-Leistungen seien zu gering bemessen, so Schneider. Auch die Mittel für Kinder reichten nicht aus, ebensowenig die Grundsicherung für ältere Menschen oder das wenige Geld, das Schutzsuchenden zugestanden wird. Teils um 30 Prozent müssten die Leistungen angehoben werden.

Doch unter einer erneuten »großen Koalition« wird auch dieses Minimum erkämpft werden müssen – oder es bleibt aus. Das wissen die mehr als 30 Organisationen, die sich nun für Verbesserungen einsetzen wollen. Am Dienstag betonten ihre Vertreter, dass im Koalitionsvertrag von Union und SPD keine Trendwende in der Sozialpolitik zu erkennen sei. Über Hartz-IV finde sich im Dokument nicht einmal ein einziger Satz. Worum es in den kommenden Monaten und Jahren also gehen muss, fasste Schneider so zusammen: »Der neuen Groko müssen wir deutlich machen: Dieser Koalitionsvertrag kann nicht das letzte Wort sein.«

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328521.verteilen-und-herrschen.html

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counselor


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« Antworten #35 am: 11. März 2018, 20:05:21 »

Zitat
Umstrittene Regelung - Essener Tafel will Ausländer-Aufnahmestopp wohl Ende März aufheben

Die Essener Tafel wird den umstrittenen Aufnahmestopp für Ausländer voraussichtlich Ende März aufheben. "Wir gehen davon aus, dass es in zwei, drei Wochen so sein wird, Ende des Monats", sagte der Vorsitzende des Tafel-Trägervereins, Jörg Sartor, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschland/umstrittene-regelung-essener-tafel-will-auslaender-aufnahmestopp-wohl-ende-maerz-aufheben_id_8593915.html
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Tiefrot
Rote Socke


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« Antworten #36 am: 11. März 2018, 22:14:05 »

Ihren Ruf hat sich die Tafel trotzdem versaut.
Mal ganz von der Seite des Armutszeugnisses mal abgesehn...
« Letzte Änderung: 11. März 2018, 22:15:48 von Tiefrot » Gespeichert

Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !
Onkel Tom


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« Antworten #37 am: 12. März 2018, 11:29:27 »

Der Oberfuzzi der Tafel in Essen hat sich das verdammt einfach gemacht..

Bei anderen Tafeln werden Nummern- oder Buchstabenzettel ausgegeben
und somit der Durchgang am Stand gesteuert. So funzt das in HH ganz gut,
egal wer da Schlange steht..

Warum schaffen die das in Essen nicht ? Der Fehler liegt wohl am
Organisatorischem. Für die Schuldabschiebung auf Migrannten gehört der
Typ durch einem ersetzt, der Organisation vorzieht..

 Angry
« Letzte Änderung: 12. März 2018, 11:31:29 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
counselor


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« Antworten #38 am: 12. März 2018, 16:34:09 »

Die Nürnberger Tafel hat das auch besser organisiert. Hier bekommen die Leute Nummern, die am Eingang aufgerufen werden. Rentner und Flüchtlinge werden dazu auch zeitlich getrennt.
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Hartzhetzer


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« Antworten #39 am: 14. März 2018, 06:40:27 »

Das mit dem Defizit in der Organisation stimmt schon, jedoch kann nur das verteilt werden was da ist. Wenn durch die geflüchteten mehr Bedürftige auf Lebensmittel angewiesen sind und die Supermärkte nicht mehr Wegwerfzeug für die Mülltonnen haben, müssen halt Menschen von der Müll ähm Essensverteilung ausgeschlossen werden, oder alle müssen weniger bekommen. Man kann immer nur das verteilen was da ist, umso weniger da ist, umso größer wird Angst, Hilflosigkeit und Aggression auf beiden Seiten (Tafelbetreiber, Bedürftige).
Die Salamitaktik funktioniert immer wieder ausgezeichnet, wo am Anfang der Hartz IV Tafelzeit Menschen noch widerwillig, als absoluten Notnagel zur Tafel gegangen sind, ist der Tafelgang 13 Jahre später ein selbstverständlicher Lebensalltag der gar nicht mehr hinterfragt wird, im Gegenteil, man Kämpft gegeneinander um die Essensreste der reichen Schweine. Wer hat mehr Anrecht auf deren Müll, wo ziehen wir die Linie?
Inländer gegen Ausländer, Männer gegen Frauen, Junge gegen Alte, Kinder gegen Rentner. Hat eine Schwangere Frau mehr recht auf Essen, als eine 48 Jährige Frau? Braucht ein Mann zwischen 20 und 30 Jahren weniger Nahrung als ein über 60 jähriger? Obwohl der über 60 jährige könnte ja bald sterben, da geben wir es lieber den jüngeren Mann, den können wir vielleicht noch in einem blöden Dienstleistungsjob auf Verschleiß fahren. Los schnell holt die Statistiken und den Taschenrechner und dann spielen wir eine Runde moderne Menschenverwaltung 4.0

Allerdings sieht die Bundesregierung das ganze etwas optimistischer  Wink

https://www.youtube.com/watch?v=haYmt3mmeNM&t=6s
« Letzte Änderung: 15. März 2018, 07:05:16 von Hartzhetzer » Gespeichert

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
- Albert Einstein -

Jedoch ist das genau das, was in einer Marktwirtschaft Alternativlos ist.
Kuddel


Beiträge: 11092


« Antworten #40 am: 24. März 2018, 12:40:09 »

Zitat
Armut bekämpfen, statt Armut auszuspielen

Ein Bündnis von sozialen Initiativen fordert offensive Sozialpolitik


Die Verarmungspolitik hat einen Namen: Hartz-IV

Die Organisatoren machen auch deutlich, dass die politisch gewollte Verarmungspolitik einen langen Vorlauf hat, aber in dem Hartz IV-Programm kulminiert.

Um überleben zu können, waren immer mehr Menschen auf die Tafeln angewiesen. Da ist es besonders zynisch, dass der Alt-Sozialdemokrat und Lobbyist Claus Schmiedel in einem Interview in der Wochenzeitung Kontext erklärt.

    Mit der Agenda und Gerhard Schröder haben wir 2005 noch einmal ein prächtiges Ergebnis bei der Bundestagswahl eingefahren.
    Claus Schmiedel


So wie Schmiedel denken wahrscheinlich viele in der SPD, nur nicht alle werden es so offen aussprechen. Wenn eine Spätfolge der Essener Tafeldebatte dazu führt, diese Verarmungspolitik und die dafür Verantwortlichen in den Fokus zu nehmen, dann wäre das sehr positiv. Es gäbe viele Gründe weiterhin gegen die Vertafelung der Gesellschaft zu protestieren.

Wie schon Karl Marx den bürgerlichen Philanthropismus scharf kritisierte, so ist das heute auch wichtig. Nur noch wenige Organisationen wie Medico International kritisieren einen solch paternalistischen Ansatz von Hilfe und propagieren dagegen eine Unterstützung, die Menschen zu Selbstbewusstsein und Widerstand ermutigt.

Warum nicht die Tafeln nutzen, um mit den Menschen gemeinsame "Zahltage" in Jobcentern zu machen, um ihre Rechte einzufordern, damit sie genug Geld haben, um Produkte ihrer Wahl zu kaufen? So würden sich die Tafeln selber überflüssig machen und das müsste ihre vornehmste Aufgabe für alle Menschen sein, wenn die Arbeit bei der Tafel wirklich gesellschaftlich etwas bewirken und nicht nur Armut verwalten und regulieren will.
https://www.heise.de/tp/features/Armut-bekaempfen-statt-Armut-auszuspielen-3988098.html?seite=all
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counselor


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« Antworten #41 am: 03. April 2018, 20:04:47 »

Zitat
Armutsdebatte: Essener Tafel nimmt wieder Ausländer auf

Die Tafel in Essen lehnt derzeit Bedürftige ohne deutschen Pass ab - und steht damit im Mittelpunkt einer Debatte über Armut und Diskriminierung. Nun hat der Verein eine neue Entscheidung getroffen.


Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/essen-tafel-nimmt-wieder-auslaender-auf-a-1200991.html
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