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Autor Thema: Kann Supervisor nichts recht machen  (Gelesen 2185 mal)
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MarcoW75


Beiträge: 49


« am: 08. Dezember 2017, 21:28:38 »

Hallo!
Ich bin 42, verheiratet, allerdings lebt meine Frau bereits seit 2 Jahren in den USA,wohin auch ich ziehen will,sobald die rechtlichen Gegebenheiten erledigt sind.Ich hoffe,daß das Ganze im ersten Halbjahr 2018 über die Bühne gegangen ist.

In der Zwischenzeit arbeite ich hier in Deutschland über eine Zeitarbeitsfirma in einem Callcenter eines Maschinenherstellers,d.h.ich supporte dessen Maschinen. Das sieht so aus,daß Kunden bei uns anrufen und wir vom 1st Level Support telefonische Hilfe geben,wie bestimmte Probleme vom Anrufer selbst zu lösen sind..Bei schwerwiegenderen Problemen werden die Tickets an den 2nd-Level-Support weitergegeben, ggf. auch ein Techniker rausgeschickt. In der Firma herrscht personalmäßig ein fröhliches Kommen und Gehen, kaum ein Bewerber bleibt länger als unbedingt sein muss,alle ergreifen sie die Flucht,wenn sie merken, was in dieser Firma los ist.  Ich bin jetzt 1,5 Jahre in dieser Firma und habe geschätzt 15 Leute anfangen und wieder aufhören sehen. Selbst langjähriges Personal ergreift zur Zeit panikartig die Flucht, der Rest nimmt jede Gelegenheit war,um krank zu feiern (darunter häufig psychische Probleme).

In der Firma herrscht eine katastrophale Kommunikation: Änderungen an der Software der Geräte werden kaum publiziert,so daß ein Fehler,der heute noch auf eine gewohnte Art und Weise gelöst wird,morgen schon ganz anders gelöst werden soll.
Die Folge: Man macht fast unweigerlich Fehler und wird vom Supervisor vollgemeckert,der natürlich diese Änderungen und natürlich auch sämtliche anderen Macken der Geräte kennt, immerhin ist er der Dienstälteste in der ganzen Abteilung. Die Folge ist,daß man als kleiner 1st-Level-Supporter eigentlich KEINEN Fehler zu seiner Zufriedenheit lösen kann.  Selbst wenn das Gerät wieder funktioniert, passt ihm das nicht wirklich,wenn er die Tickets prüft. Reicht man seines Erachtens zuviele Tickets an Techniker weitergibt, ist das natürlich auch nicht recht. Ebenso wenn man Tickets an den 2nd-Level-Support weitergibt,ohne seines Erachtens alle notwendigen Infos einzuholen. Umgekehrt gibts aber auch wieder Mecker,wenn man Sachen beim Kunden abfragt, die für den Fehler eigentlich ohne Belang sind.

Momentan ist es soweit,daß ich nicht mal mehr Techniker rausschicken darf,ohne mir vorher bei einem von 3 ausgewählten Kollegen (darunter der erwähnte Supervisor) das Ok zu holen.  Unnötig zu erwähnen,daß ihm das auch nicht in den Kram passt,wenn man dann nicht ihn fragt, sondern einen der anderen beiden Kollegen.  Heute habe ich sogar einen Anschiss bekommen,weil ich seit Einführung dieser Anweisung tatsächlich kaum noch Technikereinsätze veranlasse,sondern lieber länger mit den Kunden am Telefon eine Lösung zu finden versuche. Zuviele Techniker-Einsätze=>Anschiss. Zu wenig Techniker-Einsätze=>Anschiss. Ich kanns ihm also nicht recht machen.

Natürlich habe ich schon versucht, die Fehler bei mir selbst zu finden. Es ist tatsächlich so,daß ich häufig Fehler mache. Das liegt ganz einfach daran,daß ich mich gerade bei Fehlern,die nicht so oft vorkommen, einfach an den Fehlerbaum halte, der uns zur Lösungsfindung zur Verfügung steht.  Unnötig zu erwähnen,daß auch das dem Herrn Supervisor nicht passt.  Da fragt man sich doch: Warum bastelt die Firma ständig an den Fehlerbäumen rum,wenn dann doch nicht alles drinsteht,was man angeblich alles fragen soll ?

Was mich am meisten an der ganzen Sache ärgert: er scheint es in erster Linie nur auf mich abgesehen zu haben. Wir müssen jeden Tag für einen bestimmten Kunden so eine Art Datenübertragung in dessen Computersystem machen. In diesem Rahmen kriege ich auch die Tickets der anderen Agenten zu Gesicht und schaue mir auch interessehalber an, was diese Kollegen bei gängigen Fehlern zur Lösungsfindung gemacht haben. Und meist ist das genau die selbe Methode,die ich auch angewendet hätte. Manchmal sind die Tickets auch derartig kurz gehalten,daß man nur als Insider erahnen kann,was da überhaupt von den Kollegen gemacht wurde. Ich würde für solche Tickets sofort einen gewaltigen Anschiss bekommen.

Ich merke in den letzten Monaten,daß ich immer mehr zur tickenden Zeitbombe werde, insbesondere weil ich ständig befürchten muss,mit jedem neuen Ticket wieder wegen Nichtigkeiten zusammengestaucht zu werden.  Meine Konzentrationsfähigkeit und vor allem mein Gedächtnis lassen zunehmend nach,was die dienstlichen Angelegenheiten angeht. Was ich nicht unverzüglich aufschreibe (Lösungswege, Tips anderer Kollegen zu gängigen Problemen usw), habe ich in kürzester Weise wieder vergessen. Interessanterweise ist das aber nur in dienstlichen Belangen so, nicht bei anderen Bereichen des täglichen Lebens. Sprich: Irgendwie geht bei mir in dienstlichen Belangen so eine Art geistige Firewall hoch, die mich davor beschützt, ganz durchzudrehen.

Eigentlich hatte ich gehofft,die paar Monate bis zu meinem Umzug in der Firma bleiben zu können,aber jeder Tag länger ist eine Tortur für mich. Daß es insbesondere an diesem einen Kollegen liegt, daß es mir so mies geht, merke ich insbesondere dann, wenn entweder er oder ich mal nicht da sind,denn dann gehts mir sofort besser.
Natürlich bin ich aktiv auf Jobsuche,doch ist das hier mitten im Thüringer Wald nicht so einfach, einen anderen Job zu finden.
Die gemeinsamen Vorgesetzten auf meine Situation anzusprechen ist ziemlich aussichtslos. Der erwähnte Kollege ist seit über 10 Jahren dabei und in der gesamten Abteilung der einzige noch verbliebene Kollege, der in technischer Hinsicht als eierlegende Wollmilchsau zu bezeichnen ist. Er ist für die Firma unabdingbar und das weiß er auch, weswegen er praktisch Narrenfreiheit hat und das gnadenlos ausnutzt.

Wie würdet ihr an meiner Stelle weiter vorgehen ?
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #1 am: 08. Dezember 2017, 22:35:35 »

Naja, ist doch schon mal ein ganz gutes Training für die USA wo noch schlimmere Arbeitsverhältnisse herrschen und es keine Kündigungsfristen, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung gibt!
Dafür jede Menge durchgeknallte Psychopathen die sich in jedem Wall- Mart eine Knarre kaufen können oder glauben, das die Erde erst seid 1000 Jahren existiert und die statt eine Therapie zu machen (wer kann sich sowas schon leisten) lieber Amok laufen oder Präsident werden! Shocked Shocked
Sorry für den Sarkasmus, aber ich konnte grade nicht anders!
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MarcoW75


Beiträge: 49


« Antworten #2 am: 08. Dezember 2017, 23:59:41 »

Dafür jede Menge durchgeknallte Psychopathen die sich in jedem Wall- Mart eine Knarre kaufen können

Und du glaubst tatsächlich,daß das in D anders wäre,wenn wir ähnliche Waffengesetze hätten wie die Amis ? Und was Geisteskranke in Führungspositionen in der Politik angeht, müssen wir in D ja erst recht die Klappe halten. Und das ist nicht mal auf gewisse Ex-Politiker aus der österreichischen Provinz bezogen,sondern eher auf laufende Hosenanzüge, Alkoholiker und Studienabbrecher.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #3 am: 09. Dezember 2017, 00:39:12 »

Zitat
Und du glaubst tatsächlich,daß das in D anders wäre,wenn wir ähnliche Waffengesetze hätten wie die Amis ?
Haben wir aber nicht!
30.000 Tote durch Schusswaffen in den USA pro Jahr! Da kommen wir nicht mal annähernd hin!
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MarcoW75


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« Antworten #4 am: 24. September 2018, 20:08:47 »

Eine Rückmeldung von mir, wie es weiterging: Anfang Januar bin ich psychisch entgültig zusammengeklappt und wurde von einer Psychiaterin (bei der ich kurzfristig einen Termin bekam) erstmal mit Diagnose Depressionen und PTBS aus dem Verkehr gezogen. Natürlich nicht ohne Medikamente verordnet zu bekommen, die dagegen ankämpfen sollten. Allerdings merkte ich, dass die mich in erster Linie müde machten...auch eine Methode,nicht ständig an die Arbeit zu denken,wenn man kaum noch die Augen offen halten kann :-O Also hab ich sie wieder abgesetzt.

In der Zeit daheim merkte ich, dass mir der Abstand zum Job weit besser taten,als es jedes Medikament hätte schaffen können.  Trotzdem war es ein einziges auf und ab, weil ich merkte, dass es mir jedesmal spürbar schlechter ging, wenn ich nur an die Firma dachte oder auch nur den nächsten Krankenschein abgeben musste.  Doch so konnte es ja nicht in alle Ewigkeit weitergehen, ich hatte nur die Wahl, entweder eine Therapie zu machen (Beginn wäre im März 2019 (!) gewesen) oder mir einen anderen Job zu suchen in der Hoffnung, dass es mir da besser geht.  Anfangs tat es das auch, doch jetzt nach knapp 5 Monaten in der neuen Firma merke ich, dass es auch da langsam wieder bergab geht.
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Bambi_365


Beiträge: 5


« Antworten #5 am: 28. September 2018, 09:59:40 »

Sehr schade so etwas zu lesen. Ich wünsche dir für die Zukunft wirklich alles gute liber Marco!
Manchmal kann ein Jobwechsel oder Ortswechsel wahre Wunder wirken. Aber schade das es jetzt anscheinend beim neuen Job auch nicht besser ist. Sad
Was sind die Gründe in der neuen Firma?
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tleary


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« Antworten #6 am: 15. Oktober 2018, 05:14:46 »

Ich bin 42, verheiratet, allerdings lebt meine Frau bereits seit 2 Jahren in den USA,wohin auch ich ziehen will,sobald die rechtlichen Gegebenheiten erledigt sind.Ich hoffe,daß das Ganze im ersten Halbjahr 2018 über die Bühne gegangen ist.
Was ich mich frage: Was wurde aus dem geplanten Umzug in die USA?
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"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #7 am: 21. Oktober 2018, 13:37:13 »

Erschossen?
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MarcoW75


Beiträge: 49


« Antworten #8 am: 11. November 2018, 17:52:14 »

Das ist ne lange Geschichte,weswegen sich der Umzug auch noch eine Weile verschiebt.

Um es mal zu umreißen, falls es jemanden interessiert: Das erste Arbeitsvisum meiner Frau wurde von einer Anwältin betreut, die sich nicht wirklich den Hintern führ ihre Mandanten aufriss. Im Gegenteil, sie versuchte uns (genauergesagt den Arbeitgeber meiner Frau) abzuzocken,indem sie Fristen absichtlich verstreichen ließ. Schon an dem Punkt haben wir dem Chef dort geraten, die Kanzlei zu wechseln. Wollte er nicht...wenn ihm ne hübsche Frau was vom Pferd erzählt, schaltet er sein Hirn aus.
Bei der Greencard war´s ähnlich. Dort hat die Anwältin die falsche Kategorie beantragt und zudem bei der inzwischen fälligen Verlängerung des Arbeitsvisums eine Falschinfo bezüglich der mitzusendenden Unterlagen gegeben. Mit dem Ergebnis,dass es für beide Anträge einen sogenannten Request for Evidence gab,d.h. die Einwanderungsbehörde wollte weitere Belege. Das vor 3 Monaten und endlich der Moment, an dem Frauchens Chef *endlich* aufgewacht ist und den Anwalt gewechselt hat. Der neue Anwalt hat natürlich erstmal die Unterlagen vom alten Anwalt angefordert und war entsetzt. Sein Kommentar: SO eine Antragstellung kann nur jemand fabrizieren,der keine Ahnung davon hat oder seine Mandanten absichtlich ins offene Messer rennen lassen will.
Das Ende vom Lied: Der Greencardantrag musste zurückgezogen werden und der für die Verlängerung ihres Arbeitsvisas musste neu gestellt werden. Da ist die erste Stufe auch genehmigt, in 1,5 Wochen kommt das zugehörige Interview im Frankfurter Konsulat. Bei der Gelegenheit kriege ich auch gleich wieder ein sogenanntes Ehepartnervisum. Danach will Frauchens Chef gleich mit einem erneuten Greencardantrag weitermachen, denn inzwischen hat er den Ernst der Lage begriffen.  Er ist halt so´n Typ, der immer erstmal auf die Nase fallen muss, statt gleich auf die zu hören, die ihm genau das vorhergesagt haben, was dann tatsächlich eingetreten ist.
Momentan überlegen wir, ob es sinnvoll ist, zusammen mit dem Greencardantrag für meine Frau (ich würde dann auch eine kriegen,da verheiratet), eine sogenannte H4-EAD zu beantragen. Mit dem H4 dürfte ich in den USA leben,aber nicht arbeiten und ein H4 EAD ist quasi eine übergangsweise Arbeitserlaubnis, bis die Greencard genehmigt wurde. Allerdings müsste ich dann bei Antragstellung in den USA sein und auch 2-4 Monate dort ohne Einkommen zurechtkommen, bis die EAD genehmigt wurde.

Ach ja...noch was zu der alten Firma: ich war übrigens nicht der letzte, der da gegangen ist. Bereits kurz bevor ich krankgeschrieben wurde, haben dort innerhalb von 2 Wochen 4 erfahrene Kollegen aufgehört. Während meiner Krankschreibung nochmal 3 und nachdem ich weg wahr, weitere 3. Und das alles in einer Abteilung,die bei Vollbesetzung kaum 25 Leute stark war. Wie ich kürzlich gehört habe, ist wohl auch inzwischen niemand mehr dazugekommen und wenn mehr als 2 Leute gleichzeitig in Urlaub gehen oder krank werden, können die dort nicht mal mehr den Dienstplan füllen.
Hinzu kommt, dass der Konzern 2 neue Callcenter in Polen aufgemacht hat, wo 2 Leute von uns für mehrere Wochen hingereist sind,um die Polen auszubilden. Man muss kein Einstein sein,um 1+1 zusammenzählen zu können, wen der Konzern meinte, als er in einem Rundschreiben im Frühjahr "Einsparungen und Arbeitsplatzabbau im Servicebereich" ankündigte. Lediglich die Abteilungsleitung ist bis heute so blauäugig zu glauben, dass die Standorte in Deutschland bestehen bleiben, alle anderen (Ex-)Kollegen dort schauen sich ständig nach Jobs um. 


« Letzte Änderung: 11. November 2018, 18:02:09 von MarcoW75 » Gespeichert
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« Antworten #9 am: 11. November 2018, 20:11:04 »

Naja, klingt ja dubios, das mit der ersten Anwältin..
Was Stangenfieber so für Nebenwirkungen hat.

Ob es in den USA anders ist  Roll Eyes

Ach ja, wundere dich nicht darüber, das die US-Behörden sehr pingelig
sind.. Könnte ja sein, das sich dort unliebsame Menschen einschmuggeln
wollen. Ein Bekannter von mir musste sein US-Pass erneuern. War echt
ein Hürdenlauf und mit ner Rundreise zu Konsulaten in D verbunden..

In dem großen Konsulat in HH gibt es noch nicht mal eine Abteilung für
Passangelegenheiten.. So blieb ihn nur Bremen oder Berlin über..
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MarcoW75


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« Antworten #10 am: 16. November 2018, 12:54:19 »

Ach ja, wundere dich nicht darüber, das die US-Behörden sehr pingelig
sind..

Oh ja..da erblassen deutsche Beamte in mancher Beziehung noch. Ein Beispiel: Die Firma, wo meine Frau arbeitet, war im Grunde bisher eine etwas überdimensionierte Garage von 20x30m. Nun wollte der Chef da einen eigenen Laden reinbauen,indem er drinnen quasi einen Teil abtrennen. Und da fingen die Laufereien an. Erst musste der Gemeinderat des Kuhkaffs,wo die Firma sitzt, zustimmen,dass die Firmenart überhaupt ins "Firmenkonzept" des Ortes passt. Danach musste der Chef eine Zustimmung des benachbarten Sportflugplatzes einholen, weil die Zufahrt zur Firma in der Einflugschneide liegt und sich Piloten bei der Landung von Autos gestört fühlen könnten (ja...kein Witz!). Danach kam der Bauantrag, der Bau musste mehrfach von einem Inspektor abgenommen werden. Dessen "Steckenpferd" war die Behindertentoilette. Mal war der Raum zu klein, beim nächsten Mal zu groß, dann war die Toilettenschüssel zu hoch angebracht, eine Haltestange zu weit von der Toilette entfernt. Zuletzt sollte das Waschbecken sogar höhenverstellbar sein, damit es auch "größere Personen" nach eigenem Wunsch einstellen können.  Solche Sachen wie Brandschutz interessierten die Inspektor nicht die Bohne. Ich hab schon gewitzelt: Wenn es brennt und die Leute drinnen kommen nicht rechtzeitig raus...piepegal. Aber wehe, ein Opa im Rollstuhl stößt sich auf der Flucht das Knie an, dann ist "Polen offen".  Zuguterletzt nach Ende der Bauarbeiten musste dann nochmal der Gemeinderat zustimmen, dass der Chef den Laden wirklich eröffnen darf.

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« Antworten #11 am: 18. November 2018, 16:24:40 »

In D herrscht die goldene Regel "Erst Bauantrag stellen und genehmigen lassen".
Erst dann Umbau anfangen.. Stellt die Stadt etwas anderes fest, werden sie gern
zikkig und machen es dem Projekt schwer. Nicht umsonst sind in der Baubehörde
auch Mitarbeiter vertreten, die Baumasnahmen ohne deren Segen nicht mögen.

Was meinst Du mit "Polen offen" ? Verstehe nicht, was Du damit sagen willst.
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MarcoW75


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« Antworten #12 am: 22. November 2018, 20:01:19 »

Oh, sorry, das ist wohl eher ein regionaler Begriff hier aus der Gegend und meint "dann gibts richtig Ärger".
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tleary


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« Antworten #13 am: 28. November 2018, 02:40:07 »

Dann viel Glück bei der neuen Jobsuche! Die USA wird ja hierzulande von den Mainstream-Medien immer gerne schlecht gemacht, was die Bedingungen der Jobs anbelangt. Wobei man wohl besser zuerst einmal vor der eigenen Haustüre kehren sollte. Weil: D = größter Niedriglohnsektor in ganz Europa! Und ob man nun als Bedürftiger "Foodstamps" bekommt, oder 400 € Hartz IV.... geschenkt! Bei meiner letzten Heizölbestellung mußte ich mich beim Lieferanten auch als Hartz-IV-Bezieher outen. - Von wegen "kein Judenstern für Arme" hierzulande!

Das mit dem geringen Urlaub (nur 2 Wochen pro Jahr) stimmt wohl. Das habe ich vor Jahren auch von einem Bulgaren bestätigt bekommen, der vor 15 Jahren dorthin auswanderte. Er kehrte vor einigen Jahren sogar wieder nach Europa (in sein Heimatland) zurück, u.a. wegen der wenigen Freizeit, die ein US-Arbeitnehmer hat.

Man sollte aber nicht aus den Augen verlieren, daß es auch viele gut bezahlte Jobs dort gibt. Ob an die aber ein Ausländer mit bestenfalls durchschnittlichen Englischkenntnissen und ohne besondere Qualifikation rankommt, ist wohl eher unwahrscheinlich. Und die Niedriglohnjobs werden von den Mexikanern belegt.

Größter Vorteil des US-Arbeitsmarkts gegenüber dem deutschen ist wohl, daß nicht so sehr in der Vergangenheit eines Bewerbers herumgesucht wird. Wenn hierzulande irgendwelche längeren Lücken wegen Arbeitslosigkeit oder häufige Jobwechsel mit kurzzeitiger anschließender Arbeitslosigkeit drin sind, wird man hier in Schland ja sofort aussortiert. Die Ami-Arbeitgebrer sollen da ja nicht so pingelig sein.

Aber gut, ich rede über Dinge, die ich noch nicht selbst erlebt habe....
War nur 1 x in den USA zum Urlauben, in Florida. Und da fiel mir halt auf, daß ich sehr häufig von Obdachlosen wegen Geld gefragt wurde. Aber das war auch 2010, also kurz nach dem großen Immobiliencrash. Die Armen- und Obdachlosenzahl wird seitdem trotzdem kaum gesunken sein. Die inoffizielle Arbeitslosenquote liegt in den USA auch weiterhin bei 23 %. Wobei sie auch hier im "Musterländle der Vollbeschäftigung" eindeutig massiv geschönt wird. In den Medien wird ja schon wieder so getan, als ob Vollbeschäftigung herrschen würde.

Höhe der US-Arbeitslosigkeit: http://www.shadowstats.com/alternate_data/unemployment-charts

Die Unternehmerseite hat ja nun durch ein neues Gesetz wegen des angeblichen "Fachkräftemangels" durchgesetzt, daß die Zuzugsbeschränkungen für alle Beschäftigungen aufgehoben werden. Wobei es nun nicht mehr nur für den Bereich der Hochqualifizierten gelten wird, sondern generell für alle Berufe. Nicht, daß ich gegen den Ausländerzuzug etwas hätte. Aber dagegen, daß dadurch nun ermöglicht wird, daß die neu Zugezogenen dann ebenfalls zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, und deren Unwissenheit und Unorganisiertheit ausgenutzt wird, schon.
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(Rudi Dutschke, 1967)
MarcoW75


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« Antworten #14 am: 29. November 2018, 08:55:39 »

Naja...noch bin ich nicht drüben, aber ich fliege regelmäßig rüber (nächste Woche zum 5.Mal). Ich darf zwar momentan nicht offiziell nach Jobs suchen, aber es ist ja nicht verboten, sich zumindest schonmal umzuschauen, was es denn in der netreffenden Gegend überhaupt für Firmen gibt und welche davon ab und an mal Leute suchen.
In Sachen Jobsuche muss ich mich immer wieder an eine Signatur eines Users in einem Auswandererforum erinnern, die sinngemäß besagte "Die meisten Auswanderer kommen mit Beruf A ins Land, jobben dann in Beruf B und landen schließlich in Beruf C, wo sie glücklich sind!". Will sagen: man wird nicht so schnell in Schubladen gesteckt, dass man bestimmte Jobs sowieso nicht kann, nur weil man noch keine Erfahrungen hat. Die amerikanischen Arbeitgeber sind da durch das sehr rudimentär anmutende amerikanische "Ausbildungssystem" halt mehr drauf angewiesen, zumindest im nicht-akademischen Sektor die Leute selbst anzulernen, statt fertiges "Material" zu bekommen.
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