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Autor Thema: Legende & Wirklichkeit – Die IG Metall in der Automobilindustrie  (Gelesen 1759 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Kuddel


Beiträge: 11472


« am: 20. Dezember 2017, 19:16:13 »



Das Buch hat die ISBN Nummer 978-3-924621-17-9. Es ist in allen Buchhandlungen, (notfalls) bei amazon oder direkt über RAT & TAT erhältlich: ratundtat@drgeffken.de. Buchhandlungen bestellen bitte unter verlagvar@drgeffken.de. Autor und Buch freuen sich ab sofort über Einladungen zu Präsentationen, Lesungen und Diskussionen, siehe auch Infos zum Buch bei Rolf Geffken http://www.drgeffken.de/nc/aktuelle-bereiche/inhalt-rat-tat-infos/einzelansicht-rat-tat-infos/article/rat-tat-info-275-legende-wirklichkeit-die-ig-metall-in-der-automobilindustrie/

Zitat
Zementierung der Leiharbeit

“Auch der „Kampf“ der IG Metall gegen Leiharbeit ist im Wesentlichen eine Fata Morgana. Hier hat die Organisation nach außen hin das potemkinsche Dorf einer angeblichen Politik gegen Leiharbeit errichtet, das aber der Wirklichkeit nicht standhält. Es fing an mit der sogenannten VW-Charta Zeitarbeit, in der großspurig verkündet wird, mittel- bis langfristig Leiharbeiter in die Stammbelegschaft zu übernehmen. Schaut man sich die Realität an, so stellt man fest, dass immer wieder einzelne Leiharbeiter in die Stammbelegschaft übernommen wurden, dass aber weder für Außenstehende noch für die Betroffenen überhaupt nachvollziehbar ist, nach welchen Kriterien diese Übernahmen erfolgen. Generelle Übernahmen finden jedenfalls nicht statt und wer sich auf die VW-Charta Zeitarbeit beruft, bekommt von der Volkswagen AG zu hören: „Die VW-Charta Zeitarbeit hat rechtlich keine Bedeutung“…”
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/12/geffken_legende.pdf

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Tiefrot
Rote Socke


Beiträge: 3405



« Antworten #1 am: 21. Dezember 2017, 01:37:29 »

Das Zitat genügt schon, um genau zu wissen, warum ich nie in der Gewerkschaft war.  rolleyes

Sauladen das !
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Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2873



WWW
« Antworten #2 am: 06. Januar 2018, 12:06:35 »

Gewerkschaftsarbeit gegen die Beschäftigten
Rolf Geffken stellt in seinem neuen Buch die These auf, dass die IG Metall die Spaltung der Arbeiter vorantreibt

Von Rainer Balcerowiak

Seit 40 Jahren arbeitet Rolf Geffken als Anwalt für Arbeitsrecht. Darüber hinaus ist er als Berater für Betriebsräte, als Dozent in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit und als Publizist tätig. Mit den Großgewerkschaften des DGB gerät er dabei regelmäßig in Konflikt. In vielen Fällen wirft er ihnen eine zu große Nähe zur herrschenden Politik und zu Firmenleitungen vor, was auf Kosten der konsequenten Interessenvertretung der Beschäftigten gehe. Für Aufsehen sorgte sein juristischer und politischer Kampf für die Rechte »illegaler« philippinischer Seeleute, gegen die Billigflaggenpolitik deutscher Reedereien und für die Rechte von Hafenarbeitern, die von »ihrer« Gewerkschaft ver.di im Stich gelassen würden.

In seiner Veröffentlichung mit dem Titel »Legende & Wirklichkeit« widmet sich Geffken dem Wirken der IG Metall in der Automobilindustrie. In seiner Bestandsaufnahme der aktuellen Tarif- und Arbeitsrechtspolitik der mit 2,3 Millionen Mitgliedern größten Einzelgewerkschaft der Welt kommt er zu ernüchternden Schlussfolgerungen. Die IG Metall habe zwar in den Kämpfen um die 35-Stunden-Woche und gegen die Lohndiktate der »konzertierten Aktion« in den 1970er und 1980er Jahren historische Erfolge errungen. Doch dem neoliberalen Rollback in der Spätphase der Ära Kohl und der darauffolgenden rot-grünen Regierung unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder hatte sie nichts entgegenzusetzen. Im Gegenteil habe die IG Metall in der Autoindustrie die Spaltung in den Betrieben mit vorangetrieben.

Das betrifft vor allem die vielen Formen prekärer Beschäftigung. Neben den Stammkräften arbeiten in vielen Werken bis zu 50 Prozent Leih- und Werkvertragsarbeiter sowie Scheinselbstständige auf »Projektbasis«. Sie werden meist nicht nur schlechter bezahlt, sondern genießen auch keinen Kündigungsschutz und unterliegen nicht den Mitbestimmungsrechten der Betriebsräte. Geffkens Vorwurf lautet, dass die Gewerkschaft die Spielräume, die durch Novellen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes geschaffen wurden, nicht genutzt habe. Durch eigene Tarifverträge für Werkvertragsarbeiter habe die IG Metall die Spaltung der Belegschaft zementiert und den Konzernen eine neue rechtliche Basis für die Verweigerung von Festanstellungen geschaffen. Entsprechend wurde vielen Kollegen, die sich in ein reguläres Arbeitsverhältnis einklagen wollten, der Rechtsschutz verweigert.

Mit Fallbeispielen schildert Geffken auch das rigorose Vorgehen des IG-Metall-Apparats gegen oppositionelle Strömungen. So würden Betriebsräte, die sich dieser Politik verweigern, ausgrenzt und regelrecht gemobbt. Besonders eindrucksvoll ist ein Fall aus dem VW-Werk Hannover, wo ein oppositioneller Betriebsrat auf Betreiben der Betriebsratsmehrheit von der Firmenleitung wegen angeblich diffamierender Kritik mehrfach abgemahnt wurde.

Quelle

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1075167.gewerkschaftsarbeit-gegen-die-beschaeftigten.html?sstr=Balcerowiak%3Fpk_campaign%3DSocialMedia
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Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Fritz Linow


Beiträge: 1200


« Antworten #3 am: 24. Januar 2018, 21:41:54 »

Einige Minuten Radio:
Zitat
24.1.18
Legende & Wirklichkeit – Die IG Metall auf dem Prüfstand
(...)
Der Arbeitsrechtler Dr. Rolf Geffken ist Autor des Buches und mit ihm sprachen wir über die gegenwärtige IG Metall-Politik.

http://radiocorax.de/legende-wirklichkeit-die-ig-metall-auf-dem-prfstand/
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