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Autor Thema: Leiharbeiter in den Tarifauseinandersetzungen  (Gelesen 1775 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11226


« am: 13. Januar 2018, 20:39:20 »

Zitat
Arbeitskampf geht in die erste Runde

Bei Maximator in Nordhausen wurden heute wieder Tranparente und Trillerpfeifen ausgepackt. Die Gewerkschaft IG Metall ruft in diesen Tagen in ganz Nordthüringen zum Arbeitskampf.


(...)Bei Maximator zeigten sich heute auch die Leiharbeiter solidarisch und standen mit auf der Straße, dafür gab es Applaus von den Kollegen. Das Problem der Leiharbeit bestehe auch weiterhin, meinte Scharff, auch wenn Leiharbeit insgesamt unattraktiver geworden sei. Dafür beobachte man das zunehmend Werksverträge geschlossen würden, was neue Probleme mit sich bringe.(...)
http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=228638

Leiharbeiter galten bisher als unorganisierbar. Sie kämpfen meist individualistisch. Bisher versuchten sie nicht aufzufallen in der Hoffnung auf eine Übernahme in die Stammbelegschaft.

Es ist zur Zeit ein deutlicher Wandel im Klima unter den Leiharbeitern zu erkennen. Es gibt mehr Leiharbeiter denn je und immer weniger Hoffnung darauf, wieder in den 1. Arbeitsmarkt zu gelangen.  Dafür gibt es keinen Grund mehr eine Kündigung zu fürchten. Man kann schon am nächsten Tag in der nächsten Leihbutze anfangen. Leiharbeiter werden aufmüpfig. Sie verstecken sich nicht mehr und treten gemeinsam im Protest auf.

Es wurde auch Zeit!
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Onkel Tom


Beiträge: 3589



« Antworten #1 am: 14. Januar 2018, 12:00:59 »

Zitat
Arbeitskampf geht in die erste Runde

Bei Maximator in Nordhausen wurden heute wieder Tranparente und Trillerpfeifen ausgepackt. Die Gewerkschaft IG Metall ruft in diesen Tagen in ganz Nordthüringen zum Arbeitskampf.

...

(...)Bei Maximator zeigten sich heute auch die Leiharbeiter solidarisch und standen mit auf der Straße, dafür gab es Applaus von den Kollegen.. Leiharbeiter werden aufmüpfig. Sie verstecken sich nicht mehr und treten gemeinsam im Protest auf.

Es wurde auch Zeit!


Das finde ich auch und sollte das Vorhaben der IG-Metall in einem "Leiharbeiter doch
wieder im Stich lassen" ausarten, fände ich das cool, wenn Leiharbeiter die Durchsetzung
ihre Forderungen soweit wie möglich selbst in die Hand nehmen.

Die Verarschungen von Leharbeiter in der Vergangenheit durch Arbeitsmarktpolitik und
faule Tarifvertragsabschlüsse, müssten doch dazu ausreichen,bei Misslingen nicht weiter
nach "etablieren Interessensvertretern" zu rufen.
« Letzte Änderung: 14. Januar 2018, 12:03:06 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
Seneca


Beiträge: 202


« Antworten #2 am: 17. Januar 2018, 21:48:31 »

Die Gewerkschaft IG Metall ist nichts Anderes als ein großer Arbeitgeber Arschkriecher Verein. Sie hat durch ihre saudummen Tarifverträge maßgeblich zu einer Spaltung der Arbeitnehmer in Stamm- und Leihpersonal beigetragen. Wer als Leiharbeiter diesem Sauverein beitritt, dem ist nicht mehr zu helfen.

MfG
seneca
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piet


Beiträge: 217



« Antworten #3 am: 20. Januar 2018, 08:17:00 »

FAQ - 10 Fragen und Antworten zu Leiharbeit während eines Arbeitskampfes der Gewerkschaft:
http://www.igmetall-zoom.de/images/Datei/2018_01_10_FAQ_Leiharbeit.pdf
Informationen vom Bezirk Küste der IG Metall.
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brüderlich wie ein Wald,
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Yaşamak bir ağaç gibi
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Nâzım Hikmet
Kuddel


Beiträge: 11226


« Antworten #4 am: 20. Januar 2018, 10:50:50 »

Der Flyer ist nicht übel.
Übersichtlich, gut verständlich und hilfreich.
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Onkel Tom


Beiträge: 3589



« Antworten #5 am: 20. Januar 2018, 12:21:56 »

Das Flugi finde ich gut, da es gegen Streikbruchversuche von Vorgesetzten
entgegen wirkt und argumentiert.

Die Gewerkschaft IG Metall ist nichts Anderes als ein großer Arbeitgeber Arschkriecher Verein.
...

War es nicht verdi, die maßgeblich an der Verlängerung der Zeitarbeitstarife mitgewirkt haben ?

Die IGM kümmert sich um den Bereich Metallarbeiter_innen und verdi unter anderem um die
Dienstleistungsbranche.. Wen von beiden kann mann nun für das Deaster Leiharbeit
verantwortlich machen ?
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piet


Beiträge: 217



« Antworten #6 am: 20. Januar 2018, 18:59:29 »

Langsam wird es ärgerlich, was hier manche mit "gefährlichem Halbwissen" von sich geben.
Einen Schuldigen für ein "Desaster Leiharbeit" zu suchen, ist so ein Beispiel.
Es geht doch letztendlich um die Organisation, gerne auch die Selbstorganisation, von Betroffenen ganz konkreter Folgen des kapitalistischen Wirtschaftens. Um gegen Ausbeutung und Unterdrückung anzustinken, um letztendlich "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“
Wie schwierig dies z.B. beim Thema Leiharbeit ist, zeigt ganz aktuell der Zwischenbericht von Prof. Wolfgang Däubler zum Aufruf bei labournet "Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in Deutschland".

http://www.labournet.de/?p=116170
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/01/leihklage_zwischenbericht1.pdf
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Nâzım Hikmet
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12815



WWW
« Antworten #7 am: 20. Januar 2018, 19:04:31 »

Zitat
Langsam wird es ärgerlich, was hier manche mit "gefährlichem Halbwissen" von sich geben.
Klär uns auf! Dafür ist dieses Forum ja da!
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Fritz Linow


Beiträge: 1126


« Antworten #8 am: 20. Januar 2018, 19:24:47 »

(...)
Es geht doch letztendlich um die Organisation, gerne auch die Selbstorganisation, von Betroffenen ganz konkreter Folgen des kapitalistischen Wirtschaftens. Um gegen Ausbeutung und Unterdrückung anzustinken, um letztendlich "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“


Stimmt schon, dass es um Organisierung geht. Und um die Verhältnisse umzuwerfen, sind nunmal die DGB-Gewerkschaften die denkbar schlechtesten Ansprechpartner. Was nützt mir eine kämpferische Basis, wenn die Grundstruktur derart ausgelegt ist, dass sie im Zweifel immer wieder zurückgepfiffen werden kann. Das Thema "Wer ist schuld?" dürfte ziemlich schnell abgehakt sein.
Interessanter ist die Selbstorganisierung.

Zitat
Wie schwierig dies z.B. beim Thema Leiharbeit ist, zeigt ganz aktuell der Zwischenbericht von Prof. Wolfgang Däubler zum Aufruf bei labournet "Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in Deutschland".

http://www.labournet.de/?p=116170
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/01/leihklage_zwischenbericht1.pdf


Die Schwierigkeit beim Thema Leiharbeit wird hier auch recht lebhaft durchgerödelt: http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328688.0
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dagobert


Beiträge: 4563


« Antworten #9 am: 21. Januar 2018, 02:00:27 »

Die Gewerkschaft IG Metall ist nichts Anderes als ein großer Arbeitgeber Arschkriecher Verein.
...


War es nicht verdi, die maßgeblich an der Verlängerung der Zeitarbeitstarife mitgewirkt haben ?

[...] Wen von beiden kann mann nun für das Deaster Leiharbeit
verantwortlich machen ?

Beide.
Und noch einige mehr:
Zitat
und den unterzeichnenden Mitgliedsgewerkschaften des DGB
 Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Königsworther Platz 6, 30167 Hannover
 Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) Haubachstraße 76, 22765 Hamburg
 Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) Wilhelm-Leuschner-Straße 79, 60329 Frankfurt am Main
 Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main
 Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
 Industriegewerkschaft Bauen – Agrar – Umwelt (IG BAU) Olof-Palme-Straße 19, 60439 Frankfurt am Main
 Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Weilburger Straße 24, 60326 Frankfurt am Main
 Gewerkschaft der Polizei (GdP) Stromstraße 4, 10555 Berlin

http://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbeit/tarifvertrag-zeitarbeit-leiharbeit-dgb-igz-bap-tarifinfo-mit-tariftabelle-und-entgeltgruppen-ost-west/++co++b76ba00a-4464-11e7-9331-525400e5a74a

Die IGM kümmert sich um den Bereich Metallarbeiter_innen und verdi unter anderem um die Dienstleistungsbranche.

Und sie kümmert sich um AG-freundliche Rahmenbedingungen:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328033.msg328132#msg328132
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piet


Beiträge: 217



« Antworten #10 am: 21. Januar 2018, 09:43:25 »

Um mal wieder tagespolitisch aktueller zu werden:
Die IG Metall veröffentlichte bereits am 4. Januar einen Ratgeber für Leiharbeiter bei Warnstreiks im Einsatzbetrieb.
https://www.igmetall.de/ratgeber-fuer-leiharbeiter-bei-warnstreiks-im-einsatzbetrieb-9987.htm

Wenn ihr also als LeiharbeiterIn in einem Betrieb der Metall- und Elektroindustrie eingesetzt seid, oder
wenn ihr als Festangestellte/r in einem Betrieb der Metall- und Elektroindustrie arbeitet, oder
wenn ihr einfach nur solidarisch KollegInnen in Leiharbeit in diesem aktuellen Arbeitskampf unterstützen wollt:
Dann geht auch vor Ort und redet mit den KollegInnen!

Die Weltrevolution gibt es erst in ein paar Wochen.  huh

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Nâzım Hikmet
Onkel Tom


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« Antworten #11 am: 23. Januar 2018, 14:11:50 »

Oki, habe verstanden und liege auch heute noch wohl richtig damit, das
Arbeitskämpfe, wie bei Neupack geschehen eher angebracht sind, statt
darüber zu mekkern, in wie weit Gewerkschaften Arbeitskämpfe
unterstützen oder subtil behindern.

Bei verdi habe ich bezüglich Erwerbslosen-Interessen leider negative
Erfahrungen sammeln müssen und Wege ersuchen, ohne jeglicher
Unterstützung von verdi agieren zu müssen.

Und zum Thema Leiharbeit, gibt die Sendung "Die Anstallt" ja zu genüge
Infos darüber, wie es darum gestellt (und wiedermal "gemauschelt") ist.
« Letzte Änderung: 23. Januar 2018, 14:13:33 von Onkel Tom » Gespeichert

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