Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1] 2 |   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Rechte und Faschisten bei Betriebsratswahlen 2018  (Gelesen 5943 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« am: 26. Januar 2018, 10:40:04 »

Kampf der Metaller auf der Kippe
Falls die Ganztagesstreiks abgeblasen werden, hätte das fatale Auswirkungen



Warnstreik am 18. Januar: Kundgebung bei Daimler vor dem Untertürkheimer Tor (Foto: UZ)
Auch zu Be­ginn der drit­ten Warn­streik­wo­che zei­gen sich die Be­leg­schaf­ten in der Ta­rif­run­de der IG Me­tall kampf­be­reit und die gute Be­tei­li­gung an den Warn­streiks hält an. Mitt­ler­wei­le (Stand: 23. Ja­nu­ar) haben sich über 650 000 Me­tal­le­rin­nen und Me­tal­ler bun­des­weit an Ak­tio­nen, Kund­ge­bun­gen und Warn­streiks be­tei­ligt, al­lein in Ba­den-Würt­tem­berg über 210 000 Be­schäf­tig­te aus rund 550 Be­trie­ben. Die Früh­schluss­ak­tio­nen be­stim­men die Warn­streiks – al­lein am Frei­tag, dem 19. Ja­nu­ar konn­ten in Ba­den-Würt­tem­berg 21 000 Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus über 70 Be­trie­ben nach den Kund­ge­bun­gen be­reits ihr ver­län­ger­tes Wo­chen­en­de ge­nie­ßen.
In Ba­den-Würt­tem­berg, dem Be­zirk, der wohl den Pi­lot­ab­schluss ma­chen wird, fin­det am 24. Ja­nu­ar (nach Re­dak­ti­ons­schluss) die vier­te Ver­hand­lungs­run­de statt. Bis dahin soll die in der drit­ten Ver­hand­lungs­run­de ein­ge­rich­te­te „Ex­per­ten­kom­mis­si­on“ einen Lö­sungs­vor­schlag aus­ar­bei­ten. Zum In­halt gab es noch keine Ver­laut­ba­run­gen. Wie aber aus un­ter­schied­li­chen Funk­tio­närs­krei­sen durch­ge­si­ckert ist, sol­len wohl die ganz­tä­gi­gen Warn­streiks, auch zu­sätz­li­che Es­ka­la­ti­ons­stu­fe ge­nannt, nicht um­ge­setzt wer­den, ob­wohl sie seit Wo­chen an­ge­kün­digt und be­trieb­li­che Vor­be­rei­tun­gen ge­trof­fen wur­den. Und beim Thema Ar­beits­zeit soll es ein fau­ler Kom­pro­miss sein. Dies wäre in viel­fa­cher Hin­sicht fatal und hätte zahl­rei­che ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen.
Hohe Be­tei­li­gung
Auf allen Warn­streik­kund­ge­bun­gen wur­den die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen „heiß“ ge­macht. So kün­dig­te Roman Zit­zels­ber­ger, Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Ba­den-Würt­tem­berg, bei der Daim­ler-Kund­ge­bung am 18. Ja­nu­ar an, wenn sich Süd­west­me­tall nicht be­we­ge, müsse nach den gel­ben Kar­ten (Warn­streiks) nun die rote Karte ge­zo­gen wer­den. Auch gab es auf den meis­ten Kund­ge­bun­gen – wie bei Por­sche in Zu­ffen­hau­sen und bei Daim­ler in Un­ter­türk­heim – Ab­stim­mun­gen über die Frage,ob die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen be­reit sind, ganze Tage zu strei­ken, was immer mit to­sen­dem Bei­fall und tau­sen­den Pfif­fen be­für­wor­tet wurde. Dies zeigt, dass die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen be­reit sind, die­sen Schritt mit­zu­ge­hen. Er ist auch drin­gend not­wen­dig, um ein an­stän­di­ges Er­geb­nis zu er­zie­len. Denn bis jetzt war der Druck auf die Ka­pi­tal­sei­te für ein dis­kus­si­ons­wür­di­ges An­ge­bot of­fen­sicht­lich noch nicht groß genug.
Bei dem Thema Ar­beits­zeit be­we­gen sie sich gar nicht, außer dass sie der oben er­wähn­ten Ex­per­ten­kom­mis­si­on zu­ge­stimmt haben. Ziel der Me­tall­ka­pi­ta­lis­ten ist nach wie vor, die Ar­beits­zei­ten wei­ter zu fle­xi­bi­li­sie­ren und aus­zu­deh­nen. Das haben sie in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten auch ge­schafft, weil die Ge­werk­schaf­ten das Thema nicht auf ihrer Agen­da hat­ten. Die Tat­sa­che, dass die rea­len Ar­beits­zei­ten ca. fünf Stun­den über dem ta­rif­lich ver­ein­bar­ten Ni­veau lie­gen, zeigt schon, wie wich­tig ein ge­hö­ri­ger Druck ist, dass wir die­sen Trend wie­der in un­se­rem Sinne um­keh­ren.
Seit über 20 Jah­ren wäre dies die erste grö­ße­re Aus­ein­an­der­set­zung um das Thema Ar­beits­zeit. Da darf die IG Me­tall nicht ein­kni­cken. Auch an­de­re Ge­werk­schaf­ten und die Me­di­en schau­en auf sie. Wenn die IG Me­tall hier nichts Po­si­ti­ves für die Werk­tä­ti­gen er­reicht, wird dies Fol­gen haben. Schwä­che­re Ge­werk­schaf­ten wer­den sich dann erst gar nicht trau­en, das Thema auf die Ta­ges­ord­nung zu set­zen. Die Ar­beits­zeit­ver­kür­zung wäre wie­der für Jahre, viel­leicht auch Jahr­zehn­te in der Ver­sen­kung und die Ka­pi­ta­lis­ten könn­ten wei­ter die Ar­beits­zei­ten ver­län­gern zu Guns­ten ihrer Pro­fi­te. Bei aller Kri­tik an der For­de­rung, die weder kol­lek­ti­ve Ar­beits­zeit­ver­kür­zun­gen noch Ent­gelt- oder Per­so­nal­aus­gleich vor­sieht, muss doch zu­ge­stan­den wer­den, dass sie die ge­sell­schaft­li­che De­bat­te um Ar­beits­zeit­ver­kür­zun­gen ins Rol­len ge­bracht hat.
Wenn jetzt die an­ge­kün­dig­ten und vor­be­rei­te­ten Ganz­ta­ges­streiks ab­ge­bla­sen wür­den, wer­den sich die Kol­le­gen zu Recht ver­arscht vor­kom­men und wären in den fol­gen­den Ta­rif­run­den schwer zu mo­bi­li­sie­ren. Auch die Funk­tio­nä­re wer­den sich so füh­len, denn es ist be­reits die zwei­te Ta­rif­run­de, bei der Ganz­ta­ges­streiks in der Dis­kus­si­on sind und be­trieb­lich vor­be­rei­tet wer­den. Das Thema Ar­beits­zeit wäre für län­ge­re Zeit nicht wie­der mo­bi­li­sier­bar. Das wäre dra­ma­tisch, pla­nen doch mit der Di­gi­ta­li­sie­rung und „In­dus­trie 4.0“ die Ka­pi­ta­lis­ten einen Pro­duk­ti­vi­täts­schub ein, der mit Per­so­nal­ab­bau ver­bun­den sein wird. Auf­fan­gen kön­nen wir dies nur mit kür­ze­ren Ar­beits­zei­ten.
Die Ka­pi­tal­sei­te würde aus die­ser Ta­rif­run­de ge­stärkt her­vor­ge­hen und kann sich un­ge­hin­dert noch mehr Le­bens­zeit der ab­hän­gig Be­schäf­tig­ten an­eig­nen. Die Glaub­wür­dig­keit der Ge­werk­schaf­ten be­kä­me einen wei­te­ren Riss, Mit­glie­der gin­gen ver­lo­ren und die Kampf­kraft nähme wei­ter ab. Streik­erfah­run­gen könn­ten wie­der nicht ge­sam­melt wer­den. Bald ist die Ge­ne­ra­ti­on mit Streik­erfah­rung kom­plett aus den Be­trie­ben ver­schwun­den.
Ge­fahr der Rechts­ex­tre­men
Mit einem mie­sen Er­geb­nis wür­den auch die Rechts­ex­tre­men ge­stärkt, die sich zur Zeit in den Be­trie­ben breit ma­chen. Al­lein in der Re­gi­on Stutt­gart tre­ten die rechts­ex­tre­men Lis­ten des „Zen­trum Au­to­mo­bil“ zu den an­ste­hen­den Be­triebs­rats­wah­len im März an allen Daim­ler-Stand­or­ten an: in Un­ter­türk­heim, in der Zen­tra­le und in Sin­del­fin­gen (vgl. UZ vom 5. 1. 2018). Bun­des­weit gibt es eine Of­fen­si­ve von AfD und Co., rech­te Be­triebs­rä­te und brau­ne Ge­werk­schaf­ten auf­zu­bau­en. Die rechts­ex­tre­men Or­ga­ni­sa­tio­nen wer­den bei einem schlech­ten Ta­rif­ab­schluss bei den Be­triebs­rats­wah­len ohne Ende ab­sah­nen.
Haben wir alle zu­sam­men ein wach­sa­mes Auge, was in den nächs­ten Tagen pas­siert. Ma­chen wir aus den Be­trie­ben ge­hö­rig Druck, damit die IG Me­tall nicht ein­knickt, son­dern mit ganz­tä­gi­gen Streiks das Po­ten­ti­al nutzt, um ein gutes Er­geb­nis durch­zu­set­zen.

Quelle

https://www.unsere-zeit.de/de/5004/wirtschaft_soziales/7552/Kampf-der-Metaller-auf-der-Kippe.htm



Kein Platz für Nazis
Rechte wollen bei den Betriebsratswahlen 2018 Mandate erringen


ktion der IG Metall Nordhessen gegen Sexismus, Homophobie, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Chauvinismus und Mobbing
Zwi­schen März und Mai 2018 wer­den die Be­triebs­rats­wah­len in Deutsch­land durch­ge­führt. Bun­des­weit haben die Vor­be­rei­tun­gen längst be­gon­nen und die Ge­werk­schaf­ten ihre Kam­pa­gnen­plä­ne zur Un­ter­stüt­zung der Ge­werk­schafts­lis­ten ab­ge­stimmt. Über alle Bran­chen hin­weg sind etwa zwei Drit­tel der Be­triebs­rats­mit­glie­der gleich­zei­tig in einer Mit­glieds­ge­werk­schaft des DGB. Da­ne­ben gibt es eine Reihe von Be­rufs­ge­werk­schaf­ten oder Stan­des­or­ga­ni­sa­tio­nen und so ge­nann­te „Freie Lis­ten“ die sich eben­falls um Man­da­te in den Be­triebs­rä­ten be­wer­ben. Über diese Wah­len ent­schei­det sich der Ein­fluss der DGB-Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten in den Be­trie­ben und damit auch der ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Ein­fluss.
An­ge­sta­chelt durch die über dem Durch­schnitt lie­gen­den Wahl­er­geb­nis­se der AfD bei Ge­werk­schafts­mit­glie­dern und Werk­tä­ti­gen bei den Wah­len in Bund und Län­dern, lau­fen in seit ei­ni­ger Zeit auch von rech­ter Seite Vor­be­rei­tun­gen, in den Be­trie­ben Fuß zu fas­sen. Die neo­li­be­ra­len wirt­schafts- und so­zi­al­po­li­ti­schen Vor­stel­lun­gen der AfD ste­hen zwar im Ge­gen­satz zu einer so­zi­al ge­rech­ten Po­li­tik, aber das hatte bis­her kei­nen gro­ßen Ein­fluss auf das Wahl­ver­hal­ten. Björn Höcke möch­te die Par­tei auf einen völ­kisch-so­zia­len Kurs trim­men, ihren hohen Wäh­ler­an­teil unter Ar­bei­tern und Ar­beits­lo­sen si­chern. Er for­dert daher, „sich ver­stärkt der klei­nen Leute an­zu­neh­men“, er will „die so­zia­len Er­run­gen­schaf­ten von 150 Jah­ren Ar­bei­ter­be­we­gung gegen die zer­stö­re­ri­schen Kräf­te des Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus ver­tei­di­gen“. Dies ver­kün­de­te er auf einer Kon­fe­renz der rech­ten Zeit­schrift „Com­pact“ und ihres Haupt­ak­teurs Jür­gen El­säs­ser im No­vem­ber in Leip­zig. Dort sam­mel­te sich eine il­lus­tre Ge­sell­schaft: Neben AfD-Mit­glie­dern, Ver­tre­tern der Iden­ti­tä­ren, Pe­gi­da-Chef Lutz Bach­mann und einer Ver­ei­ni­gung na­mens „Zen­trum Au­to­mo­bil“, die bei Daim­ler Un­ter­türk­heim bei den letz­ten Be­triebs­rats­wah­len eine rech­te Liste an­führ­te (siehe auch Seite 2). Letz­te­re macht durch einen Ver­tre­ter deut­lich, dass es ein Irr­tum sei, wenn be­haup­tet würde, dass es ohne Ge­werk­schaf­ten keine so­zia­len Stan­dards gebe, und schimpf­te über ein ver­meint­lich so­zia­lis­ti­sches Es­ta­blish­ment in den Ge­werk­schaf­ten, die na­tio­nal ge­sinn­te Men­schen aus den Be­trie­ben dräng­ten. El­säs­ser for­der­te die Teil­neh­mer auf, die­sem er­folg­rei­chen Bei­spiel in der Au­to­mo­bil­in­dus­trie zu fol­gen und die Be­we­gung in alle In­dus­trie­be­trie­be zu tra­gen, damit alle Räder still­ste­hen, wenn der „blaue Arm es will“. In­zwi­schen gab es laut Me­di­en­be­rich­ten Ak­tio­nen die­ser Ver­ei­ni­gung vor wei­te­ren Be­trie­ben und ähn­lich aus­ge­rich­te­te Be­triebs­rats­lis­ten pla­nen einen ge­mein­sa­men Auf­tritt zu den Wah­len. Im In­ter­net ist dazu ein Wahl­spot zu fin­den, den diese Ver­ei­ni­gung mit dem rech­ten In­ter­net­blog „ein­pro­zent.de“ ge­star­tet hat: Pa­tro­ti­sche Be­triebs­rä­te schüt­zen Pa­trio­ten – so die Aus­sa­ge.
Der Ver­such der AfD, sich mit einer ver­meint­lich stär­ke­ren so­zia­len Aus­rich­tung zu be­män­teln, ist nicht neu. Mit dem „Al­ter­na­ti­ven Ar­beit­neh­mer­ver­band Mit­tel­deutsch­land (ALARM)“, der „Al­ter­na­ti­ven Ver­ei­ni­gung der Ar­beit­neh­mer (AVA)“ und dem Ver­ein „Ar­beit­neh­mer in der AfD (AIDA)“ gibt es gleich meh­re­re Ver­ei­ni­gun­gen, mit denen um Werk­tä­ti­ge ge­wor­ben wird. Dabei sind die In­hal­te und Vor­ge­hens­wei­sen immer nach dem glei­chen Grund­mus­ter ge­strickt. Um Werk­tä­ti­ge an fa­schis­ti­sche Kräf­te her­an­zu­füh­ren, wurde schon in ver­gan­ge­nen Zei­ten ein an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sches Auf­tre­ten be­müht. Ver­bin­den­des Ele­ment aller rech­ten Grup­pen war und ist dabei die Geg­ner­schaft gegen die Ge­werk­schaf­ten, die Ar­bei­ter­be­we­gung und alle Or­ga­ni­sa­tio­nen, die für glei­che so­zia­le Rech­te von be­nach­tei­lig­ten Be­völ­ke­rungs­grup­pen ein­tre­ten. Diese Min­der­hei­ten wer­den als Fein­de an­ge­se­hen, da sie nicht dem pro­pa­gier­ten Men­schen­bild ent­spre­chen oder aber der Ge­mein­schaft an­geb­lich ein­fach nur auf der Ta­sche lie­gen.
For­ciert wird die Geg­ner­schaft zu den Ge­werk­schaf­ten vor allem auch durch die rech­ten Me­di­en bzw. trans­por­tiert durch die so ge­nann­ten „So­zia­len Me­di­en“. „Ge­werk­schafts­ba­shing“ ist dort ge­nau­so gern ge­se­hen wie gegen Mi­gran­ten zu het­zen. Mit schein­bar an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schem Vo­ka­bu­lar, ge­paart mit rech­ten Pa­ro­len oder Fa­schis­mus­re­la­ti­vie­run­gen, ge­lingt es die­ser „neu­rech­ten“ Szene, Ver­brei­tung zu fin­den. Seit dem Zu­sam­men­bruch des Na­zi-Rei­ches hat es keine nen­nens­wer­ten be­trieb­lich ori­en­tier­ten Ver­ei­ni­gun­gen die­ser Art ge­ge­ben. Die Kon­fe­renz der „neu­rech­ten“ Ak­teu­re macht aber deut­lich, dass Nazis in die Be­trie­be wol­len. Dar­auf muss re­agiert wer­den.

Quelle

https://www.unsere-zeit.de/de/5001/wirtschaft_soziales/7391/Kein-Platz-für-Nazis.htm

Die Rechten bei Daimler
Liste „Zentrum Automobil“ agiert mit sozialrevolutionären Parolen und folgt den deutschen Konzernen


In Stuttgart gibt es seit vielen Jahren Erfahrungen mit Rechten im Betriebsrat. Bereits 2009 hat sich die Liste „Zentrum Automobil“ gegründet. Bei den Betriebsratswahlen 2010 ist sie zum ersten Mal angetreten und mit zwei Mandaten in den Betriebsrat des Daimler-Werkes Untertürkheim eingezogen. Bei den Betriebsratswahlen 2014 holte sie mit knapp zehn Prozent Wählerstimmen vier Betriebsratsmandate.
Bereits 2006 war der Gründer der Liste „Zentrum Automobil“, Oliver Hilburger, über die Liste der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) in den Betriebsrat gelangt. Bei der CGM durchlief er eine typische Karriere als Funktionär, war im Landesvorstand der CGM Beisitzer, wurde auf Vorschlag der CGM Laienrichter beim Arbeitsgericht Stuttgart und Betriebsrat bei Daimler Untertürkheim. Er musste sein Betriebsratsmandat aber 2007 wieder abgeben, nachdem seine Mitgliedschaft in der bundesweit bekanntesten und berüchtigten Rechtsrockband „Noie Werte“ bekannt gemacht worden war. Dafür hatten IG-Metall-Mitglieder und die linken Betriebsräte der „alternative“ gesorgt. Die Nazi-Band hat in ihren Liedtexten Nazi-Gedankengut verherrlicht und zum Kampf gegen die „ganze rote Brut“ aufgerufen. Sie war 1987 gegründet worden. Hilburger war Gründungsmitglied.
Auch sein Amt als ehrenamtlicher Richter musste er abgeben, nachdem das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg ihm untersagt hatte, weiter sein Amt auszuüben. Die Begründung war, dass die Liedtexte von „Noie Werte“ Assoziationen zum nationalsozialistischen Regime weckten und gewaltverherrlichend seien. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Amtsenthebung.
Nach Angaben seiner Band verließ er diese erst zwei Jahre nach der Enthüllung seiner Mitgliedschaft, kurz vor deren Selbstauflösung. Er verharmloste seine fast 20-jährige Mitgliedschaft und Mitwirkung als „Jugendsünde“. Seine Distanzierung waren äußerst dünn: „Ich bezeichne mich nicht als Rechtsradikaler …“ Sein Ausstieg aus „Noie Werte“ war auch nicht mal Bedingung, um bei seiner Betriebsratsliste „Zentrum Automobil“ Vorsitzender und Spitzenkandidat zu werden. Dies ist der Homepage seiner Liste zu entnehmen.
Verbindungen zum NSU
Auch die Verbindungen mit dem NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) weisen auf Hilburgers extrem rechte Gesinnung hin. Mit Musik von „Noie Werte“ waren Bekennervideos der NSU-Terroristen zur Ermordung von Enver Simsek unterlegt. Erst als die NSU aufgeflogen war, distanzierte sich Hilburger in einer öffentlichen Erklärung vom Dezember 2011. Die Erklärung ist eher als taktische Maßnahme zu werten. Ohne diese Erklärung wäre er weder als Daimler-Betriebsrat noch als Beschäftigter bei Daimler toleriert worden. Man kann annehmen, dass sie auch seitens des Daimler-Vorstands eine Bedingung seiner Weiterbeschäftigung war. Seine Aktivitäten werden vom Daimler-Management zugelassen und es scheint keine Behinderungen zu geben.
Als Hilburger im November vor dem NSU-Untersuchungsausschusses des Landtags von Baden-Württemberg aussagen musste, fielen vor allem seine Erinnerungslücken und seine bizarren Aussagen auf. Dass bei Auftritten im Publikum der Hitlergruß gezeigt wurde (mit Videos dokumentiert), will er nicht gesehen haben, denn als Musiker „kriegen Sie vom Publikum gar nichts mit“, die Scheinwerfer blenden so. Und auf rassistische Liedtexte angesprochen („Fuck the Nigger“ und „Fuck the Jews“), die er als Bassist begleitete, war sein Kommentar: „Das ist nicht meine Sprache“, er habe das nicht wahrgenommen. Der Lärm der Musik sei so undifferenziert, er hätte nicht mal seine eigene Gitarre gehört.
Auftreten und Ziele von Zentrum Automobil
Die sozialfaschistische Demagogie des „Zentrums Automobil“ ist nicht leicht zu durchschauen, verpacken die Akteure doch geschickt ihre rechte Gesinnung hinter z. T. notwendiger Kritik. Sie stilisieren sich zur Opposition gegen das Co-Management. Aber sie nehmen nicht etwa die Ausbeutung und die kapitalistischen Monopole ins Visier, sondern die sogenannte „Globalisierung“ oder nicht näher benannte „multinationale Konzerne“. Sie orientieren sich an den Interessen der nationalen Monopole. Sie identifizieren sich mit den Vorstandsplänen von Daimler-Chef Zetsche zur Eroberung der Weltmarktführung. Hinter antikapitalistischer Kritik verbergen sie reaktionäre nationalistische Hetze. Und sie hetzen penetrant gegen Gewerkschaften. Konkret ist dies verbunden mit typisch sozialfaschistischer Diskreditierung, wie z. B. die IG Metall als „IG Möchtegern“ und den DGB als „Dämlichen Geheim Bund“.
Die Betriebsgruppe bei Daimler Untertürkheim gilt in Neonazi-Kreisen Deutschlands als Vorbild für eine erfolgreiche Betriebsarbeit.
Die Betriebsratskandidatur von Hilburger & Co. wurde immer wieder von Enthüllungen (insbesondere in der „alternative“) und Protesten begleitet. So z. B. auf einer Betriebsversammlung 2010 vor den Betriebsratswahlen, als KollegInnen vor dem Rednerpult mit T-Shirts den Satz bildeten: „Kein Applaus für Nazis“, als er seine Liste vorstellte. Auch in den Dezember-Betriebsversammlungen 2017 gab es wieder etliche Redebeiträge gegen die rechte Ideologie der Liste „Zentrum Automobil“.
Mittlerweile wurde bekannt, dass es „Zentrum Automobil“ gelungen ist, auch bei Daimler in Sindelfingen, in der Stuttgarter Daimler-Zentrale und im Werk Rastatt Listen einzureichen. Zum Teil kandidieren AfDler auf anderen Listen (z. B. bei Daimler in Wörth). Auffällig ist, dass etliche Kandidaten aus dem Spektrum der CGM und Unabhängigen (AUB) kommen. Sie versuchen auch, bei BMW in Leipzig und anderen Automobilwerken Fuß zu fassen.
Unsere Aufgabe in den nächsten Monaten besteht darin, das Treiben der Rechten zu beobachten und zu entlarven. Wir müssen verhindern, dass sie bei den Betriebsratswahlen Stimmen und Mandate bekommen und müssen, wo immer sie auftreten, massiv dagegenhalten.

Quelle

https://www.unsere-zeit.de/de/5001/wirtschaft_soziales/7402/Die-Rechten-bei-Daimler.htm
« Letzte Änderung: 26. Januar 2018, 10:42:22 von Rappelkistenrebell » Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #1 am: 26. Januar 2018, 11:23:16 »

„AIDA“ – ACHTUNG! GEFAHR in allen Betrieben!!

Die rassistische so genannte Alternative für Deutschland (AfD) hat einen Ableger gegründet. Unter dem Kunstnamen AidA (Arbeitnehmer in der AfD) wollen sie in den Betrieben Fuß fassen. Sie planen als AidA bei der Betriebsrats-Wahl 2018 anzutreten.

Seit Jahrzehnten arbeiten wir gut mit unseren ausländischen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Fast immer sind sie Mitglied unserer Gewerkschaft und bei Streikaktionen stehen sie mit in der vordersten Reihe. Wenn jetzt die AfD/AidA mit rassistischen Sprüchen aus der Deckung kommt, will sie diese Einheit zerstören. Und das ist ganz im Sinne der Kapitalisten.

Das lassen wir nicht zu!

Das geht im Übrigen auch alle Klassenbewussten Betriebsräte und Gewerkschafter an: Denn eine wichtige Pflicht aller Betriebsräte ist es, die Integration ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb und das Verständnis zwischen ihnen und den deutschen Arbeitnehmern zu fördern. Alle Betriebsräte müssen Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit beantragen. Dass § 80 (1) Pt.7 BetrVG dies ausdrücklich erwähnt, macht es umso wichtiger, die verlogene Propaganda und den Rassismus der AfD/AidA zu entlarven.

Die Kandidatur einzelner AfD – Kandidaten, genauso aber auch die Kandidatur ganzer AidA-Listen muss von uns allen zusammen mit der Gewerkschaft verhindert werden!!

Quelle

https://www.arbeit-zukunft.de/2017/07/08/aida-achtung-gefahr-in-allen-betrieben/
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #2 am: 26. Januar 2018, 11:24:28 »

Gewerkschaften
Der rechte Kampf um die Arbeiter
Die AfD entdeckt die Arbeitnehmer: Vor den Betriebsratswahlen im Frühjahr mobilisieren neurechte Initiativen und stellen eigene Kandidaten auf. Ihr Ziel: Sie wollen die klassischen Gewerkschaften ablösen. Der DGB-Chef ist alarmiert.



20 Prozent der Arbeiter wählten bei der Bundestagswahl 2017 die AfD

Leipzig. Frank Neufert hat sich schon einmal eine Revolution klauen lassen, so sieht er das. Das war vor 28 Jahren. Nun will er eine neue anzetteln. Damals ging es ihm um Freiheit, heute um Abschottung. Er will mit einer neuen, rechten Gewerkschaft die mächtige IG Metall ärgern. Der sächsische Arbeiter Neufert begann seine letzte Revolution im Frühjahr 1989, als er aus dem staatlich kon­trollierten „Freien Deutschen Gewerkschaftsbund“ (FDGB) austrat. Seit 1992 schraubt er BMW-Limousinen zusammen, erst in Niederbayern, jetzt in Leipzig. In eine Gewerkschaft trat er nie wieder ein. Jetzt fährt Neufert an einem sonnigen Dezembertag ein Wohnmobil auf den Radweg vor dem Gelände des Leipziger BMW-Werks. Er zieht Plakate und Faltblätter aus der Heckklappe. Ein Transparent hängt bereits in der sonnig-kalten Winterluft: „BMW + IGM haben Angst“, steht darauf.

Das ist zunächst einmal eine kühne Behauptung. Warum sollten der Dax-Konzern BMW und die weltweit größte Einzelgewerkschaft IG Metall Angst vor ein paar Leuten und einem Wohnmobil haben? Der Sachse Neufert, Karosseriebauer bei BMW, und der Schwabe Oliver Hilburger, Betriebsrat bei Daimler in Stuttgart-Untertürkheim, machen Werbung für die Gewerkschaft „Zentrum Automobil“ und ihre Leipziger Betriebsgruppe „IG Beruf und Familie“.

AfD drängt in die Betriebe
Das klingt neutral, und das ist Absicht. Die beiden sind auf Tour durch den Osten und wollen die IG Metall von rechts attackieren. Neufert ist AfD-Kreisrat im Zwickauer Land, Hilburger hat gute Kontakte zu Jürgen Elsässer, dem Chefredakteur des neurechten „Compact“-Magazins. Neufert und Hilburger traten Ende November an der Seite des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke bei einer „Compact“-Veranstaltung in Leipzig auf. Elsässer forderte damals, „den Wind, der durch Deutschland weht, in die Betriebe zu tragen“. Gemeint ist der Wind der Konjunktur für AfD und neurechte Vereine. Dieser Wind bläst besonders frisch bei den Arbeitern: Sie wählten mit rund 20 Prozent bei der Bundestagswahl überproportional die AfD. Auch 15 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder gaben ihre Stimme der Rechtspartei, die mit insgesamt 12,6 Prozent der Zweitstimmen in den Bundestag einzog. Die AfD will dieses Potenzial nutzen – und nun nicht nur den Parteien, sondern auch den klassischen Gewerkschaften Konkurrenz machen.


Monopole brechen: Der fD-Politiker Frank Neufert (links) und Oliver Hilburger werben vor dem BMW-Werk in Leipzig um die Arbeitnehmer.

Im Frühjahr sind wieder Wahlen in Deutschland, die Betriebsräte werden neu gewählt. Und die Rechten hoffen diesmal, das Quasimonopol der Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu brechen. Hilburger und Neufert sind nur die sichtbarsten Protagonisten dieses Trends – und ihre Kontakte deuten in die ganz rechte Szene. In Leipzig etwa springt Simon K. um den Stand herum, Videokamera im Anschlag. Er gehört zur rechten Organisation „Ein Prozent“, lebt in Halle in einem neurechten Hausprojekt. Dort hat mit „Kontrakultur Halle“ auch einer der emsigsten Ableger der vom Verfassungsschutz wegen rechtsradikaler Bestrebungen beobachteten „Identitären Bewegung“ seinen Sitz. K. war im Sommer für „Ein Prozent“ auf dem Schiff im Mittelmeer, das die Identitären gechartert hatten, um die Seenotrettung von Flüchtlingen zu verhindern.

Die nächste große Aktion der neurechten Aktivisten sind die Betriebsratswahlen 2018. Es geht um 180 000 Posten, die im Frühjahr vergeben werden. „Ein Prozent“ hat eine eigene Kampagne mit dem Slogan „Werde Betriebsrat“ gestartet. Mit Hilburgers und Neuferts Liste „Zentrum Automobil“ arbeiten sie vertrauensvoll zusammen. Die haben mit solcher Nähe kein Problem: „Das sind Bürgerbewegungen“, sagt AfD-Kreisrat Neufert. „Bürgerbewegungen“ sind für ihn auch Pegida in Dresden und Legida in Leipzig, wo er bereits mitmarschierte.

„Das muss ein Ende haben“
Neufert ist ein Mann mit Idealen. Er zieht eine gerade Linie vom friedlichen Widerstand gegen die SED bis zu seiner neuen politischen Heimat in der AfD. „Ich bin 1989 fleißig auf die Straße gegangen“, sagte er beim „Compact“-Treffen. „Die Runden Tische haben uns damals freie Gewerkschaften versprochen. Nichts ist passiert. Wir haben die IG Metall erhalten. Das muss ein Ende haben.“

Am 1. Mai 2013 trat Neufert in die AfD ein, er sprach schon von der „Partei des kleinen Mannes“, als noch die Wirtschaftsliberalen und Professoren das Sagen hatten. Seitdem hat sich die AfD Stück für Stück Männern wie Neufert angenähert. Männern mit eher linken sozialen Ansichten, dem starken Wunsch nach geschlossenen Grenzen und ohne Berührungsängste zu rechtsextremen Gruppen.

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke spricht voller Pathos davon, „die sozialen Errungenschaften von 150 Jahren Arbeiterbewegung gegen die zerstörerischen Kräfte des Raubtierkapitalismus verteidigen“ zu wollen. Sein Intimus und Parteifreund Jürgen Pohl wettert neuerdings als Abgeordneter im Bundestag gegen die „die brutale Deregulierung des Arbeitsmarktes“ seit Gerhard Schröder.


„Arbeiterbewegung gegen zerstörerische Kräfte des Raubtierkapitalismus verteidigen“: Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag.

Dabei war die AfD bisher eher für eine neoliberale Wirtschaftspolitik bekannt und weniger als eine Partei des Sozialstaatlichen. Die wirtschaftsfreundlichen Parteikreise sind ob der neuen Strömungen denn auch arg verunsichert – und versuchen sich an einer Synthese von sozialen Lippenbekenntnissen und nationaler Wirtschaftsfreundlichkeit. Pohls Fraktionskollege Markus Frohnmaier spricht jetzt von „Volkskapitalismus“ und preist den „wirtschaftsliberalen Sozialpopulismus“ der österreichischen FPÖ – allein das Wort zeigt, wie groß der Spagat ist, der da versucht wird. Der „kleine Mann aus dem Volk, aber natürlich auch der große, der sich ebenfalls bei seiner Arbeit abrackert“ – beide sollen angesprochen werden.

Wirtschaftsliberal und sozial?
Fraktionschefin und Unternehmensberaterin Alice Weidel erklärt gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), es gebe „überhaupt keinen Widerspruch“ zwischen wirtschaftlich liberalen Ansätzen und der AfD als „Sprachrohr der Arbeiter und Angestellten“. Ihr Beispiel: Würde der Mittelstand von „bürokratischen Hürden befreit“, diene das auch den Arbeitern. „Schließlich ist es der Mittelstand, der in Deutschland die meisten Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.“ Allen gemeinsam ist ein Wirtschaftsnationalismus und eine große Skepsis gegenüber internationalen Konzernen.

„Zentrum Automobil“ attackiert jetzt die Gewerkschaften, die mit diesen Konzernen kooperieren.

Der Gründer von „Zentrum Automobil“ heißt Oliver Hilburger. Er hat eine Vergangenheit in der schwäbischen Neonazi-Szene, war bis 2008 Gitarrist in der Szene-Band Noie Werte. Deren Musik wählten die Terroristen des NSU für ihre Bekennervideos. Hilburger distanziert sich heute von dieser Vergangenheit. Deren Bekanntwerden führte dazu, dass ihn die christliche Gewerkschaft Metall rauswarf, für die er auch schon als Betriebsrat bei Daimler aktiv war. Er gründete „Zentrum Automobil“ und sagt heute, dass Betriebspolitik und allgemeine Politik zwei Paar Schuhe seien. Auch Neufert versucht, sein AfD-Mandat vom Gewerkschafts-Engagement zu trennen.

Als Gewerkschafter argumentieren Neufert und Hilburger eher links- als rechtspopulistisch. Der IG Metall werfen sie vor allem eins vor: „Co-Management“ und Kungelei mit den Konzernen. Selbst wenn es im Januar zu Warnstreiks kommt, sei alles vorab ausgekungelt, behauptet Hilburger. „Warnstreiks sind heute nur Folklore, ein abgekartetes Spiel.“ Auch im Kampf gegen Leiharbeit müssten Gewerkschaften viel aktiver sein, fordern Neufert und Hilburger unisono.

Solche Rhetorik dient vor allem einem Zweck: die IG Metall zu diskreditieren. DGB, Verdi, IG Metall – sie alle sind auf jeder Demonstration gegen rechts und gegen die AfD zu finden. Wenn man auf der Straße schon gegeneinander steht, ist es nur logisch, in den Betrieben eine neue Front zu eröffnen. „In den Betrieben spielt sich das Ergebnis von Politik ab“, sagt Neufert. „Da kommt alles an.“ Und da wollen sie jetzt hin mit „Zentrum Automobil“.

Vom Parkplatz des BMW-Werks beobachten Polizei und Ordnungsamt das Treiben am Wohnmobil. Hilburger und Neufert wurde untersagt, auf dem Betriebsgelände ihre Zettel zu verteilen. Der schwäbische Politprofi wettert gegen diese „Behinderung des Betriebsratswahlkampfs“, der Sachse schweigt. Den merkwürdigen Stand an der Ampelkreuzung sieht auch so jeder BMW-Arbeiter, der zum Schichtwechsel um 14.30 Uhr das Werk verlässt.

Bei Daimler in Untertürkheim sitzt Hilburger bereits im Betriebsrat. Sein Wirken im Werk: unauffällig, sagen Kollegen. Sein Ruf draußen: höchst umstritten, nicht nur wegen seiner Rechtsrock-Vergangenheit. Als Hilburger und Elsässer im September bei einer Veranstaltung in Schwaben für „Zen­trum Automobil“ Werbung machen wollten, hatte sich auch zunächst der AfD-Bundestagskandidat Dirk Spaniel angekündigt – und sagte kurz vorher ab. Gegenüber dem RND äußert sich Spaniel, der jetzt für die AfD im Bundestag sitzt, eher kühl: „Wir werden das Gespräch mit dem jungen Verband suchen, um uns ein eigenes Bild über die neue Gewerkschaft und deren Selbstverständnis zu machen“, sagte er. Doch allzu sehr distanziert er sich dann doch nicht: Interessant sei die Gruppe, weil sie „einen unabhängigen Kontrapunkt zu den etablierten, vorrangig parteipolitisch geprägten Gewerkschaften“ bilde.

Gefahr droht auch von innen
Die AfD will die Chance nutzen, die sich in der aktuellen politischen Stimmung bei den Betriebsratswahlen bietet – aber nicht unbedingt mit Hilburger. Gerade hat in Hamburg die Vereinigung „Arbeitnehmer in der AfD“ (Aida) einen neuen Vorstand gewählt. Auch Frank Neufert ist als zweiter Vize dabei – und als Kassenprüfer Lars Steinke aus Göttingen, der die Verbindung zwischen AfD-Jugend und Identitären hält. Das engere Führungsduo besteht aber aus den Hamburgern Christian Waldheim und Robert Buck. Und die äußern sich skeptisch über eine Zusammenarbeit mit „Zentrum Automobil“. Man habe sich ein einziges Mal getroffen, sagt Waldheim dem RND. Es sei eher nicht vorstellbar, dass aus Hilbur­gers Spartengewerkschaft eine alle Branchen umfassende Vertretung würde. Und mit der „Ein Prozent“-Kampagne will man in Hamburg dezidiert nichts zu tun haben.

Neufert und Hilburger wiederum sind stolz auf die „sehr vielen Rückmeldungen“, die ihnen die „Ein Prozent“-Kampagne eingebracht habe. Viele kämen aus der Dienstleistungsbranche, also denke man über die Gründung eines Dachverbands nach. Die Hälfte der Rückmeldungen komme von aktiven Betriebsräten aus DGB-Gewerkschaften, sagt Hilburger eher nebenbei. Sollte das stimmen, wäre die Situation für die Gewerkschaften viel beunruhigender: Die neue Rechte attackiert sie nicht nur von außen. Sie kommt auch von innen.

Von Jan Sternberg

Quelle

http://www.lvz.de/Nachrichten/Politik/Der-rechte-Kampf-um-die-Arbeiter
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #3 am: 26. Januar 2018, 11:25:06 »

HIER EIN BILD VOM AFD-HÖCKE bei der Demo der Erfurter Siemens Arbeiter



und hier Werbung für eine weitere Afd-gelbe "Gewerkschaft"


Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #4 am: 26. Januar 2018, 11:41:17 »

„Zentrum Automobil e.V.“ – eine neofaschistische Betriebsgruppe bei Daimler Stuttgart
Zu den Betriebsratswahlen bei Daimler in Untertürkheim ist auch in diesem Jahr wieder die Liste „Zentrum“ angetreten. Die dahinter stehende Gruppe „Zentrum Automobil e.V.“ ist eine neofaschistische Betriebsorganisation. Ziel ist gemäß ihrer Satzung der Aufbau von Betriebsgruppen in der Automobilindustrie, ausgehend vom Pilotprojekt beim Autohersteller Daimler. Dort arbeitet die Gruppe am Daimler-Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim seit Jahren. Ihre Aktivitäten richten sich besonders gegen die Arbeiteroffensive und die seit Jahrzehnten dort geleistete marxistisch-leninistische Kleinarbeit. Der Einfluss revolutionärer und klassenkämpferischer Kräfte wächst, wie zuletzt durch den Erfolg der „Offensiven Metaller“ mit sieben Prozent bei den Betriebsratswahlen im März 2014. Das wird vom „Zentrum“ attackiert.

Die Eigendarstellung der Gruppe „Zentrum“ als „überparteilich“ ist vorsätzlicher Betrug. Alle wesentlichen Ziele und Methoden können und müssen – trotz Tarnung – ideologisch, politisch und organisatorisch auf die neofaschistische Szene unter maßgeblicher Führung der NPD zurückverfolgt werden. Der Gleichklang mit dem NPD-Programm ist unverkennbar!

Wie gegenüber der NPD und anderen Neonazis muss auch gegen „Zentrum“ die Forderung nach Verbot aller faschistischen Organisationen vertreten und durchgesetzt werden. In diesem Sinne ist eine Aufklärungs- und Erziehungsarbeit in Betrieb und Gewerkschaft zu leisten. Sie muss die antifaschistische Wachsamkeit in der Öffentlichkeit und besonders den Belegschaften schärfen und das proletarische Klassenbewusstsein wecken und höherentwickeln.

Dass die Liste des „Zentrum“ bei den erwähnten Betriebsratswahlen in Untertürkheim ihrerseits 1.200 Stimmen verbuchen konnte und damit fast zehn Prozent, muss als Alarmsignal verstanden werden. Vor allem bedeutet es eine kritische Herausforderung an alle gewerkschaftlichen, kämpferischen und klassenkämpferischen Kräfte, darauf offensiv zu antworten!

 

„Zentrum“ entfaltet sozialfaschistische Demagogie

„Zentrum“ entfaltet eine nicht immer leicht zu durchschauende sozialfaschistische Demagogie unter der Belegschaft, z. B. auf Betriebsversammlungen oder mit ihrer Betriebszeitung „Kompass“. Dabei nützt sie an der Basis vorhandene Kritiken an der Klassenzusammenarbeitspolitik der rechten Gewerkschafts- und Betriebsratsspitze aus. Sie stilisiert sich – wie es ihre Hauptlosung zu den Betriebsratswahlen ausdrückte – zur „Opposition gegen das Co-Management“.

Diese Pseudo-Ablehnung des reformistischen Co-Managements wächst jedoch aus neofaschistischen Wurzeln, was vielen Kollegen und selbst verschiedenen Kandidaten auf der Betriebsratsliste des „Zentrum“ nicht wirklich bewusst ist. Das „Zentrum“ vertritt als ,Alternative‘ die faschistische Betriebsgemeinschaft und Volksgemeinschaft – und damit die offenste und brutalste Unterdrückung nach dem Vorbild der NSDAP Hitlers. Diese prägte dafür die Losung „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!“ Entsprechend wurde in den Betrieben jede kämpferische Regung gnadenlos verfolgt und galt die absolute Unterordnung unter die sogenannten „Wehrwirtschaftsführer“ in der Betriebsleitung. Ausgehend von der Ideologie der Betriebs- und Volksgemeinschaft wird auch heute vom „Zentrum“ die offene Feindschaft gegenüber dem proletarischen Klassenkampf und seinen Vertretern im Betrieb propagiert. („Wider den Klassenkampf! Die gegenseitige Abhängigkeit von Arbeitnehmer und Arbeitgeber muss Einzug in das Bewusstsein der einzelnen Wirtschaftsteilnehmer haben!“)

Ins Visier genommen werden vom „Zentrum“ nicht die kapitalistischen Monopole und ihre Ausbeutung als solche, sondern die sogenannte „Globalisierung“ und anonyme „multinationale Konzerne“. Demgegenüber wird demagogisch auf eine „Raumorientierte Wirtschaft“ gesetzt, wie es das NPD-Programm vorgibt. Dabei orientieren sich die Neofaschisten an den Interessen der nationalen Monopole und nichtmonopolistischen Bourgeoisie. Zugleich wollen sie die deutschen Vertreter des internationalen Finanzkapitals wie Daimler wesentlich stärker machen. In diesem Sinn identifiziert sich die Gruppe „Zentrum“ vollständig mit den Vorstandsplänen von Daimler-Chef Zetsche zur Eroberung der Weltmarktführung. Ihre Kritik daran ist einzig und allein, dass Daimler eben diesen Spitzenplatz nur dann erreichen könne, wenn er seine Autos in Deutschland mit deutschen Arbeitern und deutschen Produkten herstellen lassen würde. („,Made in Germany‘ muss wieder ,Gefertigt in Deutschland‘ heißen!“) Hinter der scheinbar antikapitalistischen Kritik verbirgt sich offene und reaktionäre nationalistische Hetze mit dem Hauptstoß gegen den proletarischen Internationalismus und dessen Leitlinie „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Losungen wie „Solidarität nur in Untertürkheim – und nicht anderswo!“ richten sich auch direkt gegen die Internationale Automobilarbeiterkonferenz (IAC) und ihr für 2015 in Sindelfingen geplantes weltweites Treffen. Entsprechend attackiert das „Zentrum“ den angeblichen „Irrweg des Internationalismus“.

Der reaktionäre, nationalistische und aggressiv antikommunistische Kurs der Gruppe „Zentrum“ richtet sich auch in der aktuellen betrieblichen Auseinandersetzung gerade im Werk Untertürkheim keineswegs gegen Leiharbeit und Werkverträge sowie für die Gleichstellung dieser Kollegen mit den Stammbeschäftigten. Konkret wird allein die bestehende Leiharbeitsquote von acht Prozent kritisiert, aber nur im Sinne einer angeblichen Verhinderung des „Ausblutens deutscher Standorte“. Was sich dahinter verbirgt, ist die Forderung der NPD: „Fremdarbeiter stoppen – Arbeit für Deutsche!“ In der Konsequenz heißt das, wie ebenfalls von der NPD propagiert, ausländische Kollegen aus jeglicher Sozialversicherung in Deutschland herauszuwerfen und sie – wenn überhaupt – alle sozialen Kosten selbst finanzieren zu lassen.

Neben der offenen Feindschaft zu revolutionären, sozialistischen und internationalistischen Positionen und Kräf- ten geht von der Gruppe „Zentrum“ eine fortgesetzte und penetrante gewerkschaftsfeindliche Hetze aus. Vom neofaschistischen Prinzip her lehnt sie Gewerkschaften als Klassenorganisationen ebenso wie die NPD ab, denn sie gelten als eine Form „übertriebener Einzel- und Gruppeninteressen“, die sich gegen das Funktionieren der „Volksgemeinschaft“ richten würden. Konkret ist das verbunden mit typisch sozialfaschistischen und zynischen Verleumdungen, z. B. die IG Metall als „IG Möchtegern“ und den DGB als „Dämlichen Geheim Bund“ zu diskreditieren. Umso wichtiger ist, die Einheitsgewerkschaft auf antifaschistischer Grundlage zu festigen, statt sich durch antikommunistische Tiraden nach dem Muster „Rechts- und Linksradikale machen gemeinsame Sache“ spalten zu lassen – wie es nach den Wahlen im Untertürkheimer Werk prompt aus Teilen der Betriebsratsspitze zu hören ist. Faschisten sind überhaupt nicht radikal, sie gehen dem Kapitalismus gerade nicht an die Wurzel, sondern sind seine aggressivsten Verteidiger!

 

„Zentrums“-Führer Hilburger, faschistische Musikszene und NSU

Der Führer der Gruppe „Zentrum“ ist Oliver Hilburger, früher Mitglied der neofaschistischen Band „Noie Werte“. Mit ihrer Musik waren die Bekennervideos der NSU-Terroristen unterlegt. Erst als die Gruppe NSU aufgeflogen war, distanzierte sich Hilburger in einer öffentlichen Erklärung vom Dezember 2011. Die Erklärung muss als taktische Maßnahme ohne grundsätzliche Selbstkritik gewertet werden. Hintergrund ist, dass Hilburger ohne diese Erklärung weder als Daimler-Betriebsrat noch überhaupt als Beschäftigter bei Daimler auch nur einen Tag länger tragbar gewesen wäre. Mit Sicherheit kann davon ausgegangen werden, dass dies spätestens mit Beginn des NSU-Prozesses in München auch seitens des Daimler-Vorstands eine Bedingung seiner Weiterbeschäftigung war. Die Erklärung Hilburgers selbst distanziert sich zwar von der Gruppe NSU, aber ohne ein einziges Wort der Kritik an der Gruppe „Zentrum“ und der von ihr ausgehenden neofaschistischen Politik. Stattdessen wendet sie sich gegen den angeblichen „Missbrauch ehrenwerter Ziele“ – wie offenbar derjenigen von Hilburger – durch die NSU-Leute. Das ist durch und durch heuchlerisch und eine Beibehaltung und Rechtfertigung der eigenen neofaschistischen Gesinnung und Praxis.

Die Gruppe „Zentrum“ gilt in Neonazi-Kreisen Deutschlands als Vorbild für eine erfolgreiche faschistische Betriebsarbeit. Inwieweit sie den Aufbau von Betriebsgruppen über Daimler Untertürkheim hinaus betreibt, muss weiter untersucht werden. Von Seiten der Monopole ist keine veröffentlichte Kritik an dieser faschistischen Gruppe bekannt. Ihre Aktivitäten werden zumindest in Stuttgart vom Daimler-Management bewusst zugelassen und gefördert. Soll auf diese Weise eine neofaschistische Reserve in den Betrieben und Gewerkschaften aufgebaut werden, um sich so gegen einen Aufschwung des proletarischen Klassenkampfs vorzubereiten? Das erinnert an 2004/05 und die massenhaften Proteste gegen die Hartz-Gesetze. Damals sollte neofaschistischen Gruppen der Zugang in die Demonstrationen nicht selten unter Polizeischutz freigekämpft werden – allerdings vergeblich.

Gegen Gruppen wie das „Zentrum Automobil“ muss ein ideologisch-politischer Damm errichtet und organisatorisch eine breite antifaschistische Einheitsfront geschmiedet werden: Keinen Fußbreit den Faschisten – nirgendwo und schon gar nicht in den Betrieben!

 (Verwendete Zitate aus: „Unsere Ziele“, „Vereins-Satzung“, „Kompass“ – alle herausgegeben von „Zentrum“ sowie NPD-Programm)

Quelle

https://www.mlpd.de/2014/kw17/zentrum-automobil-e-v-eine-neofaschistische-betriebsgruppe-bei-daimler-stuttgart

AfD und die rechte Gewerkschaft Zentrum Automobil - Wie Nationalisten Daimler unterwandern wollen

Von Rafael Binkowski und Sven Ullenbruch


„Compact“-Chefredakteur Jürgen Elsässer (rechts) – hier mit dem AfD-Spitzenpolitiker Andre Poggenburg aus Sachsen-Anhalt – will die rechte Szene vernetzen und eine rechte Gewerkschaft befördern.
Foto: imago stock&people

Der Einzug der AfD in den Bundestag soll keine Eintagsfliege bleiben. Daher bemüht sich ein Netzwerk aus nationalistischen Aktivisten, den Erfolg in der Gesellschaft zu verankern – durch eine rechte Gewerkschaft.

Stuttgart/Leipzig - Es ist eine Art rechtes Familientreffen in Leipzig: In einem festlich dekorierten Saal mit Steinsäulen auf dem alten Messegelände hat sich die Elite der rechten Szene versammelt. Der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke ist dabei, Pegida-Gründer Lutz Bachmann und Martin Sellner, der Chef der „Identitären Bewegung“. Hier hat sich versammelt, was von Politologen die „Neue Rechte“ genannt wird, um den Schulterschluss zu üben.

Zwei Aktivisten aus Baden-Württemberg spielen dabei eine Schlüsselrolle. Einer ist Jürgen Elsässer (60). Er stammt aus Pforzheim, früher war er kommunistischer Aktivist in Stuttgart und linker Journalist, heute ist Elsässer Chef des rechten Magazins „Compact“. Ein rhetorisch begabter Redner, der eine publizistische Gegenbewegung zu dem „linksversifften Medienkartell“ gegründet hat, wie er es nennt. Er ist stolz, dass er die führenden Köpfe der „patriotischen Szene“ in Leipzig vereint hat, die sonst eher gegeneinander als miteinander agieren. Der Mann mit dem weißen Haarschopf hat große Ziele, seine Rede ist auf Youtube-Videos zu sehen: „Eines Tages soll sich hier das deutsche Volk zu einer Nationalversammlung treffen, um eine echte Verfassung zu verabschieden“, ruft er in den Saal, Beifall brandet auf.

Betriebsrat bei Daimler in Untertürkheim
Der andere Schwabe ist Oliver Hilburger. Er ist anders als Elsässer kein mitreißender Redner. Der 48-Jährige steht mit schwarzem Shirt und weißen Turnschuhen in Leipzig am Rednerpult. „Wir müssen der internationalistischen Linken die Stirn bieten“, sagt er. Für solch gestanzte Sätze erntet Hilburger nur höflichen Applaus. Er verhaspelt sich oft, knibbelt beim Sprechen mit den Fingern. Früher war Hilburger Gitarrist der Neonazi-Band „Noie Werte“, bis er 2008 kurz vor deren Auflösung ausstieg. Seit 2010 ist er Betriebsrat bei Daimler in Untertürkheim mit seiner ein Jahr zuvor gegründeten Liste „Zentrum Automobil“.

Trotz seines wenig mitreißenden Auftritts ist Hilburger bei diesem Treffen der rechten Szene in Leipzig einer der wichtigsten Männer. Die übergeordnete Erzählung dieser Veranstaltung ist es, der „Bewegung“ ein neues Aktionsziel zu verpassen. Die AfD ist der parlamentarische Arm, das „Zentrum Automobil“ soll derjenige in den Betrieben sein. Jürgen Elsässer formuliert es so: „Wir eröffnen eine neue Front zur nationalen und sozialen Befreiung des Volkes. Alle Räder stehen still, wenn mein blauer Arm es will.“ Blau ist die Farbe der AfD.

Es ist das erste Treffen der rechten Szene nach der Bundestagswahl. Nach dem Einzug der AfD ins Parlament setzt man sich neue Ziele. Das sollen die Betriebsratswahlen 2018 sein. Oliver Hilburger, dessen Zentrums-Liste im Daimler-Werk Untertürkheim mit zehn Prozent der Stimmen vier Betriebsräte stellt, will bundesweit expandieren. Dazu schmiedet er neue Allianzen. Seit einigen Monaten arbeite man „hinter den Kulissen“ gemeinsam an einer Kampagne, schreibt die rechtsextreme Initiative „Ein Prozent“ in ihrem Newsletter – deren Gründer Philip Stein ebenfalls in Leipzig anwesend ist. „Wir wollen Arbeitsplätze von Patrioten schützen und die Spielregeln grundlegend verändern“, erklärt die Vernetzungs-Plattform, die ihren Sitz im sächsischen Kurort Oybin hält.

Urgestein der rechten Szene
Die schwäbischen Zentrum-Betriebsräte gelten für Stein als erfahrene Vorzeige-Aktivisten: „Sie kennen die Spielchen der linken Gewerkschaften und stehen uns tapfer zur Seite.“ Zu erwarten ist eine zwischen „Ein Prozent“, dem Zentrum Automobil und Compact abgestimmte Kampagne. Dabei greift man die Verunsicherung durch die Dieselkrise oder die Schließungspläne für das Siemens-Werk in Görlitz auf. „Die linken Gewerkschaften haben uns schon lange verraten“, sagt Hilburger in einem Video der Kampagne. Das Fernziel ist, rechte Arbeitnehmer bundesweit in die Betriebsräte zu hieven. Bisher tut sich das Zentrum damit jenseits der Stuttgarter Daimler-Tore noch schwer. Einen Ableger gibt es unter dem unscheinbaren Namen „Interessengemeinschaft Beruf und Familie“ im Leipziger BMW-Werk. Im September vermeldete das Zentrum die Gründung einer Betriebsgruppe bei Mercedes Benz in Rastatt. Bei Opel in Rüsselsheim und in einem VW-Werk kandidieren ebenfalls Zentrums-Vertreter. Motor der alternativen Gewerkschaft bleibt die Stuttgarter Gruppe um Hilburger.

Er ist so etwas wie ein Urgestein der rechten Szene. Hilburger ist in Backnang geboren und wohnt seit vielen Jahren in Althütte-Sechselberg im Rems-Murr-Kreis. Fast 20 Jahre lang war Hilburger Gitarrist der Neonazi-Band „Noie Werte“. Weil die Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ mit zwei Liedern der Rechtsrocker eine Vorgänger-Version ihres Bekennervideos unterlegten, musste der Maschinenschlosser Anfang November als Zeuge vor dem NSU-Ausschuss im Landtag aussagen. „Für mich war primär die Musik im Vordergrund“, erklärte der 48-Jährige.

Die „Noien Werte“ und Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß
Mit „deftigen und derben Texten“ habe er provozieren wollen. Das sah das Landesarbeitsgericht vor neun Jahren allerdings anders. Damals wurde Hilburger als ehrenamtlicher Arbeitsrichter seines Amtes enthoben. Die Juristen verwiesen auf Lieder, in denen die „Noien Werte“ den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß als „großen Held“ bezeichneten und „Deutschland den Deutschen“ forderten. Als Gesamtwerk ließen sich solche Texte nur als „gewaltverherrlichend und verfassungsfeindlich interpretieren“, so die Richter. Auch die Abgeordneten im NSU-Ausschuss befragten Hilburger kritisch über seine Zeit in der rechtsextremen Musikszene. Beharrlich bestritt der Betriebsrat jeden Kontakt zu den NSU-Terroristen. „Aus der Presse“ habe er von den Taten des Trios erfahren, sagte Hilburger. Er wollte sich bei einem Detail allerdings nicht festlegen: Ob er vor Jahren eine Besuchserlaubnis für den heute als NSU-Waffenbeschaffer beschuldigten Sachsen Jan Werner in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg beantragt hat.

„Ich habe das nicht in Erinnerung“, sagte Hilburger. Die Besuchserlaubnis des Generalbundesanwalts vom 27. Dezember 2001 für einen Besuch von Hilburger bei Jan Werner liegt unserer Zeitung vor. Weitere Dokumente zeigen, dass sich auch Hilburgers Bandkollegen entsprechende Besuche bei dem Neonazi genehmigen ließen. Trotz dieser weitreichenden Vernetzungen bleibt aber letztlich offen, ob sich die NSU-Mörder zufällig bei der Musik der „Noien Werte“ bedienten.

„Heil Euch“ heißt es in internen Nachrichten
Auch anderen Protagonisten von Zentrum Automobil ist die rechtsextreme Szene vertraut. Thomas Scharfy aus Winnenden betreute in den 90er Jahren die Mailbox „Empire BBS“ des „Thule-Netzes“, über das sich vor dem Internetzeitalter Neonazis aus dem ganzen Bundesgebiet austauschten. Unter dem Motto „Mailboxen unterstützen die Vernetzung des Nationalen Widerstandes“, bewarb das braune Blatt „NS-Kampfruf“ im Herbst 1995 auch die Mailbox aus dem Rems-Murr-Kreis. Heute ist der 41-jährige Scharfy Vorstandsmitglied und Webmaster von Zentrum Automobil. Sascha Woll, der als Beisitzer im Zentrum-Vorstand fungiert, ist mit einer ehemaligen NPD-Funktionärin verheiratet. Die berichtete vor dem NSU-Ausschuss im Juni von Treffen mit anderen „nationalen Familien“, wie sie es ausdrückte. „Heil Euch“ heißt es in internen Nachrichten, die im November 2011 unter den Familien ausgetauscht wurden. Empfänger waren mehrere Mitglieder von Zentrum Automobil, darunter auch Oliver Hilburger.

Dieser fasst in Leipzig seine Vergangenheit so zusammen: „Ich war in meinem Leben immer dort, wo es weh tut.“ Jetzt gibt er sich betont moderat. In der Kampagne zur Betriebsratswahl wird das Feindbild linker Gewerkschaften gepflegt. „Jeder kennt einen Kollegen, der entlassen wurde, weil er auf einer Pegida-Demonstration war oder AfD wählt“, heißt es in dem Video. Elsässer denkt einen Schritt weiter. Er träumt von einer nationalen Bewegung, die von studentisch geprägten Initiativen wie der „Identitäre Bewegung“ über die Betriebsräte bis zum rechten AfD-Flügel reicht. Bei einer Zentrums-Veranstaltung im September im Gasthof „Löwen“ in Mainhardt gab es noch Berührungsängste – der Stuttgarter AfD-Politiker Dirk Spaniel zog seine Teilnahme in letzter Minute zurück.

Konzentration auf Betriebsratswahlen
In Leipzig treten Björn Höcke und ein sächsischer AfD-Abgeordneter ganz offen auf, Höcke wettert gegen die Denkmalaktion der Aktivisten des „Zentrums für politische Schönheit“ gegenüber seinem Haus – und spricht von einer „patriotischen Bewegung“. Eine Szene hat Symbolwert: Während Hilburgers Rede betritt Björn Höcke den Saal. Sofort ruft das Publikum lautstark seinen Namen. Hilburger hält inne und applaudiert demonstrativ im Rhythmus der „Höcke, Höcke“-Akklamationen.

Klar ist: Die Ressourcen des rechten Netzwerkes werden auf die Betriebsratswahlen konzentriert. Die Homepage wurde neu aufgelegt, das Video der Leipziger Veranstaltung auf Youtube veröffentlicht. Philip Stein, der Chef von „Ein Prozent“, drückt es so aus: „Nach der Aktionsphase folgt nun eine Strukturphase.“ Der Erfolg der AfD soll dauerhaft in der Gesellschaft verwurzelt werden. Der Compact-Chefredakteur Jürgen Elsässer will die Streitigkeiten der verschiedenen rechten Gruppierungen überwinden. „Schluss mit der Spalterei, Partei und Bewegung dürfen sich nicht auseinander bringen lassen“, sagt er in Leipzig.

Wie wichtig dem rechten Strippenzieher der Gewerkschaftsflügel um Hilburger ist, wurde schon bei der Veranstaltung in Mainhardt deutlich: Dort rief Elsässer die „Geburtsstunde einer neuen Bewegung“ aus. Die Kampagne zur Betriebsratswahl mag gemäßigt klingen. Doch bei der Veranstaltung im Gasthof Löwen ließ Elsässer die Maske fallen: „Die Einwanderer der letzten Jahre sind Lumpenpack, das nur schmarotzen und unsere Frauen anmachen will.“

Quelle

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.afd-und-die-rechte-gewerkschaft-wenn-dein-blauer-arm-es-will.5c804198-4df2-4388-8b2e-e91c8e8c1d7f.html

Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #5 am: 26. Januar 2018, 11:46:12 »

DAIMLER -"Zentrum Automobil" - faschistoide Betriebsratsliste
Unter dem demagogischen Titel „Rettet unsere Arbeitsplätze!“ hatte die Daimler-Betriebsratsliste „Zentrum Automobil“ in geheimgehaltenen Räumlichkeiten zu einer Veranstaltung in Ludwigsburg eingeladen.

Neben Listenmitglied Oliver Hilburger sollte bei der Veranstaltung - die bereits am 10. September stattfand - auch Jürgen Elsässer spreche, der als eine Galionsfigur der faschistischen Intellektuellen-Szene gilt.

Erfolg der antifaschistischen Proteste
Als die Veranstaltung bekannt wurde, hat das Bündnis „Mut gegen rechts“ eine Demonstration angemeldet und herausgefunden, wo sie stattfinden soll. Dies wurde auch in den regionalen Zeitungen aufgegriffen.

 
Der Wirt des geplanten Tagungslokals sagte daraufhin die Veranstaltung ab. Auch Dirk Spaniel, Ingenieur bei Daimler und Direktkandidat der AfD für Stuttgart II, stand plötzlich als Referent nicht mehr zur Verfügung. Das sind wichtige Erfolge des antifaschistischen Protestes!

 

Bereits Ende April 2014 hat das Rote Fahne Magazin über „Zentrum Automobil“ geschrieben: „Alle wesentlichen Ziele und Methode können und müssen – trotz Tarnung – ideologisch, politisch und organisatorisch auf die neofaschistische Szene unter maßgeblicher Führung der NPD zurückverfolgt werden. … Ihre Aktivitäten richten sich besonders gegen die Arbeiteroffensive und die seit Jahrzehnten dort geleistete marxistisch-leninistische Kleinarbeit.“

Gegner der Gewerkschaften
„Zentrum Automobil“ muss deshalb als faschistoide Betriebsorganisation qualifiziert werden, die den Weg für den Faschismus vorbereiten soll, was allerdings selbst vielen ihrer Mitglieder nicht bewusst ist.

 
Diese Gruppierung gibt sich als Kritiker der Klassenzusammenarbeitspolitik der IG-Metall- und Betriebsratsspitze. Indem sie die IG Metall zum Gegner erklärt und die Kollegen zum Übertritt in „Zentrum Automobil“ aufruft, spaltet und schwächt sie jedoch die Arbeiterbewegung.

Verteidiger der kriminellen Abgasmanipulation

Aktuell will Hilburger die berechtigte Sorgen vieler Kollegen missbrauchen, dass die Elektromobilität vom Vorstand für eine massenhafte Vernichtung der Arbeitsplätze missbraucht wird. Im Einladungsflyer wird Verwirrung gestiftet: die „Autoabgase (von Diesel-Pkw seien) geradezu lächerlich im Vergleich zu dem Schadstoff-Ausstoß, den die Schifffahrt verursacht“.

 
Dieser Fakt wird als Rechtfertigung missbraucht, um die Autokonzerne aus der Schusslinie zu nehmen, deren Diesel-Pkw die Luft in unserer Städten vergiften. Für "Zentrum Automobil" sind Forderungen nach Fahrverboten und Umweltschutzauflagen das Ergebnis von „Regulierungswahnsinn aus ideologischen Gründen“.

Keine Liste zulassen, die mit Faschisten zusammenarbeitet
Dazu Volker Kraft, Direktkandidat der Internationalistischen Liste/MLPD und Betriebsrat sowie Schwerbehindertenvertreter bei Daimler in Untertürkheim: „Nach dem Auftritt von Oliver Hilburger bei der Kundgebung der AfD am 1. Mai in Zwickau macht diese Veranstaltung nochmals deutlich, dass seine faschistische Vergangenheit keine 'Jugendsünde' gewesen ist.

 
Statt die kriminelle Abgasmanipulation durch Daimler und seinen Vorstand wird die Umweltbewegung und Internationalistische Liste/MLPD attackiert. Die 'Offensiven Metaller'¹ haben sich deshalb an die Vertrauenskörperleitung der IG Metall gewandt, um gemeinsam dafür zu sorgen, dass bei den Betriebsratswahlen im Frühjahr 2018 keine Liste zugelassen wird, die mit Faschisten zusammenarbeitet.“

Quelle

https://www.rf-news.de/2017/kw41/wegbereiter-fuer-den-faschismus-in-den-betrieben
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #6 am: 29. Januar 2018, 18:49:02 »

SINDELFINGEN
Automobiler sagen Nein zu Faschisten und Neonazis


Der Verein Freunde der internationalen Automobilarbeiterkonferenz Sindelfingen e.V., dessen Mitglieder fast alle Beschäftigte bei Daimler Sindelfingen und Funktionsträger der IG Metall sind, wendet sich entschieden gegen das Treiben der faschistischen Gruppe „Zentrum" im Daimler-Werk Untertürkheim und im Betriebsrat.

Freunde der internationalen Automobilarbeiterkonferenz Sindelfingen e.V.
Montag,  29.01.2018,  15:00 Uhr
In einer Pressemitteilung schreibt der Verein:

 "Wir, Beschäftigte im Werk Sindelfingen und langjährige IG Metaller, zum großen Teil mit Mandat, erklären unseren Abscheu und unseren entschlossenen Willen, allen neonazistischen, fremdenfeindlichen und antigewerkschaftlichen Kräften den Kampf anzusagen.

 Wir sagen NEIN zu diesen Kräften, denn unsere Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung lehrt uns, Faschismus und Neonazis sind die Kräfte des Großkapitals gegen alle demokratischen freiheitlichen Kräfte und die Arbeiterbewegung. Sie brachten uns Krieg und Verderben in der Geschichte.

 Was will das Zentrum? Den erklärten Kampf gegen alle linken Kräfte, gegen die Einheitsgewerkschaft IG Metall und gegen unsere ausländischen Kolleginnen und Kollegen. Arbeitsplätze nur für "Patrioten". Außerdem uneingeschränkt für den Diesel-Motor, obwohl neben den bewiesenen kriminellen Machenschaften des VW-Konzerns an der Spitze jetzt Menschen- und Tierversuche bekannt wurden ...

 
Das Zentrum greift scheinheilig das Co-Management einiger Betriebsrats- und Gewerkschaftsfunktionäre an, fordert aber unverhohlen die Zerschlagung unserer Gewerkschaft. Das ist ganz im Sinne des Monopolkapitals.

Wir dagegen, Daimler-Beschäftigte, IG Metaller, sagen: Wir brauchen eine starke kämpferische IG Metall, in der alle antifaschistischen, demokratischen, ausländischen und deutschen Kollegen, junge und alte ihren Platz haben. Eine IG Metall, in der es keine Unvereinbarkeitsbeschlüsse geben kann und eine IG Metall, die internationale Solidarität und den Zusammenhalt aller Automobiler fördert.

Gerade die aktuelle Tarifrunde zeigt doch die Entschlossenheit, dass wir gemeinsam und solidarisch bei den Streiks für unsere Interessen einstehen.

 Nein zu den Neonazis in Betrieb und Gesellschaft, Verbot und Auflösung aller neonazistischen/faschistischen Parteien und Gruppierungen/Vereinen!
Ja zur Solidarität aller Automobiler in der Welt und zu starken kämpferischen Gewerkschaften!"

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw05/automobiler-sagen-nein-zu-faschisten-und-neonazis-in-den-betrieben-und-im-betriebsrat
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #7 am: 31. Januar 2018, 10:03:57 »

Rechtsextremismus

Berichte über Rechte im Daimler-Betriebsrat
E-Mail mit Hitlergruß und Schulung "patriotischer" Betriebsräte: Medien berichten, dass ein rechter Verein Einfluss auf den Daimler-Betriebsrat in Untertürkheim nimmt.

30. Januar 2018, 18:01 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, sk


Screenshot der Seite des Vereins Zentrum Automobil © [M] Screenshot/zentrum-auto.de

Führende Mitglieder der Arbeitnehmervertretung Zentrum Automobil – die beim Autobauer Daimler in Stuttgart Untertürkheim im Betriebsrat sitzen – stehen unter dem Verdacht, Sympathien für den Nationalsozialismus zu hegen. Das berichten das ARD-Magazin Report Mainz und der Stern. Vor einigen Tagen hatten bereits die Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass der Verein seinen Einfluss bei der kommenden Betriebsratswahl weiter ausbauen wolle.
Für den Verdacht, dass in dem Verein mehrere Mitglieder mit rechtsextremer Vergangenheit sitzen und bis heute mit dem Nationalsozialismus sympathisieren, legen die Journalisten zahlreiche Indizien vor. Nach Angaben von Report Mainz und Stern soll beispielsweise der bisherige Vorsitzende der Organisation Zentrum Automobil, Andreas Brandmeier, per Mail ein Foto verschickt haben, das ein Hakenkreuz zeigt und die Inschrift: "Der deutsche Gruß heißt Heil Hitler."

Brandmeier habe Fragen zu der E-Mail gegenüber Report Mainz und Stern unbeantwortet gelassen. Der Gründer der Gewerkschaft, Oliver Hilburger, nannte die E-Mail demnach "definitiv und eindeutig eine Fälschung". Der Empfänger der E-Mail habe dagegen seinen Vorwurf gegen Brandmeier aufrecht erhalten. Er legte eine schriftliche Versicherung vor und gab auch den gesamten E-Mail-Verkehr preis. Bei dem Empfänger der E-Mail handelt es sich dem Bericht zufolge um eine Person, die beim Zentrum Automobil ausgestiegen ist. 

Brandmeier kandidiert demnach derzeit erneut als Betriebsrat bei Daimler in Untertürkheim. Schon vor einigen Tagen hatten die Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass bei der Daimler-Belegschaft Unruhe herrsche, weil Zentrum Automobil bei den kommenden Betriebsratswahlen seinen Einfluss ausbauen wolle. Deren führende Mitglieder bewegten sich schon länger am rechten Rand. Auch Politiker in Baden-Württemberg seien deshalb alarmiert.
Kontakte zu NSU-Unterstützern?
So schreibt die Zeitung über Hilburger, dieser habe früher in der Neonazi-Band Noie Werte Gitarre gespielt. Die Band gilt als wichtiger Wegbereiter für das ultrarassistische Blood-and Honour-Netzwerk in Deutschland.
Hilburger hatte nach Angaben von Report Mainz und Stern auch nachweislich Kontakte zu NSU-Unterstützern. Die Stuttgarter Nachrichten berichten, Hilburgers Frau habe im vergangenen Jahr vor dem NSU-Untersuchungsausschuss ausgesagt, ihr Mann sei in den Neunzigerjahren Mitglied der Stuttgarter Skinhead-Truppe Kreuzritter für Deutschland gewesen.
Angesprochen auf seine Vergangenheit, antwortete Hilburger Report Mainz und Stern: "Die 20 Jahre sind sicher nicht abgeschlossen in einem Feld, und auf einmal ist man was anderes. Das sicherlich nicht." Weiter sagte er: "Ich kann Ihre Titulierung 'Nazilieder' hören, da haben wir sicherlich eine andere Auffassung."   

In Untertürkheim werden "patriotische" Betriebsräte geschult
Über den Schatzmeister von Zentrum Automobil, den 56-jährigen Hans Jaus, schreiben wiederum die Stuttgarter Nachrichten, er sei 1991 zum Bundesschatzmeister der mittlerweile verbotenen Neonazi-Organisation Wiking-Jugend ernannt worden. Heute schule Jaus unter anderem "patriotische" Betriebsräte und habe gute Chancen, selbst in den neuen Betriebsrat in Untertürkheim gewählt zu werden. Er stehe auf Platz drei der Bewerberliste.

Zentrum Automobil, die sich selbst als "alternative Arbeitnehmervertretung" in der Automobilindustrie bezeichnet, hatte laut Report Mainz bei den letzten Betriebsratswahlen zehn Prozent der Stimmen erhalten und stellt derzeit vier Betriebsräte im Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim. Bei der Betriebsratswahl im März trete die Kleingewerkschaft mit 187 Kandidaten an. Sie ist demnach überdies bereits bei BMW in Leipzig und Opel in Rüsselsheim vertreten und unterhält eigenen Angaben zufolge Kontakte zu Kollegen bei Audi.

Quelle

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2018-01/rechtsextremismus-daimler-gewerkschaft-hakenkreuz-e-mail?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.facebook.ref.zeitde.share.link.x&utm_medium=sm&utm_source=facebook_zonaudev_ext&utm_campaign=ref&utm_content=zeitde_share_link_x
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #8 am: 31. Januar 2018, 10:28:10 »

VIDEO

REPORT MAINZ

Neue Gewerkschaftsfront: Rechte wollen Macht in Betriebsräten ausbauen
30.1.2018 | 21.45 Uhr | 7:34 min
Verfügbar bis: 25.1.2019, 21.45

http://www.ardmediathek.de/tv/REPORT-MAINZ/Neue-Gewerkschaftsfront-Rechte-wollen-M/Das-Erste/Video-Podcast?bcastId=310120&documentId=49645958

Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #9 am: 01. Februar 2018, 11:03:06 »

Netzwerkinfo der Gewerkschaftslinken extra vom Januar 2018:

Rechten Betriebsratslisten die rote Karte zeigen


"Zur Zeit erleben wir eine strategische Offensive der Extrem-Rechten (AfD und Co.), sich in Betrieben zu verankern. Die Zeitschrift Compact mit Jürgen Elsässer, die rechte Scheingewerkschaft Zentrum Automobil, die AfD und das rechte Geldaquiseprojekt „EinProzent“ organisieren zusammen einen nächsten strategischen Schritt zur Eroberung der Betriebsräte.

Nach den Massenaufläufen bei Pegida-Kundgebungen und Einzug in Kommunal- und Länder-Parlamente sowie den Bundestag wollen sich jetzt die Rechten in den Betrieben verankern und eine deutschlandweite rechte „Gewerkschaftsopposition“ gründen bzw. bestehende Strukturen unterwandern.

Bei den Betriebsratswahlen, die vom März bis Mai 2018 stattfinden, wollen sie möglichst viele Mandate erobern. Dies gilt es zu verhindern. Wir müssen offensiv gegen Rechte vorgehen, sie im Kollegenkreis in Debatten verwickeln, ihre Argumente widerlegen und ihre spalterische und für die Belegschaft schädliche Kapitalnähe aufzeigen..."

Siehe das NWI extra vom Januar 2018 (pdf) mit umfangreichen Informationen


 http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/01/info_extra0118.pdf
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
CubanNecktie


Beiträge: 1707



« Antworten #10 am: 01. Februar 2018, 11:59:44 »

Hast sehr viel Arbeit investiert - so viele Schweinereien zusammen zu stellen - da wird einem Angst und Bange, hoffe hier lesen auch die richtigen Leute mit - an Betriebsratswahlen kann man ja nur teilnehmen, wenn man dort arbeitet, ZAF Arbeitnehmer sind leider teilweise ausgeschlossen - aber wenn man schon drei Monate dabei ist, haben die auch ein Stimmrecht!

Zitat
Leiharbeitnehmer bestimmen mit - Ab März geht's los: Dann wählen Belegschaften ihre neuen Betriebsräte. Auch Leiharbeitnehmer wählen mit. Wenn sie mindestens drei Monate im Einsatzbetrieb arbeiten, haben sie das gleiche Wahlrecht wie die Stammbeschäftigten.

https://www.igmetall.de/betriebsratswahlen-2014-leiharbeitnehmer-bestimmen-mit-12362.htm

Auch muss die Linke aktiver werden und ebenfalls in Betriebe gehen, betriebliche Basisarbeit darf man dem braunen Pack nicht überlassen.
Gespeichert

Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
ZAF Fragebogen
Passwort: chefduzen.de

... und nun die durchgeschröderte Masse noch stärker unterdücken und nochmals ordentlich durchmerkeln, bis es ordentlich braun wird.
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #11 am: 12. Februar 2018, 13:29:27 »

12. Februar 2018, 09:57 Uhr
Autoindustrie
Rechtsextreme Betriebsräte beunruhigen Daimler



Das Mercedes-Benz-Werk des Autokonzerns Daimler in Sindelfingen (Symbolbild) (Foto: picture alliance / dpa)

Bei mehreren deutschen Autoherstellern nehmen rechte Gruppierungen zunehmend Einfluss in der Arbeitnehmervertretung.
Am Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim besetzt eine rechte Gruppierung fast zehn Prozent der Sitze.
"Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge", sagt Vorstandschef Dieter Zetsche.
Von Stefan Mayr, Stuttgart, und Antonie Rietzschel, Dresden
Von März bis Mai finden in Deutschland Betriebsratswahlen statt. Dabei bemühen sich vor allem bei großen Autoherstellern zunehmend rechte Arbeitnehmer um Einfluss. Zum Beispiel bei Daimler: An den Standorten Untertürkheim, Rastatt und Wörth tritt die Gruppierung "Zentrum Automobil" an, deren Chef einst zur Neonazi-Szene gehörte und bis heute enge Kontakte zur neurechten Bewegung hat. "Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge", sagt Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, "das lässt uns nicht kalt."

Für ihn ist das Problem nicht ganz neu: Am Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim besetzt das "Zentrum Automobil" bereits vier von 45 Betriebsratssitzen. Das sind fast zehn Prozent - und im März könnten es mehr werden. Denn das Zentrum ist selbstbewusster und finanziell besser ausgestattet denn je. Im Internet behaupten sie sogar, dass sich "über 300 Kollegen an fünf Daimler-Standorten" zur Wahl stellen werden. Zusätzlich gebe es weitere 200 Personen "in verschiedenen Branchen und Unternehmen, verstreut über die gesamte Bundesrepublik", die antreten.

Protagonist des Zentrums ist Oliver Hilburger, ein Mann mit einschlägiger Vergangenheit. Bis 2007 vertrat er bei Daimler noch die Christliche Gewerkschaft Metall. Zudem war er Schöffe am Arbeitsgericht Stuttgart. Dann kam heraus, dass Hilburger Gitarrist der rechtsextremen Band Noie Werte war. Er musste seinen Betriebsratsposten abgeben, das Arbeitsgericht entband ihn von seinen Aufgaben. Er hatte damals kein Netzwerk, das ihn unterstützte. Mit dem Erfolg von Pegida und der Alternative für Deutschland (AfD) hat sich das dramatisch verändert. Rechte und rechtsextreme Gruppen umwerben und fördern ihn.

Im November 2017 folgte Hilburger der Einladung des rechtsgerichteten Publizisten Jürgen Elsässer zur Jahreskonferenz seines Magazins Compact in Leipzig. Er traf auf Pegida-Chef Lutz Bachmann sowie den Anführer der rechtsextremen Identitären Bewegung, Martin Sellner. Der Betriebsrat trat auch als Redner auf. Er behauptete, die Gewerkschaften seien vom System gekauft und würden die Interessen der Arbeitnehmer verraten - ein klassisches Argumentationsmuster der Neuen Rechten.

Fragen der Süddeutschen Zeitung lässt Hilburger schriftlich von einem Pressesprecher beantworten. Er bezeichnet das Zentrum als "alternative", "unabhängige" und "oppositionelle" Bewegung. Wie viele Mitglieder es hat und in welchen Betrieben es zur Wahl antreten wird, beantwortet er nicht. Er kritisiert "große Missstände" bei der IG Metall und sagt: "Wir sind angetreten, jetzt für Ordnung zu sorgen." Überprüfen lassen sich seine Behauptungen nicht.

Daimler ist nicht der einzige Autobauer, der von diesem Phänomen betroffen ist. Bei BMW in Leipzig gibt es eine ähnliche Initiative, die sich "Interessengemeinschaft Beruf und Familie" nennt. Auch bei Opel in Rüsselsheim und bei Audi berichten Gewerkschafter und Medien von solchen rechten Initiativen. In so mancher Arbeitnehmervertretung - einst traditionell ein Treffpunkt eher links gesinnter Personen - könnten demnächst wohl einige Menschen aus dem rechten Spektrum Platz nehmen.

12. Februar 2018, 09:57 Uhr
Autoindustrie
Bei der Bundestagswahl wählten 15 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder die AfD


Aus dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) heißt es, die rechte Konkurrenz sei eine winzige Minderheit unter den etwa 180 000 Betriebsräten in Deutschland. Dennoch sind auch die Gewerkschaften vom Trend nach rechts betroffen: Bei der Bundestagswahl 2017 wählten 15 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder die AfD, im Bundesdurchschnitt waren es im Vergleich weniger - 12,6 Prozent.

Im Internet verbreiten die Aktivisten einen aufwendig produzierten Werbefilm, der unter dem Titel "Werde Betriebsrat" Gleichgesinnte zum Mitmachen animieren will. Veröffentlicht wurde das Video auf dem Youtube-Kanal Einprozentfilm, offenbar ein Ableger des Vereins "Ein Prozent für unser Land", der offen mit der verfassungsfeindlichen Bewegung der Identitären kooperiert - zum Beispiel in einem selbsternannten "Widerstandsnest" in Halle.

"Ein Prozent" ist so etwas wie die Werbeagentur der rechtsextremen Organisation. Zu den Gründungsmitgliedern gehört Götz Kubitschek, einer der wichtigsten Vordenker und Netzwerker der Neuen Rechten. Oliver Hilburger lässt die Frage, ob er Kontakt zur Identitären Bewegung oder zu Reichsbürgern hat, offen. Das "Zentrum Automobil" hat auch einen Film ins Internet gestellt, in dem der Rechtspublizist Jürgen Elsässer an einem Rednerpult mit den grün-schwarzen Farben des Zentrums spricht und sich in der üblichen Art der Neuen Rechten unflätigst über Flüchtlinge, die Regierung und die Gewerkschaften auslässt.

"Im Betriebsalltag outen sich diese Leute nicht als rechts"
Im Betrieb verhält sich das "Zentrum Automobil" gemäßigt - und scheint finanziell bestens ausgestattet zu sein: So hat es seinen Mitgliedern nach Warnstreiks den Lohnausfall erstattet - im Gegensatz zur bis heute mit Abstand mächtigsten Gewerkschaft IG Metall, die bis zu den jüngsten 24-Stunden-Streiks nur nach Urabstimmungen zahlte. Hilburger beteuert, das Zentrum finanziere sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und erhalte "keine Mittel aus privaten, staatlichen oder anderen Quellen". Das kann bezweifelt werden. Ein Prozent wirbt auf einer Kampagnenseite für die Betriebsratswahlen im Internet offensiv um Spenden. Hilburger selbst bestätigt, dass er auf einer Veranstaltung von Kubitschek in Schnellroda die Kampagne "Werde Betriebsrat" vorgestellt hat.

Michael Brecht, der Vorsitzende des Daimler-Gesamtbetriebsrats, berichtet, dass sich die Kollegen von rechts außen geschickt verhalten: "Im Betriebsalltag outen sich diese Leute nicht als rechts, sie verhalten sich wie ganz normale Beschäftigte." Brecht und seine Kollegen von der IG Metall versuchten deshalb, "die Belegschaft zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wo diese Leute wirklich unterwegs sind".

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche will den Einfluss der rechten Gruppierungen so klein wie möglich halten. "Ich fordere die Mitarbeiter zu einer hohen Beteiligung an der Wahl auf", sagt er. Allerdings räumt Zetsche aber ein, dass seine Einflussmöglichkeiten begrenzt sind: "Wir können nur für die Werte einstehen und werben, die wir richtig finden. Mehr lässt sich nicht machen in einem demokratischen System."


Quelle

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/extremismus-rechte-betriebsraete-beunruhigen-daimler-1.3862923-2
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #12 am: 13. Februar 2018, 09:08:55 »

Aus: Ausgabe vom 12.02.2018, Seite 5   / Inland

Die Spaltung propagieren
Die AfD und ihr nahestehende Organisationen drängen in die Betriebsräte. Der Gewerkschaftsbund weiß davon – und gibt sich gelassen

Von Susan Bonath


Einer von denen, die in die Betriebe drängen: Philip Stein, Hauptakteur bei »Ein Prozent« und Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft
Foto: Michael Reichel/dpa

Bürokratie statt Klassenkampf: Die Schwäche der Gewerkschaften ist unübersehbar. Im Westen leiden sie an Mitgliederschwund, im Osten konnten sie sich nie richtig verankern. Davon profitieren Rechtspopulisten und Neofaschisten. Mit der »Gewerkschaft Zentrum Automobil« und der Gruppe »Ein Prozent« versucht die AfD, Arbeiter an sich zu binden und in Betrieben Fuß zu fassen. Das geschieht vor allem mit Stimmungsmache gegen Linke und Migranten. Im Internet rufen die Initiatoren ihre Anhänger auf, bei den von März bis Mai bundesweit anstehenden Betriebsratswahlen anzutreten. Sie bieten dafür sogar »Seminare« an. Beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sieht man das gelassen.

»Bei Betriebsratswahlen gab und gibt es immer mal wieder Listen, die gewerkschaftsfeindliche Positionen und Werte vertreten«, ließ der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann auf jW-Nachfrage schriftlich übermitteln. Das seien aber, betont er, »von rechts wie links immer Randphänomene gewesen und geblieben«. Die aktuellen Ankündigungen der AfD und ihr nahestehender Gruppen gehörten dazu, so Hoffmann. Die Gewerkschaften beobachteten dennoch, was in den Betrieben passiere. »Jeder rechtspopulistische Betriebsrat, der die Spaltung propagiert, ist einer zuviel«, erklärte er.

Die Frage, ob AfD-nahe Gruppen in bestimmten Regionen bereits nennenswerten Einfluss hätten, ließ Hoffmann unbeantwortet. Das könnte im Osten der Fall sein. Bei der Bundestagswahl wurde die AfD in Sachsen mit 27 Prozent stärkste Partei vor der CDU. Beim dortigen DGB-Bezirksverband wollte sich am Freitag niemand gegenüber jW dazu äußern. Sachsen-Anhalts DGB-Landesbeauftragte Susanne Wiedemeyer sagte, ihr sei nicht bekannt, dass rechte Gruppen Listen zur Wahl eingereicht hätten. »Das wird vielfach im Internet und den Medien hochgespielt«, ist sie überzeugt. Annika Klose, Pressesprecherin des DGB Berlin-Brandenburg, sieht es ähnlich. Sie mahnte, bei »Zentrum Automobil« handele es sich nicht um eine tatsächliche Gewerkschaft. »Denen fehlen etliche Merkmale einer solchen, wie etwa die Tariffähigkeit.«

Rolf Düber, Sprecher für Wirtschafts- und Strukturpolitik beim DGB Thüringen, betonte indes: »Das Thema bewegt uns hier sehr.« Man bemühe sich, Bildungsarbeit zu leisten, und habe eine Broschüre herausgegeben. Ein Mitarbeiter vom DGB-Bildungswerk im Tagungszentrum Hattingen, der regelmäßig Betriebe besucht, nannte die Kampagne von rechts »zunächst mal eine große Blase«. Allerdings seien ihm inzwischen vier Listen dieser Gruppierungen mit 187 Kandidaten bekannt. 147 von ihnen kandidierten bei Daimler über »Zentrum Automobil«, sagte er. Damit stellten sie insgesamt einen sehr geringen Anteil. »Aber ich glaube, in vier Jahren haben wir mit ganz anderen Zahlen zu tun«, warnte er. Aktuell befürchtet er eher, »dass rechte Funktionäre unerkannt auf anderen Listen antreten und dann Stimmung machen«. »Wenn die neuen Rechten, wie es Björn Höcke schon tut, soziale Gerechtigkeit mit Nationalismus und Rassismus verbinden, bräuchten wir eine ganz andere Strategie«, so der Gewerkschafter.

Vor allem die Gruppe »Ein Prozent« macht seit Ende Januar Stimmung mit ihrer Kampagne »Werde Betriebsrat«. Unter dem Slogan »Patrioten schützen Arbeitsplätze« versuchen die Macher dahinter, Philip Stein und Helge Hilse, Hass gegen Linke und Migranten zu schüren. Man wolle den »linken Gewerkschaften« und »Gesinnungswächtern des Establishments am Fließband« die Macht nehmen, heißt es etwa. Angeblich müssten Beschäftigte um ihre Jobs fürchten, wenn sie zu Pegida gingen oder die AfD unterstützten. Kurz: Linke seien vor allem Schuld an Entlassungen. Darum müsse man »Die Vertreter der politischen Kaste austauschen, um unser Land zu retten«.

»Ein Prozent« gibt sich als Bürgerbündnis. Hauptakteur Philip Stein ist auch Mitglied der Marburger Burschenschaft Germania und Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft, einem Zusammenschluss dieser neofaschistischen studentischen Männerbünde in Deutschland und Österreich. Unterstützt wird die Gruppierung von weiten Teilen der rechten Szene, darunter die AfD-Jugendorganisation »Junge Alternative« (JA), der Rechtsaußenflügel der AfD namens »Patriotische Plattform« unter Höcke, deren Sprachrohr Compact, herausgegeben von Jürgen Elsässer, das neurechte »Institut für Staatspolitik« unter Götz Kubitschek und die Identitäre Bewegung (IB).

»Ein Prozent« baut somit vor allem auf ethnische Ausgrenzung innerhalb der Belegschaften. Im Internet verbreitet das Bündnis neben der Betriebsratskampagne vor allem Hassbotschaften gegen Geflüchtete und Migranten. Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg, der Höckes »Patriotischer Plattform« angehört, findet das gut. »Die AfD hat starkes Wählerpotential bei Arbeitern, auch in größeren Betrieben«, frohlockte er vergangene Woche gegenüber der Magdeburger Volksstimme. Und das gelte es zu nutzen.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/327089.die-spaltung-propagieren.html
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #13 am: 19. Februar 2018, 21:06:48 »

Aus: Ausgabe vom 20.02.2018, Seite 15   / Betrieb & Gewerkschaft

»Die Konfrontation suchen die nicht«
Vor den Beschäftigten spucken die rechten Betriebsräte des »Zentrums Automobil« große Töne. In Verhandlungen mit den Chefs sind sie still. Ein Gespräch mit Michael Clauss
Von Johannes Supe



n den Werken der Autoindustrie wollen sich rechte Betriebsräte breitmachen – und die DGB-Gewerkschaften schwächen
Foto: Bernd Weißbrod/ dpa

Der Verein »Zentrum Automobil« sorgt für Furore. Bei den anstehenden Betriebsratswahlen will er den DGB-Verbänden Konkurrenz machen. Maßgeblich vorangetrieben wird das von Oliver Hilburger und Christian Schickart, beide in führender Position bei »Zentrum Automobil«. Sie sind mit beiden im selben Betriebsrat bei Daimler in Untertürkheim, was können Sie über Hilburger und Schickart sagen?

Hilburger war früher Mitglied der christlichen Gewerkschaft CGM. Als aber bekanntwurde, dass er bei der rechtsradikalen Band »Noie Werte« spielte – der Südwestrundfunk hat das mit unserer Hilfe aufgedeckt – trat er als Betriebsrat zurück. Zwei Jahre später, das war 2010, kandidierte er aber erneut, diesmal auf der Liste »Zentrum Automobil«. Die Liste bekam zwei Mandate, 2014 waren es dann schon vier von derzeit 45. Gleichzeitig verlor die christliche Liste ihre Bedeutung. Hillburger hat damals bereits erklärt, es brauche eine »oppositionelle Gewerkschaft«, denn die IG Metall sei Teil des Establishments und stehe dem Kapital zu nahe. Über seine rechte Vergangenheit sagt er einfach, dass es sich um Jugendsünden handele. Schickart kann man keine rechtsradikale Vergangenheit nachweisen.

Unterscheidet sich die Betriebsratsarbeit, die beide leisten, von dem, was Sie tun?

Natürlich machen die zum Teil Arbeit wie wir auch; Kollegen kommen mit Problemen zu Hilburger, und manchmal kriegt er auch etwas hin. Aber »Sozialarbeiter« sind wir im Betriebsrat alle. Sein Spiel funktioniert so: Er sagt, wir müssten dafür kämpfen, dass nur in Deutschland produziert wird. Als Daimler ein Motorenwerk in Polen errichten wollte, hat er dagegen in Flugblättern angeschrieben. Er redet den Leuten ein, wir könnten es tatsächlich schaffen, dass zwar Menschen überall auf der Welt unsere Autos kaufen, wir die aber nur in der Bundesrepublik herstellen. Doch diese Auseinandersetzung haben wir schon lange verloren. Was in die Richtung Internationalismus geht, lehnt er ab. Dabei wäre genau das die Antwort im Kampf gegen das Kapital: Nicht nur in Deutschland kämpfen.

Große Töne spuckt er auch, wenn es um Standortvereinbarungen geht. Die würden zu viele Kompromisse enthalten. Alles gut, ich könnte auch verstehen, wenn er da die Kollegen mobilisiert. Doch er sitzt ja in den Verhandlungen über solche Verträge mit drin, auch zuletzt, wo es darum ging, die Produktion von Elektroantriebskomponenten zu uns zu holen. Vielleicht hat er da in fünfzig Stunden Verhandlungen mal vier Sätze gesagt – er hält sich einfach raus. Er hat auch gegen Verträge gestimmt, mit denen Leiharbeiter in normale Beschäftigungsverhältnisse überführt wurden. Doch dann heißt es wieder, bei der IG Metall seien alle korrupt.

Ist die IG Metall nicht tatsächlich sehr auf Ausgleich mit dem Kapital bedacht?

Eine richtige Konfrontation suchen die ja auch nicht. Er zieht sich immer auf den Standpunkt zurück: »Ich habe ja nicht die Mehrheit im Betriebsrat. Später werde ich ganz anders auftreten.« Das ist doch ein bisschen zu bequem, oder? Und eine »alternative Gewerkschaft«, wie er sie fordert, ist doch Quatsch. Als wäre noch mehr Zersplitterung die Lösung. Ich kämpfe innerhalb der IG Metall dafür, dass die kämpferischer wird.

In einem Werbevideo der beiden für die Betriebsratswahlen heißt es, Kollegen würden entlassen, weil sie die AfD wählen.

Das ist Unsinn. Nicht mal Hilburger wurde entlassen, obwohl er in einer rechtsradikalen Band gespielt hat. Es gab keine einzige Kündigung, nur weil jemand die AfD gewählt hat.

Eine Mehrheit der Betriebsratssitze werden Hilburger und Schickart wohl auch nun nicht erlangen. Wird nicht zuviel Wind um die ganze Kampagne gemacht?

Man muss das ernst nehmen. Vermutlich gibt es auch in unserem Werk bis zu 15 Prozent AfD-Wähler. Und Hilburger weiß eines ganz genau: Eine echte Gewerkschaft wird sein »Zentrum Automobil« nur, wenn es die Tariffähigkeit erlangt, dafür muss die Gruppe aber in die Breite gehen. Daran arbeitet er jetzt, er hat wohl Kontakt zu Akteuren der AfD, zum Netzwerk »Ein Prozent« und zur rechten Zeitschrift Compact. Bei BMW in Leipzig unterstützt er die Gründung einer Betriebsratsgruppe, ebenso bei Mercedes in Rastatt, in Sindelfingen hat er eine Liste für die Betriebsratswahlen eingereicht. Wir haben die IG Metall darauf schon vor Jahren aufmerksam gemacht, doch es hieß immer nur, die beiden würden sowieso scheitern. Doch nun gibt es die Gefahr, dass über diese Dinge die AfD eine Plattform in den Betrieben bekommt. An die Stelle der Auseinandersetzung mit dem Kapital würde dann die mit den DGB-Gewerkschaften treten. Um dem zu begegnen müssten sich die Spitzen der Gewerkschafter viel deutlicher vom Kapital abgrenzen als bisher. Auch die Arbeit in den Betrieben müsste beteiligungsorientierter sein, die Kollegen müssten schon in die Planung der Kampagnen stärker einbezogen werden.

Michael Clauss ist seit mehr als 20 Jahren Betriebsrat bei Daimler in Untertürkheim

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/327700.die-konfrontation-suchen-die-nicht.html
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #14 am: 22. Februar 2018, 19:22:40 »

Klaus-Jürgen Hampejs, Pressesprecher der Internationalen Automobilarbeiterkoordination (IAC) Sindelfingen, wendet sich in tiefer Sorge an Kolleginnen und Kollegen, Betriebsräte und Vertrauensleute bei Daimler: Wegen der Umtriebe des sogenannten ZENTRUM AUTOMOBIL, das bei den anstehenden Betriebsratswahlen mit Listen antreten will und rassistische, neonazistische, faschistoide Propaganda betreibt.
Er schreibt: "Das ist ein Programm aus den finstersten Zeiten Deutschlands, in denen viele unserer Kolleginnen und Kollegen, Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Christen, Kommunisten und Parteilose, mit dem Leben bezahlen mussten.
Ich habe noch als junger Gewerkschafter, Jugendvertreter in der Ausbildung, unseren Kollegen Willi Bleicher  (Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg und Überlebender des KZ Buchenwald) erlebt und bis heute  Achtung vor ihm als antifaschistischem Kämpfer! Er hat klare Position immer und überall gegen Nazis bezogen und dagegen gekämpft.

Weiter im Text

http://www.iawc.info/de/2018/h1/keinen-fussbreit-den-faschisten-ueberall-und-besonders-im-betrieb
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
counselor


Beiträge: 3244



« Antworten #15 am: 27. Februar 2018, 17:58:58 »

Zitat
Taugen nicht als Protest - »Wenn man 20 Jahre zusammen arbeitet, ist es egal, wo man herkommt«

In: express 1/2 2018

»Wir begreifen Globalisierung als Chance«, lautet das Bekenntnis zu Welt und Heimat, wie der »Philosophie«-Seite der Frankfurter Societäts-Druckerei (FAZ, FR u.a.) zu entnehmen ist. Etwa 70 Prozent der Beschäftigten haben Migrationshintergrund, der Organisationsgrad ist hoch, die Streikbeteiligung liegt bei durchschnittlich 90 Prozent.

Doch wie ist die Prosa, haben rechte Gruppen hier eine Chance? Wir sprachen mit einem langjährigen Betriebsrat.

Habt Ihr Erfahrungen mit rechten KandidatInnen oder Listen bei Euch im Betrieb? Wie sind die in betrieblichen Konflikten aufgetreten und welche Strategie haben sie dabei verfolgt?

Wir haben weder reche Kandidaten noch rechte Listen bei uns im Betrieb. Bei uns kandidieren Listen, die sich im Wesentlichen nach den Produktionsbereichen zusammensetzen. Es gab bisher auch keinerlei Versuche von Rechten oder AfD-Leuten etc., in Sachen Betriebsrat oder
Vertrauensleute aktiv zu werden. Auch nicht zur Betriebsratswahl.

Die »Alternativen« versprechen die Verteidigung der »einfachen« und »ehrlichen« Arbeiter gegen die ›Bonzen‹ aus Mehrheitsgewerkschaften und deren Kungeleien mit dem Management, sie erklären sich selbst zu besseren Interessenvertretungen und rufen auf zur »Opposition gegen das Co-Management«. Wie kommt so etwas bei Beschäftigten an, wirkt das glaubwürdig?

Bei uns im Betrieb ist noch niemand mit diesen Parolen aufgetreten. Allerdings habe ich in den letzten 30 Jahren im Betrieb manches davon, zum Beispiel Kritik an einigen Betriebsräten, die das mit dem Co-Management zu doll getrieben haben, immer wieder einmal gehört. Der Begriff »Gewerkschaftsbonze« ist mir noch nie begegnet. Gewerkschaft ist außerhalb der Streikzeiten sowieso nie ein Thema. Da interessiert sich kaum einer dafür und die Gewerkschaft, seit ein paar Jahren vor allem der ver.di-Fachbereich 8, hat sowieso keinen guten Ruf bei uns.

Aber wie gesagt, bei uns ist noch kein Versuch unternommen worden, eine »blaue Alternative « auch nur zu diskutieren.

Wir arbeiten alle, 300 Kollegen, schon seit mindestens 20 Jahren zusammen. In den letzten Jahren ist kaum jemand neu dazugekommen. Wir haben einen Ausländeranteil von 70 Prozent. Facharbeiter sind überwiegend Deutsche, ausländische Kollegen sind meist als Hilfsarbeiter oder in Abteilungen beschäftigt, die keine hohe fachliche Qualifikation fordern, z.B. in der Weiterverarbeitung, d.h. im Packsaal. Konflikte treten hier immer als Frage persönlicher Unverträglichkeiten oder Kritiken auf, nicht entlang der Frage, welche Nationalität jemand hat, ob er Inländer oder Ausländer ist. Wenn man mal über 20 Jahre zusammen arbeitet, duscht und isst, dann kennt man sich und es ist egal, welche Herkunft jemand hat.

Kannst Du einschätzen, auf welche Resonanz der Aufruf zur Listengründung rechter Gruppen stößt? Wisst Ihr im Betriebsrat von Betrieben aus Eurer Branche, in denen das Bündnis von Zentrum, AfD, Ein Prozent etc. antritt?

Keine Ahnung. Bei anderen Unternehmen der Druckindustrie gibt es, soweit ich weiß, eine ähnliche Situation wie bei uns. Aber die Betriebe haben wenig Kontakt zueinander und von der Gewerkschaft kommt da auch keine Aktivität. Außerdem interessiert sich sowieso kaum einer von uns für so etwas.

DGB-Chef Rainer Hoffmann hält rechte Gruppierungen in den Betrieben für ein Randphänomen. Auch der Sozialwissenschaftler Klaus Dörre beurteilt die Zentrums-Bemühungen als wenig erfolgversprechend. Er sieht das Problem eher in ohnehin starken nationalistischen und rassistischen Stimmungen in den Belegschaften und verweist auf einen hohen Anteil von Arbeiterstimmen für die AfD in BaWü. IGM-Chef Jörg Hofmann wiederum hat letztes Jahr
die Parole »Wer hetzt, fliegt« ausgegeben, und sowohl IGM als auch ver.di bieten in ihrer Bildungsarbeit Schulungen für den Umgang mit Rechtspopulismus an. Wie ernst nehmt Ihr selbst diese Entwicklung, und was muss aus Eurer Sicht getan werden?

Von den 300 Kollegen sind vielleicht 4 oder 5 schräg drauf und glauben, dass die Flüchtlinge an allem schuld sind. Die reden so etwas wie: »Für die ist Geld da, für die Pflege z.B. nicht...« Diese wenigen Kollegen waren aber schon immer so drauf, ich kenne die seit über 20 Jahren und die haben immer in so einer Richtung gedacht.

Der Rest meiner Kollegen stand in den ersten Jahren der AfD sehr positiv gegenüber. Da wir fast alle täglich die großen Tageszeitungen lesen (FAZ, Rundschau, Neue Presse, Süddeutsche, Bild etc.), ist unsere Belegschaft ziemlich gut informiert. In der Lucke-Zeit und auch noch zu Beginn der Petri-Zeit haben die Zeitungen ja sehr viel über die AfD geschrieben. Da hatten die meisten bei uns die Einschätzung, das ist eine Professorenpartei, lauter
Fachleute, die sich auskennen. Viele Kollegen hatten da großen Respekt. Auch ausländische Kollegen. Das hat sich aber sowohl bei den Deutschen als auch bei den ausländischen Kollegen geändert: Mittlerweile, so seit etwa eineinhalb Jahren, hält man die AfD für einen Haufen, der nicht mehr ernst zu nehmen ist, für eine komische Truppe, die ganz rechts außen Stimmen fängt, um in die Parlamente zu kommen. Der Respekt ist weg, und solche Leute wie den Höcke finden die meisten ekelhaft. Auch als Protest taugt die AfD nichts mehr.

Vielen Dank für das Gespräch.
express im Netz unter: www.express-afp.info


Quelle: http://express-afp.info/wp-content/uploads/2018/02/2018-1-2_Taugen-nicht-als-Protest.pdf
Gespeichert

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #16 am: 01. März 2018, 19:32:28 »

Jetzt erst Recht: Gegen Faschisten und Co-Manager im Betrieb!  Cool

BETRIEBSRATSWAHLEN 2018
Kämpferische Arbeiterinnen und Arbeiter in die Betriebsräte
Mit dem heutigen Tag beginnen bundesweit die Betriebsratswahlen:


Von MLPD Dresden / jw / ffz
Donnerstag,  01.03.2018,  12:34 Uhr


Belegschaft bei Daimler (rf-foto)

Bis Ende Mai werden in über 28.000 Betrieben rund 180.000 Betriebsräte gewählt. Betriebe mit mindestens fünf wahlberechtigten Kolleginnen und Kollegen haben Anspruch, sich einen Betriebsrat zu wählen.

Das Recht, sich einen Betriebsrat zu wählen, war in Deutschland ein Ergebnis der Novemberrevolution von 1918:  Unter anderem erkämpfte sich das Proletariat auch das Recht, sich Betriebsräte wählen zu dürfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und den Erfahrungen der Arbeiterinnen und Arbeiter mit dem Hitler-Faschismus errangen die Kommunistinnen und Kommunisten großen Einfluss in den Betriebsräten und leiteten oft den Wiederaufbau der Betriebe. Der EInfluss war so stark, dass die rechte Gewerkschaftsführung 1951 Ausschlusskampagnen gegen Kommunistinnen und Kommunisten durchführte. Es folgte das reaktionäre Betriebsverfassungsgesetz von 1952, es knebelt insbesondere Betriebsräte.

Kämpferische Betriebsräte statt Co-Manager
Das Recht, Betriebs- und Personalräte zu wählen, gehört zu elementaren demokratischen Rechten und Freiheiten. Zu behaupten, „Mitbestimmung (sei) der zentrale Baustein für die Zukunft der modernen Arbeitsgesellschaft“, wie es der DGB-Vorsitzende Reiner Hofmann tut, ist allerdings bewusste Irreführung. Im staatsmonopolistischen Kapitalismus haben sich die dem allein herrschende internationalen Finanzkapital angehörenden internationalen Übermonopole den Staat vollständig untergeordnet und ihre Herrschaft über die gesamte Gesellschaft errichtet.

 In diesem Sinne billigt das reaktionäre Betriebsverfassungsgesetz Betriebsräten nur höchst eingeschränkte Rechte zu, während es zugleich zur 'vertrauensvollen Zusammenarbeit zum Wohle des Unternehmens' verpflichtet. Kämpferische und klassenkämpferische Betriebsräte nutzen ihre Mandate, um die Organisiertheit und gewerkschaftliche Kampfkraft in den Belegschaften zu stärken, Kämpfe als Schule des Klassenkampfs zu nutzen und den Geist des Klassenkampfs unter die Kolleg*innen zu tragen. „Wir brauchen offensive, kämpferische Betriebsräte – keine Co-Manager!“ - in diesem Sinne wurden in den vergangen Monaten in zahlreichen Betrieben intensivste Auseinandersetzungen geführt.

In zum Teil  heftigen Gegenwind gelang es einer Reihe kämpferischer und klassenkämpferischer KollegInnen, in ihren Betrieben eine demokratische Listenaufstellung durchzusetzen. Sie ist besonderes wichtig, wenn es statt einer Personenwahl in den Betrieben eine Listenwahl gibt. Treten mehrere Listen an (manche werden auch von den Geschäftsleitungen lanciert), haben die Wähler keinen Einfluss mehr, welche Personen gewählt werden. Sie können dann nur noch Listen wählen. Deshalb ist wichtig die sogenannte Reserveliste der Gewerkschaft demokratisch aufzustellen, mittels Urwahl der Gewerkschaftsmitglieder oder wenigstens durch die Vertrauensleute.

 Auch diesmal gab es Versuche von rechten Betriebsratsfürsten kämpferische Kolleginnen und Kollegen undemokratisch auf hintere Listenplätze zu setzen, wo sie - Listenwahl vorausgesetzt - keine Chance auf ein Betriebsratsmandat hätten.

Auch Faschisten kandidieren
Dazu erklärt die Kreisleitung Stuttgart-Sindelfingen in einer Presseerklärung von heute: „60.000 Hochglanzbroschüren hat das von Faschisten geführte ‚Zentrum Automobil‘ nach eigenen Angaben bei Daimler, BMW oder Opel verteilt. Dort gibt sie sich als ‚alternative Gewerkschaft‘, die ‚Mut zur Opposition‘ hat, gegen eine 'konzerngesteuerte, globale Welt‘. Klingt fast links. In einem ‚finalen Wahlaufruf‘ von Ende Februar, der bei Daimler in Untertürkheim verteilt wurde, hört sich das schon anders an. Darin geht es volle Kanne gegen die IG Metall und MLPD, statt das Monopolkapital anzugreifen.

 Im „Zentrum“-Flugblatt heißt es: ‚Wir sind eine Gefahr für die IG Metall, weil politische Extremisten in unseren Reihen keinen Platz haben‘. Gemeint sind dabei nicht Leute wie Zentrum-Listen-Führer Oliver Hilburger, der früher in der Neonaziband „Noie Werte“ spielte und heute von Faschisten wie Björn Höcke (AfD), Lutz Bachmann (Pegida) oder Jürgen Elsässer hofiert wird. Gemeint sind ‚Gruppierungen wie die MLPD‘. Diese würde ihre Plakate zerstören, Kandidaten bedrohen und sie in der Öffentlichkeit verleumden.

 Richtig daran ist nur, dass die MLPD seit Jahrzehnten konsequent das Verbot und die Auflösung aller faschistischen Organisationen fordert; ebenso die strafrechtliche Verfolgung der Verbreitung faschistischen und offen rassistischen Gedankenguts und Volksverhetzung."

 Die Offensiven Metaller (und auch die Rote Fahne) machen seit Jahren die Machenschaften der faschistoiden 'Zentrum'-Scheinopposition bekannt. Inzwischen berichten auch bürgerliche Medien über die Umtriebe des Faschisten Hilburger und Gewerkschaft, Betriebsrat und viele Kolleginnen und Kollegen protestieren dagegen. Hilburgers soziale Demagogie muss offen bekannt gemacht werden. Sich nach außen als angebliche Opposition gerieren und nach innen die Drecksarbeit für die Daimler-Führungsetage machen, das zeichnet Faschisten wir Hilburger aus.

 Dass die Arbeiterklasse ihre Interessen nur im Kampf, nicht per 'Mitbestimmung' und Co-Management durchsetzen kann, war auch Gegenstand der Betriebsversammlung bei VW-Wolfsburg am 27. Februar: „In der Aussprache forderte ein Kollege unter Applaus die unbefristete Festeinstellung aller Entlassenen. Ein anderer Redebeitrag forderte die Kündigung des Zukunftspakts von der IGM und eine Mitgliederabstimmung darüber aus als wichtigste Konsequenz aus den Erfahrungen im zur Festeinstellung der Leiharbeiter. Wenn die IGM-Führung den Abbau von 23.000 Arbeitsplätzen unterschreibt, wird damit ein Kampf um Arbeitsplätze verhindert. Diese Forderung wurde schweigend und nachdenklich von der Belegschaft aufgenommen und später in vielen Gesprächen ernsthaft diskutiert - „wäre es sonst nicht noch schlimmer gekommen?“

Genau richtig: Politisierung der betrieblichen Debatte!
Doch die betrieblichen Debatten beschränken sich längst nicht mehr auf unmittelbar ökonomische oder betrieblichen Fragen und es verdient unbedingte Unterstützung, dass bewusst die Frage nach den gesellschaftlichen Verhältnissen Eingang findet. So heißt es weiter im Berichts aus Wolfsburg „Alle reden vom Klimawandel – VW macht ihn wahr?!“ Das stand heute auf einer Toilettenwand. Andere kritisierten, dass durch die Verlängerung der Schichtzeit (Entfall der „Schichtentkopplung“) die Bus und Bahnfahrer nicht mehr mit dem ÖPNV fahren können, was auch umweltpolitisch schlecht ist. Dreimal wurde der neue „Verhaltenskodex“ von VW kritisiert, der als Broschüre im Dezember 2017 erschien. In der gleichen Woche, in der die Leiharbeiter entlassen wurden. Wir müssen uns nicht von VW nicht über moralische Werte belehren lassen! - das stieß auf Applaus! Eine Kollegin: „Komisch, das Kapitel „Leiharbeiter entlassen“ oder „Wie wälze ich alles auf den Steuerzahler ab“ steht da gar nicht drin.“

 Der internationale Konkurrenzkampf wird zu weiteren Angriffen auf die Belegschaften führen. Das erfordert kämpferische und klassenkämpferische Kolleginnen und Kollegen in die Betriebsräte zu wählen, statt Kandidatinnen und Kandidaten die besonders gut mit der Geschäftsleitung können.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw09/gesellschaftliche-polarisierung-spuerbare-politisierung-und-das-gefestigte-klassenbewusstsein

Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Fritz Linow


Beiträge: 1162


« Antworten #17 am: 02. März 2018, 13:13:20 »

Zitat
2.3.18
(...)
Neun Prozent für „Zentrum Rastatt“

Die Liste „Zentrum Rastatt“ errang knapp neun Prozent der Sitze und stellt somit drei der 35 Betriebsräte. Damit sind erstmals Vertreter dieser Pegida und der AfD nahestehenden Organisation in der Mitarbeitervertretung des Daimler-Werks in Rastatt.
(...)
https://bnn.de/nachrichten/rechte-gewerkschaft-mit-drei-betriebsraeten-in-rastatt
Gespeichert
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6390


« Antworten #18 am: 02. März 2018, 13:59:52 »

Der DGB ist auf dem gleichen Niedergang wie die SPD.
Ihre Politik dient hauptsächlich der deutschen Wirtschaft, deren internationale Konkurrenzfähigkeit man erhalten will.
Der ganze Apparat ist korrupt, bräsig und unfähig geworden, noch mehr als er es sowieso schon immer war. Man hat keine Ahnung mehr, was die Beschäftigten in den Betrieben wollen.

Darüber gibt es nicht nur Enttäuschung, sondern auch offene Wut. Man möchte den abgehobenen Gewerkschaften einen Denkzettel verpassen.
Es gibt keine linke Alternative. Die alten Gewerkschaftslinken, die in den 60ern und 70ern in die Betriebe gegangen sind, um das kapitalistische System zu stürzen, sind inzwischen in Rente. Jüngere Linke haben keinerlei Schimmer, was Betriebspolitik ist.

Also bieten sich nur die Faschos als Gegenkraft zu dem verhaßten DGB an.

Eine Antifapolitik, die nur auf den Angriff von Faschos setzt, hat keine Chance auf Erfolg. Es müssen gleichzeitig linke Alternativen aufgebaut werden, im Betrieb und in der Gewerkschaft.
Gespeichert

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Fritz Linow


Beiträge: 1162


« Antworten #19 am: 02. März 2018, 23:00:42 »

Diese ganze Sache mit den Faschobetriebsräten hat zumindest etwas gutes: Man kann mal drüber nachdenken, was so alles schief läuft, was bisher versäumt wurde und wie und wo man ansetzen könnte. Gerade wenn der Daimler-Vorstand auf einmal davon faselt, dass das nicht geht:

Zitat
„Das Thema lässt uns nicht kalt. Wir beobachten die Entwicklung sehr genau und mit Sorge“, kommentierte Wilfried Porth, Arbeitsdirektor und Personalvorstand der Daimler AG im Gespräch mit der F.A.Z.: „Die Ausrichtung dieser Gruppen widerspricht Daimler-Werten wie Respekt, Offenheit, Vielfalt, Toleranz und Internationalität.“


…und nochmal deutlich macht, dass gefälligst überhaupt keine politische Agitation im Betrieb erwünscht ist:

Zitat
Politisches Agitieren würde unmittelbar Sanktionen nach sich ziehen, wie auch Personalvorstand Porth betont: „Die korrekte Betriebsratstätigkeit ist im Betriebsverfassungsgesetz geregelt.


…und dass man am liebsten nicht darüber reden soll:

Zitat
Dem Personalvorstand wäre es am liebsten, man würde gar nicht so viel über die rechten Umtriebe berichten, um die Kandidaten nicht erst salonfähig zu machen, signalisierte er im Gespräch.

dann ist das eigentlich eine Einladung an alle antifaschistisch Engagierten, dem etwas entgegen zu setzen.

Bitter ist natürlich schon, dass in der „Gewerkschaftszeitung“ dieser Ein-Prozent-Trottel mit denselben Argumenten agitiert wird, mit denen u.a. auch hier auf Chefduzen die Klassenharmonie der DGB-Gewerkschaften kritisiert wird.

(Es gibt bisher keinen Unvereinbarkeitsbeschluss der DGB-Gewerkschaften, dass man nicht gleichzeitig in der AfD und zum Beispiel in der IG Metall sein darf. Das ging in den 70ern ziemlich leicht mit den K-Gruppen.)



http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/daimler-personalvorstand-warnt-rechte-betriebsraete-15475700.html
« Letzte Änderung: 03. März 2018, 00:36:47 von Fritz Linow » Gespeichert
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #20 am: 03. März 2018, 20:08:13 »

DAIMLER
Erste Ergebnisse der Betriebsratswahlen
Samstag,  03.03.2018,  17:30 Uhr
Die IG Metall gibt auf ihrer Webseite erste Ergebnisse der Betriebsratswahlen in Daimler-Werken bekannt. Demnach konnte die IG Metall ihre Position in der Daimler-Zentrale ausbauen und hat dort die absolute Mehrheit im Betriebsratsgremium. Die faschistoide "Zentrums"-Liste hat keinen Sitz erobert, ein Ergebnis der antifaschistischen Aufklärungsarbeit. In Rastatt dagegen nimmt das "Zentrum" leider künftig drei Betriebsratssitze ein. Die faschistoide Demagogie muss komplett auseinandergenommen werden!

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw09/erste-ergebnisse-der-betriebsratswahlen
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #21 am: 04. März 2018, 10:02:31 »

Rechte drängen in den Betriebsrat der Motorsägen-Firma Stihl


Ein Stihl-Mitarbeiter im Stihl-Werk in Waiblingen.

BERLIN  Die rechte Gruppierung „Zentrum Automobil“ kandidiert für den Betriebsrat bei Stihl. Für den Motorsägen-Marktführer ist es eine Zäsur.

Verglichen mit dem Lärm einer Kettensäge ist es ein leiser Vorgang: Die rechte Gruppierung „Zen­trum Automobil“ nimmt nach Daimler-Benz jetzt auch den Motorsägen-Weltmarktführer Stihl ins Visier. Eine Untergruppe der selbst ernannten „alternativen Gewerkschaft“ tritt bei den Betriebsratswahlen der Stihl AG im schwäbischen Waiblingen an. Das Unternehmen wurde von der Entwicklung kalt erwischt und reagiert besorgt.

Vier Listen bewerben sich bei der Wahl am 20./21. März um Betriebsratssitze bei Stihl. Die mit Abstand größte stellt die IG Metall mit mehr als 30 Kandidaten. Von der „Liste 3: Mut zur Veränderung“ hat lange niemand ernsthaft Notiz genommen, weder die Belegschaft noch das Management. Das hat sich nun schlagartig geändert.

Denn mittlerweile ist klar, auf wessen Ticket diese Liste läuft. Sie ist der jüngste Ableger vom „Zentrum Automobil“ – ein Verein, dessen Spitzen tiefer in rechtsextremen Kreisen verwurzelt scheinen als in der betrieblichen Mitbestimmung.

Spitzenkandidat mit Pegida-Gründer unterwegs
Im Daimler-Werk Untertürkheim stellte sich die „Liste Zentrum“ zur Wahl, ebenfalls ein Ableger vom „Zentrum Automobil“. Spitzenkandidat Oliver Hilburger tritt gern gemeinsam mit Pegida-Gründer Lutz Bachmann, AfD-Rechtsaußen Björn Höcke und Jürgen Elsässer, Herausgeber des rechtsnationalen „Compact“-Magazins, auf.

20 Jahre lang hat Hilburger in der Neonazi-Band „Noie Werte“ gespielt. Zwei Lieder dieser Gruppe tauchen auf Vorgängerversionen des Videos auf, mit dem die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ihre Mordserie feierte. Andere Mitglieder vom „Zentrum Automobil“ waren den „Stuttgarter Nachrichten“ zufolge in der verbotenen Neonazi-Organisation „Wiking-Jugend“ und der Skinhead-Gruppe „Kreuzritter für Deutschland“.

Der Jenaer Gewerkschaftsforscher Klaus Dörre sieht die vermeintliche Gewerkschaft „fest verankert in der militanten, äußersten rechten Neonazi-Szene, im Umfeld von ,Blood & Honour‘“. Das rechtsextreme Netzwerk ist seit 2000 verboten. „Das war auch das Umfeld des NSU“, erklärt Dörre.

Der Vorstand kann die Kandidatur nicht verhindern
Für den „Zentrum“-Ableger beim Motorsägen-Primus Stihl kandidieren zwei Männer, die bekannt sind in der Firma: ein aktueller und ein ehemaliger Betriebsrat. Dass sie nun für das rechte Lager antreten, drückt die Stimmung im Betrieb. „Als Unternehmen haben wir gemäß Betriebsverfassungsgesetz keinerlei Einfluss auf die Betriebsratswahlen und die Kandidaten, die sich dafür zur Wahl stellen“, erklärt Michael Prochaska, Stihl-Vorstand für Personal und Recht.

Dies verbiete das Betriebsverfassungsgesetz. „Solange kein arbeits- oder strafrechtliches Fehlverhalten im Betrieb vorliegt, sind uns generell die Hände gebunden.“

Für das schwäbische Familienunternehmen, 1926 gegründet und mittlerweile mit insgesamt rund 15.000 Mitarbeitern in 160 Ländern weltweit präsent, bedeutet schon die Aufstellung einer rechten Liste eine Zäsur. Allein unter den rund 4000 Beschäftigten am Stammsitz in Waiblingen sind fast 50 Nationen versammelt.

„Wir lehnen Extremismus, egal in welche Richtung, ab“
„Wir schätzen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und pflegen seit Jahrzehnten eine sehr partnerschaftliche, konstruktive Beziehung mit unseren Beschäftigten und unserem Betriebsrat“, sagt Personalchef Prochaska. „Darauf sind wir stolz. Wir lehnen Extremismus, egal in welche Richtung, ab.“

Bei den Betriebsratswahlen im Mercedes-Benz-Werk Rastatt hat die „Liste Zentrum“ acht Prozent der Stimmen und drei Mandate bekommen. Das gab der Betriebsrat am Freitag bekannt. Im Daimler-Stammwerk Untertürkheim und im Werk Sindelfingen enden die Betriebsratswahlen am 5. März.

Quelle

https://www.waz.de/wirtschaft/rechte-draengen-in-den-betriebsrat-der-motorsaegen-firma-stihl-id213612417.html

GEWERKSCHAFT
Rechte Betriebsräte sind laut DGB kein Massenphänomen
Miguel Sanches



Reiner Hoffmann ist Bundesvorsitzender des DGB.

BERLIN  Unterwandern Rechte die Betriebsräte? Der DGB sieht darin kein verbreitetes Problem. Die meisten würden SPD wählen und nicht die AfD.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Konkurrenz am rechten Rand auf dem Schirm, hält sie für kein Massenphänomen und ärgert sich über das Medieninteresse. Drei Fragen an DGB-Chef Reiner Hoffmann.

Wie erklären Sie sich den Erfolg der AfD bei Arbeitern?

Reiner Hoffmann: Das Thema beschäftigt uns, seit die AfD die ersten Erfolge bei Landtagswahlen eingefahren hat. Zwei Erkenntnisse haben wir gewonnen. Erstens: Es ist nicht das Gewerkschaftsbuch, sondern die soziale Lage, die Einfluss auf das Wahlverhalten übt. Zweitens: Bei Gewerkschaftsmitgliedern, die in Unternehmen mit Betriebsrat und Tarifvertrag arbeiten, ist die Zustimmung zu rechtspopulistischen Angeboten deutlich geringer. Das heißt, die AfD hat dort keinen Erfolg, wo Menschen soziale Haltepunkte haben und nicht permanent befürchten müssen, ihren Job zu verlieren. Das Entscheidende ist also Sicherheit. Darüber hinaus bleibt es dabei: Gewerkschaftsmitglieder wählen überproportional stark SPD oder andere Parteien und nicht die AfD.

Woher kommt die Zustimmung zur AfD?

Hoffmann: Viele Menschen erleiden einen doppelten Kontrollverlust. Erstens: Sie wissen nicht, wie sich die Wirtschaft vor dem Hintergrund der Digitalisierung weiterentwickelt und wie sicher die Arbeitsplätze sind. Auch wenn es Menschen objektiv gut geht und sie ihre Situation als gut beschreiben, haben sie große Zukunftssorgen. Sie sehen die Gefahr von Abstieg und Verarmung. Es ist unklar, ob unsere Gesellschaft das Wohlfahrtsversprechen – den Kindern soll es besser gehen als ihren Eltern – noch halten kann. Zweitens: Die Globalisierung, also die nationale Entgrenzung, zeigt ihre hässlichen Seiten. Zum Beispiel bei Siemens: Da sitzt der Vorstandschef Joe Kaeser bei US-Präsident Donald Trump und verspricht, neue Gasturbinen in den USA bauen zu lassen, weil die USA ihre Steuern stark gesenkt haben. In Deutschland will Siemens aber das Gasturbinengeschäft stilllegen. Solche Botschaften verunsichern die Menschen – und zwar nicht nur die direkt Betroffenen bei Siemens. Die Leute wollen politische Antworten, die ihnen Sicherheit geben.

Was sollen die SPD und die anderen Parteien machen?

Hoffmann: Die Parteien müssen klare Kante zeigen und Konflikte offen diskutieren. Sie müssen zeigen, dass die Energiewende gelingen kann, ohne Jobs zu gefährden. Die Menschen müssen spüren, dass Renten armutsfest gemacht werden und dass es in der Steuerpolitik gerechter zugehen kann.

Quelle

https://www.waz.de/politik/rechte-betriebsraete-sind-laut-dgb-kein-massenphaenomen-id213511787.html
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Fritz Linow


Beiträge: 1162


« Antworten #22 am: 04. März 2018, 12:50:45 »

Mal zur richtigen Einordnung von solchen Äußerungen von Stihl:
Zitat
„Wir lehnen Extremismus, egal in welche Richtung, ab“
„Wir schätzen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und pflegen seit Jahrzehnten eine sehr partnerschaftliche, konstruktive Beziehung mit unseren Beschäftigten und unserem Betriebsrat“, sagt Personalchef Prochaska. „Darauf sind wir stolz. Wir lehnen Extremismus, egal in welche Richtung, ab.“

12.10.16
(…)
Er (Stiehl) ist dafür verantwortlich, dass sich die IHK so stark für das Projekt Stuttgart 21 eingesetzt hat (…) Der grün-roten Landesregierung drohte der passionierte Autofahrer 2012 unverhohlen mit Abwanderung, sollte sie den motorisierten Individualverkehr ausbremsen. (…) Stihl ist einer der wohlhabendsten Unternehmer des Landes.
(…)
1939 hatte Stihl 250 Mitarbeiter, bei Kriegsende waren es 500, überwiegend Frauen und mindestens 100 Zwangsarbeiter. (…) Er war 1933 in die NSDAP eingetreten und 1934 SS-Sturmführer in Höfingen geworden. "Im Spruchkammerverfahren bezeichnet ihn der Betriebsrat 1947 als 'fanatischer, aktiver Kämpfer für die nationalsozialistische Ideologie'", schreibt Ebbe Kögel, Mitglied des Bürgerprojekts AnStifter, in einem Leserbrief an die Waiblinger Kreiszeitung, den diese bisher nicht veröffentlichen wollte.
(…)
 Viel später, 1999, hat sich Hans Peter Stihl als DIHT-Präsident vehement für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter durch die Stiftungsinitiative "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" der deutschen Wirtschaft eingesetzt. Direkte Ansprüche an sein eigenes Unternehmen lehnte er ab. (…) Als Arbeitgeberfunktionär hat Hans Peter Stihl, nach eigenen Angaben kein Freund der Gewerkschaften, Mitte der 1980er-Jahre mit der IG Metall hart um 35-Stunden-Woche und Mitbestimmung gerungen. (…)
https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/289/das-kettensaegen-imperium-3932.html

11.2.17
(…)
Unlängst beschwerte sich der Remstäler Lokalgeschichtsforscher Ebbe Kögel bei den Grünen. Das Land hatte eine Kunstmedaille aus der Serie „Erfinder in Baden-Württemberg“ mit dem Konterfei von Andreas Stihl herausgegeben – „ich bin entsetzt“, schrieb Kögel: Stihl, „ein überzeugter Nazi“, habe die Wehrmacht mit Motorsägen für den „Vernichtungsfeldzug im Osten“ ausgestattet und „bis zu hundert Zwangsarbeiter zu erbärmlichen Bedingungen in seinen Fabriken in Cannstatt und Neustadt“ eingesetzt.
(…)
https://www.zvw.de/inhalt.waiblingen-stihl-und-die-nazi-vergangenheit.495ee3e7-f512-488c-bc1c-315f4a9ba1b5.html
« Letzte Änderung: 04. März 2018, 13:38:26 von Fritz Linow » Gespeichert
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #23 am: 07. März 2018, 09:25:22 »

Aus: Ausgabe vom 07.03.2018, Seite 3   / Schwerpunkt

»Regressive Rebellion«
Rechte »Gewerkschafter« buhlen anlässlich der Betriebsratswahlen um Anhänger in der Arbeiterklasse
Von Volkmar Wölk



Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Björn Höcke, im September 2017 in Potsdam
Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Die SPD, so kommentierte Björn Höcke (AfD) den Mitgliederentscheid der Partei über eine neue Regierungskoalition, sei auf dem Marsch »in den sicheren Abstieg in die politische Bedeutungslosigkeit«. CDU/CSU und Sozialdemokraten verkörperten die »Verwaltung des Elends«. Der heimliche Vorsitzende der AfD prognostizierte weiter: »Die AfD wird mit ihrer Sozial- und Heimatpolitik die neue Volkspartei. Sie ist die einzige Partei, die sich gegen die Kaputtglobalisierung unserer Solidargemeinschaft ausspricht. Die alte Sozialdemokratie ist Geschichte, die Zukunft gehört dem solidarischen Patriotismus.«

Der »solidarische Patriotismus«, eine Wortschöpfung Höckes, knüpft nahtlos an die Traditionslinie des »völkischen« Antikapitalismus an, dessen natürlicher Gegner stets die freien Gewerkschaften waren. Deren Hauptaufgabe, so der selbst definierte Anspruch, war und ist die Minderung der Konkurrenz zwischen den Lohnabhängigen, zwischen diesen und den Arbeitsuchenden, zwischen Männern und Frauen, zwischen deutschen Beschäftigten und solchen ausländischer Herkunft. Und ebenso traditionell besteht zwischen diesen Gewerkschaften und der SPD, aller proklamierten Überparteilichkeit zum Trotz, ein enges Verhältnis. Was also liegt näher, in einer Zeit des Verfalls dieser einstmals sozialdemokratischen Partei, als die Offensive an einer weiteren Front, in den Betrieben, zu eröffnen? Die Betriebsratswahlen in diesem Frühjahr sind dafür ein erster Probelauf.

Gleichwohl schrillen bei den Gewerkschaften die Alarmglocken. Hans-Jürgen Urban vom Vorstand der IG Metall, die als Einzelgewerkschaft derzeit am stärksten mit rechten Konkurrenzkandidaturen konfrontiert ist, sieht bereits einen »Kampf um die Hegemonie«. Die Gewerkschaften, so Urban, »spüren zunehmend den rechten Atem im Nacken«. Er warnte in Blätter für deutsche und internationale Politik (3/18) weiterhin, »die rechtspopulistische Bewegung könnte darüber hinaus die Erosion gewerkschaftlicher Macht insgesamt befördern. Das wäre der Fall, würde sie sich erfolgreich als (vermeintliche) ›interessenpolitische Konkurrenz von rechts‹ zu den Gewerkschaften etablieren«. Der IG-Metall-Vorstand deutet den »Rechtspopulismus als regressive Rebellion« und malte die Konsequenzen eines möglichen Erfolges als Menetekel an die Wand: »Beide, Demokratie und Gewerkschaften, drohen im Übergang zum neoliberalen Finanzmarktkapitalismus unter die Räder zu geraten und sind keineswegs davor gefeit, zur Beute der rechtspopulistischen Aggression zu werden«.

Bereits Anfang der neunziger Jahre hatten Untersuchungen in Baden-Württemberg gezeigt, dass besonders junge, gut qualifizierte Beschäftigte, mehrheitlich Männer, deutlich überdurchschnittlich zu den Positionen der damals erfolgreichen »Republikaner« neigten. Eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft wirkte keineswegs immunisierend. Die von Urban beschriebene Gefahr ist also nicht neu. Und sie ist auch nicht auf Deutschland beschränkt. In Frankreich war der Front National zeitweise die stärkste politische Kraft in der Gruppe der Arbeiter. Bei den jüngsten Parlamentswahlen in Österreich haben nach den Untersuchungen von Meinungsforschungsinstituten 40 bzw. 47 Prozent der Arbeiter die FPÖ gewählt.

Zwar ist es bereits jetzt nicht zu übersehen, dass die AfD im Bundestag eine durch und durch neoliberale Politik betreibt, doch gibt es inzwischen ebenso Ansätze, die für gewerkschaftlich und ehedem sozialdemokratisch orientierte Arbeiter anschlussfähig sind. Der Jenaer Soziologe Klaus Dörre analysiert die Strategie der AfD in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau: »Ihr schwebt kein Klassenkampf vor, sondern die Betriebsgemeinschaft, in der deutsche Beschäftigte und deutsche Vorgesetzte harmonisch gemeinsam arbeiten, zum Wohle Deutschlands. Die einzigen, die dabei stören, sind nicht-integrationsfähige Ausländer.«

In der demnächst im VSA-Verlag erscheinenden Studie »Rechtspopulismus und Gewerkschaften. Eine arbeitsweltliche Spurensuche« weisen die Autoren darauf hin, dass es oftmals die Situation in den Betrieben selbst sei, die über mehrere Vermittlungsschritte zu Sympathien mit der extremen Rechten und rassistischem Gedankengut führen könne. »Als ›krisenhaft‹ werden der fortwährende Druck und die permanente Unsicherheit von Beschäftigung, Einkommen und Arbeitsbedingungen verstanden. Als verursachender Hintergrund wird auf die beständige Restrukturierung der Abläufe im Betrieb verwiesen: Aufspaltungen, Verlagerungen, Standortkonkurrenz, Kostensenkungsprogramme, zunehmender Leistungsdruck und vieles andere mehr.«

Die rechten Betriebsratslisten und die AfD liefern Antworten, falsche Antworten auf richtige Fragen. Insofern ist es eine angemessene Reaktion, als Baden-Württembergs IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger am vergangenen Wochenende erklärte: »Wer gegen unser Wertegerüst von Respekt, Würde und Solidarität verstößt, dem muss klar sein, dass wir das nicht akzeptieren.« Es ist jedoch zugleich eine unzureichende Reaktion, denn sie berücksichtigt nicht, dass es gerade der zunehmende Verlust von »Respekt, Würde und Solidarität« in den Betrieben war, der mit ursächlich für die gegenwärtigen rechten Konkurrenzkandidaturen gewesen ist. Und es müsste ihn nachdenklich machen, dass der größte Teil dieser Bewerber ausgerechnet in seinem Bezirk, lange Jahre ein Schwerpunkt linker IG-Metall-Politik, zur Wahl antritt, in Großbetrieben, deren Belegschaften durchaus als privilegiert gelten können und in gesicherten Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. Die Reaktion der IG Metall wird eine politische und nicht lediglich eine moralische sein müssen. Wenn die Ergebnisse der zitierten Studie zutreffen, wird es einschneidender Veränderungen in der Gewerkschaftspolitik bedürfen, um den gerade erst beginnenden Angriff von rechts in den Betrieben abzuwehren. Das Selbstverständnis muss sich dann wandeln von dem als Ordnungsfaktor zu dem als Gegenmacht.

Die Autoren der Studie warnen davor, den »Rechtspopulismus«, also die soziale Bewegung von rechts, lediglich als eine weitere Spielart des Neoliberalismus zu betrachten. »Der Rechtspopulismus ist eine Gegenbewegung, nicht, wie mitunter mit Blick auf Programmfragmente der AfD geschlussfolgert wird, ein Neoliberalismus in neuem Gewand. Er transportiert keine soziale Utopie der vereinzelten Einzelnen, sondern schöpft seine Kraft aus neuen Kollektividentitäten.« Die Begriffe »Nation« und »Volk« spielen dabei eine zentrale Rolle.

Hintergrund: Versuch und Scheitern
Betriebsratskandidaturen auf Spalterlisten haben Tradition bei der extremen Rechten. Nennenswerter Erfolg war ihnen – bisher – nie beschieden. Die Sozialistische Reichspartei (SRP) versuchte in den 50er Jahren vorwiegend, Erwerbslose zu organisieren, war aber auch über den Deutschen Arbeitnehmer-Verband (DAV) aktiv. Bernhard Gericke, Mitbegründer der SRP, war Geschäftsführer des DAV in Niedersachsen. Seine Frau Luise war Werksärztin bei VW in Wolfsburg.

Dort kandidierte der DAV auch 1978 bei den Betriebsratswahlen. Auf der Liste auch Ulrich Liss, langjähriger Spitzenfunktionär der NPD in Niedersachsen. Noch in den neunziger Jahren versuchte er, über eine rechte Liste für die Sozialwahlen bei VW Einfluss zu erringen. Ebenfalls im DAV aktiv war der niedersächsische Landtagsabgeordnete Kurt Knüpfer, zeitweilig Betriebsratsvorsitzender eines Mineralölkonzerns im Emsland, der im Parteivorstand der NPD verantwortlich für Sozialpolitik und Gewerkschaftsfragen war. Wegen seiner Tätigkeit in der NPD wurde er aus der Gewerkschaft ausgeschlossen. NPD-Mitglied Lothar Ehrlichmann war langjähriges Betriebsratsmitglied und Betriebsratsvorsitzender in einem Großkraftwerk. Er gehörte 25 Jahre dem Geschäftsführenden Vorstand des DAV an. Die Versuche der NPD, über ihre Vorfeldorganisation DAV Einfluss zu gewinnen, blieben spärlich, waren unsystematisch und letztlich bis auf Einzelfälle völlig erfolglos. (vw)

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328532.regressive-rebellion.html
Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Rappelkistenrebell


Beiträge: 2869



WWW
« Antworten #24 am: 07. März 2018, 09:46:45 »

Erste Ergebnisse der BR-Wahl bei Daimler
Im Mercedes Benz Werk Untertürkheim war die Wahlbeteiligung mit fast 65 Prozent relativ hoch (plus 6 Prozent). Die IG Metall-Liste hat nach vorläufigem Ergebnis 37 Sitze im 47 köpfigen Betriebsrat, und damit 3 Sitze mehr bekommen (75,7 Prozent). Verloren hat die UAG und die Offensiven Metaller einen bzw. zwei Sitze, die CGM hat unverändert ein Mandat. Die rechte Liste „Zentrum” hat 2 Mandate dazu gewonnen und hat somit 6 Mandate (13,2 Prozent). New
Am Standort Sindelfingen, dem größten Standort mit über 40.000 Wahlberechtigten, haben sich 57,5 Prozent der Beschäftigten an der Betriebsratswahl beteiligt. Nach dem vorläufigen Ergebnis bekam die IG Metall knapp 75 Prozent (16.992 Stimmen) und hat damit 46 der 59 Betriebsratssitze, soviel wie in der letzten Amtsperiode. Die rechte Liste „Zentrum“ bekam 764 Stimmen, dies entspricht 3,4 Prozent und 2 Mandaten. New

Daimler-Zentrale in Stuttgart: Von 6626 abgegebenen Stimmen hat die rechte Liste Zentrum nach vorläufigem Ergebnis gerade mal 108 Stimmen bekommen und ist damit ohne Mandat geblieben. Auch die diversen unabhängigen und christlichen Listen haben weniger Stimmen bekommen als bei den letzten Wahlen 2014. Gewinnerin ist die IG Metall. Sie konnten 4 Mandate dazu gewinnen. Sie hat jetzt mit 22 Mandaten die absolute Mehrheit im 41köpfigen Gremium.
Mercedes Benz Werk Rastatt: Über verschiedene Listen sind nach vorläufigem Ergebnis 29 IG Metall-Mitglieder in den 35köpfigen Betriebsrat gewählt worden. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) bekam keinen Sitz. Die rechtsextreme Liste „Zentrum“ kandidierte das erste Mal, bekam 447 Stimmen und zieht mit 3 Mandaten in den 35köpfigen Betriebsrat ein.

Quelle

http://www.labournet.de/branchen/auto/auto-daimler/daimler-allgemein/zentrum-automobil-e-v-eine-neofaschistische-betriebsgruppe-bei-daimler-stuttgart/

Gespeichert

Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Seiten: [1] 2 |   Nach oben
Drucken
Gehe zu: