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Autor Thema: Einheit der Kommunisten? DKP-Sekretariat lehnt Gesprächsangebot der MLPD ab  (Gelesen 455 mal)
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Rappelkistenrebell


Beiträge: 2665



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« am: 05. Februar 2018, 19:10:25 »

Beim Bundestagswahlkampf habe ich den Vorsitzenden der DKP P.Köbele öffentliche Wahlkampfreden schwingen gehört, in der er die Einheit der Linken forderte um gegen Krieg,Faschismus,Sozialklau usw zusammen zu stehen und so was zu Erreichen.Scheinbar meinte er die Einheit der Linken nur innerhalb seiner Partei,der DKP.
Da sieht man was das Wahlkampfgerede wert ist nach den Wahlen.Nichts! Angry
Wie oft wird immer wieder gesagt,"Warum einigt Ihr Kommunisten Euch nicht?Dann seid ihr erfolgreicher...blablabla"...das ist wie man sieht bei manchen Organisationen nur leeres Gefasel.Entäuschend! Embarrassed


DKP-Sekretariat lehnt Gesprächsangebot der MLPD ab – nicht zum ersten Mal

Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD, unterbreitete am 22. November 2017 dem DKP-Vorsitzenden Patrik Köbele und dem DKP-Vorstand erneut einen Vorschlag zur Zusammenarbeit.
Gabi Fechtner begründet diesen Vorschlag in einem Brief vor allem mit der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung: „Der Rechtsruck verschiedener imperialistischer Regierungen – wie auch der deutschen – nimmt erheblich zu. Ebenso verschärft sich die (Welt-)Kriegsgefahr. Die Angriffe auf die sozialen Errungenschaften und demokratischen Rechte und Freiheiten der Arbeiterklasse und der breiten Massen mehren sich, ebenso die Anzeichen für einen beschleunigten Übergang in die globale Umweltkatastrophe.“

Sie schlägt angesichts dieser Situation vor, dass MLPD und DKP erneut ein gemeinsames Gespräch führen: „Es ist klar, dass wir uns in den strategischen und langjährig begründeten grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten nicht werden einigen können. Wir sehen aber einen Zeitpunkt, an dem man diese strategischen Meinungsverschiedenheiten nicht über die Möglichkeit einer taktischen Zusammenarbeit stellen sollte – in den Fragen, in denen man sich einig ist.“

Gabi Fechtner weist darauf hin, dass die MLPD „auch mit anderen Kräften – wie aus der Linkspartei, der autonomen Jugendbewegung oder anderen Strömungen – strategisch und weltanschaulich gesehen grundsätzliche Differenzen“ habe. Trotzdem sei es für die MLPD „selbstverständlich, dass man in der Situation eines solchen Rechtsrucks der Regierung bereit sein muss, Differenzen dieser Art in der Bündnisarbeit zurückzustellen“. Aus der örtlichen Zusammenarbeit wisse die MLPD, dass es immer mehr Mitglieder auch der DKP gibt, die das Bedürfnis haben, die tiefen Gräben für eine Zusammenarbeit zum Beispiel in der antifaschistischen Arbeit zu überwinden. Sie schreibt: „Das Internationalistische Bündnis könnte ein Forum sein, um auf bestimmte Art und Weise zusammenzuarbeiten …“.

Gabi Fechtner geht in ihrem Brief auch darauf ein, dass die DKP zur Ablehnung früherer Gesprächs­angebote stets angeführt habe, dass im Statut der MLPD die DKP zusammen mit der Linkspartei/PDS als „Hauptträger des modernen Revisionismus in der BRD“ bezeichnet werde. „Sicherlich habt Ihr zur Kenntnis genommen, dass wir diese Passage mit dem X. Parteitag 2016 aus der Präambel unseres Statuts gestrichen haben. Das erfolgte nicht aus einer grundsätzlich geänderten Einschätzung, sondern aus taktischen Erwägungen, um es leichter zu machen, in einzelnen Fragen zusammenzuarbeiten.“

Der MLPD sei natürlich klar, „dass dies nicht zu einer prinzipienlosen Debatte oder Zusammenarbeit führen darf“. Die prinzipiellen Unterschiede – wie zum Beispiel in der Einschätzung des russischen Imperialismus – müssten bewusst gemacht und könnten in geeigneter Form auch diskutiert werden.

Abschließend schlug die Vorsitzende der MLPD ein Treffen in den nächsten Wochen im Ruhrgebiet vor.

 

Patrik Köbele antwortet am 12. Dezember – allerdings ein weiteres Mal ablehnend. Man habe den Brief im Sekretariat des Parteivorstands diskutiert und werde auch den Parteivorstand in Kenntnis setzen. Allerdings habe man „den Eindruck, dass Ihr diesen Vorschlag gleich wieder mit einer Ausladung verbindet“. Köbele weiter: „So interpretieren wir den Hinweis, das Ihr unsere Charakterisierung als ‚Hauptträger des modernen Revisionismus in der BRD‘ zwar aus Eurem Statut gestrichen habt, dies aber nicht wegen einer ‚grundsätzlich geänderten Einschätzung, sondern aus taktischen Erwägungen‘ erfolgt sei.“ Der DKP-Vorsitzende spricht gar von einer „Kampagne“ der MLPD in ihren Medien, die „die ganzen alten Verleumdungen wieder aufwärmt und den Vorwurf des ‚Sozialchauvinismus‘ neu hinzufügt“. Auf einer solchen Basis sehe man „leider keine Grundlage für ein Treffen“.

Die MLPD hat einen anderen Standpunkt zum neuimperialistischen Russland als die DKP. Soll sie das verschweigen? Die DKP diskutiert doch selbst auch heftig darüber. Ebenso über die DKP-Strategie einer antimonopolistischen Demokratie. Warum sollte die MLPD damit hinter dem Berg halten, dass sie diese Konzeption mit ganz ähnlichen Argumenten grundsätzlich kritisiert hat, wie sie heute auch aus dem DKP-Umfeld zu hören sind.

Hat Patrik Köbele etwa erwartet, dass die MLPD ihre grundsätzliche Kritik an der DKP für eine Zusammenarbeit in geeigneten Fragen fallen lässt? Würde er sich zum Beispiel der SPD gegenüber so verhalten? Das wäre zutiefst opportunistisch und kann als Vorbedingung für gemeinsame Gespräche nicht akzeptiert werden.

 
Entsprechend schrieb Gabi Fechtner am 26. Januar erneut an den DKP-Vorstand: „Über Eure Ablehnung, auch nur Möglichkeiten einer Zusammenarbeit in einer solchen gesellschaftlichen Situation auszuloten, gibt es in internationalen Kreisen und unter Teilen Eurer Mitgliedschaft übrigens nur Kopfschütteln. … Auch Euch müsste bekannt sein, dass eine Aktionseinheit der Arbeiterklasse nicht von der Übereinstimmung in allen strategischen Fragen abhängig sein kann. Ihr widersprecht damit auch einem großen Bedürfnis innerhalb der linken Bewegung, dort, wo es dringend nötig ist – im Kampf gegen den Rechtsruck der Regierung und der bürgerlichen Parteien, die Faschisierung des Staatsapparates, im Kampf gegen Faschisten und faschistoide Kräfte wie die AfD – enger zusammenzuarbeiten. In diesem Sinne hatten wir den Gesprächsvorschlag absolut ernst gemeint.“

Quelle

https://www.mlpd.de/2018/kw04/dkp-sekretariat-lehnt-gespraechsangebot-der-mlpd-ab-nicht-zum-ersten-mal
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Kuddel


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« Antworten #1 am: 05. Februar 2018, 19:22:26 »

Is alles nich so einfach im Sumpf der linken, dogmatischen Sekten, wa?
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #2 am: 05. Februar 2018, 19:50:21 »

Da hat sich seid dem K- Gruppen geschacher der 70er wohl nicht viel verändert! Roll Eyes
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Rappelkistenrebell


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« Antworten #3 am: 06. Februar 2018, 11:47:30 »

Die K Gruppen der 60-70er waren eine andere Qualität.Es gab zB über 100 ( !!!!) Organisationen und selbsternannte Parteien zu der Zeit,die sich auf die Mao Tse Tung Ideen beriefen.Davon ist heute keine mehr übrig.Die Zeitung A&K ,ehemals Arbeiterkampf, ist noch übrig geblieben.Achja,und auch der "Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD" und deren nahestehende Zeitung "KAZ".
Dazu gab es Dutzende an Trotzki,Hoxha und sonstige orientierte und desorientierte Gruppen und Zirkel.
Dazu gabs teilweise zur Hysterie und wüsten Beschimpfungen neigende Häuptlinge und Vertreter dieser Organisationen.Trittin,Fischer usw sind Euch ja ein Begriff.

Die DKP sowie der KABD ( ab 1982 formierten sie sich mit anderen Zirkeln zur MLPD) hatten und haben eine andere Qualität- Beide stammen aus der alten und 1956 durch das brd Regime verbotene KPD. Beide hatten und haben Betriebsgruppen und eine andere Arbeitsweise und Verständnisweise des politischen Agierens.
Daher kann man schon verlangen,daß wenn die DKP zum Bundestagswahlkampf bei jeder sich bietenden Gelegenheit öffentlich eine Einheit bzw Zusammenarbeit der Marxisten beschwor, daß sie dann auch Wort halten soll.
'Aber vor der Wahl so reden und nach der Wahl wenn es konkret wird nicht dazu stehen und farbe bekennen...das ist absolut ehrlos und unglaubwürdig!Von den bürgerlichen Parteien und den Arbeiterverrätern in der SPD-Spitze ist man das ja gewohnt.Aber nun haut die DKP auch in diese Kerbe...wer soll denen noch was glauben?

Das Problem ist nicht was man "Dogmatik" nennt.Ideologische Grundlagen halte ich wichtig anstatt auf Beliebigkeit zu setzen.Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre Praxis geben, schrieb schon Lenin.
An den selbst aufgestellten Maßstäben muß man sich messen lassen!

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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #4 am: 06. Februar 2018, 12:09:20 »

Zitat
Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre Praxis geben, schrieb schon Lenin. An den selbst aufgestellten Maßstäben muß man sich messen lassen!
Tja, nur sind Theorie und Praxis zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Egal wie revolutionär das Alles sein mag!
Das Lenins Theorie in der Praxis nicht funktioniert dürfte heute allgemein als erwiesen angesehen werden.
Desshalb ist die Zahl der Menschen, die sich für diese Politk begeistern können, verständlicherweise doch sehr gering!
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Kuddel


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« Antworten #5 am: 06. Februar 2018, 13:22:27 »

Das Lenins Theorie in der Praxis nicht funktioniert dürfte heute allgemein als erwiesen angesehen werden.

Du argumentierst auch nicht besser als die Bildzeitung. Schließlich "funktioniert" der Kapitalismus auch nicht. Er bringt immer tiefere Krisen hervor und findet vorrübergehende "Lösungen" in Umweltzerstörung, Gewalt und Krieg.

Ich halte es durchaus für sinnvoll, sich mit Anaslysen und Theorien zu beschäftigen um zu sehen, ob sie von Nutzen sind für das Verständnis der heutigen Verhältnisse und zum Führen von Kämpfen.

Lenin war ein Arsch. Es ist gut, daß das widerliche Zarenregime gestürzt wurde. Dann ließ aber Lenin die Fabrikkommitees entmachten und entmachte damit die Arbeiterklasse. Die Macht wurde in die Hand der Partei gelegt. Ein autoritäres Regime hat das nächste abgelöst. Das kam nicht so gut an und es gab den Kronstädter Matrosenaufstand. Es war ein linker Aufstand und die Matrosen glaubten an die Werte des Sozialismus. Unter dem Motto „Alle Macht den Sowjets – Keine Macht der Partei“ forderten die Aufständischen eine Rücknahme des diktatorischen Einflusses der Kommunistischen Partei Russlands (KPR) auf die politischen Entscheidungsprozesse und eine Demokratisierung Sowjetrusslands. Lenin ließ die Aufständischen über den Haufen schießen. Sorry, der Typ ist durch für mich. Jeder, der den noch feiert, ist in meinen Augen nicht ganz dicht!
Trotzki war auch nicht besser.
Und zu Stalin braucht man wohl nix mehr zu sagen!
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #6 am: 06. Februar 2018, 13:47:29 »

Zitat
Du argumentierst auch nicht besser als die Bildzeitung
Echt? Dann zeig mir doch mal welche leninistische Theorie heute noch Bestand hat?

Zitat
Lenin war ein Arsch. Es ist gut, daß das widerliche Zarenregime gestürzt wurde. Dann ließ aber Lenin die Fabrikkommitees entmachten und entmachte damit die Arbeiterklasse. Die Macht wurde in die Hand der Partei gelegt. Ein autoritäres Regime hat das nächste abgelöst. Das kam nicht so gut an und es gab den Kronstädter Matrosenaufstand. Es war ein linker Aufstand und die Matrosen glaubten an die Werte des Sozialismus. Unter dem Motto „Alle Macht den Sowjets – Keine Macht der Partei“ forderten die Aufständischen eine Rücknahme des diktatorischen Einflusses der Kommunistischen Partei Russlands (KPR) auf die politischen Entscheidungsprozesse und eine Demokratisierung Sowjetrusslands. Lenin ließ die Aufständischen über den Haufen schießen. Sorry, der Typ ist durch für mich. Jeder, der den noch feiert, ist in meinen Augen nicht ganz dicht!
Trotzki war auch nicht besser.
Und zu Stalin braucht man wohl nix mehr zu sagen!
Du argumentierst auch nicht besser als die Bildzeitung.


Zitat
Schließlich "funktioniert" der Kapitalismus auch nicht.
Ist der Kapitalismus eine Theorie? Äpfel mit Birnen vergleichen, wenn man Kirschen meint?
« Letzte Änderung: 06. Februar 2018, 13:51:17 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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Kuddel


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« Antworten #7 am: 06. Februar 2018, 14:27:24 »

Rudi, es ist wirklich nicht einfach mit dir zu diskutieren.
Eine spitze oder scharfe Forumulierung nimmst du sofort persönlich, auch wenn sie nie so gemeint war.

Mich nervt die verbreitete Theoriefeindlichkeit und das geringe Wissen über Geschichte.
Lenin hat ne Menge geschrieben und einige dieser Dinge sind von Bestand und auch heute brauchbar. Aber man kann ihn nicht unkritisch sehen, dafür hat er zuviel Scheiße gebaut und zwar in zentralen Punkten.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #8 am: 06. Februar 2018, 15:20:29 »

Rudolf Rocker (der Echte!!) erkannte das schon 1921 und schrieb: Der Bankrott des russischen Staatskommunismus.
Der gute Mann war also auch theoriefeindlich und hatte nur geringes Wissen über die Geschichte?
« Letzte Änderung: 06. Februar 2018, 15:22:32 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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« Antworten #9 am: 06. Februar 2018, 16:11:53 »

Rudolf Rocker (der Echte!!) ...

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