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Autor Thema: Berufliche Reha & 1,50€ Job und trotzdem krank  (Gelesen 3809 mal)
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Sassenach


Beiträge: 2


« am: 07. Februar 2018, 18:51:13 »

Hallo,

im Juli 2016 habe ich eine berufliche Reha angefangen. Zuerst habe ich ein halbes Jahr in einem BTZ in Übungsfirmen trainiert. Allerdings ohne Warenwirtschaftssystem und nur mit Excel Tabellen. Da ich bereits eine kaufmännische Ausbildung habe, war es für mich nur Spielerei. Ich habe sogar den anderen in ihren Firmen geholfen, obwohl ich dort nicht eingesetzt war. Wenn die Firmen gerade nicht besetzt waren, habe ich es dann übernommen, damit die anderen weiterarbeiten konnten. Dies betraf auch andere Übungsfirmen in anderen Städten und BTZs. Teilweise war ich an einem Tag an 3 Stellen zuständig.
Nachdem ich bis zum 31.12.16 dort zugeteilt war, sollte ich ein halbes Jahr ein Praktikum machen. Ich sollte von Montag bis Donnerstag in einer Firma arbeiten und freitags dann in die Außenstelle des BFWs gehen um über eventuelle Probleme zu sprechen.
Das Praktikum sollte ich mir selbst suchen. Parallel würde auch angeblich das BTZ der Außenstelle suchen. Das ganze liegt jetzt ein Jahr zurück. Da mir das Arbeitsamt bzw. das JC die Reha bezahlt, habe ich meine Arbeitsberaterin behalten. Die steckte mich im April in einen 1,50€ Job.

Dort musste ich aus Holzbeton Vogelhäuser herstellen. Und das 8 Stunden pro Tag. Dort war es ganz schlimm. Eine war jeden Tag am schreien und heulen, eine andere hat Stühle durch die Gegend getreten und mit Gegenständen geworfen. 5 Monate habe ich durchgehalten. Dann wurde ich von meiner Hausärztin krank geschrieben. Im Oktober bekam ich eine Verlängerung bis zum 31.01.
Angeblich weil ich krank geschrieben wurde. Jetzt habe ich aber nichts mehr davon gehört.

Inzwischen weiß ich nicht mehr, was ich noch machen soll. VDK und SOVD kann mir nicht helfen.
Hat jemand noch Ideen?
Momentan bin ich noch krank geschrieben. Am 15.02. muss ich zum Neurologen. Da erfahre ich, ob ich wieder ins Krankenhaus muss.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12815



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« Antworten #1 am: 07. Februar 2018, 19:14:12 »

Das wichtigste ist erst mal Deine Gesundheit!
Alles andere ist zweitrangig!
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Panzermaus


Beiträge: 911



« Antworten #2 am: 08. Februar 2018, 07:43:19 »

Mir scheint, du bist durch den 1€ Job auch ziemlich psychisch angeschlagen und ob dir die berufliche Reha was gebracht hat, wage ich an Hand deiner Schilderungen zu bezweifeln.

Vielleicht wäre es gut, wenn du mit deinem Hausarzt sprichst und fragst, ob in deinem Fall nicht erst mal eine psychische Therapie angebracht ist. Idealerweise in einer Tagesklinik. Dort bist du dann je nach Fall für ca. 6-8 Wochen in stationärer Behandlung, auch wenn du täglich nach Hause kannst. Danach wäre es dann möglich, beim JC einen Antrag auf amtsärztliche Untersuchung zu stellen, um festzustellen, inwieweit du überhaupt momentan arbeitsfähig bist.

Das ist nur ein Lösungsansatz.
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Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.
Sassenach


Beiträge: 2


« Antworten #3 am: 08. Februar 2018, 13:28:42 »

Die berufliche Reha bekomme ich wegen meiner Psyche. Letzte Begutachtung war 2015/2016 so ganz genau weiß ich das nicht mehr. Drei Jahre zuvor hatte ich auch schon eine Begutachtung nach Aktenlage beim Gesundheitsamt. Das letzte war beim MD. Allerdings ist es fast wortgleich. Fast schon abgeschrieben. Einziger Unterschied ist die Unterschrift. Das zweite ist von der Ehefrau vom Arzt aus dem Gesundheitsamt gefertigt.
Eigentlich möchte ich nicht wieder in die TK. Letzer Aufenthalt war 2015. Obwohl mir die 6 Wochen da, mehr geholfen hat, als die 8 Wochen stationär. Ich hätte das Gefühl, wieder einmal versagt zu haben. 😢
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12815



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« Antworten #4 am: 08. Februar 2018, 17:28:39 »

Zitat
Ich hätte das Gefühl, wieder einmal versagt zu haben.
Das brauchst Du nicht! Das Ganze ist ein schwieriger Prozess, in dem es mal Höhen und mal Tiefen gibt.
Und wenn man merkt, das es einem nicht gut geht, helfen irgendwelche Maßnahmen oder Ein-Euro-Jobs am allerwenigstens. Ganz im Gegenteil! Die ziehen einen noch mehr nach unten.


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Panzermaus


Beiträge: 911



« Antworten #5 am: 09. Februar 2018, 08:01:16 »

Es gibt durchaus Fälle, wo nicht nur eine stationäre Therapie hilft, sondern anschließend auch die Behandlung durch einen Psychologen. In der Tagesklinik oder stationär gibt es nur einen sehr begrenzten Zeitraum, wo dir geholfen werden kann. Bei einem Psychologen wäre die Behandlung wesentlich länger. Hier gibt es dann auch Spezialisten, die sich in deinem Erkrankungsgebiet auskennen. Das wäre möglicherweise noch etwas, worüber du nachdenken solltest.

Abgesehen davon: ein 1-€-Job ist keine zielführende Arbeit, um nach psychischen Erkrankungen wieder Fuß auf dem ersten Arbeitsmarkt zu fassen. Deine SB hat dadurch mit Sicherheit mehr kaputt gemacht als dir geholfen.
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Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.
duru


Beiträge: 2


« Antworten #6 am: 16. Februar 2018, 13:16:56 »

Wie wäre es einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen?
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Panzermaus


Beiträge: 911



« Antworten #7 am: 16. Februar 2018, 18:20:14 »

Das kannst du versuchen.

Problem ist, dass die Rentenversicherung den erst mal erfahrungsgemäß (meiner Erfahrung nach, ich arbeite seit zwei Jahren in einer Kanzlei, die auch Sozialrecht betreut) ablehnt.
Folge ist ein langwieriges gerichtliches Sozialrechtsverfahren von - zumindest hier - mindestens drei Jahren. Wenn das schiefgeht, hast du zwar die Möglichkeit Berufung beim LSG einzulegen, aber dort wird dann meistens nach Aktenlage entschieden. Was wiederum schlecht für dich wäre.

Besser ist der über psychologische Langzeitbetreuung und amtsärztliche Begutachtung.

Psychische Erkrankungen sind keine Schande und heilbar!
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tleary


Beiträge: 645


« Antworten #8 am: 05. März 2018, 06:51:01 »

Im Juli 2016 habe ich eine berufliche Reha angefangen. Zuerst habe ich ein halbes Jahr in einem BTZ in Übungsfirmen trainiert. Allerdings ohne Warenwirtschaftssystem und nur mit Excel Tabellen. Da ich bereits eine kaufmännische Ausbildung habe, war es für mich nur Spielerei. Ich habe sogar den anderen in ihren Firmen geholfen, obwohl ich dort nicht eingesetzt war. Wenn die Firmen gerade nicht besetzt waren, habe ich es dann übernommen, damit die anderen weiterarbeiten konnten. Dies betraf auch andere Übungsfirmen in anderen Städten und BTZs. Teilweise war ich an einem Tag an 3 Stellen zuständig.
Ist schon Wahnsinn, in welches Hamsterrad da Erwerbslose geschickt werden. Zur Führung von Scheinfirmen, die nur auf dem Papier existieren, verdonnert zu werden, die nach Abschluß des "Leer"gangs gleich wieder zerkrümpfelt werden, zeigt die Perversität dieser ELO-Industrie. - Hattest du da keine Chance, zu widersprechen?
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"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
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