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Autor Thema: 10.-12.3. AMAZON-Aktivisten Norddeutschlandtour  (Gelesen 1144 mal)
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admin
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Beiträge: 2273


« am: 24. Februar 2018, 11:20:04 »

Arbeiter*innen im Kampf gegen Amazon

Bei Amazon hat sich die wohl eigenwilligste Streikbewegung der letzten Jahre entwickelt. Hier geht es nicht darum, Angriffe auf die Arbeitsbedingungen zurückzuschlagen oder Arbeitsplätze gegen eine drohende Massenentlassung zu verteidigen. Bei Amazon wollen die Arbeiter*innen mehr. Sie wollen ein größeres Stück vom Kuchen, sie wollen den krankmachenden Arbeitsdruck abschaffen, kämpfen um ihre Würde und wollen Zugeständnisse nicht als Almosen sondern in Form eines Tarifvertrags. Sie haben sich einen besonderen Gegner ausgesucht. Amazon Chef Jeff Bezos ist der reichste Mensch der Welt und zur Unternehmensstrategie des US Konzerns gehört es, das Unternehmen gewerkschaftsfrei zu halten. Die Auseinandersetzung ging aus von einer sehr überschaubaren Gruppe von Amazonbeschäftigten, die sich von dieser Situation herausgefordert fühlten und sich daran machten, Kolleg*innen für einen Kampf gegen Goliath zu gewinnen. Sie nutzten dazu die Strukturen und Möglichkeiten der Gewerkschaft Verdi und auch das deutsche Streikrecht, das Streiks nur in einer Tarifauseinandersetzung zuläßt. Doch indem der kämpferische Teil der Amazonbeschäftigten den Abschluss eines Tarifvertrags fordert, den der Konzern beharrlich verweigert,  befindet man sich in der komfortablen Situation, seit Mai 2013 in einer Tarifauseinandersetzung zu sein und jederzeit streiken zu können.

Die Streikbewegung versteht sich als Basisinitiative. Sie geht von den Beschäftigten aus. Aktivist*innen reisten zu anderen Standorten, um dort neue Mitstreiter*innen für den Kampf zu gewinnen. Mit jeder Arbeitsniederlegung wächst die Zahl der Teilnehmer*innen.

Im polnischen Poznan wollten Amazonbeschäftigte mehr von den Arbeitskämpfen ihrer Kolleg*innen in Deutschland erfahren und suchten den direkten Kontakt. Sie gründeten die Basisgewerkschaft IP (Arbeiterinitiative) und diese neue Gewerkschaft hatte für die Kolleg*innen eine so große Attraktivität, daß sich in ihr mehr Amazonarbeiter*innen organisierten, als in der Solidarnosc. Neuerdings haben sich in dieser Gewerkschaft auch VW Arbeiter*innen organisiert, die von der Solidarnosc enttäuscht sind. Die IP hat darüber hinaus Beschäftigte anderer Branchen organisiert und engagiert sich auch in der Stadtteilarbeit.

Es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen den polnischen und deutschen Aktivist*innen, doch gegen den global operierenden Konzern hat man Kolleg*innenkontakte in weitere Länder aufgebaut mit dem Ziel, auch grenzüberschreitend zu kämpfen.

Amazon gehört zu den Großen beim Sammeln von Daten. Dies gilt nicht nur beim Ausloten von Märkten und Kund*innen, es geht auch in Richtung einer totalen digitalen Kontrolle der Beschäftigten. Der Konzern nimmt die Auseinandersetzungen mit den Arbeiter*innen ernst, hat gewaltige Summen zurückgelegt für mögliche Ausfälle bei Streiks und reagiert mit Repression.  Wegen einer angeblichen Blockade wird gegen die Gewerkschaft gerichtlich vorgegangen und  versucht kämpferische Arbeiter*innen aus dem Betrieb zu entfernen.

Amazonaktivist*innen aus Bad Hersfeld, Brieselang und Poznan berichten:

Sa. 10.3. Bremen 18:30
Laden der Stadtteilgewerkschaft "Solidarisch in Gröpelingen"

Liegnitzstr. 12 , 28237 Bremen-Gröpelingen
Veranstalter: Bremen macht Feierabend in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen

So. 11.3. Hamburg 15:00
mpz – Medienpädagogik Zentrum Hamburg e. V.

Sternstraße 4 / 1. Stock im Laubengang
(Schräg gegenüber der U-Bahn-Station Feldstraße)
Veranstalter: Jour Fixe – Gewerkschaftlinke Hamburg in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung HH

Mo. 12.3. Kiel 19:30
Subrosa

Elisabethstraße 25, 24143 Kiel-Gaarden
Veranstalter: chefduzen, Rote Hilfe OG Kiel, Rosa Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein


Zitat
Anmerkung: Es ist eine große Gruppe an Amazonbeschäftigten, die sich auf Norddeutschlandtour begibt, um Diskussionen über ihren Arbeitskampf zu führen, auch in der Hoffnung weitere Mitstreiter*innen und Unterstützer*innen zu finden. Die Tour wird von chefduzen.de koordiniert. Die Reisekosten und die für die Unterbringung und Verpflegung dieser Gruppe sind beachtlich und können von den jeweiligen Veranstaltern vor Ort nicht übernommen werden. Es gibt bisher Zuschüsse von der Roten Hilfe (OK Kiel), von Verdi, einem Solifonds und die Hauptförderung liegt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, zu einem Teil von der Organisation in Schleswig-Holstein, im Bremen und in Hamburg.  Wir danken für diese Unterstützung!


Noch sind nicht damit nicht alle Kosten gedeckt. Die Amazonaktivisten, selbst prekär Beschäftigte, sind bereit fehlende Finanzen aus eigener Tasche auszugleichen. Wir sind über jede Spende und Unterstützung dankbar. Solidarität macht stark!

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Kuddel


Beiträge: 11121


« Antworten #1 am: 25. Februar 2018, 13:24:08 »

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youtube-Link:
https://www.youtube.com/watch?v=Q9jFL2yBxW8
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admin
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Beiträge: 2273


« Antworten #2 am: 07. März 2018, 21:09:33 »

Noch ein Infovideo als Vorbereitung zur Veranstaltungsreihe.

Zitat

Im September 2015 trafen sich Lagerarbeiter_innen aus Polen und der BRD im polnischen Poznań, um zu beratschlagen, wie sie sich gemeinsam gegen ihren Arbeitgeber Amazon zur Wehr setzen können.


Einige der Leute, die man im Film sieht, werden auch auf den Veranstaltungen in Norddeutschland sein.

http://de.labournet.tv/amazon-arbeiterinnen-treffen-sich-poznan-0
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admin
Administrator

Beiträge: 2273


« Antworten #3 am: 08. März 2018, 21:08:55 »

Die Veranstaltung in Kiel:

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