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Autor Thema: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)  (Gelesen 9438 mal)
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Sybilla


Beiträge: 469


« am: 06. März 2018, 01:25:25 »

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist ein sozialpolitisches Finanztransferkonzept, nach dem jeder Bürger – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage – eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche – vom Staat ausgezahlte – finanzielle Zuwendung erhält, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen.

Weiteres findet Ihr hier https://www.grundeinkommen.de/

Wer das Thema "Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität" regelmäßig beobachtet kann sehr schnell erkennen das zwar die Beschäftigung ansteigt aber auch die Zahl der Personen die in Armut leben oder die von Armut gefährdet sind. Armut ist das Problem der Zukunft in Deutschland.

Zur Überwindung der Armut sehen viele Menschen so auch ich ein Bedingungsloses Grundeinkommen für ALLE als Lösung an.

Mein Hinweis auf das Bedingungslose Grundeinkommen hat nun Basic-Fragen aufgeworfen, diese Basics habe ich als bekannt vorausgesetzt, sie wurden auch hier bei Chefduzen schon mehrmals in unterschiedlichen Themen angesprochen (Foren-Suche), dennoch möchte ich hier noch einmal nach mehrmaligen Nachfragen diese Basics zum Bedingungslosen Grundeinkommen erläutern.

Dieser Beitrag wurde hier im Thema von @Kuddel "Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität" eingestellt
.....

Deshalb habe ich mehrmals gesagt, der Begriff BGE ist nichtssagend und mit ihm kann man ganz etwas anderes kriegen, als man es sich wünscht.
Deshalb würde ich lieber über klar greifbare Inhalte reden. Gegen die Armut müßte man die Grundversorgung nicht 4 Euro und nicht 180 Euro höher ansetzen, denn beides wäre ein Witz und würde das Grundproblem nicht einmal ankratzen.


Ich denke das 1000 € (Netto) ein angemssenes Bedingungsloses Grundeinkommen(Stand 2018) darstellt, dass ist ein Bedingungslose Grundeinkommen pro Person.


Und gegen die Erniedrigung durch die Behörden müßten Überwachung und Bürokratie in dem Bereich abgeschafft werden und Sperren, Sanktionen dürften nicht existieren. Maßnahmen und Lehrgänge dürften nur auf Freiwilligkeit basieren. Das wären klare Forderungen. Ich habe mehrfach gefragt, warum du nicht so einfache, wie richtige Forderungen stellst. Du beantwortest so einfache Fragen nicht.


Na ja was soll ich antworten? Was genau verstehst Du am Wort "Bedingungslos" Bedingungslose Grundeinkommen nicht? Bedingungslos heißt ohne Bedingungen keine Sperren keine Sanktionen .....


Statt dessen kommt immer die BGE Nebelgranate, garniert mit Sprüchen, die einen entweder als begriffsstutzig oder zur Diskussion nicht fähig abtun.

Dabei bist du es, die jetzt zum x-ten Male meine Frage nicht beantwortet: "Wie willst du verhindern, daß das BGE nicht einen riesigen staatlich subventionerten Niedriglohnsektor entstehen läßt?".


Ich verstehe nicht warum bei einen  Bedingungslosen Grundeinkommen von 1000 € (Netto) Pro Person plus einen gesetzlichen Mindestlohn ein Niedriglohnsektor entstehen sollte? Das heißt bei einer 38 Std Woche bei 8,84 Euro/Std ein  Bruttoarbeitseinkommen von rund 1455 € Bruttoeinkommen Bei Steuerklasse I keine Kinder sind das  Netto:  1.081,63 € + Bedingungslosen Grundeinkommen von 1000 € (Netto) ist das ein Netto Einkommen von 2081,63 € im Monat. Tariflöhne bleiben nach wie vor gültig. Im Niedriglohnsektor so wie er heute ist gibt es ergänzendes Hartz IV ( und das ist an viele Bedingungen geknüpft) aktuell sind 4.263.240  Personen im Arbeitslosengeld II (Hartz IV) Bezug.
 
« Letzte Änderung: 06. März 2018, 01:41:05 von Sybilla » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 06. März 2018, 04:59:04 »

Das BGE ist nur dann frei verfügbar, wenn ALLE Produktionsmittel sich in Volkes Hand befänden. Sodann könnte man den GESAMTEN Gängelungs- und Verwaltungsapparat der Beschäftigten (und Arbeitslosen) auch abschaffen. Es bräuchte keine Steuerberater mehr, keine Sachbearbeiter beim Hartz IV-Amt, keine Sozialversicherungssachbearbeiter bei den Krankenkassen, ja es bräuchte nicht einmal mehr Krankenkassen überhaupt.
Das BGE ließe sich dann ganz einfach berechnen: Es wäre das Bruttosozialprodukt pro Einwohner.
Aber das ganze würde dann wohl die Weltrevolution voraussetzten. Wir sind leider so weit davon entfernt... Nicht einmal kommunistische Parteien trauen sich das momentan in ihr Programm zu schreiben. Am allerwenigsten die Partei "Die Linke" (in der ja die SED aufging), wo sich jeder einzelne Abgeordnete bestimmt entschieden von solch einer Forderung distanzieren würde, so man ihn befragte.
Also, das BSP pro Kopf in der BRD lag 2017 bei.... 39.454 €. Geteilt durch 12 Monate ergäbe dies einen Betrag von 3.287 €. Davon ab gingen dann noch die Kosten des Gesundheitswesens. Wobei die dann auch viel niedriger wären als bisher, da ja auch Ärzte und das Krankenpflegepersonal ein BGE beziehen würden. Die Krankenkassenbeschäftigten wären größtenteils überflüssig (ca. 90 %), da ja das Abrechungswesen entfiele, wenn jeder Arzt und jede Krankenschwester ohnehin ein BGE hätte. Die Arbeitslosenversicherung entfällt ja ebenso, somit auch die ganzen Kosten für die Arbeitslosenverwaltung (yippie!). Die Verwaltungskosten für den Rentenversicherungsträger auch, da das BGE ja nach Erreichen des Rentenalters gezahlt wird (somit keine umständlichen Berechnungen). Allein in den Verwaltungen der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungen sind in der BRD mit Sicherheit mehr als 300.000 Menschen beschäftigt (müsste einmal genau recherchiert werden). Diese ließen sich als Kostenfaktor schon einmal fast komplett einsparen.
Ja, alles ein schöner Traum. Würde aber eine Revolution erfordern, wegen dem bisher garantierten Privateigentum einer kleinen Bevölkerungsschicht (5 %) an den Produktionsmitteln.
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« Antworten #2 am: 06. März 2018, 13:25:41 »

Es kreisen ja Zahlen herum, das 1 Billion pro Monat für das BGE bewegt werden müßten.
Wer hat so viel Macht über das Geld, um das zu bewerkstelligen ? Huh?
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« Antworten #3 am: 06. März 2018, 21:43:43 »

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« Antworten #4 am: 06. März 2018, 22:34:59 »

Was ist wenn die Miete extrem erhöht wird?
Was ist wenn die Ware mehr kostet?
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« Antworten #5 am: 06. März 2018, 22:49:43 »

Was ist wenn die Miete extrem erhöht wird?
Was ist wenn die Ware mehr kostet?

Was ist wenn jetzt die Miete extrem erhöht wird?  Was ist wenn die Ware jetzt mehr kostet?

Das sind keine Fragen des BGE. das sind grundsätzliche Fragen. Heute heißt das vermehrter Zulauf bei den Ausgabestellen der Tafeln.
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« Antworten #6 am: 07. März 2018, 09:35:28 »

In solchen Fällen müßte das BGE sofort mitsteigen !
Wer die Bürokratie kennt, wird sich sicher den Aufwand ausmalen können.
Bei H4 funktioniert es schon nicht wirklich, wo soll das enden ?  rolleyes
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« Antworten #7 am: 07. März 2018, 14:43:01 »

Deshalb sehe ich das BGE noch schlimmer, als H4. Dann werden die Reichen sagen, "jetzt wollen die noch mehr Geld. 1000 oder 1500€ kriegen die doch schon. Sollen sie doch arbeiten, dann haben sie mehr Geld".
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« Antworten #8 am: 07. März 2018, 15:17:06 »

tleary hat es ja schon geschrieben: Es kommt darauf an, wem die Produktionsmittel gehören. Den Kapitalisten oder der Allgemeinheit. Das entscheidet über den Charakter des BGE. Es gab im alten Karl-Marx-Forum mal eine lange und tiefgehende Diskussion zum BGE. Das BGE würde die Zahl der aktiven Lohnarbeiter minimieren und Heer passiver Staatsrentner schaffen und somit der staatlichen Bürokratie eine starke Machtposition verschaffen. Von einer emanzipierten Gesellschaft würde ich da eher nicht sprechen.

Die bessere Forderung ist eine Arbeitszeitverkürzung für alle auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich zu Lasten der Profite der Kapitalisten. Damit würde die gesellschaftlich notwendige Arbeit auf alle Schultern verteilt und niemand wäre passiver Staatsrentner.
« Letzte Änderung: 07. März 2018, 16:31:31 von counselor » Gespeichert

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« Antworten #9 am: 10. März 2018, 13:48:48 »

Was ist wenn die Miete extrem erhöht wird?
Was ist wenn die Ware mehr kostet?
Nachdem ja in meiner Forderung das Privateigentum abgeschafft - was natürlich auch für Immobilien gilt - wäre, wäre die Miethöhe ja auch steuerbar. Mietpreisexplosionen wegen dem von den Kapitalisten entdeckten Investitionsguts "Betongold" (mit derzeitigen Maximalrenditen wegen der Verknappung und auf der anderen Seite Nullzinspolitik) gäbe es dann nicht mehr. Fast jeder ehemalige DDR-Bürger sehnt sich bestimmt zu den Zeiten zurück, als das Wohneigentum noch in staatlicher Hand war. Die Mieten dort waren sensationell niedrig im Verhältnis zum Einkommen. Niemand mußte 30 % und mehr seines Einkommens ausschließlich für Miete reservieren. Keiner war obdachlos, weil er seine nicht Miete mehr zahlen konnte. Ein Nachteil des damaligen Systems war aber, daß die Mieten aufgrund der ideologischen Vorgaben ("niemand sollte mehr obdachlos sein") fast schon zu niedrig waren, um den Wohnraum zu erhalten. Das war aber darauf zurückzuführen, daß die Entscheidung über die Miethöhe nicht wirklich in demokratischer Hand (also alle darüber abstimmungsberechtigt) waren. In einem "demokratischen Sozialismus" wäre sowas dann aber auch kein Problem zu regeln. Jedenfalls fällt im Kommunismus der "Mietzins", also die Verzinsung für das eingesetzte Kapital zum Errichten des Wohnraums schon einmal weg, dazu noch der "Gewinn" des Vermieters, der ja gut vom Nichtstun lebt. Hunderttausende von  Vermietern hierzulande leben ja mittlerweile quasi parasitär von der Arbeit der anderen  - und sogar der Arbeitslosen über staatliche Zahlungen. Und die Mieten für ELO's werden dann sogar wiederum vom erwerbstätigen Proletariat durch Steuern eingetrieben. Also, der Arbeiter zahlt für die überhöhten Mieten im Kapitalimus zu 100 %.
« Letzte Änderung: 10. März 2018, 13:53:49 von tleary » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 10. März 2018, 16:13:13 »

Eine Abschaffung des Privateigentum halte ich für Nicht durchsetzbar. Wenn die Blase des Betongelds vllt. platzt.
Solange Geld mit Immobilien verdienen läßt, ist dies erst in 100 Jahren möglich. Wo soll den der reiche Sack sein Geld investieren?
Aktien sind ihm zu Riskant. Bei Anderem bekommt er keine Zinsen.
Er will ja immer mehr. Es wächst. Wenn sich das Verhältnis zu Wachstum ändert, kann sich dies ändern.
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« Antworten #11 am: 20. März 2018, 20:49:06 »

Zitat
Plan von SPD-Politiker Was steckt hinter dem Plan vom solidarischen Grundeinkommen?

Berlin - Hartz IV abschaffen und stattdessen ein solidarisches Grundeinkommen einführen – für diese Idee kassiert Berlins Regierender Bürgermeister und Bundesratspräsident Michael Müller harsche Kritik, aber auch Zustimmung aus anderen Parteien und von Experten.

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/29893390
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« Antworten #12 am: 21. März 2018, 06:30:01 »

Nun ein "Solidarisches Grundeinkommen"? Von den unsozialen Erschaffern von "Hartz IV"?

Dass ich nicht lache.

MfG

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« Antworten #13 am: 21. März 2018, 10:25:36 »

Eine Abschaffung des Privateigentum halte ich für Nicht durchsetzbar.

Ach, da ist sie wieder, die Feigheit. Nicht nur die Feigheit im Handeln, sondern auch im Denken.
Niemand traut sich mehr, sich etwas neben dem Bestehenden überhaupt vorzustellen.
Mit dieser Haltung ist der Kapitalismus mitsamt der Zerstörung sämtlicher Lebensgrundlagen alternativlos.
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« Antworten #14 am: 21. März 2018, 11:24:08 »

Nun ein "Solidarisches Grundeinkommen"? Von den unsozialen Erschaffern von "Hartz IV"?

Dass ich nicht lache.

Eigentlich finde ich es ja gut, wenn die Angst vor dem Druck der Ämter, vor der Armut und dem Zwang zur Arbeit reduziert wird, wenn die Menschen mehr Zeit erhalten um zu Leben und sich Gedanken zu machen.

Das machte mir das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) erst einmal sympathisch. Als ich mir aber ansah, was für Leute und Interessengruppen das BGE propagieren, gingen bei mir diverse Warnlampen an.
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« Antworten #15 am: 21. März 2018, 17:10:26 »

Es wäre ja schon mal mit Sicherheit denjenigen geholfen, die sonst am Existenzminimum herumkrebsen. Sei es EU-Rentner und Rentner im allgemeinen. Oder andere Erwerbstätige die aus verschiedenen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen (können). Denen monatlich einen pauschalen Betrag überlassen würde erstens Wohngeld überflüssig machen genau so wie diverseste Ämterarbeitsplätze erheblich reduzieren - ergo Einsparpotenzial.

Natürlich gibt es in der Gesellschaft immer Menschen, die nicht arbeiten wollen. Das ist ein Fakt. Genau so gibt es aber auch mehr als genug Menschen, die arbeiten wollen, aber keine finden, weil den Arbeitgebern aus irgendwelchen Gründen deren Nase nicht passt.

Hinzu kommt, dass - prognostisch gesehen - in der Zukunft immer mehr Arbeitsplätze verschwinden, der verbleibende Rest der Arbeitnehmer immer höheren Anforderungen ausgesetzt wird und letzten Endes dem Arbeitsmarkt auf Grund dauerhafter Erkrankung nicht mehr zur Verfügung steht.  Das zeichnet sich bereits heute ab, wie die Krankenkassen immer wieder feststellen.

Es muss angefangen werden darüber nachzudenken, wie man entweder die Belastung auf die Arbeitnehmer reduziert oder aber ein zweiter Arbeitsmarkt geschaffen wird, wo diejenigen, die nicht mehr in den ersten Arbeitsmarkt einsteigen können, unterkommen. Möglichkeiten gibt es genug, die Politik muß nur in einigen Bereichen die Voraussetzungen dafür schaffen bzw. anpassen.
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« Antworten #16 am: 21. März 2018, 17:35:12 »

Es muss angefangen werden darüber nachzudenken, wie man entweder die Belastung auf die Arbeitnehmer reduziert oder aber ein zweiter Arbeitsmarkt geschaffen wird, wo diejenigen, die nicht mehr in den ersten Arbeitsmarkt einsteigen können, unterkommen.
Den zweiten Arbeitsmarkt gibt es schon in Form der Behindertenwerkstätten (WfbM), die auch auf Expansionskurs sind. Nur reicht dort der "Lohn" nicht zum Leben. Im Schnitt verdient man in einer WfbM €185 pro Monat in Vollzeit.
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« Antworten #17 am: 21. März 2018, 17:42:07 »

Es wäre ja schon mal mit Sicherheit denjenigen geholfen, die sonst am Existenzminimum herumkrebsen. Sei es EU-Rentner und Rentner im allgemeinen. Oder andere Erwerbstätige die aus verschiedenen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen (können).
Die Festsetzung eine Minimalsatzes in vernünfter Höhe(!) wäre sinnvol unter dem niemand bleiben darf, egal ob erwerbslos, erwerbsunfähig, in Rente oder ähnliches. Das würde Sinn machen! Warum fordert man das nicht einfach?

Das BGE würde einen Umbau des gesamten Sozialsystems bedeuten mit ungeklärten Folgen.
(Die Folgen könnten zu unserem Nachteil sein.)

Zitat
Denen monatlich einen pauschalen Betrag überlassen würde erstens Wohngeld überflüssig machen genau so wie diverseste Ämterarbeitsplätze erheblich reduzieren - ergo Einsparpotenzial.
Diese Scheiß Jobcenter/Arges gehören sowieso abgeschafft. Das einzige was sie machen, ist ihre "Kunden" zu malträtieren, damit sie endlich"freiwillig" einen unwürdigen Drecksjob annehmen, sonst Sanktion.

Zitat
Natürlich gibt es in der Gesellschaft immer Menschen, die nicht arbeiten wollen. Das ist ein Fakt. Genau so gibt es aber auch mehr als genug Menschen, die arbeiten wollen, aber keine finden, weil den Arbeitgebern aus irgendwelchen Gründen deren Nase nicht passt.
Und was hat das mit dem BGE zu tun?

Zitat
Hinzu kommt, dass - prognostisch gesehen - in der Zukunft immer mehr Arbeitsplätze verschwinden
Totaler Schwachsinn!!
Diese Propaganda hat sich in diversen Köpfen festgesetzt.
Die Arbeitsplätze, die verschwinden, werden durch andere Arbeitsplätze ersetzt. Die werden aber nicht besser sein. Im Gegenteil!

Zitat
Es muss angefangen werden darüber nachzudenken, wie man entweder die Belastung auf die Arbeitnehmer reduziert oder aber ein zweiter Arbeitsmarkt geschaffen wird, wo diejenigen, die nicht mehr in den ersten Arbeitsmarkt einsteigen können, unterkommen. Möglichkeiten gibt es genug, die Politik muß nur in einigen Bereichen die Voraussetzungen dafür schaffen bzw. anpassen.
"Die Politik" will nichts und wird nichts für uns tun.

Entweder wir fordern konkrete Sachen, die unser Leben verbessern und wir lernen einen echten Druck aufzubauen oder unsere Situation wird von "der Politik" von schlecht in viel schlechter verwandelt.

Warum sagen wir nicht, was an diesen ganzen Hartz System scheiße ist und fordern die konkreten Horrorelemente des Gesetzes zurückzunehmen und durch etwas zu ersetzen, das von uns klar benannt werden muß.

Das BGE ist die Katze im Sack. Eine Blackbox, bei der wir nicht wissen, was drin ist. Was soll sowas? Mich nerven die halbreligiösen Hoffnungen an die heilende Wirkung dieses obskuren Pakets.

Die Entstehung eines steuersubventionierten Niedriglohn-Arbeitsmarktes ist etwas, was ich keinesfalls akzeptiere.
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« Antworten #18 am: 22. März 2018, 06:40:15 »


"Die Politik" will nichts und wird nichts für uns tun."

[/quote]

In der Tat. Wir muessen uns endlich gemeinsam wehren.

MfG

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« Antworten #19 am: 22. März 2018, 19:40:27 »

Gestern gab es im Radio einen Fachleutediskussion zum Thema BGE, lauter Wirtschaftsprofessoren und sowas...

Die waren sich relativ einig, daß sich ein BGE stätestens nach einiger Zeit auf Höhe von Hartz IV einpegeln würde. Aber als Nebeneffekt hätte man das bisherige Sozialsystem zerlegt. Das kann man doch nicht allen Ernstes wollen!?!

Solche Leute wollen das:

Telekom-Chef Tim Höttges gehört zu den glühenden Verfechtern des bedingungslosen Grundeinkommens.
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« Antworten #20 am: 23. März 2018, 07:21:50 »

Bezüglich zweiten Arbeitsmarkt gibt es nicht nur Behindertenwerkstätten. Und selbst die sind noch viel zu wenig, wenn ich sehe, wie viele Erwerbsunfähige ich in meinem Job habe.

Es gäbe auch noch die Möglichkeit, über alle möglichen ehrenamtlichen Arbeiten Stellen zu schaffen. Das Problem ist nur, dass den in Deutschland tätigen gemeinnützigen Vereinen derart enge Grenzen gesetzt sind, so etwas zu bieten, dass die wenigsten dies tun. Hier ist das Problem, dass das Vereinsgesetz veraltet ist und dringend angepasst werden müsste.

Die öffentliche Hand tut sich auch sehr schwer. Ich rede hier nicht über Ein-Euro-Jobber. Es wäre jedoch mit Sicherheit in Signal in die richtige Richtung, wenn man, bedingt durch das BGE, einen Haufen Stellen in der Verwaltung einspart. Die dort freigesetzten Mittel könnten dann wiederum so verwendet werden.
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« Antworten #21 am: 23. März 2018, 12:22:05 »

Zitat
Es gäbe auch noch die Möglichkeit, über alle möglichen ehrenamtlichen Arbeiten Stellen zu schaffen.
Das sind alles sehr zwiespältige Geschichten. Es ist natürlich gut, wenn Menschen anderen helfen. Einfach so.
Wenn man das alles institutionalisiert, z.B. im "Ehrenamt", kann das schnell zu unbezahlter Sozialarbeit werden, mit der man vernünftig bezahlte Stellen streichen kann.

Der gesamte sogannte "2. Arbeitsmarkt" ist in meinen Augen viel zu wenig hinterfragt und diskutiert. Es ist alles vernebelt mit dem Ruf, irgendwie hilfreich zu sein, den Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder die Arbeit selbst irgendwie sozial oder gesellschaftlich sinnvoll sein könnte. Ich halte das aber für vorgeschobene Argumente. Unterm Strich geht's immer um Ausbeutung. Auch in Behindertenwerkstätten oder im Knast.

Dieser gesamte Markt der schlecht und gar nicht bezahlten Jobs würde unter dem BGE förmlich explodieren (Wozu Bezahlung? Das BGE reicht doch!)

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« Antworten #22 am: 23. März 2018, 15:52:05 »

Ich fürchte auch, dass ein BGE ein Treibsatz für Billigjobs wäre.

Ich bin für die Einbeziehung der alten, kranken und behinderten Menschen in das gesellschaftliche Leben.Staat, Konzerne und Banken müssen die anfallenden Kosten tragen.

Sympathischer als ein BGE wäre mir der 6-Stunden-Tag/30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.
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« Antworten #23 am: 23. März 2018, 16:25:07 »

Eine 20-Stunden-Woche wäre ggfs. sicher bezahlbar, schlösse man endlich z. B. die unnötigen / ueberfluessigen Buerokratien etc.

MfG

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« Antworten #24 am: 23. März 2018, 16:52:45 »

Die Ausgebeuteten sind immer schüchtern, haben Angst, dass berechtigte Forderungen nicht "finanzierbar" sein könnten.
Die andere Seite stellt nie solche Fragen. Für das Stopfen der Finanzlöcher der kriminellen HSH Nordbank wird ebenso in unsere Taschen gegriffen, wie für die Rüstungsindustrie.
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