Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1] |   Nach unten
Drucken
Autor Thema: So schnell wird aus einem selbst organisierten Praktikum eine Jobcenter-Maßnahme  (Gelesen 2369 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Kunta


Beiträge: 50


« am: 31. März 2018, 17:35:20 »

Ich bin reichlich verärgert, aber mehr über das Jobcenter als über den Betrieb, der mir eine Praktikumsmöglichkeit mit evtl. Übernahme ermöglichen will - ein Callcenter (siehe weiter unten). Ich hatte einen Vorstellungstermin, wo ich vorschlug mich erst in einem Praktikum zu testen, was der mögliche zuk. Arbeitgeber gerne annahme, da Umsonstarbeit. Ich sollte aber die Fahrtkosten abklären - mit dem Jobcenter. Das habe ich getan, und heute morgen einen Brief vom Jobcenter, und andere Briefe - die Lügen und Rechtsfolgebelehrung - erhalten. Ich bin jetzt offziell beim Arbeitgeber in einer Maßnahme, die mir das Jobcenter organisiert hat - Komisch, warum habe ich dann das Unternehmen angerufen, das Unternehmen mir zurückgerufen, und mich zum Vorstellungstermin - ohne Wissen des hiesigen Jobcenters eingeladen? Was mache ich jetzt, wenn ich zwar das Praktikum mache, ich aber merke es ist nichts für mich im Job und den Job ablehne - beim Arbeitgeber habe ich nämlich, wie bei Leihbuden, das Gefühl, dass der Angestellte einstellt, und zwar ganz egal wie schlecht diese arbeiten - Hauptsache zukünftige Arbeitssklaven. Was für Möglichkeiten der Gegenwehr habe ich, wenn ich das Praktikum beendet habe, und man mir eine Sanktion reinwürgen will? Ich bin sicher, dass ich gut arbeite, d.h. weder verdreckt noch besoffen zur Arbeit erscheine wie das Vorurteil über ALG2-Empfänger sagt, aber an meiner Qualifikation als Telefonverkäufer habe ich regelhafte Zweifel, die sich leider nicht zerstreuen lassen - Ich bin einfach kein Vertriebler, und auch privat schlecht im überzeugen. Wichtige Gründe für eine Arbeitsablehung hätte ich auch, denn ich bin Angehöriger einer schwerstpflegebedürftigen Person und die Qualität der Pflege würde nicht gewährt werden, wenn ich den ganzen Tag fort bin. Außerdem leide ich an depressiven Schüben, die, so habe ich gelesen, in Callcentern auch nicht gut ankommen.
Gespeichert
Tiefrot
Rote Socke


Beiträge: 3405



« Antworten #1 am: 01. April 2018, 00:22:47 »

Praktikum = Maßnahme ? Damit hätte sich das Thema Bezahlung schon mal geschissen.  angry
Andererseits, wenn du dich doof anstellst, haste das Ding bald durch.
Bei einer Sanktion würde ich dann mal die Begründung lesen wollen.  kotz *würgh* AAAAAh
Gespeichert

Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !
Onkel Tom


Beiträge: 3647



« Antworten #2 am: 01. April 2018, 15:39:01 »

...
Ich sollte aber die Fahrtkosten abklären - mit dem Jobcenter. Das habe ich getan, und heute morgen einen Brief vom Jobcenter...
...

Und damit hat das (noch unbekannte) Deaster angefangen..

ALG-2-Bezieher_innen sind "dazu verpflichtet, jeglichen Änderungen der persönlichen
Verhältnisse mitzuteilen"..

Du hast also dem Praktikum zugesagt und das erst im Nachhinein dem JC wegen der
Fahrkostenübernahme gesteckt ?..

Wenn ja, kann es passieren, das SB daraus noch ne Welle macht, weil Du sie nicht
vorab einer "Praktikums-Zusage" um "Genehmigung" gebeten hat. Im Normalfall will
SB "was prüfen" und dann entscheiden.

Nun im Brief den Anschein, das SB dir das Praktikum vermittelt hätte ?

Nach deiner Erzählung nach, habe ich den Eindruck, "die Krampe gleich wieder vom
Hintern zu bekommen", da "Masnahme" dazu berechtigt, Daten zum SB gelangen zu
lassen..
Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
Kunta


Beiträge: 50


« Antworten #3 am: 01. April 2018, 18:44:13 »

Eben, ich habe mit an die Verpflichtung gehalten, die du erwähnt hast. Ich habe sofort nach dem Praktikum angerufen, und wollte die Fahrkosten abklären. Übrigens beim Vorstellungsgespräch hatte ich den Eindruck, dass das hiesige Jobcenter schon öfters "Kunden" an die Firma vermittelt hat. Mein Gegenüber meinte ihm hätte gefallen, dass ich ihn so ehrlich, und offen, angesehen hätte - Ich dachte mir auf dem Heimweg schon, das andere wohl weniger freiwillig als ich in diese Firma zum Vorstellungstermin gingen, d.h. vom Jobcenter via Vermittlungsvorschlag dorthin gezwungen wurden. Ich habe aber mein Gegenüber im Vorstellungstermin das nicht gefragt, sind nur eigene Gedanken dazu. Ich denke, dass ich wegen der Fahrtkostenübernahme keine Probleme bekomme, denn wie gerade erwähnt, dass hiesige Jobcenter ist der Firma nicht unbekannt, und umgekehrt. Werde wohl in Zukunft immer im vorneherein nachrecherchieren, und sollte so ein Satz wie "das Jobcenter übernimmt bestimmt die Fahrtkosten, wir hatten schon einmal jemand anderen.....vom JC vermittelt da"....dann schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken.

Mit den Daten zum SB, daran habe ich noch gar nicht gedacht, aber stimmt auch wieder. Das ist das 3te Formular, wo der Arbeitgeber schreiben soll was er von mir hält, denke ich.... rolleyes
Gespeichert
Onkel Tom


Beiträge: 3647



« Antworten #4 am: 04. April 2018, 12:16:58 »

Moin Kunta.

Ja, ich vermute, das Du da zufällig an einer "Ausbeuterfalle" geraten bist, sprich
dem JC das sehr gelegen kommt, ohne was zu tun, dich für das nächste Halbjahr
Juli bis Dezember 2018 aus der Elo-Statistik streichen zu können.

Im schlechtesten Fall, hätte SB die viel Ärger bereiten können. Das nun so
gehandelt wird a la "Wie schööön, das die Erwerbslosen schon von selbst zu
unseren "Ausbeutern" rennen..", muss ja wohl Hintergründe haben.

Was Du nun selbst dazu beitragen könntest, große Ohren zum Thema wie viel
Praktikanten vom JC so in der Bimmelbude verheizt wurden / werden.

Ach ja, was nutzt eine schöne Telefonstimme, wenn sie stottert oder von der
Satzbildung her nicht in Ordnung ist ?..
Informiere Dich bitte darüber, ob die Bimmelbude (FA) auch im Bereich Fortbildung
und Leiharbeit tätig / kooperativ ist..

Wenn da was dran ist, bist Du da gelandet, wo "Der kleine Maulwurf" interesannte
Dinge ausbuddeln könnte. Wer weiß was eine "Sammlung" so offenbart..

 Wink
« Letzte Änderung: 04. April 2018, 12:23:58 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
tleary


Beiträge: 667


« Antworten #5 am: 18. April 2018, 02:57:15 »

Darf man 'mal fragen, was man bei so einem Callcenter-Job (ohne Nachverhandlung) so monatlich Brutto verdient?
Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
Kunta


Beiträge: 50


« Antworten #6 am: 20. April 2018, 13:42:07 »

Weiter unten habe ich schon geschrieben Danke, was ich hier noch einmal ganz herzlich tun will.
Die Sache mit dem Callcenter hat sich für mich erledigt, und dies ohne Sanktion. Der Arbeitgeber hat gemeldet, dass der Job nichts für mich wäre.
Die Schlüsse die das Jobcenter zieht sind deren Schlüsse, aber anscheinend haben Callcenter auch beim hiesigen Jobcenter keinen guten Ruf.
Gruß Kunta
Gespeichert
Onkel Tom


Beiträge: 3647



« Antworten #7 am: 20. April 2018, 14:19:17 »

Und das ist nun das Ergebnis deines Praktikum ?
Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
Tiefrot
Rote Socke


Beiträge: 3405



« Antworten #8 am: 20. April 2018, 20:08:15 »

Wenn dem so ist, isser doch fein raus...  Wink
Gespeichert

Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12873



WWW
« Antworten #9 am: 02. September 2018, 12:59:52 »

Zur Ergänzung:
Das ist das Standardvorgehen der JC bei Praktika.
Damit umgehen die einige rechtliche und versicherungstechnische Grauzonen und bringen sich selbst auf die sichere Seite. Nebenbei scheint es auch der einzig mögliche Weg zu sein, um Fahrtkosten überhaupt erstatten zu können.
Die andere Variante dazu wäre nämlich, das man einen Praktikumsvertrag mit der Firma abschließt (natürlich gegen angemessene Bezahlung, unbezahlte Praktika sind eh sittenwidrig. Außnahme: Schulpraktikum oder Praktika im Rahmen einer Ausbildung).
Dann befindet man sich allerdings, für die Dauer des Vertrages, auch nicht mehr im ALG II- Bezug und kann dementsprechend auch keine Fahrtkosten beantragen. Das sollte man dann vorher mit dem Praktikumsbetrieb absprechen und schriftlich in den Praktikumsvertrag mit aufnehmen lassen.

Weigert sich ein Unternehmen, seine Praktikanten angemessen zu bezahlen oder in der Frage der Fahrtkosten entgegenzukommen, kann man davon ausgehen, das es dem Betrieb nur um die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte geht.
Dann, braucht man da auch kein Praktikum mehr zu machen, sondern sollte möglichst schnell das Weite suchen!
« Letzte Änderung: 02. September 2018, 16:59:38 von Rudolf Rocker » Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Onkel Tom


Beiträge: 3647



« Antworten #10 am: 02. September 2018, 13:43:04 »

Weiter ist es wichtig, ab zu klären, in wie weit ein "Praktikum" mit
Fortbildungsmöglichkeiten und einer Einstellungszusage verbunden sei.
Gerade das letztere wird von der Wirtschaft meines Erachtens gern
missbraucht.
Das ein Umschüler, der einen  anerkannten Berufsabschuss anstrebt,
kann ich verstehen, das ein 3 Monatiges Praktikum auf dem Lehrplan
steht und anbei sollte sich der Umschüler ohne jeglichen Einfluss
seinen Praktikumsgeber selber suchen.

Ich hatte anbei immer die Priorität "Kann ich hier wirklich was dazulernen?"
im Kopf und wenn es schon kein Zaster dafür gibt, muss es wenigstens
der Ausbildung bereichernde Inhalte bringen.

Das z.B. ein Azubi in Richtung Kommunikationselektroniker letzendlich
bei Bäderland landet und tagtäglich Duschköpfe etc. wechseln darf, finde
ich als absolutes NoGo und kann dann auch nur dazu raten, sofort Eratz
oder den Abbruch zu ersuchen.

Ja, die "falschen Versprechungen", die beim Bewerbungsgespräch einher
gehen, sind Standard a la "Wenn Sie sich Mühe geben, können Sie bei uns
was werden." Bei solch Arbeitgebertönen ist Misstrauen der bessere Weg.

Praktika ist ein Wirtschaftssektor für sich, wo sich unter anderem frisch
ausgelernte Akademiker kaum entziehen können und wegen Resonanzen
erst mal zwei drei Jahre in der Generation Praktikum überleben müssen.

Aber hier geht es ja um ein Praktikum, wonach sich Leihbuden und Co.
gern lechsen  Sad

Abmachungen zu einem Praktikum haben in einer EGV genau so wenig
was zu suchen, wie solch Angebote schon in der Erstbewerbung !

« Letzte Änderung: 02. September 2018, 13:45:47 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12873



WWW
« Antworten #11 am: 02. September 2018, 17:19:23 »

Moinsen Onkel Tom!
Ja, richtig.
Man sollte da auch immer mit wachsamen Augen unterwegs sein.
Unternehmen, die ein ernsthaftes Interesse daran haben Mitarbeiter zu Gewinnen, werden jemandem, für den sie sich entschieden haben einen Arbeitsvertrag vorlegen und gut ist!
Darin können Sie eine Probezeit mit einer Länge von bis zu 6 Monaten vereinbaren, in der jederzeit, ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann.
Was will man denn mehr?

Firmen, die sofort anfangen, jemandem Angebote zur Probearbeit oder Praktikum anzubieten (über mehrere Tage oder Wochen) sind in den allermeisten Fällen unseriös und suchen nur Personal, um eine Arbeitsspitze oder krankheits-, urlaubsbedingte Personalengpässe zu überbrücken.

Durchaus üblich ist die Hospitation und auch über einen Tag Probearbeit kann man reden.
Aber alles was darüber hinaus geht, sollte sehr skeptisch hinterfragt werden.
Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Seiten: [1] |   Nach oben
Drucken
Gehe zu: