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Autor Thema: FREE FU TIANBO! 29.5. Protest bei VW Hannover  (Gelesen 2888 mal)
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admin
Administrator

Beiträge: 2330


« am: 24. Mai 2018, 21:01:10 »

Wir sehen uns gezwungen, VW ein weiteres Mal auf die Füße zu treten.

Der Leiharbeiter Fu Tianbo, der nichts weiter als die Einhaltung des geltenden Arbeitsrechts in dem FAW-VW Werk in Changchun gefordert hat, sitzt nun seit einem Jahr im Knast.


Wir planen am 29.5. eine Protestaktion um 13°° vor dem VW Werk in Hannover
(Tor 3, Mecklenheidestraße 119).

Wir freuen uns über jeden, der uns vor Ort unterstützt.




FREE FU TIANBO!


  • Sofortige und bedingungslose Feilassung Fu Tianbos!
  • Für die Einhaltung des Arbeitsrechts und freie gewerkschaftliche Betätigung in allen VW Werken weltweit!




Dieser Protest wird unterstützt von:

Forum Arbeitswelten e.V. (Arbeitswelten in China und Deutschland)
IGL (Interessengemeinschaft der Leiharbeiter)
Die Leihkeule (Leiharbeiter Kollegenzeitung)
LabourNet Germany (Treffpunkt der gewerkschaftlichen Linken mit und ohne Job)
chefduzen.de (Forum der Ausgebeuteten)







Wir wollen die Repression gegen aufmüpfige Arbeiter*innen bei VW in den öffentlichen Fokus bringen. Wir hoffen auf eure Unterstützung, dieses Thema in die Medien und die gewerkschaftliche Diskussion zu tragen.

Wir wollen neben dem politischen Druck auf VW uns auch auf anderem Wege für die Freilassung des Arbeiteraktivisten einsetzen. Amnesty International ist angefragt.  In der nächsten Ausgabe der Zeitung der Roten Hilfe soll ein Artikel zum Thema erscheinen mit dem Aufruf zu einer Kampagne zur Freilassung von Fu Tianbo.

Wer noch Ideen oder Kontakte in dieser Richtung hat, möge sich bitte melden.
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Fritz Linow


Beiträge: 1301


« Antworten #1 am: 24. Mai 2018, 21:44:49 »

Zitat
Wir planen, am 29.5. eine Protestaktion um 13°° vor dem VW Werk in Hannover


Dazu passt ja fast rein jubiläumstechnisch die Grundsteinlegung des VW-Werks bei Fallersleben am 26.5.1938.

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BGS
Polarlicht


Beiträge: 3055



« Antworten #2 am: 25. Mai 2018, 05:42:40 »

Hoffentlich nehmen wirklich viele Menschen am 29.5. teil, es ist sehr wichtig, die alten und neuen Schweinereien von Volkswagen publik zu machen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, dass sich nichts gebessert hat. Möge der Mann sofort freigelassen werden!

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Onkel Tom


Beiträge: 3714



« Antworten #3 am: 25. Mai 2018, 06:32:55 »

VW ist offensichtlich auch nicht dazu gewillt, Verhandlungen mit den Behörden
auf zu nehmen, um Fu Tinabo aus dem Knast zu holen..
Da wird einfach jemand unschuldig wie ein "Bauernopfer" im Knast gehalten,
um Abschreckung zu betreiben und VW lacht sich anbei deckig ins Fäustchien.

Aus VW-Tradition dessen Tradition treu bleiben..  
« Letzte Änderung: 25. Mai 2018, 06:34:26 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
admin
Administrator

Beiträge: 2330


« Antworten #4 am: 28. Mai 2018, 11:20:48 »

Ich habe eine Nachricht von einer Frau bekommen, die versucht hat über facebook für diese Protestaktion zu mobilisieren.
Sie wollte die Aktion speziell bewerben:
Zitat
dann wollte ich aber diese ankündigung "bewerben". das bedeutet facebook zeigt sie bestimmten leuten an. ich hatte ausgesucht, dass sie leuten angezeigt wird, die in hannover leben. bei facebook kann man genau für solche dinge sehr gut werbung machen, weil es eben so genau eingestellt werden kann wer das sieht und wann. und es kostet nur ein paar euro.

facebbook hat die Veröffentlichung dieser Werbung verweigert:
Zitat
Deine Werbeanzeige wurde nicht genehmigt, da sie nicht mit unseren Werberichtlinien übereinstimmt.

Sie berichtete:
Zitat
facebook hat die anzeige aber abgelehnt und reagiert nicht auf meinen einspruch. das finde ich interessant. der grund den sie angeben ist, dass ich ein markensymbol von facebook oder instagram verwende, was ich nicht tue, ist nur ein text mit eurer pressemitteilung. 
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admin
Administrator

Beiträge: 2330


« Antworten #5 am: 28. Mai 2018, 16:05:33 »

Wer sich für die Hintergründe der Auseinandersetzung eingehender interessiert, findet weitere Infos hier:

http://www.labournet.de/category/internationales/china/arbeitsbedingungen-china/vw-china/

und auch hier:

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=28990.msg333271#msg333271

Das aktuelle Flugblatt:



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admin
Administrator

Beiträge: 2330


« Antworten #6 am: 30. Mai 2018, 19:41:35 »

Ein Besuch bei VW Hannover


Der deutsche Vorzeigekonzern mit den knallharten Methoden gegen Kritiker.

Der Gefangenenchor sammelt sich vor dem Werk in Hannover...

...um dort Gesänge der Anklage anzustimmen.

Es sollte die Protestaktion von uns werden mit der bisher besten Beteiligung.


Die unterstützenden Organisationen IGL, Forum Arbeitswelten, Leihkeule, Chefduzen waren vertreten, wie auch mehrere Verdi-Mitglieder, Metaller und ein Gewerkschafter der FAU, sowie Aktivisten des Internationalen Automobilarbeiterratschlags IAAR.

Besonders erfreulich war, daß unsere Mobilisierungskampagne auch Arbeiter*innen aus dem VW Werk erreicht hat (obwohl facebook die Schaltung einer bezahlten Anzeige verweigert hat), die extra früher zur Arbeit kamen, um sich unserer Aktion anzuschließen und dann zum Schichtwechsel in den Produktionshallen zu verschwinden.

Die Behörde zeigte sich recht entspannt und wünschte ein gutes Gelingen.


Volkswagen selbst vermied auch eine Konfrontation. Der Werkschutz erwartete von uns im Wesentlichen, daß wir den Ort so sauber verlassen würden, wie wir vorgefunden hatten. Man fragte, ob man die Aktion auch fotografieren dürfe, damit der Konzern kommunizieren kann, wenn es Presseanfragen gibt, was denn da am Werk passiert sei.


Das Unternehmen bat sogar selbst um ein Gespräch mit uns. Dann kam leider ein anderes Treffen für den Unternehmenssprecher dazwischen. Wir waren dabei gespannt, wie der Unternehmensvertreter uns gegenüber argumentiert hätte.


Die Solidarität mußte noch festgezurrt werden.



Es reicht! Die Frühschicht ist zuende.


Gegenüber dem Tor sieht man die Transparente mit den Gründen und Forderungen unseres Protests:


Und denjenigen, die gingen...


und denen, die zur Spätschicht kamen...

wurde das Flugblatt mit den Hintergrundinfos angeboten.

Unter sengender Sonne...



...wurde der Umgang des VW Konzerns mit seinen Leiharbeitern diskutiert.

Noch ein Bild fürs Fotoalbum

Ein LKW-Fahrer von Schnellecke, der an der Ampel stand, sah das und rief: "Ey, gib mir auch mal eine!" " 'ne Sklavenkugel?" " Genau!", rief er rüber.

Der Rest vom Schützenfest:

Als uns die Flugblätter ausgingen (Werkschutz: "Das nächste Mal müßt ihr mehr drucken lassen!"), stellten sich die übriggebliebenen Aktivisten in Pose.




Leider kann dies nicht das Ende des Protests sein, es ist ein Startsignal für weitere Aktivitäten!

Jetzt gilt es den Druck auf den Konzern zu erhöhen, um die Freilassung des seit einem Jahr inhaftierten Leiharbeiters Fu Tianbo zu bewirken.
Die skandalösen Bedingungen, unter denen VW seine Profite in China macht, müssen öffentlich werden!
Die Geheimdiplomatie des Konzernbetriebsrats mit den chinesischen Autoritäten ist gescheitert.
Jetzt muß die Öffenlichkeitsarbeit und die innergewerkschaftliche Diskussion vorangetrieben werden.

Ein Jahr Knast für einen Arbeiter, der sich für die Rechte seiner Kollegen in einem deutschen Konzern eingesetzt hat, darf nicht hingenommen werden.


Freiheit für Fu Tianbo!

Bedingungslos und sofort!

Dieser Kampf hat erst begonnen.
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Onkel Tom


Beiträge: 3714



« Antworten #7 am: 30. Mai 2018, 20:55:10 »

Ja, der öffentliche Druck muss größer werden !! Die menschenverachtenden
Handlungen damals in Brasilien widerholt sich nun in China, was Zusammenhänge
Politik und VW-Wirtschaft angeht. Kritik wird einfach in den Knast versperrt.
Ich hoffe, das Fu Tinabo den "chinesischen Knast" überlebt und sofort aus der
Haft entlassen wird. Er vertrat VW gegenüber den Unmut von zig Leiharbeitern,
die um die Hälfte ihres Lohns 10 Jahre lang beschissen wurden.

Kann nicht sein, das einfach alles zu vergessen gilt, zumal es hier auch noch um
ein Menschenleben geht..

WV sollte endlich dazu Stellung beziehen und ihre Verantwortung mal in positiver
Form dazu einsetzen und mit der chinesischen Regierung ins Gespräch geht,
Fu Tinabo frei zu lassen !

Gratuliere, eine passende, erfolgreiche und kreativ gelungene Aktion  Cheesy
« Letzte Änderung: 30. Mai 2018, 20:57:37 von Onkel Tom » Gespeichert

Lass Dich nicht verhartzen !
counselor


Beiträge: 3514



« Antworten #8 am: 30. Mai 2018, 21:19:37 »

Gute Aktion! Sehr erfreulich, dass Leute vom Internationalen Automobilarbeiterratschlag teilgenommen haben.
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Nikita


Beiträge: 1146



« Antworten #9 am: 21. August 2018, 16:27:42 »

Zitat
Arbeitskampf bei VW in China
Kampf für mehr Lohn endet im Gefängnis
Von Finn Mayer-Kuckuk 20. August 2018 - 17:20 Uhr

Changchun - Wie viel Einfluss hat der Volkswagen-Konzern auf seinen chinesischen Partner FAW? Wofür sind die Manager bereit, sich mit den Machthabern in China anzulegen? Allem Anschein nach nicht für die Freiheit eines einzelnen Leiharbeiters. Fu Tianbo ist jedenfalls immer noch in Haft. Der Arbeiter hatte es im vergangenen Jahr gewagt, einen Protest für gleiche Bezahlung zu organisieren. Die Polizei nahm ihn fest und verhörte ihn zunächst auf dem Werkgelände, bevor sie ihn mitnahm und in eine Zelle sperrte. Seitdem bangen seine Kollegen und seine Familie um sein Schicksal.

Der Fall Fu Tianbo ist typisch für die Lage in China. Den Machthabern sind Lohnproteste und freie Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Sie lassen nur eine Form der Arbeitervertretung zu: die Gesamtchinesischen Generalgewerkschaften unter dem Dach der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Diese Megagewerkschaft hat zwar über 303 Millionen Mitglieder, ist aber vom Staat gesteuert. Im realen Sozialismus sei weiterer Schutz der Arbeiter überflüssig, behauptet die Partei. Schließlich regiere ja bereits das Proletariat. Doch die KPCh ist längst eine Organisation der Bosse. Wer höheren Lohn fordert, wer gar Kritik am Management übt, stört das System und macht sich strafbar.

Fu Tianbo war von einer Drittfirma an seinen Arbeitsplatz entsandt
Fu Tianbo war Leiharbeiter, also von einer Drittfirma an seinen Arbeitsplatz entsandt. Diese Beschäftigungsverhältnisse gelten weltweit als besonders unsicher; auch in der nordostchinesischen Stadt Changchun – und auch bei der Firma FAW-VW, einem Gemeinschaftsunternehmen des Volkswagen-Konzerns mit dem chinesischen Staatsbetrieb First Auto Works, kurz FAW. VW gehören 40 Prozent daran, FAW 60 Prozent – das Unternehmen ist also chinesisch dominiert und spielt nach chinesischen Regeln. Dennoch bauten die beiden Firmen gemeinsam eines der größten Autowerke der Welt auf.

Changchun ist ein Indus­triemoloch. Am Stadtrand rosten Ruinen der schmutzigen Schwerindustrie aus der Mao-Zeit vor sich hin. Die Stadt ist meist in Smog gehüllt. Hier liegt seit 1955 der Sitz von FAW, dem ersten Kraftfahrzeugkombinat der Volksrepublik China. Damals rollten die ersten Modelle der robusten Lastwagen vom Band, die zu den Arbeitspferden der chinesischen Entwicklung wurden. Sechzig Jahre später geht es FAW weiterhin gut. Eigentlich ein verkrusteter Staatsbetrieb, ist das Unternehmen zugleich ein Massenhersteller beliebter Autos. Dank VW – denn die Deutschen produzieren in Changchun zusammen mit FAW den Golf, den Audi A3 und viele andere beliebte Modelle. Für beide Seiten ist die Fabrik äußerst lukrativ.

Der Vorwurf lautet „Störung der öffentlichen Ordnung“
Fu Tianbo und die anderen Leiharbeiter waren überzeugt, dass ihr Protest gleich mehrfach gerechtfertigt sei. Sie stellten fest, dass sie nur ungefähr die Hälfte des Stundenlohns der regulären Belegschaft erhielten. Doch sowohl das ab 2016 geänderte chinesische Arbeitsrecht als auch die Charta der Zeitarbeit im Volkswagen-Konzern sehen im Wesentlichen gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit vor.

Doch das ist alles nur Theorie. Wenn ein Arbeitskampf den mächtigen Funktionären der Staatsbetriebe nicht passt, dann sitzen sie am längeren Hebel. Fu und seine Kollegen verhandelten sieben Runden lang mit dem Management und zogen sogar vor Gericht – vergeblich. Dann organisierten sie einen Protest vor dem Werktor.

Wenig später folgte Fus Festnahme. Der konkrete Vorwurf lautet „Störung der öffentlichen Ordnung“ – ein Vergehen, das die Staatsmacht bemüht, wenn sie gegen Demonstranten vorgeht. Dennoch handelt es sich um eine konkrete Straftat nach chinesischem Recht. „Da es sich um den Vorwurf der Störung der öffentlichen Ordnung handelt, hat Volkswagen leider keine Möglichkeit, sich hier aktiv für den Arbeiter der Leiharbeitsfirma einzusetzen“, teilt ein VW-Sprecher unserer Zeitung mit. Nach der Festnahme hat VW zwar reagiert und die betroffenen Leiharbeiter zu fairem Lohn fest einstellen lassen, doch für Fu konnte das Unternehmen nichts mehr tun.

„Es geht aber um das Image von VW und das Wohlergehen seiner Mitarbeiter weltweit.“
Doch sein Fall ist nicht vergessen: 2500 Kilometer weiter südlich, in der Handelsstadt Hongkong, bangt ein anderer Arbeiteraktivist um Fus Schicksal. Han Dongfang ist 55 Jahre alt und leitet dort die Organisation China Labour Bulletin, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Volksrepublik starkmacht. Als 26-jähriger Arbeiter hatte Han es schon im Jahr 1989 gewagt, eine freie Gewerkschaft zu gründen und auf bessere Bezahlung zu pochen.

Seine Gruppe marschierte bei den Tiananmen-Protesten 1989 mit – und fand sich nach deren blutiger Niederschlagung in der Rolle verfolgter Staatsfeinde wieder. „Der Fall Fu Tianbo ähnelt meinem insofern, als wir beide Arbeiter in großen Staatsbetrieben waren“, sagt Han. „Und die Arbeiter im Nordosten haben weiterhin eine starke Identität als Arbeiterklasse, so wie wir sie damals hatten.“ Doch die Verhaftung Fus sei deutlich ungerechter. „Wir hatten damals durchaus politische Ambitionen, während es Fu und seinen Mitkämpfern wirklich nur um einen zum Leben ausreichenden Lohn geht.“

Han Dongfang appelliert an die für VW zuständigen Gewerkschaften und den Betriebsrat, sich weiterhin eindeutig für Fu einzusetzen. „Wir haben eine hochgradig verschränkte Weltwirtschaft, und was in Changchun passiert, tangiert auch die Anteilseigner des Volkswagen-Konzerns, darunter das Land Niedersachsen“, sagt der Hongkonger Aktivist. Eine Option könne sein, dass Betriebsratsvertreter darauf bestehen, Fu zu besuchen. „Es geht hier nicht um Politik“, betont Han. „Es geht aber um das Image von VW und das Wohlergehen seiner Mitarbeiter weltweit.“

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.arbeitskampf-bei-vw-in-china-kampf-fuer-mehr-lohn-endet-im-gefaengnis.249b7d48-abc8-499f-88d1-4eaf365282ce.html
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