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Autor Thema: Mindestlohn  (Gelesen 1699 mal)
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counselor


Beiträge: 3122



« am: 10. Juni 2018, 11:09:39 »

Zitat
Arbeitsminister Hubertus Heil: „Ich gehe von einer kräftigen Erhöhung des Mindestlohns aus“

Berlin Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) rechnet mit einer kräftigen Erhöhung des Mindestlohns. Ab dem Jahr 2020 hält er Vollbeschäftigung für möglich.

Quelle: https://rp-online.de/politik/deutschland/mindestlohn-hubertus-heil-rechnet-mit-erhoehung_aid-23321555
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Onkel Tom


Beiträge: 3589



« Antworten #1 am: 10. Juni 2018, 12:33:52 »

Jojo.. Wovon träumt er eigendlich nachts ?

Um die Stabillisierung des Mindestlohns zu wuppen, müssten Gesetze soweit
geändert werden, das keine Schlupflöcher zwecks unterwanderung des
Mindestlohn mehr möglich ist..

Naja, die erwerbslosenstatistik in Gelsenkirchen hat auch Ursache darin, das
sich "Stadtväter" bis zum finalen Ende der Montanindustrie immer noch um
dessen Aufschiebung bemüht haben.
(Die Reionalpolitik wollte es einfach nicht wahr haben..)

Dadurch wurde die Umstruktuierung eher als zwanghafte Begleiterscheinung
empfunden und dementsprechend "schlampig" gegenüber dem interesse
Arbeitsplätze zu schaffen organisiert.

Es wurden zwar neue Firmen gegründet, die jedoch soo viel Arbeitnehmer aus
der Mountanindustrie nicht auffangen konnte.

Nun jetzt Langzeitarbeitslose erneut in Masnahmen zu parken ist nicht nur
reine Steuerverschwendung. Dies täuscht nicht darüber hinweg, das es in
GE einfach keine Arbeit mehr gibt.

Die Folgen der Umstruktuierung halte ich für nicht mehr reperabel, habe 5
Jahre dort gelebt und noch rechzeitig das weite gesucht..

 Roll Eyes
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BGS
Polarlicht


Beiträge: 2907



« Antworten #2 am: 11. Juni 2018, 20:02:30 »

Jojo.. ... .


Die Folgen der Umstruktuierung halte ich für nicht mehr reperabel, habe 5
Jahre dort gelebt und noch rechzeitig das weite gesucht..

 Roll Eyes

Herzlichen Glueckwunsch.

MfG

BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Onkel Tom


Beiträge: 3589



« Antworten #3 am: 12. Juni 2018, 13:24:22 »

Ja, ich bin da richtig sinksauer darüber, das ein Politiker oberflächlich
rumhüstelt, wie einfach er das erwerbslosenproblem in Gelsenkirchen
lösen könnte/wollte/würde.. ohne sich mit den Fehlern der Stadtpolitik
der Vergangenheit auseinander zu setzen.

Ich habe in Gelsenkirchen 1992 meine Berufsausbildung als Tischler
in einem kleinen traditionellen Famielienbetrieb begonnen, lernte dadurch
wegen der vielen Aufträge vor Ort des Kunden die "Arbeiterklasse" und
dessen Zusammenhaltsfeeling, das in der Montanzeit die Arbeiter_innen
zusammen geschweißt hat kennen..

Ich fühlte mich in der Umgebung wohl, wo man gemeinsam noch ein
gierigen AG in die Knie zwingen konnte, Mittelmaße ein zu halten..
Bergleute sind vom Wesen her ähnlich eingestellt wie Seeleute..
Hält man nicht zusammen, geht man unter und wer meint, sich Vorteile
beim AG zu erschleimen, war als Kolegenschwein gleich unten durch.

Die Gelsenkirchener_innen tuen mir heute sehr leid, das die Eigenheiten
vor 30 Jahren mittlerweile nix mehr wert sind. Das Gegenteil ist der Fall,
das Kunkurrenzhandeln dieses "Wir-Gefühl" der Arbeiter_innen völlig
zerstört hat.

Hin und wieder besuche ich das "Revier" und Klönschnack zu den
Einheimischen ist für mich ein Muss, nicht nur aus Neugierde, sondern
das "Fieberthermometer" in GE zu beleuchten, wann die Schmerzgrenze
überschritten ist und der Aufstand von arm gegen reich entfacht.

Der Fußballverein Schalke 04 wird von ihren Fans wie eine Religion
empfunden und wenn es das nicht gäbe, hätten die Gelsenkirchener_innen
kaum noch die Möglichkeit, Ausgleich zu ihrem Alltagsfrust zu finden.

Diese neuen Firmen, die durch Umstruktuierungen entstanden sind,
wurden mit viel Steuergeldern gefördert, werden hauptsächlich
privat geführt und Arbeitsplätze bei denen sind rar.
Alternativ könnte man als einheimischer in einer anderen Stadt ein
passenden Job finden und ich vermute, das GE viel mehr Auswärts-
pendler hat, wie Einwärtspendler..

Traurig, wie so eine Stadt langsam aber sicher in die Grütze geht und
dann maßt sich Hubertus Heil so ein Bodenlosen Mist an..
Er könnte sogar damit rechnen, das faule Eier fliegen könnten, falls
er das "Revier" besucht und dort sein Geschwurbel von sich lässt..

 Angry
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tleary


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« Antworten #4 am: 13. Juni 2018, 21:09:02 »

Zitat
Arbeitsminister Hubertus Heil: „Ich gehe von einer kräftigen Erhöhung des Mindestlohns aus“
Das wird schon deshalb nicht passieren, weil die Bundesregierung die Festlegung der Erhöhung des Mindestlohns an eine "Expertenkommission" abgegeben hat. Und diese hat die Aufgabe, Erhöhungen bestenfalls in Höhe der Inflationsrate festzusetzen. Ist natürlich clever, somit kann sich die Regierung immer herausreden, sie "könne nichts machen", weil ein "neutrales" Gremium über die ML-Erhöhung entscheidet.
« Letzte Änderung: 16. Juni 2018, 03:11:44 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
counselor


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« Antworten #5 am: 26. Juni 2018, 17:07:49 »

Zitat
Kommissionsvorschlag Mindestlohn soll auf 9,35 Euro steigen

Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro soll in zwei Stufen steigen. Die Mindestlohnkommission schlug für 2019 eine Anhebung auf 9,19 Euro und eine weitere Erhöhung auf 9,35 Euro im Jahr 2020 vor - zu wenig für die Linkspartei.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/mindestlohn-219.html

Tatsächlich zu wenig. Der Mindestlohn muß auf mindestens €12,00 steigen, um armutsfest zu sein. Auch muß man an die Rente denken.
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Kuddel


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« Antworten #6 am: 26. Juni 2018, 17:33:27 »

9,19 Euro, bzw. 9,35 Euro ist ein beschissener Witz!

armutsfest
sind wir sowieso.
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 6984



« Antworten #7 am: 26. Juni 2018, 17:36:10 »

Zu wenig für welche Vorraussetzung, angesichts des zurückfahrens aller sozialstaatlicher Sicherungssysteme könnten wir Schätzungsweise über einen Mindestlohn >25€ anfangen zu reden, ach ja, die Mieten explodieren ja auch, dann lass uns gleich noch einen Zehner drauflegen, ordentliche Ernährung, Kinder basteln für die Zukunft des Landes inkl. deren kindgerechten Verwahrung während die Eltern arbeiten, sagen wir mal noch ein Zwanziger plus, ich weiß gar nicht wann ich da aufhören könnte.

Wir müssen Arbeitgeber Gewinnmaximierungs-Phantasien nur auf/für uns anwenden und schon zeigt sich die gesamte Absurdität.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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counselor


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« Antworten #8 am: 26. Juni 2018, 18:19:41 »

Wir müssen uns klar werden, welche Bedürfnisse wir haben und was diese kosten. Diese Kosten müssen wir dann in eine Lohnforderung übersetzen.

Gemessen daran ist der Mindestlohn lächerlich und die €12,00 sind auch nur eine Mindestmarke.
« Letzte Änderung: 26. Juni 2018, 18:23:06 von counselor » Gespeichert

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Kuddel


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« Antworten #9 am: 26. Juni 2018, 19:32:58 »

Es gab und gibt eine vorbildliche Bewegung in dieser Frage in den USA und sie hat in einigen Regionen bereits einen Mindestlohn von 15 $ (Knapp 13 €) erkämpft.







Poverty is no accident — it’s something THEY created to keep us down.
Armut ist kein Unfall -- Sie ist etwas, was von IHNEN geschaffen wurde, um uns unten zu halten.





Also bitteschön, nicht so bescheiden hier!

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CubanNecktie


Beiträge: 1696



« Antworten #10 am: 26. Juni 2018, 21:22:55 »

Ja, vor allem die Stadt Seattle in den USA ist mir positiv in Erinnerung - da gibt es die 15,- USD Mindestlohnreglung schon seit einigen Jahren. Seattle hat auch die AMAZON Steuer eingeführt: https://www.sozialismus.info/2018/05/seattle-fuehrt-amazon-steuer-ein/

Zurück zu unserer geplanten Mindestlohnerhöhung - dieses ist ein Schlag ins Gesicht. Der DGB feiert das auch noch als großen Erfolg

Zitat
DGB-Vorstand Stefan Körzell: Beschluss der Mindestlohn-Kommission ist ein Erfolg

Die Mindestlohnkommission hat heute die Anpassung der Lohnuntergrenze beschlossen. Jetzt ist es an der Bundesregierung, diesen Beschluss in Recht umzusetzen. In diesem Fall erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn in zwei Stufen: zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro und zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro.

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell und Mitglied der Mindestlohnkommission sagte dazu am Dienstag in Berlin:

„Der einstimmige Beschluss der Mindestlohnkommission, den gesetzlichen Mindestlohn auf im Schnitt 9,27 Euro anzuheben, ist ein Erfolg. Für alle, die mit dem Mindestlohn zurechtkommen müssen, zählt jeder Cent, dem haben die Gewerkschaften durch die Einbindung der neusten Tarifabschlüsse Rechnung getragen. Die Beschäftigten werden nun an der guten Lohnentwicklung der letzten Jahre teilhaben. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass die wirtschaftliche Gesamtabwägung immer selbstverständlicher Teil der Kommissions-Entscheidung sein muss.

Klar ist aber auch. Ein Mindestlohn kann nur eine untere Haltelinie sein. Gute und möglichst umfassend geltende Tarifverträge bleiben für Beschäftigte das wichtigste Instrument zur Regelung von Lohn- und Arbeitsbedingungen. Die Tarifbindung muss deshalb wieder deutlich gestärkt werden. Dazu ist auch der Gesetzgeber aufgerufen.

Mindestlohn-Verstöße bleiben auf der Tagesordnung. Um die Machenschaften krimineller Arbeitgeber aufdecken und abstellen zu können, muss das Personal der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) aufgestockt werden. Es ist ein gutes Signal, dass Finanzminister Scholz nun 1.400 Stellen zugesagt hat, um die mindestens erforderliche Zahl von 10.000 Stellen schneller zu erreichen. Nur mit einer ordentlichen Personal-Ausstattung kann die FKS auf Streifenfahrten wieder spontane Prüfungen u.a. in kleineren Gastronomie-Betrieben und im Einzelhandel durchführen - ergänzend zu geplanten Einsätzen bei "großen Fischen". Auch die Kontrollen der Branchenmindestlöhne, etwa auf Baustellen, dürfen nicht vernachlässigt werden. Kontrollen schützen sowohl die ehrlichen Arbeitgeber als auch die Beschäftigten, von denen viele jeden Cent zweimal umdrehen müssen.“


DGB = Deutscher Gewerkschafts-Bund? DGB = Deutsches-Groß-Bürgertum - ist wohl die bessere und richtigere Bezeichnung. Aber ehrlich gesagt, eine endlich faire Erhöhung - das hätte mich schon sehr verwundert - denn das DEUTSCHE-GROSSBÜRGERTUM hat ja schon an den HARTZ IV Regelungen mitgeschraubt und deren Mitwirkung an den Zeitarbeitstarifverträgen ist auch ziemlich unternehmerfreundlich. DGB => Scheiss drauf, ein Scheixx-Verein halt.

http://www.dgb.de/presse/++co++0be829ba-792e-11e8-acc2-52540088cada
« Letzte Änderung: 26. Juni 2018, 21:37:02 von CubanNecktie » Gespeichert

Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
ZAF Fragebogen
Passwort: chefduzen.de

... und nun die durchgeschröderte Masse noch stärker unterdücken und nochmals ordentlich durchmerkeln, bis es ordentlich braun wird.
Fritz Linow


Beiträge: 1126


« Antworten #11 am: 26. Juni 2018, 23:08:57 »

CubanNecktie:
Zitat
Seattle hat auch die AMAZON Steuer eingeführt:

... und wieder abgeschafft: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-Kritik-von-Amazon-Seattle-schafft-Obdachlosen-Steuer-wieder-ab-4077358.html

Der Mindestlohn ist ein Witz. Einen "gerechten" Mindestlohn aber von einem parlamentarischen Staatsgewerkschaftsapparat zu erwarten, ist fast noch witziger. Der Mindestlohn wurde eingeführt, um eben Kämpfe, Niederlagen und auch Solidarisierungen zu verhindern. Keine Sau würde sich für einen gesetzlichen und von Gottes Gnaden eingesetzten Mindestlohn interessieren, wenn es nicht nur hieße:" Die da oben machen ja eh, was sie wollen." sondern auch "Lohn ist unsere Entscheidung".  Schon alleine das Wort "Mindestlohn" ist pervers. Wenigstens bekomme ich Mindestlohn. Naja, ich bekomme Mindestlohn, aber besser als nichts oder Hartz4.

Alles Scheiße. Der Mindestlohn wurde eingeführt, damit den Arschlöchern der Arsch nicht auf Grundeis geht. Anscheinend haben sie jetzt schon ordentlich Muffensausen. Und diese existientelle Angst der Arschlöcher lässt sich am besten überwinden, indem ihnen ordentlich Zunder von unabhängigen "Institutionen" gemacht wird und nicht von irgendwelchen Mindestlohnfindungskommissionen oder anderen Rechtsstaatlichkeiten.
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Schluepferstuermer


Beiträge: 933


« Antworten #12 am: 27. Juni 2018, 00:05:09 »

Mit mehr Geld kann man Leben, aber wir sollen doch nur Überleben.

Achtung Satire
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lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
----

Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!
tleary


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« Antworten #13 am: 27. Juni 2018, 00:35:19 »

Ja, vor allem die Stadt Seattle in den USA ist mir positiv in Erinnerung - da gibt es die 15,- USD Mindestlohnreglung schon seit einigen Jahren.
15 Dollar dürften in so einer Stadt wie Seattle auch mehr oder weniger nur das Existenzminium abdecken. 1 € = 1,16 $. Somit wären 15 USD nicht einmal 13 €. Und die Mieten in so einer Metropole, wo Micro$oft und Boeing ihre Produktionsstätten haben, kann sich wohl jeder ausmalen....
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tleary


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« Antworten #14 am: 27. Juni 2018, 03:05:01 »

Wir müssen uns klar werden, welche Bedürfnisse wir haben und was diese kosten. Diese Kosten müssen wir dann in eine Lohnforderung übersetzen.
Es müsste doch eher darum gehen, daß die Werte in die Hände derer fällt, die sie durch ihre Arbeit schaffen. Und da wären wohl auch 20 € locker drin. Der Rest wird momentan von den paar hunderttausend Kapitalisten großzügig abgeschöpft und für sich behalten.
Nur als Beispiel: "Aldi" hat momentan ca. 182.000 aktive Beschäftigte (weltweit). Das Vermögen der Erben der Albrecht-Brüder, das diese im Lauf der Jahrzehnte durch ganz gewöhnliche (und hierzulande gewünschte) kapitalistische Ausbeutung der Belegschaft vorenthalten hat, beläuft sich auf 35 Mrd. € (2017). Teilt man das auf die aktiv Beschäftigen auf, kommt man auf 192.000 €. - Wenn das ein Aldi-Beschäftigter wüsste... Wie sagte einst Heiner Geißler: "Geld ist da wie Dreck".
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Gino


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« Antworten #15 am: 27. Juni 2018, 03:14:46 »

Politiker sind Marketing Studenten. man muss nur die positiven Seiten ordentlich verstärkt ausdrücken
damit viele die negativen Seiten gar nicht erst wahrnehmen. Marketing eben.  
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counselor


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« Antworten #16 am: 27. Juni 2018, 03:37:09 »

Es müsste doch eher darum gehen, daß die Werte in die Hände derer fällt, die sie durch ihre Arbeit schaffen.
Letztlich geht es sicher darum. Mir ging es um den Wert der Arbeitskraft (ihren Tauschwert). Der ist beim Mindestlohn unterschritten.
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Bowie


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« Antworten #17 am: 27. Juni 2018, 10:02:29 »

Wer 12€ will, muß 15 fordern!
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tleary


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« Antworten #18 am: 28. Juni 2018, 16:27:44 »

.... und wer 15 € will, muß 20 fordern! - Also, fordern wir doch gleich 20 €. Runde Summe, mit der auch ein zahlentechnisch "unaffiner" leicht rechnen kann.
Ich weiß nicht, was mit der Arbeiterklasse in den USA los ist. Die ersetzen einen hohen Lohn durch Stolz auf ihre Nation ("Proud to be american"). Und überall auf den Baustellen und Trucks wehen irgendwelche Nationalflaggen. Denn man will ja dazugehören, auch wenn man ein nur ein armer, ausgebeuteter Hund ist, den der Chef jederzeit bereit ist zu feuern, wenn der Profit nicht mehr stimmt.

Letztlich geht es sicher darum. Mir ging es um den Wert der Arbeitskraft (ihren Tauschwert). Der ist beim Mindestlohn unterschritten.
Der Wert der Arbeitskraft ist immer ihr Produktivwert. - Daß das im Kapitalismus zwangsläufig (wegen dem abgezogenen Unternehmergewinn) nicht so ist, wird leider als Normalität und meist sogar "Notwendigkeit" um die Produktivkräfte zu entfalten, zugestanden. Aber da sind wir dann auch schnell bei Marx' "Lohnfetisch". Daß der Arbeiter nämlich immer seinen Lohn als zu niedrig ansieht. Ganz einfach, weil er instinktiv merkt, daß da "etwas fehlt". Wenn jeder aber an den Produktionsmitteln einen Anteil hätte (Vergesellschaftung) würde aber automatisch auch die ganze Wertschöpfung an diejenigen ausgeschüttet.
« Letzte Änderung: 28. Juni 2018, 16:41:18 von tleary » Gespeichert

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counselor


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« Antworten #19 am: 28. Juni 2018, 17:55:55 »

Ich weiß nicht, was mit der Arbeiterklasse in den USA los ist.
Die Amerikaner waren schon immer patriotisch. Die Kinder singen in der Schule jeden Tag vor Unterrichtsbeginn die Nationalhymne
Der Wert der Arbeitskraft ist immer ihr Produktivwert.
Ich will jetzt nicht abschweifen. Aber Marx hat es so gesehen, dass der Wert der Arbeitskraft ihr Tauschwert (also der Wert der notwendigen Güter, die man braucht, um die Arbeitskraft zu erhalten und zu erneuern)  ist. Marx unterscheidet zwischen Wert einer Ware und ihrem Preis, also Tauschwert der Ware Arbeitskraft und Lohn. Darüber hinaus kennt Marx noch den Mehrwert (das ist der Teil der Arbeit, den der Kapitalist sich unentgeltlich aneignet). (-> Karl Marx: Lohn, Preis und Profit, http://www.mlwerke.de/me/me16/me16_101.htm)
Übrigens ist dieser Tauschwert auch die Maximalgrenze des Arbeitslohns im Kapitalismus (vgl. Lehrbuch Politische Ökonomie I, Band 2, Die bürgerliche Produktionsweise, 2. Aufl., 1983, DVVK, S. 154)
Aber da sind wir dann auch schnell bei Marx' "Lohnfetisch".
Der Lohnfetisch besteht darin, dass der Lohn als Wert der Arbeit, nicht als Wert der Arbeitskraft erscheint. Es entsteht die Illusion, die Arbeit werde bezahlt (und nicht die Arbeitskraft verkauft). Das gilt insbesondere für den Akkordlohn.
Daß der Arbeiter nämlich immer seinen Lohn als zu niedrig ansieht. Ganz einfach, weil er instinktiv merkt, daß da "etwas fehlt".
Tut er dies wirklich? Oder will er nur einen Inflationsausgleich? Viel mehr kommt ja bei den Tarifabschlüssen nicht rum.
Wenn jeder aber an den Produktionsmitteln einen Anteil hätte (Vergesellschaftung) würde aber automatisch auch die ganze Wertschöpfung an diejenigen ausgeschüttet.
Klar geht es um das Ziel der Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Das ist das strategische Fernziel. Andererseits geht es aber auch darum, Forderungen aufzustellen, die geeignet sind, auch rückständige Arbeiter und Angestellte in einen Arbeitskampf miteinzubeziehen.
« Letzte Änderung: 28. Juni 2018, 22:01:04 von counselor » Gespeichert

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