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Autor Thema: Arbeitskampf bei Automobilzulieferer Neue Halberg Guss  (Gelesen 3645 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11608


« Antworten #25 am: 13. Juli 2018, 16:36:51 »

Eine beeindruckende Entwicklung.

14.6.
Zitat
Arbeitskampf bei Halberg Guss eskaliert

25.6.
Zitat
VW und Opel warnen vor Eskalation bei Halberg-Guss

30.6.
Zitat
Ungebrochene Solidarität mit Halberg Guss Leipzig

5.7.
Zitat
An den Tisch gestreikt

10.7.
Zitat
Lage bei Neue Halberg Guss wird immer brenzliger

13.7.
Zitat
Deutz-Chef nennt Streik bei Halberg Guss "Wahnsinn"

13.7.
Zitat
Lafontaine fordert Verstaatlichung der Neuen Halberg Guss









Möge es Schule machen!

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Fritz Linow


Beiträge: 1265


« Antworten #26 am: 13. Juli 2018, 22:13:08 »

Am besten an diesem weinerlichen Bettelfilmchen des Deutz-Schwachmaten ist ja, dass er am Ende nochmal betont, dass heutzutage alles globalisiert ist, alles voneinander abhängt (und dass ein Streik deswegen nur kontraproduktiv und nicht mehr zeitgemäß sei.) Umgekehrt wird anscheinend ein Schuh draus.
« Letzte Änderung: 13. Juli 2018, 22:42:37 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 1265


« Antworten #27 am: 15. Juli 2018, 20:51:37 »

Auch die (nicht nur) trotzkistische Sicht der Dinge will und sollte gehört werden, denn die Frage, welche Rolle die IGM spielen will und muss, wird nun immer wichtiger. Im Zweifelsfall wird alles beim alten bleiben.

Zitat
14.7.18
IG Metall akzeptiert Massenentlassungen und Werksschließungen
(...)
Viele Arbeiter nahmen am Donnerstag die Erklärung der World Socialist Web Site zur „Verteidigung aller Arbeitsplätze bei Halberg-Guss“ mit. Darin ruft die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP) die Arbeiter auf, mit den Gewerkschaften zu brechen und unabhängige Fabrikkomitees aufzubauen. „Kein einziger Arbeitsplatz darf dem Profitstreben geopfert werden. Dem Preiskampf und Handelskrieg von Unternehmen und Gewerkschaften müssen die Beschäftigten die internationale Einheit der Arbeiter entgegensetzen. Die Fabrikkomitees müssen sofort Kontakt zu den Kollegen bei VW, Opel, Daimler und Zulieferern auf der ganzen Welt aufnehmen und einen gemeinsamen Kampf organisieren.“
(...)

http://www.wsws.org/de/articles/2018/07/14/nhg1-j14.html

Nichts leichter als das.
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Kuddel


Beiträge: 11608


« Antworten #28 am: 16. Juli 2018, 09:07:04 »

Tja, die Trotzkisten bringen gerne gute und treffende Analysen. Aber sie spielen praktisch keinerlei Rolle an der Basis, haben kaum Verankerung in den Kämpfen und praktisch keine in den Betrieben. Sie sind zu beschäftigt damit, in linke Organisationen einzutreten, um da Posten zu übernehmen und von Führungspositionen zu träumen. Schade.
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Fritz Linow


Beiträge: 1265


« Antworten #29 am: 20. Juli 2018, 12:49:21 »

In der FAZ gibt es mittlerweile auch eine Bettelanzeige der Kunden von Halberg Guss mit ähnlichen Worten, die der Deutzlappen neulich benutzte:
« Letzte Änderung: 20. Juli 2018, 15:11:12 von Fritz Linow » Gespeichert
counselor


Beiträge: 3431



« Antworten #30 am: 26. Juli 2018, 21:27:11 »

Zitat
Neue Halberg Guss - Nein zur Schlichtung für Arbeitsplatzvernichtung!

Auch die sechste Verhandlungsrunde über einen Sozialtarifvertrag zwischen der Geschäftsführung von Neue Halberg Guss und der IG Metall endete am Dienstag ohne Ergebnis.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw30/ig-metall-fuehrung-will-schlichtung-bei-nhg
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Kuddel


Beiträge: 11608


« Antworten #31 am: 27. Juli 2018, 21:02:02 »

Nicht schlecht für einen Pfarrer.

Zitat
Notwendig, beispielhaft, erfolgreich
Gastkommentar von Christian Wolff: Der Streik bei Halberg Guss Leipzig



Alle Räder stehen still? Streik an der Merseburger Straße. .

Am heutigen Freitag, 27. Juli 2018, habe ich zu den Streikenden vor der Gießerei Neue Halberg Guss (Autozulieferer) gesprochen, nachdem ich am Dienstag schon einmal die Streikenden besucht hatte. Der Arbeitskampf dauert nun schon 45 Tage. Er begann, nachdem die neuen Eigentümer von Halberg Guss, die Finanzinvestoren Prevent, verkündet hatten, das Leipziger Werk zu schließen und sich einem Sozialplan verweigerten. Jetzt hat man sich auf eine Schlichtung verständigt.

Damit wird der Streik ab Montag, 30.07.2018 ausgesetzt. Vom Betriebsratsvorsitzenden wurde ich angekündigt: „Kollegen bleibt noch einen Augenblick sitzen, jetzt will uns noch einer heilig sprechen. Der Pfarrer ist gekommen. Bitte schön.“ Ich habe mich dann kurz vorgestellt und folgende Ansprache (leicht überarbeitet) gehalten:

Als Pfarrer habe ich gelernt: Wenn es jemandem schlecht geht, dann besuche ihn. Menschen, die um ihren Arbeitsplatz bangen, geht es schlecht. Also war ich am Dienstag hier und bin heute wieder da. Allerdings: Jemanden Heiligsprechen ist nicht meine Aufgabe. Aber wenn ich gefragt werde, was bedeutet „heilig“, dann antworte ich: der Schöpfung, dem Leben, einem Menschen, mit höchster Achtung und Respekt begegnen. Heilig kann man auch so übersetzen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Jetzt wurde aber hier die Würde des Menschen, eure Würde angetastet und respektlos behandelt. Dagegen wehrt ihr euch mit diesem Streik. Das ist nicht nur notwendig und gut. Es ist für uns alle ein Grund zur Dankbarkeit: Danke, dass ihr mit diesem Streik eine wichtige Botschaft an alle Leipzigerinnen und Leipziger richtet: Niemand muss sich ohnmächtig den Machenschaften einer Konzernleitung und von Finanzinvestoren ergeben. Die meinen ja, dass für sie Grundregeln des Anstands und eines gerechten Miteinanders, Grundwerte des Vertrauens, der Gerechtigkeit, der Demokratie nicht gelten. Danke, dass ihr 45 Tage standhaft geblieben seid. Danke, dass ihr denen die Stirn geboten habt. Danke für den aufrechten Gang.

Der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King, übrigens auch ein Pfarrer, hat erzählt, dass sein Vater ihm als Kind und Jugendlicher eingeschärft hat: „Du bist nur so lange Sklave, solange Du Dich als Sklave fühlst.“ Solange du also die Rolle annimmst, in die dich andere drängen. Auf uns hier übertragen heißt das: Eine Unternehmensleitung kann nur solange ihre Willkür walten lassen, solange sich das Arbeitnehmer/innen gefallen lassen. Ihr aber habt mit dem Arbeitskampf deutlich gemacht: Diese Ungerechtigkeit, das Werk Halberg Guss einfach schließen zu wollen, lassen wir uns nicht gefallen. Wir sind mündige Menschen, die ihre Würde haben. Wir kämpfen für unsere Rechte und für Gerechtigkeit. Wir kämpfen dafür, dass wir für uns, für unsere Familie, für unsere Stadt eine Perspektive behalten.
So standhaft und langandauernd kämpfen zu können und sich nicht auseinanderdividieren zu lassen, hat zwei Voraussetzungen:

    sinnvolle Ziele verfolgen,
    solidarisch zusammenhalten.

Zusammenhalt, liebe Halberger, geht nur über die gewerkschaftliche Organisation. Deswegen ist es ein Segen und für die hiesige Region leider nicht selbstverständlich, dass ihr Halberger zu fast 100 Prozent Mitglieder bei der IG Metall seid. Ohne diesen Verbund, ohne diese organisierte Solidarität geht es nicht. Alleine bist du schwach, aber gemeinsam lassen sich Ziele erreichen. Ich nenne drei: Vertrauen, Gerechtigkeit, Demokratie.

Vertrauen Wenn ich mich in mein Auto setze, vertraue ich darauf, dass alles funktioniert. Ich vertraue auf die zuverlässige Arbeit derer, die Autos entwickeln und produzieren. Ich vertraue auf euch. Eine solche Arbeit ist aber nur möglich, wenn ihr auch vertrauen könnt – und zwar denen, die euch – wie es so schön heißt – „Arbeit geben“. Oder anders gesagt: Ihr müsst denen vertrauen können, die von eurer Arbeit leben und nur durch eure Arbeit Gewinn machen können.

Dieses Vertrauen wurde von Prevent nachhaltig gestört, zerrüttet – vor allem dadurch, dass der neue Eigentümer von Halberg Guss, eben Prevent, alle möglichen Ziele verfolgt, nur eines nicht: alles zu tun für die Menschen, für die Region, für ein gutes Produkt. Wer so verfährt wie Prevent, der zerstört das, was eine Bedingung ist für ein friedliches, gerechtes Zusammenleben: gegenseitiges Vertrauen.

Gerechtigkeit Wenn es in einer Gesellschaft nicht gerecht zugeht, dann bricht sie auseinander. Das spüren wir heute sehr deutlich. Darum trägt jede und jeder ein hohes Maß an Verantwortung, dass gerechte Teilhabe an Bildung, Arbeit und Einkommen möglich ist – die Politik zuerst, aber sie nicht allein. Erstes Ziel eines Unternehmens ist es, ein gutes Produkt herzustellen und dafür ausreichend Kunden zu finden. Das ist nur möglich, wenn Menschen motiviert arbeiten, gerecht bezahlt und würdig behandelt werden.

Wer das nicht beachtet, der wird schnell merken, dass sich dies nicht rechnet. Nur: oft stehlen sich im wahrsten Sinn des Wortes allzu viele, die so verfahren, davon, bevor das Desaster, das sie anrichten, offenbar wird. Wir sehen in allen Bereichen unserer Gesellschaft: Wo nicht investiert, wo nicht gerechter Lohn gezahlt, wo nicht vertrauensvoll zusammengearbeitet wird, geraten die Dinge in Schieflage: bei der Polizei genauso wie beim BAMF, bei der Deutschen Bahn wie in der Pflege.

Demokratie Nichts funktioniert ohne Demokratie. Aber diese hat eine wichtige Bedingung: dass sich alle Bürgerinnen und Bürger daran beteiligen können (und es auch tun!) und dass ihr Beitrag gewürdigt wird. Ohne soziale Gerechtigkeit kann sich Demokratie nicht entfalten. Sie trägt Schaden davon. Auch darum ist dieser Arbeitskampf so wichtig. Er straft alle die Lügen, die meinen: man könne doch keinen Einfluss nehmen, der sog. „kleine Mann“ habe nichts zu sagen. Doch er kann seine Stimme erheben. Jede/r kann dem Rad in die Speichen greifen, auch dem Rad des Finanzkapitalismus. Zugegeben: das ist mühsam. Aber wem sage ich das? Ihr habt diese Mühe auf euch genommen – Gott sei Dank nicht ohne Erfolg.

Lasst uns also diese Ziele nicht aus den Augen verlieren. Lasst Euch nicht einschüchtern und haltet weiter zusammen. Es gab eine ganzseitige Anzeige, in der der Arbeitskampf als „Wahnsinn“ bezeichnet wurde. Nein, dieser Streik ist kein Wahnsinn. Dieser Streik ist vielmehr eine Befreiung von dem Wahn, vom Wahnsinn, dem die Vertreter des Finanzkapitalismus verfallen sind. Sorgen wir alle dafür, dass diese Befreiung Wirklichkeit wird.
https://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2018/07/Gastkommentar-von-Christian-Wolff-Der-Streik-bei-Halberg-Guss-Leipzig-226725

Der letzte Absatz ist wirklich erfischend.
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counselor


Beiträge: 3431



« Antworten #32 am: 02. August 2018, 18:36:55 »

Zitat
Neue Halberg Guss - Sozialtarifvertrag oder Kampf um jeden Arbeitsplatz

Die Halberg-Guss-Kollegen akzeptierten nach sechs Wochen Streik und anhaltender Starrköpfigkeit der Prevent-Gruppe mehrheitlich den Versuch der Schlichtung, wenngleich viele deutlich kritiserten, dass man den Streik aussetze, obwohl man nichts in der Hand habe.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw31/sozialtarifvertrag-oder-kampf-um-jeden-arbeitsplatz
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Kuddel


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« Antworten #33 am: 10. August 2018, 10:38:29 »

Zitat
Nehmt ihnen die Firma aus der Hand!
Hans-Gerd Öfinger plädiert für eine Enteignung des Autozulieferers Neue Halberg Guss


Im zähen Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) in Saarbrücken und Leipzig naht die Stunde der Wahrheit. Ende Juli hatte die IG Metall nach gut sechs Wochen den Streik für einen Sozialtarifvertrag zur Absicherung bei Jobverlust ausgesetzt, um den Weg für die Schlichtung freizumachen. Doch die Gespräche kommen nicht vom Fleck. Auch der dritten Runde am Mittwoch blieben die NHG-Chefs fern. Falls diesen Freitag kein Wunder geschieht und der Eigentümer, die bosnische Prevent-Gruppe, einlenkt, stehen die Zeichen wieder auf Streik.

Der Konflikt ist kein normaler Arbeitskampf, bei dem Streikdruck Kompromisse erzwingt. Prevent hat ein besonderes Geschäftsmodell: Betriebe aufkaufen, Großkunden mit Lieferboykott kleinkriegen, Geld rauspressen, Beschäftige rauswerfen und Betriebe schließen. »Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht« - dieses Motto hat sich die Leipziger IG Metall bei ihren Streikaktionen ebenso auf ihre Fahnen geschrieben wie das Che-Guevara-Zitat »Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche«.

Dass der Arbeitskampf längst ein Politikum ist und die Eigentumsfrage stellt, weiß auch Saar-Linksfraktionschef Oskar Lafontaine. Er forderte dieser Tage erneut ein Landesgesetz zur Enteignung von NHG und ist überzeugt, dass nur ein beherzter staatlicher Eingriff den Betrieb retten kann. »Wer Beschäftigte enteignet, sollte selbst enteignet werden«, sagt er. Warum eigentlich nicht? Schließlich werden hierzulande auch Kleingärtner enteignet, wenn ihr Stück Land dem Straßenbau oder der Europäischen Zentralbank im Wege steht. Prevent blockiert die Zukunft der Belegschaft und das Interesse der Allgemeinheit. Landesverfassung und Grundgesetz lassen eine Enteignung zu. Die Überführung von Schlüsselindustrien in Gemeineigentum fordert auch die IG Metall in ihrer Satzung. Die Zeit ist dafür bei NHG mehr als reif.

Wenn nun Bedenkenträger auch in der LINKEN vor »falschen Hoffnungen« und »mangelnder Kompetenz« der Landesregierung warnen, kann eine fortschrittliche Antwort nur lauten: Lasst die Belegschaft ran! Die Arbeiter, Angestellten, Meister, Techniker und Ingenieure und Fachleute der IG Metall sind kompetent genug, um NHG demokratisch zu kon- trollieren und zu führen und neue Produkte für Mensch und Umwelt zu entwickeln. An der Saar wissen noch viele, wie Lafontaines frühere SPD-Landesregierung in den angeschlagenen Saarstahlkonzern eingriff und mit einem Stiftungsmodell Arbeitsplätze rettete. 1993 besetzten Arbeiter unweit des heutigen Leipziger NHG-Betriebs ein Kugellagerwerk und produzierten zeitweilig auch ohne Chefs weiter. Handfeste Hinweise darauf, dass das scheinbar »Unmögliche« doch nicht unmöglich ist.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1096849.neue-halberg-guss-nehmt-ihnen-die-firma-aus-der-hand.html
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« Antworten #34 am: 10. August 2018, 10:59:52 »

Enteignung durch Betriebsbesetzung ist eine gute Idee. Eine Enteignung, wie das Grundgesetz sie vorsieht, ist nur gegen Entschädigung möglich. Eine Verstaatlichung würde den Betrieb nicht dem Einfluss des Kapitals entziehen, weil das Kapital sich den Staat untergeordnet hat.
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« Antworten #35 am: 02. September 2018, 12:47:55 »

Zitat
Konflikt mit Autozulieferer Gewerkschaft stellt Ultimatum an Neue Halberg Guss

Die IG Metall sieht die laufende Schlichtung mit dem Autozulieferer in einer „äußerst kritischen Situation“. Neue Streiks seien nicht ausgeschlossen.

Quelle: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/konflikt-mit-autozulieferer-gewerkschaft-stellt-ultimatum-an-neue-halberg-guss/22971876.html
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Fritz Linow


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« Antworten #36 am: 05. September 2018, 00:02:04 »

Zitat
4.9.18
Nach Ablauf des Ultimatums beim Zulieferer NHG hält die IG Metall eine Einigung für möglich. Auf allen Ebenen würden Gespräche geführt. Das schließe aber auch die Wiederaufnahme eines Arbeitskampfes nicht aus.(...)
https://www.autohaus.de/nachrichten/neue-halberg-guss-gewerkschaft-haelt-einigung-fuer-moeglich-2209243.html

Schon das ganze Procedere ist Dreck:
Zitat
Da aber auch eine erneute Eskalation nicht ausgeschlossen werden könne, würden die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der IG Metall bevollmächtigt, im Fall kurzfristigen Handlungsbedarfs alle erforderlichen Entscheidungen zu treffen. Das schließe einen Beschluss für eine Wiederaufnahme des Arbeitskampfes ein.
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Fritz Linow


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« Antworten #37 am: 06. September 2018, 12:53:39 »

Zitat
5.9.18
Ausgesetzter Streik bei Neue Halberg Guss – Wo bleibt die anfängliche Radikalität?
(...)
Nach dem Ultimatum meldete die IG Metall auf ihrer Internetseite, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass in kurzer Frist eine Lösung des Konflikts möglich ist. Allerdings schreibt die IG Metall auch, dass eine Fortführung des Arbeitskampfs auch nicht ausgeschlossen wird. Über diese Uneindeutigkeit und den Stand der Verhandlungen zwischen IG Metall und der Neuen Halberg Guss haben wir uns mit Bernd Kruppa von der IG Metall Leipzig unterhalten.
https://radiocorax.de/ausgesetzter-streik-bei-neue-halberg-guss-wo-bleibt-die-anfaengliche-radikalitaet/
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Fritz Linow


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« Antworten #38 am: 12. September 2018, 16:21:55 »

Brühwarm, kommt bestimmt noch mehr:

Zitat
Die Geschäftsführung von Halberg Guss hat die Schlichtung für gescheitert erklärt. Zur Begründung hieß es, der lange und intensive Streik mache eine zukunftsorientierte Lösung unmöglich. Es könnten nun noch mehr Stellen bei NHG abgebaut werden, als bisher angenommen.
https://twitter.com/SRaktuell/status/1039876586705768448

Zitat
12.09.2018 – 16:45 Uhr

FRANKFURT/SAARBRÜCKEN/LEIPZIG (dpa-AFX) – Der Konflikt beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NGH) spitzt sich wieder zu. Die NHG-Geschäftsführung erklärte die Schlichtung am Mittwoch für gescheitert und teilte mit: „Ein Stellenabbau in deutlich größerem Umfang als noch im Juni angenommen ist nicht mehr auszuschließen.“

Seinerzeit galt die Schließung der Leipziger Gießerei mit 700 Beschäftigten zum Jahresende 2019 als beschlossene Sache. Im Stammwerk Saarbrücken war ein Abbau von 300 der 1500 Jobs erwogen worden.

„Die Nachwirkungen des langen und intensiven Streiks haben dazu geführt, dass eine zukunftsorientierte Lösung nahezu unmöglich geworden ist“, begründete die Geschäftsführung ihren Schritt. Auch Gespräche mit möglichen Investoren hätten nicht die erhoffte Zukunftsperspektive eröffnet. „Wir müssen uns nunmehr mit Nachdruck dem Betriebsumbau der NHG zuwenden.“

Der Zulieferer von Motorblöcken und Antriebswellen gehört seit Jahresbeginn zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe der Familie Hastor, die sich vor allem mit dem Volkswagen -Konzern erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hatte.

Nach einem rund sechswöchigen Arbeitskampf lief seit Ende Juli die Schlichtung. Die IG Metall wollte sich am Mittwoch zunächst nicht inhaltlich zum Vorstoß der Arbeitgeber äußern. „Wir müssen die Entwicklung zunächst intern bewerten“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft in Frankfurt.
https://www.fonds-antizyklik-sjb.de/geschaeftsfuehrung-schlichtung-bei-neue-halberg-guss-gescheitert/2018/09/12/

Zitat
13.9.18
Die IG Metall geht nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass die Gießerei der Neuen Halberg Guss (NHG) verkauft wird. Um den Verkauf nicht zu gefährden, will die Gewerkschaft trotz des Scheiterns der Schlichtung den Streik nicht fortsetzen.
Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall, Patrick Selzer, sagte am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung für die Mitglieder vor dem Werkstor der NHG, er gehe weiter davon aus, dass es einen Investor gebe. Um diesen Prozess nicht zu gefährden, werde die Gewerkschaft trotz des Scheiterns der Schlichtung den Streik nicht fortsetzen. Die Gewerkschaft sehe sonst die Gefahr, dass die Gießerei Insolvenz anmelden müsse und Kunden verliere.
(...)
Die Beschäftigten sind nach dem Scheitern der Schlichtung verunsichert. Die Sorge, dass Arbeitsplätze verloren gehen, ist groß. Auch die Streikstrategie der Gewerkschaft wird offenbar teilweise kritisiert.
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/igmetall_fuer_verkauf_halberg_guss100.html
« Letzte Änderung: 13. September 2018, 11:14:42 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


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« Antworten #39 am: 17. September 2018, 20:28:52 »

Zitat
17.9.18
(...)
Nach der gescheiteren Schlichtung beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NGH) hat die IG Metall zu einem 24-stündigen Streik im Leipziger Werk aufgerufen. Mit dem Beginn der Frühschicht am Dienstag um 6 Uhr sollten alle Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen, erklärte die Gewerkschaft am Montag in Leipzig. Die Verweigerung einer Lösung des Konflikts am Verhandlungstisch werde nicht länger hingenommen, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.
(...)

http://www.lvz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wirtschaft-Regional/Bei-Halberg-Guss-in-Leipzig-soll-wieder-gestreikt-werden
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Kuddel


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« Antworten #40 am: 17. September 2018, 20:40:47 »

Nunja, ein Lehrstück.
Aber man lernt nichts wirklich neues.
Arbeiter sind nicht blöd und können kämpfen. Und in Ostdeutschland laufen nicht nur Faschos rum. Der Kampf der NGH Arbeiter*innen war beeindruckend und stellt das in den Schatten, was in entsprechenden Situationen im Westen passiert.

Die IGM hat den Arbeitskampf und die Arbeiter verraten.
Rückkehr an die Arbeit zur "Schlichtung". Verarsche. Jetzt geht es darum, den Betrieb (von gewerkschaftsseite) dem internationalen Kapital schmackhaft zu machen für eine mögliche Übernahme. Jetzt noch ein symbolischer 24Std. Streik, um das eigene Gesicht zu wahren.

Verschissene Co-Manager, Handlanger des Kapitals!
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Fritz Linow


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« Antworten #41 am: 27. September 2018, 12:47:31 »

Zitat
27.9.18
Halberg Guss schließt Leipziger Werk früher

Nach monatelangem Streit mit der Gewerkschaft sind beim Autozulieferer Neue Halberg Guss die Aufträge weggebrochen. Kunden sind verunsichert. Nun kündigt das Unternehmen harte Einschnitte an.
Der Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) wird sein Werk in Leipzig früher schließen und in Saarbrücken mehr Arbeitsplätze abbauen. Damit reagiere das Unternehmen auf eine schlechtere Auftragslage wegen des langen Konflikts mit der Gewerkschaft IG Metall, teilte die Geschäftsführung der NHG am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Standort Leipzig werde bereits Ende März 2019 statt Ende 2019 geschlossen. Und in Saarbrücken würden bis Ende März 2019 rund 400 Stellen gestrichen - bislang war von einem Wegfall von 300 Arbeitsplätzen die Rede gewesen.(...)
https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/halberg-guss-schliesst-leipziger-werk-frueher-artikel10322909
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Kuddel


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« Antworten #42 am: 19. Oktober 2018, 14:38:08 »

Zitat
Werk in Saarbrücken
Spontane Protestkundgebung bei Neue Halberg Guss

Beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) haben sich am Donnerstag in Saarbrücken mehrere hundert Mitarbeiter spontan zu einer Protestkundgebung versammelt.

Es gebe Informationen, dass Maschinen und Anlagen in dem Werk verkauft und „schnellstmöglich verlagert“ werden sollten, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall in Saarbrücken. Bislang sei aber noch nichts abgebaut worden. „Wenn hier Lastwagen kommen, stellen wir uns davor“, sagte der zweite Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Patrick Selzer.
https://www.saarbruecker-zeitung.de/wirtschaft/unternehmen/proteste-bei-neue-halberg-guss-in-saarbruecken_aid-33824561
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #43 am: 06. November 2018, 16:16:33 »

Zitat
Unser Sterben wird teuer
Der Autozulieferer Neue Halberg Guss will sein Werk in Leipzig schließen. Die Arbeiter wehren sich mit einer beispiellosen Härte


Ironie können sie ja manchmal, diese Großkonzerne: Direkt vor der Einfahrt der Gießerei „Neue Halberg Guss“ in Leipzig wirbt ausgerechnet Amazon mit Jobangeboten. Versandmitarbeiter werden gesucht. Die vorbeilaufenden Schichtarbeiter schauen ungläubig auf die Werbung direkt vor ihrer Zufahrt. Noch sind sie ja nicht arbeitslos.

Die Arbeiter sind auf dem Weg zur „Halberg-Kantine“. Einige der knapp 700 Beschäftigten treffen sich dort zum Essen. Seit einigen Wochen ist hier, vom üblichen Lärm einer Gießerei einmal abgesehen, wieder Ruhe.
...
Blockade, Sabotage
...
Damit nicht heimlich ausgeliefert wird, blockieren die Arbeiter mit einer permanenten Versammlung die Zufahrt zum Werk und wechseln sich in Tag- und Nachtschichten ab. Das Management will mithilfe eines Krans die blockierte Zufahrt räumen lassen, ohne Erfolg. Die Mitarbeiter bleiben, stellen Container und Gabelstapler vor die Einfahrt und kampieren in drei Schichten vor den prall gefüllten Lagern, in denen sich die wertvollen Zulieferteile stapeln. Kurzfristig wird beschlossen, dass Externe keine Maschinen mehr bedienen dürfen. Offiziell aus Arbeitsschutzgründen. Nicht einmal die Polizei will eingreifen. Leipzigs Polizeichef verkündet, dafür seien nicht genug Einsatzkräfte vorhanden.
...
Als während des Streiks im Werk dann noch der Strom ausfällt, platzt dem Management bald der Kragen. 2.500 Euro Prämie bietet die Chefetage für „Hinweise, die zur Verfolgung der Saboteure führen“. Die Belegschaft bleibt eisern. Von einem Kopfgeld lässt sie sich nicht beeindrucken. Wieder gibt sich Kruppa forsch und meint: „Für 270 Millionen machen wir den Strom wieder an.“
...
https://www.freitag.de/autoren/konstantin-nowotny/unser-sterben-wird-teuer


Am Ende des Artikels heißt es noch "...Es gebe noch einen Käufer für die Neue Halberg Guss...", doch ich finde es wietaus interessanter, daß endlich wieder öffentlich über Sabotage als Kampfform diskutiert wird. Sie gehörte schon immer zu den Methoden der Arbeiter sich zu wehren. Nur die Gewerkschaften haben das Thema stets ausgeblendet.
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