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Autor Thema: Kritik an linken Projekten  (Gelesen 701 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11230


« am: 25. Juli 2018, 22:31:14 »

Es gibt wohl einen Hang zu einem geschlossenen Weltbild.
Menschen suchen etwas, was ihnen einen inneren Halt gibt.
Manchmal funktionieren linke Weltbilder auch wie Religionen.

Würde man sich kritischer mit linken Projekten auseinandersetzen, wüde man es den Reaktionären nicht so leicht machen.
Das große Projekt "Kommunismus" wurde in der Sowjetunion und China und im gesamten Ostblock nicht umgesetzt. Es wurde die Arbeiterklasse entmachtet, eine Parteiclique übernahm die Macht.

Auch in Spanien lief es bei der anarchistischen Verwaltung nicht immer so toll, wie es in der anarchistischen Geschichtsschreibung geschildert wird.

...Von absurd dadaistischen Herrschaftsformen, wie in Nord Korea und von den Roten Khmer in Kambodscha, mal ganz abgesehen...

Wenn man die Scheiße nicht kritisch aufarbeitet, gibt man den Reaktionären Recht mit ihren propangandistischen Angirffen gegen die brutale Realität von Stalinismus und Maoismus. Vieles, was unter den Vorzeichern eines Weges in eine bessere Welt gemacht wurde, war nicht akzeptabel und hatte nichts mit den ursprünglichen Ideen einer besseren und solidarischen Welt zu tun.

Es ist auch jetzt notwendig, kritisch auf das zu blicken, was sich in Lateinanmerika abspielt. Nicaragua war ein Land der Hoffnung mit seiner sandinistischen Revolution.
! No longer available

Venezuela unter Chaves fand man hierzlande toll. Das, was sich dort entwickelt hat, kann man aber heute keinesfalls gut finden. Ich vermisse eine linke Kritik an diesen Entwicklungen.

Ich denke mal, wenn wir die Entwicklungen in Kobane nicht kritisch untersuchen, werden wir auch bald mit einem großen Katzenjammer erwachen.

DKP und Junge Welt, versuchen den letzten Scheiß schönzulügen.
Deshalb habe ich diesen Thread eröffnet: Für eine (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit linken Projekten.
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Kuddel


Beiträge: 11230


« Antworten #1 am: 29. Juli 2018, 12:55:20 »

Zitat
„Für mich“, heißt es im Brief eines Freundes aus dem Jahr 1980, „erfüllt sich mit Nicaragua auch eine Utopie. Und es gibt mir die Hoffnung, dass sich irgendwann auch hier noch einmal etwas bewegt.“ Knapper war kaum zu formulieren, was mit dem revolutionären Nicaragua einmal verbunden wurde.
(...)
Nicaragua war bedroht. Und wir eilten zu Hilfe!

300 Solidaritätskomitees allein in der Bundesrepublik waren die Antwort auf den Sieg der Sandinisten und die drohende US-Invasion. Ihre Mitglieder kamen von überall her, aus den Gewerkschaften, den Schulen und Unis, den Kirchen, natürlich auch aus der Linken.
(...)
Doch sie war zu schön, diese Revolution, als dass sie hätte verraten werden dürfen, selbst wenn die reale Erfahrung vor Ort dem eigenen Idealbild nicht immer standhielt. Nicaragua brachte die längste und breiteste politische Solidaritätsbewegung (gut 15.000 Brigadisten reisten dorthin) in der Bundesrepublik hervor, und die meisten Aktiven von damals dürften auch heute noch von Nachrichten aus diesem Land berührt sein.
https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/subbotnik-im-sueden
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« Antworten #2 am: 29. Juli 2018, 14:12:46 »

Zum Thema "Rote Khmer" kann ich das Buch "Das Kambodscha-Drama" von Alexander Goeb aus dem linken Laika-Verlag empfehlen:
https://shop.laika-verlag.de/shop/allgemein/das-kambodscha-drama
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« Antworten #3 am: 30. Juli 2018, 08:35:41 »

Es ist gut, richtig und wichtig, daß es die Revolution in Nicaragua gegeben hat.
Es war auch positiv, daß in Venezuela Hugo Chávez 1989 zum Präsidenten gewählt worden ist.  Seine erklärten Ziele waren der Kampf gegen Korruption, die Schaffung und Stärkung direkt-demokratischer Partizipationsmöglichkeiten im politischen System sowie die Gewährleistung und Verteidigung der nationalen und ökonomischen Unabhängigkeit.

Länder, die versuchen aus der kapitalistischen Logik auszuscheren, stehen unter starkem internationalen Druck. Insbesondere die USA sind interessiert daran, daß solche Projekte scheitern. Doch nicht alles, was zum Niedergang dieser hoffnungsvollen Ansätze geführt hat, ist mit internationalem Druck, Wirtschaftsboykotten und Einflußnahmen ausländischer Geheimdienste zu erklären. Vieles verlief an Anfang an nicht so positiv, wie die Solidaritäsgruppen berichtet haben und die Linken hierzulande nur zu gern glaubten.

Was wir heute in Nicaragua und Venezuela erleben, ist ein echtes Desaster. Wir müssen uns intensiv damit auseinandersetzen, um es zu verstehen. Sonst werden wir ähnliches wieder und wieder erleben.

Die Negativnachrichten von dort sind keine Erfindung westlicher Propagandamedien.
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« Antworten #4 am: 05. August 2018, 09:53:02 »

Zu Venezuela ein passender Artikel:
Zitat
Der Ruin Venezuelas hat nichts mit einem "Sozialismus" oder einer "Revolution" zu tun

Die Analyse der bolivarischen Wirtschaftspolitik zeigt, wie weit entfernt diese von einer auf "Entwicklung" ausgerichteten oder gar sozialistischen Politik ist
...


Quelle: amerika21

Noch ein grundsätzlicher zum Thema:
Zitat
Lateinamerika ist von Rückschritt bedroht

Die progressiven Regierungen in Lateinamerika laufen Gefahr, dem Widerspruch zwischen einer linken Politik und einer rechten Ökonomie zu erliegen
...

Quelle: amerika21
« Letzte Änderung: 05. August 2018, 10:03:31 von Troll » Gespeichert

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Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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« Antworten #5 am: 05. August 2018, 13:27:59 »

Diese ganzen progressiven Regierungen haben den Fehler gemacht, die Eigentumsverhältnisse nicht anzugehen.
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« Antworten #6 am: 06. August 2018, 09:24:17 »

Ja, und ich glaube das würde die kapitalistische Welt mehr in Aufruhr bringen und eine vielfaches an Gegenwind erzeugen als ein paar sterbliche Sozialisten.
Kapitalismus ist eine Mimose die hysterisch auf eventuell möglichen Machtverlust reagiert.
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Kuddel


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« Antworten #7 am: 15. August 2018, 18:43:50 »

Zitat
„Stoppe sofort die Repression!“

 „Ich verlange, dass diese Repression sofort aufhört, unter der unsere Bevölkerung leidet. Schon seit mehreren Monaten kommt es im ganzen Land zu Massakern, Entführungen, Festnahmen und Folterungen.“ Das forderte der nicaraguanische Dichter, Theologe und Schriftsteller Ernesto Cardenal in einem offenen Brief an den Präsidenten Daniel Ortega. Ortega wird vorgeworfen, die gewaltsame Unterdrückung der Proteste gegen die Regierung angeordnet zu haben.

Der 93-jährige Cardenal sparte auch nicht mit Kritik an der Vizepräsidentin und Ehefrau Ortegas, Rosario Murillo. „Sowohl Rosario Murillo als auch Daniel Ortega führen sich auf, als gehöre ganz Nicaragua ihnen“, so der Dichter, der 2012 den Reina-Sofía-Preis gewonnen hat.

„Nicaragua braucht Frieden und nochmals Frieden“

Bereits am 21. Juli hatte der brasilianische Befreiungstheologe und Menschenrechtler Leonardo Boff ein Statement veröffentlicht: „Ich bin perplex angesichts der Tatsache, dass eine Regierung, die Nicaragua befreit hat, in der Lage ist, die Praktiken des ehemaligen Diktators nachzuahmen“, schrieb Boff. „Die Macht ist nicht dazu da, über dem Volk ausgeübt zu werden, sondern ihm mit Gerechtigkeit und Frieden zu dienen. Nicaragua braucht den Dialog, aber vor allem müssen die repressiven Kräfte aufhören zu töten. Das ist inakzeptabel. Nicaragua braucht Frieden und nochmals Frieden.“

Die Proteste haben Mitte April mit Demonstrationen gegen eine geplante Reform der Sozialversicherung begonnen. Seitdem fordert die Protestbewegung in Nicaragua den Rücktritt Ortegas, dem nach elf Jahren als Regierungschef Korruption und Machtmissbrauch vorgeworfen werden. Die Repression gegen die Protestierenden hat bereits mehr als 300 Tote gefordert.
https://www.npla.de/poonal/stoppe-sofort-die-repression/

Zitat
Ernesto Cardenal Martínez (* 20. Januar 1925 in Granada, Nicaragua) ist ein nicaraguanischer suspendierter katholischer Priester, sozialistischer Politiker und Dichter. Er ist einer der bekanntesten Vertreter der Befreiungstheologie und gilt neben Rubén Darío als einer der bedeutendsten Dichter Nicaraguas. Im Zuge der erfolgreichen Revolution in Nicaragua durch die Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN) war er zwischen 1979 und 1987 Kulturminister von Nicaragua.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Cardenal
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