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Autor Thema: Proteste gegen Straßenverkehr  (Gelesen 340 mal)
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6412


« am: 07. August 2018, 17:40:08 »

Ich mußte überlegen, wo ich diese Meldung unterbringe. Proteste in Bangladesh? Studentenproteste?
Ich habe mich für das Thema Ökologie entschieden, obwohl der Auslöser Unfalltote waren und nicht Luftverschmutzung.
Doch daß die Pest des Individualverkehrs mit Demonstrationen und Blockaden angegriffen wird, ist eine wichtige Meldung.

Die kaputte und menschenfeindliche Verkerspolitik ist das Ergebnis der Macht der Autoindustrie.
Verkehrstote, Smog, Lärm, Luftverschmutzung, durch Straßen und Parkplätze versiegelte Böden und Dauerstau in verstopften Großstädten, sind das Ergebnis dieser verfehlten Politik.

Zitat
Schläger gegen Studenten – die Regierung Bangladeshs versucht Proteste zu ersticken

Eine Protestwelle gegen die mangelnde Verkehrssicherheit in Dhaka bringt die Regierung von Bangladesh in Bedrängnis. Die Polizei setzt Tränengas ein, unterstützt wird sie von prügelnden Knüppeltrupps.


Einem Fotografen wird unter Schlägen die Kamera entrissen (5. August).

Bangladesh wird seit Tagen von Protesten erschüttert, die den Verkehr in der 18-Millionen-Metropole Dhaka immer wieder zum Erliegen bringen. Der Aufruhr begann vor einer Woche, als der Fahrer eines Stadtbusses mit hoher Geschwindigkeit in der Nähe des Flughafens in eine Gruppe von Collegestudenten prallte – angeblich hatte er mit zwei andern Busfahrern ein Rennen veranstaltet. Dabei kamen eine junge Frau und ein junger Mann ums Leben. Die Tragödie löste am Unfallort spontane Proteste aus. Berichte darüber verbreiteten sich schnell über soziale Netzwerke, innert weniger Stunden hatten sich auch anderswo in Dhaka und in Städten im ganzen Land Zehntausende junger Demonstranten versammelt.

Knüppel und Tränengas

Täglich gehen nun Tausende von Schülern und Studenten auf die Strasse. Mit einem Neun-Punkte-Katalog fordern sie sicherere Verkehrsmittel und schärfere Kontrollen für Busfahrer und private Fahrzeugführer. Vor allem in Dhaka kam es wiederholt zu Ausschreitungen, etwa als Aktivisten den Verkehr stoppten, um zu kontrollieren, ob Fahrer überhaupt einen Führerschein hätten. Nach offiziellen Angaben wurden bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Verkehrsteilnehmern über 350 Autos zerstört und 8 in Brand gesetzt. Viele Buslinien stellten ihren Dienst ein, weil ihre Fahrer nicht mehr sicher seien. Die Polizei setzte punktuell Knüppel und Tränengas gegen die Teenager ein.

Zitat
Knüppeltrupps gegen Studenten

awy. Am Montag kehrten einige Busse auf die Strassen zurück, aber nicht alle – die stets überfüllten Busse waren laut Berichten lokaler Medien noch mehr überfüllt als sonst. Vor einem Universitätscampus kam es zu heftigen Zusammenstössen, als Studenten eine Strassensperre errichten wollten. Die Polizei drängte die Studenten mit Tränengas auf den Campus zurück. Auf den Strassen traten zudem Schläger auf, die mit Knüppeln auf Studenten und Passanten einschlugen. An einem Ort seien am Sonntag 150 Knüppelträger auf Studenten losgegangen und auch auf Fotoreporter, meldete das Webportal des «Daily Star». Vermutlich handle es sich um Schläger aus dem Umfeld der Regierungspartei, wird angedeutet. Um die Mobilisierung der Studenten zu behindern, wurde die Mobiltelefonie teilweise lahmgelegt oder eingeschränkt. Nach unbestätigten Berichten soll es bei Gewaltakten schon mehrere Tote gegeben haben. Amnesty International schreibt von mindestens 115 verletzten Studenten.

Das Verkehrschaos, das die Stadt im Delta des Buriganga produziert, ist legendär. Fahrten von wenigen Kilometern Länge können Stunden dauern. Es gibt kaum Trottoirs, so dass es halsbrecherisch ist, zu Fuss zu gehen. Die wenigen Polizisten, die den Verkehr regeln sollen, sind korrupt, so dass das Recht des Stärkeren gilt. Der öffentliche Verkehr wird von meist privaten Busunternehmen bestritten, deren Fahrer sich Rennen liefern, um sich gegenseitig Passagiere abzuluchsen. Jetzt stellten viele Busunternehmen den Betrieb ganz oder teilweise ein. Die Eigentümer haben Angst, dass ihre Busse demoliert werden, und die Chauffeure fürchten sich vor Prügeln.

Am Freitag verlor ein 30-jähriger Motorradfahrer auf einer wegen der Proteste verwaisten Strasse sein Leben, als er von einem zu schnell fahrenden Bus überrollt wurde. Der Vorfall löste erneut Krawalle aus, Demonstranten setzten den Bus in Brand und verprügelten den Fahrer, bis die Polizei ihn abführte. Im letzten Jahr kamen laut dem Nationalen Komitee für Verkehrssicherheit in Bangladesh 4200 Fussgänger bei Kollisionen mit Autos um. Damit ist das Land verkehrsstatistisch eines der gefährlichsten der Welt.


Nach einem tödlichen Unfall demonstrieren Zehntausende von Schülern in der Hauptstadt Bangladeshs gegen Nachlässigkeit und Korruption im öffentlichen Verkehr. – Tränengasschwaden in den Strassen von Dhaka (5. August).


Die Demonstranten blockieren an neuralgischen Punkte den Strassenverkehr (5. August).


In Bangladesh starben 2017 angeblich 4200 Fussgänger im Strassenverkehr – doch viele Unfälle und Unfallopfer werden nicht erfasst (3. August).


Ein Mädchen und ein Knabe verunglückten am 29. Juli tödlich – Grund dafür war ein rasender Bus, der an einem Wettrennen mit zwei andern Bussen beteiligt war. Die Massenproteste bewirkten, dass zahlreiche Schulen vorübergehend geschlossen wurden (2. August).


Ein Lastwagen wird von der Menge am Weiterfahren gehindert. Die Schüler wollen Fahrausweise und Fahrzeugpapiere sehen (2. August).


Hier blockieren Schüler eine Kreuzung in der sonst an chronischem Verkehrsstau leidenden Hauptstadt (2. August).


Die Teenager fordern Gerechtigkeit. Die drei rasenden Buschauffeure und ein Fuhrhalter wurden unterdessen verhaftet (1. August).


Zwei Schülerinnen versuchen die Strasse zu sperren (1. August).


Die Schüler blockieren Strassen, demolieren Busse und schreien Parolen während des dritten Protesttags (31. Juli).


Der Verkehr in Dhaka-City steht vielerorts still. Unter anderem fordern die Schüler den Bau von Passerellen bei allen Schulhäusern (31. Juli).
https://www.nzz.ch/international/bangladesh-regierung-versucht-proteste-zu-ersticken-ld.1409038
« Letzte Änderung: 07. August 2018, 17:58:31 von ManOfConstantSorrow » Gespeichert

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6412


« Antworten #1 am: 09. August 2018, 21:01:32 »

Die Behörden bekommen die Proteste nicht in den Griff:

Zitat
Zehntausende Jugendliche legen Dhaka lahm

"Hinter den Protesten steckt mehr als die Forderung nach Sicherheit im Straßenverkehr", sagte der bekannte Fotojournalist Shahidul Alam in einem Interview mit dem Fernsehsender Al-Dschasira. Kurz darauf wurde er verhaftet. Er hatte auf die Zensur der Medien verwiesen - und auf die Bankenplünderungen, die Bestechung und die Korruption, die Dhakar beherrsche.

"Sich mit Kamera in der Hand auf der Straße oder als Journalist zu zeigen, ist momentan extrem gefährlich", sagt auch Dennis Schuster. Die Macht der Medien sei allen bewusst. Smartphones oder kleine Digitalkameras von Passanten seien zerstört worden.

Seit diesem Dienstag protestieren auch die Journalisten selbst, formiert zu einer Menschenkette vor dem Presseklub in Dhaka. Sie fordern die Freilassung Alams und die Festnahme der Schläger, die auf Schüler und Studenten losgegangen sind. Es heißt, sie hätten der Regierung eine Frist von 72 Stunden gesetzt.

https://www.sueddeutsche.de/politik/gewalt-in-bangladesch-zehntausende-jugendliche-legen-dhaka-lahm-1.4086794
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Kuddel


Beiträge: 11606


« Antworten #2 am: 13. August 2018, 13:01:03 »

Zitat
Entgegen verschiedener Nachrichten in bundesdeutschen Medien gehen die Jugendproteste gegen die Opfer einer auf Profit orientierten Verkehrspolitik in Bangladesch weiter, trotz aller Repressionsversuche und bestärkt durch massive Solidarität nicht nur im eigenen Land.
http://www.labournet.de/?p=135966

Der Wahnsinn des Straßenverkehrs wäre auch hierzulande ein lohnendes Thema.
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