Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1] |   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Osteuropa  (Gelesen 1671 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Kuddel


Beiträge: 11684


« am: 15. August 2018, 10:00:23 »

Es gibt bereits den Thread "Klassenkämpfe im ehemaligen Ostblock". Es ist wohl ein weitaus größeres Thema.



In osteuropäischen Ländern wird gegen Korruption gekämpft, im Polen gab es rieseige Frauendemos. Es gibt spannende Entwicklungen in der Kultur, speziell im sehr lebendigen subkulturellen Bereich. Wir haben keine Ahnung davon.

Ich habe vor kurzem mit einer polnischen Aktivistin gesprochen und sie sagte, die deutsche Linke wolle von Osteuropa partout nichts wissen.

Nach dem Zusammenbruch des "real existiereden Sozialismus" gab es erstmal schreckliche Entwicklungen. Konsumgüter wurden vergöttert, doch als man sie nicht bekommen (sich nicht leisten) konnte, wandte man sich dem nationalistischen und religösen Wahn zu. Dem kann man auch ohne Kohle nachgehen. Doch Nationalismus und beten befriedigt auf Dauer auch nicht. Jetzt gibt es spannende Entwicklungen, von denen wir herzlich wenig mitbekommen. Ein Austausch und eine Zusammenarbeit von politischen Aktivisten und Bewegungen wäre für beide Seiten hilfreich. Bei Amazon gibt es solche Ansätze bereits.

Ich hoffe, wir können mehr Interesse für diese unruhige Region wecken und Kontakte knüpfen, auch zu Arbeitern aus Osteuropa, die versuchen sich hier durchzuschlagen.


Gespeichert
counselor


Beiträge: 3508



« Antworten #1 am: 15. August 2018, 15:10:12 »

Ich hoffe, wir können mehr Interesse für diese unruhige Region wecken und Kontakte knüpfen, auch zu Arbeitern aus Osteuropa, die versuchen sich hier durchzuschlagen.
Das hoffe ich auch. Vorgestern ergab sich auf der Montagsdemo ein Kontakt zu einem rumänischen Arbeiter, der einiges berichtete zu der beschissenen Situation in Rumänien und seiner beschissenen Situation in Deutschland.
Gespeichert

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6429


« Antworten #2 am: 16. August 2018, 11:56:53 »

Das westliche Kapital hat in Osteuropa investiert.
Das letzte was es braucht, ist Klassenkampf. Wenn die Waffen Nationalismus und Religion langsam stumpf werden, um die Bevölkerung ruhig zu halten, versucht man es mit rechtsradikalen Tendenzen und mit einem totalitären Staat. Der Springerkonzernen hat viele wichtige Medien Osteuropas aufgekauft. Der Rechtsruck von Oben soll vorangetrieben werden:
Zitat
Der ungarische Rundfunk vermittelt ein verzerrtes Deutschlandbild: Das ganze Land habe vor Flüchtlingen und Zuwanderung kapituliert. Das bezeugen vermeintlich zufällig ausgewählte Bürger, Anwälte und Experten in den Berichten. Tatsächlich sind viele der Befragten AfD-Lokalpolitiker.
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2018/08/10/ungarn-die-geheime-afd-show/
Gespeichert

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #3 am: 17. September 2018, 09:37:57 »

Wir sollten eine öffentliche Diskussion zu dem Thema führen und nicht darauf warten, daß die bürgerlichen Medien oder gar die AfD diese Aufgabe übernehmen.

Die ZEIT hat sich bereits an der Diskussion versucht:
Zitat
EU-Bürger aus Osteuropa suchen in Österreich und Deutschland zunehmen Jobs. Oft finden sie über den "Arbeiterstrich" körperliche Tätigkeiten, die schlecht bezahlt sind. Während die Wirtschaft davon profitiert, stellen andere die Arbeitsmarktöffnung infrage.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/leserdiskussion-arbeitskraefte-aus-dem-osten-chance-oder-ausbeutung-1.4113233

Die Formulierung der Zeit ist schon idiotisch, entweder man freut sich über die Profite der Wirtschaft oder man stellt die Arbeitsmarktöffnung in Frage!?! Meine Interessen entsprechen nicht den Interessen der Wirtschaft. Ich stelle mich jedoch nicht gegen eine Öffnung des Arbeitsmarktes, sondern sich stelle das Konzept von Grenzen grundsätzlich in Frage.
Die bisherigen Leserbriefe in der Rubrik sind relativ vernünftig.
Aber hier standen mir doch die Haare zu Berge:
Zitat
Meine Putzfrau, eine Polin mit Abitur, sagte mir kürzlich, Politik interessiere sie nicht.
Ich antwortete ihr, wenn sie sich für Politik interessieren würde, und nicht zu den 50 % Nichtwählern in Polen gehörte, würde sie nicht länger mein Klo putzen müssen, hätte in Polen ein eigenes Haus, und würde dort ihre Klos von einer Ukrainerin, oder Weissrussin putzen lassen.

Ich halte Wahlen nicht für das einzige Mittel, die Verhältnisse zu ändern und schon gar nicht für das wichtigste. Ich halte es auch nicht für ein erstrebenswertes Ziel, jemanden zu haben, der unter einem steht und deshalb das Klo putzen muß. Man muß damit klarkommen, seinen eigenen Scheiß wieder wegzumachen.
Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 1297


« Antworten #4 am: 17. September 2018, 13:09:57 »

Wenn da immer von Arbeiterstrich die Rede ist, muss man sich das nicht unbedingt immer so vorstellen, als ob die Arbeiter wie die Bordsteinschwalben an der Straße stehen und die Freier dran vorbei fahren. Die Vermittlungen laufen über mafiöse, halbseidene bis hin zu „seriösen“ Firmen. Für Außenstehende ist dieses Geflecht kaum durchschaubar. Davon profitieren die üblichen Subunternehmerketten, die Auftraggeber (auch die Kommunen), soziale Treffpunkte wie Kneipen, Vermieter, Private, die sich eine Putzkraft gönnen, und nicht zuletzt die Osteuropäer auch selber, solange es einigermäßen läuft.
Wie das alles für die abstrakte Gesamtwirtschaft gut sein soll, leuchtet mir nicht ein, ist aber auch egal, weil es ja eigentlich vielmehr darum gehen müsste, eine gemeinsame Gegenwehr zu entwickeln. Es gibt ja einige gute Ansätze. Da es die Arbeitnehmerfreizügigkeit nunmal gibt, auch um eine Reserve billiger Arbeitskräfte zu haben, muss halt eine grenzübergreifende Gegenwehrfreizügigkeit her. So einfach, so schwer.
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #5 am: 28. September 2018, 10:49:40 »

In China haben die kämpferischen Arbeiter*innen so kräftige Lohnerhöhungen erkämpft, daß das Land immer weniger zu den Billiglohnländern gehört.
In Osteuropa liegen die Löhne derweil niedriger, als in China: "Schlimmer als in Kambodscha"

Zitat
Ausbeutung in Bulgariens Textilindustrie?

Billiglohnland Bulgarien: Dort lassen internationale Bekleidungsunternehmen für ihre Kollektionen schneidern: Die Arbeiter bekommen nur wenig Geld und leiden unter schlimmen Arbeitsbedingungen.




Gotse Deltchev - eine bulgarische Kleinstadt an der Grenze zu Griechenland, junge Menschen sucht man hier fast vergebens. Die meisten zieht es in die Hauptstadt Sofia oder gleich nach Deutschland oder England auf der Suche nach besseren Jobs. Die Arbeitslosigkeit ist hoch.

Einer der größten Arbeitgeber ist das Textilunternehmen Pirintex. Täglich strömen morgens um 6 Uhr tausende von Arbeitern in die Werkhalle am Rande der Stadt . Genäht wird im Zwei-Schicht-Betrieb: Herrenbekleidung wie Anzüge und Hosen oder Damenmode.

Der deutsche Unternehmer Bertram Rollmann suchte Anfang der 90er Jahre nach einem neuen Standort für sein Textilunternehmen gesucht, zuvor hatte er eine Bekleidungsfabrik in Griechenland geleitet. Bulgarien und Rumänien hätten damals gute Möglichkeiten geboten: niedrige Löhne und kurze Wege nach Westeuropa.

Im Schnitt zahlt er seinen 3000 Arbeitern inzwischen bis zu 350 Euro netto und gilt heute in Bulgarien als vorbildlich. "Wir zahlen überdurchschnittlich, weil wir überdurchschnittlich viel verlangen von unseren Mitarbeitern," sagt Rollmann und meint damit vor allem die hohe Flexibilität, die er seinen Arbeitern abverlangt.

Ausbeutung an der Nähmaschine

Und genau diese Flexibilität ginge zu weit, sagt Maria Vanatova, die wir nach der Schicht außerhalb der Fabrik treffen. Sie arbeitet seit über zehn Jahren bei Pirintex. Zu oft müsse an Samstagen gearbeitet werden, es gebe Mitarbeiter, die nicht einmal mit ihren Familien in den Sommerferien verreisen könnten, weil es zu viele Aufträge gebe.

 Außerdem seien die Arbeitsbedingungen hart. "Leitende Mitarbeiter stoppen unsere Zeit aus, wir können die Vorgaben nicht einhalten", sagt sie. Der Lohn werde nach Vorgaben bezahlt, wenn z.B. in einer bestimmten Zeit nicht eine bestimmte Anzahl von Kleidungsteilen fertig sei, gebe es keine Zuschläge, sondern nur ein sehr niedriges Grundgehalt.

Schlimmer als in Kambodscha

Das sei kein Einzelfall, meint Bettina Musiolek von der "clean clothes campaign". Diese Nichtregierungsorganisation beobachtet weltweit die Bedingungen in der Textilindustrie. In einer am25. September veröffentlichten Untersuchung hat sie die Arbeitsbedingungen von Textilarbeitern in Indien, der Türkei, Kambodscha und Bulgarien verglichen.

"Es hat mich schockiert, dass ausgerechnet in Bulgarien die Bedingungen am schlimmsten sind. In manchen Fabriken müssen die Arbeiter sieben Tage am Stück 12 Stunden täglich arbeiten", so Musiolek. Damit sei die Situation viel dramatischer als in Asien.

Hinzu käme der geringe Lohn. Bei Zuliefererbetrieben der schwedischen Modemarke H&M in Bulgarien etwa entspreche er nur 10 Prozent der sogenannten living wage, dem nach Berechnung der Gewerkschaft "existenzsichernden Lohn". Das bedeute, dass die Menschen nicht annähernd von ihren Gehältern leben könnten.

Vielleicht könnte man ja mehr bezahlen?

Das bestätigt auch Arbeiterin Maria Vanatova bei Pirintex. Ihre Freunde pendelten täglich  ins krisengeplagte Griechenland, um dort zu arbeiten, oder sie seien nach Zypern ausgewandert. Sie sei nur wegen der Familie in Bulgarien geblieben. Die Arbeit mache ihr trotzdem Spaß - vor allem wegen der Kollegen. Sie rät aber ihren eigenen Kindern, das Land zu verlassen.

Auch Textilunternehmer Bertram Rollmann kämpft mit Problemen - er hat hunderte Arbeiter in den letzten zwei Jahren verloren und findet keinen Nachwuchs mehr. In seinem Ausbildungszentrum bleiben viele Nähmaschinen verwaist, nur sieben Auszubildende gibt es noch im Betrieb, Platz hätte er für knapp 30. Die Löhne erhöhen will er trotzdem nicht. Den Vorwurf, dass die Branche noch mehr zahlen müsse, um die Leute zu halten, lässt er nicht gelten.

Warten auf ein Signal

Der schwedische Konzern H&M hat schon 2013 versprochen, darauf zu drängen, dass seine Zulieferer ihren Arbeitern wenigstens existenzsichernde Löhne zahlen.  Doch da ist noch zu wenig passiert, resümiert Bettina Musiolek von der "clean clothes campaign", bestätigt durch die neuste Untersuchung in Bulgarien.

Aber sie ist zuversichtlich: Wenn große Unternehmen wie H&M ernst machten mit den Forderungen an ihre Zulieferer, mehr zu zahlen und sie gleichzeitig bereit wären, dafür auch höhere Preise zu akzeptieren, dann könnte das Signalwirkung in der ganzen Branche haben.
https://www.dw.com/de/ausbeutung-in-bulgariens-textilindustrie/a-45651579

Das Video dazu:
https://www.dw.com/de/kleidung-made-in-europe-nicht-unbedingt-besser/av-45641498

"...für Luxusmarken... vor allem zum Verkauf in Deutschland"
Das widerlegt das Argument, hauptsächlich die prolligen KIK Kunden befeuerten die Ausbeutung in der Textilindustrie. Die wohlhabenderen sollten nicht auf dem moralisch hohen Roß sitzen, auch ihr Geld fließt in die Extremausbeutung.

Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #6 am: 29. September 2018, 12:09:18 »

Als Politik und Medien des Westens "Freiheit!" jubelten, als der Eiserne Vorhang gefallen ist, meinten sie die Freiheit des Organisierten Verbrechens, der Freien Marktwirtschaft:

Zitat
Journalistenmord:
Drei Verdächtige im Mordfall Kuciak angeklagt
Der slowakische Journalist Ján Kuciak war im Februar zusammen mit seiner Verlobten erschossen worden. Er hatte zu Verbindungen zwischen Mafia und Regierung recherchiert.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-09/journalistenmord-jan-kuciak-slowakei-verdaechtige-anklage
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #7 am: 06. Oktober 2018, 11:35:18 »

Zitat
Ein Film als Katalysator

Der polnische Regisseur Wojciech Smarzowski rüttelt mit seinem Spielfilm „Klerus“ an der Autorität der katholischen Kirche in seiner Heimat - und die Menschen stürmen die Kinos.




Alles eine Verschwörung – wettern die rechten Blätter, rechtskonservative Politiker und Geistliche in Polen. Verschworen haben sich demnach eine diffuse liberale Linke und die Filmemacher des Spielfilms „Kler“, übersetzt: der Klerus. Denn es könne ja kein Zufall sein, dass die weltweite Pädophilen-Debatte in der Romkirche just mit der Premiere des kirchenkritischen Kassenschlagers von Regisseur Wojciech Smarzowski zusammenfällt.

„Der Film ist als ein Schlag gegen die Kirche, die Religion und die Gläubigen gedacht“, schreibt Elzbieta Królikowska-Avis im regierungsnahen Onlineportal Wpolityce. Die wichtigste Nachrichtensendung im von der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) kontrollierten Staatsfernsehen TVP spricht von „angeblichen Eliten, die die katholische Kirche angreifen“ – und vom deutschen Springer-Konzern, der den Film in seinen Medien an der Weichsel „promote“.

Worüber sich die Rechtskonservativen und Nationalisten derart echauffieren, ist in der Tat ein künstlerisch höchst radikaler und offenbar wirkungsvoller Hieb gegen die katholische Kirche Polens. Der Film, der in manchen Kinos wegen des Besucherandrangs mehr als 20 Mal am Tag gezeigt, in einigen konservativ regierten Kommunen in stadteigenen Kinos indes boykottiert wird, hat bereits eine Woche nach seiner Premiere den Allzeit-Zuschauerrekord gebrochen.
(...)
weiter: http://www.fr.de/kultur/kino/kino-ein-film-als-katalysator-a-1595602
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #8 am: 07. Oktober 2018, 08:23:02 »

Zitat
Trotz aller politischen Querelen investiert die deutsche Industrie kräftig in Ungarn und stärkt damit das Regime.
...
BMW will für eine Milliarde Euro ein neues Werk in Europa bauen.
...
Ungarn zählt gerade in der Amtszeit Orbáns zu den bevorzugten Investitionsländern der deutschen Industrie in Europa. In den vergangenen Jahren hätten deutsche Unternehmen jeweils rund eine Milliarde Euro in dem Land investiert, sagt Dirk Wölfer von der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK) in Budapest. Nicht nur die Autobauer Audi und Daimler, sondern in der Folge auch deren Zulieferer aus Deutschland hätten stetig investiert. Hinzu kämen viele kleinere Firmen, die der Inlandsmarkt des Zehn-Millionen-Einwohner-Landes interessiere.
...
für Investoren rollt Orbán den allerfeinsten roten Teppich aus: Der Körperschaftsteuersatz ist mit nur neun Prozent der niedrigste in der EU, und bei Großinvestitionen könne dieser Satz sogar unter bestimmten Bedingungen noch weiter gesenkt werden, berichtet Handelskammer-Experte Wölfer. Zudem seien die Sozialabgaben seit 2017 von 27,5 auf 19,5 Prozent gesenkt worden. "Das freut die Arbeitgeber." Hinzu komme der gute Ausbildungsstand der Fachkräfte.
...
Und über die konkrete Förderung durch den ungarischen Staat habe man "gegenseitiges Stillschweigen vereinbart". Wenn also Grundstücke günstig verkauft werden, Industriegelände mit Strom, Wasser sowie Straßen- und Bahnanschlüssen auf Staatskosten erschlossen und neue Berufsschulen eingerichtet werden, dann wirkt das für die Investoren aus dem Ausland wie ein massiver geldwerter Vorteil.
...
Ende Juli legte Daimler den Grundstein für sein zweites Werk im ungarischen Kecskemét. "Wir planen, in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro in das neue Werk in Kecskemét zu investieren", sagte Mercedes-Produktionsvorstand Markus Schäfer im Beisein des ungarischen Außenministers Péter Szijjártó, der dies sogleich als "Beweis für die erfolgreiche Wirtschaftspolitik der Regierung" wertete.
...
Bis heute betragen die ungarischen Löhne im Schnitt nur etwa 25 Prozent der deutschen, belegt eine Statistik der OECD.
...
Den Anfang der Großinvestitionen in Ungarn machte die VW-Tochter Audi. Am 20. September feierte Audi Hungaria im westungarischen Győr sein 25-jähriges Produktionsjubiläum. Alle waren da: an der Spitze der deutschen Delegation Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess, der kommissarische Audi-Lenker Bram Schot und Audi-Betriebsratschef Peter Mosch. Der Bürgermeister von Győr und Außenminister Péter Szijjártó führten die ungarische Seite an.

Mittlerweile steht in Győr das größte Motorenwerk des VW-Konzerns, parallel werden Audi-Modelle montiert. Vor Kurzem startete dort die Produktion von E-Motoren für den ersten Batterie-Audi (e-tron), und seit wenigen Tagen läuft dort auch der SUV Audi Q3 vom Band. "Dafür wurde natürlich kräftig investiert", freut sich Péter Lőre, Sprecher von Audi Hungaria. Mit seinen 12.900 Mitarbeitern sei Audi das zweitgrößte Industrieunternehmen im Land
...
Und schließlich ist das Land seit Langem einer der größten EU-Netto-Profiteure. In den letzten Jahren kassierte Ungarn jeweils zwischen drei und vier Milliarden Euro netto von der EU.
...
https://www.zeit.de/2018/41/ungarn-viktor-orban-investment-deutschland-doppelstandard
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #9 am: 08. Oktober 2018, 10:48:25 »

Endlich ist die Freiheit des Westens im Osten angekommen:
Zitat
Bulgarien
TV-Journalistin vergewaltigt und ermordet



In Bulgarien ist die TV-Journalistin Wiktorija Marinowa in der Donaustadt Russe ermordet aufgefunden worden. Die 30-Jährige soll über Betrug mit EU-Fördergeldern recherchiert haben.
http://www.fr.de/politik/bulgarien-tv-journalistin-vergewaltigt-und-ermordet-a-1597275
Gespeichert
Panait Musoiu


Beiträge: 1


« Antworten #10 am: 14. Oktober 2018, 10:38:46 »

Das Land ist ein beliebter Tummelplatz des internationalen Kapitals. Es herrscht Goldgräberstimmung.

Zitat
Rumänien:
Was tun, wenn die Arbeiter fehlen?


Rumäniens Wirtschaft hat sich von ihrer Krise erholt und wuchs letztes Jahr mit sieben Prozent überdurchschnittlich. Fast 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, die geografische Nähe und tiefe Lohnkosten machen Rumänien zu einem attraktiven Standort für Schweizer Unternehmen. Sie sehen grosses Potenzial in Rumänien. Ein Problem gibt es jedoch: Für die vielen Arbeitsstellen finden sich kaum Arbeitskräfte. Auf einer Wirtschaftsmission mit Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch hat sich gezeigt: Gelingt es Rumänien, seine strukturellen Probleme zu lösen, würde das Land attraktiver werden – nicht nur für hier tätige Unternehmen, sondern insbesondere auch für die Rumänen selbst.

«Wir hätten in Rumänien mehr als unsere 100 Angestellten, wenn wir sie finden würden», sagte der Vertreter einer Schweizer IT-Firma. Die Teilnehmenden der Wirtschaftsmission mit Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch in Rumänien erfahren während ihrer zweitägigen Reise, dass die Talentknappheit jedoch nicht nur den IT-Sektor, sondern sämtliche Branchen betrifft. Sogar der Inhaber einer kleinen Bäckerei 60 Kilometer ausserhalb Bukarests meinte, er habe die Teigwalze vor allem deshalb gekauft, «weil wir hier keine Leute gefunden haben, die die Arbeit machen würden».

Rumänien als siebtgrösster Markt Europas

Ein Report ehrte Rumänien denn auch jüngst mit einer besonderen Auszeichnung: als Land mit dem höchsten Talentemangel Europas. Das klingt paradox für viele Länder, die von zu vielen Arbeitsstellen nur träumen können. Hier aber ist der Mangel eine echte Herausforderung. Denn die Unternehmen investieren gerne in das Land, und sie sehen auch sehr viel Potenzial in der Zukunft: Rumänien ist mit seinen fast 20 Millionen Einwohnern der siebtgrösste Markt Europas. Die Mittelklasse wächst und die Lohnkosten sind im europäischen Vergleich tief. Viele Leute sind gut ausgebildet, sprechen sehr gut Englisch. Und, so erfährt die Delegation, sie sind hochmotiviert und kulturell der Schweiz ähnlich, weshalb es im Arbeitsalltag seltener zu Missverständnissen kommt.
 
Hoher Reformbedarf bei der Infrastruktur

Die einen begegnen dem Arbeitskräftemangel, indem sie wie der Bäcker Prozesse digitalisieren, soweit sie können. Denn Kapital ist gut erhältlich. Die anderen versuchen mit hohen Löhnen zu locken. Doch nicht einmal das hält die Leute davon ab, zu gehen: Auch wenn viele Rumänen gerne in ihrer Heimat und nahe bei ihrer Familie leben würden, wandern sie oft ins nahe Westeuropa ab. Die rumänische Wirtschaft ist zwar letztes Jahr mit sieben Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Das Wachstum basiert aber hauptsächlich auf Konsum und das Land kämpft mit strukturellen Herausforderungen. Grosser Reformbedarf besteht etwa bei der Verkehrsinfrastruktur, im Gesundheitsbereich und beim Bildungssystem. Der hohe bürokratische Aufwand und die mangelnde Planbarkeit aufgrund sich häufig ändernder rechtlicher Rahmenbedingungen erschweren den unternehmerischen Alltag zusätzlich.

Einige Reformen bereits in Gang gesetzt


Bei Gesprächen mit dem rumänischen Minister für Business Environment, Commerce and Entrepreneurship, Ștefan-Radu Oprea, und dem Wirtschaftsminister Dănuț Andrușcă zeigt sich, dass die Politik viele Probleme erkannt hat. Dank einem neuen Public-Private-Partnership-Gesetz soll beispielsweise die Infrastruktur verbessert werden. Vor wenigen Monaten wurde InvestRomania gegründet, ein «one-stop-shop» für ausländische Investoren, um deren Probleme rasch lösen zu können. Gelingt es der Regierung, diese und weitere wichtige Reformen umsetzen zu können, erhielten die Unternehmen wichtige Anreize, in den bereits jetzt attraktiven Standort Rumänien noch mehr zu investieren.
https://www.economiesuisse.ch/de/artikel/rumaenien-was-tun-wenn-die-arbeiter-fehlen
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #11 am: 23. Oktober 2018, 12:36:42 »

Ausbeutung funktioniert grenzüberschreitend

Zitat
Als Bulgariens Wirtschaft abstürzt, zieht Stanimir Panow nach Hamburg-Wilhelmsburg. Er hofft auf ein besseres Leben, doch er landet auf dem sogenannten Arbeiterstrich - in einem System der Ausbeutung, von dem deutsche Verbraucher massiv profitieren.

Panows Träume waren nie groß. Ein Haus, eine Familie, genug Geld, mehr wollte er nicht. Doch im Krisenland Bulgarien konnte er nicht einmal das erreichen. Er verließ sein Heimatdorf Borisovo, verließ Bulgarien, zog wie rund zwei Millionen seiner Landsleute durch Europa, auf der Suche nach gut bezahlter Arbeit. Und ging, wie viele andere, dabei verloren.

Er landete auf dem sogenannten Arbeiterstrich, in einem System aus Scheinselbstständigkeit, halblegalen Mietverhältnissen und Dumpinglöhnen. In einer Welt ohne Sicherheit und Sozialleistungen. In Strukturen, die sich in Deutschland und in anderen EU-Ländern immer mehr verfestigen.
...
Nach Angaben mehrerer Billiglohnarbeiter ist die Elite-Bar nur einer von mehreren Sammelpunkten auf dem sogenannten Arbeiterstrich in Hamburg-Wilhelmsburg. Und Hamburg ist nur eine von vielen Städten, in denen Tagelöhnerjobs vergeben werden.

Die ungelernten Arbeitsmigranten werden in ganz unterschiedlichen Branchen eingesetzt: Sie helfen auf Baustellen, bei der Ernte oder im Trockenbau, sie arbeiten in Schlachthöfen und in der Gastronomie, in Lagern und in der Pflege, räumen im Hafen Container aus, reinigen Büros und Hotelzimmer, pflegen Grünflächen... die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Die Stundenlöhne liegen nach Angaben der von uns befragten Bulgaren zwischen fünf und zehn Euro, gezahlt wird meist bar auf die Hand. Die Arbeitsverhältnisse sind oft illegal oder bewegen sich am Rande der Legalität. Einen ordentlichen Arbeitsvertrag haben die wenigsten Lohnarbeiter.

"Viele Arbeitsmigrantinnen und -migranten sind so gut wie rechtlos", sagt Christiane Tursi von verikom, einem gemeinnützigen Verein, der sich gegen die Ausbeutung ausländischer Arbeiter einsetzt. "Wer mehr Geld oder einen Arbeitsvertrag will oder auch nur einen Tag krank ist, riskiert seinen Job."
...
In Deutschland gibt es inzwischen viele Firmen wie die von Yildiz; manche operieren legal, andere nicht; alle beschäftigen Arbeitsmigranten. Einige fungieren als Subunternehmen, die weit größeren Firmen spezielle Arbeiten abnehmen - mit dem Ziel, die Kosten zu drücken. Gerade bei einfachen Tätigkeiten, bei denen die Arbeitskosten einen Großteil der Gesamtkosten ausmachen, ist die beste Sparmaßnahme: Lohndumping.

"Es gibt viele Wege, den gesetzlichen Mindestlohn zu unterlaufen", sagt Christiane Tursi von verikom. Mal müssten Billiglöhner heimlich Überstunden schieben, mal müssten sie einen Teil ihres offiziellen Einkommens in bar zurückzahlen. Und manchmal bekommen sie nach getaner Arbeit einfach gar nichts.
...
"Es ist ein Tauschgeschäft", sagt Panow. Cash gegen Sicherheit, Cash gegen Rechte. Das geht so lange gut, bis man ernsthaft krank wird.

Im September 2017 wurde ein bulgarischer Arbeitsmigrant tot in einem Wilhelmsburger Park gefunden. Der Mann war vielleicht Mitte 50. Er hatte elf Jahre in Wilhelmsburg gelebt, war auf den Arbeiterstrich gegangen, so wie Panow. Dann wurde er krank und zusehends schwächer, ging weniger arbeiten, wurde obdachlos. Am Ende legte er sich einfach in ein Gebüsch und starb.
...
"Wir gehen voller Hoffnung in eure Länder", sagt Mihliuzov, "aber das Leben dort bringt uns um."

Der große Exodus der Bulgaren begann Anfang der Neunzigerjahre, kurz nachdem die Sowjetunion zusammengebrochen und ein riesiger Abnehmermarkt weggefallen war. Er wurde schlimmer, als die Uno ein Embargo gegen die benachbarte Bundesrepublik Jugoslawien, bestehend aus Serbien und Montenegro, verhängte, als sie die Schifffahrtswege auf der Donau blockierte, über die damals rund 90 Prozent der bulgarischen Exporte nach Westeuropa gelangten.

Das Bruttoinlandsprodukt ging von 1990 bis 1993 um rund 28,5 Prozent zurück und schrumpfte danach weiter. Hunderttausende Bulgaren verließen das Land.
...
Der monatliche Durchschnittslohn liegt bei 560 Euro. Rund 40 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze oder ist von Armut und sozialem Ausschluss bedroht.
...
Selbstverlegte Stromkabel hängen an der Außenwand eines zweistöckigen Hauses. Neben dem Eingang hängt ein Hinweis, dass das Haus von Flöhen und Wanzen befallen ist.

Nach Angaben von Billiglohnarbeitern leben Dutzende Bulgaren illegal in dem Haus, teils zu viert auf zwölf Quadratmetern. "Schweine im Stall haben mehr Platz", sagt Serkan Izmansoy, der bis vor Kurzem in einer Wohnung mit Blick auf den Innenhof gelebt hat. Seine Mutter habe Kontakt zu einer bulgarischen Bewohnerin aus dem Hinterhof gehabt, erzählt Izmansoy. "Sie sagte, dass sie pro Matratze 200 Euro bezahlen muss. Alle zahlen diesen Preis: Erwachsene, Kinder, sogar Babys."
...
"Wer illegal arbeitet, hat auf dem legalen Wohnungsmarkt keine Chance", sagt Tursi. "Er muss sich zu überteuerten Preisen eine illegale Unterkunft organisieren." Wer sich das nicht leisten kann, schläft im Auto oder unter freiem Himmel.

In Parks und Waldstücken von Hamburg-Wilhelmsburg sieht man immer wieder notdürftig errichtete Behausungen. In der Nähe eines Kanals ist eine weiße Plane über ein paar Äste gespannt, eine Schaumstoffmatratze liegt davor, auf dem Boden liegen Exkremente und benutztes Toilettenpapier. In einem abschüssigen Waldstück steht schon seit Langem ein großes Zelt, sein Bewohner hat sich einen kleinen Weg durch den Wald angelegt und sich sogar ein Geländer aus Ästen gebaut.
...
Die Bulgaren vom Arbeiterstrich machen sich strafbar, wenn sie illegalen Wohnraum und illegale Jobs annehmen.
...
"Die Migrantinnen und Migranten haben kaum Zeit und Kraft, Deutsch zu lernen", sagt Tursi. "Dadurch können sie kaum Kontakt zu Einheimischen aufnehmen und sich auch nicht über ihre Rechte informieren." Betrüger haben mit ihnen oft ein leichtes Spiel.

Es gibt Scharlatane, die von Billiglöhnern 600 Euro kassieren und ihre persönlichen Daten aufnehmen - in dem Versprechen, eine Meldebestätigung zu besorgen. Stattdessen zeigen sie die Migranten wegen Schwarzarbeit an und machen sich dann mit dem Geld davon.

Wenn die Kinder von Arbeitsmigranten mit in Deutschland leben, leiden auch sie oft unter prekären Verhältnissen. Nach Angaben einer Lehrerin, die bis 2016 an einer Schule in Wilhelmsburg gearbeitet hat, würden gerade die Kinder bulgarischer Billiglöhner oft wochenlang im Unterricht fehlen und zum Teil verstört wirken.
...
Die Misere der Arbeitsmigranten belastet in Deutschland inzwischen ganze Viertel.
...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitsmigration-wie-bulgaren-in-hamburg-ausgebeutet-werden-a-1232762.html

Osteuropa ist hier.
Wenn die extreme Ausbeutung auch hier stattfindet, müssen wir sie auch hier bekämpfen gemeinsam mit den Betroffenen.
Es ist schwer Kontakt zu kriegen. Sprache und Kommunikationsprobleme gehören zu den Hürden.
Es wäre schön, wenn Leute hier Erfahrungen mit Kontaktversuchen und Kontakten posten könnten.
Gespeichert
BGS
Polarlicht


Beiträge: 3049



« Antworten #12 am: 23. Oktober 2018, 15:41:41 »

Ohne jemanden entmutigen zu wollen,  doch zum Thema

Zitat
"... Kontakte knüpfen, auch zu Arbeitern aus Osteuropa, die versuchen sich hier durchzuschlagen. ..."

frage ich Euch, warum ihr das nicht schon getan habt mit den unzähligen sog. "Russlanddeutschen"? Dann wäre schon eine Basis entstanden, von der aus man hätte mehr bewirken können, als das was wir heute haben.

Die Osteuropäer sind den Westeuropäern gegenüber völlig zurecht misstrauisch und sehr vorsichtig.

Ich weiss, wovon ich spreche, denn selbst habe ich etliche Jahre vergeblich als Kollege versucht, auf meine mehrheitlich osteuropäischen Kollegen einzuwirken, an der Arbeit, in Westeuropa. In Osteuropa.

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2018, 15:47:33 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #13 am: 04. November 2018, 19:59:25 »

Zitat
Proteste in Bulgarien gegen gestiegene Spritpreise - Mit Autokorsos

Mit Straßenblockaden und Autokorsos haben Demonstranten in mehreren bulgarischen Städten gegen gestiegene Spritpreise protestiert. Wie der staatliche Rundfunksender BNR berichtete, sperrten rund 200 Menschen im Südwesten des Landes am Sonntag vorübergehend eine Verbindungsstraße nach Griechenland. Im südöstlichen Jambol protestierten Menschen vor Tankstellen.

Am Samstag hatte es bereits Autokorsos in drei Städten gegeben, unter anderem im Nordosten des Landes, der ärmsten Region in der Europäischen Union.

Die Demonstranten forderten im Rundfunk eine Anpassung der Spritpreise an die Lebensverhältnisse. Ein Liter Diesel oder Benzin kosten derzeit knapp 1,20 Euro, während das durchschnittliche Monatseinkommen in Bulgarien bei 575 Euro liegt.

Einem Vertreter des Verbands der Öl- und Gasversorger zufolge stiegen die Ölpreise international zwischen August und Ende Oktober um 17 Prozent an. In Bulgarien habe es dagegen wie in der gesamten EU nur einen Anstieg um fünf Prozent gegeben. Die künftige Preisentwicklung hänge auch von den Auswirkungen der ab Montag geltenden neuen US-Sanktionen gegen den Iran ab.
https://www.tt.com/ticker/14980776/proteste-in-bulgarien-gegen-gestiegene-spritpreise-mit-autokorsos
Gespeichert
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6429


« Antworten #14 am: 17. November 2018, 20:12:54 »

Zitat
Tschechien:
Tausende protestieren gegen Ministerpräsident Andrej Babiš

Am Jahrestag der Samtenen Revolution haben die Gegner von Tschechiens Regierungschef Andrej Babiš demonstriert. Ihm wird eine Subventionsaffäre zur Last gelegt.


Tausende Tschechen haben in Prag gegen Ministerpräsident Andrej Babiš protestiert. Die Demonstranten versammelten sich zum 29. Jahrestag der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei 1989 vor der Prager Burg und zogen in die Altstadt. Sie forderten den Rücktritt von Babiš, gegen den die Polizei wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Die Menschen riefen "Demission, Demission" und hielten Europaflaggen. Sie verlangten auch den Rücktritt von Staatspräsident Miloš Zeman.

Der Multimilliardär Andrej Babiš steht wegen der wieder aufgeflammten Debatte um eine Korruptionsaffäre unter Druck. Dabei geht es um Subventionen für das Wellnessresort "Storchennest" in Mittelböhmen, das inzwischen einem Treuhandfonds überschrieben wurde. Babiš streitet alle Vorwürfe ab. Zuletzt erklärte der Gründer der liberal-populistischen Partei ANO, er werde niemals zurücktreten.

Ermittler werfen ihm vor, EU-Fördermittel in Höhe von umgerechnet knapp 1,6 Millionen Euro erschlichen zu haben. Babiš soll vor einigen Jahren als Unternehmer den Besitz des Wellnessresorts verschleiert zu haben, um an Subventionen für kleine und mittelständische Firmen zu gelangen. Ein Bericht des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung hatte Unregelmäßigkeiten festgestellt.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-11/tschechien-andrej-babis-milos-zeman-protest-prag
Gespeichert

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Kuddel


Beiträge: 11684


« Antworten #15 am: 19. November 2018, 09:49:19 »

Zitat
Bulgarien
Proteste gegen steigende Spritpreise



In Bulgarien haben erneut tausende Menschen gegen die hohen Kraftstoffpreise protestiert.


Demonstranten blockierten mit ihren Autos vorübergehend die beiden Autobahnen von der Hauptstadt Sofia bis zum Schwarzen Meer. Blockaden gab es auch an den Grenzübergängen zur Türkei und zu Griechenland. In Sofia und weiteren Städten fanden zudem Kundgebungen statt. Teilnehmer forderten den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Borissow.

Die Proteste begannen vor drei Wochen und haben sich seitdem ausgeweitet. In Frankreich hatten gestern landesweit rund 280.000 Menschen ebenfalls mit Straßenblockaden gegen die gestiegenen Kraftstoffpreise demonstriert.
https://www.deutschlandfunk.de/bulgarien-proteste-gegen-steigende-spritpreise.1939.de.html?drn:news_id=947372
Gespeichert
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6429


« Antworten #16 am: 24. November 2018, 11:23:58 »

Zitat
Tschechische Republik
Proteste in Tschechien nach gescheitertem Misstrauensvotum

In Prag haben nach einem gescheiterten Misstrauensvotum Tausende Bürger gegen die Regierung demonstriert. Unter dem Motto „für eine glaubwürdige Regierung“ forderten sie unter anderem den Rücktritt der Regierungsmannschaft um Ministerpräsident Andrej Babis.


Einer Umfrage des Senders CT zufolge ist jedoch nur eine knappe Minderheit von 44 Prozent der Tschechen für die Absetzung der Regierung. 48 Prozent sprechen sich für einen Verbleib aus. Staatspräsident Milos Zeman kritisierte die Proteste. Man dürfe nicht dem "Druck der grölenden Prager Massen" nachgeben, sagte der 74-Jährige nach Angaben seines Sprechers.

Grund für die Kontroverse sind Vorwürfe gegen Ministerpräsident Babis, über ein Unternehmen zu Unrecht EU-Subventionen erhalten zu haben. Außerdem erhebt sein ältester Sohn Vorwürfe, er sei auf die Krim-Halbinsel verschleppt worden, um nicht gegen seinen Vater aussagen zu können. Andrej Babis erklärte, sein Sohn sei psychisch krank.

Die Affäre belastet die Minderheitsregierung des Landes. Babis' Koalitionspartei blieb dem Misstrauensvotum fern.
https://de.euronews.com/2018/11/24/proteste-in-tschechien-nach-gescheitertem-misstrauensvotum[/quote]https://de.euronews.com/2018/11/24/proteste-in-tschechien-nach-gescheitertem-misstrauensvotum
Gespeichert

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Seiten: [1] |   Nach oben
Drucken
Gehe zu: