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Autor Thema: Kinderarmut  (Gelesen 77276 mal)
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Eivisskat
Gast
« Antworten #25 am: 27. August 2007, 19:08:15 »

..."Der Deutsche Kinderschutzbund hat einen deutlichen und vor allem schnellen Ausbau der Finanzhilfen für Mädchen und Jungen aus armen Familien gefordert.
 Für Geringverdiener müsse der Zuschlag zum Kindergeld mindestens 175 statt bisher 140 Euro betragen, erklärte der Präsident der Organisation, Heinz Hilgers, am Montag in Berlin. Ab dem dritten Kind sollten 225 Euro Zuschlag gewährt werden.
 Außerdem müßten die Hartz-IV-Gesetze sofort reformiert werden, um einen weiteren Anstieg der Kinderarmut zu stopppen."...

http://www.jungewelt.de/2007/08-28/049.php
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gha


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« Antworten #26 am: 06. September 2007, 14:59:17 »

2,47€ für Essen sowie Trinken für ein Kind pro Tag - kann man da nicht noch 1 oder 2 Cents einsparen?

Nein, das ist nicht meine Meinung, ich verstehe hier eher nicht, wie man darüber auch nur diskuttieren kann, gegen Mindestlöhne ist und sich weigert, über eine Erhöhung von H4 nachzudenken wo es doch erst in einigen Jahren ansteht, tournusgemäß.
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Eivisskat
Gast
« Antworten #27 am: 29. Oktober 2007, 13:51:51 »

"Berlin - Lange nicht mehr hat sich eine Studie so ausführlich Deutschlands Kindern und ihren Zukunftschancen gewidmet. Der Kinderreport des Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest Sozialforschung, erstellt für das christliche Hilfswerk Worldvision, beschreibt erstmals aktuell mit Zahlen die Probleme und Nöte des Nachwuchses in der Bundesrepublik."...
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,513276,00.html
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flipper


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« Antworten #28 am: 29. Oktober 2007, 23:04:49 »

den bock hat die bayrische biersaufpartei CSU abgeschossen:

hartz4 weiter kürzen um den ALG-I bezug "frühverenteter" zu finanzieren.

ich versteh die bayern echt nicht, wie kann man diesem unchristlichen pack so ne wahlmehrheit geben  Sad
die bayern sind doch keine unmenschen? das kann doch ned sein? arme kinder hungern und frieren lassen? wollen die ne vierte generation der RAF provozieren damit beckstein und schäuble ihre faschistischen sicherheitsgesetze durchbekommen?

ist doch einfach unfassbar. die gefährden den sozialen frieden und die demokratie   angry
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"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)
Wikinger


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« Antworten #29 am: 02. November 2007, 15:37:33 »

Wir haben Kinderarmut, weil die Unternehmen nicht mehr Einstellen und wenn via Zeitarbeitsfirmen, weil in vielerlei hinsicht die Menschen sittenwidrig vergütet werden und man von der Arbeit nicht leben kann, ich finde es als eine Schande !!!!

Wir brauchen einen Mindestlohn und wir brauchen zudem einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor, für langzeitarbeitslose.

Die Linkspartei ist für die Erhöhung der Regelsätze auf 420 € die in Zuge der Preissteigerungen einen Inflationsausgleich darstellen, darüber hinaus sollte das Kindergeld nicht angerechnet werden.

Ich bin für Arbeit und nicht für totale Faulheit aber auf menschlichen und fairen Nivou. Dass heisst, ausbau des öffentlich geförderten Beschäftitungssektors und ggf Einstellung von Sozialarbeitern, die sich um einige Problemfamilien besser kümmern könnten.
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flipper


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« Antworten #30 am: 04. November 2007, 14:53:08 »

Zitat
Original von Wikinger
weil in vielerlei hinsicht die Menschen sittenwidrig vergütet werden und man von der Arbeit nicht leben kann, ich finde es als eine Schande !!!!

Ich bin für Arbeit und nicht für totale Faulheit aber auf menschlichen und fairen Nivou. Dass heisst, ausbau des öffentlich geförderten Beschäftitungssektors und ggf Einstellung von Sozialarbeitern, die sich um einige Problemfamilien besser kümmern könnten.

- menschen werden vergütet, aha. deutschkurse gibts an der vhs, kumpel. du forderst also nur eine existenssichernde (sklavereizustand) anstatt gewinnbringende vergütung ("schaffe und häuslebauen")? unglaublich was von der DKP übrig ist oder was die linkspartei alles aufnimmt  angry

- ich bin für "faulheit", d.h. ich fordere soviel geld wie möglich für sowenig arbeit wie möglich wie bei den kapitalisten, alles andere ist ungerecht  cheesy es lebe die freizeitkultur und 30h-woche bei vollem lohnausgleich! Cheesy "fair" ist SPD-sozialpartnerschaftsgeschwafel.
wir wollen ned fair zu den kapitalisten sein. wir wollen die enteignen.
und auf sozialarbeitergesockse können wir verzichten, diese brüder kennen wir aus sinnlosmassnahmen, was bitte sollten die eim beibringen? wie man "schufa"-gerecht konsumiert und (ungültige) mietschulden für den miethai abstottert?  und du beleidigst proletarierfamilien also als "problemfamlien"? hinlänglich bekanntes bürgerliches geschwafel.
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #31 am: 15. November 2007, 16:55:56 »

Es sind erschreckende Zahlen in einem reichen Land: Jedes sechste Kind in Deutschland gilt offiziell als arm. Das meldet das Kinderhilfswerk. 1965 war nur jedes 75. Kind auf Sozialhilfe angewiesen.
 
http://www.stern.de/politik/deutschland/:Deutschland-Jedes-Kinder/602651.html
http://www.stern.de/politik/panorama/600509.html?nv=ct_mt
http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/finanzen/595532.html?nv=ct_mt
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« Antworten #32 am: 21. November 2007, 18:29:29 »

Zitat
Mit dem Kinderreport Deutschland 2007 hat das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) gerade erschreckende Zahlen vorgelegt. Nach dem von Sozialwissenschaftlern erarbeiteten Bericht leben derzeit 2,5 Millionen Kinder deutschlandweit in Armut - weitere 2,5 Millionen hart an der Grenze zu Armut und sozialem Abstieg.


http://www.freitag.de/2007/47/07470301.php
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« Antworten #33 am: 22. November 2007, 14:24:48 »

Zitat
Bei dem Tod von Lea-Sophie handelt es sich aber nicht um einen Einzelfall (mehr...), sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe Direkt, Georg Ehrmann. Der Fall sei "ein weiterer tragischer Beweis, dass unser in den vergangenen Jahren systematisch heruntergekürztes Kinder- und Jugendhilfesystem auf die Herausforderungen der wachsenden Kinderarmut und Überforderung von Eltern nicht mehr reagieren kann". Es gebe keine einheitlichen Qualitätsstandards in den Jugendämtern, kritisierte Ehrmann. Vielerorts werde etwa Alkoholismus der Eltern nicht abgefragt.


Der ganze Horror hier.
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« Antworten #34 am: 23. November 2007, 13:00:36 »

Newsletter 22.11.2007 - Die Linke: Kinderarmut verletzt Kinderrechte - auch in Deutschland

Vor wenigen Tagen erst hat das Kinderhilfswerk seinen erschreckenden Bericht vorgelegt: Demnach gibt es in Deutschland 2,5 Millionen arme Kinder, d.h. 14% aller Kinder gelten als arm. Insgesamt leben 5,9 Millionen Kinder in Haushalten mit einem Jahreseinkommen unter 15.000 Euro. Fast zeitgleich kam heraus, dass der Koalitionsausschuss von SPD und CDU die geplante Erhöhung des Kindergelds zum 1. Januar verschieben will. Möglicherweise wird das Kindergeld als Wahlgeschenk kurz vor der Bundestagswahl erhöht, vielleicht aber auch erst später oder gar nicht. DIE LINKE meint: Eine Regierung, denen das Wohl der Kinder weniger wert ist als die Geldbeutel der Unternehmen, hat jedes Vertrauen verspielt.

Presseerklärung von Klaus Ernst

19.11.2007 – Klaus Ernst

Bund will Haushalt auf Kosten der Familien sanieren

Mit scharfer Kritik reagierte der Vizechef der Fraktion DIE LINKE, Klaus Ernst, auf die Weigerung der Bundesregierung, das Kindergeld im Jahr 2009 zu erhöhen, und erklärt:

Diese Koalition kann sich immer nur dann einigen, wenn es gegen die Bürger geht. Peer Steinbrück saniert seinen Haushalt auf dem Rücken von Millionen Familien. Der Beschluss, die Kindergelderhöhung zu verschieben, reiht sich in eine traurige Abfolge von Entscheidungen der Bundesregierung ein.

Dabei ist es doch so, dass die Bundesregierung den Familien eine ordentliche Anhebung des Kindergelds schuldet, wenn sie ihren verfassungsrechtlichen Verpflichtungen nachkommen will. Seit der letzten Anhebung hat das Kindergeld über 12 Prozent an Kaufkraft eingebüßt. Der Kinderfreibetrag hat längst nichts mehr mit dem tatsächlichen Existenzminimum von Kindern zu tun. Wer jetzt diese notwendige Anpassung mit der ebenfalls überfälligen Reform des Kinderzuschlags verknüpft, betreibt Augenwischerei.

Das Kindergeld muss steigen. Eine Anhebung des Kindergelds auf 173 Euro würde jährlich etwa 4,5 Milliarden Euro kosten. Das ist sehr viel weniger als den öffentlichen Haushalten mit der schon beschlossenen Unternehmenssteuerreform entgeht. Einer Regierung, denen das Wohl der Kinder weniger wert ist als die Geldbeutel der Unternehmen, hat jedes Vertrauen verspielt.

Presseserklärung von Diana Golze

19.11.2007 – Diana Golze

Kinderarmut verletzt Kinderrechte – auch in Deutschland

Zum 18. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 2007 erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Diana Golze:

DIE LINKE wird nicht müde, auch an diesem Tag die Bundesregierung und ihre Familienministerin von der Leyen zu fragen, was sie bislang für Kinderrechte und gegen Kinderarmut unternommen haben. Der Krokodilstränen sind nun wahrlich genug vergossen worden. Für mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nur ungenügende Hartz IV-Regelsatzleistungen für Ernährung, Schulsachen, Bildung und Gesundheit vorgesehen – von Sport- und Freizeitkosten nicht zu reden. Selbst der UN-Sonderberichterstatter Munoz kritisiert die mangelhafte Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem. Die UN-Kinderrechtskonvention steht in Deutschland noch immer unter ausländerrechtlichem Vorbehalt, damit jugendliche Flüchtlinge wie Erwachsene in Abschiebehaft genommen werden können und nicht der Schulpflicht unterliegen. Das ist eine Verhöhnung der Kinderrechte durch die Bundesregierung.

Die Volljährigkeit der UN-Kinderrechtskonvention sollte Anlass sein, eigenständige Rechte und eigenständige Sicherung von Kindern zu bewerkstelligen. Statt eines bloßen Versprechens zu mehr Partizipation wären konkrete Mitbestimmungsrechte für Kinder und Jugendliche vorteilhafter. In diesem Zusammenhang ist der Gedanke an die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz sinnvoll. Aber soziale Absicherung ist die Grundvoraussetzung jeglicher Beteiligung an demokratischen Entscheidungsprozessen. DIE LINKE fordert daher eine bedarfsorientierte Kindergrundsicherung, die allen Kindern ein Existenzminimum von wenigstens 420 Euro absichert. Ein Ausbau des Kinderzuschlags für gering verdienende Familien wäre ein erster Schritt dahin. Die finanziellen Mittel dafür sind alleine durch den Verzicht auf Steuergeschenke an Konzerne und Banken schon vorhanden.

Positionspapier der Linksfraktion

Kinderarmut in Deutschland – Eine soziale Herausforderung verlangt nach Antworten

Kinderarmut in der Bundesrepublik hat viele Seiten. Sie manifestiert sich als Mangel an Bildung, Gesundheit, Mobilität, Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, Kultur, ja sogar an gesunder Ernährung. Das verfügbare Einkommen ist dabei der entscheidende Faktor. Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts beschleunigt sich der Anstieg der Kinderarmut. Jedes vierte Kind unter 5 Jahren lebt nach den Kriterien der EU in relativer Armut. Etwa 1,7 Millionen Kinder befinden sich im Bezug von Sozialgeld und leben damit auf einem Einkommensniveau, das sie von einer angemessenen sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe ausschließt.

Das Armutsrisiko für Kinder ist dann noch höher, wenn sie in Ostdeutschland geboren werden, Eltern mit Migrationshintergrund haben oder bei einem allein erziehenden Elternteil aufwachsen. Kinderarmut ist eine der sozialen Herausforderungen des Jahrzehnts. Die bisherigen sozialstaatlichen Antworten sind alles andere als ausreichend. Insbesondere Kindergeld, Kinderfreibetrag und Kinderzuschlag sind in der gegenwärtigen Form als Leistungssystem zur Verhinderung von Kinderarmut völlig ungeeignet und dringend reformbedürftig.

Die Bedarfsgemeinschaft ist in ihrer derzeitigen Ausgestaltung eine sozialpolitische Fehlkonstruktion, weil sie dem Anspruch, das Existenzminimum von Kindern eigenständig und unabhängig vom Familieneinkommen abzusichern, nicht gerecht wird und darüber hinaus ignoriert, dass Kinder eine eigenständige Bevölkerungsgruppe mit einem eigenständigen Anspruch auf einen Anteil an den gesellschaftlichen Ressourcen sind. Die Antwort auf die Kinderarmut kann aber nicht der weitere Abbau sondern muss ein Ausbau des Sozialstaats sein.

DIE LINKE. fordert deshalb die Einführung einer individuellen und bedarfsorientierten Kindergrundsicherung als eigenständiges soziales Sicherungssystem für alle in der Bundesrepublik lebenden Kinder. In einem ersten Schritt müssen mit Hilfe der Instrumente Kindergeld und Kinderzuschlag alle Kinder aus dem Sozialgeldbezug herausgeholt werden. Kinder unter 18 Jahren sind nicht mehr als Teil von Bedarfsgemeinschaften für den Bezug von Regelleistungen nach dem SGB II zu behandeln. Der Kinderzuschlag wird ergänzend zum Kindergeld zu einer ergänzenden Leistung für Kinder von Eltern mit geringen Einkommen und Kinder von EmpfängerInnen von ALG II oder Sozialhilfe ausgebaut, der ihnen, in Abhängigkeit von der Höhe des Haushaltseinkommens den Zugang zu ihrem soziokulturellen Existenzminimum in Höhe von 420 Euro garantiert.
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« Antworten #35 am: 28. November 2007, 14:51:13 »

Nach einer Aufstellung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages gelten in Deutschland zwischen fünf bis zehn Prozent der Kinder unter 14 Jahre, das sind bis zu 70.000, als "vernachlässigt". Die Lebenswirklichkeit vernachlässigter Kinder sei von "chronischer Unterernährung, unzulänglicher Bekleidung, fehlender Gesundheitsversorgung, unbehandelten Krankheiten und gesteigerten Unfallgefahren geprägt". Die Ursachen dieser Entwicklung in der zunehmenden Verarmung ganzer Familien werden in der Studie jedoch allenfalls am Rande behandelt.
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« Antworten #36 am: 28. November 2007, 16:40:22 »

ZDF: frontal21 Beitrag vom 27.11.2007

Zitat
Immer weniger für Hartz IV-Empfänger
Traurige Weihnachten
von Anke Becker-Wenzel und Joe Sperling

Butter, Brot, Milch - Lebensmittel sind bis zu 40 Prozent teurer geworden. Der Preisschub trifft Hartz-IV-Empfänger besonders. Laut Frontal21-Recherchen müsste der Hartz-IV-Regelsatz um 26 Euro steigen - allein, um den Kaufkraftverlust auszugleichen.

Die siebenköpfige Familie Matz-Tiefenberg lebt seit über drei Jahren von Hartz-IV. Ronald Matz, 40, macht eine Umschulung zum LKW-Fahrer, nachdem seine Kneipe pleite ging. Martina Tiefenberg, 39, arbeitet nebenher als Reinigungskraft. Zusammen mit ihren Kindern Louis, 12, Luna, 9, Leni, 8, Laurine, 6, und Leo, 4, beziehen sie Hartz IV und Kindergeld in Höhe von 2.294 Euro monatlich, Zuschüsse für die Miete sind darin schon enthalten.

Es sei schwierig, mit dem Geld auszukommen, sagt Matz. Wenn die Kinder auf Klassenfahrt fahren oder aus ihren Schuhen herauswachsen, wird das Geld knapp. Spielzeug, Kleider und Einrichtungsgegenstände kaufen die Eltern im Second-Hand-Laden. Trotzdem ist Joghurt zum "Luxusartikel" geworden, seitdem die Preise für Grundnahrungsmittel in diesem Jahr dramatisch gestiegen sind, so Matz.

Höchstsatz neu berechnet
Der Hartz-IV-Höchstsatz beträgt 347 Euro im Monat für den Ein-Personen-Haushalt, zuzüglich gedeckelter Kosten für die Miete. Dieser Regelsatz wurde aus der Einkommens- und Verbrauchs-stichprobe 2003 hergeleitet und ist an die Rentenentwicklung gekoppelt. Am 1. Juli 2007 stieg er um zwei Euro. Dabei sind die Lebenshaltungskosten von Hartz-IV-Empfängern weit dramatischer gestiegen, so Recherchen von Frontal21.

Um den Lebensstandard zu halten, der der Kaufkraft von 345 Euro im Jahre 2003 entspricht, müsste ein Hartz-IV-Empfänger heutzutage 373 Euro im Monat erhalten, hat Prof. Brachinger für Frontal21 errechnet. Brachinger ist Professor an der Universität von Fribourg in der Schweiz. Er hat sich das Panel, das der Errechnung des Hartz-IV-Regelsatzes zu Grunde liegt, genau vorgenommen. Hier stehen die angenommenen Ausgaben eines Hartz-IV-Empfängers, beispielsweise 34,23 Euro für Bekleidung und Schuhe oder 12,61 Euro für Gesundheitspflege. Diese Einzelpositionen hat Brachinger mit dem offiziellen Preisindex verglichen.

Kinderarmut bei Hartz-IV-Empfängern
Sein Ergebnis: Die Lebenshaltungskosten von Hartz-IV-Empfängen haben sich seit 2003 um 7,5 Prozent verteuert. Das bedeutet - bezogen auf den Regelsatz - einen Kaufkraftverlust von 26 Euro. Damit hat sich die Lebenssituation von Hartz-IV-Empfängern noch dramatischer entwickelt als von den Sozialverbänden befürchtet.

Zitat
„Der enorme Preisschub vor allem bei Grundnahrungs-mitteln treibt die Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld immer tiefer in die Armut.“
Ulrich Schneider

Der Paritätische Wohlfahrtsverband zum Beispiel ist bisher von einer Preissteigerung von rund fünf Prozent für Hartz-IV-Empfänger ausgegangen. Der Verband fordert, nicht nur den Kaufkraftverlust auszugleichen. Da der Regelsatz ohnehin zu niedrig sei, sollte er insgesamt um 25 Prozent erhöht werden, um gerade die Kinderarmut in Deutschland besser zu bekämpfen. "Der enorme Preisschub vor allem bei Grundnahrungsmitteln treibt die Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld immer tiefer in die Armut", so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.

Sparen für die Weihnachtsgeschenke
Ronald Matz erfährt das Tag für Tag. Besonders für die Berechnung des Hartz-IV-Satzes für Kinder hat er kein Verständnis. Während ihm und seiner Partnerin je 90 Prozent des Regelsatzes anerkannt werden, erhalten seine Kinder bis zum 14. Lebensjahr sogar nur 60 Prozent - und das, obwohl sie ständig aus Kleidungsstücken und Schuhen herauswachsen. So spart Matz, wo er kann. Neulich hat er sich ein Paar Schuhe für 15 Euro gekauft - vom Ersparten will er seinen Kindern Weihnachtsgeschenke kaufen.


http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,7127684,00.html
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Ratrace


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« Antworten #37 am: 29. November 2007, 07:24:45 »

Ich warte auf den nächsten Töffel, der - kinderlos und in einer WG lebend - hier wieder rumprollt, wie ach so ausreichend der ALG-II-Satz doch ist.

In was für iener kaputten Gesellschaft leben wir eigentlich?
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Pinnswin


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« Antworten #38 am: 29. November 2007, 13:54:16 »

Leider leben wir in einer ziemlich kaputte und asozialen Gesellschaft.
In einer ärmlichen und erbärmlichen Familien-Situation sind es immer zuerst die Alten und die Kinder, die sterben.
Da nützt das geschreie nach Jugendamt und drangsalieren durch deren Mitarbeiter auch nichts.
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
Sektsauferle


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« Antworten #39 am: 30. November 2007, 17:17:06 »

da kommt mit sicherheit bald wieder irgendein single daher, der mit der kohle auskommt.
so n paar kenn ich auch, 100 qm altbau für 250 euro, ausgedrückte kippen noch auspopeln nach dem rest tabak usw.

ich hab da den optimalen vergleich, als leihsklave und alleinerziehende.

ich sitz regelmäßig zweimal im monat in der scheiße, weil die kröten absolut nicht reichen, aber wenn meine tochter drei wochen im urlaub ist, reicht die kohle hin.
schon komisch huh

aber das kapieren unsere merkels und der rest des vereins nicht, was für tausend kleinigkeiten da auf einen zurollen.
an sich selber kann man sparen aber wohl kaum an klassenkasse, uhu, hefte und lebensmittel fürs kind!
an jedem scheiß eis muß man sparen und nein sagen, danke deutschland, ich bin froh , hier leben zu dürfen!
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Stumme Ursel


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« Antworten #40 am: 01. Dezember 2007, 00:15:36 »

Zitat
Original von Pinnswin
Leider leben wir in einer ziemlich kaputte und asozialen Gesellschaft.
In einer ärmlichen und erbärmlichen Familien-Situation sind es immer zuerst die Alten und die Kinder, die sterben.
Da nützt das geschreie nach Jugendamt und drangsalieren durch deren Mitarbeiter auch nichts.

Sehe ich genau so wie du, vor allem sollte man die Jugendämter strenger überprüfen und die Mitarbeiter intensiv schulen (und beim Versagen in Haftung nehmen!), nur für so etwas ist kein Geld da in diesem Land.
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Nichts im Universum ist ohne Wert, denn die Natur tut nichts vergeblich (Aristoteles)
Ein böses Wort ist wie ein Stein, der in einen Brunnen geworfen wird: die Wellen mögen sich glätten, doch der Stein bleibt. (Konfuzius)
Germ


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« Antworten #41 am: 01. Dezember 2007, 11:49:43 »

Dieser Dreckskapitalisten-Ausbeuterstaat muss verändert werden,
sonst geht's immer mehr den Bach runter. Natürlich wird sich zuerst
an den Wehrlosen vergriffen. So war es schon immer.

Aber man kann ein Gesellschaftssystem auch verändern, z.B. mit einem  
Grundeinkommen für jeden Bürger. Zielvorgabe: 1500 Euro für jeden.

Darauf komme ich noch zu sprechen
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Eivisskat
Gast
« Antworten #42 am: 07. Dezember 2007, 22:40:18 »

...sondern auch krank.

Psychische Probleme sind vor allem in der Unterschicht weit verbreitet.
>> http://jungle-world.com/seiten/2007/49/11085.php

"Vielen Kindern und Jugendlichen geht es schlecht. Richtig schlecht. In den einschlägigen Internetforen finden sich häufig Sätze wie »Wenn ich die Wahl habe zwischen dem Nichts und dem Schmerz, dann wähle ich den Schmerz« oder »Regen ist gut, weil man deine Tränen nicht sieht« unter den Usernamen. Es geht um ausgekotztes Essen, aufgeritzte Haut und Heulattacken in der Einsamkeit des Kinderzimmers.

Kinder- und Jugendpsychologen machen schon lange darauf aufmerksam, dass ihre Klientel immer zahlreicher wird. Seit kurzem gibt es erstmals repräsentative Zahlen zu dem Thema. Das Gesundheitsministerium und das Bildungsministerium hatten das Robert-Koch-Institut mit der »Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland«, kurz KIGGS, beauftragt. Die Forscher tingelten drei Jahre lang durchs Land und untersuchten fast 18 000 Mädchen und Jungen. Für die Unterstudie »Bella« fragten sie in fast 3 000 Familien mit Kindern zwischen sieben und 17 Jahren gezielt nach seelischen Störungen. Ihr Ergebnis: Bei satten 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen finden sich »Hinweise auf psychische Auffälligkeiten«. "...

..."Therapeuten für Kinder und Jugendliche gibt es keineswegs ausreichend. Sie »fehlen insbesondere dort, wo sie am Dringendsten gebraucht werden. Dramatisch ist die Lage in ländlichen Gebieten und sozialen Brennpunkten«, heißt es bei der Bundespsychotherapeutenkammer. Kinder und Jugendliche warteten »häufig wochen- und monatelang auf eine psychotherapeutische Behandlung«."...

...>>
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Wilddieb Stuelpner


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« Antworten #43 am: 17. Mai 2008, 10:18:12 »

Die Welt, vom 5. Mai 2008

Berlin: Hartz IV- Kinder und Jugendliche sollen mehr Geld bekommen

Von Jens Anker

Berlin wird sich im Bundesrat für die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze für Kinder und Jugendliche einsetzen. Zusammen mit Bremen und Nordrhein-Westfalen strebt der Senat an, dass die Hartz-IV-Regelsätze für sie heraufgesetzt werden. Ein Antrag soll vor der Sommerpause eingebracht werden.

Bremen und Nordrhein-Westfalen hatten die Bundesratsinitiative gestartet, die mittlerweile eine breite und parteiübergreifende Unterstützung in den Bundesländern erfährt. Bislang erhalten Kinder bis 14 Jahre 60 Prozent und Jugendliche 80 Prozent des Hartz-IV-Regelsatzes. Das entspricht für Kinder 208 Euro im Monat, für Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre 278 Euro, wenn sie unverheiratet sind und im Haushalt der Eltern leben.

Bei dieser Berechnung sei der "entwicklungsspezifische Bedarf" von jungen Menschen nicht berücksichtigt, heißt es in der Begründung des Antrages der Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linksfraktion). Dazu gehöre eine besonders ausgewogene Ernährung, um gesundheitliche Probleme zu verhindern, "unberücksichtigt bleibt auch, dass sie besondere Aufwendungen bei der schulischen und beruflichen Bildung haben", heißt es weiter.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) bekamen im November des vergangenen Jahres 21,7 Prozent der Berliner zwischen 15 und 65 Jahren Leistungen der Grundsicherung. 346.000 Berliner leben demnach derzeit in Bedarfsgemeinschaften und 615.000 Menschen von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (unter anderem Hartz IV). Während die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank, stieg die Zahl der Personen, die Hilfen zum Lebensunterhalt benötigen in den letzten Jahren.

Allein für die Unterkunft muss das Land Berlin jährlich 1,4 Milliarden Euro aufbringen. 400 Millionen Euro davon übernimmt der Bund.

Mit rund vier Milliarden Euro sind die Sozialausgaben in Berlin der größte Kostenfaktor des Haushalts. Danach folgt die Bildung (zwei Milliarden). Berlin lag damit unter allen Bundesländern an der Spitze.

Besonders betroffen von Armut in Berlin sind Kinder. Insgesamt hat die Zahl der Minderjährigen in Hartz-IV-Haushalten zugenommen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind 177.844 unter 18-Jährige davon betroffen. Damit lebt jeder dritte der halben Million Berliner Minderjährigen in finanziell sehr begrenzten Verhältnissen.

Vor allem Alleinerziehende sind auf Transfers angewiesen. Fast jedes zweite der von Armut betroffenen Berliner Kinder, 75.500, lebt mit nur einem Elternteil. Im Vergleich der Bezirke sind die unter Achtjährigen in Neukölln am ärmsten dran, ganz dicht gefolgt von Mitte; bei den Acht- bis 14-Jährigen ist es umgekehrt. In Steglitz-Zehlendorf und Treptow-Köpenick ist die Kinderarmut am geringsten.

Zuletzt hatte die Berliner Linke auf ihrer Fraktionsklausur im brandenburgischen Templin ein umfangreiches Paket zur Bekämpfung der Kinderarmut in der Hauptstadt verabschiedet. Die Partei möchte in Berlin einen Sozialpass einführen. Diese Karte soll allen Beziehern von staatlichen Transfers verbilligten Eintritt zu Kulturveranstaltungen, Messen wie der Grünen Woche oder zu Sportereignissen ermöglichen. Für die von den Linken "Berlin-Pass" getaufte Karte, die 700.000 Menschen nutzen könnten, soll das bestehende Sozialticket der BVG ausgebaut, die bestehenden Vergünstigungen für sozial Schwache sollen gebündelt werden.
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« Antworten #44 am: 21. Mai 2008, 11:48:44 »

Zitat
Anlässlich der im Entwurf der Bundesregierung zum Armuts- und Reichtumsbericht veröffentlichten Daten zur Kinderarmut erklärt Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher:    

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz verharmlost die dramatische Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland.
Er versteckt die Ergebnisse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Armutsentwicklung von Kindern bis 15 Jahren im Anhang seines gestern bekannt gegebenen Entwurfs zum 3. Armuts- und Reichtumsbericht.
Nach den DIW-Daten ist die Armutsquote für Kinder unter 15 Jahren von 16 Prozent in 1998 auf 26 Prozent in 2005 gestiegen. Auch der Armuts- und Reichtumsbericht von Nordrhein-Westfalen weist eine Kinderarmutsquote von 24,7 Prozent für 2005 in NRW aus.    

Es ist vollkommen unverständlich, wie Scholz im 3. Armutsberichtes darauf kommt, dass die Kinderarmut im Jahr 2005 auf 12 Prozent zurückgegangen sein soll.
Schon der 2. Armuts- und Reichtumsbericht wies einen Anstieg der Kinderarmutsquote von 13,8 Prozent in 1998 auf 15 Prozent in 2003 auf.      

Seither ist die Zahl der Kinder, deren Eltern Sozialleistungen beziehen, deutlich gestiegen. Allein die Kinder im Hartz IV-Bezug sind von 1,4 Millionen im Januar 2005 auf rund 1.8 Millionen im Dezember 2007 gestiegen. Ganz zu schweigen von der wachsenden Zahl der Kinder, deren Eltern zu den Geringverdienern zählen.    

Der dramatische Anstieg der Armutsquote für Kinder erfordert ein umfassendes Programm gegen Kinderarmut. Neben Investitionen in Bildung und Betreuung sind Existenz sichernde Kinderregelsätze für Familien, die Sozialleistungen beziehen, unerlässlich.
Es ist zu vermuten, dass die Bundesregierung die Zahl der armen Kinder zu niedrig berechnet hat, weil sie außer kosmetischen Änderungen nichts gegen Kinderarmut unternimmt.
Erst im vergangen Monat hat die große Koalition einen Antrag von uns im Bundestag abgelehnt, der wenigstens Sachleistungen wie Lernmaterial und Schulessen für arme Kinder vorsah.    

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

nur lügen, wo man hinsieht, kann man denn auch so abstumpfen huh
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deutscher Michel


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« Antworten #45 am: 26. Mai 2008, 20:25:55 »

Zitat
Kaum ist die Aufregung um den Entwurf für den nationalen Armutsbericht der Bundesregierung ein wenig abgeebbt, folgt die nächste Hiobsbotschaft. Laut einem am Montag in Berlin veröffentlichten Report des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF hat die Kinderarmut in Deutschland mittlerweile weit größere Ausmaße als bisher angenommen. Demnach wachsen 35 bis 40 Prozent der Minderjährigen mit alleinerziehenden Eltern in relativer Armut auf. Als weitere Probleme nennt der Bericht unter anderem unzureichende Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige sowie die ausgeprägte Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft. Die Merkmale sozialer Ausgrenzung seien dabei sehr vielfältig, so der Vorstandschef der deutschen UNICEF-Sektion, Jürgen Heraeus, bei der Vorstellung der Studie. Kinder aus armen Haushalten seien häufig verhaltensauffällig, stark übergewichtig und neigten mehr als in jedem anderen Industrieland zu frühzeitigem Zigaretten- und Alkoholkonsum. Auffallend sei zudem, daß Jungen und Mädchen aus Zuwandererfamilien seltener einen Kindergarten besuchten, in Sonder- und Hauptschulen hingegen überrepräsentiert seien. 17 Prozent von ihnen verließen die Schule ohne Abschluß.
...
http://www.jungewelt.de/2008/05-27/054.php
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indem sie massenhaft auftritt"

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« Antworten #46 am: 28. Mai 2008, 02:42:55 »

Ursache für schlechte Bildungschancen, für Kinderarmut und Armut im Allgemeinem, schlechte gesundheitliche und soziale, teuer werdende Betreuung, schon vorhandene und sich uferlos ausbreitende Altersarmut?
  • die "Erfolgsreformen" der großen Scheißhauskoalition, die den Namen "Reform" nicht verdienen, sondern als Ausplünderungsorgien richtigerweise bezeichnet werden müssen,
  • der Unternehmerschmiergeldlobbyismus in der Politik und Wirtschaft,
  • das Kleben an mittelalterlichen Machtstrukturen mit kleinstaatlichem Charakter,
  • zu viele unnütze Karriersten und Egoisten in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, die nichts von menschlichem Zusammenhalt, Solidarität und kollegiales Eintreten halten, aber um so mehr vom Raffen, vom Übervorteilen und Bescheißen der Mitmenschen,
  • Konzentration von Kapital und Produktion auf wenige Eigentümer,
  • die Umverteilung des gesellschaftlich erwirtschafteten Reichtums in die Hände machtgeiler Raffsäcke
  • Privatisierung gesellschaftlich-staatlichem Eigentums
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Hamburgerin


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« Antworten #47 am: 28. Mai 2008, 08:56:21 »

Ich habe diesen Thread mal so eben überflogen, und dabei festgestellt, dass er im August 2005 gestartet wurde. das ist nun fast drei Jahre her. Und in dieser Zeit hat man immer und immer wieder das Thema *Kinderarmut* aufs Tapet gebracht. Und was hat sich seitdem geändert? Richtig! NICHTS!

Und es wird sich auch nichts ändern.

Das Thema *Kinderarmut* wird alle Jahre wieder aufgelegt, besprochen, diskutiert, erörtert, beschrieben, gedruckt, gefilmt, und zwar von immer denselben Typen, die niemals und zu keinem Zeitpunkt von sowenig Geld ihre lieben Kleinen über die Runden bringen müssen.
Die spalten sich dann in zwei Lager. Das eine Lager sagt, man braucht mehr Geld, höhere Alg II-Sätze, eigenen Kinderregelsatz, mehr Bildung, kleinere Klassen, kostenlose Mittagstische in Schulen, kostenlose Freizeitangebote für Alg II-Kinder, mehr Teilhabe an der Gesellschaft.....

Das andere Lager hält dagegen. Mehr Geld für Alg II-Kinder? Nicht mit uns! So haben deren Eltern nur mehr zur Verfügung für Kippen, Bier, DVD-Player, Flachbildfernseher. Helfen platte Klischees aus eben so platten Polit-Hirnen nicht mehr, wird die Armut von Anno-Dünnemals ausgegraben. Wie schwer es die Leute doch damals hatten, wie arm man war, wie klein die Verhältnisse, wie eng die Behausung - genauso eng, wie die Denke der Politfuzzis. *Damals* kann nicht der Maßstab für heute sein, sowenig wie die Armut der Dritten-Welt der Maßstab für Armut in einer Industrienation sein darf. Am Ende irgendeiner sinnentleerten Debatte läßt man sich das Zugeständnis mehr kostenlose Mittagstische einzurichten, abringen.
Damit ist diese lästige Debatte erst mal vom Tisch, schließlich hat man ja Entgegenkommen gezeigt.

Von denen, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, hat niemand ein ernsthaftes Interesse daran, Alg II-Sätze zu erhöhen, den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, mehr Bildungschancen zu eröffnen, mehr Aussicht auf Zukunftsperspektiven zu bereiten.
Hartz IV hat, anders als öffentlich dargestellt, schließlich niemals dazu gedient, Arbeitsplätze zu schaffen. Wäre es darum gegangen, hätte die damalige Regierung andere, sinnvollere Möglichkeiten gehabt. Hartz IV diente einzig darum Sozialstandarts abzusenken, Tarife auszuhebeln und die Löhne zu drücken. Und da werden die Verantwortlichen den Teufel tun, und die Alg II-Sätze anheben. Schließlich können die doch gar nicht niedrig genug sein, da sich daran doch die untersten Lohngruppen orientieren.

Ich bin mittlererweile zu dem Ergebnis gelangt, dass diese *kostenlose Mittagstische* erst in zweiter Linie dazu dienen, den Hunger der Kinder zu stillen, in erster Linie dienen sie dazu, die Kinder frühzeitig daran zu gewöhnen, in Zukunft in öffentlichen Suppenküchen zu essen,  sich alternativ die Abfälle der Konsumgesellschaft an den Tafeln abzuholen, oder in Mülleimern nach verwertbarem zu wühlen.

In diesem Sinne: Guten Apettit.
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Ratrace


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« Antworten #48 am: 29. Mai 2008, 08:12:21 »

Zitat
Kinderarmut in Deutschland

Thorsten Stegemann 29.05.2008

Die neueste UNICEF-Studie und das Dossier zu "Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen" warnen einmal mehr vor einem Scheitern der aktiven Sozial- und Familienpolitik

Die Fakten sind seit langem bekannt, und so beweist ihre stets aktualisierte Präsentation in Form groß angelegter Studien vor allem eins: Die politischen Entscheidungsträger sind in Deutschland nicht willens oder nicht fähig, zeitnah auf offenkundige Fehlentwicklungen zu reagieren, auch wenn ihnen Experten entscheidende Daten und Szenarien an die Hand geben, andere Länder mit gutem Beispiel voran gehen und sie selbst über komfortable parlamentarische Mehrheiten verfügen, die eine schnelle Beschlussfassung möglich machen sollten.
[...]

Ganzer Artikel: Telepolis
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Das einzig Freie im Westen sind die Märkte.
Hamburgerin


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« Antworten #49 am: 29. Mai 2008, 11:59:20 »

Das mit dem höheren Kindergeld ist doch pure Augenwischerei. Und wenn Frau v.d. Leyen das Kindergeld x-mal erhöht, da haben die Hartz-IV-Kinder überhaupt nichts von, ob mit oder ohne Zuschlag. Denn solange das Kindergeld und evtl. Zuschläge als Einkommen des Kindes angerechnet werden, sind derartige Vorschläge nur lautes Wahlkampfgetöse.
Und was diesen Kinderzuschlag angeht, den Eltern mit geringem Einkommen für ihren Nachwuchs erhalten, der soll doch bloß verschleiern, dass immer mehr Menschen mit ihrem Einkommen nicht auskommen, aber deswegen nicht gleich wieder in der Arbeitslosenstatistik auftauchen sollen. Schließlich soll die unter allen Umständen bereinigt werden, damit die Bundesregierung ihre "Erfolge" endlich auch mal feiern kann.
Aus diesem Grund hat man auch die Voraussetzungen für den Zuschlagsanspruch erweitert. Ursprünglich war die Meßlatte für den Anspruch so hoch gestezt worden, dass es kaum Berechtigte gab.
In Wahrheit bedarf es dieses Kinderzuschlages gar nicht. Es würde reichen, wenn jedes Kind in der BRD uneingeschränkten Anspruch auf Kindergeld hätte, der nicht mehr als Einkommen berechnet werden dürfte. Das wäre gesetzlich und verwaltungstechnisch schnell und mit einem Federstrich auszuführen, ist jedoch politisch nicht gewollt.
Alles andere was Fr.v.d. Leyer absondert, ist nur das immer gleiche Betoffenheitsgesülze eines Politprofis. Ich mags nimmer hören....so ermüdend ist das.  :schlafen>
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