Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: 1 2 3 [4] |   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Kinderarmut  (Gelesen 81302 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Kuddel


Beiträge: 11385


« Antworten #75 am: 23. Oktober 2017, 12:19:23 »

Zitat
Studie zur Kinderarmut
Einmal unten, immer unten


Familien mit Kindern können sich in Deutschland nur selten aus finanziell schwieriger Lage befreien. Das ist das Ergebnis einer Langzeituntersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

In Deutschland leben demnach rund 21 Prozent aller Kinder mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in Armut. Weitere zehn Prozent befinden sich an der Grenze zwischen dauerhaft gesicherter und nicht gesicherter Lage und rutschen immer wieder in Armut. Knapp 69 Prozent leben dauerhaft in gesicherter Lage.

Wichtigstes Ergebnis der Studie: Nur wenige Haushalte mit Kindern schaffen eine substanzielle Verbesserung ihrer Lage. Innerhalb eines Jahres lag der Anteil der Familien, die den Sprung aus der Armut geschafft haben, zwischen 16,4 und 3,7 Prozent, je nach Startvoraussetzungen. Besonders schwertun sich dabei Haushalte, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass eine anhaltend wirtschaftlich schwierige Lage negative Folgen für die Zukunftschancen vieler Kinder hat: Sie müssen häufiger eine Klasse wiederholen, haben schlechtere Noten und leiden häufiger an gesundheitlichen Einschränkungen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kinderarmut-bertelsmann-stiftung-stellt-langzeitstudie-vor-a-1174192.html
Gespeichert
Gino


Beiträge: 15



« Antworten #76 am: 05. Juli 2018, 23:40:01 »

Aus dem gleichen Artikel

Zitat von: Dräger
"Die zukünftige Sozialpolitik muss die Vererbung von Armut durchbrechen. Kinder können sich nicht selbst aus der Armut befreien - sie haben deshalb ein Anrecht auf Existenzsicherung, die ihnen faire Chancen und gutes Aufwachsen ermöglicht",

Nicht gut betuchte essen qualitativ schlechteres Essen, wohnen in kleineren Wohnungen und haben wesentlich mehr Ablenkungen, was es schwerer macht sich zu konzentrieren. Mit einem Kind ist es schon schwer dem Kreislauf des Konsums zu entgehen und sich eventuell selbstständig zu machen.

Selbstständigkeit ist der einzige Weg der aus der Armut führt. Sozialhilfe hat/hatte(?) Kredite für Selbstständigkeit. Sich selbstständig zu machen schiebt die Verantwortung auf einen selbst und braucht kein Kollektiv um Erfolg zu haben.

Kommunen können mittels Kredite Mikrogeschäfte auf die Beine stellen. Selbstständigkeit kann man erlernen und es ist ein trauriges Bild die das Fernsehen, Die Unternehmerschaft, die Gewerkschaften, die Sozialverbände es nicht gebacken kriegen so eine Sache anzuschieben.  

Beklagen hat noch keinem zu Erlösung seiner Probleme verholfen.
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11385


« Antworten #77 am: 10. Juli 2018, 18:37:09 »

Na Gino, du neoliberale Propagandaschleuder, was willst du in diesem Forum?
Zitat
Selbstständigkeit ist der einzige Weg der aus der Armut führt.
Reicht es nicht, daß die Jobcenter diesen Müll ihren "Kunden" predigen? Die Betroffenen geraten so in non-stop Beschäftigung, kein Feierabend, kein Wochenende, die Armut bleibt, oftmals "Selbstständigkeit" mit Aufstockung vom Amt und am Ende landen viele in Verzweiflung und Überschuldung.

Dabei nennst du das Problem beim Namen:
Zitat
Sich selbstständig zu machen schiebt die Verantwortung auf einen selbst und braucht kein Kollektiv...
Der Siegeszug der Wirtschaft mit sensationeller Bereicherung der Reichen, schuf auf der anderen Seite die Verarmung großer Teile der Bevölkerung. Das war nur möglich durch die Vereinzelung der Ausgebeuteten. Die wichtgsten Möglichkeiten sich wirkungsvoll zu wehren, liegen in Zusammenhalt und Solidarität der Einfachen Leute. Wenn du hier gegen die kollektive Notwehr argumentierst, wendest du dich gegen die Selbstverteidigung der Ausgebeuteten.

Mit diesem Weltbild hast du dich hierher einfach nur verirrt und wärst in einem FDP - oder Faschoforum besser aufgehoben.


Gespeichert
counselor


Beiträge: 3261



« Antworten #78 am: 11. Juli 2018, 19:55:03 »

Selbstständigkeit ist der einzige Weg der aus der Armut führt. Sozialhilfe hat/hatte(?) Kredite für Selbstständigkeit.
Sozialhilfe hat keine Kredite für Selbstständige.
Kommunen können mittels Kredite Mikrogeschäfte auf die Beine stellen.
Kommunen sind keine Banken. Und viele kleine Selbstständige befinden sich mit ihren Mikrokrediten in einer Schuldenfalle, weil sie horrende Zinsen zahlen müssen.
Gespeichert

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6395


« Antworten #79 am: 11. Juli 2018, 20:10:52 »

Was dieser "Gino" vorschlägt, ist eine Frechheit. Mikrokredite haben bereits genug Unheil in den Entwicklungsländern angerichtet:
http://www.fr.de/kultur/armutsbekaempfung-die-mikrokredit-luege-a-870241
Gespeichert

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
BGS
Polarlicht


Beiträge: 2936



« Antworten #80 am: 12. Juli 2018, 05:22:36 »

In der Tat musste ich gerde lachen ueber "Ginos" "Selbstständigkeit kann man erlernen... ."

Völliger Blödsinn. Manche werden fuer sowas geboren, andere nicht. Die mit dem goldenen Löffel im Mund geborenen heroisieren so etwas natuerlich und verschweigen, dass sie selbst zinslos Geld in Massen aus ihren Familien "geliehen" bekommen fuer ihre meist beknackten, ausbeuterischen sogenannten "Geschäftsideen" auf unsere Kosten.

MfG

BGs
Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
dagobert


Beiträge: 4628


« Antworten #81 am: 12. Juli 2018, 11:56:34 »

Nur zur Erinnerung:
In diesem Thread geht es um Kinderarmut, nicht um Selbständige.

Ihr müsst nicht über jedes Stöckchen springen ...
Gespeichert
Kuddel


Beiträge: 11385


« Antworten #82 am: 22. August 2018, 11:41:08 »

Zitat
Hohe Dunkelziffer
Viel mehr Kinder von Armut betroffen als offiziell bekannt

Etwa 1,4 Millionen bedürftige Kinder tauchen nach Schätzung des Kinderschutzbundes in offiziellen Sozialhilfe-Statistiken nicht auf. Gründe seien bürokratische Hindernisse oder die Scham der Eltern


Etwa 4,4 Millionen Kinder in Deutschland sind nach Schätzungen des Deutschen Kinderschutzbundes von Armut betroffen - etwa 1,4 Millionen mehr als bisher angenommen. Ein Grund sei, dass viele Familien staatliche Leistungen nicht in Anspruch nehmen, also in den Statistiken nicht erfasst würden. "Oft liegt es daran, dass die Eltern mit den bürokratischen Abläufen überfordert sind oder sich schlichtweg dafür schämen", sagte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers. Regierung und Behörden setzten auch bewusst auf den abschreckenden Faktor der Bürokratie. "Die Verschleierungsmethoden der Ministerien funktionieren gut", sagte Hilgers.

Dies sei ein "Armutszeugnis für ein reiches Land", kommentierte der Verband die Zahlen. Er forderte die Bundesregierung auf, entschlossener gegen Kinderarmut vorzugehen. Deren Pläne etwa zur Erhöhung des Kinderzuschlags seien "völlig unzureichend".

Der Kinderschutzbund bezieht sich mit seinen Zahlen unter anderem auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom 18. Juni 2018. Sogenannte aufstockende Leistungen nach Hartz IV nähmen geschätzt nur etwa 50 Prozent der Berechtigten in Anspruch. Das allein betreffe rund 850.000 Kinder unter 18 Jahren.

"Zählen wir alles zusammen, kommen wir konservativ gerechnet auf eine Dunkelziffer von 1,4 Millionen Kindern. Alle diese Kinder sind offiziell nicht arm, doch sie fallen durch das Raster unseres Sozialstaates", sagte Hilgers. Perspektivisch fordert der DKSB die Einführung einer einfachen und unbürokratischen Kindergrundsicherung.

Die hohe Dunkelziffer bei Bedürftigen betrifft aber nicht nur Kinder. Ein Gutachten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kam 2013 zu dem Ergebnis, dass geschätzt etwa 34 bis 44 Prozent der Berechtigten keine Sozialleistungen beantragen. (...)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kinderarmut-deutlich-mehr-kinder-betroffen-als-offiziell-bekannt-a-1224339.html


Welch Überraschung! Da ist die Armut doch viel größer als bisher zugegeben.
Ich finde es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, daß so viele sich nicht trauen, die bescheidene Kohle abzurufen, die ihnen zusteht.
Ich finde es nicht verwunderlich.
Es ist einmal die Bürokratie selbst, es ist die demütigende Behandlung durch Ämter und Behörden und es ist das soziale Mobbing, daß ein Empfänger von "Transferleistungen" ein Schmarotzer sei, der der Gesellschaft auf der Tasche liegt.

Ich selbst kriege Pickel, bzw. Panikschübe, wenn es um Formulare und diesen ganzen bürokratischen Antragsrdreck geht, der für das eigene Leben existenziell ist.

Mich nervt deshalb die Herangehensweise der Erwerbslosenaktivisten, die jeden Erwerbslosen zu einem Sozialrechtsanwalt schulen wollen.
Ich hasse dieses Denken. Ich will die ganzen Paragraphen nicht kennen, ich will diese ganze papierne Paragraphenwahnwelt nicht in meinem Kopf haben. Sie ist für mich der Horror, total krank! Ich will von diesem Dreck so weit entfernt sein wie möglich und habe so auch schon auf einen Haufen Kohle verzichtet. Da bin ich nicht stolz drauf. Ich halte diesen Scheiß schlichtweg nicht aus.

Deshalb kotzt mich diese ganze Beraterei der Erwerbslosenaktivisten an, obwohl sie natürlich in jedem Einzelfall wichtig ist. Vergessen wird dabei, daß diese ganzen Hürden, die Bürokratie, die entwürdigende Behandlung, abgeschafft werden müssen. DAS sollte zu den zentralen Forderungen gehören.
Gespeichert
counselor


Beiträge: 3261



« Antworten #83 am: 22. August 2018, 16:00:04 »

Ja, ganz klar: Die Erniedrigung durch die Bürokratie muß weg. Ich wäre an dieser Stelle für ein unbefristetes ALGI anstatt H4.
Gespeichert

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
dagobert


Beiträge: 4628


« Antworten #84 am: 23. August 2018, 04:32:11 »

Zitat
Hohe Dunkelziffer
Viel mehr Kinder von Armut betroffen als offiziell bekannt

Etwa 1,4 Millionen bedürftige Kinder tauchen nach Schätzung des Kinderschutzbundes in offiziellen Sozialhilfe-Statistiken nicht auf. Gründe seien bürokratische Hindernisse oder die Scham der Eltern


Etwa 4,4 Millionen Kinder in Deutschland sind nach Schätzungen des Deutschen Kinderschutzbundes von Armut betroffen - etwa 1,4 Millionen mehr als bisher angenommen. Ein Grund sei, dass viele Familien staatliche Leistungen nicht in Anspruch nehmen, also in den Statistiken nicht erfasst würden. "Oft liegt es daran, dass die Eltern mit den bürokratischen Abläufen überfordert sind oder sich schlichtweg dafür schämen", sagte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers. Regierung und Behörden setzten auch bewusst auf den abschreckenden Faktor der Bürokratie. "Die Verschleierungsmethoden der Ministerien funktionieren gut", sagte Hilgers.
[...]
Die hohe Dunkelziffer bei Bedürftigen betrifft aber nicht nur Kinder. Ein Gutachten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kam 2013 zu dem Ergebnis, dass geschätzt etwa 34 bis 44 Prozent der Berechtigten keine Sozialleistungen beantragen. (...)

Welch Überraschung! Da ist die Armut doch viel größer als bisher zugegeben.
Ich finde es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, daß so viele sich nicht trauen, die bescheidene Kohle abzurufen, die ihnen zusteht.

Dazu:
Zitat
Simulationsrechnungen zum Ausmaß der Nicht-Inanspruchnahme von Leistungen der Grundsicherung

http://doku.iab.de/forschungsbericht/2013/fb0513.pdf

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27852.0
« Letzte Änderung: 23. August 2018, 04:34:08 von dagobert » Gespeichert
Seiten: 1 2 3 [4] |   Nach oben
Drucken
Gehe zu: