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Autor Thema: [Post] Privatisierung  (Gelesen 93673 mal)
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Kuddel


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« Antworten #125 am: 11. Juli 2010, 13:25:34 »

Höhere Gebühren für Privatkunden und Gebührensenkung für die Wirtschaft:

Zitat
Post bevorzugt Großkunden bei Briefporto

Während die Post das Briefporto für Haushalte erhöhen will, hat der Logistikriese die Gebühren für Gewerbekunden gesenkt. Ein erheb licher Teil der Großversender kann seit dem 1. Juli deutlich höhere Rabatte in Anspruch nehmen, die bis zu 16 Prozent der bisherigen Kosten ausmachen. Der Standardbrief kostet für sie im günstigsten Fall nur noch 34 Cent, während Normalkunden 55 Cent zahlen müssen. Nach Ansicht von Wettbewerbern hat das Vorgehen des Postriesen ein einziges Ziel: Im hart umkämpften Geschäfts kunden markt soll die Konkurrenz mit Dumping-Preisen verdrängt werden. Die Zeche dafür zahlen die Privat kunden, die meist über keine Alter native zur klassischen Post verfügen. Bei der zuständigen Bundesnetz agentur haben die Wettbewerber deshalb bereits entsprechende Beschwerden eingereicht.
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,705721,00.html
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Kuddel


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« Antworten #126 am: 13. Juli 2010, 18:58:55 »

Zitat
Deutsche Post will in Lateinamerika expandieren

Die Deutsche Post will in Lateinamerika expandieren. Dies sei eine der drei Regionen weltweit, in denen die Post am stärksten wachsen wolle, sagte Vorstandschef Frank Appelt dem "Handelsblatt" (HB/Montagausgabe). Besonders der zunehmende Außenhandel der Region locke.


Die Deutsche Post will in Lateinamerika expandieren. Dies sei eine der drei Regionen weltweit, in denen die Post am stärksten wachsen wolle, sagte Vorstandschef Frank Appelt dem "Handelsblatt" (HB/Montagausgabe). Besonders der zunehmende Außenhandel der Region locke. Neben dem Absatz zwischen Lateinamerika und Asien werde der Güteraustausch innerhalb Asiens und über das Drehkreuz Afrika-Nahost-Asien am stärksten zunehmen.

Attraktiv sei für die Deutsche Post auch der Ausbau ihrer Position als Anbieter im lokalen Logistikgeschäft in lateinamerikanischen Ländern. Über entsprechende Investitionen werde der Konzern aber derzeit noch nicht entscheiden, sagte Appel. Die abwartende Haltung begründete er mit der Konkurrenzsituation: "Die Märkte stehen unter einem hohen Wettbewerbsdruck."
http://www.handelsblatt.com/newsticker/unternehmen/deutsche-post-will-in-lateinamerika-expandieren;2616843
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Kuddel


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« Antworten #127 am: 11. Oktober 2010, 14:30:07 »

Was man beim Personal einspart, kann man ja den Aktionären ausschütten:

Zitat
Deutsche Post

Logistik Durch Akquisitionen und Investitionen in das bestehende Geschäft hat sich die Deutsche-Post-Gruppe von einem Briefunternehmen in einen globalen Logistikkonzern gewandelt. Die jahrelange, umfangreiche Restrukturierung dürfte mittlerweile weitgehend abgeschlossen sein. Das inzwischen klar ausgerichtete Geschäftsportfolio, die strikte Kostenkontrolle sowie die sich weiter verbessernden Trends in der Logistikindustrie dürften zu einem anhaltend positiven Gewinn beitragen. Die Aktie deutsche Post hat eine Dividendenrendite von über sechs Prozent und ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von neun nicht teuer bewertet. (Xetra, 01.10.: 13,21 Euro)
http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/deutsche-post-1.102019
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Kuddel


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« Antworten #128 am: 10. Mai 2011, 19:24:36 »

Und das Ausschütten von Geldern fällt noch leichter, wenn man sich Kohle vom Staat holt...

Zitat
Subventionen:
EU weitet Ermittlungen gegen die Post aus

Die Wettbewerbshüter der EU weiten ihre Ermittlungen gegen die Deutsche Post aus. Gegenstand sind nun auch jene Staatsbeihilfen, die zur Deckung von Pensionsansprüchen ehemaliger und heutiger Beamter dienen.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/eu-weitet-ermittlungen-gegen-die-post-aus/4156528.html
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Kuddel


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« Antworten #129 am: 10. Mai 2011, 19:26:53 »

Zitat
Post-Chef will Portopreise selbst festsetzen dürfen
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE74701320110508

 rolleyes
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BGS
Polarlicht


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« Antworten #130 am: 11. Mai 2011, 22:43:15 »

Dieser Laden ist komplett Scheisse, entschuldigen Sie bitte meine drastische Ausdrucksweise. Aber so ist es schon lange. Keine Leistung, hohe Kosten für normale Nutzer... .

Z. B. verfüge ich über einen von der Post "bestätigten" Nachsendeauftrag -gültig bis Jahresende + alles wurde im Voraus bezahlt- und erhalte trotzdem seit Jahresanfang überhaupt keine Post mehr! Im Gegenteil, alle Firmen, Banken etc., mit denen ich schon immer zu tun hatte, haben mich seit Januar nicht mehr erreichen können. Hierdurch habe ich nun quasi täglich Ärger mit selbigen und natürlich immer höher steigende Kosten wegen angeblicher Nichterreichbarkeit. Kann ich deswegen bei der Dreckspost irgendjemanden erreichen? Von wegen. Nur elende Hotlines, niemand ist verantwortlich.

Einer meiner Freunde ist ein langjähriger "Post" Veteran, und er wird sich leider demnächst umbringen müssen, bei den Jahr für Jahr mieser werdenden Arbeitsbedingungen für die  sog. "Zusteller".

Mir fehlen die Worte ob der Zustände in "Deutschland". Sei es die "Post", hermes, oder anderes. Wandert aus, falls es noch geht.

MfG
BGS

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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
Kuddel


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« Antworten #131 am: 14. Juli 2013, 10:23:18 »

In den DHL Logistikzentren wird mit Leiharbeitern und und Dumpinglöhnen, die staatlich aufgestockt werden müssen, gearbeitet. Für die Börsenspekulanten ein Grund zum Freudentaumel.

Zitat
Post-Aktie ist der Outperformer

Glänzende Aussichten für das Wertpapier des Logistikkonzerns. Sowohl die fundamentalen Werte als auch die charttechnisch Situation sehen gut aus. Wie Anleger nun investieren können.




Auch für spekulative Anleger wird die Post-Aktie zunehmend interessant. Denn der Staatsanteil, kündigte Vorstandschef Frank Appel jetzt an, könnte sich bald auf 21 Prozent reduzieren. Das liegt an einer Wandelanleihe, die 4,5 Prozent des Aktienkapitals entspricht. Sie wird voraussichtlich im vollen Umfang gegen Aktien eingetauscht, weil der gestiegene Aktienkurs dies attraktiv macht. Das verwässert den Staatsanteil.

Nicht nur die Vetomacht auf der Hauptversammlung büßt der Staat damit ein. Auch ein Übernahmeangebot bekäme damit größere Aussichten auf Erfolg. Allerdings: Lediglich von Finanzinvestoren wären solche Offerten zu erwarten. Wettbewerbern der Post bliebe der Einstieg wohl aus kartellrechtlichen Gründen wahrscheinlich versperrt.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate/nachrichten/chartanalyse-post-aktie-ist-der-outperformer-seite-all/8478582-all.html

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Kuddel


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« Antworten #132 am: 12. März 2014, 10:56:15 »

Zitat
Post will nach Gewinnsprung auch 2014 zulegen

Die Deutsche Post hat das vergangene Jahr mit einem Gewinn von fast drei Milliarden Euro abgeschlossen. Damit übertrifft der Konzern die Erwartungen. Mit der Portoerhöhung im Rücken will sich die Post weiter steigern.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/weihnachtsrekord-post-will-nach-gewinnsprung-auch-2014-zulegen/9604234.html
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Kuddel


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« Antworten #133 am: 02. April 2014, 13:08:29 »

Zitat
Boomender Online-Handel
Post will Gewinn bis 2020 auf fünf Milliarden Euro steigern

Der Online-Handel boomt, die Nachfrage in den Schwellenländern steigt: Bei der Deutschen Post stehen die Zeichen auf Wachstum. Der Dax-Konzern setzt sich deswegen für die nächsten Jahre ehrgeizige Ziele
.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/boomender-online-handel-post-will-gewinn-bis-2020-auf-fuenf-milliarden-euro-steigern/9704180.html
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Kuddel


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« Antworten #134 am: 04. Juni 2014, 21:05:56 »

Wie so schwindelerregende Profite möglich sind?

Ganz einfach:

Zitat
Kettenbefristungen
88 Verträge - und dann arbeitslos

17 Jahre lang war Anja Helffenstein Postbotin, stets mit befristeten Stellen. Auf den 89. Arbeitsvertrag wartete sie vergebens - das Unternehmen setzte sie vor die Tür.


http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/befristete-ketten-vertraege-diese-rechte-haben-arbeitnehmer-a-972962.html
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xyu


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« Antworten #135 am: 18. Juli 2014, 05:03:35 »

Zitat
„Post persönlich“ – 40 Euro für 30 Sekunden

In Gelsenkirchen und Mülheim hat die Post ein Pilotprojekt gestartet: „Post persönlich“. Persönlich ist daran allerdings nicht viel: Für 40 Euro im Monat klingelt der Postbote bei älteren Menschen, die allein sind und nicht mehr aus dem Haus kommen, einmal am Tag an und fragt durch die Lautsprecheranlage, ob alles OK ist. Wenn nicht, ruft er die Johanniter.

Die Post versucht, ihren neuen Dienst zu vermarkten, indem sie auf das alte Bild des Postboten setzt. Ja, früher war der Postbote ein wichtiger Teil des sozialen Lebens in den Stadtteilen und Dörfern. Er kam überall vorbei, unterhielt sich mit den Nachbarn und half auch mal bei anderen Sachen. Auf die Idee, dafür Geld zu nehmen, wäre kein Mensch gekommen.

Doch das ist lange vorbei: Um Arbeitsplätze einzusparen, sind von Jahr zu Jahr die Touren der Postboten größer geworden. Da bleibt keine Zeit mehr für ein Pläusch’chen, ja manchmal nicht einmal, um alle Briefe auszuliefern.

Mit „Post persönlich“ kommt noch mehr Stress hinzu. Die Touren werden nämlich nicht kürzer: Denn pro Kunde bekommen die Postboten gerade einmal eine Minute Zeit dafür berechnet:
1 Minute, in der man klingeln, ein älterer Mensch an die Tür kommen, man sich nach seinem Wohlbefinden und seinen Problemen erkundigen und wieder gehen soll!

Die Post versucht, auf dem Rücken älterer, einsamer Menschen schnelles zusätzliches Geld zu verdienen und den Postboten zusätzliche Arbeit aufzuzwingen. Dabei würde es wohl auch die Kunden mehr überzeugen, wenn die Post nicht nur auf Geld aus wäre, sondern wieder Personal einstellt und die Touren für die Boten lockerer gestaltet. Dann würden – ohne Extrabezahlung – auch wieder mehr menschliche Kontakte entstehen.

Quelle: http://www.bund-revolutionaerer-arbeiter.org/spip.php?article542
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Kuddel


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« Antworten #136 am: 28. Juli 2014, 09:55:30 »

Zitat
Kostensenkungen geplant
Post will neuen Mitarbeitern weniger zahlen

Der Deutschen Post stehen harte Tarifverhandlungen bevor: Vorstandschef Frank Appel hat angedeutet, dass er neuen Mitarbeitern weniger zahlen will als langjährigen Angestellten. Begründung: Die Konkurrenz ist billiger.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/kostensenkungen-geplant-post-will-neuen-mitarbeitern-weniger-zahlen/10257440.html
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postzora


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« Antworten #137 am: 28. Juli 2014, 17:01:06 »

Es ist schon eine Weile her, daß es den Versuch einer unabhängigen Diskussion und Selbstorganisierung mit dem Poststammtisch in Kiel gab.

Verdi reagierte empört. Flugblattverteiler wurden angepöbelt, Flugblätter zerknüllt und dann kamen 3 Verdi-"Spitzel" zum Stammtisch. Dort tönten sie herum von den tollen Erfolgen von Verdi. Ihr Besuch hatte zur Folge, daß sich einige der Aktivisten eingeschüchtert fühlten, sich nicht mehr zum Stammtisch trauten und das Projekt einschlief.

Jetzt können wir uns die tollen Erfolge von Verdi in der Praxis ansehen: die Unternehmensprofite steigen ins Unermeßliche und die Löhne werden gekürzt.

Danke, Verdi!
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Kuddel


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« Antworten #138 am: 02. April 2015, 18:44:58 »

Zitat
Bei der Post liegt vieles im Argen


 
Was ist bloß aus der guten alten Post geworden? Seit der Privatisierung versucht das Unternehmen ständig, die Personalkosten zu senken. Und das bei steigenden Gewinnen. Das demotiviert, der Widerstand der Belegschaft wächst. Eine Analyse.

Rund 64 Millionen Briefe werden täglich zugestellt, 94 Prozent davon erreichen laut Post ihr Ziel schon nach einem Tag. An Werktagen werden durchschnittlich 3,4 Millionen Pakete und Päckchen befördert. Diese Zahlen treffen für Mittwoch und Donnerstag wohl nicht zu: Am Mittwoch befanden sich nach Angaben der stellvertretenden Verdi-Vorsitzenden, Andrea Kocsis, mehr als 10 000 Brief- und Paketzusteller im Streik. Und auch an diesem Donnerstag ging der Warnstreik weiter.

Warnstreiks bei Deutscher Post und DHL

Lautstarker Prostest in München: Streikende Postmitarbeiter machen mit Posthörnern auf ihre Anliegen aufmerksam.
Die Beschäftigten der Post und ihres Schwesterunternehmens DHL wehren sich gegen die Auslagerung der Paketzustellung in eine Tochterfirma, die ihre Mitarbeiter unter dem Haustarif bezahlt.

Bundesweit legten Tausende Postler die Arbeit nieder. Hunderttausende Briefe und Pakete blieben liegen.

Vordergründig geht es um eine Verkürzung der Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Wochenstunden ohne Abzüge beim Gehalt. Verdi hatte den entsprechenden Tarifvertrag zum 31. März gekündigt, um sich „etwas zurückzuholen“, wie es Verdi-Sekretär Detlev Borowsky im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau formulierte und zwar für den „Vertragsbruch bei der Paketzustellung“: Maximal 990 Paketzustellbezirke – das sind weniger als zehn Prozent aller Bezirke – können laut einer Schutzvereinbarung an externe oder interne Anbieter fremdvergeben werden. Für diese Vereinbarung hätten die Beschäftigten, so Borowsky, auf vieles verzichtet: auf freie Tage, Überstundenzuschläge, Pausenzeiten.

Doch dann wurde die Posttochter DHL Delivery gegründet. Die Mitarbeiter dort werden nicht mehr nach dem Haustarif der Post bezahlt und bekommen auch keine Betriebsrente. Für sie gilt nun der für den Arbeitgeber weitaus günstigere Tarifvertrag des Logistikgewerbes. Bereits 5500 Beschäftigte soll die neue Tochter haben – 1500 von ihnen kamen neu hinzu, aber bei rund 4000 handelt es sich laut Gewerkschaft um ehemalige Postler, die nun mit Einkommenseinbußen von zwanzig Prozent und mehr leben müssen.

Jahrelang nur befristete Verträge

Diese Arbeitnehmer, die oft über viele Jahre hinweg nur befristete Verträge bekommen haben, hatten wohl keine andere Wahl, als das Angebot von DHL Delivery anzunehmen. Nun fürchten auch die anderen 13 000 Beschäftigten mit befristeten Verträgen, dass sie ein ähnliches Schicksal erleiden könnten. Aber auch unter den 140 000 Mitarbeitern, die unter den Haustarif der Deutschen Post DHL fallen, ist der Unmut groß. Wie sollen sie einem Arbeitgeber trauen, dessen permanentes Ziel es zu sein scheint, die Personalkosten zu senken? Das ist zwar bei vielen Arbeitgebern, nicht nur in dieser Branche, üblich, aber es dämpft die Motivation und viele fragen sich, was eigentlich aus der guten alten Post geworden ist. Tatsächlich gibt es noch immer 30 000 Beamtinnen und Beamte. Zurück ins Beamtentum will niemand. Aber alle Beschäftigten haben eine anständige Behandlung und Bezahlung verdient.

Dass sie dafür auf die Straße gehen, muss nicht weiter überraschen. Die Arbeitnehmer sind es leid, dass für die Finanz- und Wirtschaftskrisen der Steuerzahler aufkommen muss und ihm die eigene Arbeit immer weniger Wertschätzung und Geld einbringt. Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder zeigt, dass es auch anders geht.

Der Warnstreik bei der Post dürfte erst ein Anfang sein. Die Beschäftigten lernen offenbar, dass sie sich wehren müssen, damit sich der Arbeitgeber nicht alles erlauben kann. Beim Arbeitskampf der Postler bleibt dennoch ein bitterer Beigeschmack: Egal wie diese Auseinandersetzung ausgeht – die Kolleginnen und Kollegen von DHL Delivery haben nichts davon.
http://www.fr-online.de/arbeit---soziales/streik-laehmt-deutsche-post-bei-der-post-liegt-vieles-im-argen,1473632,30284296.html
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Fritz Linow


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« Antworten #139 am: 15. April 2015, 14:50:23 »

Zitat
Tarifverhandlungen Arbeitszeit
Vorschlag der Deutschen Post „nicht verhandlungsfähig“
15.04.2015

Bei den Tarifverhandlungen zur Arbeitszeit für die rund 140.000 Tarifkräfte der Deutschen Post AG konnte am Dienstagabend (14. April 2015) kein Ergebnis erzielt werden. „Wir haben das von der Deutschen Post AG vorgetragene Modell zur Neuregelung der Wochenarbeitszeit als nicht verhandlungsfähig zurückgewiesen. Nach dem Vertragsbruch des Unternehmens erwarten die Beschäftigten Schutz und Sicherheit. Wir fordern eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit für alle Beschäftigten bei vollem Lohnausgleich und akzeptieren keine Möglichkeit zur Erhöhung der Arbeitszeit auf 41 Stunden. Die Post AG war nicht bereit darzulegen, wie sich ihr Modell auf den Monatslohn auswirkt“, sagte Andrea Kocsis, stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Verhandlungsführerin.

ver.di kündigte an, den Druck in den nächsten Tagen durch weitere Warnstreiks zu erhöhen. Dadurch könne es zu erheblichen Verzögerungen bei der Zustellung kommen. In welchen Bereichen zu einer Arbeitsniederlegung aufgerufen wird, teilte die Gewerkschaft nicht mit.

ver.di fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausleich. Das von der Deutschen Post AG bereits in der ersten Verhandlungsrunde dargelegte „Modell zur Neuregelung der Wochenarbeitszeit“ sieht eine individuelle Spreizung von 34 bis 41 Stunden vor, ohne Bezug auf die Forderung nach einer Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu nehmen.

Hintergrund des Tarifkonfliktes ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch die Deutsche Post AG und ihre Flucht aus dem bestehenden Haustarifvertrag. Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in den hierfür zum Jahresanfang gegründeten 49 Regionalgesellschaften verstößt die Deutsche Post AG gegen den zwischen den Tarifvertragsparteien abgeschlossenen Schutzvertrag, wonach das Unternehmen bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf. Für diesen Schutz verzichten die Beschäftigten unter anderem auf Kurzpausen und arbeitsfreie Tage. Mit der Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich soll dieser Vertragsbruch kompensiert werden. 

In einer ersten bundesweiten Warnstreikwelle Anfang April hatten bereits rund 20.000 ver.di-Mitglieder aus dem Bereich der Brief- und Paketzustellung die Arbeit zeitlich befristet niedergelegt.

Die Verhandlungen werden am 27./28. April 2015 in Siegburg fortgesetzt.




http://psl.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++38cb4142-e34a-11e4-86d5-525400248a66
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #140 am: 17. April 2015, 17:44:54 »

Zitat
Post-Streik:
Zusammenbruch in Paketzentren?
In den sechs nordrhein-westfälischen Paketzentren der Deutschen Post AG wird am Donnerstag (16. April 2015) mit Beginn der Mittagsschicht für 24 Stunden gestreikt.Auch in Wuppertal wird der Warnstreik entsprechende Auswirkungen haben
.

"Das ist die Antwort der Beschäftigten auf die zweite ergebnislose Verhandlungsrunde. Wir gehen davon aus, dass es in wenigen Stunden zu einem weitgehenden Zusammenbruch der Paketsortierung und -verteilung kommt", sagte der ver.di-Fachbereichsleiter für Postdienste in NRW, Uwe Speckenwirth. ver.di rechnet in den Paketzentren Köln, Krefeld, Dorsten, Hagen, Bielefeld und Greven mit über 1.000 Teilnehmern an dem Warnstreik.

Auslöser des Tarifkonfliktes ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch die Deutsche Post AG und ihre Flucht aus dem bestehenden Haustarifvertrag. Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in den hierfür zum Jahresanfang gegründeten 49 Regionalgesellschaften verstößt die Deutsche Post AG gegen den zwischen den Tarifvertragsparteien abgeschlossenen Schutzvertrag. Danach darf das Unternehmen bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben. Für diesen Schutz verzichten die Beschäftigten unter anderem auf Kurzpausen und arbeitsfreie Tage. Mit der ver.di-Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich soll dieser Vertragsbruch kompensiert werden.

Die tarifgebundenen Leiharbeitsunternehmen in Deutschland halten sich an die Vereinbarung, keine Leiharbeiter als Streikbrecher zu vermitteln. Als Reaktion hat die Deutsche Post AG trotz Ablehnung der Betriebsräte in den Niederlassungen Brief Münster und Herford 40 Menschen aus Rumänien, 39 aus der Slowakei und 10 aus Polen befristet eingesetzt. Offenbar sollen die Kräfte mögliche Streiks unterlaufen.

Die Tarifverhandlungen zur Arbeitszeit der rund 140.000 Tarifkräfte bei der Deutschen Post AG waren am Dienstagabend ohne Ergebnis vertagt worden. Sie werden am 27. und 28. April 2015 in Siegburg fortgesetzt
http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/post-streik-zusammenbruch-in-paketzentren-aid-1.5020071
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Fritz Linow


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« Antworten #141 am: 22. April 2015, 17:23:26 »

Die Knechte der Post bekommen neuerdings solche Briefe von ihren Herren. Das ist leider kein Scherz und einige werden sich davon wohl auch einschüchtern lassen:

Zitat
Ver.di hat angekündigt, den Betrieb bundesweit erneut durch Warnstreiks zu stören.

Obwohl der bisherige Lohntarifvertrag durch die ver.di Tarifkommission vor über einem Monat gekündigt und zeitnah die Übermittlung einer konkreten Forderung angekündigt wurde, lag diese nicht zur Verhandlungsrunde am 14.04.2015 vor.

In diesem Zusammenhang darf ich Ihnen ein Zitat unseres Vorstandsmitgliedes Melanie Kreis mitteilen:

„Wir können nicht ernsthaft über einen Lohnausgleich zur geforderten Verkürzung der Arbeitszeit verhandeln, solange wir die Forderung von ver.di für die bevorstehenden Lohntarifverhandlungen nicht kennen. Wir sind in Sondierungsgesprächen und werden diese noch in diesem Monat fortsetzen.“

Es erübrigt sich in diesem Zusammenhang danach zu fragen, wer eigentlich ein ernsthaftes Interesse an einer Konfliktlösung hat. Ver.di hat dies wohl jedenfalls nicht, wenn ohne konkrete Forderung einfach nur auf Streik und Krawall gesetzt wird. Ver.di ist dabei, massiven Schaden durch Betriebsstörungen anzurichten und dafür zu sorgen, dass der Wettbewerb gestärkt wird.

Ver.di vernichtet damit massenhaft Ihre Arbeitsplätze!

Ein Streik dient vor allem den eigenen Gewerkschaftsinteressen: Mitgliederwerbung und mediale Aufmerksamkeit. (Aus diesem Grund ist übrigens bei vielen ver.di-Plakaten gleich ein Beitrittsformular dabei und bei Streikaufrufen laufen die ver.di-Vertrauensleute und Streikleiter mit Beitrittsformularen herum.)

Egal, ob sie Mitglied von ver.di sind oder nicht: machen Sie Reformdruck auf eine längst überholte Verhandlungstaktik. Machen Sie ver.di deutlich, dass Sie, sofern Sie zahlendes Mitglied sind, nicht länger bereit sind, durch Ihren Mitgliedsbeitrag die Schädigung unserer Kunden, die weitere Vernichtung von Arbeitsplätzen und die Unternehmensschädigung mit zu finanzieren!

Ich dank Ihnen ausdrücklich für Ihre bisherige Loyalität gegenüber unserem Unternehmen und für Ihre künftige Bereitschaft, Schaden von unserem Unternehmen fernzuhalten.
« Letzte Änderung: 22. April 2015, 17:25:05 von Fritz Linow » Gespeichert
dagobert


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« Antworten #142 am: 22. April 2015, 21:25:14 »

Es erübrigt sich in diesem Zusammenhang danach zu fragen, wer eigentlich ein ernsthaftes Interesse an einer Konfliktlösung hat.
Wer im Glashaus sitzt ...
Zitat
Egal, ob sie Mitglied von ver.di sind oder nicht: machen Sie Reformdruck auf eine längst überholte Verhandlungstaktik.
Die Post-Chefs sollten froh sein über die Warnstreiks.
Hintergrund des Tarifkonfliktes ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch die Deutsche Post AG und ihre Flucht aus dem bestehenden Haustarifvertrag. Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung in den hierfür zum Jahresanfang gegründeten 49 Regionalgesellschaften verstößt die Deutsche Post AG gegen den zwischen den Tarifvertragsparteien abgeschlossenen Schutzvertrag, wonach das Unternehmen bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Paketzustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf.
Bei einem solchen Vertragsbruch wäre eigentlich ein Generalstreik angemessen.
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Kuddel


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« Antworten #143 am: 13. Mai 2015, 14:10:11 »

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« Antworten #144 am: 13. Mai 2015, 15:01:04 »

Die Erde ist eine Scheibe!

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« Antworten #145 am: 13. Mai 2015, 17:27:55 »

Zitat
Die Filialen sind längst privatisiert, ín einigen Zustellbezirken fahren Subunternehmer Pakete aus. Selbst die Leerung der Briefkästen hat die Deutsche Post ausgelagert: an selbstständige Kleinstunternehmer, denen man schon am klapprigen Kastenwagen ansieht, dass sie mit ihrer prekären Tätigkeit nur gerade so über die Runden kommen.

Doch das ist noch nicht genug für die Deutsche Post AG, die gerade erst wieder blendende Unternehmenszahlen veröffentlicht hat. Die Aktionäre, darunter mit 21 Prozent der Anteile auch der deutsche Staat, verlangen noch mehr Rendite. Deshalb muss sich die Gehaltsspirale jetzt weiter nach unten drehen: Dazu lagert die Post-Tochter DHL die Paketzustellung in 49 Regionalgesellschaften aus, wo die Mitarbeiter statt nach dem Post-Haustarifvertrag nur mehr nach dem meist deutlich niedrigeren Logistik-Tarif entlohnt werden.

Um diesem Sparziel näher zu kommen, schreckt das Post-Management auch nicht davor zurück, eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi zu brechen, die derartige Auslagerungen eigentlich verhindern sollte. Dass Verdi darauf mit Arbeitskampf reagiert, ist nur recht und billig. Dass die Post den Streik nun zum Anlass nimmt, die eigenen Angestellten massiv unter Druck zu setzen, ist erschreckend. Für einen Konzern, an dem der Staat ein Fünftel der Anteile hält, ist ein derartiges Verhalten schlicht inakzeptabel.

Die Post mag zwar jetzt beteuern, die Drohungen gegen streikbereite Mitarbeiter seien das Werk einzelner, übereifriger Manger und stünden nicht im Einklang mit der Unternehmenspolitik. Doch selbst wenn dem so wäre, wäre es nur ein weiterer Beweis dafür, dass in dem gelben Riesenkonzern mit rund 180 000 Mitarbeitern so einiges im Argen liegt.
http://www.fr-online.de/aktuelle-kommentare/deutsche-post-das-vertrauen-ist-verspielt,30085308,30690040.html
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« Antworten #146 am: 14. Mai 2015, 19:27:07 »

Zitat
Post setzt Beamte als Streikbrecher ein

Im Arbeitskampf mit der Gewerkschaft Verdi hat die Deutsche Post AG Beamte als Streikbrecher eingesetzt - obwohl das Bundesverfassungsgericht dies grundsätzlich verboten hat. Das Unternehmen vertritt die Auffassung, der Einsatz sei dennoch rechtmäßig, antwortet auf Nachfragen aber teilweise ausweichend.

Der Süddeutschen Zeitung liegen die Namen von 28 Beamten vor, die in den Briefniederlassungen Frankfurt und Gießen, der Zustellbasis Frankfurt sowie im Paketzentrum Rodgau (ebenfalls in Hessen) beschäftigt sind. Bei Warnstreiks im April wurden sie auf bestreikte Arbeitsplätze geschickt. Das Unternehmen informierte die Betriebsräte mit dem Hinweis, die Beamten seien "freiwillig versetzt worden".

Damit setzte sich die Post womöglich dennoch über einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 1993 hinweg. Die Karlsruher Richter verfügten über die damalige Bundespost, dass sie "nicht den Einsatz von Beamten auf bestreikten Arbeitsplätzen anordnen darf, solange dafür keine gesetzliche Regelung vorhanden ist".
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeitskampf-post-setzt-beamte-als-streikbrecher-ein-1.2478798
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« Antworten #147 am: 14. Mai 2015, 21:56:39 »

Zitat
Beamte als Streikbrecher?

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/post-123.html
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« Antworten #148 am: 14. Mai 2015, 22:49:27 »

Diesen Frank Appel und Melanie Kreis (Personalvorstand) interessiert es einen Dreck, dass Beamte nicht als Streikbrecher eingesetzt werden dürfen. Das sind alles aktionärshörige Speichellecker, denen die Beschäftigten am Arsch vorbei gehen. Spätestens seit diesem Zumwinkel hat es eine gewisse Tradition bei der Post, dass nach außen hin die Sozialpartnerschaft mit verdi gepflegt wurde, während intern die übelsten Methoden gemäß McKinsey angewendet werden. Dazu gehört auch, dass man sich einfach über alles hinwegsetzen kann.
Es wäre den Gewerkschaften zu wünschen, dass sie begreifen, dass sie es ebenso können, wenn sie endlich einmal begreifen, wer da so ihnen gegenüber steht: schmierige, dreckige Köter!
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« Antworten #149 am: 19. Dezember 2015, 22:18:18 »

„Jetzt wollen sie auch noch unser Gehirn“

Wenn folgendes stimmt, hat die Post eine Punktlandung hingelegt: angeblich wird es bundesweit in den kommenden fünf Jahren Seminare für alle unbefristet Beschäftigten geben. Ein Seminar dauert zwei Tage und besteht aus 20 Teilnehmern, die so zusammengestellt werden, dass alle aus verschiedenen Stützpunkten, Abteilungen etc. kommen werden. Keiner kennt also den anderen.

Inhaltlich wird wohl u.a. geboten:
Kennenlernspiele
Filme
Diskussionen
„Expertenwissen“ vertiefen
„Experte“ sein
Nicht nur „Arbeitnehmer“, sondern auch „Verantwortungsnehmer“ sein
Selber Unternehmertum durchspielen
abschließend einen Brief an sich selber schreiben, den man dann vier Monate später erhält.

Das klingt insgesamt nach geiler Gehirnwäsche. Dem Betriebsrat ist das alles bekannt, also auch der Gewerkschaft.
Arbeitsrechtlich kommt man wohl nicht drumherum, daran teilzunehmen. Die Frage wäre, was überhaupt von so einem Rotz zu halten ist und wie man das dementsprechend stören kann.
Die ganze Aktion klingt erstmal furchtbar blöd, aber das Management ist gewiss nicht blöd, und ihm ist auch bekannt, dass „Experte sein“ bei der Post in erster Linie bedeutet, Sachen nach Zahlen zu sortieren. Was soll das also?

Welche konkreten Manipulationsmechanismen stecken dahinter und gibt es ähnliche Beispiele?

Gespeichert
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