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Autor Thema: [Post] Privatisierung  (Gelesen 82367 mal)
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dagobert


Beiträge: 4223


« Antworten #150 am: 19. Dezember 2015, 21:33:06 »

Nicht nur „Arbeitnehmer“, sondern auch „Verantwortungsnehmer“ sein
Selber Unternehmertum durchspielen
Die Arbeitnehmer sollen wohl unternehmerisches Denken verinnerlichen, z.B. "Löhne sind ein Kostenfaktor und müssen deshalb so niedrig wie möglich gehalten werden."

„Jetzt wollen sie auch noch unser Gehirn“
Yep, das ganze wird vermutlich wirklich auf eine Art Gehirnwäsche hinauslaufen.
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Kuddel


Beiträge: 9991


« Antworten #151 am: 02. Februar 2016, 19:36:41 »

Es geht weiter:
Lohdumping und Arbeitsverdichtung durch Outsourcing und Fremdvergabe.

Zitat
Briefe über Briefe – die Post ist Nacht für Nacht ganz aktiv


Alle Briefe, alle Postkarten laufen über das Briefzentrum Essen. Auf diesem Foto werden von der automatischen Sortieranlage die Kisten mit den sortierten Briefen zur weiteren Verarbeitung zu Gitterwagen gebracht,Foto: STEFAN AREND

Gladbeck. Alle Briefe aus Gladbeck landen im Briefzentrum Essen – auch die, die für Gladbeck bestimmt sind. 45 Boten tragen 200 000 Briefe die Woche aus.

Um 17 Uhr noch schnell den Brief am Postbank-Center Barbarastraße eingeworfen – am anderen Morgen liegt er pünktlich im Postkasten des Adressaten an der Hochstraße. Selbstverständlich – liegt ja nur im die Ecke, könnte man meinen. Aber der Brief hat, bevor ihn der Bote zustellt, einen Weg hinter sich, der länger ist, als man denkt.

Thomas Huss ist einer der noch wenigen Post-eigenen Briefkastenleerer, viele andere kommen inzwischen von Fremdfirmen – Speditionen, Taxibetriebe oder Transportunternehmen, erläutert Post-Sprecher Dieter Pietruck. Huss und seine Kollegen fahren mehrere Touren durch Gladbeck, bei denen sie die 30 im Stadtgebiet verteilten gelben Briefkästen leeren. Mit einem Spezialschlüssel öffnet Huss den Kasten, scannt mit einem Handscanner einen innen liegenden Strichcode – damit die Leerung am Standort samt Uhrzeit festgehalten wird. Und dann gehen die Briefe zunächst per Auto auf Reisen.

Mehrere tausend Briefe und Karten pro Tag sammelt die Post so in Gladbeck ein – die genaue Zahl nennt sie aus Konkurrenzgründen nicht, so Pietruck. Nur soviel: Seit Jahren sei das Aufkommen rückläufig, nur 15 Prozent stammt von Privatkunden. Der große Rest ist gewerbliche Post, oft an Filialen abgegeben. Dennoch halte die Post, so Pietruck, die Zahl der Briefkästen in Gladbeck seit 2003 stabil. Laut Gesetz müsse jeder innerhalb von 1000 Metern einen der gelben Kästen ansteuern können. „Im Ruhrgebiet liegen wir deutlich drunter, meist unter 500 Metern.“

Sämtliche Post wird zum Briefzentrum nach Essen gebracht – in Vogelheim steht eines der größeren, zuständig für alle Städte, deren Postleitzahl mit 45 beginnen. Rund 400 Mitarbeiter bearbeiten dort jede Nacht bis zu 3 Mio Briefe und Postkarten – mit Hilfe großer und intelligenter Maschinen. Zunächst werden die Briefe nach Größe sortiert, richtig herum gedreht (Anschriftseite in die gleiche Richtung) sowie die Briefmarke geprüft und gestempelt. Alles automatisch – auch die anschließende Sortierung: „Die Maschine liest die Anschrift, fasst nach Postleitzahlen zusammen und druckt den Briefen einen Leitcode am Briefrand auf.

Alle überregionalen Briefe verlassen um 21.30 Uhr das Briefzentrum. Die, die in der Region bleiben, werden bis 6 Uhr – zusammen mit der Post, die aus anderen Landstrichen hierher kommt – durch die „Gangsortierung“ geschickt: Da werden die Briefe so feinsortiert, dass sie in der Reihenfolge liegen, wie sie der Briefträger später austrägt. Um 6.30 Uhr bringen meist zwei Lkw diese Post nach Gladbeck zum Poststützpunkt an der Wilhelmstraße, wo 67 Mitarbeiter tätig sind und ca. 200 000 Sendungen pro Woche verarbeiten. Dort wird noch eine Restsortierung (von schwer Lesbarem) vorgenommen.

Dann schwirren die Postboten per Rad (plus zwei Landzusteller per Auto) in die 33 Zustellbezirke in Gladbeck aus, die größer geworden sind, seitdem die Boten nicht mehr selbst sortieren. Im Schnitt bewältigt ein Briefzusteller 1500 Sendungen am Tag. Viel zu viel, um damit aber vom Stützpunkt aus loszuziehen: Deshalb wird ein Großteile der Briefe in Spezialbehälter gepackt und von einem Fahrdienst zu Ablagekästen gebracht, an denen sich die Postboten nachversorgen können. Damit alle Briefe pünktlich im Postkasten sind...
http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/briefe-ueber-briefe-die-post-ist-nacht-fuer-nacht-ganz-aktiv-id11508348.html#plx1863379761
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Fritz Linow


Beiträge: 778


« Antworten #152 am: 02. Februar 2016, 23:19:09 »

Während wir hier über die Sauereien der Post reden, verteilt diese nicht nur Briefe, sondern hat noch ganz andere Sachen im Angebot, nämlich lustige Veranstaltungen, die man buchen kann:
https://www.direktmarketingcenter.de/veranstaltungen/selbstorganisation.html

zum Beispiel:

Crash-Kommunikation - Warum Piloten versagen und Manager Fehler machen:
So überwinden Sie mit guter Kommunikation und cleverem Management jede Krise

Das Adler-Seminar – Erfolg mit Herz, Mut und Verstand!
Führen, Fördern, Motivieren: Mit engagierten Mitarbeitern maximale Kundenzufriedenheit erreichen

Das Günter-Prinzip – So motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund!
Impulse für mehr Motivation, Veränderung, Energie und Erfolg: Erreichen Sie Ihre Ziele!

Die Kraft der Idee:
Kreativität ist lernbar. Nutzen Sie erfolgreiche Kreativitätstechniken auch in Ihrem Unternehmen!


Dieser Drecksverein (mittlerweile) sorgt nicht nur für die Ausbeutung im eigenen Laden oder von Subunternehmern, sondern verbreitet auch noch diese ganze Scheiße mit eigenen Veranstaltungen und streut damit ein Bewusstsein unter die Leute, damit die Kacke am Laufen gehalten wird.
Das Kerngeschäft ist weniger das gute alte  „Sachen nach Zahlen sortieren und verteilen“, sondern die Verbreitung einer menschenverachtenden Ideologie.
« Letzte Änderung: 02. Februar 2016, 23:41:13 von Fritz Linow » Gespeichert
Fritz Linow


Beiträge: 778


« Antworten #153 am: 04. März 2016, 20:53:45 »

Wo Post drauf steht, ist nicht immer Post drin. Die Postbank gehört 100%ig zur Deutschen Bank, die die Postbank nun an die Börse bringen will. Durch diese Trennung von Postlern und Postbankangestellten wird natürlich auch verhindert, dass gemeinsam gestreikt werden könnte. Ver.di macht das mit, indem sie die Postangestellten in den einen Fachbereich, die Postbankangestellten in den anderen einordnet.
http://www.welt.de/regionales/hessen/article152836700/Kein-Zeitdruck-bei-Postbank-Verkauf.html
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Fritz Linow


Beiträge: 778


« Antworten #154 am: 31. Mai 2016, 09:15:11 »

Aus einer aktuellen gemeinsamen Erklärung des Vorstandes der Deutschen Post AG und ver.di zum „Innovationsdialog“:
Zitat
Die Sicherheit der Zusteller soll durch ein Notrufmodul mit GPS-Ortung und Notruffunktion erhöht werden, insbesondere dort, wo im Rahmen ihrer Zustelltätigkeit eine erhöhte Gefährdung durch direkte Übergriffe auf die Person besteht.

Damit wird die totale Überwachung eingeführt. Wenigstens wird keinerlei Hehl daraus gemacht, dass es eigentlich dafür bestimmt ist, Verhalten und Leistung zu kontrollieren.

Zitat
Die Parteien (Deutsche Post DHL und ver.di) stellen sicher, dass im Zuge der digitalen Transformation die Würde und  Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten gewahrt bleiben. Dies gilt insbesondere für technische Einrichtungen und Systeme, die dazu geeignet oder bestimmt sind, das Verhalten und die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen.

Die Post entwickelt sich immer mehr zu einem Big Brother und die Gewerkschaft schaut zu. Die  Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten, von denen verdi schwafelt, beziehen sich  auf den Schutz gegenüber den Kunden, nicht gegenüber dem Arbeitgeber.

Durch die GPS-Ortung, die garantiert für alle Zusteller kommen wird, spart sich die Post nebenbei die sonst üblichen internen Detektive ein, die normalerweise die Postboten bespitzeln, ob sie nicht zu lange Pause bei einer Bäckerei o.ä. machen.

https://psl.verdi.de/themen/nachrichten/++co++d371ffb6-20d8-11e6-a0f5-525400ed87ba
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counselor


Beiträge: 2534



« Antworten #155 am: 31. Mai 2016, 11:13:46 »

Das erinnert mich an die Überwachung des Surfverhaltens der Nutzer bei einem ehemaligen Arbeitgeber von mir: Da mußte bei der Auswertung der Proxy-Protokolle immer ein Betriebsrat anwesend sein. Bei einem anderen Arbeitgeber, den ich mal hatte, konnte die QM-Abteilung anhand der Daten der Türschlösser Bewegungsprotokolle der Mitarbeiter erstellen. Die Türschlösser konnte man nur mit einer elektronischen Batch-Karte bedienen.
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Kuddel


Beiträge: 9991


« Antworten #156 am: 05. August 2016, 12:48:05 »

So sieht der Sieg der "Kräfte des Marktes" aus:

Dienstleistungen werden immer schlechter und teurer.
Arbeitsbedingungen werden immer mieser und würdeloser.

Das treibt die Bilanzen und Profite nach oben.

Zitat
Trotz halber Milliarde Gewinn
Post droht schon wieder mit höherem Porto!

541 Millionen Euro hat die Deutsche Post im zweiten Quartal an Gewinn eingestrichen – rund zwei Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Und dennoch stellt sie die nächste Portoerhöhung bereits wieder in den Raum.


Derzeit sind für einen Standardbrief 70 Cent fällig, doch die Post hält diesen Betrag für zu gering. „Im europäischen Durchschnitt kostet ein Brief 80 Cent.

Von 2003 bis Ende 2012 kostete ein Standardbrief übrigens 55 Cent – seitdem nahm die Portoerhöhung ihren Lauf.
http://www.mopo.de/news/politik-wirtschaft/trotz-halber-milliarde-gewinn-post-droht-schon-wieder-mit-hoeherem-porto--24501654
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Fritz Linow


Beiträge: 778


« Antworten #157 am: 04. November 2017, 19:07:28 »

Zitat
4.11.17
Ärger mit der Post: Briefträgerin packt aus

Kreis Pinneberg.  C sitzt in einem Schnellrestaurant und nippt am heißen Kaffee. Sie trägt Joggingkleidung. Heute ist ihr freier Tag. C. ist Zustellerin bei der Deutschen Post. Eigentlich ist das C nicht der Anfangsbuchstabe ihres echten Vornamens, es könnte genauso gut jeder andere des Alphabets sein. Die Anonymität zu wahren ist C., deren Identität dem Abendblatt allerdings bekannt ist, sehr wichtig. Während viele Menschen beklagen, dass sie nur noch selten und sehr unregelmäßig Briefe bekommen (wir berichteten), will C. über die Arbeitsbedingungen im Zeichen des Posthorns sprechen. Sie sagt: "Die Probleme der Post bei der Zustellung sind hausgemacht." So etwas sieht und hört ihr Arbeitgeber sicherlich so gar nicht gern.

C. ist schon lange Zustellerin im Kreis Pinneberg. Früher sei es für sie ein Traumjob gewesen, sagt sie. "Mittlerweile ist es ein Alptraum." Mal fährt sie mit dem Auto, mal mit dem Fahrrad. Sie ist sogenannte "Springerin". Das bedeutet, dass sie keinen festen Zustellbezirk hat, sondern dort eingesetzt wird, wo gerade Personalnot herrscht. Egal ob fester Bezirk oder nicht: Sie seien zu groß. "Das ist einfach nicht mehr zu schaffen", sagt C.
"Wir sind die Fußmatten für die Kunden"

Ein Computerprogramm namens Ibis, das bemisst, wie viele Sendungen ein Zusteller an einem Tag zustellen muss, sei Schuld an der ständigen Vergrößerung der Bezirke. C. sagt: "Zu 99 Prozent liegt das Programm in der Bemessung falsch."

Der hohe Krankenstand bei der Post, mit dem das Unternehmen die massiven Verzögerungen bei der Zustellung im Kreis Pinneberg in den vergangenen Wochen begründet hat, ist für sie insofern kein Zufall. Die meisten krankheitsbedingten Ausfälle resultierten aus der psychischen und physischen Überlastung der Zusteller, meint C.

Doch es sei nicht nur die Größe der Bezirke, die den Zustellern zu schaffen mache, sondern auch die stetig wachsende Menge der Sendungen. "Durch den Onlinehandel nimmt die Anzahl der Pakete ständig zu." Auch Infopost wie zum Beispiel Kataloge müssten die Zusteller in großer Stückzahl austragen.

Die Überlastung der Zusteller bekommen dann die Menschen zu spüren, die auf wichtige Briefe warten, sie aber nicht erhalten. Die jeden Morgen zum Briefkasten gehen, nur um festzustellen, dass er auch an diesem Tag leer ist. Die allmählich wütend werden. Natürlich könne sie den Frust der Menschen nachvollziehen, sagt C. Aber sie findet es unfair, dass die Zusteller den Frust abbekommen. Sie sagt: "Wir sind die Fußmatten für die Kunden."

Wer lange krank sei, dem drohe die Kündigung

Wenn sich ein Kunde beschwert, müsse sie ihn an die Hotline verweisen, sagt C. Für schriftliche oder mündliche Erklärungen bleibe während der ohnehin nicht mehr zu schaffenden Arbeit überhaupt keine Zeit. "Aus dem Call-Center werden die Beschwerden dann zu uns weitergeleitet", sagt C. "Wir müssen das Ganze dann ausbaden."

Und selbst wenn sie Zeit fände, mal kurz mit einem Menschen am Gartenzaun zu sprechen: "Die wahren Ursachen für die Probleme bei der Zustellung dürfen wir den Kunden gar nicht mitteilen, müssen dann zum Beispiel auf einen hohen Krankenstand im Allgemeinen verweisen. Ja, wir müssen die Kunden anlügen".

C. spricht schnell und ohne Punkt und Komma. Sie wirkt aufgewühlt. Der hohe Krankenstand sorge für eine hohe Fluktuation bei den Zustellern, ständig suche das Unternehmen neue Mitarbeiter, denn wer über einen längeren Zeitraum krank sei, dem drohe die Kündigung, sagt C. Neue Zusteller benötigten jedoch wiederum Zeit, bis sie die Arbeitsabläufe und die Routen in den Bezirken verinnerlicht hätten. Das ziehe zwangsläufig Verzögerungen bei der Zustellung nach sich. Und viele der neuen Kollegen kündigten schon nach wenigen Monaten wieder. Zu hoch sei die Belastung. "Der Job ist knallhart geworden", sagt C. Zudem werde jeder Zusteller, der neu bei der Post anfängt, nur mit einem Zeitarbeitsvertrag über zwei Jahre ausgestattet.

Ver.di fordert unbefristete Einstellung nach Probezeit

Gegen diese Bedingungen kämpft die Gewerkschaft Ver.di schon lange an. Frauke Hammerich von der Ver.di-Betriebsgruppe Brief in Kiel fordert von der Post die Abschaffung befristeter Arbeitsverhältnisse sowie die "unbefristete Einstellung neuer Mitarbeiter mit einer dreimonatigen Probezeit. Das wäre für beide Seiten eine vernünftige Lösung".

Thomas Ebeling, Ver.di-Gewerkschaftssekretär, fordert zudem für die Zusteller angemessene Tourenlängen. "Wenn die maximale Arbeitszeit von zehn Stunden voll ausgereizt wird, führt das natürlich zum Zustellungsabbruch." Neben der physischen litten die Zusteller oft auch unter hoher psychischer Belastung, sämtliche Sendungen während ihrer Tour auszuliefern.

Für C. und ihre Kollegen wird dies in den kommenden Wochen und Monaten kaum zu schaffen sein. Während der "Weihnachtszeit", die aus Sicht der Post Anfang November beginnt und Ende Januar endet, steigt die Anzahl der Pakete und Briefe um ein Vielfaches. Was an einem regulären Wochentag schon nicht in der regulären durchschnittlichen Arbeitszeit von acht Stunden und 45 Minuten zu schaffen ist, wird während der Weihnachtszeit praktisch unmöglich. Überstunden seien dann die Regel. Immerhin werden sie den Zustellern inzwischen wieder zugestanden, sagt C. Zuvor sollten sie unter allen Umständen vermieden werden.

In der Weihnachtszeit sollen 159 Entlaster helfen

Für die Weihnachtszeit habe die Post 159 sogenannte Entlaster für den Kreis Pinneberg versprochen, sagt C. So werden zusätzliche Arbeitskräfte genannt, die die Zusteller unterstützen. Dass diese wirklich kommen, glaubt C. nicht. "Die Post plant oft mit Personal, das überhaupt nicht vorhanden ist." Vonseiten der Post heißt es, dass die Entlaster natürlich eingesetzt werden. Die Zahl 159 könne man indes nicht bestätigen. C. hingegen fordert, dass die Post endlich anfangen müsse, nur mit den Ressourcen zu planen, die auch wirklich vorhanden seien.

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Thomas Ebeling schlägt in dieselbe Kerbe: "Die Post plant stets mit einem Krankenstand von fünf bis sechs Prozent, tatsächlich sind es aber zehn bis elf Prozent." Ein Wert, den Postpressesprecher Martin Grundler weder bestätigt noch dementiert. Der Gewerkschafter Ebeling sagt, Fehlplanungen fielen letztendlich wieder auf die tatsächlich vorhandenen Zusteller zurück und bedeuteten für sie ein noch höheres Arbeitspensum.

Für C. stellt sich oft die Frage: "Was kann ein Mensch leisten?" Von der Post fordert sie ein Umdenken. "Die Arbeit des Zustellers muss wieder attraktiver werden." Sie weiß, dass sich viele Menschen die Arbeit bei der Post ziemlich entspannt vorstellen. C. sitzt im Schnellrestaurant und nippt am lauwarmen Kaffee. Sie seufzt. Und wiederholt: "Mittlerweile ist es ein Alptraum.“
https://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article212435121/Aerger-mit-der-Post-Brieftraegerin-packt-aus.html
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Fritz Linow


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« Antworten #158 am: 13. November 2017, 21:25:15 »

Zitat
13.11.17
Kopfprämie ausgelobt: Post sucht verzweifelt Mitarbeiter für Berlin

(…)
„Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, weiß Kämmerer. Und die Leute, die auf dem Markt noch zur Verfügung stünden, hätten keine Lust auf die Post.
(…)
Lieber gehen sie zu Versandhändlern aus dem Internet. Feste Schichten, pünktlich Feierabend. Auch wenn nicht so gut gezahlt wird, die Sicherheit einer Festanstellung zu verlässlichen Konditionen sei mehr wert. Gerade hat das große Versandhaus Amazon angekündigt, Privatpersonen in Berlin als selbstständige Paketboten einzusetzen. „Wir wollen in den nächsten Wochen die ersten Kunden beliefern“, sagte eine Amazon-Sprecherin.
(…)
Ist mir scheißegal, wann die Sendungen ankommen“, sagt ein Zusteller.
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/kopfpraemie-ausgelobt-post-sucht-verzweifelt-mitarbeiter-fuer-berlin-28834588

Bei dieser ganzen Berichterstattung über die Arbeitsbedingungen bei der Post geht es auch darum, dass die Rotzzeitungen ihre eigenen Rotzzustellbetriebe in Stellung bringen oder zumindest für Drecksläden wie Amazon werben und lügen können.
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Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12498



WWW
« Antworten #159 am: 13. November 2017, 21:47:47 »

Passt zu dem was ich neulich gepostet habe:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=26780.msg333058#msg333058
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
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