Wir haben es geschafft!!!
Wir haben eine Wohnung gefunden, trotz EV!!! 
Bei uns war jetzt die Sachlage so, dass wir aus finanziellen Gründen nicht zu unbegrenzt vielen Wohnungsbesichtigungen in die 250 km entfernte Stadt reisen konnten. Deshalb habe ich versucht, die Vermieter, die auf Bonität bestehen, im Vorfeld schon zu eliminieren, indem ich Ihnen am Telefon von der abgelegten EV erzählt habe. Es hätte ja nichts gebracht, wenn wir z.B. 20 Wohnungen angeschaut hätten, von denen dann alle Vermieter sagen, dass sie uns die Wohnung nicht geben werden.

Und wir haben es jetzt geschafft: wir haben eine Wohnung gefunden bzw. einen Vermieter, der uns trotz EV eine Wohnung anbietet. Allerdings hatten wir wirklich Glück, denn die Genossenschaft, die uns jetzt genommen hat, hat sich darauf berufen, dass unsere EV nicht sooo schlimm wäre, wie uns nach der Bonitätsprüfung gesagt wurde.
Wir haben also eine Wohnung bekommen; allerdings nur mit Persistenz, mit Barzahlung der ersten Miete plus Kaution und mit Wohnberechtigungsschein, den wir dann auch noch beantragen mussten. <<< Hat sich leider auch nicht so leicht gestaltet, denn man braucht den Wohnberechtigungsschein für die Stadt, in der man künftig lebt. Und wenn man noch in der "alten" Stadt gemeldet ist, stellt einem die "neue" Stadt natürlich ohne behördliche Anmeldung dort nichts aus. Wir haben also in der "alten" Stadt den Wohnberechtigungsschein angestrebt, ihn erhalten und dann über die beiden Stadtverwaltungen den Vermieter informieren lassen. War um 3 Ecken, aber es hat funktioniert...
Bürgen hatten wir in dieser Sache keine zur Verfügung. Im gesamten Bekanntenkreis wurden schon einige durch die Massenentlassungen, Insolvenzen und Hartz IV an die Armutsgrenze getrieben.

Möchte nochmal allen für ihre Tipps danken.
Wir haben es geschafft und werden in den nächsten Tagen umziehen.
Und hier für alle, die die Frage künftig interessiert, weil sie in der Situation sind, sich mit EV eine Wohnung zu suchen:
1. Von Absagen von Vermietern nicht entmutigen lassen!
2. Die örtlichen Wohnungsgenossenschaften ansprechen!
3. Wohnberechtigungsschein beantragen (in Bayern: 17,50 EUR)
4. NICHT AUFGEBEN!!! Allerdings hat mich jetzt bei der ganzen Geschichte wirklich traurig gemacht, wie sehr wir alle zu gläsernen Bürgern geworden sind. Im Zuge von Hartz IV hat man keine Privatsphäre mehr. Jeder kann alles über einen nachprüfen. Wir müssen unsere Konten offenlegen, unsere Wohnungen von ARGE-Angestellten inspizieren lassen... und uns im Vorfeld eines Umzuges vor jedem potenziellen Vermieter finanziell ausziehen.

Unser zukünftiger Vermieter hat auch bei unserem jetzigen Vermieter angerufen, um nach Mietschulden zu fragen. Man fühlt sich ganz schön mies, wenn in diesem System die eigenen Angaben gar nichts mehr wert sind, sondern nur noch hinter einem hertelefoniert wird, um sich die Angaben bestätigen zu lassen, weil davon ausgegangen wird, dass man lügt. Das finde ich sehr schlimm.

Macht mir persönlich sehr viel aus, da ich in meinem Leben noch nie Leute angelogen habe, die mit mir einen Vertrag eingehen. Und es macht mich sauer auf die Leute, die dieses System durch ihre Lügen dazu gebracht haben, jetzt derartig kontrolliert und entmündigt zu werden.

Naja... bin froh, dass wir alles (zumindest bis auf den Umzug) hinter uns haben und jetzt wieder in der grauen Masse im System verschwinden können...
LG
Muggel