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Autor Thema: Das Vorstellungsgespräch  (Gelesen 2389 mal)
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Gast
« am: 24. Februar 2004, 03:38:02 »

Gegliedert habe ich das mal wiefolgt:
a) Vorbemerkung
b) Die wichtigsten Fragen
c) Fragen an Azubis
d) Fragen an Arbeitslose
e) Fragen an Führungskräfte
f) Fragen an Frauen (das ist jetzt nicht auf meinem Mist gewachsen hier eine eigene Rubrik "Fragen an Frauen" reinzuschreiben, faktisch kommt es einfach zuweilen vor solch spezifische Fragen gestellt zu bekommen.)
g) Schlußbemerkung(en)
h) Unangenehme Fragen


a) Vorbemerkung
Ich lehne mich mal an Hesse/Schrader an (hatte bei Jürgen Hesse, Bärlin, vor einigen Jahren auch mal mir den Luxus geleistet, eine persönliches Coaching zu ordern - wollte unbedingt da weg wo ich war, Hesse war damals Geschäftsführer der Telefonseelsorge Bärlin...)

Bedeutsam bei einem Vorstellungsgespräch ist vor allen Dingen mal der erste Eindruck, entscheidet überwiegend über die Grundhaltung zum oder zur sich Bewerbenden, werden die Antworten positiv oder negativ gewürdigt. Nu steckt Mann oder Frau da zuvor auch nicht immer drin. Nehmen wir mal an, es ist eine positive Grundhaltung vorhanden.

Auf die Fragen sollte frau/mann geistig vorbereitet sein. Also nicht unbedingt bedröppeltes Schweigen, ääh, jaah, weiß nicht... Wenn ich weiß welche Fragen kommen könnten, habe ich mir auch schon mal eine Antwort zurechtgelegt.

b) Die wichtigsten Fragen
Die elf wichtigsten Fragen (laut Hesse/Schrader):
1. Erzählen Sie uns etwas über sich
2. Warum sind Sie der/die richtige ?
3. Was erwarten Sie für sich / von uns / dem Job ?
4. Warum bewerben Sie sich für diese Position ?
5. Was sind Ihre Stärken / Schwächen ?
6. Worauf sind Sie stolz, was, sind Ihre Erfolge / Mißerfolge
7. Was möchten Sie in 3/5/10 Jahren erreicht haben ?
8. Warum haben Sie diesen Beruf gewählt ?
9. Wo liegen Ihre Arbeitsschwerpunkte ?
10. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit ?
11. Welche Fragen haben Sie an uns ?

Die Frage nach den Stärken / Schwächen fand ich immer sehr intelligent. Sie läßt sich natürlich leicht ins Gegenteil verkehren. Bei den Stärken eine Selbstbeweihräucherung abgeben, warum es gerade ich sein muß, bei den Schwächen irgendwas angeben was sicherlich nichts mit dem Job zu tun hat (z.B. sowas wie "meine Spanischkenntnisse sind recht bescheiden..." - wenn es halt mit dem Job nix zu tun hat).

c) Fragen an Azubis:
1. Warum bewerben Sie sich für den Beruf (der/des.../ die Ausbildung für...? (DIE WICHTIGSTE FRAGE IM GANZEN GESPRÄCH !)
2. Wie sind Sie darauf gekommen, und seit wann interessieren Sie sich für diesen Beruf ?
3. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie an diesem Beruf ?
4. In welchen Schulfächern haben Sie gute und in welchen schlechte Noten, und warum ?
5. Wie sind Sie mit Lehrer/inn/en und Mitschüler/innen ausgekommen ?
6. Wie sehen Ihre bisherigen praktischen Erfahrungen aus ?
7. Haben Sie einen Freund / eine Freundin ? Wollen Sie heiraten ?
8. Welche tagespolitischen Ereignisse beschäftigen Sie ?
9. Wie könnte man die Arbeitslosigkeit abbauen ?
10. Wie stehen Sie zum Problem der Atomenergie / des Irakkrieges, etc. ?

d) Fragen an Arbeitslose:
1. Wie kam es zu der Arbeitslosigkeit ?
2. Wie lange dauert diese Arbeitslosigkeit bereits an ? Wie oft haben Sie sich schon erfolglos beworben ?
3. Was haben Sie zwischenzeitlich gemacht ?
4. Sind Sie förderungsberechtigt durch das Arbeitsamt ?
5. Trauen Sie sich die Aufgabe wirklich zu ?

e) Fragen an Führungskräfte
1. Was bedeutet Mitarbeiterführung ?
2. Wie definieren Sie die Hauptaufgaben einer Führungskraft ?
3. Welchen Führungsstil bevorzugen Sie ?
4. Was schätzen Sie: Wie lange brauchen Sie zur Einarbeitung in Ihr neues Arbeitsgebiet bei uns ?
5. Was sind Ihre ganz persönlichen Lebensziele ?
6. Was möchten Sie persönlich für sich in naher/ferner Zukunft erreichen ?
7. Zurück in die Gegenwart: Welche Eigenschaften sollte Ihr potentieller Nachfolger für Ihren alten Arbeitsplatz haben ?
8. Ganz allgemein: Welche Eeigenschaften sollte Ihr/e Stellvertreter/in haben ?
9. Was zeichnet Ihrer Meinung eine gute Führungskraft aus ?
10. Was eine/n gute/n Vorgesetzte/n ?
11. Was eine/n gute/n Mitarbeiter/in ?
12. Was schätzen Sie an Ihren Arbeitskolleg/innen / Vorgesetzten - was nicht ?
13. Worin unterscheiden Sie sich Ihrer Meinung nach von Ihrem/Ihrer jetzigen Vorgesetzten ?

f) Fragen an Frauen:
1. Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden ?
2. Was sagt denn Ihre Familie dazu (Partner/Kinder, so Sie welche haben ?)
3. Wie regeln Sie das mit den Kindern (sofern Sie welche haben, die noch zu versorgen sind)...? Oder den Haushalt...?
4. Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor ?
5. Wie sieht Ihre Lebensplanung aus ?
6. Familie oder Beruf ? Wie kommt's, wie ist's, wie geht's bei Ihnen...?
7. Erzählen Sie etwas über Ihre akturelle Lebenssituation.
8. Wie sind Ihre Kinder versorgt, während Sie arbeiten ?
9. Wie sieht Ihre Familienplanung aus ?
10. Was sagt Ihr Lebenspartner zu Ihren Plänen ?
(nach einer Lebenspartnerin werden die wohl kaum fragen...)
11. Wie können Sie Beruf und Familie miteinander vereinbaren ?
12- Wollen Sie sich wirklich beruflich engagieren, oder...?
13. Sind Ihre Kinder öfter krank ?

g) Schlußbemerkung(en)
Also ich habe mitnichten ein Patentrezept. Aber, was ist das für ein Laden ? Dies im Vorfeld in Erfahrung zu bringen kann nie etwas schaden.
Ansonsten sollte frau/mann nicht unehrlich wirken - das merken die Gegenüber dann doch (oder spüren es zumindest).
Sinnvoll, zumindest habe ich diesen Eindruck gewonnen, ist es Gemeinsamkeiten hervorzuheben. So werde ich spontan um Angler wenn ich zufällig mitbekomme, der Geschäftsführer macht sowas auch. Aber ohne das aufzudrängen, eher so beiläufig - ungefragt - in einem Nebensatz (und sich bloß nicht auf Details einlassen, wenn du davon keine Ahnung hast) !
Im übrigen: sich die Namen von den Leuten merken. Jede/r, so heißt es, hört gerne ihren/seinen eigenen Namen, sie also mit Ihrem Namen ansprechen.
Körpersprache ist natürlich auch wichtig. Also bloß nicht mit verschränkten Armen dasitzen.

h) Unangenehme Fragen
Unangenehme Fragen können trotzdem vorkommen. Nicht erschrecken, Zeit gewinnen !
Zum Beispiel: "Mmh, habe ich Sie recht verstanden, Sie wollen von mir wissen....(jetzt die Frage wiederholen)" - Jetzt muß die Gegenseite wieder was sagen.
Oder: "Das ist eine interessante Frage...." "Über diese Frage muß ich erst mal nachdenken" oder "Zugegeben, mit dieser Frage habe ich mich noch nie beschäftigt.... Ist das jetzt sehr wichtig...?
Es ist aber auch möglich auf eine allgemeinere Ebene auszuweichen. "In dieser Situation würden wohl viele Menschen so und so reagieren. Was meinen Sie ? Würden Sie meine Einschätzung teilen...?"
Oder auch, etwas offensiver:
"Interessant, ist sowas in der letzten Zeit bei Ihnen vorgekommen...?"
Immer passend: "Es kommt drauf an...."
Grundsätzlich immer gilt: Gelassen bleiben. Und sich nicht in unendliche Abschweifungen verlieren. Wenn die mehr wissen wollen, das entweder anbieten, und falls nicht, die werden sich schon melden, wenn sie mehr wissen wollen.

Soviel für's erste.
HOTZENPLOTZ
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