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Autor Thema: Leiharbeiterkämpfe anderswo  (Gelesen 29855 mal)
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Kuddel


Beiträge: 11224


« Antworten #75 am: 13. Dezember 2017, 21:57:05 »

Zitat
In drei indischen Bundesstaaten streiken 100.000 ZeitarbeiterInnen im Gesundheitswesen: Trotz Entlassungsterror und Hetzkampagnen der Hindu-Fundamentalisten



Versammlung der Entlassenen im Gesundheitsstreik in Bihar am 9.12.17Rund 13.000 Beschäftigte der Gesundheitsmissionen im Bundesstaat Haryana und über 80.000 im Bundesstaat Bihar, viele Tausende in Tamil Nadu befinden sich im Streik: Alle kämpfen um die ihnen versprochene Übernahme in reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Zwei Landesregierungen gehen gegen diese Proteste massiv vor. In Bihar (im Osten Indiens, an der Grenze zu Bangladesch), mit über 100 Millionen Menschen der Bevölkerungszahl nach drittgrößter Bundesstaat Indiens – und einer der ärmsten – sollen jetzt 80.000 Streikende entlassen werden. In Haryana (weit im Norden des Landes, rund 25 Millionen Menschen) wurde der Streik für illegal erklärt, erste Entlassungen vorgenommen und auch noch zusätzlich ein Versammlungsverbot im Umfeld der Gesundheitsstationen erlassen. Die Landesregierungen sind beide von der Regierungspartei der Bundesregierung BJP dominiert: In Haryana stellen sie den Ministerpräsidenten, in Bihar dominieren sie als zweite Kraft die Koalitionsregierung. Die faschistoide „Mutter Indien“-Ideologie von Modis fundamentalistischen Pogrom-Truppen will vor allen Dingen eines: Willfährige Arbeitskräfte (die möglichst auch schnell die Versprechungen dieser Truppe vergessen). Siehe zur Streikbewegung im indischen Gesundheitswesen drei aktuelle Beiträge aus den drei betroffenen Bundesstaaten – wovon ein Streik mit einem bedeutenden Teilerfolg beendet wurde
http://www.labournet.de/?p=125259
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Kuddel


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« Antworten #76 am: 22. Februar 2018, 16:36:41 »

Zitat
Sans Papiers besetzen Leiharbeitsfirma in Paris



französisch mit dt. UT  | 4 min  |  2018

Seit dem 12. Februar 2018 haben ca. 120 illegalisierte Arbeiter_innen in Paris mehrere Firmen besetzt. Im Video zu sehen sind Bauarbeiter, die über eine Leiharbeitsfirma angestellt sind. Sie haben keinen Aufenthaltstitel und arbeiten daher mit Papieren von Bekannten.

Bei den Streiks geht es auch darum, die Errungenschaften der Streiks von 2008 und 2013 zu verteidigen, in denen u.a. durchgesezt wurde, dass ein Lohnzettel ausreichte, um registriert zu werden. (Siehe dieses Dossier bei LabournetGermany)

Die Streikenden sagen, dass sie nicht aufhören werden zu streiken, bis ihre Forderungen erfüllt sind.

https://labournet.us13.list-manage.com/track/click?u=aad840f755c59eb83507caa26&id=7d083d2f33&e=e025a64fe1
http://de.labournet.tv/sans-papiers-besetzen-leiharbeitsfirma-paris
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Kuddel


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« Antworten #77 am: 05. Juni 2018, 20:33:30 »

Aufstand der spanischen Zimmermädchen

Trotz des Tourismus-Booms bekommen Zimmermädchen in Spanien nur noch Hungerlöhne. Gegen die Ausbeutung durch Leiharbeitsfirmen haben sich die Zimmermädchen nun zusammengeschlossen.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-europa/aufstand-der-spanischen-zimmermaedchen-100.html



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Kuddel


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« Antworten #78 am: 09. August 2018, 11:29:44 »

Ein Teilsieg im juristischen Kampf:

Zitat
Verfassungsgericht Südafrikas: Zeitarbeit? Nicht länger als drei Monate

Die südafrikanische Metallgewerkschaft NUMSA - Kern eines neuen unabhängigen GewerkschaftsbundesDer Sprecher der Metallgewerkschaft NUMSA zeigt sich zufrieden: Das Urteil des Verfassungsgerichtes – in einem Revisionsverfahren, das die Menschenhändler-Firma Assign Services gegen ein Arbeitsgerichts-Urteil angestrengt hatte – dass Zeitarbeiter nach drei Monaten übernommen werden müssen, sei „ein Meilenstein in unserem Kampf für die völlige Abschaffung der Zeitarbeit“. In dem Artikel „Constitutional Court ruling on labour brokers a victory for the working poor“ von Musawenkosi Cabe am 27. Juli 2018 im Daily Maverick dokumentiert (ursprünglich in New Frame), wird einerseits nochmals ausführlich auf die Lage der ZeitarbeiterInnen in Südafrika eingegangen (nicht umsonst trägt der Beitrag den Titel „ein Sieg für die working poor“), andererseits auch unterstrichen, dass die juristische Auseinandersetzung die ganze Zeit über von einer erfolgreichen Mobilisierungskampagne begleitet wurde. Aber auch dazu aufgerufen, dafür bereit zu sein, für die Geltung dieses Urteils zu kämpfen, schließlich sei es übliche Unternehmerpraxis im Lande, nicht genehme Gerichtsurteile zu ignorieren…
http://www.labournet.de/?p=135764
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Kuddel


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« Antworten #79 am: Gestern um 14:37:21 »

Zitat
Philippinen
Langanhaltender „Sitzstreik“ bei Küchengerätehersteller Middelby

Am 10. Mai begannen Leiharbeiter bei Middleby im Laguna Technopark auf den Philippinen einen Sitzstreik. In diesem Technopark im Süden Manilas arbeiten 300.000 Beschäftigte der verschiedenen internationalen Weltkonzerne.




Ziel war die im April vom Arbeitsministerium angeordnete Regularisierung (Übernahme in ein festes reguläres Arbeitsverhältnis) bei Middleby durchzusetzen. Viele arbeiten schon Jahre als Leiharbeiter bei Middleby. Der Streik richtete sich auch direkt gegen ihre anstehenden Entlassungen, da Middleby angekündigt hatte, allen Leiharbeitsfirmen zu kündigen.

Schwere Repressionen seitens Middleby gegen die Streikenden

Den „Sitzstreikenden“ verwehrte Middleby den Zugang von Kollegen von außerhalb. Der Strom wurde ihnen abgeschaltet und der Zugang zum Internet und den sozialen Medien damit blockiert. Ihnen wurde verweigert sich Essen liefern zu lassen, bzw. dieses in der Kantine zu kaufen. Damit sollte der Streik „ausgehungert“ werden. Am 16. Mai war ihr Essen fast aufgebraucht und zeitgleich hatte Middleby eine zersetzende Kampagne gestartet um die Familie zu überzeugen, dass sie auf das Beenden des Sitzstreik einwirken sollen.

Nach wochenlanger Auseinandersetzung, unermüdlichem Durchhalten und wachsender Unterstützung des Kampfs gelang es eine zeitweise Belieferung mit Essen durchzusetzen. Als die Polizei zwei Gewerkschaftsführer verhaftete, wurde ihnen nach ihrer Freilassung der Zugang zu den Sitzstreikenden verwehrt. Ebenso verurteilte das regionale Arbeitszentrum PAMANTIK-KMU die Verhaftung von sieben Arbeitern und die Schikanen, die aus dem Polizeieinsatz bei Middleby resultieren. Die Arbeiter schworen, Gerechtigkeit zu suchen und ihre Forderungen nach Regularisierung aufrecht zu halten.

Solidarisierung und direkte Unterstützung des Streiks von kämpferischen Gewerkschaftern

Wichtig war die Solidarisierung und direkte Unterstützung des Streiks von kämpferischen Gewerkschaftern, wie von Honda Cars, Ftech und Technol Eight. Seitdem teilen sich die Streikenden die Streikposten der Arbeiter des Keksherstellers Monde Nissin, ebenfalls in Laguna. Nach Artikel 281 des Arbeitsgesetzbuches der Philippinen sollte die Probezeit sechs Monate nicht überschreiten. Viele der entlassenen Mitarbeiter von Monde Nissin arbeiten schon seit Jahren in der Fabrik. Jeden Tag seit Anfang Juni halten 5 Arbeiter von 21 des Unternehmens eine Mobilisierung ab, um die Regularisierung der Arbeiter bei Monde Nissin und die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter zu fordern. Nach wochenlangem Protest besteht nicht nur die Gefahr, dass ihr Lager abgerissen wird. Der Kampf gegen die Entlassung hundert weiterer Arbeiter aus einer weiteren Leiharbeit-Agentur ist heraus gefordert und muss geführt werden.

Solidarität ist Trumpf

Diese positive Entwicklung zeigt, dass die Arbeiter mutig den Kampf zur Regularisierung und gegen die Leiharbeit (Kontraktarbeit) führen. Ein Trumpf ist dabei die wachsende Unterstützung einzelner Kämpfe und der Zusammenschluss über Betriebsgrenzen und Leiharbeitsagenturen hinweg.
https://www.rf-news.de/2018/kw31/langanhaltender-sitzstreik-bei-kuechengeraetehersteller-middelby
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