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Autor Thema: Leiharbeiterkämpfe anderswo  (Gelesen 24536 mal)
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #50 am: 29. Juli 2016, 17:58:31 »

Philippinen    
   Leiharbeiterstreik
   

Calamba City, Laguna: Mehr als 400 Arbeiter der Seilfabrik Manila Cordage Company - Manco Synthetics sind seit dem 4. Mai im Streik. Sie sind Leiharbeiter von der Alternative Network Resources und der Work Trusted Cooperative und verlangen die Festeinstellung bei der Fabrik. Während Neueingestellte nach 10 Monaten einen festen Vertrag kriegen, gibt es für sie nur 5-Monatsverträge. Sie verdienen 315 Peso (6 €) am Tag; Schutzkleidung wird ihnen davon abgezogen. Außerdem haben sie herausgefunden, dass die Sklavenhändler nicht alle Sozialbeiträge abführen.

Quelle: Inquirer.net, 25.5.16
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6214


« Antworten #51 am: 09. September 2016, 19:49:58 »

Philippinen
Streik gegen Leiharbeit    


Batangas City, Southern Tagalog: 80 Sackträger der Soro-Soro Ibaba Development Cooperative (Futtermittel) sind in Streik getreten. Sie wehrten sich erst gegen die Entlassung eines Kollegen, der die Missstände angeprangert hat; jetzt sind sie alle "entlassen". Sie arbeiten schon lange (bis zu 31 Jahre) in der Fabrik, sind aber Leiharbeiter. Das waren sie nicht immer, erst 2009 wurden sie von der DCMM "übernommen", die einem Dorfchef gehört. Sie schleppen 300 bis 400 Säcke mit dem Gewicht von bis zu 90 kg für einen Lohn von 340 bis 380 Peso (7,20 €) am Tag. Krankenversorgung gibt es für sie nicht; Arbeitskleidung etc. wird ihnen vom Lohn abgezogen.
Calamba, Laguna: Gestreikt wird auch bei der Renaissance Food Corporation (Kekse). Da geht es um überlange Arbeitszeiten, Unfallversicherung und den Aufbau einer Gewerkschaft im Betrieb.

Quelle: Inquirer News, Bulatlat, Altermidya, 13.6.16
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Fritz Linow


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« Antworten #52 am: 28. Oktober 2016, 12:31:16 »

Ein schönes Urteil:

Zitat
Keine Verhältnisse wie beim DGB: In Indien urteilt der Oberste Gerichtshof, Zeitarbeiter müssen denselben Lohn erhalten!

Am 26. Oktober entschied der Oberste Gerichtshof Indiens eine Revisionsklage von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in den Bundesstaaten Punjab und Haryana – die dortigen Landesgerichte hatten die Klage auf „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ abgelehnt: Diese Urteil hat der Oberste Gerichtshof nunmehr für unzutreffend erklärt. Da Indien internationale Konventionen unterzeichnet habe, die auf Anti-Diskriminierung in der Wirtschaft abzielten, müsse dies auch getan werden – da niemand davon ausgehen könne, dass irgend jemand freiwillig für weniger Lohn arbeite als andere, die dieselbe Arbeit tun...

http://www.labournet.de/internationales/indien/arbeitsbedingungen-indien/keine-verhaeltnisse-wie-beim-dgb-in-indien-urteilt-der-oberste-gerichtshof-zeitarbeiter-muessen-denselben-lohn-erhalten/
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Nao


Beiträge: 82


« Antworten #53 am: 02. März 2017, 13:48:13 »

Zitat
Proteste in China
Leiharbeiter setzen VW unter Druck

In China hat VW mit dem wachsenden Frust von Leiharbeitern zu kämpfen. In den vergangenen Tagen gingen am Standort in Changchun mehr als 500 Arbeiter auf die Straße. Sie fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit - und drohen mit Klagen.


Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die mehr als 1000 Leiharbeiter bei VW-FAW fühlen sich ungerecht behandelt. Die beiden in einem Joint Venture zusammengeschlossenen Konzerne betreiben in Changchun im Norden Chinas ein riesiges Werk, unter anderem werden hier die VW-Modelle Golf und Jetta sowie Audi A6 produziert. "Niemand hat mich in meinem Leben so sehr verletzt wie FAW-VW", heißt es in einem Song, den einer der Leiharbeiter geschrieben und ins Netz gestellt hat. "Gleiches Geld für gleiche Arbeit? Das ist ein Märchen."

Musikalischer Protest reicht den Leiharbeitern nun jedoch nicht mehr. Anfang der Woche gingen nach Angaben von Aktivisten mehr als 500 Arbeiter in Jilin bei Changchun auf die Straße. Sie zogen vor das Gebäude eines Schiedsgerichts, dem sie Untätigkeit vorwerfen. Im Netz kursieren Fotos der Aktion. Solche Proteste sind im autoritär regierten China selten, wenn auch nichts komplett Neues.

Vorwurf: Seit Jahren schlechtergestellt

Landesweit kommt es immer wieder zu Protestaktionen von Arbeitern, die sich ungerecht behandelt fühlen. In den staatlichen Medien werden entsprechende Aufmärsche und Aktionen fast immer totgeschwiegen. So auch in diesem Fall. Konkret werfen die Leiharbeiter VW-FAW vor, sie seit Jahren deutlich schlechter als die Stammbelegschaft zu bezahlen.

Das sind Forderungen, die es schon seit Jahren gebe, sagt Keegan Elmer vom "China Labour Bulletin", einer nichtstaatlichen Organisation mit Sitz in Hongkong, die sich für Arbeitnehmerrechte in China einsetzt. Elmer fordert: VW muss sich dringend mit den Wortführern der Leiharbeiter zusammensetzen und verhandeln.

Für Volkswagen ist die Angelegenheit delikat. Denn einerseits ist der Vertragspartner der Leiharbeiter-Firma nicht VW, sondern der Joint-Venture-Partner, also der chinesische Staatskonzern FAW.

Andererseits fühle man sich mitverantwortlich für die Anliegen der Leiharbeiter, betont man in der chinesischen Volkswagen-Zentrale in Peking. Man suche aktiv den Dialog mit den Protestierenden. Das offizielle Statement zu den Protesten allerdings ist allgemein und bürokratisch gehalten: "Die Volkswagen Group China kümmert sich um alle Mitarbeiter der chinesischen Belegschaft und wird sich mit jeder mitarbeiterbezogenen Frage ernsthaft beschäftigen."

Arbeiter drohen mit Klage

Die protestierenden Leiharbeiter drohen inzwischen damit, VW-FAW zu verklagen. Offen sprechen darüber wollte mit dem ARD-Hörfunk Shanghai keiner der Beteiligten. Zu groß ist die Sorge vor Jobverlust oder staatlichen Repressionen. Über den chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo macht sich ein Leiharbeiter aber wie folgt Luft: "Ich bin traurig und niedergeschlagen. Ich schwöre, dass ich bis zum Ende gegen FAW-VW kämpfen werde." 

"Wenn es vor Gericht geht, wird es ein langer und teurer Kampf für die Arbeiter", sagt Keegan Elmer von der Hongkonger Arbeiterrechte-NGO. Im Moment sieht es so aus, dass die nordchinesischen Protestierer bereit sind, diesen Weg zu gehen.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-leiharbeiter-proteste-china-101.html
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Kuddel


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« Antworten #54 am: 25. Juni 2017, 10:13:29 »

Zitat

Athen 21.6.2017 Mülllarbeiter stürmen Innenministerium

Die Müllberge auf Athens Straßen werden stetig höher. An einigen Stellen zieht bereits ein unangenehmer Geruch durch die Metropole. Hintergrund ist ein seit Montag anhaltender Streik der Mitarbeiter der Stadtreinigung. Sie kämpfen darum, dass Angestellte mit Zeitverträgen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Vom Ausstand sind auch andere Gemeinden in Griechenland betroffen.  Vorangegangen war eine Entscheidung des Rechnungshofes. Er hat die normalerweise übliche Verlängerung der Zeitverträge als verfassungswidrig eingestuft. Innenminister Panos Skourletis hat bereits signalisiert, dass die betroffenen Mitarbeiter nun verbeamtet werden sollen.
https://www.griechenland.net/nachrichten/politik/21959-streik-der-kommunallangestellten-auf-den-stra%C3%9Fen-t%C3%BCrmt-sich-der-m%C3%BCll

Der Streik findet auch an anderen Orten statt und – er findet überhaupt – trotz der Versicherung des Ministers – statt, weil die Übernahme schon mehrfach versprochen worden war (die EU aber hat auch für Einstellungen im öffentlichen Dienst eine Obergrenze diktiert). Zu diesem Bericht gehört auch eine kleine Fotodokumentation über Solidaritätsaktionen der Gewerkschaft der Kommunalbeschäftigten. Siehe dazu weitere aktuelle Beiträge:

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http://greece.greekreporter.com/2017/06/22/municipal-sanitation-employees-extend-labor-action-until-june-29/

http://www.keeptalkinggreece.com/2017/06/22/municipality-workers-protest-greece/



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Nao


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« Antworten #55 am: 27. Juni 2017, 20:13:06 »

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Nao


Beiträge: 82


« Antworten #56 am: 28. Juni 2017, 12:28:16 »

« Letzte Änderung: 28. Juni 2017, 14:10:04 von Nao » Gespeichert
Nikita


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« Antworten #57 am: 28. Juni 2017, 22:19:52 »

VW China duldet illegale Leiharbeit – Arbeiter in Jilin streiken – Solidarität ist angezeigt!

http://www.labournet.de/?p=112622

VW-Leiharbeiter protestieren gegen ungleiche Bezahlung

http://www.deutschlandfunk.de/china-vw-leiharbeiter-protestieren-gegen-ungleiche-bezahlung.1773.de.html?dram:article_id=380251

Zitat
Als hätte Volkswagen nicht schon genügend Probleme: Ausgerechnet in China, auf dem wichtigsten Absatzmarkt für VW, machen protestierende Leiharbeiter dem Konzern mächtig Ärger. Sie fordern die gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft. Volkswagen erklärte, man suche den Dialog.
...



Zitat
Proteste in China Leiharbeiter setzen VW unter Druck

Stand: 02.03.2017 04:47 Uhr

In China hat VW mit dem wachsenden Frust von Leiharbeitern zu kämpfen. In den vergangenen Tagen gingen am Standort in Changchun mehr als 500 Arbeiter auf die Straße. Sie fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit - und drohen mit Klagen.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die mehr als 1000 Leiharbeiter bei VW-FAW fühlen sich ungerecht behandelt. Die beiden in einem Joint Venture zusammengeschlossenen Konzerne betreiben in Changchun im Norden Chinas ein riesiges Werk, unter anderem werden hier die VW-Modelle Golf und Jetta sowie Audi A6 produziert. "Niemand hat mich in meinem Leben so sehr verletzt wie FAW-VW", heißt es in einem Song, den einer der Leiharbeiter geschrieben und ins Netz gestellt hat. "Gleiches Geld für gleiche Arbeit? Das ist ein Märchen."


https://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-leiharbeiter-proteste-china-101.html
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Kuddel


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« Antworten #58 am: 05. Juli 2017, 18:33:07 »

In Südkorea ist das Thema Leiharbeit im Fokus.
Es haben die größten Demonstrationen seit langem stattgefunden und der Kampf gegen prekäre Lebensbedingungen steht im Mittelpunkt.
Die Lebensbedingungen der Erwerbslosen sollen verbessert werden, eine erhebliche Erhöhung des Mindestlohns wird gefordert und ein Verbot der Leiharbeit. Die Großdemonstrationen wurden von kleineren Streiks begleitet.

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Nao


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« Antworten #59 am: 06. Juli 2017, 20:32:32 »

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Nao


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« Antworten #60 am: 09. Juli 2017, 19:42:14 »



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Nao


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« Antworten #61 am: 13. Juli 2017, 14:11:49 »

Über die von chefduzen organisierte Soliaktion für inhaftierte Leiharbeiter des chinesischen FAW-VW Werks in Changchun wird nun auch
in China berichtet.
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Kuddel


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« Antworten #62 am: 17. Juli 2017, 09:24:17 »

Metallgewerkschaft mobilisierte erfolgreich:
Südafrikanisches Gericht bestätigt Verbot von Leiharbeit, die länger als 3 Monate dauert


Die südafrikanische Metallgewerkschaft NUMSA - Kern eines neuen unabhängigen GewerkschaftsbundesNach einer längeren Kampagne hat die südafrikanische Metallgewerkschaft NUMSA vor Gericht einen Erfolg erzielt, den sie weiter auszubauen gedenkt: Der Labour Appeals Court  (LAC) – eine Art höchstinstanzliche Berufungskommission der Arbeitsgerichtsbarkeit, deren Mitglieder unter anderem vom Staatspräsidenten ernannt werden – behandelte den Fall des Zeitarbeit-Unternehmens Assign Services, das einen eigenen Weg zur Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen gefunden hatte. Da das Gesetz in Südafrika eine dreimonatige Obergrenze für Leiharbeit vorsieht, hatte das Unternehmen das Konstrukt „doppelte Beschäftigung“ entwickelt, demzufolge die Leiharbeiter sowohl bei ihm, als auch beim ausleihenden Unternehmen gleichzeitig beschäftigt seien – was der LAC nunmehr als ungesetzlich beurteilt hat und entsprechende Konsequenzen angeordnet. In dem Artikel „LAC contract workers ruling a victory for workers, says Jim“ am 15. Juli 2017 bei The Citizen externer Link wird der Generalsekretär der NUMSA, Irving Jim, mit seiner Aussage auf der anschließenden Pressekonferenz zitiert, dieses Urteil sei ein Sieg der ArbeiterInnen. Die NUMSA hatte den Gang zur Justiz mit einer massiven Kampagne begleitet, in der deutlich gemacht wurde, dass solcherart Konstruktionen das Gesetz umgehen – ein Gesetz, das die NUMSA bekämpft, weil sie grundsätzlich für das Verbot der Leiharbeit eintritt – und dass dies geschieht, weil eben dieses Leiharbeitsgesetz überhaupt erst die Möglichkeit eröffne, die zulässige Periode illegal zu verlängern…

http://www.labournet.de/?p=118912
http://citizen.co.za/news/news-national/1574710/lac-contract-workers-ruling-a-victory-for-workers-says-jim/
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Nao


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« Antworten #63 am: 18. Juli 2017, 13:27:06 »

Es ist in Deutschland bekannt, daß in China das Internet intensiv zensiert wird.

Trotz allem wird dort im Netz politisch diskutiert und es werden Infos verbreitet, die der Staat am liebsten unterbinden würde.

WeChat ist mit WhatsApp zu vergleichen und hat durchschnittlich über 762 Millionen tägliche Nutzer.

Weibo ist ein chinesisches System des Microbloggings und ist unter den sozialen Medien ebenfalls sehr populär mit 340 Millionen registrierten Benutzern, von denen täglich 154 Mio. eigene Nachrichten veröffentlichen. Es iste eine Mischung aus Twitter und facebook.

Die Nachrichten über die Solidarität aus Deutschland für die kämpfenden Leiharbeiter bei FAW-Volkswagen in Changchun wurden in diesen Medien verbreitet. Hier ein paar Screenshots von den Kurzmeldungen:

WeChat:


Weibo:


Die Wogen schlagen unerwartet hoch und die Infos werden weiterverbreitet. Hier ein paar übersetzte Kommentierungen:





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Nao


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« Antworten #64 am: 20. Juli 2017, 10:00:31 »

Das Transparent in der Großdemo:

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Nao


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« Antworten #65 am: 20. Juli 2017, 19:05:47 »

Die Leiharbeiter aus dem Norden Chinas haben sich nun bemüht, über das soziale Netzwerk, in dem sie von der Solidarität in Deutschland erfahren haben, Kontakt zu solidarischen Kollegen im Heimatland von Volkswagen zu suchen. Sie erhoffen sich Unterstützung vom Betriebsrat bei VW und bitten ihn um Vermittlung in dieser Auseinandersetzung:





Die Übersetzungen könnten mit Hilfe einer Übersetzungssoftware erstellt worden sein, doch der Inhalt ist zu verstehen.
Da das gescannte Schreiben ein wenig unscharf ist, habe ich eine geglättete Übersetzung hier eingefügt:

Zitat
Schlichtungsantrag der LeiharbeiterInnen bei FAW-Volkswagen (Changchun, China)

Sehr geehrter Europäischer Konzernbetriebsrat, sehr geehrter Weltkonzernbetriebsrat, sehr geehrte Konzernleitung von Volkswagen,

Wir sind LeiharbeiterInnen bei FAW-Volkswagen in Changchun, China. Seit langer Zeit werden LeiharbeiterInnen bei FAW-Volkswagen schonungslos ausgebeutet. Der Lohnunterschied zwischen uns und den bei FAW-Volkswagen fest angestellten ArbeiterInnen ist enorm groß.

Um unsere legitimen Ansprüche zu wahren, haben wir uns als LeiharbeiterInnen organisiert und begonnen für unsere Rechte zu kämpfen.

Unser Anliegen traf jedoch auf zahlreiche Schwierigkeiten. FAW-Volkswagen hat unsere angemessenen und legitimen Forderungen von Anfang an weder anerkannt noch darauf reagiert, sondern sich stattdessen abscheulich verhalten! Zudem hat FAW-Volkswagen im Verlauf der Auseinandersetzung von schmutzigen Tricks Gebrauch gemacht und mit den zuständigen Regierungsbehörden dafür gesorgt, dass unsere Vertreter auf Basis von falschen und erfundenen Vorwürfen verhaftet werden.

Fu Tianbo, einer unserer Vertreter, befindet sich wegen des Verdachts auf „Aufruf zur Versammlung und Störung öffentlicher Ordnung“ bereits seit zwei Monaten in polizeilichem Gewahrsam! Ai Zhenyu und Wang Shuai, zwei weitere Vertreter, wurden von der Polizei sieben Tage lang festgehalten und mittlerweile wieder freigelassen.

Unsere Anwälte haben FAW-Volkswagen am 29. Juni 2017 ihre Rechtsauffassung übermittelt. Dabei wurde das Unternehmen aufgefordert, uns für die entgangenen Löhne bei gleicher Arbeit zu entschädigen, weitere entsprechende Kompensationszahlungen zu tätigen und uns innerhalb von zehn Werktagen zu antworten. Bis dato haben wir jedoch keine Antwort erhalten, was zu einem Scheitern der Schlichtungsbemühungen zwischen den beiden Parteien führte.

Das Verhalten von FAW-Volkswagen stellt eine schwerwiegende Verletzung der in China bestehenden Gesetze und Verordnungen dar! Darüber hinaus verstößt das Verhalten gegen zahlreiche Grundsätze und Inhalte der „Charta der Zeitarbeit im Volkswagen-Konzern“.

Wir alle, die bei FAW-Volkswagen unsere Rechte und Interessen eintretenden KollegInnen, fordern den Europäischen Konzernbetriebsrat, den Weltkonzernbetriebsrat sowie die Konzernleitung von Volkswagen mit Nachdruck auf, die Rechte von LeiharbeiterInnen voll und ganz zu respektieren und unseren Arbeitskonflikt mit FAW-Volkswagen gemäß den Vorschriften der „Charta derZeitarbeit im Volkswagen-Konzern“ zu lösen.

Mit freundlichen Grüßen, Die Vertreter der Antragssteller
Fu Tianbo (unterzeichnet i.V. Ehefrau Zou Hanxiao), Ai Zhenyu, Wang Shuai 
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Nao


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« Antworten #66 am: 21. Juli 2017, 17:50:07 »

Die Kontakte nach Deutschland bedeuten den Leiharbeitern in Nordchina sehr viel. Sie erklärten, das Transparent bei den G20 Protesten habe ihnen Mut gemacht.

Zum Verständnis der Situation aus deutscher Sicht, muß man erklären, daß VW die Vorgabe hat, mit einem chinesischen Unternehmen in einem Joint Venture zu kooperieren. Man entschied sich zur Zusammenarbeit mit dem staatlichen Unternehmen FAW. Die Chinesische Seite dominiert mit einem Anteil von knapp über 50%.

Der Artikel aus dem China Labour Bulletin laßt darauf schließen, daß im Bereich der Leiharbeit auch Eigeninteressen lokaler Parteifürsten eine Rolle spielen.

Zitat

Chinesische Volkswagen-Arbeiter rufen den deutschen Mutterkonzern auf, die Verantwortung für Rechtsverstöße zu übernehmen


13.07.2017

Ein Arbeiteranruf

Nachdem der Changchun FAW-Volkswagen-Arbeitnehmervertreter Ai Zhenyu aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden war, veröffentlichte er den Brief an das deutsche Mutterunternehmen Volkswagen Group, seine langes Schweigen zu brechen und die Verantwortung für die Arbeitsrechtsverletzungen nach chinesischem Recht und dem VW-Rahmenvertrag zu übernehmen.

"Deutschland ist ein Land, das die Verteidigung der Menschenrechte immer unterstreicht und oft China für seine Menschenrechtsverletzungen kritisiert." Die deutschen Unternehmen Volkswagen und Audi haben chinesische ArbeiterInnen diskriminierende Praktiken ausgesetzt, sie haben die Menschenrechte der chinesischen Arbeiter völlig außer Acht gelassen.  Wie könnt ihr so gleichgültig bleiben? Sind das eure Maßstäbe für Menschenrechte? "

Ai Zhenyu, Arbeitervertreter
Aus: "Eine gewöhnliche chinesische Arbeiterforderung"


Im Juni 2017 wurden die Arbeitnehmervertreter Fu Tianbo, Ai Zhenyu und Wang Shuai von der Polizei verhaftet, weil wegen ihrer monatelangen Kampagne für Equal Pay, die Ai und Wang organisiert hatten, während Fu Tianbo in Haft war. Fus Familie wurde von der Polizei schikaniert und seine Mutter hat ein Video veröffentlicht mit ihrem Wunsch, ihren Sohn zu sehen und  um ihre Beschwerden an höhere Behörden in Peking zu richten. Fus Kollegen und seine Familie beteuern seine Unschuld, und daß seine Verhaftung nur die Entschlossenheit der Arbeiter gestärkt hat.


Screenshot eines Videos von Arbeiter-Vertreter Fu Tianbo's Mutter: "Ich will meinen Sohn wieder sehen!"


Mehrere tausend FAW-Volkswagen-LeiharberInnen haben  in der nordöstlichen Stadt Changchun seit 2016 Equal Pay verlangt. Für ein halbes Jahr haben die Arbeiter eine gut organisierte Kampagne durchgeführt und trafen sich sich mit Führungskräften und Regierungsbeamten, um ihren Streit durch kollektive Verhandlungen zu beenden. Als die Verhandlungen schwierig wurden, zog sich das Unternehmen von den Verhandlungen zurück und die Polizei begann, Arbeitnehmervertreter ins Visier zu nehmen.

Von über 3.000 Leiharbeitern bei FAW-Volkswagen, hat eine große Zahl über 10 Jahre Betriebszugehörigkeit. Sie geben an, dass ihre Löhne nur die Hälfte von dem betragen, was einem FAW-VW-Stammarbeiter bezahlt wird, und sie genießen nicht die weiteren Vorteile eines Stammbeschäftigten. Sie verlangen eine Entschädigung für Jahre der Ungleichheit und die Gewährleistung fairer Vertragsbedingungen für die Zukunft.

Zeitleiste

November 2016:

Changchun FAW-VW Leiharbeiter organisieren sich und stellen einen Bericht über die unlauteren Arbeitsbedingungen zusammen für Chinas einzige offizielle Gewerkschaft, den Allchinesischen Gewerkschaftsverband (ACFTU)

Dezember 2016-Januar 2017:

Unter Vermittlung der ACFTU Changchun engagieren sich die Arbeitnehmervertreter in zwei Tarifverhandlungen mit FAW-VW und Hongxin Youye (eines der Leiharbeitsunternehmen). Die beiden Tarifverhandlungen schienen keine Ergebnisse zu erzielen.

Januar-Februar 2017:
Über eintausend FAW-VW-Leiharbeiter präsentieren ihren Fall an den Arbeiter-Schiedskommision des Distrikts, sie erhielten keine offizielle Antwort.

Februar 2017:
Leiharbeiter stellen ihre Fälle vor Gericht vor, das ihre Ansprüche ablehnt. Mehr als 500  Leiharbeiter halten einen Protest vor der örtlichen Behörde für Personal- und Sozialversicherung ab.

April 2017:
Leiharbeiter organisieren einen Protest zum 1. Mai, müssen ihn aber unter polizeilichem Druck absagen.

21. Mai 2017:
Agentur Arbeiter sammeln sich vor den Toren des Unternehmens und rufen ihre Forderungen während des Changchun International Marathon (FAW-VW ist der führende Sponsor der Sportveranstaltung)

26. Mai 2017:

Die Arbeitnehmervertreter Fu Tianbo, Wang Shuai und Ai Zhenyu werden mit dem Vorwurf "Zusammrottungen zu organisieren, um die öffentliche Ordnung zu stören" eingesperrt. Nicht lange danach wurden Wang und Ai freigelassen, Fu bleibt in Haft.

7. Juni 2017:
Arbeiter-Vertreter Fu Tianbo gilt offiziell  als verhaftet

Juli 2017:

Die Polizeischikanen gegen Fu Tianbo Familie werden verstärkt, Fu's Mutter veröffentlicht ein Video verlangt, ihren Sohn zu sehen, sonst wird sie nach Peking gehen, um ihre Beschwerden höheren Regierungsbeamten zu präsentieren.


Rechtsbrüche

Arbeitervertreter Fu Tianbo veröffentlicht auf seinem Social-Media-Konto eine 11-Punkte-Liste mit Forderungen, die als Vorlage für seine Kollegen dient, alle relevanten Gesetze in China zu zitzieren, um ihre kollektiven Forderungen zu unterstützen.

Fu zitiert Artikel 63 des Arbeitsvertragsrechts von China: "Die versendeten Arbeitnehmer haben das Recht, die gleiche Bezahlung zu erhalten, die den Stammbeschäftigten für dieselbe Arbeit bezahlt wird", erklärt, dass er als Leiharbeiter 60 Tausend Yuan pro Jahr bezahlt wurde, während ein Stammbeschäftiger in der gleichen Abteilung 170 Tausend Yuan verdient.

Als Fabrikarbeiter an der Lötstation erklärt Fu, dass er in der Tat ein langjähriger Beschäftigter ist, dessen Arbeit in das Hauptgeschäft der Fabrik integriert ist, was bedeutet, somit FAW-VW gegen Artikel 66 des Arbeitsvertragsgesetzes verstößt, der besagt, dass "Arbeitsüberlassung eine ergänzende Form ist und ausschließlich für vorläufige, Hilfs- oder Ersatzpositionen gilt."

In seiner Vorlage der Forderungen unterstreicht Fu auch die Verletzung von Arbeitgeberverpflichtungen seitens des Ministeriums für Humanressourcen und Sozialversicherung  bei den Vereinbarungen zur Arbeitnehmerüberlassung, insbesondere hinsichtlich des Wegfalls von soderleistungen für Leiharbeiter. Insgesamt verlangt Fu 1,3 Millionen Yuan an Entschädigung.

Die Rechtmäßigkeit der vier bekannten Personalagenturen, die der FAW-VW Changchun Arbeitskräfte zuführen, wurde in Frage gestellt. Nach Angaben der öffentlicher Dokumente ist mindestens eine Agentur, Bozhong Autoparts, direkt im Besitz und kontrolliert von der FAW-VW Unternehmensvereinigung, und ihr Direktor Fan Xijun ist der FAW-VW Parteisekretär und Gewerkschaftsvorsitzender. Eine weitere Agentur, Hongxin Youye Human Resources Co., befindet sich in Changchuns FAW Fabrikviertel nur einen Kilometer vom Haupttor des Volkswagen Werks entfernt. Artikel 67 des Arbeitsvertragsgesetzes sieht vor, dass "kein Unternehmen eine Arbeitnehmerüberlassung betreiben  darf, um die Arbeitnehmer an sich selbst und  Tochtergesellschaften zu entsenden."

Es ist Zeit für eine Antwort


Der deutsche Automobilhersteller verstößt auch gegen seinen eigenen weltweiten Rahmenvertrag. In der Vereinbarung stimmt VW zu, Konflikte durch Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern zu lösen, den Prozentsatz externen Zeitarbeiter zu begrenzen und ein gleiches Entgelt und die gleiche Behandlung aller Mitarbeiter zu garantieren.

Nach seinem eigenen globalen Engagement, ist Volkswagen verpflichtet, mit den Arbeitnehmern zu verhandeln, um auf ihre Forderungen einzugehen, und nach den Verhaftungen im Juni sind noch Fragen offen in Bezug auf den Agriff und die Repression gegen Arbeitnehmervertreter.

In seinem unterschriebenen Brief fordert der Arbeitnehmervertreter Ai Zhenyu die "volle Anerkennung der Menschenrechte der chinesischen Arbeiter" und wiederholt die Forderung seines inhaftierten  Kollegen Fu Tianbo an den Arbeitgeber: "Gebt uns das jetzt, was ihr uns schuldet!"

Die  nächste Tarifverhandlungssitzung ist laut Social Media Posts für den 14. Juli 2017 geplant.


Relevante Links

Fu Tianbo’s demands (in Chinese)
weibo.com/6052295373/Eq4oIkJff
Open Letter of Worker Representative Ai Zhenyu: "An ordinary Chinese worker’s demand" (in Chinese)
http://www.weibo.com/p/1001604127619745506068?retcode=6102
Labour Contract Law of the People’s Republic of China (2012 Amendment)
http://www.ilo.org/dyn/natlex/docs/ELECTRONIC/76384/112877/F1810845897/CHN76384%20Eng.pdf
Interim Provisions on Labour Dispatch (agency labour), 2014
http://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---ed_dialogue/---sector/documents/publication/wcms_246921.pdf
Charter on Temporary Work for the Volkswagen Group
http://www.industriall-union.org/sites/default/files/uploads/documents/GFAs/Volkswagen/precarious_agreement_Nov_2012/charta_der_zeitarbeit_englisch_final.pdf
http://www.clb.org.hk/content/chinese-volkswagen-workers-call-german-parent-company-assume-responsibility-violations
http://www.clb.org.hk/content/chinese-volkswagen-workers-call-german-parent-company-assume-responsibility-violations

(In eigener Übersetzung aus dem Englischen)
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dagobert


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« Antworten #67 am: 30. Juli 2017, 11:46:00 »

Zitat
Verliehen, aber nicht lange

Südafrika: Metallarbeitergewerkschaft klagt erfolgreich gegen Zeitarbeitsfirma. Unternehmen müssen Beschäftigte nach drei Monaten übernehmen
https://www.jungewelt.de/artikel/315097.verliehen-aber-nicht-lange.html
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Nao


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« Antworten #68 am: 07. Oktober 2017, 17:44:59 »

Die Leiharbeiter in Changchun werden weiter hingehalten. Es wurde einigen Leiharbeitern angeboten, sie in die Stammbelegschaft zu übernehmen, wenn der Rest dann Ruhe gibt. Sie wollen aber nicht abgespeist werden. Sie wollen das Geld erhalten, um das sie geprellt worden sind. Und sie fordern die Freilassung ihres inhaftierten Sprechers.

Lange ließen sich die in einem offenen Brief angesprochenen Gewerkschaftsgranden Bernd Osterloh und Frank Patta Zeit, bis sie sich zu einer Antwort herabließen.
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/10/vw_gbr_d.pdf

Sie sagen, sie wissen nicht genau, was in China los ist und eigentlich sei VW für die Bedingungen im VW Werk nicht zuständig, da wäre wohl eher der chinesische Joint-Venture Partner verantwortlich. Da ist man fein raus und läßt weiter unter verboten billigen Bedingungen (das Chinesische Arbeitsgesetz verpflichtet zu Equal Pay) in China produzieren und wäscht seine Hände in Unschuld.

Ich bekam Rückmeldung aus China. Die kämpfenden Leiharbeiter in Changchun sind stinksauer, so zynisch von deutschen Belegschaftsvertretern abgefertigt worden zu sein.

Sie schrieben einen Brief an die örtlichen Behörden:



Gemeinsamer Brief mit der Forderung nach der bedingungslosen Freilassung von Fu Tianbo, der uns bei der Verteidigung unserer Rechte vertritt


Brief der ArbeiterInnen von FAW-Volkswagen in China vom 18. August 2017 an die örtliche PolizeiAn die Außenstelle des Amtes für Öffentliche Sicherheit in der Automotive Industrial Development Zone (Entwicklungszone für die Automobilindustrie) in der Stadt Changchun:

Ihr Amt eröffnete ein Verfahren gegen den für unsere Arbeiterrechte eintretenden Fu Tianbo und beschuldigte ihn der Versammlung einer Menschenmenge, um die soziale Ordnung zu stören. Nachdem die Untersuchung abgeschlossen war, wurde der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergereicht, und Fu Tianbos Verteidiger übergab seine diesbezüglichen juristischen Einwände ebenfalls der Staatsanwaltschaft. Am 3. August 2017 verwies die Staatsanwaltschaft den Fall zurück an Ihr Amt, damit zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden.

Aufgrund des besonderen Charakters dieses Falles, der viele Menschen und diverse Aspekte betrifft, wollen Beschäftigte von FAW-Volkswagen, die nun in den Fall involviert sind, ihre eigenen Interessen schützen und ihren geschädigten Kollegen Fu Tianbo unterstützen. (...)


Gesammelte Unterschriften unter den Brief der ArbeiterInnen von FAW-Volkswagen in China vom 18. August 2017 an die örtliche Polizei

http://www.labournet.de/?p=122305
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Fritz Linow


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« Antworten #69 am: 07. Oktober 2017, 20:05:16 »

Mal aus der Selbstdarstellung des Arbeitskreises „InterSoli“ der IGM Wolfsburg von 2002:

Zitat
(…)
1985 wurde als Joint venture die  „Shanghai-Volkswagen Automotive Company, Ltd.“ gegründet, 1991 kam in Changchun ein zweites chinesisches Werk hinzu.   
(…)
Eine besondere Problematik ist es, die zwei chinesischen VW-Standorte in die betrieblichen Mitbestimmungsstrukturen zu integrieren, da der Welt-KBR nur Standorte vertritt, in denen unabhängige Gewerkschaften arbeiten. 
(…)

http://www.igmetall-wob.de/fileadmin/users/Gruppen_Gremien/InterSoli/Geschichte_InterSoli_WOB.pdf

Da ist also durchaus die Rede davon, dass es sich in China um VW-Standorte handelt. Der Verweis auf den Joint-Venture-Partner, den die beiden Filzbrüder Patta und Osterloh bemühen, läuft absolut ins Leere und ist verlogen, wenn man mal vom Selbstverständnis der IGM Wolfsburg ausgeht.
Der größte Witz wäre, wenn sie sich in China für gleiche Bezahlung bei Leiharbeit einsetzen würden, während sie es hier seit Jahren aktiv verhindern.
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Nao


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« Antworten #70 am: 07. Oktober 2017, 20:25:34 »

Ebenso, wie die Chinesischen Behörden die Chinesichen Gesetze ignorieren und mit Füßen treten, tut es die IGM mit den Selbstverpflichtungserklärungen, die sie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in China unterschrieben hat.

Papier ist geduldig.
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dagobert


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« Antworten #71 am: 07. Oktober 2017, 23:31:59 »

Die kämpfenden Leiharbeiter in Changchun sind stinksauer, so zynisch von deutschen Belegschaftsvertretern abgefertigt worden zu sein.
Ich hab nichts anderes erwartet.
Und ob man VW-Betriebsräte ernsthaft als "Belegschaftsvertreter" ansehen kann ... ? Da machen sich in China wohl einige Leute falsche Vorstellungen über die Zustände hierzulande.
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« Antworten #72 am: 08. November 2017, 16:36:34 »

Grenzüberschreitende Solidarität!









Soliaktion in Kiel Gaarden
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Fritz Linow


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« Antworten #73 am: 10. November 2017, 13:33:31 »

Zitat
[9. – 11. November 2017] 11 indische Gewerkschaftsverbände organisieren Streiks mit dreitägigem Sit-In vor dem Parlament in Delhi
(...)
Kernforderungen dieses Programms sind vor allem ein Mindestlohn, der zum Leben reicht, sowie der Kampf gegen Zeit- und Leiharbeit, eng verbunden mit der Forderung nach Gewerkschaftsfreiheit.
(...)

http://www.labournet.de/internationales/indien/gewerkschaften-indien/9-11-november-2017-11-indische-gewerkschaftsverbaende-organisieren-streiks-mit-dreitaegigem-sit-in-vor-dem-parlament-in-delhi/

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Nao


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« Antworten #74 am: 13. November 2017, 15:25:08 »

Zitat
Ein Jahr Kampf der Leiharbeiter bei VW China: Sofortige Freilassung von Fu Tianbo! Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Forderungen der Leiharbeiter!



Kampf der Leiharbeiter bei VW China: Sofortige Freilassung von Fu Tianbo! Die Proteste der rund 3.000 Leiharbeiter von FAW-VW in Changchun begannen Anfang November 2016 keineswegs als Proteste: Sie wollten verhandeln über die Einhaltung der chinesischen Arbeitsgesetze im Werk und gegen ihre soziale Diskriminierung vorgehen. Wozu sie zunächst zu durchaus stattfindenden Verhandlungen eine eigene Delegation wählten und die „Mediation“ der örtlichen Gewerkschaft hatten. Erst als diese Verhandlungen abrupt und ergebnislos abgebrochen wurden, organisierten sie ihre Proteste selbstständig und öffentlich. In diesem ganzen Jahr, das seitdem vergangen ist, hat das Unternehmen VW – mit verschiedenen Begründungen, zuletzt unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass man ja nur eine Minderheitsbeteiligung an dem FAW Werk habe – sich rundweg geweigert, die legitimen und bescheidenen Forderungen zu erfüllen und sich an Gesetze zu halten. Das Vorgehen der chinesischen Behörden gegen den Sprecher der Bewegung Fu Tianbo ist ein Ergebnis der völligen Ablehnung legitimer Forderungen: Deswegen ist aus betrieblichen Problemen nun ein Kriminalfall konstruiert worden, als Vorwand, gegen die Bewegung repressiv zu werden.

In der Resolution „Release worker representative Fu Tianbo and resume collective bargaining at FAW-Volkswagen“ am 13. November 2017 beim China Labour Bulletin rufen mehrere Basisgruppierungen aus China und Hongkong, Einzelpersonen und auch LabourNet Germany zur sofortigen Freilassung von Fu Tianbo auf – und zu Verhandlungen über die berechtigten Forderungen der Leiharbeiter: Verbreiten und unterstützen ist unser Appell an Leserinnen und Leser! 
http://www.clb.org.hk/content/release-worker-representative-fu-tianbo-and-resume-collective-bargaining-faw-volkswagen


„One year on, the struggle continues for Volkswagen workers in Changchun“ am 08. November 2017 beim China Labour Bulletin
http://www.clb.org.hk/content/one-year-struggle-continues-volkswagen-workers-changchun
 ist ein Beitrag, der die Entwicklung der Bewegung seit November 2016 nochmals skizziert und dabei die Betonung darauf legt, dass der Ausgangspunkt der ganzen Auseinandersetzung es war – und ist – dass die Leiharbeiter die Einhaltung der entsprechenden Gesetze der VR China fordern (oder sollte China das zweite Land der Welt werden, in dem VW über dem Gesetz steht?) – und wer dann liest, wer sich bisher der eigentlich nun wirklich völlig selbstverständlichen Solidarität befleißigt hat, wird auch schnell merken, wer da an eigentlich Selbstverständlichem fehlt. Immerhin sind die Kollegen vom CLB so rücksichtsvoll, einer Bewertung des Ratschlages, sich an die Behörden zu wenden zu entgehen, indem sie ihn übergehen.
http://www.labournet.de/?p=123873
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