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Autor Thema: Boomender deutscher Rüstungsexport  (Gelesen 3041 mal)
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6187


« am: 26. Januar 2006, 19:16:09 »

Im Jahr 2004 haben deutsche Unternehmen Rüstungsgüter im wert von mehr als 6 Mrd. Euro exportiert bzw. Ausfuhrgenehmigungen dafür erhalten. Von der beschworenen Beschränkung der Rüstungsexporte, die die Schröder/Fischer-Regierung angekündigt hatte, wurde praktisch nichts umgesetzt. So wurden Waffen nach Indien und Pakistan geliefert, obwohl beide Länder über Atomwaffen verfügen und praktisch im Kriegszustand waren. Dass während des völkerrechtswidrigen Irak-Kriegs an die USA Waffen geliefert wurden, widersprach offen deutschen Gesetzen.

rf-news 26.1.06
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Kuddel


Beiträge: 9606


« Antworten #1 am: 19. März 2012, 12:55:19 »

Zitat
Der Handel mit Waffen boomt - und die deutsche Rüstungsindustrie verdient kräftig mit. Deutschland ist einem aktuellen Rüstungsbericht zufolge der Exporteur mit den höchsten Zuwachsraten.
http://www.fr-online.de/home/1472778,1472778.html
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Eivisskat
Gast
« Antworten #2 am: 01. Februar 2013, 08:36:06 »

Zitat
Das diskrete deutsche Geschäft mit Waffen

Opposition beklagt fehlende Transparenz der Regierung bei Rüstungsgeschäften. Auch Hamburger Beteiligte sind wenig auskunftsfreudig.

Hamburg. Der Hamburger Hafen ist bekannt für die Touristendampfer. Wenn die "Queen Mary 2" die Landungsbrücken verlässt, winken Tausende am Ufer. Jan von Aken sagt: Nicht nur Kreuzfahrtschiffe verlassen den Hafen.

Sondern auch Kriegsschiffe, Bauteile für Panzer und Kampfjets, Waffen und Munition.
Es seien großenteils in Hamburg produzierte Rüstungsgüter, die sich von der Elbe auf den Weg in die Krisenregionen dieser Welt machen.

Von Aken ist Hamburger Abgeordneter der Linken im Bundestag, seit Jahren kämpft er dafür, dass Deutschland den Handel mit Waffen stoppt. Für Hamburg hat er 2011 einen Rüstungsindex erarbeitet. Knapp 100 Unternehmen mit rüstungsrelevanten Produkten und Dienstleistungen aus Hamburg und dem Umland sind dort gelistet.

Von Aken recherchierte auf Waffenmessen, Internetseiten der Firmen, stellte Anfragen, hatte Informanten. Selten waren die Unternehmen auskunftsfreudig.


http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article113289157/Das-diskrete-deutsche-Geschaeft-mit-Waffen.html
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 6477



« Antworten #3 am: 04. September 2013, 20:32:10 »

Zitat
Neue WikiLeaks-Enthüllungen
Deutsche Software für Despoten

Deutsche Ingenieurskunst wird weltweit geschätzt. Gleiches gilt auch für die Arbeit deutscher Softwareschmieden: Dokumente der Whistleblower-Plattform WikiLeaks, die dem NDR vorliegen, belegen: Deutsche Unternehmen liefern Überwachungssoftware an Despoten in aller Welt.
....

Quelle: tagesschau.de
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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Fritz Linow


Beiträge: 693


« Antworten #4 am: 27. April 2017, 14:03:24 »

Über die gerne verschwiegene Zusammenarbeit der Computerspielehersteller mit der Rüstungsindustrie:

Zitat
Die Kooperation von „Crytek“ mit der Rüstungsindustrie

Im Februar 2017 hat die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) eine Kampagne gestartet, die sich mit den Verbindungen des deutschen Videospiel-Herstellers „Crytek“ und der Rüstungsindustrie befasst. Im April trat die Kampagne erstmals öffentlich auf. Dieser Text liefert den – ausführlich mit Quellen belegten – Hintergrund zur „Crytek“-Kampagne der DFG-VK.
(...)

http://www.crytek.dfg-vk.de/crytek-hintergrund

Erinnert an die Marinesimulation Harpoon, die auch zur Schulung eingesetzt wird.
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dagobert


Beiträge: 4009


« Antworten #5 am: 27. April 2017, 14:14:07 »

Das erinnert mich an den Film Toys.
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6187


« Antworten #6 am: 21. Mai 2017, 21:44:58 »

Zitat
Rheinmetall nutzt türkischen Rüstungskonzern für Mega-Geschäft mit Katar – Rüstungsmesse in Istanbul mit 43 deutschen Rüstungsfirmen – Rüstungsdeals Ukraine, Saudi Arabien, Russland mit Erdogan

Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ist jetzt Aufsichtsrat bei Rheinmetall. Ex-Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ist schon da. Ob nun eine Munitionsfabrik in Saudi Arabien oder die im August genehmigte Ausfuhr einer Panzerfabrik nach Algerien und die Kooperation mit der Türkei und Katar mit dem Unternehmen BMC in der Türkei, die Panzer baut, Rheinmetall ist dort, wo Rüstungsgüter eingesetzt werden. Geschäfte mit Despoten – incl. Rüstungsgüter und Entwicklungshilfe!  Da wo Krisen und auch Kriege stattfinden, werden Rüstungsgüter gebraucht.

Während es in den Medien heißt: Die Verhaftung der deutschen Journalistin Mesale Tolu sorgt für neue Verstimmungen zwischen der Bundesregierung und der Türkei, findet die IDEF2017 – Waffenmesse in Istanbul statt und zwar mit 43 deutschen Rüstungsfirmen. Hier wurde auch ein strategisches Dokument über die Zusammenarbeit zwischen den Verteidigungsministerien der Ukraine und der Türkei unterzeichnet, erklärte in Istanbul der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Oleksandr Turtschynow, nach der Unterzeichnung, berichtet die Pressestelle des Sicherheitsrates.

Auch der staatliche Waffenexport-Firma Russlands, Rosoboroneksport, gab am 03. Mai.2017 in einer schriftlichen Erklärung bekannt, dass die Firma eine mögliche Zusammenarbeit in der Waffenproduktion mit ihren türkischen Partnern derzeit bespreche. In der schriftlichen Erklärung hieß es auch, dass Geschäftstreffen mit Vertretern der türkischen Regierung, den türkischen Streitkräften und der Waffenindustrie am Rande der kommenden ‚International Defence Industry (IDEF’17)‘ Messe gehalten werden. Die IDEF ’17 wird mit der Rosoboroneksport zusammen organisiert und fand zwischen dem 9. und dem 12 Mai in Istanbul statt. Schon erstaunlich: Erdogans Familie – Herrscher über Energie, Öl und Wasser – Dokumente bestätigen Beziehungen zwischen Erdogan und IS!...
weiter:  https://netzfrauen.org/2017/05/13/rheinmetall/#more-52133
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6187


« Antworten #7 am: 14. Juni 2017, 13:00:28 »

Zitat
Rüstungsbericht
Deutschland exportiert mehr Kriegswaffen

Weniger Rüstungsexporte insgesamt, aber mehr Kriegswaffen für Algerien, Katar und Südkorea: Die Bundesregierung hat 2016 Rüstungsausfuhren in Höhe von knapp sieben Milliarden Euro genehmigt.


Eine Zunahme gab es laut der "Bild"-Zeitung allerdings beim Export von Kriegswaffen: 2016 wurden aus Deutschland demnach Kriegswaffen im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro exportiert, rund eine Milliarde mehr als 2015. 90 Prozent davon gingen an die drei Staaten Algerien, Katar und Südkorea.

Auch bei den umstrittenen Kleinwaffen-Lieferungen gab es 2016 einen Anstieg: Der Gesamtwert der Genehmigungen belief sich laut "Handelsblatt" auf 46,9 Millionen Euro - rund 15 Millionen Euro mehr als 2015. Der Anstieg gehe jedoch "fast vollständig auf höhere Genehmigungswerte" an Bündnispartner zurück, zitierte die Zeitung aus dem Bericht. Der Wert für Drittländer liege mit 16,4 Millionen Euro "ungefähr auf dem historisch niedrigen Niveau des Vorjahres".
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ruestungsexporte-deutschland-verkauft-weniger-waffen-a-1152038.html
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dagobert


Beiträge: 4009


« Antworten #8 am: 12. August 2017, 11:59:36 »

Zitat
Was hat Rheinmetall in der Türkei zu verbergen?

Ein Rheinmetall-Joint-Venture in der Türkei soll Panzer entwickeln. Angeblich ist es nicht aktiv. Am Firmensitz wurde ein Fotoverbot verhängt.


Das unscheinbare dreistöckige Bürogebäude steht in einer Seitenstraße im Regierungsviertel der türkischen Hauptstadt Ankara. Kein Firmenschild verrät, wer hinter den Fenstern arbeitet. An einem Fahnenmast rechts vor dem Haus hängt die türkische Flagge.  Neben dem Eingang sind zwei Metallschilder angebracht: „Zutritt verboten“, sagt das eine. Das andere mahnt, in schwarzen Buchstaben auf weißem Grund: „Fotografieren, Film- und Tonaufnahmen verboten“.

Was auf diesen drei Etagen geschieht, ist also top secret – und unter der Herrschaft von Präsident Recep Tayyip Erdogan wird es kaum ein Journalist wagen, das Verbot zu missachten  und dennoch Aufnahmen zu machen.

Was hier abgeschottet wird, ist der Sitz eines Rüstungsunternehmens - mit deutscher Beteiligung. Es heißt Rheinmetall BMC Defense Industry oder abgekürzt RBSS, nach den türkischen Inititialen des Firmennamens. Der deutsche Konzern Rheinmetall hat es im Oktober 2016 zusammen mit der türkischen Firma BMC sowie malaysischen Partnern gegründet. Seit Februar nennt das Joint Venture offiziell das dreistöckige Haus in der Seitenstraße als Firmensitz. Nach Recherchen des stern, der türkischen Exilredaktion Özgürüz und des Recherchezentrums Correctiv hat RBSS die Räume auch bezogen. Doch den Namen oder das Firmenlogo von RBSS – ein Adler mit zwei wuchtigen Schwingen – sucht man an dem Gebäude vergebens.

Das Joint Venture, das offenkundig gerne im Geheimen arbeitet, hat einen brisanten Auftrag. Es soll sich um den Bau türkischer Kampfpanzer vom Typ Altay bewerben; das hatte die Düsseldorfer Rheinmetall-Zentrale jedenfalls noch im März ausdrücklich bestätigt. Dabei saß schon damals der deutsche Journalist Deniz Yücel in einem türkischen Gefängnis und mit ihm tausende offenkundig ebenso unbescholtene türkische Bürger.

Bereits im Dezember 2015 sprach man bei Rheinmetall in internen Papieren von insgesamt 1000 Kampfpanzern, die man mit dem Joint Venture in der Türkei bauen wolle, zum Preis von sieben Milliarden Euro.

Also einerseits ein gutes Geschäft. Aber andererseits auch ein Deal, der so gar nicht in die politische Landschaft passt. Erst vergangene Woche enthüllten der stern, CORRECTIV und Özgürüz, wie trickreich Rheinmetall die Rüstungskooperation eingefädelt hatte. Präsident Erdogan selbst empfing im November 2015 Manager von Rheinmetall und Vertreter ihrer türkischen und malaysischen Partner im osmanischen Yildiz-Palast in Istanbul zum Abendessen. Die Partner aus Malaysia und Türkei sollten Rheinmetall offenkundig beim Kontakt zum Präsidenten helfen und dazu beitragen - so stand es in einer internen Präsentation - den „politischen Segen“ der türkischen Regierung sicherzustellen.

Inzwischen hat das türkische Verteidigungsministerium die Rheinmetall-Partnerfirma BMC in aller Form eingeladen, sich um den Bau der Altay-Panzer zu bewerben. Es gibt auch weitere Bewerber. Aber BMC gehört dem Unternehmer und Erdogan-Freund Ethem Sancak und gilt darum als Favorit für den Auftrag.

Rheinmetall hat die Kooperation mit den türkischen Partnern bis heute nicht abgesagt. Das Unternehmen lässt nur wolkig erklären, in der Türkei habe sich „vieles“ verändert, „auch für Rheinmetall“ – was immer das heißt. Konkrete Fragen lässt man in Düsseldorf unbeantwortet.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger verlegt sich offenkundig auf eine Doppelstrategie: Vorsichtig weitermachen in der Türkei – und kräftig verharmlosen in Deutschland. Jedenfalls verbreitete das Unternehmen in jüngster Zeit allerlei scheinbar harte Dementis. Die „Süddeutschen Zeitung“ zitierte einen Rheinmetall-Sprecher vor einigen Tagen gar mit der Behauptung, die Gemeinschaftsfirma in Ankara gebe es nur auf dem Papier: „Das Unternehmen ist im Moment nicht aktiv", behauptete der Konzernsprecher demnach.

Dabei schreibt das Joint Venture  seit Februar immer wieder Stellen aus. RBSS hat eine eigene Website freigeschaltet und – wie gesagt – die Büros im Regierungsviertel von Ankara bezogen. Gäbe es das Joint Venture dort wirklich nur auf dem Papier, wäre kaum ein Foto- und Filmverbot notwendig – weil es ja nichts zu verbergen gibt.
[...]
Die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel – die eigentlich einen härteren Kurs gegenüber Präsident Erdogan angekündigt hat - hilft dem Unternehmen dabei, den Skandal kleinzureden.  Sie tut so, als habe sie wenig mit den Rheinmetall-Plänen zu tun.  Die seien einfach „eine unternehmerische Entscheidung“ – wenngleich Rheinmetall natürlich „in Einklang“ mit deutschen Vorschriften vorgehen müsse, so ein Regierungssprecher.
https://correctiv.org/recherchen/wirtschaft/artikel/2017/08/11/was-hat-rheinmetall-der-tuerkei-zu-verbergen/
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