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Autor Thema: Mehr Arbeit für Ältere  (Gelesen 7860 mal)
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Kater


Beiträge: 7110


« am: 05. März 2006, 22:48:36 »

Zitat
Mehr Arbeit für Ältere
Minister Müntefering plant staatliche Lohnzuschüsse für über 50-Jährige / DIHK kritisiert Vorhaben: Hohe Löhne sind Einstellungshemmnis
Matthias Loke und Rouven Schellenberger

BERLIN. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer verbessern. Hierzu legt der Vizekanzler am Mittwoch sein Konzept "Initiative 50plus" im schwarz-roten Kabinett vor. Danach sollen Unternehmen drei Jahre lang Zuschüsse erhalten, wenn sie einen Arbeitslosen ab 50 Jahren einstellten.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag machte gegen diese Art der Unterstützung deutliche Vorbehalte geltend. Um die hohe Arbeitslosigkeit älterer Menschen zu bekämpfen und ihre Beschäftigungschancen wieder zu verbessern, müsse die Frühverrentungspraxis drastisch eingeschränkt werden, forderte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun im Gespräch mit der Berliner Zeitung. Zugleich müssten ältere Arbeitnehmer größere Anstrengungen zur Weiterbildung unternehmen, sagte Braun. Er forderte von älteren Arbeitnehmern größere Qualifizierungsanstrengungen. Gegenwärtig würde sich nur jeder Sechste der über 50-Jährigen an Weiterbildungsmaßnahmen beteiligen.

Braun drängte auf einen Mentalitätswechsel der älteren Arbeitnehmer: "Es hat sich in gewisser Weise der Wunsch entwickelt, schon mit 57, 58 Jahren, und damit weit früher als mit 65, in Rente zu gehen." Dies sei zwar sozialpolitisch verlockend gewesen nach dem Motto: Ältere machen ihren Platz frei, damit Jüngere Beschäftigung finden. "In der Praxis ging diese Rechnung aber zumeist nicht auf", sagte Braun. Er schlug daher vor, die Abschläge bei vorzeitigem Rentenbezug deutlich anzuheben: "Sie sollten von derzeit von 0,3 Prozent pro Monat auf 0,5 Prozent erhöht werden", forderte der DIHK-Präsident. "Die Förderung der betrieblichen Altersteilzeit sollte möglichst rasch auslaufen".

Die von Müntefering vorgesehene Einkommenssicherung für Ältere sende falsche Signale, so Braun. "Denn in der Praxis erweist sich gerade das höhere Einkommen Älterer oft als Wiedereinstellungsbremse. Es wäre daher falsch, teilweise nicht realistische Gehaltsvorstellungen aus Beitragsmitteln zu finanzieren". Müntefering setzt weiterhin auf die so genannte Entgeltsicherung, wonach Arbeitslosen ab 50 Jahren die Differenz zwischen altem und neuem Lohn zur Hälfte erstattet werden kann, wenn sie eine gegenüber ihrer früheren Tätigkeit schlechter bezahlte Arbeit annehmen.

Der Minister will zudem Lohnkostenzuschüsse fortführen, die in der Hartz-Zwischenbilanz als eines der erfolgreichsten Instrumente bewertet wurden. "Unternehmen können Lohnkostenzuschüsse erhalten, wenn sie einen Arbeitslosen ab 50 Jahren einstellen", heißt es in einem Papier des Arbeitsministeriums. Diese gibt es bereits etwa in Form von Eingliederungszuschüssen, die sich laut Bundesagentur für Arbeit bewährt haben.

Im Gegensatz dazu forderte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, Lohnkürzungen bei Älteren, um deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. "Die Löhne müssen für die Älteren sinken können, anstatt nach dem Senioritätsprinzip immer weiter zu steigen", sagte er dem Bremer Kurier am Sonntag. Die Lebenseinkommenskurve müsse deutlich vor dem Alter von 60 Jahren ihren Höhepunkt überschritten haben. Dies gelte vor allem für Berufe, in denen es auf körperliche Leistung ankomme.


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/531670.html

Zitat
"Kompetenz vor Alter"
DIHK-Chef Ludwig Georg Braun über die Job-Chancen Älterer, Olympia-Teams und die Fehlanreize durch vorzeitigen Rentenbezug
SPD will unter anderem mit Lohnzuschüssen bessere Einstellungschancen für Ältere erreichen. Was halten Sie davon

Herr Braun, jeder Vierte der mehr als fünf Millionen Arbeitslosen ist 50 Jahre und älter. Sind Ältere nicht mehr leistungsfähig?

Das pauschal zu behaupten wäre Unsinn. Viele der älteren Arbeitnehmer haben nur Schwierigkeiten, mit ihrer derzeitigen Qualifikation den Wiedereinstieg in ein anderes Unternehmen zu schaffen. Dass es gerade für Ältere schwer ist, einen Job zu finden, hängt auch ein Stück weit mit den tariflichen Vereinbarungen und gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland zusammen: Wir haben über viele Jahre einen Prozess erlebt, in dem Ältere vielfach vorzeitig von der Arbeit freigestellt wurden - über Altersteilzeit, Vorruhestandsregelungen und andere Maßnahmen. Das hatte auch Konsequenzen für die Mentalität vieler Menschen und Firmen.

Haben sich viele darauf eingestellt, möglichst zeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden?

Es hat sich in gewisser Weise der Wunsch entwickelt, schon mit 57, 58 Jahren, und damit weit früher als mit 65, in Rente zu gehen. Allerdings darf man sich angesichts der vielen finanziellen Anreize auch nicht wundern, dass die Betriebe ihre Belegschaft verjüngen. Sie sparen auf diese Art die Weiterbildungskosten für die Älteren, wenn aus dem Potenzial der Auszubildenden junge Kräfte nachrücken.

Die Unternehmen haben diese Möglichkeiten doch liebend gern in Anspruch genommen, um sich überzähligen Personals auf Kosten der Sozialkassen zu entledigen.

Das Motto war ja auch sozialpolitisch verlockend: Ältere machen ihren Platz frei, damit jüngere Beschäftigung finden. In der Praxis ging diese Rechnung aber zumeist nicht auf und die Löcher in der Rentenkasse wurden immer größer.

Konsequent wäre es demzufolge, die Möglichkeiten der Frühverrentung gänzlich abzuschaffen?

Wir plädieren dafür, die Abschläge bei vorzeitigem Rentenbezug deutlich zu erhöhen. Sie sollten von derzeit 0,3 Prozent pro Monat vorzeitigen Rentenbeginns auf 0,5 Prozent erhöht werden. Die Förderung der betrieblichen Altersteilzeit sollte möglichst rasch auslaufen. Wir müssen den Arbeitnehmern wie den Unternehmen klar machen, dass ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Berufsleben nicht mehr auf Kosten der Sozialkassen möglich ist.

Dann müssten allerdings auch die Unternehmen umdenken und Ältere nicht mehr als Entsorgungsmasse ansehen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir sehr bald auf Grund der zunehmenden Knappheit an Fachkräften alle brauchen, die arbeitsfähig sind. Die demografische Entwicklung ist doch bekannt; hier müssen alle umdenken. So viele junge Fachleute rücken nicht mehr nach, dass man sich nur noch Olympia-Mannschaften zusammen stellen kann. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Unternehmen sich recht schnell umstellen werden, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.

Wenn die Frühverrentung eingedämmt wird: Geht das nicht zwingend zu Lasten der Arbeitnehmer und der Sozialkassen, wenn nicht gleichzeitig die Firmen ihre Einstellungspraxis ändern?

Aus der betrieblichen Praxis heraus weiß ich: Es gibt oft große Differenzen zwischen der eigenen Einschätzung des Qualifikationsstandes und den Erfordernissen des Unternehmens oder einer Branche. Da unterliegen ältere Arbeitnehmer nicht selten einer Fehleinschätzung, wenn sie sich neu um eine Stelle bewerben. Meist haben sie dann zwar lange in einem Unternehmen gearbeitet, sind aber nicht auf dem letzten Stand der Entwicklung - der aber auf der neuen Stelle vorausgesetzt wird. Zudem müssen sich ältere Arbeitnehmer auch darauf einstellen, dass ihr Wohnort nicht immer auch der Arbeitsort sein wird. Das verlangt eine Flexibilität, die sicherlich mit zunehmendem Alter nicht ganz einfach ist.

Der DIHK hatte der Regierung angeboten, ein Bündnis für eine stärkere Beteiligung Älterer am Erwerbsleben zu ermöglichen. Ist die Initiative aufgegriffen worden?

Die Bundesregierung ist gerade 100 Tage im Amt, sie braucht Zeit zur Einarbeitung. Wir stehen weiterhin als DIHK zur Verfügung, in ausgewählten Regionen Modellprojekte zur stärkeren Teilhabe Älterer am Arbeitsleben zu versuchen.

Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will unter anderem mit Lohnzuschüssen bessere Einstellungschancen für Ältere erreichen. Was halten Sie davon?

Die Förderinstrumente für Ältere, die jetzt unter der Überschrift "50 plus" diskutiert werden, gibt es ja zum Teil schon heute. Manche können helfen, andere - wie zum Beispiel die Entgeltsicherung für ältere Arbeitslose - senden falsche Signale: Denn in der Praxis erweist sich gerade das höhere Einkommen Älterer oft als Wiedereinstellungsbremse. Es wäre daher falsch, teilweise nicht realistische Gehaltsvorstellungen aus Beitragsmitteln zu finanzieren.

Was schlagen Sie vor?

Besser wäre es, älteren Arbeitslosen gezielte Hilfestellungen - zum Beispiel durch Formen von Wiedereinstiegsqualifikationen - anzubieten, um auch in anderen Bereichen als bisher und dann gegebenenfalls auch mit niedrigerem Gehalt wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Fest steht aber auch: Allein mit Förderungen durch die Arbeitsagenturen ist der bei der Beschäftigung Älterer erforderliche Perspektivwechsel nicht zu schaffen - zumal hier zusätzliche Belastungen für die Beitragszahler drohen. Entscheidend ist es vielmehr, die Frühverrentung zum Beispiel durch Änderungen bei Altersteilzeit und in der Rentenversicherung unattraktiv zu machen.

Sie führen selbst ein großes Medizintechnik-Unternehmen mit weltweit 31 000 Mitarbeitern. Ab welchem Alter wird für Ihren Personalchef die Einstellung von Mitarbeitern kritisch?

Vielen Personalchefs schwebt sicher immer noch der 27-jährige, mehrsprachige, erstklassig ausgebildete Fachmann mit 30 Jahren Berufserfahrung vor. Das geht natürlich nicht auf. In unserem Unternehmen gilt: Kompetenz vor Alter. Das, was jemand kann, ist entscheidend. Wissen, Verlässlichkeit, Lebenserfahrung sind hoch einzuschätzen. Übrigens ist unser Personalchef 62 und hat nicht die Absicht, vorzeitig aufzuhören.


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/wirtschaft/531723.html?2006-03-06

Zitat
Zur Person
Ludwig Georg Braun (62) ist seit fünf Jahren Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Als Vorstandsvorsitzender leitet Braun das hessische Familienunternehmen B. Braun. Der Konzern mit Sitz im nordhessischen Melsungen ist auf Medizintechnik spezialisiert.  Klicken Sie hier und testen Sie die Berliner Zeitung 4 Wochen lang. Sie sparen mehr als 40 %.
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Kater


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« Antworten #1 am: 06. März 2006, 14:42:27 »

Zitat
Wirbel um Äußerungen der BA zur "Initiative 50+"
Montag 6. März 2006, 14:33 Uhr
 
Berlin (AFP) - Skeptische Äußerungen aus der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur geplanten "Initiative 50+" der Bundesregierung haben für Wirbel gesorgt. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte zu einem entsprechenden Pressebericht, bislang habe Ressortchef Franz Müntefering (SPD) nur bestehende Maßnahmen beschrieben, "die gebündelt werden sollen". Es werde aber daneben auch neue Maßnahmen geben, fügte der Sprecher mit Blick auf Kombi- und Mindestlöhne hinzu. Auch er räumte allerdings Umsetzungsprobleme bei einigen bereits vorhandenen Maßnahmen ein.

Die "Initiative 50+" der Bundesregierung sieht Maßnahmen zugunsten einer besseren Integration älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt vor. Die "Rheinische Post" zitierte dazu eine BA-Sprecherin mit den Worten: "Viele Instrumente, die dort genannt werden, gibt es schon lange." Sie seien bislang "jedoch wenig erfolgreich". So nähmen bundesweit Betriebe derzeit nur für 8200 ältere Arbeitnehmer Lohnkostenzuschüsse in Anspruch. Zudem unterstützten die Agenturen nur 4000 ältere Menschen, die einen schlechter bezahlten Job angenommen haben. Es seien aber 1,3 Millionen über 50-Jährige arbeitslos.

Derweil relativierte die BA ihre Kritik und erklärte, die Sprecherin sei falsch wiedergegeben worden. "Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt die Initiative der Bundesregierung '50 plus' ohne jede Einschränkung", hieß es in einer Erklärung.

Auch das Arbeitsministerium räumte ein, die von Müntefering am Wochenende genannten Maßnahmen seien "zum großen Teil Instrumente die es faktisch schon gibt, die aber trotz großer Sinnhaftigkeit in vielen Fällen leider nicht zur Anwendung kommen". Sie sollten daher "stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt" werden.

Müntefering hatte zuvor der "Bild am Sonntag" gesagt, Unternehmen würden drei Jahre lang Lohnzuschüsse erhalten, wenn sie einen Arbeitslosen ab einem Alter von 50 Jahren einstellen. Den über 50-jährigen Arbeitslosen selbst könne die Hälfte des Lohnunterschiedes von der Arbeitsagentur überwiesen werden, wenn sie einen schlechter bezahlten Job annehmen. Außerdem könne Betrieben der Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosenversicherung erlassen werden, wenn sie einen Arbeitsuchenden über 55 einstellen.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte zu den Ankündigungen Münteferings, die Initiative "50+" sei im Koalitionsvertrag vereinbart worden. "Jegliche Überlegungen, die zur Umsetzung dieser Initiative beitragen, finden unsere Zustimmung", sagte Pofalla nach einer Sitzung des CDU-Vorstands weiter. Kritischer äußerte sich der CDU-Rentenexperte Peter Weiß. Er verwies in der "Frankfurter Rundschau" auf bislang geringe Erfolge solcher Maßnahmen sowie auf die Gefahr von Mitnahmeeffekten.


http://de.news.yahoo.com/06032006/286/wirbel-aeusserungen-ba-initiative-50.html
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pagix


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« Antworten #2 am: 06. März 2006, 15:04:34 »

Fehlt nur noch, das so ein blödsinn durch die MwSt.-Erhöhung finanziert werden soll.
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Du bist Deutschland,
Du bist Bananenrepublik ...
Kuddel


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« Antworten #3 am: 28. Januar 2014, 13:01:35 »

Vor ein paar Jahren wurde Nahles als SPD-Linke gehypt.
Die SPD profiliert sich jedoch in JEDEM Schritt als willfährige Vollstreckerin des Willens des Kapitals.
Der Mensch hat bis zu seinem Lebensende zu einem Dumpinglohn zu schuften.

Zitat
Nahles will Frühverrentung verhindern

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will einer drohenden Vorruhestandswelle einen Riegel vorschieben. Laut Handelsblatt will sie mit einer Ergänzung ihrer Rentenreform prüfen lassen, „ob und wie Frühverrentung verhindert werden kann“.
http://www.fr-online.de/arbeit---soziales/rente-nahles-will-fruehverrentung-verhindern,1473632,26014840.html
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dagobert


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« Antworten #4 am: 31. August 2016, 02:29:24 »

Antwort des BMAS auf eine Anfrage von MdB Birkwald:
https://dokumente.linksfraktion.de/inhalt/20160830-antwort-brg-rentner-minijobber.pdf
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BisDato


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« Antworten #5 am: 27. Oktober 2016, 07:25:16 »

Zitat
Die "Initiative 50+" der Bundesregierung sieht Maßnahmen zugunsten einer besseren Integration älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt vor. Die "Rheinische Post" zitierte dazu eine BA-Sprecherin mit den Worten: "Viele Instrumente, die dort genannt werden, gibt es schon lange." Sie seien bislang "jedoch wenig erfolgreich". So nähmen bundesweit Betriebe derzeit nur für 8200 ältere Arbeitnehmer Lohnkostenzuschüsse in Anspruch. Zudem unterstützten die Agenturen nur 4000 ältere Menschen, die einen schlechter bezahlten Job angenommen haben. Es seien aber 1,3 Millionen über 50-Jährige arbeitslos.

Grundsätzlich ist das ja nicht schlechtes - also Menschen 50+ besser zu integrieren, wenn das nicht heißen würde sie nicht in schlecht bezahlte Jobs drängen würde.
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Troll
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« Antworten #6 am: 27. Oktober 2016, 08:53:17 »

Vor ein paar Jahren wurde Nahles als SPD-Linke gehypt.
Die SPD profiliert sich jedoch in JEDEM Schritt als willfährige Vollstreckerin des Willens des Kapitals.
Der Mensch hat bis zu seinem Lebensende zu einem Dumpinglohn zu schuften.

Ist jetzt schon ein bißchen hart, ich bin mir ziemlich sicher dass das Kapital auch hohe Löhne zahlen darf, die SPD-Linke-Nahles schreibt keinen Dumpinglohn vor.
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Kuddel


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« Antworten #7 am: 27. Oktober 2016, 10:20:29 »

Ach, mir geht einfach der ganze Scheiß auf den Keks, der durch die Medien und die Köpfe geistert.

Einerseits heißt es, uns gehe die Arbeit aus, man kann nicht alle beschäftigen, Maschinen und Roboter machen unsere Jobs.

Erstmal wäre ich froh, wenn mir irgendwelche Arbeit von Robotern u.ä. abgenommen werden würde. Finde Arbeit nicht so erstrebenswert.
Und die gleichen Leute, die davon faseln, daß uns die tolle Arbeit ausgeht, propagieren, daß man ins immer höhere Alter arbeiten soll.

Ich fragte mich ansonsten, ob sich noch jemand daran erinnert, wie seinerzeit alle wichtigen Medien Nahles als SPD Linke priesen, als sie sich auf den Weg machte, sich zur knallharten Erfüllungsgehilfin des Kapitals zu mausern.

Das Kapital hat im Grunde nur einige wenige Interessen. Die Menschen sollen immer mehr und immer effektiver arbeiten. Dafür sollen sie immer weniger Kohle kriegen. Naja und dann sie sollen sich nicht wehren und ängstlich und vereinzelt bleiben.

Unser Interesse sollte sein, zu fragen welche Arbeit überhaupt sinnvoll und notwendig ist, und die Maloche sollte dann möglichst gerecht aufgeteilt werden, genauso, wie die Früchte der Arbeit. Nur ein Bruchteil der jetzigen Wochenarbeitszeit ist nötig, um ein gutes Leben zu leben. Arbeit im hohen Alter ist absoluter Unfug.

Ich kann den Quatsch schlichtweg nicht mehr hören, daß uns die Arbeit ausgeht, ebensowenig, wie daß kein Geld da sei für Rente oder für den gesamten Sozialstaat.

Die Wirtschaft will alles billig halten. Nahles wird nichts daran ändern. Wir sollten uns klarmachen, daß die Erhöhung des Renteneintrittsalters genauso unsere eigene Schuld ist, wie die Altersarmut, die auf uns zukommt. Wir haben uns nicht gewehrt und wir wehren uns noch immer nicht. So lange sich das nicht ändert, geht es weiter mit mehr Arbeit und mehr Armut für Ältere.

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« Antworten #8 am: 27. Oktober 2016, 12:34:16 »

So sieht´s aus!
Überall wird rumgejammert, wie Scheiße alles ist aber wenn Du denn Leuten dann sagst: "Wenn ihr was ändern wollt, dann lasst uns nächste Woche Montag alle in einen unbefristeten Generalstreik treten!" , glotzen die einen an, als hätte man gesagt, das man vom Mars kommt und sieben Piephähne hat! Grin
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
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« Antworten #9 am: 27. Oktober 2016, 15:56:37 »

Zitat
Ich fragte mich ansonsten, ob sich noch jemand daran erinnert, wie seinerzeit alle wichtigen Medien Nahles als SPD Linke priesen, als sie sich auf den Weg machte, sich zur knallharten Erfüllungsgehilfin des Kapitals zu mausern. ...


Die Alte hab ich schon vor Jahren gefressen lange vor dem Ministerposten, eingeprägt hat sich ein Bild von ihr im T-Shirt "Heldin der Arbeit" auf irgend einer SPD-Veranstaltung, damals hat sie sich noch im Studium halb zu Tode geschuftet, an dem Bild hat alles gepasst, studierende Juso damals medial schon dem linken Lager zugerechnet, da viel es mir schwer mich selbst politisch einzuordnen , die ist also links, scheiße, wo stehe ich dann? So möchte ich nicht sein!
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« Antworten #10 am: 27. Oktober 2016, 16:29:15 »

Die Nahles ist ungefähr so links wie der Rauhhaardackel von Franz Schönhuber! Grin
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« Antworten #11 am: 27. Oktober 2016, 17:01:42 »

Es war schon die Zeit wo die Medien anfingen überall einen Linkstrend zu sehen.
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« Antworten #12 am: 27. Oktober 2016, 17:17:20 »

Jeremy Corbyn und Berny Sanders sind für unsere Medien ja auch sowas wie Ultrahardcoremaximegalinksradikale!
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« Antworten #13 am: 27. Dezember 2016, 11:16:50 »

Altersarmut: Warum arbeiten ältere Menschen immer häufiger? Sich beim Flohmarkt das Notwendige zur Alterssicherung hinzuverdienen – das ist nicht neu. Viele andere Altersarbeit schon.
Die Zahl der über 75-Jährigen mit Minijob hat sich binnen zehn Jahren verdoppelt.


Neue Zahlen aus dem Arbeitsministerium legen nahe, dass die Rente schon heute für viele ältere Menschen nicht zum Leben reicht.
Die Zahl der RentnerInnen mit Minijobs steigt sprunghaft an, wie aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung  hervorgeht. Fast eine Million Menschen, die älter sind als 65 Jahre, hatten Ende vergangenen Jahres einen Minijob. Zehn Jahre zuvor waren es rund ein Drittel weniger. Die Zahl der Frauen und Männer, die bereits das 75. Lebensjahr vollendet haben und immer noch jobben, hat sich binnen zehn Jahren sogar mehr als verdoppelt – auf rund 176 000.

Quelle: Frankfurter Runschau
http://www.fr-online.de/politik/altersarmut-immer-mehr-rentner-arbeiten,1472596,34692858.html
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« Antworten #14 am: 27. Dezember 2016, 11:45:16 »

Zitat Merkel: "Deutschland geht es gut!" Angry
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« Antworten #15 am: 26. Januar 2017, 21:59:29 »

Mehr Beschäftigte im Rentenalter

Im Juni 2016 hatten fast 255.000 Arbeitnehmer über 65 Jahre einen Job.


Nürnberg (dpa/sth). Arbeit statt Rente: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Rentenalter in Deutschland ist weiter gestiegen. Nach den aktuellsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatten im Juni 2016 knapp 255.000 Menschen im Alter von 65 Jahren und älter einen regulären Job. Das waren etwa 30.000 mehr als im Juni 2015. Im Vergleich zum Jahr 2011 hat sich die Zahl fast verdoppelt. In Deutschland gibt es etwa 21 Millionen Rentner (siehe auch Link unten).

Fast eine Million von ihnen hat einen sogenannten Minijob: Laut BA gingen fast 994.000 Menschen im Rentenalter einer sogenannten geringfügigen Beschäftigung etwa im Einzelhandel oder in der Gastronomienach. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag) gab es im vergangenen Jahr in Deutschland zudem 350.000 Selbstständige im Alter von 65 bis 74.

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=55&tx_ttnews%5Btt_news%5D=16633&cHash=2369fb4d93cd4fb38518de89105d057d
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tleary


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« Antworten #16 am: 30. Januar 2017, 08:14:16 »

Zitat Merkel: "Deutschland geht es gut!" Angry
Das liegt daran, daß wir, die Arbeitslosen und Abgehängten, zu diesem Wirtschaftsdampfer Deutschland schon gar nicht mehr gezählt werden. - "Totgeschwiegen" bzw. "wegretuschiert" aus der Statistik. Wie bekannt, werden Arbeitslose, die älter als 58 Jahre sind, Leute in einer "Maßnahme", Arbeitslose, die krank sind, sowie 1-Euro-Jobber aus der Arbeitslosenstatistik herausgerechnet. Aber irgendwo erscheinen sie dann doch wieder. Ganz lassen sie sich eben doch nicht wegrechnen, weil sie immer noch existieren. Und zwar in der Zahl der Hartz IV-Empfänger. Und die beträgt momentan 4,3 Millionen. Plus eben die Zahl der ALG1-Bezieher, nochmal 0,8 Mio.
Ebenso gibt es dieses von Merkel propagierte "wir" gar nicht. Hat es noch nie gegeben und wird es auch nicht geben, weil dies hier eine Klassengesellschaft ist. Und innerhalb der Arbeiterklasse wird eben auch noch "von oben" fleißig gespalten. Man denke nur an die vergangenen Hetzkampagnen von Bild-Zeitung & Co. gegen "Sozialschmarotzer" (erinnert ihr euch noch an "Florida-Rolf"?) - Es gibt auch nicht wenige "Arbeitnehmer", die auf jeden Arbeitslosen verächtlich herabblicken und, als Steigerung, diese sogar hassen, weil sie ja in deren Augen "Schmarotzer" sind, die von "ihren" Arbeitslosenbeiträgen und Steuern leben.
« Letzte Änderung: 30. Januar 2017, 08:23:31 von tleary » Gespeichert
Kuddel


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« Antworten #17 am: 06. Dezember 2017, 13:08:37 »

Zitat
Rente:
In Deutschland arbeiten mehr Menschen länger


In Deutschland hat die Beschäftigung älterer Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. In den Jahren zwischen 2000 und 2016 stieg die Beschäftigungsrate der Menschen zwischen 55 und 64 Jahren um mehr als 30 Prozentpunkte – eine durchaus positive Entwicklung nach Ansicht der Autoren der Studie Renten auf einen Blick 2017 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Vergleich zu den 34 anderen Mitgliedsländern der OECD ist dies der höchste Anstieg.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-12/rente-studie-eintrittsalter-ungleichheit-altern-oecd
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BGS
Polarlicht


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« Antworten #18 am: 06. Dezember 2017, 13:35:00 »

Was ist daran positiv, dass Ältere in Deutschland noch besonders lange schuften müssen?

Vermutlich beinhaltet "Mehr Arbeit für Ältere" weniger und noch mieser bezahlte Arbeit für Jüngere.

MfG

BGS
« Letzte Änderung: 06. Dezember 2017, 13:38:01 von BGS » Gespeichert

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)
dagobert


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« Antworten #19 am: 06. Dezember 2017, 14:12:40 »

Vermutlich beinhaltet "Mehr Arbeit für Ältere" weniger und noch mieser bezahlte Arbeit für Jüngere.
Davon darfst du ausgehen.
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BGS
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« Antworten #20 am: 06. Dezember 2017, 14:54:40 »

Vermutlich beinhaltet "Mehr Arbeit für Ältere" weniger und noch mieser bezahlte Arbeit für Jüngere.
Davon darfst du ausgehen.

Damit die jetztnoch Jüngeren eventuell bis zum Umfallen arbeiten müssen?

MfG
'
BGS
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"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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dagobert


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« Antworten #21 am: 06. Dezember 2017, 16:23:29 »

Yep.
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counselor


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« Antworten #22 am: 06. Dezember 2017, 16:51:34 »

Ich kenne auch eine Frau, die trotz Altersrente arbeiten muß, um die Wohnung zu halten. Und diese Frau hat -bis auf die Kindererziehungszeiten- ihr Leben lang gearbeitet und war nie arbeitslos. Eine Schande für dieses reiche Land.
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