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Autor Thema: Kämpfe in der Automobilindustrie  (Gelesen 76551 mal)
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Fritz Linow


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« Antworten #225 am: 18. Juli 2017, 19:29:18 »

Bemerkenswerte Besitzstruktur:

Zitat
Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) (50,4 %)
Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg – Girozentrale (12,6 %)
Finanzholding der Sparkasse in Bremen (12,6 %)
Waldemar Koch Stiftung (5,2 %)
Streubesitz (19,2 %)
https://de.wikipedia.org/wiki/BLG_Logistics_Group

Das größte Automobil-Umschlagsunternehmen in Deutschland wird sozusagen vom Stadtstäätchen betrieben. Geiler Filz.
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« Antworten #226 am: 18. Juli 2017, 19:53:22 »

In Bremen berüchtigte SPD-Verdi Mafia.
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« Antworten #227 am: 19. Juli 2017, 16:47:58 »

Seit dem 27. Juni 2017 streiken 2.000 Autoarbeiter_innen im serbischen Kragujevac.

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ist ein Joint Venture zwischen FIAT (67%) und der serbischen Regierung (33%), der einzige Autohersteller in Serbien. Das Unternehmen exportierte zwischen Januar und April 2017 Autos im Wert von 382,2 Millionen Euro, obwohl 2016 die Produktion gedrosselt und 700 Arbeiter entlassen wurden.

Die Arbeiter_innen streiken wegen des hohen Arbeitsdrucks. Sie fordern zudem eine Erhöhung des Grundlohnes, etwa von 310 auf 370 Euro. Die Gewerkschaft Samostalni Sindikat sagt, dass FCA etwa 0,5% ihres Profites verwenden müsste, um die geforderten Lohnerhöhungen zu finanzieren.

Bei einer Abstimmung am 12. Juli 2017 beschlossen zwei Drittel der Belegschaft weiter zu streiken.

Zum Video: http://de.labournet.tv/streik-bei-fiat-chrysler-automobiles-serbien
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Kuddel


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« Antworten #228 am: 09. August 2017, 19:30:15 »

Bemerkenswerte Besitzstruktur:

Zitat
Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) (50,4 %)
Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg – Girozentrale (12,6 %)
Finanzholding der Sparkasse in Bremen (12,6 %)
Waldemar Koch Stiftung (5,2 %)
Streubesitz (19,2 %)

https://de.wikipedia.org/wiki/BLG_Logistics_Group

Das größte Automobil-Umschlagsunternehmen in Deutschland wird sozusagen vom Stadtstäätchen betrieben. Geiler Filz.


Aktuelles vom Bremer Filz:
Zitat
Bremer Logistikunternehmen
Kritik an Fremdarbeit bei der BLG

In einem Geschäftsbereich der Bremer BLG liegt die Quote der Mitarbeiter, die nicht direkt bei dem Logistiker angestellt sind, bei mehr als 44 Prozent. Die Linke fordert, dass die Stadt einschreitet.



Im Februar demonstrierten GHB-Mitarbeiter für ihre Jobs. Der GHB hatte zuvor angekündigt, seine Distributionssparte zu schließen. Ein Großteil der betroffenen Angestellten war bei der BLG eingesetzt. Der Logistiker hat mehr als 300 der früheren GHB-Mitarbeiter übernommen.

Während die Zahl der direkt bei der BLG Logistics Group Beschäftigten in der Hansestadt in den vergangenen Jahren zugenommen hat, ist der Anteil der Mitarbeiter, der über den Gesamthafenbetriebsverein (GHB) oder Leiharbeitsfirmen für das Bremer Unternehmen tätig war, gesunken. Das geht aus einer Senatsvorlage auf Basis einer Großen Anfrage der Bürgerschaftsfraktion Die Linke hervor.

In dem Papier schlüsselt das Wirtschaftsressort die Beschäftigungsverhältnisse bei dem Logistiker auf. In Bremen arbeiteten demnach in der BLG-Sparte Automobile 2012 noch 1338 direkt bei der BLG Angestellte, vier Jahre später waren es 1702. Insgesamt 1114 GHB-Angestellte kamen 2012 im Bereich Automobile dazu, 2016 waren es noch 633. Die Zahl der Leiharbeitnehmer in diesem Segment hat das Ressort „wegen geringer Anzahl nicht ermittelt“.

Linke kritisiert Wachstum über Leiharbeit

Im Kontrakt-Bereich ergibt sich ein ähnliches Bild: 1108 direkte BLG-Mitarbeiter waren es in Bremen zum Stichtag 31. Dezember 2012, vier Jahre später 1842. Vom GHB wurden für diese Sparte 2012 insgesamt 1496 Arbeitnehmer zur BLG entsandt, im vergangenen Jahr waren es noch 528. Die Zahl der Leiharbeitnehmer in diesem Geschäftsbereich hat zugenommen: von 2012 mit 351 Leiharbeitern auf 925 in 2016.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Claudia Bernhard, nennt die Zahlen „schrecklich“. Sie habe deutlich niedrigere Quoten erwartet. Im Kontraktbereich waren in Bremen Ende vergangenen Jahres 44,1 Prozent der Mitarbeiter nicht direkt bei der BLG beschäftigt, in der Automobil-Sparte 27,1 Prozent.

Aus Bernhards Sicht zeigen die Werte, dass der Logistiker sein Wachstum über Leiharbeit forciert habe. Sie kündigt an, dass ihre Fraktion das Wirtschaftsressort über einen Antrag auffordern will, die Zahl der Leiharbeiter und GHB-Angestellten bei der BLG herunterzufahren.

Bremen ist mit 50,4 Prozent Mehrheitseignerin der Bremer Lagerhausgesellschaft AG und hundertprozentige Kommanditistin der operativen Einheit BLG Logistics Group. Der GHB war Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geraten, weil er seine Distributionssparte schließen wollte. Ein Großteil der betroffenen GHB-Mitarbeiter war für die BLG im Einsatz. Der Logistiker sagte damals zu, mehr als 300 von ihnen zu übernehmen.
http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-kritik-an-fremdarbeit-bei-der-blg-_arid,1633500.html
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Fritz Linow


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« Antworten #229 am: 28. August 2017, 21:58:26 »

Wie soll man jetzt nach dem Streik bei Volkswagen in der Slowakei diese Meldung einordnen?
Zitat
25.8.17
In der Slowakei entstehen 1000 neue VW-Jobs

Wolfsburg  Die Kernmarke baut fast überall Personal ab, aber nicht am Boom-Standort Bratislava.


Deal, Belohnung, dankbares Frischfleisch? (abgesehen davon, dass die hier angegebenen Gehälter stark unter denen liegen, die während des Streiks vonseiten VW genannt wurden)

weiter:

Zitat
Wolfsburg/Bratislava. In den deutschen VW-Werken ist – bis auf den Standort Kassel – Jobabbau das große Thema. Aber andernorts wächst die Kernmarke. Und zwar gleich um die Ecke in der Slowakei. Dort sollen noch bis Jahresende weitere 1000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Da im Autoland Slowakei inzwischen ein Mangel an geeigneten Arbeitskräften herrscht, können sich auch Bewerber von außerhalb um die Jobs bemühen. „Es ist schwer, neue Mitarbeiter zu finden - unabhängig von der Qualifikation“, wird Vorstandsvorsitzender Ralf Sacht in slowakischen Medien zitiert. Es ist noch gar nicht lange her, da streikte ein Großteil der Mitarbeiter am Standort Bratislava fast eine Woche für höhere Löhne – und hatte am Ende damit Erfolg. VW zahlte nach eigenen Angaben in der Slowakei bereits vor dem Streik die höchsten Durchschnittslöhne – sie liegen je nach Qualifikation zwischen 1050 und 1250 Euro. Zusätzlich gebe es noch Bonuszahlungen.

Die VW-Gruppe in der Slowakei hat in der ersten Hälfte des Jahres bereits 400 neue Mitarbeiter eingestellt, so dass die Gesamtbelegschaft auf 12 700 anwuchs. Jetzt sollen nochmals 800 Jobs im Karosseriebau, der Lackiererei sowie den Montagen hinzukommen. Zudem werden 200 hochqualifizierte Mitarbeiter gesucht.

Grundsätzlich dürfte der Aufbau neuer Jobs in Europa eher die Ausnahme bleiben. Volkswagen will nach derzeitigem Stand sowohl den Anteil der Leiharbeitnehmer als auch einen Teil der Stammbeschäftigten (über die Altersteilzeit) abbauen. Betriebsbedingte Kündigungen von Stammbeschäftigten werden hingegen weiterhin ausgeschlossen.

Eine positive Ausnahme bildet in Deutschland das Werk in Baunatal. Dort wird wegen der erhöhten Produktion von Doppelschaltgetrieben und der zentralen Funktion der weltweiten Teileversorgung frisches Personal gebraucht. Für die Jobs können sich auch Leiharbeiter bewerben, deren Verträge in Wolfsburg nicht verlängert werden.

http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article211705889/In-der-Slowakei-entstehen-1000-neue-VW-Jobs.html
 
« Letzte Änderung: 28. August 2017, 22:54:31 von Fritz Linow » Gespeichert
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« Antworten #230 am: 20. September 2017, 15:12:44 »

Zitat
Streik bei Fiat in Serbien

In den letzten Monaten erschütterte eine Streikwelle die Automobilindustrie in Osteuropa. Die „Osterweiterung“-Strategie, die die führenden Automobilproduzenten in den letzten beiden Jahrzehnten verfolgte, um die Krise der Rentabilität zu überwinden, scheint in eine Sackgasse zu geraten, nachdem die ArbeiterInnen in Osteuropa begannen, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu verlangen.

Seit Januar dieses Jahres wurden die Standorte Audi Ungarn, Skoda Tschechien und VW Slowakei alle bestreikt. Der wahrscheinlich interessanteste Fall war jedoch der Streik der Fiat-Belegschaft in der serbischen Stadt Kragujevac in diesem Sommer. Im Gegensatz zu den Ländern der Visegrád-Gruppe (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) zog Serbien erst spät produktive Neuansiedlungen und Auslandsinvestitionen an, und die organisierte Arbeiterklasse hat weniger Erfahrung mit multinationalen Konzernen.

In den letzten Jahren erlebte Serbien mehrere radikale Streiks, die Straßenblockaden, Fabrikbesetzungen und Zusammenstöße mit den privaten Sicherheitskräften der Fabriken mit einschlossen. Doch trotz der kämpferischen Methoden hatten die meisten dieser Arbeitskämpfe einen defensiven Charakter. Sie umfassten normalerweise ältere ArbeiterInnen in staatlichen Betrieben, die jahrelang nicht mehr produzierten, oder in Unternehmen, die für Immobilienspekulationen oder irgendwelche anderen Mafia-Geschäfte privatisiert wurden. Die Streikforderungen konzentrierten sich darauf, unbezahlte Löhne zu erhalten, die oft monate- oder jahrelang nicht ausbezahlt wurden, den Zugang zur Krankenversicherung wiederzuerlangen oder fehlende Jahre bis zur Rente zu überbrücken. Während die Maschinen stillstanden, traten die ArbeiterInnen oftmals in den Hungerstreik, um Beachtung für ihre Sache zu erregen, doch ignoriert von Management und Regierung blieb ihre Misere jahrelang unbemerkt.

Der jüngste Streik bei Fiat in Kragujevac ist ein Wendepunkt, denn er fand in einer modernen, hochproduktiven Fabrik einer ausländischen Firma statt. Viele der Beschäftigten sind jung und haben keine Erfahrungen mit Arbeitskämpfen und ihre Forderungen waren offensiv. Am 27. Juni traten etwa 2000 ArbeiterInnen in den Streik und verlangten eine Lohnerhöhung von 38.000 auf 50.000 Dinar (320 auf 420 Euro), die Einstellung von zusätzlichen Arbeitskräften, um die individuelle Belastung zu verringern, sowie eine volle Auszahlung der Pendelkosten für Nachtschichten. Im Gegensatz zu den „spektakulären“ Streikformen in den letzten Jahren, wie die Hungerstreiks und Fabrikbesetzungen, organisierte sich die Fiat-Belegschaft durch die offiziellen Strukturen der Gewerkschaft und führte den Streik auf eine ziemlich „konventionelle“ Weise, in dem sie jeden Tag in den Betrieb fuhr, um sich neben die abgeschalteten Maschinen zu stellen oder Streikposten zu organisieren. Die Fiat-Leitung weigerte sich zu verhandeln, während der serbische Staat großen Druck auf die KollegInnen ausübte. Ihnen wurde eine versteckte politische Agenda unterstellt und es wurde behauptet, dass die Fiat-ArbeiterInnen im Vergleich noch privilegiert seien. Trotzdem dauerte der Streik fast einen Monat. Schlussendlich schloss die Gewerkschaftsführung ein Abkommen mit der Geschäftsleitung. Es sieht eine leichte Lohnerhöhung über die nächsten drei Jahre vor, wenn die Gewerkschaft garantiert, in dieser Zeit nicht zu streiken.

Letztlich ist das Ergebnis des Streiks im besten Fall ein Teilerfolg, für den mit dem skandalösen Versprechen, zukünftig keine Streiks zu führen, bezahlt wurde. Doch trotz diesem Verrat der Gewerkschaftsführung sind die weiteren sozialen und politischen Implikationen beträchtlich. Zunächst spiegeln die Forderungen das steigende Selbstbewusstsein der jungen Arbeitsklasse wider, die die Kraft in ihren Armen spürt. Fiat ist nur das größte von vielen ausländische Unternehmen in Serbien, viele kleinere Fabriken sind an seinen Hauptstandort angeschlossen. Der Streik wird eine Inspiration für andere ArbeiterInnen sein. Und zweitens zerstört der Streik die von der herrschenden Klasse verbreitete Illusion, dass die langsame Integration in den Weltmarkt und Auslandsinvestitionen der einzige Weg sind, um einen besseren Lebensstandard zu erreichen.
https://www.derfunke.de/index.php/rubriken/kapital-und-arbeit/2204-streik-bei-fiat-in-serbien
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« Antworten #231 am: 26. September 2017, 21:12:11 »

Zitat
26.9.17
Bei VW gibt es viele Probleme, über die nicht geredet wird

Interview mit Andrzej und Sebastian, zwei der Initiatoren der betriebsübergreifenden Kommission der Inicjatywa Pracownicza bei VW in Poznań

Frage: Woher kam die Unzufriedenheit bei VW und die Idee, eine andere Gewerkschaft als die Solidarność zu gründen?

Andrzej: Die Probleme haben sich seit vielen Jahren angestaut. Wir hatten das Gefühl, dass die Solidarność nichts tut. Jedenfalls nicht so viel, wie die Arbeiter erwarteten. Wofür sie kämpfen wollen, was sie mit der Geschäftsführung vereinbaren wollen: das haben sie nie mit der Belegschaft besprochen. Sie haben immer nur gesagt, die Arbeiter würden schon zufrieden sein. An meiner Linie haben zwei Delegierte der Solidarność gearbeitet. Wenn ich sie gefragt habe, was es Neues aus der Gewerkschaft gibt, konnten sie nie irgendwas sagen. sie hatten nie irgendeine Ahnung. Anscheinend wurde von „oben“ der Informationsfluss nach „unten“ verhindert. Die „unten“ wollten sich ja eigentlich nützlich machen. Wir haben gesagt, wenn ihr irgendwelche Probleme habt, dann machen wir einen Protest usw.
(...)

http://ozzip.pl/english-news/item/2300-bei-vw-gibt-es-viele-probleme-ueber-die-nicht-geredet-wird
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« Antworten #232 am: 26. Dezember 2017, 14:36:03 »

Der Motor der Automobilindustrie läuft nicht mehr rund.
An verschiedenen Ecken rumpelt es. Besonders interessant wird es dadurch, daß vieles außerhalb der Kontrolle der Gewerkschaften passiert. Ein Ford Streik als wilder Streik in Rumänien. Zum Einen ein weiterer Hinweis darauf, daß die globale Automobilindustrie nicht so unter Kontrolle zu halten ist, wie viele meinen. Zum Anderen ist es ein Anzeichen für wachsende Unruhe im ehemaligen Ostblock.

Zitat
Ford-Belegschaft in Craiova streikt: Gegen die Reform des Sozialsystems durch die rumänische Regierung und gegen den Ausgleich-Tarifvertrag der Betriebsgewerkschaft



BandArbeiterInnen streiken bei Ford Craoiva am 22.12.20177Am Donnerstag vor Weihnachten streikten erst einige, dann rund ein Drittel der etwa 4.000 Beschäftigten des Ford-Werkes in Craiova – gegen einen Tarifvertrag, den die Betriebsgewerkschaft mit dem Unternehmen abgeschlossen hatte. Vor dem Hintergrund, dass es in den letzten Tagen in zahlreichen Unternehmen betriebliche Vereinbarungen gegeben hat, mit denen die Reform der Sozialversicherung, wie sie von der sozialdemokratischen Regierung zum 1. Januar 2018 beschlossen wurde, „abgemildert“ werden sollen. Diese Reform bedeutet nichts anders als: Künftig sollen die Beschäftigten ihre Sozialversicherung alleine bezahlen, die Unternehmen werden von ihrem Teil des Beitrags „entlastet“. Was verschiedenen Berichten zufolge eine Lohnkürzung von etwa 22% bedeutet. Betriebsgewerkschaften wie jene beim Autohersteller Dacia (Renault – PSA), aber auch bei Kaufland, haben mit den jeweiligen Unternehmen betriebliche Tarifverträge abgeschlossen, in denen diese Einkommensverluste zum großen Teil ausgeglichen werden, bei Ford sollte das deutlich weniger sein und zudem noch an Bedingungen geknüpft werden. Ob der nun beendete Proteststreik etwas bewirkt hat oder nicht – außer einer Palastrevolution in der Gewerkschaft, deren Vorsitzende gehen musste – wird sich erst noch zeigen müssen.
http://www.labournet.de/?p=125838

https://www.romania-insider.com/ford-workers-romanian-plant-go-strike/
http://www.wsws.org/en/articles/2017/12/23/ford-d23.html



Hintergründe:
Zur antisozialen Politik der rumänischen Sozialdemokratie: http://www.labournet.de/?p=124584
Ein Beitrag zur extrem ungleichen Einkommensverteilung in Rumänien – die höchste in der EU: http://www.labournet.de/internationales/rumaenien/politik-rumaenien/rumaenische-sozialdemokratie-haucht-protesten-neues-leben-ein-unternehmen-sollen-von-sozialabgaben-befreit-werden/?cat=8329
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« Antworten #233 am: 26. Dezember 2017, 15:57:30 »

Gerade gefunden:

! No longer available



Ein 10 Jahre alter Bericht ist auch hilfreich, um sich ein Bild zu machen.
http://www.philipp-lichterbeck.com/reportage/auf-der-aufholspur
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2017, 16:08:08 von ManOfConstantSorrow » Gespeichert

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« Antworten #234 am: 16. Januar 2018, 11:25:15 »

Aus: Ausgabe vom 16.01.2018, Seite 15   / Betrieb & Gewerkschaft

Union Busting in Russland
Gericht in St. Petersburg verbietet unabhängige Gewerkschaft als »ausländischen Agenten«. Dahinter dürfte die Angst vor sozialen Protesten stecken

Von Reinhard Lauterbach


Ein Blick auf das abgeschirmte Gelände eines Ford-Werks außerhalb von St. Petersburg (14. Februar 2007)
Foto: ANATOLY MALTSEV/EPA/dpa
Das Stadtgericht von St. Petersburg hat am vergangenen Donnerstag die unabhängige »Überbetriebliche Automobilarbeitergewerkschaft« (MPRA) für aufgelöst erklärt. Es folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die der Gewerkschaft ungesetzliche Tätigkeit, politische Aktivitäten und die Annahme von Geld aus dem Ausland vorgeworfen hatte. Die Gewerkschaft kündigte an, Rechtsmittel einzulegen und ihre Arbeit fortzusetzen, weil sie nicht gesetzeswidrig sei. Unmittelbare Folgen hat das Urteil nicht, weil die einzelnen Betriebsgruppen der Gewerkschaft rechtlich selbständig sind.

Die MPRA war 2007 in einem Montagewerk des Ford-Konzerns in Wsewoloschsk bei St. Petersburg in Erscheinung getreten. Mit spontanen Streiks hatten die organisierten Arbeiter Lohnerhöhungen um elf Prozent und eine Regelung erreicht, die besagt, dass ihre Entgelte stets ein um einen Prozentpunkt mehr steigen als die Inflationsrate. Der Erfolg bei Ford führte dazu, dass sich an anderen russischen Standorten der Fahrzeugindustrie betriebliche Initiativen der MPRA anschlossen. Gegenwärtig hat die Gewerkschaft nach eigenen Angaben etwa 4.000 Mitglieder und ist unter anderem im VW-Werk in Kaluga, einem PSA-Betrieb bei St. Petersburg, aber auch beim russischen Autogiganten Awtowas und bei einem Fahrzeugbauer im sibirischen Omsk aktiv.

Zu den nach Ansicht der Staatsanwaltschaft illegalen Aktivitäten der MPRA gehört zum Beispiel, dass sie Unterschriften für eine Novellierung des Arbeitsgesetzbuches gesammelt hatte. Anlass war eine Rechtslücke, die es privaten Unternehmern erlaubt, die Lohnanpassung an die Inflationsrate zu umgehen. Also gewerkschaftliches Kerngeschäft, ebenso wie eine Protestaktion Anfang dieses Jahrzehnts dagegen, dass Bauarbeiter zwangsverpflichtet wurden, ohne Überstundenzuschläge bei der Errichtung der olympischen Sportstätten in Sotschi zu schuften.

Der Vorwurf der ausländischen Finanzierung beruht auf der Tatsache, dass die MPRA Mitglied in dem internationalen Gewerkschaftsdachverband »Industri-all« mit Sitz in Genf ist. Der Verband, dem auch die IG Metall angehört, umfasst nach Informationen der Gewerkschaften in 100 Ländern der Welt. Die Zahlungen, die der MPRA jetzt angekreidet wurden, betrafen die Kosten für Schulungen in Arbeitsrecht und anderen gewerkschaftlichen Fragen. Die Tatsache der Überweisungen selbst wird von der MPRA nicht bestritten; über ihre Höhe gehen die Angaben auseinander. Während die MPRA von umgerechnet knapp 5.000 Euro in zwei Jahren spricht, nannte die Staatsanwaltschaft höhere Zahlen, die aber laut Gewerkschaft auf einer böswilligen Verwechslung beruhen. Die Behörde habe die Gesamteinnahmen – also einschließlich der Mitgliedsbeiträge – als ausländische Zahlungen eingestuft.

Ins Visier der Ermittler ist die MPRA vermutlich auch wegen ihrer Solidaritätsaktionen im allgemein politischen Bereich geraten: So hatte sie die Proteste der Lastwagenfahrer gegen eine neue Fernstraßenmaut 2015 und Aktionen von Ärzten für höhere staatliche Aufwendungen für das Gesundheitswesen unterstützt. Nichts davon ist nach dem Buchstaben des Gesetzes verboten, auch nicht die Zugehörigkeit russischer gesellschaftlicher Organisationen zu internationalen Verbänden.

Die Schikanen – mehr ist es bisher wohl nicht – zeigen aber doch eine wachsende Nervosität staatlicher Stellen angesichts des in der russischen Gesellschaft heranreifenden Potentials für Sozialproteste. Eine von einem der Kommunistischen Partei nahestehenden Thinktank erarbeitete interaktive Karte von Sozialkonflikten in Russland zeigte für die Jahre 2015 und 2016 rund 500 betriebliche oder überbetriebliche Konflikte, in denen es um soziale Themen ging. Die Nominallöhne sind zwar im wesentlichen stabil geblieben, auch wenn sie in wachsendem Maße verzögert ausgezahlt werden. Aber abgesehen davon sind durch den Preisanstieg infolge des Wegfalls von Lebensmittelimporten seit 2014 die russischen Durchschnittsverdiener inzwischen gezwungen, etwa 60 Prozent ihres Realeinkommens für Nahrungsmittel auszugeben. Vor der Krise war der Anteil halb so hoch. Die Preise in Moskauer Supermärkten lagen 2016 auf dem Niveau deutscher Discounter, waren also für russische Lohnverhältnisse alles andere als niedrig.

Was den Vorwurf der »Agententätigkeit« angeht, so ist natürlich von außen nur schwer feststellbar, was auf den inkriminierten Schulungen tatsächlich gelehrt wurde. Die Webseite von Industri-all ist inhaltlich wenig aussagekräftig. Die russischen Behörden befürchten aber offensichtlich eine Neuauflage der polnischen »Solidarnosc« des Jahres 1980/81, als ebenfalls eine zunächst authentische soziale Protestbewegung schnell durch westliche Geldgeber von der CIA über den Vatikan bis zum DGB instrumentalisiert wurde. Ein weiterer Punkt dürfte hinzukommen: Wenn sich Russland gegenüber ausländischen Investoren – in deren russischen Niederlassungen ist ja die MPRA hauptsächlich tätig – als von rebellischen Betriebsaktivisten »gesäuberter« Standort anpreisen kann, mag das Investitionsentscheidungen positiv beeinflussen.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325427.union-busting-in-russland.html#

Solidarität mit der russischen Automobil Gewerkschaft MPRA

Die KPD NRW erklärt hiermit ihre Solidarität mit der Automobil Gewerkschaft MPRA die in Russland verboten worden ist.
Sie galt als kämpferische Gewerkschaft die schon einige erfolgreiche Streiks ausgefochten hat. Dadurch wurde sie dem russischen Staat ein Dorn im Auge und unter dem Vorwand ausländische Gelder an zu nehmen und politische Arbeit zu machen von diesem verboten. Gewerkschaftliche Arbeit ist jedoch notwendiger Weise eine internationale und politische Arbeit.

Auch wenn das heutige Russland nicht mehr die Sowjetunion ist und der Klassenkampf auch dort wieder auf der Tagesordnung steht, so ist Russland im internationalen Friedenskampf doch unser Verbündeter. So notwendig es für den internationalen Friedenskampf ist Russland – dessen Außenpolitik objektiv dem antiimperialistischen Kampf entspricht – zu unterstützen, so notwendig ist es aber auch die Kommunisten in Russland und die dortige Arbeiterbewegung zu unterstützen, die selbst konsequente antiimperialistische Kämpfer sind. Unser Kampf ist dem Wesen nach international der Form national. Die Arbeiterklasse eines jeden Landes muss mit seiner Kommunistischen Partei an der Spitze die eigene Bourgeosie besiegen. Damit hilft sie den Kommunisten in allen anderen Ländern am Meisten.



Hoch die internationale Solidarität, es lebe der proletarische Internationalismus !

Im Anschluss an unsere Solidaritätserklärung veröffentlichen wir nachstehend die Übersetzung eines Statements der russischen Gewerkschaft selbst. Im Original ist das Statement hier – http://rkrp-rpk.ru/content/view/16890/29/ – zu finden.

Am 10 Januar 2018 beschloss das Stadtgericht von St -Petersburg die Interregionale Gewerkschaft „Arbeiterassociation“ (MPRA) zu liquidieren. Die Gewerkschaft wurde beschuldigt politisch tätig zu sein, Unterschriften für die Änderung der aktuellen Gesetze zu sammeln und aus ausländischen Quellen finanziert zu werden. Dabei wird MPRA in der Klage noch nicht einmal als „Ausländischer Agent“ betrachtet. Besonders verärgert sind die Staatsmächte darüber, dass die Gewerkschaft MPRA die Lastwagenfahrer unterstützt, die gegen das bekannte Zahlungssystem „Platon“ kämpften. Dies wurde als „politische Tätigkeit“ eingeschätzt.

Das ist der erste Fall in der Geschichte des modernen Russland, in dem eine Gewerkschaft gesetzlich verboten wird. Die Gewerkschaft MPRA ist in Russland und im Ausland durch seinen großen Anklang in der Arbeiterbewegung bekannt. Die Repräsentanten von MPRA werden gegen die gerichtliche Entscheidung klagen. Der Vorsitzende MPRA Alexey Etmanov äußerte sich folgendermaßen:
„Ich hörte heute so viel Blödsinn von Seiten der Staatsanwaltschaft; insbesondere, dass der Kampf für die Änderung des Arbeitsgesetzes eine politische Tätigkeit sei, und keine Angelegenheit der Gewerkschaften. Das ist ein Wahnsinn. Ich kann dies nicht kommentieren. Das alles ist politisch bestellt und wir wissen, wer das alles wollte“.

Alexandr Scherschukow, der Sekretär der Föderation unabhängiger Gewerkschaften Russlands (FNPR), findet folgende Worte:
„Diese gerichtliche Entscheidung enthält einige wichtige Punkte.
Erstens, sie stellt fest, dass MPRA von der ausländischer (internationaler) Organisation ‚Indastriall Union‘ Geld angenommen hat. In diesem Zusammenhang fragen wir: bedeutet das, dass heute die Gewerkschaften genauso wie andere Organisationen vom Gesetz über ausländische Agenten betroffen sind? Wobei die Gewerkschaften traditionell die Rechte und Garantien durch die Internationale Organisation der Arbeit nutzen.
Zweitens, so wie ich es verstehe, nennt die Staatsanwaltschaft die Forderung von MPRA nach einer Gesetzesänderung eine ‚politische Tätigkeit‘. Das ist auch für uns wichtig. Ab jetzt ist jede Position der Gewerkschaften zu Reformen der Arbeitsgesetze eine politische Position und somit verboten.“

Quelle

http://www.kpd-nrw.de/solidaritaet-mit-der-russischen-automobil-gewerkschaft-mpra/
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« Antworten #235 am: 16. Januar 2018, 14:00:02 »

Die Arbeiterklasse eines jeden Landes muss mit seiner Kommunistischen Partei an der Spitze die eigene Bourgeosie besiegen.

Die Kommunistische Partei Rußlands ist eine staatstragende Arschkriecherpartei.

Zitat
Unser Kampf ist dem Wesen nach international der Form national.
KPD-NRW. Völlig gaga.
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« Antworten #236 am: 16. Januar 2018, 15:10:59 »

- Im heutigen Rußland gibt es verschiedene kommunistische Parteien. Deine Kritik als "staatstragend" mag auf die KPRF zutreffen,die schon längst sozialdemokratisiert wurde.Auf andere kommunistische Parteien trifft das nicht zu und es wurde keine genannt,die an der Spitze die eigene Bourgeoisie besiegen muß.Dieser Schritt und diese Stellung muß sich die Arbeiterklasse und die Partei selbst dort erkämpfen.

- den KPD Landesverband in NRW als "gaga" zu titulieren,weil sie sich in Deinem beanstandenen Satz Karl Marx zitieren,zeugt nur,daß die KPD auf dem richtigem Wege ist  Grin

Es versteht sich ganz von selbst, daß, um überhaupt kämpfen zu können, die Arbeiterklasse sich bei sich zu Haus organisieren muß als Klasse, und daß das Inland der unmittelbare Schauplatz ihres Kampfs. Insofern ist ihr Klassenkampf, nicht dem Inhalt, sondern, wie das "Kommunistische Manifest" sagt, "der Form nach" national. http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm

Karl Marx - Kritik des Gothaer Programms


http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm

Im Manifest unter I Bourgeois und Proletarier: Obgleich nicht dem Inhalt, ist der Form nach der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie zunächst ein nationaler. Das Proletariat eines jeden Landes muß natürlich zuerst mit seiner eigenen Bourgeoisie fertig werden.

Karl Marx/Friedrich Engels - Manifest der Kommunistischen Partei

http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm


selbstverständlch steht es Dir vollkommen frei anderer Meinung als Karl Marx und Friedrich Engels zu sein angel
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« Antworten #237 am: 16. Januar 2018, 15:18:39 »

Gäääähnn! Schon wieder Ideen für´s Proletariat von vor 150 Jahren!
Wen interessiert das?  Roll Eyes
(Von Theoretikern mal abgesehen! Aber wir suchen ja nach Möglichkeiten, die auch praxistauglich sind!)

Zitat
KPD-NRW. Völlig gaga.
Durchgeknallte Vollpfosten!!!

Screenshot: http://www.kpd-nrw.de/

« Letzte Änderung: 16. Januar 2018, 15:25:19 von Rudolf Rocker » Gespeichert

Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
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« Antworten #238 am: 16. Januar 2018, 16:17:30 »

Jo. Vollkommen daneben. Als ob Nordkorea was mit Freiheit zu tun hätte!
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
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« Antworten #239 am: 16. Januar 2018, 16:21:28 »

Nordkorea hat nichtmal was mit Kommunismus zu tun. Das scheint bei der KPD- NRW aber noch nicht angekommen zu sein!
Leute die Jong Un abfeiern kann ich nicht ernst nehmen, sorry!
Naja, unbedeutende Kleinsekte! Eigentlich vernachlässigbar aber trotzdem nervig! Grin
« Letzte Änderung: 16. Januar 2018, 16:25:14 von Rudolf Rocker » Gespeichert

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« Antworten #240 am: 16. Januar 2018, 16:44:53 »

Es wird immer mehr O.T., aber einen solchen Scheiß kann man nicht unwidersprochen stehen lassen.
Es nervt aber, sich auf historische Texte und Theoretiker zu berufen, wenn man von der Geschichte keine Ahnung hat.
Den großen revolutionären Führern mag man ja zugestehen, gegen den Kapitalismus gekämpft zu haben, doch Lenin und Mao hatten fürchterliche Angst vor der Macht der Arbeiterklasse und entmündigten sie. Die Macht ging in die Hände der Partei und nicht in die der Arbeiter.
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« Antworten #241 am: 16. Januar 2018, 17:06:14 »

Das gleiche passierte ja auch in der Sowjetunion und in der DDR!
Siehe 17. Juni 1953!
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« Antworten #242 am: 17. Januar 2018, 16:18:32 »

Zitat
Hungerstreik bei VW India
Volkswagen Employees Union fordert Lohnerhöhungen, der Konzern will das Festgehalt reduzieren

Vor gut einem Jahrzehnt ist die indische Tochter von Volkswagen an den Start gegangen, und 2017 hat VW India ein Rekordergebnis erzielt. Jetzt aber gibt es Negativschlagzeilen: Elf Gewerkschafter vom Werk in Pune (Bundesstaat Maharashtra) sind für höhere Löhne in einen unbefristeten Hungerstreik getreten.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1076434.volskwagen-hungerstreik-bei-vw-india.html
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Fritz Linow


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« Antworten #243 am: 17. Januar 2018, 17:03:57 »

Der Arbeitsminister hat den Hungerstreik wohl beendet:
Zitat
16.1.18
(...)
In Pune haben Vertreter der örtlichen „Volkswagen Employees Union“ nach rund 14-monatigen ergebnislosen Verhandlungen einen zwischenzeitlichen Hungerstreik (wir berichteten) beendet. Gestern stand eine weitere Gesprächsrunde zwischen beiden Seiten an. Nach einer Intervention des Arbeitsministers hatten die Gewerkschafter ihre Aktion beendet. Das Thema beschäftigt inzwischen auch die internationale Gewerkschaftsplattform IndustriALL in Genf. „Wir fordern Volkswagen auf, sich schnell auf einen Dialog einzulassen und eine faire Lösung zu finden, bevor die Situation sich verschlimmert“, wird Georg Leutert auf der Homepage von IndustriALL zitiert. Er ist dort zuständig für die Automobilbranche. Inhaltlich geht es um die Einführung eines leistungsabhängigen Bausteins im Entgeltsystem.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213131963/Pune-Portugal-Putin-Stress-im-VW-Reich.html
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Fritz Linow


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« Antworten #244 am: 26. Januar 2018, 00:12:32 »

Zitat
25.1.18
18 Prozent mehr – Skoda-Werker wollen am Erfolg teilhaben

Bei der VW-Tochter in Mlada Boleslaw ist ein Streik nicht ausgeschlossen.

Wenn die IG Metall von einem kräftigen Schluck aus der Pulle spricht, dann geht es bei Tarifverhandlungen um Entgelterhöhungen von 5 bis 6 Prozent. Wenn die tschechische Gewerkschaft Kovo die Arbeitgeber zum Tarifpoker bittet, dann liegt die Messlatte bei 18 Prozent. Mit genau dieser Forderung muss sich jetzt das Skoda-Management in Mlada Boleslav auseinandersetzen. Dabei geht es zwar nicht nur um reine Entgelterhöhungen, aber die Forderung hat es dennoch in sich. Denn die tschechischen Mitarbeiter der Traditionsfirma wollen mehr als bisher vom Skoda-Erfolg profitieren. Das Unternehmen eilt seit zweieinhalb Jahren von einem Absatzrekord zum nächsten.

Mit einer ähnlich hohen Forderung (16 Prozent) war im Vorjahr die neugegründete slowakische Gewerkschaft Modern Trade Union an die dortige VW-Tochter herangetreten. Es kam zum Streik und danach zur Einigung. VW konnte immerhin erreichen, dass die Entgelterhöhungen zeitlich gestaffelt bis in den November dieses Jahres hinein erfolgen. Dazu gab es eine Einmalzahlung.

Die Argumente sowohl der slowakischen wie der tschechischen Gewerkschaftsführer ähneln sich. In beiden Ländern spielt die Autoindustrie eine eminent wichtige Rolle. Die gut ausgebildeten Mitarbeiter verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen in westlichen Ländern. Und: Es zeichnet sich immer deutlicher ein Mangel an Facharbeitern ab. Denn neben VW und Skoda haben sich auch viele andere Autobauer für die Standorte Tschechien und Slowakei entschieden. Skoda hat deshalb in Mlada Boleslav sogar eine eigene Universität gegründet, um an qualifizierten Nachwuchs zu kommen.

Anders als hierzulande gibt es auch keine starke Einzelgewerkschaft wie die IG Metall. In der Slowakei wurde die etablierte Gewerkschaft bei VW von der Modern Trade Union in kürzester Zeit weggefegt. Gewerkschaftschef Zoroslav Smolinsky legte sich während der Verhandlungen keinerlei verbale Zurückhaltung auf. Er spielte dabei die nationale Klaviatur (als ob die IGM nicht die nationale Klaviatur spielen würde) und erhielt Zustimmung aus der Politik. In Bratislava werden unter anderem der Touareg, der Up und der Audi Q7 gebaut. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Konzernmarken gerade mit den Luxusautos sehr viel Geld verdienen. Die Belegschaft leiste eine exzellente Arbeit, werde aber viel schlechter bezahlt als Kollegen in den westeuropäischen Volkswagen-Werken

Bei Skoda hat die Gewerkschaft noch ein Ass im Ärmel. Die Absatzzahlen der VW-Tochter Skoda sind atemberaubend. Die Tschechen sind die Nummer 1 bei den nach Deutschland importierten Fahrzeugen und zudem stark im osteuropäischen Markt. Die Auslieferungen von Škoda Auto stiegen 2017 wieder um 6,6 Prozent auf 1 200 500 Fahrzeuge. Zum vierten Mal in Folge verkaufte Škoda somit innerhalb eines Jahres mehr als eine Million Fahrzeuge. Neben dem Bestseller Octavia gehören der Superb sowie die neuen SUVs Kodiaq und Karoq zu den bedeutendsten Wachstumstreibern. Darüber freut man sich zwar im Konzern. Die Marke VW allerdings hat kein geringes Problem damit, dass die Tschechen von ihren Kernkompetenzen profitieren, dabei aber VW-Qualität zum günstigeren Preis anbieten können. Die deutlich niedrigeren Personalkosten sind im Vergleich zu Deutschland oder anderen westeuropäischen Ländern ein enormer Vorteil. Deshalb ist der Forderungskatalog der Gewerkschaft Kovo lang und anspruchsvoll. Klar ist auch: Das Damoklesschwert Streik würde den Überflieger Skoda in schwere Turbulenzen stürzen.

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213226915/18-Prozent-mehr-Skoda-Werker-wollen-am-Erfolg-teilhaben.html

Dazu  ergänzend via labournet vom 18.9.17:

Zitat
DGB unterstützt tschechische Kampagne für höhere Löhne

Die Löhne und Lebensverhältnisse in der Europäischen Union müssen Schritt-für-Schritt nach oben angeglichen werden. Das forderte DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann am Donnerstag vor 1500 Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern beim "End of Cheap Labour"-Treffen des tschechischen Gewerkschaftsbundes ČMKOS. ČMKOS (deutsch: Böhmisch-mährische Gewerkschaftskonföderation) kämpft mit der Kampage erfolgreich gegen das niedrige Lohnniveau in Tschechien.
(...)

http://www.dgb.de/themen/++co++93c4a472-994f-11e7-94d0-525400e5a74a
« Letzte Änderung: 26. Januar 2018, 00:51:26 von Fritz Linow » Gespeichert
Kuddel


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« Antworten #245 am: 11. Februar 2018, 17:44:41 »

Zitat
Solidarität mit der verbotenen russischen Autogewerkschaft: In einer Branche, wo selbst die Toten arbeiten…


Solidarität mit der verbotenen russischen Autogewerkschaft

Im Kampf gegen die Zerschlagung der MPRA und für das legitime Recht auf freie und demokratische Gewerkschaften erklären wir unsere volle Solidarität. Wir rufen zum weltweiten Protest und zur breiten Solidarisierung mit der kämpferischen Gewerkschaftsassoziation MPRA auf. Das Verbot und die Auflösung der MPRA richtet sich gegen ihren erfolgreichen Aufbau in mehreren Automobilbetrieben in Russland, wie bei Ford in Wsjewoloshsk bei Sankt Petersburg, AwtoWAS/ Lada in Toljatti, VW Kaluga und in vielen anderen Betrieben. Ebenso soll das Verbot die kämpferische Gewerkschaftsarbeit der rund 4000 Mitglieder treffen. Bedeutende Streiks, wie bei Ford im Jahr 2007, haben ihnen seit her Respekt und Anerkennung unter einer wachsenden Anzahl Arbeitern verschafft.
...
http://www.labournet.de/?p=127746
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ManOfConstantSorrow


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« Antworten #246 am: 13. Februar 2018, 19:46:13 »

Der gewerkschaftliche Widerstand in Deutschland ist gekauft und befriedet.
Die Belegschaften werden weiter gesplittet und prekarisiert.
Das Management verdient sich dumm und dämlich.

Zitat
Zetsche verdient 8,6 Millionen Euro, Pensionsanspruch steigt auf 42 Millionen Euro

Gehaltssprung nach einer Rekordfahrt: Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 8,6 Millionen Euro verdient. Zu seinem Grundgehalt von rund zwei Millionen Euro kommen variable Vergütungen in Höhe von rund vier Millionen Euro hinzu, die für die Erreichung kurz- und mittelfristiger Ziele fällig werden. Hinzu kommt ein Bonus in Höhe von 2,6 Millionen Euro, wie der Daimler-Geschäftsbericht für das Jahr 2017 ausweist. Im Jahr 2016 hatte Zetsche mit 7,6 Millionen Euro noch rund eine Million Euro weniger verdient.

An zweiter Position steht Finanzchef Bodo Uebber mit rund vier Millionen Euro. Personalvorstand Wilfried Porth streicht für 2017 ein Jahressalär von 3,5 Millionen Euro ein. Die Gesamtvergütung der neun Daimler-Vorstände beläuft sich auf rund 33 Millionen Euro.

Tatsächlich zugeflossen sind Zetsche einschließlich der Zahlungen aus den fälligen Bonusprogrammen vergangener Jahre 13 Millionen Euro...
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/dieter-zetsche-daimler-chef-verdient-laut-geschaeftsbericht-2017-8-6-millionen-euro-a-1193243.html
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Rappelkistenrebell


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« Antworten #247 am: 13. Februar 2018, 22:03:45 »

Die Buttons kann man noch bestellen...  Grin

AUTOMOBILARBEITERKOORDINATION
Klare Kante für 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
Am 2. Dezember haben sich Vertreter der Internationalen Automobilarbeiterkoordination aus Deutschland zu einer bundesweiten Delegiertenversammlung getroffen.


Die Buttonmotive (foto: iaar)

Ein praktisches Ergebnis war die Herausgabe von vier Buttons und Aufklebern zur 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Auf der Homepage der internationalen Automobilarbeiterkoordination heißt es in einem Brief dazu:

 

„Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

… Die Forderung und der Kampf für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ist notwendiger denn je. Für die Arbeiterbewegung ist seit ihren Anfängen die Verkürzung der Arbeitszeit ein wesentliches Element, zusammen zu kämpfen, national und international. ...

 

Mit den Buttons und Aufklebern haben wir eine positive Antwort! Der Kampf für die 30 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich steht:

für den gemeinsamen Kampf gegen Leiharbeit, Befristungen
für den gemeinsamen Kampf über Ländergrenzen, gegen Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Verlagerung oder Fusionen
gegen die Folgen der sich anbahnenden Strukturkrise, im Zusammenhang mit der zu begrüßenden Umstellung auf E-Mobilität
 

in dieser Tarifrunde für die Kampfeinheit von Ost und West, gegen die Spaltung mit verschiedenen Tarifen und Arbeitszeiten. Ein Offener Brief aus der Verwaltungsstelle Jena-Saalfeld sagt klar. ‚Wir sind keine Arbeiter zweiter Klasse‘. Für einheitliche Tarifverträge in Ost und West.

 

Diese vier Argumente für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich sind in vier Motiven von Buttons und Aufkleber symbolisch dargestellt. Mit dem Symbol der Sonnen wollen wir ausdrücklich an die gewerkschaftlichen Streiks der 1980-er Jahre anknüpfen und für Gewerkschaften als Kampforganisationen werben. ..."

 

Hier kann der komplette Brief gelesen werden!

https://www.rf-news.de/2017/kw51/buttons-und-aufkleber-fuer-die-30-stunden-woche-bei-vollem-lohnausgleich


Buttons und Aufkleber für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich - jetzt bestellen


Die Bestellung bitte an info@iaar.de melden mit Lieferadresse, die Rechnung wird der Sendung beigelegt.

Nähere Infos


http://www.iawc.info/de/2017/buttons-und-aufkleber-fuer-die-30-stundenwoche-bei-vollem-lohnausgleich-jetzt-bestellen
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Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de
Strombolli
Jeheimrat


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« Antworten #248 am: 14. Februar 2018, 07:43:19 »

Kann mal bitte jemand explizit erklären, warum es Unternehmen günstiger kommt 300 Leute 40 Stunden arbeiten zu lassen, statt 480 Leute 25?
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Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig
Kuddel


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« Antworten #249 am: 14. Februar 2018, 12:54:51 »

Zitat
Daimler
Ungarischer Solibesuch bei 24-Stunden-Streik

Bei ihrem 24-Stunden-Warnstreik erhielten die Beschäftigten bei Daimler in Rastatt und Gaggenau einen besonderen Solidaritätsbesuch.




Am 5. Februar erschien eine Delegation der Vasas-Gewerkschaft aus dem ungarischen Standort Kecskemét vor Ort.

Besuch mit Fahne und "Pogácsa"

Kecskemét liegt rund 90 Kilometer südöstlich von Budapest. 3.500 Beschäftigte produzieren dort drei Modelle der Kompaktreihe für den Weltmarkt. Die Delegation brachte eine Fahne mit den Unterschriften der Vasas-Vertrauensleute und jede Menge "Pogácsa" (Salzgebäck) mit.

Die ungarischen Kolleginnen und Kollegen wollen sich ein Beispiel an der Kampfbereitschaft der Beschäftigten in der Metalltarifrunde nehmen. Die stellvertretende Vorsitzende der Kecskeméter Vasas-Grundorganisation bei Mercedes Benz, Kitti Besenyi, sagte: "In der zweiten Jahreshälfte 2018 beginnen auch in Kecskemét Lohnverhandlungen. Wir kämpfen darum, nicht länger zu den billigsten Arbeitskräften in Europa zu gehören."
https://www.rf-news.de/2018/kw07/ungarischer-solibesuch-bei-24-stunden-streik-in-rastatt-und-gaggenau
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