Handel mit Haaren

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Kater:
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Indische Locken auf Weltreise
 
NEU-DELHI.. Ein Hindu-Tempel verkauft das Haar der Gläubigen und macht damit einen Jahresgewinn von 300 Millionen US-Dollar

Von unserem Korrespondenten Willi Germund  
 
NEU-DELHI. Was Mekka für die Muslime oder Rom für die Katholiken ist, das ist dieser Tempel für die Hindus. Jährlich pilgern 20 Millionen Gläubige zum Tirumala Tirupati Devasthanam im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh — und sie lassen dort nicht nur viele Spenden, sondern auch ihre Haare.

Die 2000 Jahre alte Figur aus schwarzem Stein wacht mit diamantenbesetzten, flammend roten Augen über die Umgebung. Bis zu acht Stunden lang stehen die Gläubigen an, um den Tempel des Gottes Venkateshwara auf einem der sieben Hügel in der Stadt Tirupati zu besuchen. Sie spenden so viel Gold, dass sich rund acht Tonnen des Edelmetalls im Keller des Ordens angesammelt hat. Der Tirumala Tirupati Devasthanam zieht nicht nur mehr Pilger als Rom oder Mekka an. Er gilt nach dem Vatikan als zweitreichste religiöse Institution der Welt, weil die Gläubigen sich dort scheren lassen. Das Ritual soll die Säuberung der Seelen symbolisieren. 75 Tonnen Haar sind es pro Jahr.

Die Stiftung, die den Tempel leitet, verkauft das Haar in alle Welt. "Indisches Haar gilt als das beste" , sagt ein deutscher Importeur. Hauptabsatzmärkte sind die USA und Frankreich. Selbst einige Ehefrauen der englischen Nationalspieler trugen indisches Haar in ihren Frisuren, als sie während der Fußball-WM die wenigen Siege ihrer Männer auf den Tischen eines Lokals in Baden-Baden feierten.

300 Millionen US-Dollar spült das geschorene Haar der Hindus jährlich in die Kassen des Tempels. Am begehrtesten sind Schöpfe indischer Frauen mit ihrem hüftlangen Frisuren. Sie bringen rund 100 US-Dollar pro Stück. Graues Haar erzielt den zweitbesten Preis. Der Handel mit Haar aus Indien überflügelte längst die Konkurrenz in Osteuropa, die mit blonden Haaren einen dicken Batzen des Weltmarktanteils eroberte.

In den USA müssen Perückenhersteller nun den Bann eines einflussreichen jüdischen Rabbis fürchten. Orthodoxe Frauen tragen die Perücken zur Hochzeit. Da indisches Haar aber in einem hinduistischen Tempel geschoren wird, verbot der Rabbi ihren Gebrauch. Denn Produkte, die der "Götzenverehrung" entstammen, sind orthodoxen Juden verboten. Dabei stammt der Löwenanteil des indischen Haars auf dem Weltmarkt nicht einmal aus Tirupati. "Nur 20 von 100 Locken kommen aus Tirupati oder anderen indischen Tempeln" , sagt Evks Elangovan, Minister für Handel und Textil im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, "wir wissen nicht, woher der Rest kommt."

Er bräuchte nur ein paar Kilometer von seinem Amtsitz in der Bundesstaatshauptstadt Madras zur Eisenbahnlinie zu fahren. In den Elendsvierteln entlang der Gleise wird der wöchentliche Besuch des Haarsammlers sehnlichst erwartet. Zehn US-Dollar zahlt der Mann pro Haarschopf. Doch nicht alle lassen sich freiwillig scheren. "Sie haben mich am Boden festgehalten und das Haar abgehackt" , schildert die 19-jährige Uma einen Überfall der Haarsammler. Oft zwingen Männer ihre Ehefrau zu der Tonsur, um etwas Bargeld zu bekommen. Kinder wiederum werden mit wertlosem Spielzeug entlohnt. Selbst die Friseure in der Hauptstadt Delhi haben Kontakt zu Haaraufkäufern.

 
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/welt/54,51-10457950.html

haune:
ich verkaufe meine sackhaare für 250 Dollar pro stück ver eine Perücke daraus will soll sich melden !

Kater:
Das Erste | Mittwoch, 11.02.2009 | 00:00 Uhr

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Ware Haare

Das weltweite Geschäft mit der Schönheit 
Film von Tilman Achtnich 

Frau Krämer aus der Pfalz hat dünnes Haar am Hinterkopf, traut sich kaum noch unter die Leute. Lange hat es gebraucht, bis sie sich für ein Haarteil entschieden hat. Vielen Frauen und Männern geht es so.

Unser Haar wird jeden Monat rund einen Zentimeter länger. An einem einzigen Tag wachsen auf den Köpfen dieser Welt so 500 Tonnen Haare nach. Und trotzdem ist es nicht leicht, den Bedarf an Toupets, Perücken und Haarteilen zu decken. In Europa sind die Zeiten vorbei, wo Frauen ihren Zopf verkauften. Indien ist heute größter Haarlieferant, aber indisches Haar ist immer dunkel und meistens lockig. Ein Problem für die Abnehmer in Europa, den USA und Japan. Bevor das Haar dort landet, tourt es zur Bearbeitung einmal um den Erdball: In Spanien und Italien sitzen die Haarhändler; in Deutschland und den USA werden die Toupets und Haarteile für den Kunden entworfen und die passenden Haare gesucht. Und in China wird das Zweithaar geknüpft. Hunderttausend Knoten hat eine Frauenperücke. Daran sitzt eine Knüpferin zehn Tage. Schließlich landet das fertige Haarteil auf dem Kopf von Frau Krämer in der Pfalz. Und kein Mensch merkt, dass es nicht ihre Haare sind. Aber das hat dann auch seinen Preis. 


http://programm.daserste.de/detail1.asp?heute=11.02.2009&id=X001044626&sdatlo=11.02.2009&sender=1&dpointer=32&anzahl=40&ziel=32

unkraut:
Ich habe eine Glatze und somit keine Probleme mit meinen Haaren .
Schönheit liegt im Auge des Betrachters .

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