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Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 252215 mal)
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xyu


Beiträge: 583


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« Antworten #300 am: 30. Juni 2012, 11:56:51 »

Zitat
Bei der Berliner Charité stehen die Zeichen wieder auf Sturm

Thema: CFM-Streik, Gesundheit, Solidarität 114, veröffentlicht: 30.06.2012

Auf dem Silbertablett

Die Charité in Berlin steht nur ein Jahr nach dem großen Streik vom Mai 2011 vor einer erneuten Tarifauseinandersetzung. Ging es letztes Jahr noch um klassische Entgelt- und manteltarifliche Forderungen, steht nun der Gesundheitsschutz im Mittelpunkt. Die Charité könnte bundesweit das erste Krankenhaus sein, das auf Basis der „Druck muss raus!“-Kampagne von ver.di eine Tarifauseinandersetzung führt.
von Stephan Gummert, Mitglied der ver.di-Betriebsgruppe an der Charité Berlin*

Eigentlich veröffentlichte die Charité im ersten Quartal nur Jubelmeldungen. Trotz Streik und Tarifsteigerungen wurde ein Jahresplus 2011 von acht Millionen Euro erzielt. Einmal Blut geleckt zwingt die Politik die Charité für das Jahr 2012 erstmals statt eines ausgeglichenen Jahresergebnisses mehrere Millionen Überschuss anzustreben. Das übliche Mittel dafür sollen weitere Arbeitsverdichtung und weiterer Personalabbau sein.
Radikale Maßnahmen der Charité-Leitung

Zur Jahresmitte sieht die Charité ihren angestrebten Millionenüberschuss in Gefahr und hat nun den Pflegedienst ins Visier genommen. Personalkostenüberschreitungen im Pflegedienst bei gleichzeitiger Kostensteigerung durch externe Leiharbeit seien Hauptübel der akuten Misere.

Pflegedirektion und pflegerische Centrumsleitungen (die Charité zergliedert sich in mehrere bettenführende Centren) erarbeiteten einen Maßnahmenkatalog, der seit 1. Juni in Kraft ist und zu massiven Widerständen bei Pflegenden und Auszubildenden führt. Ein de facto Einstellungsstopp bei Stammkräften bei dem gleichzeitigen Versuch, externe Leiharbeit zu drosseln, führt zu verordneter Unterbesetzung auf vielen Stationen. Ausfälle sollen aus eigenen Ressourcen – also mit Überstunden und durch rechtswidrigen Einsatz von Auszubildenden – kompensiert werden. Ohnehin schon überplante Beschäftigte sollen durch Nebenabreden zum Arbeitsvertrag zur weiteren Selbstausbeutung überredet werden. Sogar Betten- und Stationsschließungen gehören zum Maßnahmenkatalog.
Vereint im Widerstand

Als die Maßnahmen in Leitungskreisen bekannt gemacht wurden, vergingen nur wenige Tage und eine breite Front des Widerstands formierte sich. Selbst aus der pflegerischen Führungsebene sind kritische Töne über die Unmöglichkeit der Umsetzung solcher Maßnahmen zu hören.

Personalräte sowie die Jugend- und Auszubildenden-Vertretung reagierten schnell und konsequent. Die Maßnahmen wurden in einem Flugblatt der Gewerkschaft ver.di breit im Betrieb und in der Berliner Öffentlichkeit bekannt gemacht. Während eines gut besuchten Pflegekongresses der beiden größten öffentlichen Krankenhausträger begannen die ersten Aktionen gegen den Maßnahmenkatalog. Es folgten ein Fernsehbericht in der „Berliner Abendschau“ und eine Mobilisierung zu Charité-weiten Kundgebungen.
Willkommen in der Tarifauseinandersetzung 2012

Die ver.di-Betriebsgruppe an der Charité bewies einmal mehr ihre Schlagkraft, denn die 2011 etablierten und erprobten Strukturen konnten fast sofort und angemessen auf die Charité-Provokation reagieren. Nach schneller Öffentlichkeitsarbeit wurde eine Stimmung an die ver,di-Tarifkommission gemeldet, die Insider mit der kurz vor dem Streik 2011 verglichen. Arbeitshetze und Unterbesetzung auf den Stationen und in den Funktionsbereichen in der gesamten Klinik beförderten und beschleunigten gewerkschaftsinterne Abstimmungsprozesse.

Auf den Charité-weiten Kundgebungen am 18. Juni ließen die Streikführer des Jahres 2011 die Katze aus dem Sack. Zum Zeitpunkt der Kundgebungen um 15 Uhr hatte der Charité-Vorstand bereits seit vier Stunden die Aufforderung der Gewerkschaft ver.di zu Tarifverhandlungen über Mindestbesetzung, Gesundheitsschutz und Ausbildungsqualität auf dem Tisch. Die Charité ist somit die erste Klinik in Deutschland, die zu diesen Themen eine Auseinandersetzung führen wird.
Zentrale Forderungen

Unter dem Beifall der Beschäftigten wurden einige zentrale Forderungen öffentlich gemacht.

Mehr Personal ins Krankenhaus! Auf den Intensivstationen soll ein Betreuungsschlüssel von einer Pflegekraft für maximal zwei Patienten und bei entsprechendem Aufwand sogar eine 1:1-Betreuung durchgesetzt werden.

In den Normalpflegebereichen soll nicht mehr allein Nachtdienst gemacht werden.

Umfangreiche Ideen zum Gesundheitsschutz liegen vor. Es sollen tarifliche Instrumente zu deren Durchsetzung geschaffen werden, die auch Räume für Selbstorganisation und Entwicklung aus den Teams heraus ermöglichen.

Es sollen die Arbeitsbedingungen älterer Beschäftigter verbessert werden. So fordert ver.di eine Nachtdienstbefreiung für ältere Pflegekräfte, die nicht zu Versetzungen und Herabgruppierungen führt.

Regelungen zur Altersteilzeit und zur Verbesserung der Situation der Auszubildenden sollen durchgekämpft werden. Im Ausbildungsbereich gibt es dazu einen völlig separaten Forderungskatalog, dessen Schilderung den Rahmen hier sprengen würde.

Die Gewerkschaft beginnt an der Charité einen wichtigen Kampf im Gesundheitswesen. Es gilt nun dafür Sorge zu tragen, dass sie nicht allein bleibt. ver.di bietet über die „Druck muss raus“-Bewegung eine überregionale und trägerübergreifende Plattform für solche Kämpfe. Nutzen wir diese!

„Die hohen Leasingkosten sind seit langem bekannt, dennoch wurde Stammpersonal abgebaut. Die Zitrone ist ausgequetscht – eine weitere Zunahme der Arbeitsbelastung ist absolut nicht hinnehmbar“

Carsten Becker, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe an der Charité* („junge Welt“ vom 19. Juni) www.charite.verdi.de

Erfolgreicher Charité-Streik 2011

Bei dem fünftägigen Vollstreik im Mai vergangenen Jahres erreichten die über 2.000 Streikenden, dass zeitweise fast die Hälfte der rund 3.200 Betten geschlossen und 90 Prozent der Operationen abgesagt werden mussten. Das Ergebnis stellt eine materielle Verbesserung für die Beschäftigten dar. So bedeuten allein die 150 Euro mehr seit 1. Juli 2011 für die Mehrheit eine Gehaltserhöhung von fünf bis sieben Prozent. Bis 2014 werden die Einkommen für die meisten Entgeltgruppen an das Bundesniveau angeglichen. Daneben wurden noch mehrere weitere Fortschritte erzielt. Allerdings ist unter anderem die lange Laufzeit des Tarifvertrags (bis 2016) ein Schwachpunkt.
Ausführliche Artikel über den Arbeitskampf und das Ergebnis unter www.sozialismus.info/charite.

*Angabe zur Funktion dient nur zur Kenntlichmachung der Person


Quelle: http://www.sozialismus.info/?sid=4922
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Kuddel


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« Antworten #301 am: 30. Juni 2012, 19:08:42 »

Demo und Kungebung in Kiel waren beeindruckend und mit astreiner Stimmung. Von den Veranstaltern hieß es, es seien 3500 Teilnehmer, meine Schätzung lag jedoch niedriger. Beachtlich war, daß Leute von verschiedenen Gewerkschaften da waren und Delgationen von anderen Kliniken, nicht nur aus Schleswig-Holstein. Und alles, was man hier so an Linken Organisationen kennt, auch Leute aus der linksradikalen Szene waren dabei. So eine Mischung bei der Demo ist selten. Politische Vertreter aller im Landtag vertetenen Parteien ließen es sich nehmen bei diesem Protest gesehen zu werden. Statt vieler Worte hier eine Fotostrecke...

[url=http://www.abload.de/image.php?img=helios13ihjku.jpg]

Frank Bsirske ist natürlich Profi. Er schafft es eine verbalradikale Rede zu halten, ohne daß man auf die Idee kommen würde, wie oft er sich schon als Arbeiterverräter profiliert hat.



Danach redete auch SPD Ministerpräsident Torsten Albig begeleitet von Zwischenrufen wie "Wer hat Hartz IV eingeführt?" und "Heuchler! Heuchler!". Vielleicht ist er wirklich politisch so naiv, wie seine Rede. Wie auch immer, in jedem Falle daneben. Der Virsitzende de NGG Franz-Josef Möllenberg erzählte von dem Streik beim Suppenhersteller Zamek und versprach volle Solidarität. Die Zusammenarbeit verschiedener Gewerkschaften ist alles andere als selbstverständlich.



Mir gefiel die Rede einer Verdifunktionärin aus Berlin gut, deren Namen ich nicht mitbekommen habe. Sie strafte Albig Lügen indem sie beschrieb, daß der Konzern sehr wohl weiß, was er da tut. Recht und Moral werden mit Füßen getreten, Arbeiter- und Gewerkschaftsrechte werden ausgehebelt, alles um Willen des Profits. Sie sagte, es gebe inzwischen mehr privatisierte Krankenhäuser in Deutschland, als in den USA. Als dann aber der Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein Ralf Stegner auch noch reden sollte, verließ ich fluchtartig die Kundgebung.
« Letzte Änderung: 30. Juni 2012, 19:18:30 von Kuddel » Gespeichert
Eivisskat
Gast
« Antworten #302 am: 04. Juli 2012, 06:32:37 »

Zitat
Kündigungs-Skandal Helios: "Warum haben Sie 100 Leute der Endo-Klinik entlassen, Herr Reschke?"

In einem nie da gewesenen, unerhörten Akt hat der Helios-Konzern, einer der größten Klinikbetreiber Deutschlands, 1000 Menschen entlassen – weil sie gestreikt haben. 100 Menschen sind in der Hamburger Endo-Klinik betroffen.

Die MOPO sprach mit Regionalgeschäftsführer Jörg Reschke.

MOPO: Sie haben 1000 Menschen rausgeworfen, weil sie streikten. Laut Ver.di ist das rechtswidrig.


weiter:
http://www.mopo.de/nachrichten/kuendigungs-skandal-helios-warum-haben-sie-100-leute-der-endo-klinik-entlassen--herr-reschke-,5067140,16520246.html




Zitat
"Wir erleben hier aber auch gerade einen Tarif-Konflikt in bislang unbekanntem Ausmaß. Dies liegt vor allem daran, dass die gewerkschaftliche Organisation der Mitarbeiter mit erheblichen finanziellen Anreizen verbunden ist."


« Letzte Änderung: 04. Juli 2012, 06:35:16 von Eivisskat » Gespeichert
Pinnswin


Beiträge: 4126



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« Antworten #303 am: 04. Juli 2012, 06:42:53 »

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/laender-geben-immer-weniger-fuer-kliniken-aus-901387.php

Länder geben immer weniger für Kliniken aus
Zitat
02.07.2012

Die Bundesländer geben immer weniger Geld für ihre Kliniken aus. Die
gesetzlichen Krankenkassen haben nunmehr den Eindruck, dass sie die
fehlenden Investitionen zulasten der Versicherten ausgleichen müssen.
Denn die Krankenhäuser verlangen zunehmend mehr Geld von den Kassen.
Gegen diese Entwicklung setzt sich nun der Spitzenverband der
gesetzlichen Krankenkassen zur Wehr. Sie fordern mehr Geld von den
Ländern für die Klinikinvestitionen.

Zwischen 2001 und 2011 haben die Länder rund 20 Prozent weniger für
Kliniken ausgegeben, als zuvor. Das ergeht aus den Daten der Arbeitsgemeinschaften
der Obersten Landesgesundheitsbehörden. Vor allem für Sanierungen oder
dem Kauf von medizinischen Großgeräten sind die Zahlungen von ehemals
3,4 Milliarden Euro auf 2,7 Milliarden Euro geschrumpft. Im selben
Zeitraum sind jedoch die Ausgaben der Krankenkassen für Kliniken um
33 Prozent auf 60,8 Milliarden Euro gestiegen. Damit erreichten die
Krankenhauskosten der Kassen ein Rekordniveau.

Bundesländer kommen ihren Zahlungsverpflichtungen immer weniger nach ...
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Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski
counselor


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« Antworten #304 am: 04. Juli 2012, 07:06:28 »

"Damit darf Fresenius/Helios nicht durchkommen!"

Hamburg (Korrespondenz), 02.07.12: Über 3.500 Menschen haben am 30. Juni an den Gewerkschaften Verdi und NGG organisierten Demonstration teilgenommen. Sie richtete sich gegen die Entlassungen von 1.000 Kolleginnen und Kollegen der zur Damp-Gruppe gehörenden ZSG (Zentrale Service-Gesellschaft), die zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Damp (Fresenius/Helios) für ihre gewerkschaftlichen Forderungen im Streik stehen. Mit den brutalen Entlassungen hat dieser Tarifkampf politischen Charakter bekommen, geht es doch darum, den Angriff auf das gewerkschaftliche Streikrecht zurück zu schlagen ...

Quelle: RF News
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Rudolf Rocker
Waldkauz


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« Antworten #305 am: 04. Juli 2012, 10:23:58 »

Vielleicht sollte da mal eine Delegation der spanischen Bergarbeiter vorbeikommen? Roll Eyes
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
xyu


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« Antworten #306 am: 04. Juli 2012, 17:10:29 »

aus dem "ver.di-Mitgliedernetz":

Zitat
ver.di-Pressemitteilung vom 4.7.2012:
ver.di und NGG haben mit dem Gesundheitskonzern Fresenius Helios in der Nacht zu Mittwoch eine Tarifeinigung für die rund 5.600 Beschäftigten der norddeutschen Klinikgruppe Damp erreicht. Helios bietet per Tarifvertrag allen Beschäftigten der Zentralen Service-Gesellschaft (ZSG) die Weiterbeschäftigung bis zu 18 Monaten zu bisherigen Konditionen an. Die rund 1.000 Kündigungen sind damit vom Tisch.

Außerdem behalten Service-Beschäftigte ihre bisherigen Entgelte auch bei einem Wechsel in neue Servicegesellschaften. Für diejenigen, die dort keinen Arbeitsplatz finden, wird eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft eingerichtet. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen. „Dieses Ergebnis ist vor allem der Entschlossenheit der Beschäftigten und der Unterstützung von Öffentlichkeit, Patienten und Politik zu verdanken“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke am Mittwochmorgen in Berlin.

Für die Beschäftigten der Akutkliniken und Rehaeinrichtungen gibt es eine Reihe von Verbesserungen. Für die Rehakliniken wurde rückwirkend zum 1. Mai 2012 eine Gehaltserhöhung von 3,5 Prozent vereinbart, zusätzlich 1,4 Prozent ab 1. Januar 2013. Dies gilt auch für das Therapiezentrum Stralsund, das in den Tarifvertrag einbezogen wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akutkliniken erhalten Tariferhöhungen analog zu den Regelungen für den öffentlichen Dienst: zunächst 3,5 Prozent mehr rückwirkend zum 1. Mai 2012 und zwei weitere Erhöhungen von jeweils 1,4 Prozent zum 1. Januar und zum
1. August 2013. Beschäftigte der Kliniken, deren Entgelte oberhalb des Tarifniveaus des öffentlichen Dienstes liegen, profitieren jeweils zur Hälfte von den Erhöhungen. Für die Akutkliniken wurde zudem eine finanzielle Aufwertung der Fachpflege (Intensiv, OP, Anästhesie) vereinbart.

Auch beim Weihnachtsgeld gibt es teils spürbare Verbesserungen. In den Akutkliniken beträgt es für die Entgeltgruppen 1 bis 8: 80 Prozent, für die Entgeltgruppen 9 bis 12: 70 Prozent, für die Entgeltgruppen 13 bis 15: 50 Prozent. In den Rehaeinrichtungen beträgt das Weihnachtsgeld künftig 80 Prozent eines Monatsgehalts inklusive Zuschläge. Dies ist für einen Großteil der Beschäftigten eine deutliche Erhöhung, teilweise sogar eine Verdoppelung. Außerdem gaben die Arbeitgeber den Gewerkschaften für die beiden neuen Helios-Servicegesellschaften in Norddeutschland eine Verhandlungszusage zur tariflichen Absicherung von Arbeits- und Entlohnungsbedingungen aller Service-Beschäftigten.

„Nach einer außergewöhnlich harten Auseinandersetzung haben wir mit der Tarifeinigung in der Damp-Gruppe die Grundlage für weiterhin gute Gesundheitsversorgung und zuverlässige Serviceleistungen zu existenzsichernden und fairen Entgelten gelegt“, betonte Paschke. „Es ist gut, dass Fresenius Helios mit diesem Abschluss die qualitativ hochwertige Leistung der Beschäftigten anerkennt.“ Die Verhandlungskommission empfiehlt der Tarifkommission die Annahme des Ergebnisses, im Anschluss stimmen die Gewerkschaftsmitglieder bei Damp in einer zweiten Urabstimmung über die Einigung ab. Die Streiks werden ab dem morgigen Donnerstag eingestellt.


hier noch eine aktuelle information zum seit mehr als einem Jahr andauernden Tarifkonflikt bei den Wicker-Kliniken in Hessen:

Zitat
Private Kliniken
Kliniken des Wicker-Konzerns
Viel erreicht und noch viel zu tun

Lohnerhöhung: erreicht, Tarifvertrag: in Bearbeitung

https://gesundheit-soziales-hessen.verdi.de/aktuelles-aus-dem-fb-03/archiv-2012-01-halbjahr/pm-2012-06-25

« Letzte Änderung: 04. Juli 2012, 17:18:10 von xyu » Gespeichert
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 13027



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« Antworten #307 am: 04. Juli 2012, 17:16:05 »

Diese "Erhöhung" deckt doch nicht mal die Reallohnverluste, oder?
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admin
Administrator

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« Antworten #308 am: 25. Juli 2012, 12:32:16 »

Zitat
Erste Folgen im Tarifstreit an Sylter Klinik


Streikende Mitarbeiter der Sylter Nordseeklinik

 Etwa 70 der 420 Klinik-Beschäftigten haben sich an einer Protestaktion beteiligt. Im Tarifstreit an der Nordseeklinik in Westerland auf Sylt zieht der Betreiber Asklepios erste Konsequenzen: Alle Geburten sollen aufs Festland verlegt werden. Lediglich Notfälle könnten noch in der Geburtshilfe versorgt werden. Asklepios macht den Streik der Mitarbeiter dafür verantwortlich. Zuvor hatte das Unternehmen angedroht, die Reha-Klinik in Westerland zu schließen. Ob es dazu kommt, will Asklepios in Kürze entscheiden. Die Gewerkschaft ver.di hält das für eine leere Drohung, um Druck aufzubauen. Sie hatte für Dienstag zu einer Kundgebung aufgerufen. Am Vormittag versammelten sich etwa 70 der 420 Mitarbeiter vor dem Krankenhaus, um gegen Asklepios zu protestieren.

Ärzte-Kritik an Asklepios

Aus Sicht der Sylter Gynäkologen sind nicht die streikenden Mitarbeiter schuld an der Situation, sondern die Geschäftsführung der Klinik. Die Mediziner berichteten der NDR 1 Welle Nord, dass schon Wochen vor dem Streik die Geburtsstation geschlossen wurde. Die Mütter und Neugeborenen wurden seitdem in der Chirurgie des Inselkrankenhauses behandelt. Für die Ärzte ist es unzumutbar, dass Schwangere nun mit dem Hubschrauber nach Niebüll oder Flensburg geflogen werden müssen.

Drohende Schließung


Nach Angaben von Asklepios nehmen derzeit drei Prüfer der Deutschen Rentenversicherung (DRV) die Reha-Klinik genau unter die Lupe. Sie befragen Patienten, wie sie medizinisch versorgt werden, ob das Essen schmeckt und wie oft die Zimmer gereinigt werden. Asklepios befürchtet, dass die Prüfer Mängel feststellen, weil derzeit viele Behandlungen ausfallen und nicht mehr so gründlich geputzt wird. Der Klinik-Betreiber macht dafür den Streik verantwortlich und geht davon aus, dass die DRV keine Patienten mehr nach Sylt schicken wird. Asklepios-Sprecher Rudi Schmidt sagte der NDR 1 Welle Nord: "Der Reha-Klinik droht aufgrund des Streiks der kurzfristige Entzug der Belegung durch die DRV und damit das Ende. Möglicherweise müssen wir schon am Mittwoch die Schließung bekanntgeben."

Ver.di: "Klinik ist gesund"


Die Gewerkschaft hält das für eine leere Drohung. Ursula Rummel vom ver.di-Bezirk Westküste sprach von einem unglaublichen Vorgang, die Klinik sei "gesund". "Die Stimmung liegt zwischen Empörung und Fassungslosigkeit angesichts dieser Kaltschnäuzigkeit." Lieber werde eine gesunde Klinik geschlossen als Tarifverhandlungen geführt. Die Situation sei mit der jüngsten Auseinandersetzung an den Damp-Kliniken vergleichbar, bei denen Mitarbeitern zunächst gekündigt worden war. "Wir warten nun darauf, wie Asklepios reagiert." Die Deutsche Rentenversicherung will sich im laufenden Verfahren nicht äußern.

Streikbrecher vom Festland


Asklepios versucht nun, sogenannte Streikbrecher aus Kliniken vom Festland auf die Insel zu holen. Ein entsprechender Rundbrief an die Mitarbeiter liegt der NDR 1 Welle Nord und dem Schleswig-Holstein Magazin vor. Beschäftigten, die während des Streiks auf Sylt aushelfen, wird eine Prämie von 200 Euro pro Tag sowie freie Kost und Logis auf Sylt und die Anreise auf die Insel angeboten. "Wir versuchen natürlich, Unterstützung von Kollegen anderer Asklepios Kliniken zu bekommen. Die Zahl dieser Helfer beläuft sich auf etwa fünf Prozent der Klinik-Belegschaft, also rund zwei Dutzend", sagt Asklepios-Sprecher Schmidt. Die Mitarbeiter vor Ort sprechen von etwa 35 Streikbrechern.

Kein Ergebnis im Tarifstreit in Sicht


Ver.di fordert eine Lohnerhöhung von 14,5 Prozent und den Abschluss eines Tarifvertrags. Asklepios-Sprecher Schmidt erklärte, das medizinische Personal habe bereits eine Lohnerhöhung erhalten: "Seit Juni zahlt die Klinik von sich aus dem Personal, das direkt in den medizinischen Behandlungsprozess eingebunden ist, 3,5 Prozent mehr Gehalt." Das nicht-medizinische Personal aus dem Service-Bereich habe keine derartige Lohnerhöhung bekommen, weil es bereits jetzt zwischen 13 und 30 Prozent über den Vergleichslöhnen auf der Insel liege. Das Reinigungspersonal verdiene pro Stunde zwischen 10 und 12 Euro, vereinzelt sogar bis zu 15 Euro.
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/asklepios123.html
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« Antworten #309 am: 30. Juli 2012, 11:32:09 »

Zitat
Schwerin und Leezen
Servicepersonal von Helios-Kliniken im Warnstreik

In den Helios Kliniken Schwerin und der Helios Reha-Klinik Leezen treten heute die Service-Mitarbeiter in einen ganztägigen Warnstreik.




Schwerin. Die Service-Mitarbeiter der Helios Kliniken Schwerin und der Helios Reha-Klinik Leezen treten heute in einen ganztägigen Warnstreik. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, will sie für die rund 650 Mitarbeiter der Servicegesellschaft Helios Service Nord GmbH (HSN) einen Haustarifvertrag durchsetzen. Helios lehne die Aufnahme von Tarifgesprächen ab, teilte Verdi-Fachbereichssekretärin Diana Markiwitz mit. Die Beschäftigten fordern mit dem Warnstreik den Arbeitgeber auf, an den Verhandlungstisch zu kommen.

Die Beschäftigten der Service GmbH arbeiten laut Gewerkschaft unter anderem in der Küche, der Reinigung, dem Service auf Station, im Hol- und Bringedienst und im Lager. Ihre Einkommen sind weit von einem existenzsichernden Lohn entfernt. So erhalten sie in der Helios Klinik Schwerin einen Einstiegs-Stundenlohn von 6,39 Euro, später 6,90 oder 7,63 Euro.

Schwerin ist mit 500 Mitarbeitern der weitaus größte Standort der Servicegesellschaft. Neben Leezen bei Schwerin gibt es mehrere kleine Standorte in Schleswig-Holstein und Hamburg.
http://www.abendblatt.de/region/article2354398/Servicepersonal-von-Helios-Kliniken-im-Warnstreik.html
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« Antworten #310 am: 01. August 2012, 19:48:33 »

Zitat
Auslagerungen
Ulmer RKU-Klinik droht Streik

Wegen befürchteter Auslagerungen und Jobstreichungen an den Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) wollen Betriebsrat, Gewerkschaft und Mitarbeiter am 1. August über weitere Proteste beraten.


Nach Ver.di-Angaben sind alle 77 Beschäftigten der Service-Bereiche wie Speisesaal und Haustechnik betroffen. Das wär mehr als jeder Zehnte der 750 RKU-Mitarbeiter. Befürchtet wird zudem der Einsatz von Leiharbeitern.

Auf Basis einer Wirtschaftlichkeitsprüfung beider Gesellschafter - dem Universitätsklinikum und dem privaten Klinikkonzern Sana – sprach die RKU-Leitung bisher von notwendigen Veränderungen. In einer Mitteilung heißt es: "Professionalität der Servicequalität und Kostenvergleiche geben Anlass zum Handeln."

Die Prüfung habe ergeben, "dass die Serviceleistungen durch externe Fachdienstleister effizienter und auch deutlich günstiger erbracht werden können", erklärte Geschäftsführer Uwe Gretscher ohne Details zu nennen. Die Einrichtung stehe in starkem Wettbewerb zu anderen Anbietern.

Seit Wochen protestieren viele der RKU-Mitarbeiter in ihren Mittagspausen wegen erwarteter Kündigungen, ein Streik sei nicht mehr auszuschließen. Am Mittwoch kommt die Belegschaft in einer außerordentlichen Versammlung des Betriebsrates zusammen.
http://www.welt.de/regionales/stuttgart/article108429150/Ulmer-RKU-Klinik-droht-Streik.html
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« Antworten #311 am: 16. August 2012, 19:33:22 »

Zitat
Schwerin und Leezen
Servicepersonal von Helios-Kliniken streikt erneut

Die Servicegesellschaft der Helios-Kliniken legt in Schwerin und Leezen für zwei Tage die Arbeit nieder. Dritter Warnstreik innerhalb von zwei Wochen.




Ein zweitägiger Warnstreik hat am Mittwoch bei der Helios-Servicegesellschaft der Kliniken Schwerin und Leezen begonnen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligen sich 110 der gut 500 Mitarbeiter. Bereits am Dienstag habe eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik begonnen, sagte Verdi-Sprecherin Diana Markiwitz. Das Ergebnis soll am Freitag vorliegen. Sollten 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder in der Belegschaft für Streik stimmen, könne es schon kommende Woche zur unbefristeten Arbeitsniederlegung kommen.

Anlass für die Aktion ist Verdi zufolge, dass der Klinikkonzern Tarifverhandlungen für die Aufsplittung der Servicegesellschaft in fünf einzelne Gesellschaften abgelehnt hat. Die Aufsplittung ist für Anfang September vorgesehen. Die Mitarbeiter der Servicegesellschaft arbeiten in Küche, Reinigung, Lager sowie Hol- und Bringedienst. Der Einstiegslohn liegt Verdi zufolge aktuell bei 6,39 Euro.

Der Warnstreik ist bereits der dritte innerhalb von zweieinhalb Wochen. Am Dienstag vergangener Woche hatten sich rund 200 Servicemitarbeiter am Warnstreik beteiligt.
http://www.abendblatt.de/region/article2370787/Servicepersonal-von-Helios-Kliniken-streikt-erneut.html
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xyu


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« Antworten #312 am: 21. August 2012, 19:51:33 »

Zitat
22.08.2012 / Inland /
»Der Ton wird rauher«
Viele private Klinikbetreiber setzen auf Konfrontation mit ihren Belegschaften, um Lohnerhöhungen zu vermeiden. Streiks und Repression bei Helios und Asklepios
Von Daniel Behruzi

Die Arbeitskonflikte bei privaten Klinikbetreibern häufen sich. Bei der Helios Service Nord GmbH (HSN) begann am Dienstag ein unbefristeter Streik. Damit wollen die Gewerkschaften ver.di und IG BAU den Helios-Konzern zwingen, Tarifverhandlungen für seine norddeutsche Servicetochter aufzunehmen. Bislang sind die Einkommen und Arbeitsbedingungen bei HSN tariflich nicht geregelt. Gleiches gilt für die zum Asklepios-Konzern gehörende Nordseeklinik Sylt. In beiden Fällen beklagt ver.di ein extrem konfrontatives und teilweise illegales Vorgehen der Geschäftsleitungen.

An der Sylter Nordseeklinik war Dienstag bereits der 21. Streiktag. Seit dem 4. Juli legen die Beschäftigten verschiedener Bereiche immer wieder tageweise die Arbeit nieder, um das Unternehmen zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu zwingen. Aktuell liegen die Löhne und Gehälter auf der Insel nach Gewerkschaftsangaben rund 14,5 Prozent unter dem Niveau des Flächentarifs für den öffentlichen Dienst. An den Arbeitsniederlegungen haben sich laut ver.di insgesamt rund 130 Beschäftigte beteiligt – über ein Drittel des nichtärztlichen Personals. Die Asklepios-Manager stellen dennoch auf stur. »Der Arbeitgeber versucht, den Streik auszusitzen«, berichtete ver.di-Sekretärin Ursula Rummel am Dienstag gegenüber junge Welt. Ganz untätig ist die Asklepios-Spitze allerdings nicht. Im Gegenteil läßt sie nichts unversucht, den Streik zu brechen. So erhielten die streikenden Mitarbeiter der Bäderabteilung zu Wochenbeginn ein Schreiben, in dem das Unternehmen erklärte, ihre Arbeitskraft werde bis Ende August nicht mehr zu benötigt. Soll heißen: Die Betroffenen werden ausgesperrt.

»Damit hat das Vorgehen gegen den Streik eine neue Qualität erreicht«, meinte Rummel. Schon vorher hatte der Konzern gezielt zum Streikbruch mobilisiert. Bundesweit wurden Mitarbeiter in Asklepios-Standorten mit freier Kost und Logis sowie Prämien nach Sylt gelockt, um ihre streikenden Kollegen zu ersetzen. Allein in der Bäderabteilung sind laut ver.di zwölf Streikbrecher im Einsatz, die neben kostenloser Verpflegung, Unterkunft und Fahrtkosten eine Prämie von 200 Euro pro Arbeitstag erhielten. Insgesamt arbeiten laut ver.di etwa 25 bis 30 betriebsfremde Personen in der Nordseeklinik.

»Die Einschüchterungsversuche schlagen fehl«, ist Rummel überzeugt. »Jede dieser Aktionen motiviert die Streikenden noch mehr.« Die Gewerkschafterin kündigte die Prüfung juristischer Schritte gegen die nun ausgesprochenen Aussperrungen an. Ellen Paschke, im ver.di-Bundesvorstand für Gesundheitsberufe zuständig, reagierte empört auf den jüngsten Eskalationsschritt der Asklepios-Spitze. »Die fortgesetzten Rechtsverstöße lassen die Zweifel wachsen, ob der Asklepios-Konzern geeignet ist, überhaupt Kliniken und Reha-Einrichtungen zu betreiben«, erklärte sie am Montag in Berlin.

Eine ähnliche Härte zeigt der Asklepios-Konkurrent Helios bei seinem ebenfalls in Norddeutschland tätigen Tochterunternehmen HSN. Unmittelbar nach einem ersten Warnstreik teilte das Management der Belegschaft Anfang August mit, die HSN kurzfristig in fünf separate Gesellschaften aufzuspalten. Nach Überzeugung der Betriebsräte soll der Arbeitskampf auf diese Weise unterlaufen werden.

Als Reaktion rufen ver.di und IG BAU die HSN-Mitarbeiter in Schwerin und Leezen seit Dienstag zu unbefristeten Arbeitsniederlegungen auf. Zum Auftakt haben sich daran nach Gewerkschaftsangaben rund 110 Beschäftigte beteiligt. »Der Streik hat in allen Bereichen Auswirkungen«, zeigte sich ver.di-Sekretärin Diana Markiwitz auf jW-Nachfrage überzeugt. Küchenbeschäftigte, Mitarbeiter des Hol- und Bringedienstes, Putzfrauen und Stationsassistenten – aus allen Abteilungen haben sich ihr zufolge Kollegen dem Ausstand angeschlossen, um die Geschäftsleitung an den Verhandlungstisch zu zwingen. Ziel der Gewerkschaft ist es u.a., einen Entgelttarifvertrag mit einem Einstiegslohn von mindestens zehn Euro pro Stunde durchzusetzen. Zur Zeit liegen die untersten Stundenlöhne bei 6,39 bzw. 6,90 Euro.

Bis Ende des Monats sollen die Arbeitsniederlegungen weitergehen. Was dann passiert, ist unklar. Denn bereits zum 1. September sollen die insgesamt rund 650 Beschäftigten auf fünf formal eigenständige Unternehmen aufgeteilt werden. »Wir werden nach intensiver Rücksprache mit den Kolleginnen und Kollegen entscheiden, wie wir weiter vorgehen«, kündigte Markiwitz an. Rein rechtlich könnte die Gewerkschaft den Streik nach Auflösung der HSN nicht einfach fortsetzen. Zunächst müßte ver.di die fünf Firmen deshalb wohl jeweils zur Aufnahme von Tarifverhandlungen auffordern. Jetzt sollen aber erst einmal die letzten beiden Augustwochen genutzt werden, um den Druck zu erhöhen. »Die Streikenden sagen einhellig: Wir haben nichts mehr zu verlieren«, so Markiwitz.

Jan Jurczyk, Sprecher des ver.di-Bundesvorstands, beobachtet die Entwicklungen in den Privatkliniken mit Sorge. Offenbar orientierten sich die Manager verschiedener Häuser bei ihrem kompromißlosen Vorgehen aneinander. »Der Ton und die Umgangsformen sind bei einigen privaten Klinikbetreibern deutlich rauer geworden«, erklärte er im jW-Gespräch. »Immer häufiger brechen die Geschäftsleitungen Konflikte mit ihren Beschäftigten vom Zaun, zu Lasten der Arbeits- und Einkommensbedingungen.« Die Betroffenen und ver.di würden dem weiterhin entschlossen entgegentreten.


http://www.jungewelt.de/2012/08-22/039.php

bemerkenswert, was sich Asklepios die Streikbrechertätigkeit kosten lässt.
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dagobert


Beiträge: 4740


« Antworten #313 am: 04. September 2012, 22:54:21 »

bemerkenswert, was sich Asklepios die Streikbrechertätigkeit kosten lässt.

Wenn es gelingt die Belegschaften zu spalten, dann lohnt sich das langfristig. 
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Kuddel


Beiträge: 11735


« Antworten #314 am: 16. September 2012, 18:04:48 »

Interview zum Jahrestag des Streiks

Steven Neubach arbeitet im Krankentransport am Standort Mitte bei der Charité Facility Management GmbH (CFM), Tochterfirma der Charité. Am 12. September 2011 trat er gemeinsam mit vielen seiner Kolleginnen und Kollegen in den Streik – die darauffolgenden Verhandlungen dauern bis heute an. Wir haben ein Interview mit ihm über die aktuelle Situation und die Lehren des Streiks geführt. Ein Interview von Stefan Schneider mit Steven Neubach auf Indymedia vom 12.09.2012: http://de.indymedia.org/2012/09/334794.shtml
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« Antworten #315 am: 20. September 2012, 21:43:14 »

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Das „Schwarzbuch CFM-Streik“ – eine kritische Bilanz von 13 Wochen Streik in einem prekarisierten Betrieb

online lesbar unter http://www.klassegegenklasse.org/broschure-streik-gegen-prekarisierung/

Zitat
Mehr Personal soll her
Charité Berlin: Ver.di fordert Tarifvertrag über Mindestbesetzung in der Krankenpflege. Regelung hätte Pilotcharakter für Bundesrepublik

ganzer artikel unter https://linksunten.indymedia.org/de/node/67392
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« Antworten #316 am: 24. Oktober 2012, 17:46:10 »

Südafrika

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Kamwi stemmt sich gegen Streik
Krankenpfleger fühlen sich von Regierung und von Gewerkschaften verlassen

Das Gesundheitspersonal der Staatskrankenhäuser von Windhoek lässt sich nicht länger beschwichtigen und vertrösten und droht mit Streik. Vertreter werden vorerst direkt an Premierminister Nahas Angula herantreten, der für den Staatsdienst zuständig ist.


Windhoek – „Seid Ihr böse auf mich?“ wollte Gesundheitsminister Dr. Richard Kamwi gestern im brechend vollen Saal der Krankenpfleger von Katutura wissen. „Ja!“ brüllte die gesamte Belegschaft ihn an...
http://www.az.com.na/politik/kamwi-stemmt-sich-gegen-streik.157668.php
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« Antworten #317 am: 06. November 2012, 16:20:23 »

Milano/Italien: 10.000 demonstrieren gegen Entlassungen im Krankenhaus San Raffaele: http://www.usi-ait.org/index.php/component/content/article/55-ospedale-san-raffaele-milano/439-continua-la-lotta-al-san-raffaele
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« Antworten #318 am: 09. Dezember 2012, 15:15:09 »

Krankenhausstreiks in Madrid werden fortgesetzt

Die Privatisierung von Krankenhäusern ist einer der genialen Geschäftspläne auch der spanischen Regierung und die Verwaltung von Großmadrid sozusagen das Flagschiff dieser Idee Es gab schon mehrere große Proteste und Streiktage, jetzt haben alle beteiligten Gewerkschaften für den 19. und 20. Dezember zu zwei weiteren Streiktagen aufgerufen. SATSE, CC.OO, AMYTS, CSIT-UP, UGT und USAE, sowie die CSI-F gehen unter anderem davon aus, dass die geplanten Maßnahmen etwa 8.000 Arbeitsplätze kosten könnten: Vor allem in der Kritik steht die - auch anderswo berüchtigte und bekannte - Maßnahme, den gesamten Sanitär- und Hygienebereich auszulagern (auf dass die Krankenhaustode noch mehr zunehmen...) schreibt die Redaktion von kaosenlared in dem Beitrag "Los sindicatos convocan dos jornadas más de huelga sanitaria en Madrid" http://www.kaosenlared.net/component/k2/item/39695-los-sindicatos-convocan-dos-jornadas-m%C3%A1s-de-huelga-sanitaria-en-madrid.html
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« Antworten #319 am: 10. Dezember 2012, 11:42:55 »

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Protest-Kampagne
Kliniken hängen am Tropf


Die Belegschaften von 13 Krankenhäusern in Schleswig-Holstein gehen auf die Straße: Am Donnerstag beginnen sie in Kiel ihre Protest-Kampagne „Über (das) Leben im Krankenhaus“. Das Ziel: mehr Geld für die Krankenhäuser, damit diese mehr Pflegepersonal einstellen können. Auch ein Streik scheint nicht ausgeschlossen.
http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Wirtschaft/Kliniken-haengen-am-Tropf
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« Antworten #320 am: 19. Dezember 2012, 20:00:34 »

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Streik der Krankenschwestern in Israel: Gefahr für die Gesundheit?

Tausende von Kleinkindern und Babies können laut der Israelischen Gesellschaft für Pädiatrie nicht gegen Pocken, Hepatitis und Masern geimpft werden. Nach siebzehn Streiktagen befürchten Gesundheitsexperten, dass bei einer längeren Streikdauer Tausende von Operationen aufgeschoben werden müssen.

Seit der Streik der 28.000 Krankenschwestern in Krankenhäusern und Gesundheitszentren begann, wurden keine Impfungen mehr an Erwachsenen und Kindern durchgeführt. Wohlhabendere behelfen sich mittlerweile auf eigene Kosten.

Das zentrale Arbeitsgericht Israels hat keine beschränkenden Verfügungen erlassen, nachdem das Finanzministerium seine ursprüngliche Klage zurückgezogen hatte. Vor Gericht hatten die Krankenschwester erfolgreich mit dem Argument argumentiert, dass das Ministerium nicht ernsthaft verhandeln wolle.
http://www.shortnews.de/id/1000465/streik-der-krankenschwestern-in-israel-gefahr-fur-die-gesundheit
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« Antworten #321 am: 22. Dezember 2012, 13:39:01 »

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Streik im Neuenburger Spital "La Providence" / Staatlich gedecktes Lohndumping verhindern

Bern (ots) - Was in der ganzen Schweizer Wirtschaft selbstverständlich ist, soll in Neuenburg ausser Kraft gesetzt werden? Im Neuenburger Gesundheitswesen besteht ein kantonaler Gesamtarbeitsvertrag unter dem Namen "Santé 21", der für alle Spitäler, für die meisten Alters- und Pflegeheime, ja selbst für die Neuenburger Spitex gilt. Gemäss geltendem Recht muss ein Spital, das vom Kanton Subventionen und auf die kantonale Spitalliste will, diesen Branchen-GAV einhalten. In allen anderen Branchen ist das ebenso: Wenn der Staat mit Steuergeldern Güter, Bauaufträge oder andere Leistungen einkauft, so darf er damit nicht Lohndumping betreiben. Er muss vom Lieferanten verlangen, dass die orts- und branchenüblichen Anstellungsbedingungen eingehalten werden. Die Privatspitalgruppe Genolier Swiss Medical Network GSMN will in Neuenburg das Spital "La Providence" aufkaufen. Auf Befehl von Genolier hat das Spital den Branchen-Gesamtarbeitsvertrag aufgekündigt und will die Löhne und Anstellungsbedingungen verschlechtern. Wer sich wehrt, dem wird mit Entlassung gedroht. Gleichzeitig verlangt das Spital vom Kanton zusätzliche Subventionen. Bisher lässt der Neuenburger Regierungsrat das Spital gewähren, will es weiter auf der Spitalliste führen und stellt sogar zusätzliche Subventionen in Aussicht, obwohl der GAV nicht mehr eingehalten wird. Bleibt der Regierungsrat bei seiner Haltung, gefährdet dies die Gesundheitsversorgung. Zur Bewältigung des anhaltenden Personalmangels und der sich aus demografischen Gründen verschärft, müssen in der Schweiz jährlich 10'000 Arbeitskräfte rekrutiert werden. Das kann nur gelingen, wenn dem Personal gute und sichere Arbeitsbedingungen geboten werden. Machen aber die Neuenburger Verhältnisse Schule, würde sich der Personalmangel verschärfen und die Gesundheitsversorgung für die ganze Bevölkerung verschlechtern. Die Angestellten des Spitals wehren sich seit Ende November mit einem Streik. Das kantonale Parlament hat am 5. Dezember eine dringliche Motion beschlossen, welche den Regierungsrat auffordert, das geltende Recht umzusetzen und die Einhaltung des GAV zu verlangen. Morgen Mittwoch tagt der Regierungsrat zu diesem Thema. Heute Dienstagabend, 17.30 Uhr, protestieren die Streikenden mit Unterstützung der Gewerkschaften gegen das drohende Lohndumping. Die Gewerkschaftsdachverbände SGB und Travail.Suisse bekräftigen ihre Solidarität und Unterstützung für die Streikenden von "La Providence". Der Kampf der Streikenden ist exemplarisch, die bisherige Haltung des Regierungsrates inakzeptabel. Das staatlich gedeckte und subventionierte Lohndumping und ein sich zuspitzender Personalmangel dürfen nicht zugelassen werden. Die Dachverbände appellieren an den Neuenburger Regierungsrat, das geltende Recht umzusetzen: Wer auf die Spitalliste will und zusätzliche Subventionen erhalten soll, muss den Branchen-GAV einhalten. Alles andere setzt den sozialen Frieden aufs Spiel.

Weitere Unterlagen: http://www.sgb.ch/themen/arbeit/loehne-und-vertragspolitik/artikel/details/streik-im-neuenburger-spital-la-providen ce/

Originaltext: Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB Digitale Medienmappe: http://www.presseportal.ch/de/pm/100003695 Medienmappe via RSS : http://www.presseportal.ch/de/rss/pm_100003695.rss2
http://de.finance.yahoo.com/nachrichten/streik-im-neuenburger-spital-la-providence-staatlich-gedecktes-000000784.html
« Letzte Änderung: 22. Dezember 2012, 13:45:23 von Kuddel » Gespeichert
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« Antworten #322 am: 23. Dezember 2012, 14:25:44 »

Kenia
Krankenschwestern streiken in der dritten Woche


Es waren die nahezu schon üblichen Reaktionen: Der Minister drohte allen streikenden Krankenschwestern in öffentlichen Krankenhäusern mit Entlassung, die Medien sekundierten mit in diesem Zusammenhang üblichen Horrorstories: Es hat nichts genutzt, der Streik geht weiter – unter anderem um die Einstellung neuer Krankenschwestern, denn von den rund 50.000 werden in den nächsten zwei Jahren etwa 25% in Rente gehen, aber auch um bessere Ausstattung der Krankenhäuser, um faire Entlohnung und Gewerkschaftsrechte. Beide beteiligte Gewerkschaften zeigten sich einig, sowohl die Kenya National Union of Nurses als auch die Kenya Progressive Nurses Union  wollen weiter streiken, berichtet in http://www.citizennews.co.ke/news/2012/local/item/6528-nurses%E2%80%99-strike-continue-amid-ministry%E2%80%99s-threats
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« Antworten #323 am: 16. Januar 2013, 17:09:11 »

Streik im Neuenburger Spital La Providence (Schweiz):

http://www.ungesundleben.org/privatisierung/index.php/Internationale_Nachrichten_2013

Petition zur Unterstützung: http://www.solidarite-laprovidence.ch/?page_id=2

Arbeitskämpfe in italienischen Krankenhäusern: http://www.fau.org/artikel/art_130112-084038
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« Antworten #324 am: 13. Februar 2013, 18:04:54 »

Streik in Paracelsus-Klinik: Zwei Stationen geschlossen
Die Fahrt zur Paracelsus-Zentrale nach Osnabrück hat nichts als vage Antworten gebracht



Während ein Teil der streikenden Klinikmitarbeiter in die Konzern-Zentrale nach Osnabrück gefahren ist, um ihre Forderungen dem Aufsichtsrat vorzutragen, haben die anderen den Streik vor der Reichenbacher Paracelsus-Klinik fortgeführt. Zwei Stationen wurden bereits geschlossen.

Reichenbach. Seit sechs Werktagen wehren sich die Klinikmitarbeiter in einem Arbeitsstreik dagegen, dass sie zwischen 13 und 23 Prozent weniger Lohn als ihre Kollegen in der Zwickauer Paracelsus-Klinik bekommen. Jetzt wurde sowohl die Kurzliegerstation als auch die urologische Station geschlossen, teilte Jan Halsema von der Streikleitung mit. Die Patientenversorgung ist abgesichert und auch Notfälle werden behandelt", sagt er. Allerdings werden seit Beginn des Streiks keine Patienten mehr aufgenommen und keine Operationen durchgeführt. Deshalb seien die beiden Stationen auch leer. Jeden Tag werde neu entschieden, wie die einzelnen Stationen personell besetzt werden. "Die Mitarbeiter würden gern wieder ihre Arbeit machen, doch sie sind hoch motiviert, weiter zu streiken bis es ein vernünftiges Angebot von Arbeitgeberseite gibt", sagt der Krankenpfleger, der die Streikleitung mit zwei Kollegen übernommen hat.

Das kann dauern: Am Dienstag sind 22 Streikende in die Konzern-Zentrale nach Osnabrück gefahren, um dem Aufsichtsrat ihre Forderungen dazulegen. "Es soll uns ein verbessertes Angebot gemacht werden, aber ein Zeitpunkt wurde nicht genannt", sagt Gewerkschaftsvertreterin Simone Bovensiepen. "Deshalb werden wir solange streiken, bis ein Angebot vorliegt", bekräftigte sie.

Im Krankenhaus ist die Situation mittlerweile so verschärft, dass die Ärzte persönlich Pflegearbeiten wie Blut abnehmen, Verbände wechseln und Betten schieben übernehmen müssen. "Zum Glück stehen die Ärzte hinter uns. Das ist eine große Entlastung für die Mitarbeiter", sagt Halsema. Dennoch plagt ihn und die anderen Streikenden das schlechte Gewissen - sowohl den Kollegen auf Station als auch den Patienten gegenüber. "Ohne die Kollegen, die jetzt arbeiten, könnten wir den Streik nicht durchführen", sagt er und hofft, dass am Mittwoch ein Angebot gemacht wird. Wann der neue Vorschlag aus der Paracelsus-Zentrale kommt, sei noch unklar, "doch wir reden nicht von Wochen, sondern von wenigen Tagen", teilte eine Sprecherin des Konzerns mit.

Zuletzt hatte der Arbeitgeber den Beschäftigten angeboten, sie ab Juli in einen Tarifvertrag überzuleiten und den Lohn stufenweise bis 2015 an die Vergütungen der Zwickauer Kollegen anzupassen. Derzeit verdienen die Reichenbacher monatlich zwischen 320 und 530 Euro weniger. Deshalb wollen die Beschäftigten die sofortige Angleichung.
 
erschienen am 12.02.2013 ( Von Cornelia Hennersdorf )

http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/Streik-in-Paracelsus-Klinik-Zwei-Stationen-geschlossen-artikel8263182.php
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