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Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 244798 mal)
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Kuddel


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« Antworten #325 am: 13. Februar 2013, 21:36:41 »

Zitat
Hannover
Bult: Streik im Kindernkrankenhaus

Beim ersten Warnstreik in der Geschichte des Kinderkrankenhauses auf der Bult gab es eine hohe Beteiligung. Rund 250 Krankenschwestern haben für "Gleichen Lohn für gleiche Arbeit" demonstriert.




Hannover. Verdi fordert eine höhere Einmalzahlung als 150 Euro für 2012. Ab 2013 soll der Lohn für das nicht-ärztliche Personal zwar um 3,4 Prozent steigen, anders als der Arbeitgeber wünscht sich Verdi aber nur eine Laufzeit des neuen Haustarifvertrages bis Mitte 2014. Der Arbeitgeber hält Januar 2015 für angemessen.

Am meisten erzürne die Mitarbeiter, so Verdi-Sekretärin Brigitte Horn, dass der Arbeitgeber „nach Gutsherrenart“ eine ihm genehme Tarifsteigerung angewiesen habe, ohne dass am Verhandlungstisch eine Einigung erzielt worden sei. „Dadurch wird der normale Weg von Tarifverhandlungen einseitig durch den Arbeitgeber verlassen“, so Horn. Thomas Beushausen, Chef des Kinderkrankenhauses, stellt das anders dar: „Verdi ist die Antwort auf unser Angebot schuldig geblieben. Warum sollen die Mitarbeiter deshalb noch länger auf die Lohnerhöhung warten.“ Der Kranken- hauschef sieht den Tarifkonflikt in der unzureichenden Refinanzierung der Kosten seitens der Kassen begründet. „Im Grunde liegt das Problem in Berlin beim Gesetzgeber“, sagt Beushausen.
http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Bult-Streik-im-Kindernkrankenhaus
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« Antworten #326 am: 28. Februar 2013, 19:13:38 »

Zitat
Nach Erhebungen der Gewerkschaft ver.di fehlen in deutschen Krankenhäusern bundesweit insgesamt 162.000 Vollzeitstellen, um eine gute Versorgung der Patienten und gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sicherzustellen. Das hat die Hochrechnung einer Stichprobe unter insgesamt bundesweit 200 Krankenhäusern ergeben, die ver.di am 19. Februar 2013 erhoben hat.
[...]
Es handelte sich um eine Befragungsaktion bei der wir unter den Beschäftigten ermittelten, wie viel Personal nach ihrem professionellen Selbstverständnis und ihrer Alltagserfahrung in den Krankenhäusern zusätzlich benötigt wird, um unter dem Ziel „Wir wollen gute Arbeit machen“ Patient/innen gut versorgen zu können (patientennahe Bereiche) bzw. die eigenen Aufgaben im Krankenhaus gut erledigen zu können (alle anderen Bereiche).

http://www.der-druck-muss-raus.de/news/politik/deutschen-krankenhaeusern-fehlen-162000-stellen
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« Antworten #327 am: 09. März 2013, 05:37:06 »

Zitat
NEWSLETTER März 2013 – von KollegInnen für KollegInnen
UNS REICHT'S SCHON LANG!
Wir haben es satt, dass....
– wir ständig in Unterbesetzung arbeiten
– wir - auch in Unterbesetzung - laufend Betten einschieben müssen, mehr PatientInnen
versorgen müssen als die Bettenkapazität eigentlich zulässt
– wir Krankheitsausfälle immer aus eigener Kraft kompensieren sollen
– die Zeit für die PatientInnen immer knapper wird und wir wie am Fließband schuften
– wir jeden Monat im Dienstplan mit mehr Stunden eingeplant werden, als wir tatsächlich laut
Arbeitsvertrag leisten müssen
– wir ständig in unserem Frei angerufen werden, ob wir einspringen können
– man uns dauernd sagt, dass man kein Personal findet und uns auf den Sankt Nimmerleinstag
vertröstet
– wir dann auch noch in der Zeitung lesen, wie toll und „wirtschaftlich erfolgreich“ unser
Krankenhaus doch wäre
– wir uns für Überlastungsanzeigen rechtfertigen sollen
– finanzielle Aspekte PatientInnen und Beschäftigten übergeordnet sind
– wir für die Profite der Rhön Klinikum AG langsam aber sicher körperlich und seelisch
kaputt gehen
All das sind genug Gründe, warum eine Kooperation von uns Beschäftigten nicht mehr
vorausgesetzt werden kann. Statt hier die Ereignisse der letzten 12 Monate durchzukauen, sollten
wir den Blick in die Zukunft richten. Denn so wie es ist kann es nicht bleiben.
Unsere Beschwerden – schriftlich wie mündlich – hatten keinerlei Maßnahmen zur Folge. Wir
lassen uns nicht länger vertrösten und hinhalten. Wir müssen selbst etwas tun!
Wir fordern alle KollegInnen auf:
Geht zu Teambesprechungen und stellt gemeinsam Forderungen auf
Schreibt Überlastungsanzeigen – sichert Euch ab und macht nur noch reine PatientInnenversorgung
Schreibt Überstunden auch wirklich auf – schenkt nichts mehr her – uns schenkt man auch nichts
Tauscht Euch unter den Stationen aus – seid solidarisch – wir sitzen alle im selben Boot
Geht zu Betriebsvollversammlungen und erzählt wie es wirklich ist
Lasst uns kreativ werden und aus der Reihe tanzen
Zusammen sind wir unausstehlich!
WIR WOLLEN STREIKEN
Unabhängige Betriebsgruppe Amper Kliniken Dachau
www.betriebsgruppen.de/bgak
Infos zu Privatisierung und Konflikten im Gesundheitswesen www.ungesundleben.org/privatisierung

http://betriebsgruppen.de/bgak/index.html
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Kuddel


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« Antworten #328 am: 13. März 2013, 19:58:24 »

Zitat


Der Streik in den oberösterreichischen Ordensspitälern hat am Mittwoch zu keinem erhöhten Patientenaufkommen in den Landeskrankenhäusern geführt.

Das teilte der Spitalsträger des Landes, die gespag, am Nachmittag auf APA-Anfrage mit. Auch seien im Vorfeld keine Operationen oder andere Eingriffe von den Ordens- in die Landeshäuser verlegt worden. Zur Sicherheit habe man aber mehr Personal vorgehalten, so eine Sprecherin.

Im vom Streik betroffenen Krankenhaus der Elisabethinen in Linz habe es eingeschränkten Betrieb gegeben, berichtete der Ärztliche Leiter Stefan Meusburger. Unter anderem wurde nur in einem von sieben Sälen operiert, Ambulanztermine seien selektiv wahrgenommen worden. Er bekundete grundsätzliches Verständnis, dass die Mitarbeiter eine entsprechende Entlohnung wollen. Die Krankenhaus-Leitung sehe den Streik aber nicht als probates Mittel, diese Forderung durchzusetzen.

Gesundheitsreferent LH Josef Pühringer (V) kündigte am Mittwoch an, dass er mit den Vertretern der Orden in den nächsten Tagen nochmals die Situation ausloten werde, ehe man wieder Gespräche mit der Gewerkschaft aufnehme. Mittel- bis langfristig sei es nötig, die Mitarbeiter unabhängig von den Rechtsträgern oder Eigentümern der Krankenhäuser gleich zu entlohnen. Gemeinsam mit dem Sprecher der Ordensspitäler, Peter Ausweger, appellierte er an die Arbeitnehmervertretung, sich zu bewegen.

Die Gewerkschaft, die die rund 10.000 Beschäftigten der acht Ordensspitäler vertritt, verlangt nach einem “Abspeisen” unter der Inflationsrate im vierten Jahr in Folge eine Teuerungsabgeltung oder eine unbefristete Verkürzung der Wochenarbeitszeit von derzeit 40 auf 39 Stunden. Beim Angebot der Gegenseite, das nicht angenommen wurde, handle es sich um “ein sogenanntes Jahres-Achtundvierzigstel, also nur 50 Minuten Zeitguthaben bei 40 Stunden Arbeit, gleichzeitig eine Abwertung der Überstundenzuschläge und eine geringere Bezahlung der Rufbereitschaft”. Laut Berechnungen ergebe dieses Paket ein Reallohnminus, so Verhandlungsführerin Sonja Reitinger.
http://www.salzburg24.at/streik-sturm-auf-landeskrankenhaeuser-blieb-aus/3516641
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« Antworten #329 am: 10. April 2013, 13:24:09 »

Zitat
Beschäftigte des Uniklinikums Gießen-Marburg fordern mehr Geld. Mit einem Warnstreik verstärken sie den Druck - und bekommen dabei prominente Unterstützung.

Mehrere hundert Beschäftigte des privatisierten Uniklinikums Gießen-Marburg haben am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt und für höhere Gehälter demonstriert. Die Gewerkschaft Verdi sprach von rund 1000 Mitarbeitern, die sich an beiden Standorten an dem ganztägigen Warnstreik beteiligten. Etwa 900 zogen laut Polizei am Mittag bei einem Protestmarsch durch Gießen. Mit dem ganztätigen Ausstand sollte der Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöht werden.

Der Streik hatte spürbare Auswirkungen auf den Krankenhausbetrieb: Zahlreiche geplante Operationen mussten verschoben werden, wie Kliniksprecher Frank Steibli berichtete. Ein Notdienst wurde eingerichtet, um Patienten weiterhin versorgen zu können.

Verdi-Verhandlungsführer Georg Schulze-Ziehaus sprach von einer hohen Streikbereitschaft. Das sei ein deutliches Signal an die Klinikleitung. Bei der Kundgebung in Gießen sprach auch der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske. Die Gewerkschaft fordert für die mehr als 6000 nicht-wissenschaftlichen Beschäftigten die Erhöhung der Gehälter um einen Sockelbetrag von 150 Euro und weitere vier Prozent.

Die Geschäftsführung argumentiert, vor dem Hintergrund der wirtschaftlich angespannten Situation seien die Forderungen nicht finanzierbar. Die Leitung hatte Zeitpunkt und Ausmaß des Warnstreiks kritisiert. „Wir gehen weiter davon aus, dass wir am Verhandlungstisch eine Lösung finden und setzen auf den 19. April“, sagte Steibli. An dem Tag steht die vierte Verhandlungsrunde an.

Bereits Mitte März hatte es den Warnstreik geben sollen. Der Ausstand wurde aber nach einer Massenkarambolage in Mittelhessen auf der Autobahn 45 mit 38 Verletzten abgesagt. Insgesamt hat das Uniklinikum nach eigenen Angaben rund 9700 Beschäftigte.

http://www.fr-online.de/rhein-main/uniklinikum-giessen-marburg-warnstreik-am-uniklinikum,1472796,22320280.html
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« Antworten #330 am: 13. April 2013, 18:23:58 »

Zitat
Streik an Hohenloher Kliniken und Seniorenzentren

Von Barbara Griesinger

Hohenlohe - Seit heute Morgen um 5.30 Uhr streikt das nichtärztliche Personal an den beiden Klinikstandorten des Hohenloher Krankenhauses in Künzelsau und Öhringen. Außerdem hat das Pflegepersonal an den sieben kreiseigenen Altenheimen der Hohenloher Seniorenbetreuung GmbH die Arbeit niedergelegt. 

Der Streik dauert den ganzen Tag an. Streikposten bleiben bis zum Schichtwechsel um 14 Uhr vor Ort in Künzelsau und Öhringen. Geplante Operationen fallen aus. Gegen 8.30 Uhr ist vor dem Krankenhaus in Künzelsau eine kurze Kundgebung geplant.

Demo

Außerdem ist für Samstag, 13. April, eine Demonstration mit Kundgebung in Öhringen angekündigt, in der Verdi die Bevölkerung über die Hintergründe des Streiks aufklären will. Die Demonstranten sammeln sich am Samstagvormittag um 10.30 Uhr bei der Kultura und machen sich auf den Weg zum Öhringer Hafenmarkt. Dort erklären betroffene Mitarbeiter der Klinik und der Altenheime um 11 Uhr der Bevölkerung ihre Situation. Ziel der Kundgebung ist, bei der Bevölkerung um Unterstützung und Solidarität für die nichtärztlichen Mitarbeiter im Streik zu werben.

Noch einmal betont Marianne Kugler-Wendt, es sei ein "unglaublicher Vorgang", dass der neue Geschäftsführer der Hohenloher Krankenhaus GmbH, Dr. Andor Toth, den Verhandlungsstand, der mit seinem Vorgänger erreicht worden sei, nicht akzeptiere. Er wolle nicht nur grundsätzlich weg vom TVÖD, dessen Erhöhungen der Haustarif im Hohenloher Krankenhaus bislang mit Zeitversatz übernimmt. Er kündige zudem auf 30. September auch den Manteltarif auf.

Im Interview mit der Hohenloher Zeitung betonte Landrat Helmut M. Jahn zum Thema Übernahme des Klinikdefizits durch den Landkreis: "Die Zielsetzung ist klar: Das Krankenhaus muss auf eigenen Füßen stehen. Das heißt, es gibt die Vorgabe für den Geschäftsführer ein positives Klinikergebnis zu erwirtschaften. Von meinem Grundverständnis her kann es nicht sein, dass der Landkreis in die Bresche springt.
http://www.stimme.de/hohenlohe/nachrichten/Streik-an-Hohenloher-Kliniken-und-Seniorenzentren;art1919,2771084
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« Antworten #331 am: 18. April 2013, 12:01:28 »

Zitat
Athen: Proteste gegen Kürzungen

In Griechenland haben Ärzte und Krankenschwestern gestreikt. Sie klagen über Missstände im Gesundheitssytem für die sie die Kürzungen verantwortlich machen. Beamte schlossen sich der Demonstration an. Sie protestierten gegen die geplanten Entlassungen. Die Regierung will bis zu 15.000 Stellen streichen.
http://de.euronews.com/2013/04/17/athen-proteste-gegen-kuerzungen/
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« Antworten #332 am: 24. April 2013, 11:04:38 »

Zitat
Kampf für neue Kollegen im Klinikum Saar

Über 200 Beschäftigte des Knappschaftsklinikums Saar in Püttlingen und Schüler der benachbarten Krankenpflegeschule demonstrierten am Dienstag vor der Klinik gegen den Personalnotstand. Die Arbeitsüberlastung sei unerträglich geworden und es müssten unbedingt neue Kollegen eingestellt werden. Die Aktion war Teil einer Aktionswoche der Gewerkschaft Verdi, um auf Missstände in den deutschen Krankenhäusern aufmerksam zu machen.
http://www.rf-news.de/2013/kw16/18.04.13-kampf-fuer-neue-kollegen-im-klinikum-saar
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« Antworten #333 am: 26. April 2013, 11:11:10 »

Zitat
Worker Center Initiative Freiburg (Arbeitstitel) lädt ein
29. April 20 Uhr | Treffen "Gesundheitssektor"

Die Uniklinik ist mit fast 10000 ArbeiterInnen der größte Arbeitgeber der Stadt. Der sog. Gesundheitssektor ist überhaupt einer der größten "Wirtschaftsbereiche" der Stadt. Hier finden sich alle möglichen Ausbeutungsverhältnisse - vom sog. Normalarbeitsverhältnis bis hin zu prekären Jobs. Ende letzten Jahres sind Pläne bekannt geworden, die mehr Neubauten und weniger Personal an der Uniklinik bedeuten würden – seit dem ist Einiges passiert. Ausgehend von einem Bericht zur Situation an der Uniklinik, wollen wir aber eine breitere Bestandsaufnahme des "Gesundheitssektors" versuchen: wer arbeitet wo unter welchen Bedingungen, welche sog. "Gesundheit" wird da produziert...

Wir laden alle ArbeiterInnen des "Gesundheitssektor" und Interessierte für den 29.4. um 20 Uhr ein: Strandcafe im Grethergelände (Adlerstrasse 12)

https://linksunten.indymedia.org/de/node/84186
http://www.fau.org/ortsgruppen/freiburg/art_130420-212519
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« Antworten #334 am: 16. Mai 2013, 14:42:12 »

Zitat
Protestaktion am Freiburger Uniklinikum



Freiburg (Korrespondenz), 15.05.13: Gegen die angekündigte Streichung von 10 Prozent der Pflegestellen am Freiburger Uniklinikum zogen am Dienstag über 100 Beschäftigte in Arbeitskleidung und mit bunten Transparenten vors Freiburger Rathaus. Folgende Meinungen wurden auf der Protestkundgebung geäußert.

Luisa, Reinigungskraft: "Wir können unsere Arbeit nicht richtig machen, weil wir nicht mehr mit dem Herzen dabei sind. Die Patienten brauchen jemanden, der ihnen zuhört, sie aufmuntert. Immer mehr von meinen Kollegen werden krank wegen der Arbeitsbelastung. Dagegen zu protestieren, macht Mut."

Eine Krankenschwester und Stationsleiterin: "Tagtäglich müssen wir wichtige Dinge wie das Umlagern von Patienten zurückstellen, weil wir sonst die vital gefährdeten Menschen nicht versorgen könnten. Ständig solche Prioritäten setzen zu müssen, geht an die Substanz. ..."

Zwei Kolleginnen einer Intensivstation: "Unsere Station hat 4.800 Überstunden aufgebaut. Wir Beschäftigte sollen die Neubauten finanzieren, damit die Klinik lukrativer wird. Krankenhäuser werden mittlerweile als Profitunternehmen gesehen. Dabei ist Gesundheit doch ein Bereich, wo es um den Menschen gehen soll. Wir müssen unbedingt weiter protestieren und auf die Straße gehen."

Auch an der Uniklinik in Freiburg bahnt sich ein Stimmungsumschwung an. Die Patientenversorgung wird immer miserabler, wenn mit weniger Beschäftigten auf den Stationen gearbeitet wird, die durch den zunehmenden Stress dann selber auch krank werden. Dieser Arbeitshetze wird zunehmend der Kampf angesagt.
http://www.rf-news.de/2013/kw20/protestaktion-am-freiburegr-uniklinikum
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« Antworten #335 am: 05. Juni 2013, 18:34:52 »

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Streik bei Asklepios für höhere Löhne

100 Servicemitarbeiter fordern einen einheitlichen Haustarifvertrag. Doch die Unternehmensleitung lehnt weitere Verhandlungen ab
Von Hanna-Lotte Mikuteit

Sie haben Trillerpfeifen mitgebracht, Fahnen und ein großes Transparent. "Keine 2-Klassenbelegschaft bei Asklepios" steht darauf. "Wir kämpfen für faire Löhne auch im Servicebereich", sagt Holger Schoop und lässt einen ohrenbetäubenden Pfiff erklingen. Wenn sich Wut in Dezibel messen lassen würde, wäre die Obergrenze fast erreicht: Riesenwut. Gemeinsam mit etwa 100 anderen Servicemitarbeitern der Asklepios Kliniken steht Schoop vor dem Eingang des AK St. Georg an der Langen Reihe. Es sind Reinigungskräfte, Wachleute, Küchenhilfen, Lagerarbeiter aus allen Häusern. Schoop ist im Bereich Hol- und Bringservice in Rissen tätig. "Ich bekomme 9,01 Euro pro Stunde", sagt der 48-jährige Familienvater, "nach allen Abzügen habe ich 1170 Euro am Monatsende, für einen Vollzeitjob. Das ist zu wenig."

Bereits zum dritten Mal seit Mitte Mai hat Ver.di zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert einen Haustarifvertrag für die Tochterfirma Asklepios Services Hamburg (ASH). Der Klinikkonzern, an dem die Stadt Hamburg mit 25,1 Prozent beteiligt ist, lehnt das ab. "Nach wie vor gibt es keine Bereitschaft, die 900 Beschäftigten angemessen zu entlohnen", kritisiert Björn Krings von Ver.di. Die Gewerkschaft will unter anderem Einstiegslöhne zwischen 9,50 Euro und 10,60 sowie eine Jahressonderzahlung von 900 Euro durchsetzen. In den bisherigen Verhandlungsrunden hatte die Unternehmensleitung einzig Lohnsteigerungen von 13 bis 14 Cent pro Stunde angeboten. Laut Krings herrscht in den einzelnen Kliniken inzwischen enorme Unruhe. "Es wären noch mehr ASH-Mitarbeiter auf der Straße, wenn nicht die Hälfte befristete Verträge hätte."

Nach der Privatisierung des Hamburger Landesbetriebes Krankenhäuser 2007 waren die Servicebereiche in Tochterfirmen des Asklepios-Konzerns ausgelagert worden. Die Folge: Der Tarifvertrag der Hamburger Krankenhäuser muss nicht angewendet werden. Im Reinigungsbereich etwa wird der hier gültige Mindeststundenlohn von neun Euro gezahlt, in der Logistik gibt es Pauschalentgelte von 1400 bis 1600 Euro im Monat. Zusätzliche Leistungen wie Zuschläge oder Urlaubsgeld fehlten in vielen Fällen. "Löhne, die bis zu 50 Prozent niedriger sind als der Krankenhaustarif, bleiben für uns inakzeptabel", sagt Gewerkschaftler Krings und verweist auf einen Konzerngewinn von 60 Millionen Euro für 2012.

Margerit Amori verdient 1100 Euro im Monat. Seit zwei Jahren arbeitet sie als Servicekraft im Klinikum Nord, ist etwa für Essenverteilung zuständig. Die Schichten gehen von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends - mit zwei Stunden Pause. "Harte Arbeit, wenig Geld", sagt die 48-Jährige, während sie mit den anderen Demonstranten über den Steindamm zieht. Viele Kollegen hätten Zweitjobs oder seien auf Hartz IV angewiesen. Auch Amori denkt darüber nach.

So geht es vielen. Küchenhelfer Harald Lünstedts Bruttostundenlohn liegt bei 8,38 Euro. Das geht aus Gehaltsabrechnungen hervor, die dem Abendblatt vorliegen. Das ist unterhalb des Landesmindestlohns, der in Hamburg von 10. Juni an in Kraft tritt. Pikant: Die Unternehmensführung hatte weitere tarifliche Reglungen bislang mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass Asklepios bereits 2012 den Mindestlohn von 8,50 Euro auch in Bereichen mit geringeren Abschlüssen eingeführt habe. Der Konzern sagte eine Prüfung des Falls zu. Es gebe eine klare Vorgabe, dass alle Verträge auf 8,50 Euro umgestellt sein sollten.

"Mein Eindruck ist, dass in der ASH eine Hand nicht weiß, was die andere tut", sagt Krings. Gerade deshalb sei ein einheitlicher Tarifvertrag erforderlich. Für weitere Unruhe sorgen derzeit Pläne für eine Strukturveränderung im Servicebereich. Danach soll die ASH aufgelöst und stattdessen sollen vier neue Gesellschaften für die Gewerke Reinigung, Logistik, Küche und Wachdienst/Empfang gebildet werden. Folgen für die Beschäftigen ungewiss.

Vor diesem Hintergrund forderten Betriebsrat und Gewerkschaft die Politik erneut auf, sich für faire Löhne im Servicebereich des Klinikkonzerns einzusetzen. Vor knapp zwei Wochen hatten die Beschäftigten eine entsprechende Resolution an den Senat übergeben. "Wir nehmen das zur Kenntnis, werden es aber nicht kommentieren", hieß es auf Nachfrage in der zuständigen Gesundheitsbehörde. Ver.di kündigte unterdessen eine Ausweitung des Streiks an, sollte die Unternehmensleitung sich nicht bewegen. Krings: "Zum ersten Mal wird ein Solidaritätsstreik aus dem Bereich der Pflege vorbereitet."
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article116823148/Streik-bei-Asklepios-fuer-hoehere-Loehne.html
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« Antworten #336 am: 18. Juni 2013, 19:50:13 »

Zitat
Trotz sommerlichen Wetters Proteste in Göttingen.

Heute protestierten ca. 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger vor dem Fachklinikum Asklepios in Göttingen gegen die Verschlechterungen bei der PatientInnenversorgung und der Arbeitsbedingungen. Dafür versammelten sie sich schweigend vor dem Haupteingang und zeigten ihre mitgebrachten Schilder und Transparente mit Aufschriften wie: „ Bessere Bedingungen für alle“ und „Solidarität“. Danach drehten sie eine Runde über das Gelände und verteilten Flyer. „Wir haben uns bewusst für eine sehr ruhige Aktion entschieden, weil wir niemanden bei seiner Genesung stören wollen.“, sagte Oliver Winterbach, einer der Protestierenden. „Unser Ziel war es, zu zeigen, dass es Menschen in dieser Stadt nicht egal ist, wie die Versorgung von PatientInnen organisiert ist und dass wir solidarisch sind mit Menschen, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.“ Immer wieder bezogen sich AktivistInnen auf den offen Brief der Assistenzärzte und -ärztinnen des Asklepios, in dem diese die Verschlechterungen in der Klinik seit der Privatisierung anprangerten.


Trotz des ruhigen Auftretens der Aktivisten rief ein Vertreter des Asklepios sofort die Polizei. Dazu Winterbach: „Das Asklepios muss lernen mit öffentlicher Kritik umzugehen, immerhin übernehmen sie eine gesellschaftliche Aufgabe und es ist notwendig, dass ihre rigide Sparpolitik von der Öffentlichkeit kritisch begleitet wird.“
https://linksunten.indymedia.org/de/node/89219
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« Antworten #337 am: 18. Juli 2013, 18:17:21 »

Zitat
„Mehr von uns ist besser für alle“
12. Juli 2013

Bündnis „Berlinerinnen und Berliner für mehr Personal im Krankenhaus“ gegründet

Mit circa einhundert Anwesenden sprengte die Beteiligung am Gründungstreffen des Bündnisses „Berlinerinnen und Berlin für mehr Personal im Krankenhaus“ alle Erwartungen. Der Versammlungsraum in der ver.di Bundeszentrale war brechend voll, als Dana Lützkendorf für die ver.di-Betriebsgruppe am Universitätsklinikum Charité die Anwesenden begrüßte und darlegte, dass es um die Schaffung eines Mitmach-Bündnisses geht.

Von Sascha Stanicic

Hintergrund der Bündnis-Gründung sind die Tarifverhandlungen an der Charité. Hier fordert die Gewerkschaft ver.di einen Tarifvertrag zur Mindestbesetzung. Die KollegInnen an Europas größter Universitätsklinik wollen nicht warten, bis es (möglicherweise) zu einer gesetzlich festgelegten Personalbemessung kommt und marschieren voran, um eine tarifliche Regelung zu erkämpfen. Damit wollen sie gleichzeitig Beispiel für andere Krankenhausbelegschaften sein und den politischen Kampf für eine gesetzliche Regelung stärken.

Die Beteiligung an der Veranstaltung war breit aufgestellt. Neben Beschäftigten der Charité und vom Charité Facility Management (CFM) waren, eine Reihe von ver.di-Mitgliedern aus verschiedenen Fachbereichen und Mitgliedern der Partei DIE LINKE, eine Vertreterin der jungen GEW Berlin und andere GewerkschafterInnen anwesend, Aktive aus dem Solidaritätskomitee für die CFM-Beschäftigten und vom Forum Betriebe, Gewerkschaften und soziale Bewegungen, eine Gruppe von Medizin-Studierenden, linke Gruppen, weitere Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen. Sogar Jusos, „Gewerkschaftsgrüne“ und Christliche Arbeitnehmerschaft hatten VertreterInnen geschickt.

Stephan Gummert, Personalrat und Gewerkschaftsvertreter an der Charité, nannte die Entwicklung für Beschäftigte eine „Brutalisierung der Arbeitsbedingungen“ und legte ausführlich und eindrucksvoll die inakzeptable Personalsituation in den Charité-Kliniken dar. 300 Vollzeitstellen fehlen dort, was für die Beschäftigten oftmals unerträgliche Arbeitsbelastungen bedeutet. Basierend auf internationalen Studien legte er dar, dass „Unterbesetzung tötet“, weil die Mortalitätsrate mit sinkendem Personalstand in Krankenhäusern steigt. Seine Schlussfolgerung: das Gesundheitssystem versagt!

Conny Koop von der ver.di Betriebsgruppe trug dann eine Reihe von konkreten Beispielen aus den verschiedenen Stationen und Funktionsbereichen für die Überlastung der KollegInnen vor, die unter den Anwesenden zu ungläubigem Kopfschütteln und großen Augen führten. Eine Kollegin einer Entbindungsstation fasste ihre Erfahrungen mit dem Begriff „gefährliche Pflege“ zusammen.

Ver.di fordert für das Pflegepersonal eine Quote von einer Pflegekraft auf fünf PatientInnen auf einer Normalstation, ein Verhältnis von 1:2 auf Intensivstationen und „keine Nacht allein“ für Pflegekräfte in der Nachtschicht. Die Leiterin des zuständigen Fachbereichs 3 von ver.di Berlin/Brandenburg, Meike Jäger, wies darauf hin, dass Krankenhausbeschäftigte bundesweit auf die Auseinandersetzung in Berlin schauen und diese einen Beispielcharakter hat.

Das Bündnis wird mit einem Massenflugblatt und Unterschriftenlisten in den nächsten Wochen auf die Straßen und Plätze ziehen, um die Forderungen der Charité-Beschäftigten bekannt zu machen und Unterstützung zu mobilisieren. Eine Webseite wird eingerichtet und Veranstaltungen sind geplant. In vier Arbeitsgruppen wurden Ideen gesammelt und Pläne geschmiedet. Das Thema soll in die anderen ver.di Fachbereiche, DGB-Gewerkschaften und Parteien getragen werden. Der Bundestagswahlkampf soll genutzt werden, um den Druck auf die politisch Verantwortlichen zu erhöhen. Eine Verknüpfung mit den Arbeitskämpfen im Einzelhandel und der Berliner LehrerInnen wurde ebenso angeregt, wie der Aufbau von Verbindungen zu Patientenvertretungen.

Die Versammlung war ein gelungener Auftakt für die Organisierung breiter gesellschaftlicher Unterstützung für die Tarifforderungen von ver.di an der Charité.

Kontakt zum Bündnis: charite.buendnis@gmail.com

www.facebook.com/ver.di.charite.buendnis


Quelle: http://www.sozialismus.info/2013/07/mehr-von-uns-ist-besser-fuer-alle/
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« Antworten #338 am: 29. Juli 2013, 01:33:47 »


Betriebszeitungen/ -flugschriften:

einen überblick zu konflikten, aktivitäten und aktionen von beschäftigten im gesundheitssektor versucht die unabhängige betriebsgruppe amperkliniken dachau in der juli-ausgabe der flugschrift "antigen" zu geben:
http://www.betriebsgruppen.de/bgak/download/Antigen_Nr_6_Juli_2013.pdf

"Die rote Kanüle", Zeitung der unabhängigen betriebsgruppe "wir wehren uns" (gesundheit nord bremen): http://www.betriebsgruppen.de/wirwehrenuns/download/RoteKan_le2.pdf

bg "uns reicht`s" (ebendort): http://www.betriebsgruppen.de/bgunsreichts/download/unsreichts33_0513.pdf



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« Antworten #339 am: 21. September 2013, 14:42:46 »

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Streik am Nordhäuser Klinikum: Gespräche

Landrätin Birgit Keller ist heute zu den streikenden Mitarbeitern des Südharz Klinikums gegangen. "Das Streikrecht ist ein wichtiges Grundrecht von Arbeitnehmern", sagte Birgit Keller. Sie sprach sich dafür aus, die Tarifverhandlungen fortzusetzen...



Keller vor dem Klinikum (Foto: J. Piper)

Eindeutig positionierte sich die Landrätin, die den Landkreis als Mehrheitsgesellschafter vertritt, gegen eine Privatisierung des Klinikums. "Lassen Sie uns gemeinsam für ein Südharz Klinikum in kommunaler Trägerschaft eintreten. In ganz Europa läuft ein erbarmungsloser Kampf um Krankenhäuser. Unser kommunales Klinikum ist ein hohes Gut für unsere Region und beispielgebend für Thüringen, Deutschland und Europa", so Landrätin Keller.

"Ich appelliere an Sie, die Mitarbeiter, die Gewerkschaft und die Geschäftsführung, sich nicht auf ein risikobehaftetes Spiel einzulassen, dass das Klinikum in seiner Gesamtheit gefährdet." Lohnsteigerungen müssen aus betriebswirtschaftlicher Perspektive auch finanzierbar sein, so Keller. Das machte die Landrätin bei den Streikenden und in einem anschließenden Treffen mit der Geschäftsführung deutlich. Mit der Geschäftsführung ist sich Landrätin Keller einig, das dargestellt werden muss, welches Entwicklungspotential die Leitung des Klinikums auch in längerfristiger Perspektive sieht.

"Im Unterschied zu privat geführten Krankenhäusern werden im kommunalen Südharz Klinikum alle Dienstleistungen aus einer Hand erbracht", sagt Birgit Keller. "Bei uns stehen nicht Gewinne für Aktionäre im Vordergrund. Unser Klinikum arbeitet eben nicht in Richtung Maximalprofit, sondern für eine Maximalversorgung der Bevölkerung."
http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=134445
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« Antworten #340 am: 07. Oktober 2013, 01:09:10 »

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Aktivisten unterstützen Arbeitskämpfe

Immer häufiger unterstützen linke Aktivisten Arbeitskämpfe mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und zivilem Ungehorsam

»Wenn die Pflegerinnen zur Toilette müssen, lassen sie die Tür offen, damit sie die Patienten im Auge behalten, weil alleine auf der Station sind.« Mit solch drastischen Worten schilderten Ulla  Hedemann und Carsten Becker von der verdi-Betriebsgruppe der Charite kürzlich auf einer Veranstaltung die Arbeitssituation in dem Berliner Klinikum.  Die Beschäftigten sprechen von griechischen Verhältnissen  und haben sich zum Widerstand entschlossen. Seit Monaten organisieren sie Kundgebungen und andere öffentlichkeitswirksame  Aktionen. Sie fordern einen Tarifvertrag, in dem die Mindestbesetzung neu geregelt ist. Das wäre  ein Beitrag für die Gesundheit der Krankenhausmitarbeiter  und der Patienten, betonen  Becker und Hedemann.         Sie hätten sich von ihrer Gewerkschaft mehr Engagement erhofft.  „Uns wird vom verdi-Bundesvorstand immer wieder zu verstehen gegeben, dass wir nicht die einzige Klinik mit Personalproblemen seien, erklärt Becker. „Wir sind aber eine der wenigen Kliniken, in denen sich die Belegschaft gegen die Arbeitsbedingungen wehrt“, kontern  der Gewerkschafter. Für diese Haltung kommt Anerkennung und Unterstützung von Teilen der Interventionistischen Linken. Das Bündnis der außerparlamentarischen Linken hat eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Forderungen der Belegschaft mit Kundgebungen, Infoständen und Flashmobs unterstützt. „Unser Knowhow ist die Erfahrung mit zivilen Ungehorsam“, erklärt Anna,  eine Aktivistin der Unterstützungsgruppe,  die ihren vollständigen Namen nicht in der Zeitung lesen will.         Für sie sei es wichtig,  bei Belegschaftstreffen den Mitarbeitern zuzuhören. In Teilen der außerparlamentarischen Linken hätte es am Anfang  kritische Fragen gegeben, ob man sich damit nicht  der reformistischen verdi-Politik unterordne. Nach  den Kontakten  mit der Belegschaft ist sich Anne sicher, dass es sehr wohl radikal ist, wenn sich eine Pflegerin gegen ihre Arbeitsbedingungen wehrt und dafür sogar zum Streik bereit sei.      Noch allerdings laufen die Tarifverhandlungen und Belegschaft sowie Unterstützer sorgen mit ungewöhnlichen Aktionen für die Öffentlichkeit.
Anne sieht in dem  Widerstand an der Charite ein Beispiel, dass ansteckend wirken kann.     Schließlich sind schlechte Arbeitsbedingungen heute weit verbreitet. Daher wurde auf der Veranstaltung auch eine  Verbindung zur Situation im Einzelhandel gezogen. Auch dort wehren sich die Beschäftigten, wie im Pflegebereich hauptsächlich Frauen, gegen eine Ausweitung des  Niedriglohnsektors in der Branche. Auch die durch die  längeren  Ladenöffnungszeiten erfolgen längeren Arbeitszeiten sind für die Beschäftigten ein Ärgernis. Zur Unterstützung des Verkaufspersonals haben sich in den letzten Wochen Unterstützergruppen gebildet, die mit ungewöhnlichen Aktionen aufgefallen sind. So staunten Kunden nicht schlecht, als sie am 22.September  vor einer H &M-Filiale in Berlin-Mitte  am Eingang von Menschen begrüßt wurden, die mit ihnen über die Folgen des verkaufsoffenen Sonntags für die Beschäftigten reden wollten.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/834393.aktivisten-unterstuetzen-arbeitskaempfe.html
Peter Nowak

http://peter-nowak-journalist.de/2013/09/29/aktivisten-unterstutzen-arbeitskampfe/

Zitat
Demonstration "Pflege braucht Zukunft"

Datum: 17.Oktober.2013

Beginn: 15:00

Ende: 18:00

Ort: Neustädter Bahnhof Dresden

 

 

    mehr Angebote zur Entlastung von Angehörigen

    ein Pflegezeitgesetz mit verbesserten Ansprüchen für Pflegende

    höhere Entgelte für ambulante Pflegeleistungen

    mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

    weniger Bürokratie im Pflegealltag


Das Allgemeine Syndikat Dresden FAU IAA wird mit Freunden einen kleinen libertären Block auf der Demo bilden und eigene Flugblätter mitbringen.

https://www.libertaeres-netzwerk.org/gruppen/allgemeines-syndikat/termine/?tx_cal_controller[view]=event&tx_cal_controller[type]=tx_cal_phpicalendar&tx_cal_controller[uid]=317&tx_cal_controller[lastview]=view-list|page_id-220&tx_cal_controller[year]=2013&tx_cal_controller[month]=10&tx_cal_controller[day]=17&cHash=6c663c9cef465d565adaf12c74cb171c
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« Antworten #341 am: 15. Oktober 2013, 15:19:52 »

Zitat
Proteste gegen Klinikkollaps

Saarbrücken. Am Sonnabend haben rund 4000 Menschen in Saarbrücken für mehr Personal und eine ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser demonstriert. Die Demonstration – zu der die Gewerkschaft ver.di, die Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG) und viele andere Organisationen aufgerufen hatten (siehe jW vom 10. Oktober) – war den Initiatoren zufolge »die größte Gesundheitsdemonstration, die das Saarland je gesehen hat«. Sylvia Bühler vom ver.di-Bundesvorstand sagte, die Krankenhausbeschäftigten seien an der Grenze ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit angekommen. »Die Arbeitsbelastung ist nicht mehr zumutbar. Die Krankenhäuser brauchen mehr Personal, um die Aufgaben in der geforderten Qualität zu leisten.«

Bewußt hatten ver.di und SKG die Demonstration noch vor Beginn der offiziellen Koalitionsverhandlungen in Berlin angesetzt, um die künftigen Regierungsparteien von Beginn an unter Druck zu setzen. Die Aktion sei »ein starkes Signal«, das von dem kleinen Bundesland im Südwesten an Berlin ausgehe, so Bühler. SKG-Chef Alfons Vogtel kritisierte im Landtag die Ankündigung der großen Koalition im Saarland, die Investitionszuschüsse für die Kliniken um weitere 3,7 Millionen Euro zu kürzen. Die Häuser könnten nicht mehr beim Personal sparen. Wenn es so weitergehe, stehe jede zweite Klinik vor dem Aus. (dab)
http://www.jungewelt.de/2013/10-15/008.php
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« Antworten #342 am: 28. Oktober 2013, 23:49:57 »

Zitat
Aktive Mittagspause gegen Leiharbeit
Lübben. Die Beschäftigten der Asklepios-Fachklinik im brandenburgischen Lübben demonstrieren am heutigen Dienstag zum vierten Mal während der Mittagspause gegen Leiharbeit und Scheinwerkverträge. Unter dem Motto »Süße Arbeitsbedingungen, sonst gibt’s saure Arbeitnehmer!« hat die ver.di-Betriebsgruppe alle Beschäftigten zu einer aktiven Mittagspause aufgerufen. Bei den Asklepios­kliniken in Teupitz und in Lübben werden jeweils rund ein Drittel der Angestellten durch die konzerneigenen Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Sie erhalten rund 20 Prozent weniger Entgelt, als der Stammbelegschaft nach dem ver.di-Tarifvertrag zusteht.

http://www.jungewelt.de/2013/10-29/005.php
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« Antworten #343 am: 11. März 2014, 22:15:43 »

Zitat
Deutliche Warnung
Beschäftigte des Berliner Uniklinikums Charité planen Warnstreik mit Stationsschließungen. Ziel sind personelle Mindeststandards per Tarifvertrag
Herbert Wulff
Warnstreiks in Krankenhäusern sind normalerweise eine recht harmlose Angelegenheit. Zumeist beteiligt sich eine überschaubare Zahl von Beschäftigten für wenige Stunden an einer Protest­aktion oder einer Demo. Die Patientenversorgung wird per Notbesetzung aufrechterhalten, was wegen der ohnehin ausgedünnten Personaldecke kaum einen Unterschied macht.

Am Berliner Uniklinikum Charité soll das am 17. März aber ganz anders sein. Für diesen Tag ruft ver.di zu Arbeitsniederlegungen auf, um der Forderung nach personellen Mindeststandards Nachdruck zu verleihen. Bereits jetzt hat die Gewerkschaft angekündigt, daß zehn Stationen und etliche Betten wegen der Aktion nicht belegt werden können.

Die seit Monaten laufende Tarifauseinandersetzung an der Charité ist in verschiedener Hinsicht außergewöhnlich. Das betrifft auch den Gegenstand des Konflikts: Die Gewerkschaft kämpft nicht wie sonst üblich für mehr Lohn und Gehalt, sondern für mehr Personal. Ver.di fordert, per Tarifvertrag festzuschreiben, wieviel Personal in welchem Bereich mindestens vorhanden sein muß. Auf einer »Normalstation« soll eine Pflegekraft künftig für höchstens fünf Patienten zuständig sein. Auf Intensivstationen soll das Verhältnis eins zu zwei, in besonders schweren Fällen eins zu eins betragen. Zudem wollen die Gewerkschafter durchsetzen, daß in den Nachtschichten keine Krankenschwester mehr allein auf ihrer Station Dienst tun muß.

Darüber wird an Europas größtem Uniklinikum nun seit geraumer Zeit verhandelt. Zu Beginn bestritt die Geschäftsleitung, daß es überhaupt Tarifverhandlungen zu personellen Mindeststandards geben darf, da dies ein »Eingriff in die unternehmerische Freiheit« sei. Davon sind die Klinikmanager mittlerweile abgerückt. In den Gesprächen haben sie auch immer wieder den Eindruck erweckt, zu einem Kompromiß bereit zu sein. Doch ein konkretes Angebot blieben die Vertreter des dem Land Berlin gehörenden Krankenhauses bislang schuldig, zuletzt bei Verhandlungen am 26. Februar. Ver.di sprach daraufhin von einem »Affront« und kündigte Aktionen an.

Am Dienstag hat die Gewerkschaft dies konkretisiert: Für kommenden Montag ruft sie die Beschäftigten zur ganztägigen Arbeitsniederlegung auf. Zugleich überreichte ver.di der Charité-Spitze eine Liste von Bereichen, in denen die Streikbereitschaft so groß ist, daß Teile oder die gesamte Station geschlossen werden müssen. »Wir sind durch die Bereiche gegangen und haben die Kolleginnen und Kollegen konkret gefragt, in welchem Umfang sie sich am Warnstreik beteiligen möchten«, berichtete ver.di-Betriebsgruppensprecher Carsten Becker am Dienstag gegenüber junge Welt. »Das Ergebnis ist überwältigend.«

In der Tat wäre ein Ausstand im angekündigten Umfang sicher der größte Warnstreik, den es in einem deutschen Krankenhaus jemals gab. Neben zehn Komplettschließungen soll es demnach in etlichen Stationen zur sogenannten Stillegung von Betten kommen. Laut Becker haben noch mehr Bereiche ihre Beteiligung zugesagt als zu Beginn des Erzwingungsstreiks 2011. In dem damals einwöchigen Arbeitskampf hatte ver.di an der Charité bis zu 90 Prozent der Operationen und fast der Hälfte der 3200 Betten verhindert. Der wirtschaftliche Schaden war beträchtlich und veranlaßte die Klinikleitung, den ver.di-Forderungen nach deutlichen Gehaltsverbesserungen nachzugeben.

Damals wie heute muß die Geschäftsleitung im Streikfall dafür Sorge tragen, daß die genannten Stationen geräumt, die Patienten verlegt und die Betten nicht neu vergeben werden. Das schreibt eine zwischen ver.di und Charité geschlossene Notdienstvereinbarung fest. Demnach muß aber die Gewerkschaft die Stillegung von Betten mindestens drei, die Schließung von Stationen wenigstens sechs Tage vorher ankündigen. Der Klinikleitung bleibt noch eine Möglichkeit, den Arbeitskampf zumindest hinauszuschieben: Sie könnte die Schlichtung anrufen. Dadurch wäre es ver.di vorübergehend untersagt, zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen.

»Unser Ziel ist die dringend nötige Entlastung der Beschäftigten durch die Einstellung zusätzlicher Kräfte«, erklärte Becker. »Die Kolleginnen und Kollegen haben schon jetzt deutlich gemacht, daß sie bereit sind, dafür zu kämpfen. Ich kann der Charité nur raten, dem endlich nachzugeben.« Eine Verbesserung der Personalsituation sei schließlich nicht nur im Interesse der Beschäftigten, sondern auch einer qualitativ hochwertigen Krankenversorgung, so der Gewerkschafter.

Tatsächlich ist der Zusammenhang zwischen fehlenden Pflegekräften und schlechter Patientenversorgung vielfach nachgewiesen. So kommt beispielsweise eine aktuelle Untersuchung der University of Pennsylvania zu dem Schluß, daß übermäßige Arbeitsbelastung die Todesraten im Krankenhaus deutlich nach oben treibt. Der im Fachmagazin The Lancet veröffentlichten Studie zufolge erhöht jeder Patient, den eine Krankenschwester zusätzlich versorgt, das Todesfallrisiko um sieben Prozent.

Nicht nur an der Charité, auch anderswo ist die Personalsituation in den Kliniken desaströs. Nach ver.di-Berechnungen fehlen in den Krankenhäusern bundesweit 162000 Beschäftigte, allein 70000 davon in der Pflege. Die Gewerkschaft fordert deshalb ein Gesetz, das den Häusern personelle Mindeststandards verbindlich vorschreibt. Der Konflikt an der Charité könnte diesem Anliegen noch einmal große Aufmerksamkeit bescheren.

http://www.jungewelt.de/2014/03-12/026.php?print=1

seite des solidaritätsbündnisses: http://www.mehr-krankenhauspersonal.de

Edit: den im zitierten artikel angekündigten (warn)streik hat es nicht gegeben, da die "arbeitgeber"seite ein sogenanntes schlichtungsverfahren angerufen hat, dieses soll wohl spätestens ende mai enden.
« Letzte Änderung: 15. Mai 2014, 02:14:45 von xyu » Gespeichert
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« Antworten #344 am: 12. April 2014, 18:06:42 »

Zitat
Streik an Unikliniken
Verdi ruft für Mittwoch erneut zum Ausstand auf

Erneut ruft Verdi die Mitarbeiter der Unikliniken in Baden-Württemberg zum Streik auf. Am Mittwoch müssen sich Patienten in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm daher auf den Ausstand einstellen.


Stuttgart - Die Patienten der Unikliniken in Baden-Württemberg müssen sich an diesem Mittwoch auf Warnstreiks einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen auf, um die Arbeitgeber zu einem Angebot in den zweiten Tarifgesprächen am Dienstag kommender Woche zu bewegen. Örtlich seien Kundgebungen geplant, teilte Verdi weiter mit. Es müsse mit Einschränkungen im Klinikbetrieb gerechnet werden. Betroffen könnten mehrere tausend Kranke sein; denn die Klinken an den Standorten Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm haben laut Baden-Württembergischer Krankenhausgesellschaft insgesamt rund 6300 Betten.

Sockelbeitrag von 120 Euro und zusätzlich drei Prozent gefordert

Die Gewerkschaft fordert für die rund 25.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten - von der Krankenschwester bis zum Laboranten - einen Sockelbetrag von 120 Euro und zusätzlich drei Prozent. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Für alle Beschäftigen einschließlich der Auszubildenden soll es 30 Tage Jahresurlaub geben. Außerdem sollen alle Auszubildenden übernommen werden.

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Günter Busch, warnte die Arbeitgeber vor ausgedehnteren Warnstreiks, sollten sie kein verhandlungsfähiges Angebot mitbringen. In der ersten Verhandlungsrunde am 1. April hatten die Arbeitgeber keine Offerte vorgelegt. Die Ärzte fallen als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.streik-an-unikliniken-verdi-ruft-fuer-mittwoch-erneut-zum-ausstand-auf.0ab68f38-89b8-4d47-b5e5-d0bd84ec8f6d.html
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« Antworten #345 am: 15. Mai 2014, 02:19:47 »

der termin ist zwar schon vorüber, aber wie es scheint überlegen leute in kiel, dem berliner beispiel zu folgen:
Zitat
Pflegenotstand am UK S-H beenden!

Für viele Beschäftigte in der Pflege und den Funktionsdiensten ist das Alltag: zu wenig Personal,
Arbeit, die kaum zu schaffen ist, keine Freizeit, vollflexible Dienstpläne, Überlastung und absoluter Stress. In Schleswig-Holstein fehlen tausende Arbeitsplätze für Pflegekräfte. Auch am UK S-H ist die Situation dramatisch. Die unerträgliche Situation in der Pflege ist allen bekannt: dem Vorstand, dem Eigentümer und der Landespolitik. Alle schauen weg. Seit Jahren fordert die Gewerkschaft ver.di eine gesetzliche Personalbemessung und führt darüber hinaus Gespräche mit dem Land Schleswig-Holstein.

Jetzt ist die Zeit zum Handeln. So kann es nicht weiter gehen!
Deshalb wollen wir einen Tarifvertrag zur Personalbemessung Pflege am UK S-H verhandeln und durchsetzen. Unser Ziel: tariflich geregelte und festgesetzte Standards bei der Personalbemessung.
Beispielsweise an der Berliner Charité laufen derzeit solche Verhandlungen.
Hier gibt es Beispiele, wie es gehen kann.

ver.di will den Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen auffordern.
Dafür brauchen wir eure Unterstützung!
Deshalb laden wir zum Informationstreffen am 7. Mai 2014, 16 Uhr,
DGB-Haus Kiel, Legienstraße 22, Garbesaal

Wir wollen über den Verlauf der Verhandlungen an der Charité Berlin oder im Paracelsus-Konzern sowie den Stand der politischen Gespräche mit der Bundesregierung berichten. Wir wollen uns über mögliche UK S-H-spezifische Forderungen austauschen.
Und: Wir wollen eine ver.di-Tarifkommission Pflege bilden.

http://nord.verdi.de/branchen-und-berufe/gesundheit-soziale-dienste-wohlfahrt-und-kirchen/++co++9dd1b918-d9e1-11e3-ab77-525400248a66
« Letzte Änderung: 06. August 2014, 02:58:36 von xyu » Gespeichert
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« Antworten #346 am: 15. Mai 2014, 02:39:46 »

aus "Das Rote Tuch" Nr. 63, April 2014:
Zitat
Uni-Klinikum Essen: Zwangsversetzung? Nein danke!

Seit Januar wehren sich 6 Krankenschwestern der HNO-Station O3 am Essener Uniklinikum gegen ihre Zwangsversetzung. Die Leitung des Klinikums will sie in verschiedene andere Stationen versetzen, und dafür neue Pfleger auf die O3 holen. Und zwar deshalb, weil das alte Team sich nicht alles gefallen lässt. Weil sie sich zum Beispiel weigern, ständig an ihren freien Tagen angerufen und gedrängt zu werden, doch arbeiten zu kommen, wenn – wieder einmal – nicht genug Personal da ist. Weil sie sich weigern, den massiven Personalmangel auf ihren Knochen auszubaden.
Die Kolleginnen wollen sich die Zwangsversetzung nicht gefallen lassen. In diesem großen Klinikum mit den vielen Gebäuden, in denen man oft schon die Kollegen im Nachbargebäude nicht mehr kennt, gehen sie nach ihrer Arbeit zu anderen Stationen, um ihre Lage bekannt zu machen und Unterschriften gegen ihre Versetzung zu sammeln. Die Unterstützung ist groß, und viele Kollegen sagen auch: Wogegen ihr euch wehrt, davon sind wir alle betroffen. Diese Botschaft werden die Beschäftigten zusammen mit den Unterschriften der Leitung überbringen.
Und wenn man bedenkt, dass die Leitung all das gemacht hat, um den Zusammenhalt auf der O3 zu brechen und zu verhindern, dass er auf anderen Stationen Schule macht, dann haben die Kolleginnen eigentlich schon heute gewonnen.

Quelle: http://www.bund-revolutionaerer-arbeiter.org/spip.php?article438
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« Antworten #347 am: 06. Juni 2014, 22:43:49 »

Zitat
Berliner Charité: Tarifvertrag für mehr Personal gilt als Testlauf für gute Arbeit und Pflege

Carsten Becker ist Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe und Mitglied der gewerkschaftlichen Verhandlungskommission am Berliner Uniklinikum Charité. Mit ihm sprach Daniel Behruzi über den Stand des Tarifkonflikts.
Wochenlang hat man in der Öffentlichkeit kaum etwas vom Tarifkonflikt um mehr Personal am Berliner Uniklinikum Charité mitbekommen. Nun gibt es eine Einigung. Wie ist das gekommen?

Der Grund für die relative Stille war das Schlichtungsabkommen, auf das die Arbeitgeber zu Beginn der Verhandlungen bestanden hatten. Während der Schlichtungsphase durfte es demnach keine Kommunikation nach außen geben. Wir hatten in diesen Gesprächen harte Auseinandersetzungen, da die Diskrepanz zwischen den Forderungen von ver.di und den Angeboten des Arbeitgebers sehr groß war. Der Kompromiss sieht vor, in einer nur bis Ende 2014 laufenden Vereinbarung Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu testen. Die Charité-Leitung sagt verbindlich zu, in dieser Zeit 80 zusätzliche Pflegekräfte einzustellen.
80 neue Stellen bei rund 3.500 Vollkräften im Pflege- und Funktionsdienst der Charité – reicht das aus, um der Überlastung der Beschäftigten ein Ende zu setzen?

Ganz gewiss nicht. Das gibt selbst der Arbeitgeber zu. Die 80 zusätzlichen Vollkräfte können keinesfalls das Ende der Fahnenstange sein, sondern nur der erste Schritt zu einer wirklichen Verbesserung der Situa­tion. Die nun erzielte Vereinbarung ist dennoch ein wichtiger Erfolg: Damit wird weiterem Personalabbau ein Riegel vorgeschoben, die 80 Stellen müssen tatsächlich oben drauf kommen. Wir haben bis Jahresende die Möglichkeit zu erproben, was nötig ist, um die Überlastung im Interesse von Beschäftigten und Patienten zu beenden.

Das ist auch aus einem ganz praktischen Grund sinnvoll: Es gibt bislang in keinem Krankenhaus einen Tarifvertrag über Personalstandards. Nun können wir ausprobieren, wie das funktioniert. Und zum Jahreswechsel haben wir alle Karten in der Hand, auf Grundlage dieser Erfahrungen weitere Verbesserungen durchzusetzen. Dies ist also nicht das Ende der Auseinandersetzung um genügend Personal, sondern ein wichtiger Zwischenschritt.
Was passiert, wenn zum Jahresende klar ist: Die 80 Stellen haben nicht gereicht, um die Arbeitsbedingungen grundlegend zu verbessern?

Dann liegt die Pistole auf dem Tisch. Die Friedenspflicht läuft am 31. Dezember aus. Die von den Schlichtern gesetzte Messlatte ist: Es muss “eine wirksame Entlastung des Personals” geben. Daran werden wir die Realität messen.
Eine paritätisch besetzte Gesundheitskommission soll über die Verteilung der zusätzlichen Stellen entscheiden. Was hat es damit auf sich?

Das ist ein Novum: Gewerkschaft und Belegschaft können mit darüber entscheiden, wo diese Pflegekräfte eingesetzt werden. Mit Ultimaten und sogenannten Notruf-Aktionen haben in den vergangenen Monaten etliche Stationen und Bereiche dem Arbeitgeber angezeigt, dass sie dringend Entlastung brauchen. Nun bekommen wir Einfluss darauf, dass dort auch wirklich gehandelt wird. Alle Kolleginnen und Kollegen sind jetzt aufgefordert, ihre Bedarfe anzumelden. Sie müssen sagen, wieviel Personal im Früh-, Spät- und Nachtdienst benötigt wird, um gute Arbeit und gute Pflege zu gewährleisten. Das wird der Maßstab für die Verhandlungen über das weitere Vorgehen im kommenden Jahr.

Als ver.di an der Charité die Tarifforderung nach personellen Mindeststandards 2012 aufstellte, hielt die Klinikleitung das noch für einen Verstoß gegen die “unternehmerische Freiheit” und das Grundgesetz.

Das hat sich nun wohl erledigt. Wir haben bewiesen, dass tarifliche Regelungen für bessere Arbeitsbedingungen möglich und durchsetzbar sind. Jetzt müssen wir ausprobieren, welche Maßnahmen notwendig sind für einen Tarifvertrag, der allen Beschäftigten Entlastung bringt. Zugleich können wir gemeinsam mit anderen Häusern den Druck für eine gesetzliche Personalbemessung erhöhen.

Wir konnten mit dem Tarifkonflikt an der Charité dazu beitragen, das Thema Personalmangel in Krankenhäusern in den Medien und in der Politik zu platzieren. Konkret machen wir Druck dafür, dass das Land Berlin zum Vorreiter wird und gesetzliche Mindeststandards beim Personal festschreibt. Letztlich brauchen wir ein solches Gesetz auf Bundesebene. Betriebliche Auseinandersetzungen wie an der Charité können helfen, dafür Druck zu entwickeln.

Quelle: http://www.sozialismus.info/2014/06/erster-schritt-zu-wirklicher-verbesserung/
siehe auch: http://www.jungewelt.de/2014/06-05/006.php?print=1
und http://www.labournet.de/category/branchen/dienstleistungen/gesund/gesund-arbeitskampf-divers/charite/
« Letzte Änderung: 07. Juni 2014, 02:08:03 von xyu » Gespeichert
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« Antworten #348 am: 25. Juni 2014, 12:19:26 »

zwei veranstaltungen in kassel

Zitat
Pflege am Boden?
Politische und gewerkschaftliche Strategien gegen den Pflegenotstand in Krankenhäusern

Ratschlag der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
 Freitag | 27. Juni 2014 | 11 bis 17 Uhr
Philipp-Scheidemann-Haus | Holländische Str. 72–74 | 34127 Kassel



aus dem programm

Zitat
     13:45 – 15:30 Workshops 


Workshop I: Vom Ultimatum bis zum Streik: Arbeitskonflikte gegen den Pflegenotstand organisieren und gewinnen
Aktion Notruf und Tarifvertrag für Mindestpersonalbemessung – Carsten Becker und Ulla Hedemann (ver.di-Betriebsgruppenvorstand Charité Berlin)
Personalmangel mit Stations- und Bettenschließungen beantworten – Brigitte Schuhmacher (Personalrätin und ver.di-Vertrauensfrau im Klinikum Stuttgart)
Die Kampfform Ultimatum bei Arbeitsüberlastung und Personalnot – Michael Quetting (Gewerkschaftssekretär ver.di Region Saar Trier)
Moderation: Jutta Krellmann (MdB DIE LINKE)

gesamtes programm unter http://linksfraktion.de/krankenhausratschlag

Zitat
Sa, 28.06.2014 10:00
ver.di Nordhessen | Kölnische Straße 81| 34117 Kassel
Vernetzungstreffen der Krankenhäuser

Die ver.di Betriebsgruppe der Charité lädt alle Interessierten zu einem Erfahrungsaustausch über den tariflichen Kampf für mehr Personal im Krankenhaus ein.

http://mehr-krankenhauspersonal.de/1378
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« Antworten #349 am: 13. August 2014, 15:54:11 »

Zitat
Eifelhöhen-Klinik Marmagen
Warnstreik für höheren Lohn



Zwei Stunden lang demonstrierten rund 100 Mitarbeiter der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen für eine bessere Vergütung. Unterstützt wurden sie dabei von der Gewerkschaft Verdi.

Mitarbeiter der Eifelhöhen-Klinik haben am Dienstag für höhere Löhne demonstriert. Die rund 100 Beschäftigten forderten Zuwachs um 3,5 Prozent. Der Klinikbetrieb kam nicht zum Erliegen, aber etliche Therapien fielen aus.  Von Günter Hochgürtel

Nettersheim-Marmagen. Die Mitarbeiter der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen zeigten sich am Dienstag kampfbereit. Unter Führung der Gewerkschaft Verdi hatte der Betriebsrat zu einem Warnstreik aufgerufen. Mehr als 100 Beschäftigte bauten sich von 11 bis 13 Uhr vor der Klinik mit Spruchbändern auf, um ihrer Forderung nach mehr Lohn Nachdruck zu verleihen.

Bis zum vergangenen Jahr gab es noch einen gültigen Tarifvertrag, der zwischen der Geschäftsleitung der Eifelhöhen-Klinik und der Belegschaft vereinbart worden war. In den übrigen vier Kliniken, die noch zum Aktien-Konzern gehören, gab es gar keinen Tarifvertrag. Da vor Kurzem die Geschäftsführung in Marmagen wechselte, war der Betriebsrat mit seinen höheren Gehaltsforderungen bislang nicht durchgedrungen. „Man hat den Beschäftigten bisher nur eine Einmalzahlung von 500 Euro angeboten. Das ist ein Witz“, sagte Arbeitnehmervertreterin Birgit Wöstemeyer. Sie und ihre Kollegen fordern eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent, mindestens jedoch die Übernahme des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst. Der sieht im ersten Jahr drei Prozent und im zweiten Jahr weitere 2,4 Prozent mehr Gehalt vor. „Wir sind beim Warnstreik auch von etlichen unserer Patienten unterstützt worden“, erklärte Wöstemeyer auf Anfrage.

Der Klinikbetrieb kam durch die Streikaktion nicht zum Erliegen, aber etliche Therapien fielen schon aus. „Unsere Lohnentwicklung liegt in den letzten 15 Jahren sehr weit hinter der allgemeinen Entwicklung im Gesundheitswesen“, heißt es in einem Verdi-Flugblatt. Seit 1999 sei die Vergütung einer Krankenschwester oder eines Therapeuten nur um 3,5 Prozent gestiegen. Der allgemeine Kaufkraftverlust bis 2013 habe dagegen 23,9 Prozent betragen.
http://www.ksta.de/nettersheim/eifelhoehen-klinik-marmagen-warnstreik-fuer-hoeheren-lohn,15189156,27918766.html


Zitat
Eifelhöhen-Klinik
Erneuter Streik für höhere Löhne

Mitarbeiter der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen sind am Dienstag erneut für eine Tariferhöhung auf die Straße gegangen. Das Angebot der Geschäftsführung über eine Einmalzahlung wurde entschieden abgelehnt.
Von Stephan Everling



Nettersheim-Marmagen.  Mit Trillerpfeifen und Lautsprechern zog die Gewerkschaft Verdi in einem Kundgebungszug von der Eifelhöhen-Klinik auf den Eiffelplatz, um dort beim Wochenmarkt für ihre Lohnforderungen zu demonstrieren. Dabei blieb sie nicht wirkungslos, auch wenn die spontane Reaktion nicht die erwünschte gewesen sein dürfte. Denn eine Rinderherde war derart erschrocken über die lärmende Demonstration, dass sie durchging und ein Tier sogar ausbrach. Doch die rinderaffinen Eifeler Streikenden fingen den Flüchtling schnell wieder ein und reparierten flugs den Zaun.


Mit Transparenten zogen die Mitarbeiter der Eifelhöhen-Klinik am Dienstagmorgen durch Marmagen.
Foto: Everling

Der Warnstreik war anberaumt worden, da Verhandlungen von Verdi mit dem Arbeitgeber nicht zu einer Einigung geführt hatten. „Uns ist eine Einmalzahlung von 500 Euro angeboten worden“, berichtete Birgit Wöstemeyer, Betriebsratsvorsitzende. Das würde die Beschäftigten von der allgemeinen Lohnentwicklung abkoppeln, fuhr sie fort. Insgesamt sei in den vergangenen 15 Jahren der Tariflohn an der Eifelhöhen-Klinik nur um im Schnitt 2,5 Prozent gestiegen, rechnete Gewerkschaftssekretär Arno Appelhoff vor. 2012 habe es eine Lohnerhöhung gegeben, „davor aber zwölf Jahre nichts“, beklagte Wöstemeyer. Um nicht nur Lärm zu machen, hatten die Physiotherapeuten kostenlose Gesundheitsangebote für die Marmagener Bevölkerung im Gepäck. Auch die Musik der „Quetschemänn“, die an jedem Dienstag den Wochenmarkt mit Akkordeonmusik beschallen, wurde von den Gewerkschaftern freudig begrüßt.

„Bei einer Betriebsversammlung ist das Angebot der Geschäftsleitung einer Einmalzahlung einhellig abgelehnt worden“, erzählte Wöstemeyer. Diese 500 Euro würden wirkungslos verpuffen, meinte sie. Richtige Verhandlungen habe es bisher nicht gegeben, berichtete Appelhoff. Er forderte eine Tariferhöhung entsprechend dem Öffentlichen Dienst, also drei Prozent im ersten Jahr und 2,4 Prozent im zweiten.

Demnächst sollen ganztägige Streiks erfolgen. Doch Geschäftsführer Rüdiger Pfeifer sieht dafür keinen Spielraum: „Die Klinik schafft das wirtschaftlich nicht.“ Seit März hat er die Nachfolge von Dr. Michael Nolte angetreten und sieht jede Menge Baustellen. Auch wenn zur Zeit die Belegung gut sei, könne sich das auch ganz schnell wieder ändern, befürchtet er. „Ich habe auch eine Verantwortung für die Arbeitsplätze und möchte nicht im November die ersten Entlassungslisten ausfüllen müssen“, sagt er. Er habe der Gewerkschaft bereits vergeblich vorgeschlagen, einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer zu beauftragen, die Zahlen zu überprüfen. Für das Frühjahr könnte er sich Tarifverhandlungen vorstellen, doch das werde von der Gewerkschaft nicht gewünscht. „Mit diesem Kurs gefährdet Verdi Arbeitsplätze in der Eifel“, sagt er. Außerdem wolle er den Manteltarifvertrag neu verhandeln. „Da stehen Regelungen drin, die sind längst nicht mehr EU-konform“, beklagt er.
http://www.ksta.de/nettersheim/eifelhoehen-klinik-erneuter-streik-fuer-hoehere-loehne,15189156,28104998.html
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