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Autor Thema: Unruhige Krankenhäuser?  (Gelesen 191094 mal)
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Kuddel


Beiträge: 9874


« Antworten #375 am: 19. September 2017, 17:56:53 »

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Ver.di ruft zu Warnstreiks an Kliniken auf

Berlin: Die Gewerkschaft Verdi hat Klinikbeschäftigte in mehreren Bundesländern für heute zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind unter anderen auch Krankenhäuser in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Mit den Arbeitsniederlegungen soll nach Angaben von Verdi gegen eine schlechte Personalausstattung in den Krankenhäusern protestiert werden. Die Beschäftigten seien dadurch permanent überlastet, erklärte Bundesvorstandsmitglied Bühler. Die Gewerkschaft fordert deshalb, im Tarifvertrag eine Untergrenze für die Personalstärke an Kliniken festzulegen.
NDR Info 19.09.2017 13:00 Uhr
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Kuddel


Beiträge: 9874


« Antworten #376 am: 27. September 2017, 11:58:25 »

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Düsseldorf
Jede dritte OP an der Uniklinik wegen Streik verschoben




An der Uniklinik in Düsseldorf wird gestreikt. Rund 400 Mitarbeiter haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Vor allem die Patienten leiden unter den Engpässen, sagt ein Kliniksprecher. Verdi verteidigt die Aktion.


Seit 6 Uhr am Dienstagmorgen läuft der Streik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Rund 400 bis 450 Mitarbeiter sind dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt, schätzt Wolfgang Cremer, NRW-Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales.

Laut Kliniksprecher Stefan Dreising leiden die Patienten unter dem Streik. "Das Augenfälligste ist wohl die eingeschränkte Speiseversorgung", sagt Dreising. Weil in der Küche 35 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt haben, kann keine Auswahl an Speisen angeboten werden, es gibt lediglich einen Eintopf zum Mittagessen – einmal mit und einmal ohne Fleisch.

Um wenigstens die Notversorgung aufrecht zu erhalten, seien am Montag noch Mitarbeiter aus dem Einkaufsbereich geschult worden, die am Dienstag in der Küche aushelfen. Die Cafeteria für die Beschäftigten bleibt komplett geschlossen. Auch im medizinischen Bereich wird gestreikt, einige Operationen müssen verschoben werden. Laut Dreising können etwa ein Drittel Operationen weniger durchgeführt werden als an einem normalen Tag, die dringlichen Operationen würden aber stattfinden. Außerdem bleibt auch die Kita der Klinik geschlossen, beim Patiententransport kommt es aufgrund des Ausstands zu langen Wartezeiten.

Weitere Streiks nicht ausgeschlossen

Der Streik läuft noch bis Mittwochmorgen, 6 Uhr. Danach wird sich der Betrieb am UKD wieder relativ schnell normalisieren, hofft Kliniksprecher Dreising. In der Küche kann es allerdings noch ein wenig länger dauern, bis alles wieder den gewohnten Gang geht. Denn Vorbereitungen, die normalerweise am Dienstag für den Mittwoch getroffen werden, bleiben aufgrund des Streiks liegen.

Weitere Streiks an der Uniklinik sind laut Verdi nicht ausgeschlossen. Im Tarifkonflikt um die beiden Tochtergesellschaften GKD (u.a. Reinigung und IT) und UKM (Handwerker, Fahrdienste, Pförtner) sei dieser Warnstreik bereits der siebte. "Hier kommt es jetzt ganz stark darauf an, wie der Arbeitgeber reagiert", sagt Verdi-Vertreter Cremer. Eine weitere Eskalation des Konflikts sei nicht ausgeschlossen. Die Mitarbeiter des Krankenhauses wollen mit einem 24-stündigen Ausstand auf ihre schwierigen Arbeitsbedingungen hinweisen.

Im Konflikt um einen Entlastungsvertrag für das medizinische Personal ist der Streik am Dienstag das erste Signal seitens der Gewerkschaft. Hier will Verdi erst einmal abwarten, ob sich in den kommenden Wochen Gespräche zwischen den Parteien ergeben.

Die Fronten scheinen zumindest auf den ersten Blick verhärtet. Kliniksprecher Stefan Dreising sagt: "Das ist ein Streik, ausgetragen auf dem Rücken der Patienten." Verdi-Fachbereichsleiter Wolfgang Cremer hält dagegen, die Beschäftigen würden lediglich ihr Grundrecht auf Streik wahrnehmen.
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/streik-an-uniklinik-duesseldorf-jede-dritte-op-verschoben-aid-1.7091306


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Augsburg
400 Mitarbeiter aus dem Klinikum streiken für mehr Personal

Die Beschäftigten im Pflegebereich fordern Mindeststandards für die Besetzung von Stationen und bessere Ausbildungsbedingungen.




Rund 400 Beschäftigte des Augsburger Klinikums sind heute in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Klinikmitarbeiter zum ganztägigen Arbeitskampf aufgerufen, weil der Vorstand des Klinikums sich nach ihren Angaben geweigert hatte, Tarifverhandlungen für Entlastung des Klinikpersonals aufzunehmen. Die Gewerkschaft fordert eine Mindestpersonalausstattung, einen Belastungsausgleich und die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen.

Durch den Streik waren nach Angaben von Verdi 13 von 32 Operationssäle geschlossen und etwa 200 von 1751 Krankenhausbetten betroffen. Eine Gefährdung der Patienten wurde durch eine Notdienstvereinbarung ausgeschlossen, die zwischen Verdi und dem Arbeitgeber abgeschlossen wurde.

„Mehr Personal auch nach der Wahl“


Die Demonstration führte die Mitarbeiter vom Plärrer zum Rathausplatz. „Mehr Personal auch nach der Wahl“ oder „Jeder Tag ist ein Kampf und wir kämpfen ihn für bessere Bedingungen in der Pflege“ stand unter anderem auf den Transparenten. Stefan Jagel von Verdi Augsburg stellte fest, dass die Situation in den Krankenhäusern nahe am Kollabieren sei. „Überall kracht es im System. Unsere Geduld ist am Ende“, sagte er. Schwester Renate, 61, schilderte, dass sie teilweise zu zweit die Pflege auf einer Station mit 44 Patienten bewerkstelligen müssten. Die Personaldecke sei so dünn, dass niemand mehr einspringen würde, wenn mal ein Kollege krank ist. So ergeht es auch einer Krankenschwester aus der Kardiologie. Den Nachtdienst müsse sie teilweise alleine stemmen, so die 30-Jährige. „Mein ganzes Leben kann ich unter den Umständen nicht ganztags arbeiten“, sagte sie auf dem Rathausplatz. Es sei einfach zu anstrengend. Kollegen würden zehn Tage durcharbeiten, um nach einer zweitägigen Pause wieder zehn Tage am Stück zu arbeiten. „Die Folge ist, dass keine Zeit mehr für Pflege bleibt“, betonte Jagel. Nach den Koalitionsverhandlungen bräuchte es eine Gesamtlösung für die Pflegekräfte im Krankenhaus und vor allem auch eine Mindestbesetzungsregel.
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/400-Mitarbeiter-aus-dem-Klinikum-streiken-fuer-mehr-Personal-id42773121.html

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Charité
Streik der Pfleger geht am Montag weiter



Wieder müssen sich Patienten auf die Absage ihres OP-Termins und andere Einschränkungen einstellen: Der Streik der Pflegekräfte an der Berliner Charité geht nächste Woche weiter. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten von Montag (2. Oktober) an zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. „Wir erwarten, dass die Charité endlich mit einem verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehrt“, erklärte Carsten Becker von der Verdi-Tarifkommission am Dienstag.

Europas größte Universitätsklinik war bereits in der vergangenen Woche durchgehend bestreikt worden. Die Leitung musste deshalb einen Teil der planbaren Operationen absagen, auch einige Stationen waren geschlossen. Verdi hatte den Ausstand zuletzt nur ausgesetzt.

In dem Streit geht es nicht um die Vergütung der Pflegekräfte, sondern um die Einhaltung von Mindestbesetzungen. Dies will die Gewerkschaft auch einklagen können. Der Arbeitgeber lehnt das ab - er verweist auf den Fachkräftemangel und Bemühungen, mit denen das benötigte Personal nach und nach gewonnen werden soll.
http://www.berliner-kurier.de/28491278 
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Fritz Linow


Beiträge: 736


« Antworten #377 am: 08. Oktober 2017, 13:46:33 »

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8.10.17
 Gesundheitssystem in Polen

Hungern für bessere Arbeitsbedingungen

Fachärzte verdienen in Polen etwa 700 Euro im Monat. Weil viele davon nicht leben können, arbeiten sie in mehreren Krankenhäusern - bis zur völligen Überarbeitung. Seit einer Woche protestieren 20 junge Ärztinnen mit einem Hungerstreik gegen diese Bedingungen. (...)

http://www.tagesschau.de/ausland/hungerstreik-aerzte-polen-101.html
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