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Autor Thema: Fragen zur AA Kiel / Umschulung / allgemeine Tips  (Gelesen 1346 mal)
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Jaybird


Beiträge: 147


« am: 28. April 2004, 12:20:19 »

Hallo.

Neu hier, und gleich einen ganzen Haufen Fragen...  Cool  Wäre cool wenn der eine oder die andere was weiß, und vielen Dank schon mal an alle die sich den Nerv machen diesen Roman zu lesen, denn der Beitrag wird bestimmt lang.  :roll:

Also, wo fangen wir an...

Ich bin nach knapp 18 Monaten Bürojob arbeitslos gemeldet bei einer Außenstelle des AAmt Kiel.

Problem: bald Ende 20, schlechte Jahre gehabt, ungelernt, keine Qualifikationen... ganz schwierig zu vermitteln.

Eigentlich hatte ich etwas angeleiert, nämlich eine Ausbildung in meinem Traumberuf - ja, den habe ich mittlerweile (und ich meine es richtig ernst). Praktikum super geklappt, sie wollten mich auch einstellen, aber das scheiterte an meinen Schulden.

Jetzt steh ich da. Der Punkt ist nun: ich habe einen Lebenslauf der mich aus jeder rein schriftlichen Vorauswahl umgehend rauskickt. Außerdem fängt das Ausbildungsjahr bald an, die meisten Plätze sind vergeben. Mein Alter noch dazugenommen, wird es also verdammt schwer, einen regulären Ausbildungsplatz zu finden.

Da es ja aber logischerweise niemandem dient wenn ich weiter ungelernt bleibe, tauchte das Wort Umschulung mehrfach auf - ich selbst dachte erst, dafür unter keinen Umständen in Betracht zu kommen, aber ein paar Leute mit denen ich jetzt zu tun hatte (auch vom Amt selbst) meinte, es gäbe ab und an die Möglichkeit. (Anmerkung: es geht um eine kostenpflichtige Umschulung; NICHT um eine betriebliche).

Ich sprach das Thema also beim Arbeitsberater an - allerdings war schon nach zwei Sekunden klar wie der Hase bei dem läuft. Erstens quetschte er mich aus, was meine Motivation für den Beruf angeht (obwohl aus meinen Unterlagen ersichtlich ist daß ich letztes Jahr für dieses Praktikum meinen gesamten Jahresurlaub geopfert habe...), verkniff sich nicht mal die Bemerkung, Frauen würden aus solchen Berufen eh meist wieder abwandern, und schien mir ganz generell sehr bemüht, alles kostenträchtige sofort abzuwiegeln.

Nicht daß ich mir da vorher Illusionen gemacht hätte...

Jedenfalls habe ich mich dann auf dem Nachhauseweg gefragt, ob das alles so stimmt wie er es darstellt, oder ob es erstmal darum geht, bei mir den Eindruck zu erwecken daß nie im Leben irgendwas in der Richtung geht, damit ich gar nicht erst was versuche? Beispielsweise steht in den Richtlinien des Europäischen Sozialfonds, daß dessen Mittel für EU-Bürger gedacht sind, denen soziale Ausgrenzung droht, und die für nationale Mittel nicht berechtigt sind. Fragen diesbezüglich wiegelte er ab, und das recht vage.

Einzige sachliche Begründung war: diese EU-Mittel verwaltet jedes Amt selbst, und Kiel habe dieses Geld zu 100% in die Ich-AG´s gesteckt. Nachfragen meinerseits schienen ihm gar nicht in den Kram zu passen.

Andere Argumente von ihm waren sachlich nachweisbar falsch, bspw was die Vermittlungsquote freier Umschulungsträger angeht.

Lange Rede kurzer Sinn, er redete so als wenn es nirgendwo auch nur einen Cent gibt den ich beantragen könnte.

Wo kann ich in Erfahrung bringen ob das so stimmt?

Wie sind Eure Erfahrungen? Bisher dachte ich daß der Berater eigentlich der wohlwollendere Ansprechpartner sei, und der Vermittler Druck macht? Jetzt muß ich sagen daß ausgerechnet der Berater von allen die mir bis jetzt bei der Agentur begegnet sind, der unangenehmste war... Stimmt mein Eindruck, daß ich mich besser nicht auf das verlasse was er mir erzählt?

Tatsache ist ja jedenfalls daß es kurzsichtig ist, jemanden mit meinem Hintergrund auf normale Lehrstellen zu verweisen - natürlich bemühe ich mich um diese, aber ich kann ja noch weniger mit Erfolg rechnen als alle anderen Bewerber. Und wieder einen Ungelernten-Job, da sitze ich nächstes Jahr wieder beim Amt.

Ist es da wirklich so abwegig, eine Umschulung bei einem freien Träger anzudenken?

Wenn ich jetzt Fakten schaffen würde, mir also einen Platz besorgen würde: wer entscheidet dann über den Antrag auf Förderung? Der Berater, oder mein Sachbearbeiter/Vermittler....?

Zuguterletzt: gibt es irgendwelche beratenden Sozialdienste von behördlicher Seite, die noch irgendwie wohlgesonnen sind?

Und wo gibt es eine gute unabhängige Arbeitslosenberatung, die sich v.a. mit Fördermitteln und der Verteilungspraxis der Agentur auskennt?

Habt Ihr diesbezüglich Erfahrungen mit Kiel gemacht, die gut zu wissen wären?

Ist wahrscheinlich wirklich ganz schön viel auf einmal... nochmal vielen Dank fürs lesen und für alle evt Antworten.  Cheesy
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