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Autor Thema: Gefängnisse so voll wie seit 1990 nicht mehr  (Gelesen 62146 mal)
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 7168



« Antworten #100 am: 18. Februar 2018, 18:25:41 »

Notwendig ist ein sofortiger Nulltarif im ÖPNV für H4-Bezieher und Grundsicherungsempfänger!

Es wäre das mindeste, mir ploppen dabei aber sofort im Kopf die geifernden Schlagzeilen von Bild & Co. auf, die von gierigen Sozialschmarotzern zu berichten weiß deren neuestes Hobby mit der Bierflasche in der Hand den lieben langen Tag spazieren zu fahren, daher sollte es unbedingt für alle kostenfrei sein.

Der Neid auf die Besitzlosen ist beinahe Grenzenlos!
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Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Rudolf Rocker
Waldkauz


Beiträge: 12921



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« Antworten #101 am: 18. Februar 2018, 19:46:55 »

Die Automobilindustrie droht vermutlich im Hintergrund damit, ihre millionschweren Werbeetats nicht mehr an Medien auszuschütten, die positiv darüber berichten!
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Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!
Kuddel


Beiträge: 11608


« Antworten #102 am: 31. März 2018, 13:23:11 »

Gedanken zum Knast

Zitat
"Der Knast gehörte damals zur revolutionären Sozialisation", hat Fritz Teufel später einmal gesagt. "Das war die Grundausbildung." Wer rebelliert, macht über kurz oder lang Bekanntschaft mit Polizei und Justiz, mit Gerichten und Gefängnissen.
http://www.spiegel.de/einestages/berlin-1967-fritz-teufel-und-karl-heinz-kurras-vor-gericht-in-moabit-a-1198959.html


Die wohl populärste Aktion in der Geschichte der RAF:

Vorzeigeknast in Trümmern. Kurz vor der Einweihung sprengte die RAF die Vollzugsanstalt Weiterstadt in die Luft.
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tleary


Beiträge: 685


« Antworten #103 am: 22. April 2018, 03:52:48 »

Ja, war damals wirklich ein schöner Anblick. Für mich persönlich schöner als die Aussicht von der Zugspitze. Smiley - Schade nur, daß das eine einmalige Aktion blieb. Jeder Knast ist ein Knast zu viel! Weil immer den deutschen Knästen so eine "Humanität" nachgesagt wird, verknüpft mit der Forderung, wieder mehr Härte walten zu lassen... wer so etwas daherbrabbelt, ist a) reaktionär und b) hat er keine Ahnung, wie es in Knästen hierzulande zugeht. Das entspricht einfach nicht der Realität.
« Letzte Änderung: 30. April 2018, 12:00:20 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
Kuddel


Beiträge: 11608


« Antworten #104 am: 30. April 2018, 08:55:49 »

Zitat
Wer wiederholt beim Schwarzfahren erwischt wird, kann im Gefängnis landen. Deutschlandweit gibt es zwischen 8.000 und 9.000 dieser Fälle pro Jahr. Allerdings sind Häftlinge für den Staat ziemlich teuer. Deswegen fordern mehrere Bundesländer, Schwarzfahren zu entkriminalisieren.
http://www.deutschlandfunk.de/straftat-oder-ordnungswidrigkeit-das-dilemma-mit-den.1773.de.html?dram:article_id=416816

Man denkt darüber nach, Schwarzfahrer nicht länger nicht in den Knast zu stecken, nicht auch Gründen der Humanität, sondern aus Kostengründen.
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tleary


Beiträge: 685


« Antworten #105 am: 30. April 2018, 11:57:56 »

Man denkt darüber nach, Schwarzfahrer nicht länger nicht in den Knast zu stecken, nicht aus Gründen der Humanität, sondern aus Kostengründen.
Das wurde mittlerweile von etlichen Politikern als "Aufweichung von law & order" ablehnend beschieden, da dadurch ja etwas einreißen könnte, daß "Mundraub" (was nach dem 2. Weltkrieg ja straffrei war) nicht mehr strafbar sei. Was anderes ist Schwarzfahren nämlich auch nicht. Also, die Sache ist glaube ich für längere Zeit wieder durch. Kann man nur hoffen, daß die Knäste künftig wegen Scharzfahrern überquellen. Man darf auch nicht vergessen: Derjenige, der wegen Schwarzfahrens 3 Monate im Knast sitzt, wird in den allermeisten Fällen auch seiner Existenz beraubt (Kündigung der Arbeitsstelle). Also, die sozialen Folgen dieses Gesetzes für die Betroffenen sind wirklich beträchtlich!
« Letzte Änderung: 30. April 2018, 12:01:09 von tleary » Gespeichert

"Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte!"
(Rudi Dutschke, 1967)
Kuddel


Beiträge: 11608


« Antworten #106 am: 18. September 2018, 10:10:31 »

Zitat
Haftanstalt in Kleve
Drei Schwerverletzte nach Feuer in Gefängniszelle

In einem Gefängnis in Nordrhein-Westfalen sind bei einem Brand drei Personen schwer verletzt worden, acht Menschen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen.


In einer verschlossenen Gefängniszelle im nordrhein-westfälischen Kleve ist ein Brand ausgebrochen - der Häftling in der Zelle sowie zwei Bedienstete wurden schwer verletzt. Sechs weitere Bedienstete und zwei Mithäftlinge erlitten nur leichte Rauchgasvergiftungen, wie die Polizei und der Anstaltsleiter mitteilten. Sie wurden nach kurzer Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen.
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Das Feuer war am Montagabend gegen 19.20 Uhr ausgebrochen, die Brandursache ist unklar. Man könne nur spekulieren, sagte Anstaltsleiter Udo Gansweidt. Der verletzte Häftling sei wegen seiner schweren Brandverletzungen noch nicht vernehmungsfähig.

Der 26-Jährige verbüßte in der Einzelzelle eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe für einen Diebstahl. Die Strafe wäre Mitte Oktober ausgelaufen. Möglicherweise sei er mit einer Zigarette eingeschlafen, sagte Gansweidt.
http://www.spiegel.de/panorama/kleve-drei-schwerverletzte-nach-feuer-in-gefaengniszelle-a-1228642.html
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Troll
Abused Frog


Beiträge: 7168



« Antworten #107 am: 19. September 2018, 12:54:20 »

Fast vergessen, den Beitrag fand ich sehr interessant:
Zitat
Ein Einsender weist auf diese Kleine Anfrage hin, bei der ein paar Grünen-Abgeordnete wissen wollten, wieviele nicht vollstreckte Haftbefehle so in den Büchern stehen. Seite 3 hat die Antwort in Tabellenform.

Die Gesamtzahl der zum Stichtag 31. März 2018 im Polizeilichen Informationssystem (INPOL-Z) verzeichneten Fahndungsnotierungen mit dem Zweck der Festnahme aufgrund einer Straftat, zur Strafvollstreckung, Unterbringung oder Ausweisung sowie zur Festnahme entwichener Strafgefangener belief sich auf 175.397.

Fünfstellig sind: Baden-Württemberg mit 20k, Bayern mit 30k, Hessen mit 11k, Niedersachsen mit 14k, NRW mit 31k, und das BKA mit 23k.

So und jetzt der Knackpunkt: Deutschland hat überhaupt nur 73k Haftplätze, und das beinhaltet gemeinsame Unterbringung und offenen Vollzug.

Quelle: Fefes Blog

Das stinkt ggf. nach Gefängnisprivatisierung, so als Sachzwang angesichts leerer Kassen und dem staatlichen Sicherheitswahn bürgerlichen Sicherheitsbedürfnis.

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Dieter Hildebrandt
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Jiddu Krishnamurti
Kuddel


Beiträge: 11608


« Antworten #108 am: 24. September 2018, 10:35:23 »

Zitat
Weltrekorde, die US-Amerikaner nicht feiern: Fast 2,3 Millionen Menschen sitzen in amerikanischen Gefängnissen. Das sind etwa 25 Prozent der weltweiten Gefängnisbevölkerung. Nicht nur in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land, sondern auch gemessen an der Einwohnerzahl.

In dem wirklich lesenswerten Artikel "Keine Lust mehr auf unbezahlte Arbeit" wird über die Hintergründe und die Forderungen des Knaststreiks in den USA berichtet.

https://www.sueddeutsche.de/politik/gefaengnisstreik-in-den-usa-keine-lust-mehr-auf-unbezahlte-arbeit-1.4110294
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ManOfConstantSorrow


Beiträge: 6413


« Antworten #109 am: 02. Oktober 2018, 19:29:26 »

Zitat
Syrer stirbt nach Brand in Zelle
„Ein unfassbarer Justizskandal“

Nach dem Tod eines zu Unrecht inhaftierten Syrers werden Vorwürfe gegen NRW-Justizminister Biesenbach laut. Gegen die Polizei wird ermittelt.


...
Offenbar hatte der Syrer zuvor mehr als zwei Monate unschuldig im Gefängnis gesessen: Wegen Freiheitsberaubung im Amt wird seit vergangenem Freitag gegen mehrere Polizeibeamte aus Kleve ermittelt. Denn der 26-Jährige wurde scheinbar aus Schlamperei Opfer einer Verwechselung. Ein von der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen schweren Diebstahls und nicht bezahlten Geldstrafen mit zwei Haftbefehlen gesuchter Mann aus Mali hatte den Namen des Syrers als Alias-Tarnnamen benutzt – und das war im Fahndungssystem der Polizei auch so vermerkt.

...
http://www.taz.de/Syrer-stirbt-nach-Brand-in-Zelle/!5539869/
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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
Fritz Linow


Beiträge: 1267


« Antworten #110 am: 20. Oktober 2018, 15:21:53 »

Zitat
16.10.18
In der JVA Neumünster (wiederholend): Persönlichkeitsrechte vs. Menschenrechte

Die uns zukommenden Berichte von Gefangenen über anhaltende massive Repression, Schikanen und Drangsalierungen seitens der Bediensteten nehmen kein Ende. Im Mai 2018 mussten wir von einem Gefangenen berichten, welcher von anderen Gefangenen körperlich angegriffen worden war, weil ein Beamter die Gefangenen untereinander aufhetzt(e).

Nun erreichte uns eine solche Nachricht wieder: (...)
https://ggboberlin.blackblogs.org/in-der-jva-neumuenster-wiederholend-persoenlichkeitsrechte-vs-menschenrechte/
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counselor


Beiträge: 3434



« Antworten #111 am: 08. November 2018, 22:42:56 »

Zitat
Zellenbrand - Todesfall in der JVA Kleve: Justizbeamter drückte Notruf weg

Düsseldorf/Kleve.   Der Syrer Amad A. verbrannte im Klever Gefängnis. Jetzt wurde bekannt: Ein Justizbediensteter hatte einen Notruf des Syrers offenbar weggedrückt.

Quelle: https://www.waz.de/politik/landespolitik/todesfall-in-der-jva-kleve-justizbeamter-drueckte-notruf-weg-id215729253.html
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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!
Fritz Linow


Beiträge: 1267


« Antworten #112 am: 09. November 2018, 17:35:53 »

Zitat
9.11.18
Massive Repression nach unserem Besuch in der JVA Bützow

Leider erreichte uns die Nachricht, dass unser Treffen mit Andreas Bach in der JVA Bützow am 30.10.18 vonseiten der JVA nicht unbeantwortet blieb.

„Am heutigen Tage ist dann, nach dem Besuch der Soligruppe der Gefangenen-Gewerkschaft, bei mir Entsetzen eingetreten, da ich erfahren habe, dass man wegen der Berichterstattung* über die zutreffenden Zustände in der Justizvollzugsanstalt Bützow bei Herrn Stephan Treichel alle Ausgänge gestrichen hat. Zudem wurde es mir und Stephan ab sofort untersagt, Kontakt zu dem NDR zu unterhalten. (…) Die Anweisung führte die Hausleiterin Anyschewsky und stellvertretende Anstaltsleiterin Katja Ellenrieder auch so aus.“, so Andreas Bach, Gefangener aus der JVA Bützow.

Die genaue Anweisung lautet wie folgt: „Herr Bach und Herr Treichel wird untersagt, sich weiterhin und in jeder Form mit dem NDR und anderen Medienhäusern in Verbindung zu setzen, Interviews zu geben, um zu verhindern, Informationen nach außen dringen zu lassen.“
(…)
https://ggboberlin.blackblogs.org/
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